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Full text of "Die Breslauer Goldschmiede; eine archivalische Studie"

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http://archive.org/details/diebreslauergoldOOhint 


Erwin  Hintze 

Die  Breslauer  Goldschmiede 


DIE  BRESLAU  ER  GOLDSCHMIEDE 


EINE  ARCHIVALISCHE  STUDIE 

VON 

ERWIN  HINTZE 


HERAUSGEGEBEN  VOM  VEREIN  FÜR  DAS  MUSEUM  SCHLESISCHER  ALTERTÜMER 


MIT  6  LICHTDRUCKTAFELN  UND  40  TEXTABBILDUNGEN 


BRESLAU  1906 

KOMMISSIONSVERLAG  VON  KARL  W.  HIERSEMANN  IN  LEIPZIG 


ALLE  RECHTL  VORBEHALTEN 


WILHELM  GREMPLER 

ZUM  80.  GEBURTSTAGE  AM  26.  JANUAR  1906 

DARGEBRACHT  VOM 

VEREIN  FÜR  DAS  MUSEUM  SCHLESISCHER  ALTERTÜMER 


VORWORT 


Die  archivalische  Studie  über  die  Breslauer  Goldschmiede,  die  ich  hiermit  der  Öffentlichkeit 
übergebe,  ist  als  eine  notwendige  Vorarbeit  für  die  im  Herbste  1905  von  dem  Schlesischen  Museum 
für  Kunstgewerbe  und  Altertümer  veranstaltete  Goldschmiedekunst-Ausstellung  entstanden.  Sie 
behandelt  ein  Thema,  dessen  Bearbeitung  schon  öfters  in  Angriff  genommen  wurde,  aber  niemals 
über  ein  bescheidenes  Anfangsstadium  hinaus  gediehen  ist.  Zum  ersten  Male  stellte  Hermann 
Luchs  1863  im  V.  Bande  der  Zeitschrift  des  Vereins  für  Geschichte  Schlesiens  einige  Namen 
von  Breslauer  Goldschmieden  zusammen.  In  demselben  Bande  folgte  Alwin  Schultz  mit  einem 
archivalischen  Beitrage  zur  Geschichte  der  Breslauer  Goldschmiede- Innung,  der  sich  jedoch  nur 
auf  die  Zeit  von  1345  —  1517  erstreckt  und,  wie  der  Autor  selbst  sagt,  von  Anfang  an  auf  den 
Anspruch  einer  nur  annähernden  Vollständigkeit  verzichtet.  18Q0  erschien  das  verdienstvolle 
Buch  von  Marc  Rosenberg  über  „Der  Goldschmiede  Merkzeichen",  das  für  Breslau  nur  sehr 
lückenhaftes  Material  bringt,  da  der  Autor  nicht  Gelegenheit  hatte,  sich  in  Breslau  selbst  umzu- 
sehen. Als  Hauptquelle  für  die  Bestimmung  von  Breslauer  Goldschmiedearbeiten  haben  in  den 
letzten  Jahren  die  1897  im  VII.  Bande  von  „Schlesiens  Vorzeit  in  Bild  und  Schrift"  durch  Joseph 
Epstein  herausgegebenen  Listen  von  hiesigen  Goldschmiedenamen  gedient.  So  willkommen 
diese  Listen  damals  sein  mussten,  so  bieten  doch  auch  sie  weder  Vollständigkeit  noch  genügenden 
Anhalt  für  die  Tätigkeitsdauer  der  einzelnen  Meister.  Einige  Ergänzungen  zu  den  von  Epstein 
veröffentlichten  Namen  sollten  dann  die  im  Jahre  1899  von  Ewald  Wernicke  gelieferten  archi- 
valischen Nachrichten  von  schlesischen  Goldschmieden  geben,  die  aber  infolge  ihrer  Zusammenhang- 
losigkeit  kaum  einen  praktischen  Nutzen  gewähren  können.  Hieran  schliessen  sich  noch  einige 
biographische  Abhandlungen  von  Jungnitz  und  Moriz-Eichborn  über  die  Goldschmiede  Paul 
und  Fabian  Nitsch  und  von  Friedensburg  über  den  Goldschmied  und  Medailleur  Daniel  Vogt. 

Auch  die  vorliegende  Publikation  spricht  natürlich  nicht  in  allen  Punkten  das  letzte  Wort, 
aber  der  Verfasser  hofft,  wenigstens  ein  für  die  allgemeinen  Bedürfnisse  ausreichendes  Nach- 
schlagebuch geschaffen  zu  haben.  Bei  dem  Umfange  des  mehr  oder  weniger  brauchbaren 
Quellenmaterials,  das  die  Breslauer  Archive  und  Kirchen  in  zahlreichen  Handschriftenfolgen  bergen, 
musste  von  einer  erschöpfenden  Benutzung  und  Verwertung  Abstand  genommen  werden.  Neben 
der  Berücksichtigung  aller  aus  dem  Besitze  der  Goldschmiede-Innung  stammenden  Urkunden 
und  Schriftstücke  war  für  die  Durchsicht  der  übrigen  Quellen,  insbesondere  der  Kirchenbücher, 
der  Wunsch  massgebend,  eine  möglichst  vollständige  Liste  sämtlicher  zünftigen  Goldschmiede 
Breslaus  vom  Mittelalter  bis  zum  Ende  des  19.  Jahrhunderts  aufzustellen,  ferner  die  Tätigkeitsdauer 
dieser  Meister  durch  feste  oder  annähernd  genaue  Daten  zu  begrenzen  und  für  die  Zeit  vom 
16. — 18.  Jahrhundert  die  Herkunft  und  Verwandtschaftsverhältnisse  der  bedeutenderen  Goldschmiede 
einigermassen  zu  ermitteln. 


Im  Kapitel  VII  wurden  neben  den  zünftigen  Meistern  auch  zahlreiche  Namen  von  Oesellen 
und  Pfuschern  aufgenommen,  die  zwar  für  die  Bestimmung  der  erhaltenen  Goldschmiedearbeiten 
bedeutungslos  sind,  deren  Aufnahme  aber  dem  Verfasser  notwendig  erschien,  um  die  betreffenden 
Namen  als  die  von  Gesellen  oder  Pfuschern  festzulegen  und  um  zu  zeigen,  dass  Goldschmiede 
aus  den  verschiedensten  Gegenden  Deutschlands  und  Europas  in  Breslau  tätig  gewesen  sind. 
Um  Raum  zu  sparen,  wurde  vielfach  von  der  Wiederholung  und  Häufung  der  Quellenangaben 
abgesehen,  doch  lässi  >ich  Icichl  an  der  Hand  des  in  Kapitel  IX  zusammengestellten  Quellen- 
verzeichnisses die  Herkunft  der  Daten  ermitteln. 

Bei  der  Edition  der  Urkunden  wurde  eine  möglichst  buchstäbliche  Wiedergabe  erstrebt, 
nur  statt  der  beliebig  wechselnden  grossen  und  kleinen  Anfangsbuchstaben  wurden  bis  ins 
18.  Jahrhundert  ausser  bei  Eigennamen  und  neuen  Absätzen  kleine  Buchstaben  gesetzt. 

Vielleicht  wird  mancher  eine  Übersicht  über  die  künstlerische  Entwicklung  der  Breslauer 
Goldschmiedekunst  vermissen.  Sie  unterblieb,  um  nicht  der  grossen,  von  dem  BreslauerKunstgewerbe- 
museum  geplanten  Publikation  über  die  Geschichte  der  schlesischen  Goldschmiedekunst  vorzu- 
greifen, in  der  an  der  Hand  eines  reichen  Anschauungsmaterials  auch  die  kunstgeschichtliche 
Seite  der  Breslauer  Goldschmiedekunst  erörtert  werden  soll. 

Zum  Schluss  ist  es  dem  Verfasser  eine  angenehme  Pflicht  den  Herren  Dr.  Heyer,  Stadt- 
bibliothekar Dr.  Hippe,  Archivdirektor  Geistl.  Rat  Dr.  Jungnitz,  Goldarbeiter  Kühne,  Archiv-  und 
Bibliotheksdirektor  Prof.  Dr.  Markgraf  (f),  Direktor  Prof.  Dr.  Masner,  Archivdirektor  Archivrat 
Dr.  Meinardus,  Gerichts-Assessor  Schlawe,  Geheimrat  Prof.  Dr.  Schulte,  Direktor  Dr.  Seger,  Stadt- 
bibliothekar Dr.  Wendt,  Archivrat  Dr.  Wutke  herzlichst  zu  danken  für  ihre  Ratschläge  und  Hinweise 
auf  entlegenes  Urkundenmaterial,  durch  die  das  Gelingen  der  Arbeit  vielfach  gefördert  worden  ist. 

Endlich  hat  der  Verfasser  auch  dem  Vorstande  des  Vereins  für  das  Museum  Schlesischer 
Altertümer  herzlichsten  Dank  zu  sagen  für  die  Bewilligung  der  zu  den  Vorarbeiten  und  der 
Herausgabe  des  Werkes  erforderlichen  Mittel. 

Breslau,  im  Januar  1906. 

Erwin  Hintze 


Fig.  1 

Grosses  Siegel  der  Breslauer  Goldschmiede-Innung 


INHALTSVERZEICHNIS 


I.  Einleitung   Seite  1 

II.  Die  Innung  und  ihre  Privilegien   „  5 

III.  Die  Innungskapelle  in  der  St.  Maria  Magdalenenkirche   „  11 

IV.  Der  Feingehalt  und  die  Merkzeichen 

Feingehalt    .....*   „  16 

Die  Merkzeichen  der  Silberarbeiten   „  18 

Meisterzeichen   „  IQ 

Stempelmeisterbuchstaben   „  20 

Kriegssteuerstempel   „  22 

V.  Chronologisches  Verzeichnis  der  zünftigen  Meister   „  23 

VI.  Die  Goldschmiede  ausserhalb  der  Innung   „  34 

VII.  Alphabetisches  Verzeichnis   „  37 

VIII.  Urkunden   „  183 

IX.  Verzeichnis  der  Quellenschriften   „  212 


LICHTDRUCKTAFELN 

I.    Altar  der  Breslauer  Goldschmiede-Innung. 
II.    Beschauzeichen  und  Stempelmeisterbuchstaben. 
III — V.  Meisterzeichen. 

VI.    Monstranz  von  Christian  Mentzel  d.  ä.  in  der  kath.  Pfarrkirche  in  Heinrichau. 

TEXTABBILDUNGEN 

Fig.  1  am  Schluss  des  Vorwortes.  Grosses  Siegel  der  Breslauer  Goldschmiede-Innung.   15.  Jahrhundert.    Etwas  ver- 

grössert,  nach  einem  Siegelabdruck. 
„    2  auf  Seite  3.  Spätgotischer  Kelch.    Arbeit  des  Oswald  Rothe.    Datiert  1518.    Elisabethkirche,  Breslau. 
„    3    „      ,,     3.  Emaillierter  Ring.    17.  Jahrhundert.   Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer, 

Breslau.    Stammt  aus  dem  Besitze  der  Breslauer  Goldschmiede-Innung  und  wird  in  den  alten 

Innungsinventaren  als  eine  Meisterarbeit  bezeichnet. 
„    4   „      .,     5.  Halsschmuck  aus  Goldfiligran  mit  Perlen.    Privatbesitz,  Breslau.    Nach  Angabe  des  Besitzers 

eine  Breslauer  Arbeit  vom  Jahre  1802. 
„    5    „      ,,     7.  Giessbecken  nebst  Kanne,  mit  spätem   Rokokodekor.    Wohl  die  Meisterarbeit  des  Ferdinand 

Christian  Krebs  von  1769.    Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 
„    6   „      „     9.  Kaffeekännchen  nebst  Milchgiesser.    Arbeit  des  Carl  Gottlieb  Freytag.    Um  1805.    Edgar  Graf 

Henckel  von  Donnersmarck,  Grambschütz  bei  Namslau. 
„    7    „      „    10.  Haarrose  aus  Goldfiligran  mit  Rauten.   Breslauer  Arbeit.    Um  1S00.  Privatbesitz,  Breslau. 
„    8    „      „    19.  W-Stempel  von  süddeutschen  oder  schweizer  Goldschmiedearbeiten. 
„    9    „      „    22.  Kriegssteuerstempel  von  1809—1812. 

„  10    „      „   22.  Kleines  Siegel  der  Breslauer  Goldschmiede-Innung.    Anfang  des  17.  Jahrhunderts.    Etwas  ver- 
grössert.    Nach  einem  Siegelabdruck. 


.11  auf  Seite  23.  Teil  eines  Barettschmuckes.   Breslauer  Arbeit  (?).  Erste  Hälfte  des  16.  Jahrhunderts.  Schlesisches 
Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 


12  „ 

>, 

33. 

Reliquiarium,  Haupt  Johannes  des  Täufers  auf  der  Schüssel.  Arbeit  des  Jorge  Schlefuss.  Datiert 

1571.    Kath.  Pfarrkirche  St.  Mariae,  Ratibor. 

13  „ 

45. 

Nautiluspokal.  Arbeit  des  Christoph  Bock.   Um  1560.  Sammlung  Pierpont  Morgan,  z.  Z.  London. 

14  „ 

»i 

49. 

Meisterzeichen  des  Johann  Ernst  Braungart. 

15  „ 

55. 

Schneckenpokal.    Arbeit  des  George  Dittmar.    Um  1590.    Musee  cinquantenaire,  Brüssel. 

16  „ 

yy 

61. 

Teemaschine.  Arbeit  des  Leberecht  Fournier.  Um  1825.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe 

und  Altertümer,  Breslau. 

17  „ 

yy 

63. 

Deckelbecher.   Arbeit  des  Caspar  Francke.    Um  1718.   Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe 

und  Altertümer,  Breslau. 

18  „ 

75. 

Altarleuchter.    Arbeit  des  Jacob  Hedelhofer.    Datiert  1676.    Barbarakirche,  Breslau. 

19  „ 

yy 

75. 

Meisterzeichen  des  Paul  Hedelhofer  d.  j.  (?). 

20  „ 

yy 

81. 

Deckelkanne.    Arbeit  des  Augustin  Heyne  d.  m.    Um  1599.    Schlesisches  Museum  für  Kunst- 

gewerbe und  AKertümer,  Breslau. 

21  „ 

yy 

83. 

Willkommpokal  der  Fleischhauer  Alte  Bänke  in  Breslau.  Arbeit  des  Gottfried  Heyner.  Von  1696. 

Vereinigte  Fleischer-Innung,  Breslau. 

22  „ 

yy 

85. 

Tnnkgerat  in  Form  eines  Buttenmannes.  Arbeit  des  Joachim  Hiller.   Datiert  1602.  Schlesisches 

Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

23  „ 

yy 

85. 

Fusssohle  mit  Inschrift  zu  dem  Fig.  22  abgebildeten  Büttenmann. 

24  „ 

yy 

87. 

Kaiserpokal  der  Breslauer  Zwingerschützen.  Arbeit  des  Hans  Hocke.   Datiert  1577.  Schlesisches 

Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

25  „ 

yy 

89. 

Deckelkanne  mit  den  Wappen  der  Breslauer  Patrizierfamilien  Domlauer,  Redinger,  Heseler, 

Schilling,  Pusch  v.  Gemsfeld,  Schnabel,  Dresler  und  Eben.   Arbeit  des  Daniel  Hoffman.   Um  1618. 

Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

26  „ 

» 

123. 

Sonnenmonstranz.    Arbeit   des   Johann    Christoph    Müller.    Datiert   1732.    Kath.  Pfarrkirche 

St.  Johannis  bapt.,  Kupferberg  Kr.  Schönau. 

27  „ 

» 

126. 

Sog.  kleines  Kreuz  von  Fabian  Nitsch.    Domschatz,  Breslau. 

28  „ 

128. 

Lavaboschüssel,  Stiftung  des  Kanonikus  Johann  Korn.    Arbeit  des  Paul  Nitsch.    Datiert  1595. 

Domschatz,  Breslau. 

29  „ 

» 

129. 

Lavabokanne,  gehörig  zu  der  Fig.  28  abgebildeten  Schüssel. 

30  „ 

» 

133. 

Weihrauchfass.    Arbeit  des  Jeronimus  Orth.    Datiert  1561.    Kath.  Pfarrkirche  St.  Mariae,  Sagan. 

31  „ 

yy 

137. 

Schützenkleinod  des  Caspar  Pfister  mit  dem  Selbstbildnis  des  Meisters.  Von  1609.  Nach  einem 

Kupferstich  von  G.  Hauer. 

32  „ 

» 

144. 

Bildnis  des  Goldschmieds  Oswald  Rothe  nebst  Wappen  und  Schutzpatronin.    Ausschnitt  aus 

einem  Epitaphium  in  der  St.  Maria  Magdalenenkirche  in  Breslau. 

33  „ 

yy 

145. 

Fialenmonstranz.    Arbeit  des  Oswald  Rothe.    Um  1515.    Kath.  Pfarrkirche  St.  Nicolai,  Glogau. 

34  „ 

yy 

147. 

Büste  der  Kaiserin  Helena.    Arbeit  des  Matthias  Sbarasky.    Um  1705.    Kreuzkirche,  Breslau. 

35  „ 

yy 

165. 

Schützenkleinod  des  Hans  Strich  d.  ä.  mit  dem  Selbstbildnis  des  Meisters.    Datiert  1594.  Nach 

einem  Kupferstich  von  G.  Hauer. 

36  „ 

169. 

Bildnis  des  Goldarbeiters  Daniel  August  Titze.   Nach  einem  Ölgemälde  im  Besitze  von  Frl.  Marie 

Gumpert  in  Breslau. 

37  „ 

yy 

173. 

Selbstbildnis  des  Daniel  Vogt  auf  einer  Medaille  vom  Jahre  1669.   Nach  einem  Kupferstich  bei 

Kundmann,  Silesii  in  nummis,  Taf.  XXVII. 

38  „ 

yy 

173. 

Tischleuchter  im  Louis  XVI. -Stil.    Arbeit  des  Gottlieb  Benjamin  Vogtmann.    Um  1802.  Privat- 

besitz, Breslau. 

39  „ 

179. 

Sargschild  der  Breslauer  Stell-  und  Rademacher.  Arbeit  des  Christian  Winckler.   Datiert  1.  Januar 

1694.    Stell-  und  Rademacher-Innung,  Breslau. 

40  „ 

yy 

211. 

Gotisches  Schildchen  mit  dem  Kopfe  Johannes  d.  Evang.  von  dem  Schützenvogel  der  Breslauer 

Zwingerschützen  aus  dem  Jahre  1491,  jetzt  auf  dem  Schützenadler  Christian  Mentzels  d.  ä.  vom 
Jahre  1685.    Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 


I.  EINLEITUNG 


Der  Betrieb  des  Goldschmiedehandwerks  reicht  in  Breslau  in  die  frühesten  Zeiten  der  Stadt 
zurück.  Diezahlreichen  Kirchen-  und  Klostergründungen  vom  12.  bis  zum  14.  Jahrhundert  boten 
mancherlei  Gelegenheit  zu  künstlerischer  Betätigung.  Auch  werden  die  Herzöge  oder  deren  Stell- 
vertreter hin  und  wieder  Aufträge  erteilt  haben.  Allerdings  bei  der  Suche  nach  erhaltenen  Breslauer 
Goldschmiedearbeiten  des  Mittelalters  werden  wir  hinsichtlich  der  Stückzahl  etwas  enttäuscht,  denn 
die  Einziehung  der  Kirchenkleinodien  während  der  Türkengefahr  in  den  Jahren  1526  —  1529,  die 
Schwedenplünderung  von  1632  und  endlich  die  grosse  Schmelze  von  1809  haben  gründlich  unter 
den  alten  und  ältesten  Beständen  aufgeräumt.  Was  hierbei  der  Vernichtung  entgangen  ist,  musste 
vielfach  des  Materialwertes  wegen  zur  Anfertigung  neuer  Geräte  dienen.  Ausser  wenigen  erhal- 
tenen Arbeiten  der  mittelalterlichen  Zeit  können  nur  die  alten  Schatzverzeichnisse  der  Elisabeth- 
und  Bernhardinkirche,  des  Jakobsklosters,  der  Corpus  Christi-,  Vincenz-,  Nikolai-,  Sand-  und 
Mauritiuskirche  in  Breslau  ein  Bild  von  dem  ehemaligen  Bestände  an  frühen  Goldschmiedearbeiten 
geben.1)  Erst  mit  dem  Ausgange  der  Gotik  beginnt  die  stattliche  Folge  von  erhaltenen  Erzeug- 
nissen der  heimischen  Edelmetallkunst.  Nicht  nur  allgemeine  Stilentwicklungen  ziehen  an  uns 
vorüber,  sondern  eine  ansehnliche  Zahl  bestimmt  umgrenzter  Künstler- Individualitäten  tritt  nach 
und  nach  in  unseren  Gesichtskreis.2) 

Die  Frage,  wie  weit  Ordensbrüder  und  wie  weit  städtische  Bürger  und  Meister  in  der 
ältesten  Zeit  die  Kirchen  und  Klöster  mit  Goldschmiedearbeiten  versorgten,  muss  unbeantwortet 
bleiben,  da  hierüber  keine  Nachrichten  erhalten  sind.  Der  erste  mit  Namen  bekannte  Breslauer 
Goldschmied  ist  Herman  Goltsmed,  der  1288  ein  Vorwerk  bei  Breslau  besass,  das  noch  heutigen 
Tages  nach  seinem  Handwerke  Goldschmieden  heisst.  Gleich  jenem  erstgenannten  finden  wir 
auch  in  den  kommenden  Jahrhunderten  viele  Goldschmiede  in  wohlhabenden  Verhältnissen.  Viele 
waren  Hauseigentümer,  und  mancher  konnte  sich  mehrerer  Grundstücke  rühmen.  Wie  die  anderen 
Handwerker  Alt-Breslaus  bevorzugten  die  Goldschmiede  von  jeher  bestimmte  Strassen  und  Stadt- 
gegenden. Beliebt  waren  in  ältester  Zeit  der  Vogel-  oder  Hühnermarkt  (heute  Hintermarkt)  an 
der  Ostseite  des  Ringes  und  die  Albrechtsstrasse  zwischen  Ring  und  Altbüssergasse,  die  in 
diesem  Teile  am  Ende  des  14.  und  im  15.  Jahrhundert  urkundlich  häufiger  „unter  den  Goltsmeden" 
bezeichnet  wird.3)  In  der  zweiten  Hälfte  des  15.  Jahrhunderts  finden  wir  einen  grossen  Teil 
der  Häuser  an  der  Ost-  und  Nordseite  des  Ringes  zwischen  Vogelmarkt  und  Albrechtsstrasse, 
Schmiedebrücke  und  Stockgasse  im  Besitze  von  Goldschmieden.  Als  dann  in  den  ersten  Dezennien 
des  16.  Jahrhunderts  am  Ringe  eine  grosse  Bautätigkeit  einsetzte  und  die  Grundstücke  allmählich 

*)  Alwin  Schultz:  Einige  Schatzverzeichnisse  der  Breslauer  Kirchen.  Abhandlungen  der  Schlesischen 
Gesellschaft  für  vaterländische  Cultur,  Philosophisch-historische  Abteilung,  Breslau  1867,  S.  1 — 26.  —  Otto  Frenzel: 
Schatzverzeichnisse  der  Reichkramer-Kapelle  in  der  Elisabet- Kirche  zu  Breslau.  Schlesiens  Vorzeit  in  Bild  und  Schrift, 
Bd.  V  S.  255—262.  —  Silberne  Johannesstatuen  1468  und  1487  erwähnt  bei  Nikolaus  Pol:  Jahrbücher  der  Stadt 
Breslau,  herausgegeben  von  Büsching  und  Kunisch,  Breslau  1813—1824,  Bd.  II  S.  65,  139. 

2)  Katalog  der  Ausstellung  von  Goldschmiedearbeiten  schlesischen  Ursprunges  oder  aus  schlesischem  Besitze 
im  Schlesischen  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  1905. 

3)  Alwin  Schultz:  Topographie  Breslau's  im  14.  und  15.  Jahrhundert.  Zeitschrift  des  Vereins  für  Geschichte 
und  Alterthum  Schlesiens,  Bd.  X  S.  239  — 293. 

1 


2 


in  die  Hände  von  wohlhabenden  Grosskauf leuten  übergingen,  machten  sich  die  Goldschmiede 
an  der  Nordseite  des  grossen  inneren  Häuserviertels  auf  dem  Ringe,  an  der  sogenannten  Riemer- 
zeile (heute  „Am  Rathaus"  No.  8  —  24)  ansässig.  Ausserdem  waren  neben  der  Albrechtsstrasse 
der  St.  Maria  Magdalenenkirchhof  mit  der  Brust-  und  Pfnorrgasse  (Teile  der  heutigen  Schuhbrücke 
und  Altbüsserstrasse)  und  der  St.  Elisabethkirchhof  mit  den  nächstliegenden  Strassen  bevorzugt, 
während  die  übrigen  Stadtgegenden  im  allgemeinen  nur  vereinzelt  unter  den  Wohnungen  und 
Besitzungen  der  Goldschmiede  genannt  werden.  Infolge  der  Lage  ihrer  Grundstücke  gehörten 
die  Goldschmiede  meistenteils  zu  den  alten  Pfarreien  von  St.  Maria  Magdalena  und  St.  Elisabeth, 
sodass  wir  heute  bei  Nachforschungen  über  Tauf-,  Trau-  und  Todesdaten  von  Goldschmieden 
vielfach  mit  den  Kirchenbüchern  dieser  beiden  Parochieen  auskommen.  Erst  das  19.  Jahrhundert 
hat  mit  den  alten  Traditionen  gebrochen.  Am  längsten  ist  die  Riemerzeile  am  Ringe  für  die 
Gold-  und  Silberarbeiter  ein  Geschäftsplatz  geblieben. 

Die  relativ  hohe  Zahl  der  in  Breslau  zünftig  gewesenen  Meister  beweist,  dass  es  hier  von 
jeher  für  Goldschmiede  lohnende  Beschäftigung  gab.  Mag  es  Zufall  sein  oder  mögen  die  Innungs- 
mitglieder darüber  gewacht  haben,  während  der  zweiten  Hälfte  des  14.  und  während  des  15.  Jahr- 
hunderts hat  sich  die  Zahl  der  Meister  mit  geringen  Abweichungen  etwa  auf  18—22  gehalten.  Im 
16.  Jahrhundert  stieg  die  Zahl  auf  25,  im  17.  auf  30—35.  Auffallend  stark  wuchs  die  Meisterzahl  im 
18.  Jahrhundert,  die  bald  50,  schliesslich  68  erreichte  und  am  Anfange  des  IQ.  Jahrhunderts  vorüber- 
gehend mehr  denn  80  betrug.  Breslau  selbst  konnte  die  von  den  zünftigen  Meistern  gefertigten 
Arbeiten  nicht  verbrauchen.  Für  die  spätere  Zeit  ist  mehrfach  bezeugt,  dass  ein  beträchtlicher  Teil  der 
Erzeugnisse  für  die  Provinz  und  den  auswärtigen  Handel  und  zwar  in  erster  Reihe  für  Polen  und 
Russland  bestimmt  war,  aber  auch  schon  im  15.  Jahrhundert  lassen  sich  einige  Handelsverbindungen 
nachweisen,  zum  Beispiel  wurde  1407  vor  den  Breslauer  Schoppen  ein  Streit  zwischen  Herman  Bars 
in  Thorn  und  dem  hiesigen  Goldschmiede  Heinrich  Schorgast  wegen  Lieferung  von  schlechtem 
Silber  geschlichtet.  Auch  zwei  Arbeiten  des  Breslauer  Goldschmieds  Oswald  Rothe,  eine  Monstranz 
in  Glogau  und  ein  Kelch  in  Guhrau  aus  dem  ersten  Viertel  des  16.  Jahrhunderts  dürften  als 
Beweis  für  die  frühen  Handelsbeziehungen  mit  den  Nachbargebieten  anzuführen  sein.  Welchen 
Wert  die  Breslauer  Gold-  und  Silberarbeiter  auf  den  Export  nach  Polen  und  Russland  legten,  geht 
aus  den  Bedenken  hervor,  die  am  Anfange  des  18.  Jahrhunderts  mehrfach  gegen  neue,  den  Handel 
gefährdende  Edelmetall-Gesetze  laut  wurden.  Als  1703,  um  dem  Gold-  und  Silbermangel  in  den 
kaiserlichen  Erblanden  entgegenzuarbeiten,  der  Vorschlag  gemacht  wurde,  die  Goldschmiede  sollten 
ihr  Metall  nur  bei  der  Münze  einkaufen  dürfen,  wurde  dagegen  vorgebracht,  dass  sich  dann  „die 
Goldschmiedearbeit  nach  Polen  und  Moskau,  welche  fast  allein  die  hiesigen  Goldschmiede  er- 
nähret", ganz  verlieren  würde  (Urk.  41).  Im  Jahre  1716  rechtfertigten  die  Ratmannen  gegenüber 
dem  Königlichen  Oberamte  die  Zulassung  von  12- lötigem  Silber  unter  anderem  durch  die  Handels- 
beziehungen mit  Polen,  wo  grösstenteils  geringhaltige  Silberwaren  verbraucht  wurden  (Urk.  47). 
Ferner  ist  1727  davon  die  Rede,  dass  die  vornehmen  polnischen  Herren  die  meiste  Quantität  von 
Silberwerk  in  Breslau  einschmelzen  und  umarbeiten  lassen,  und  der  Magistrat  bezeichnete  im  Inter- 
esse der  Goldschmiede  die  von  der  Regierung  geplante  Verschärfung  der  Silberprobe  als  ein 
„imminens  periculum  cessationis  commercii  cum  Polonis"  (Urk.  52).  Am  1 .  Juli  1752  schrieb  die 
Breslauer  Stadtverwaltung  an  die  Königliche  Kriegs-  und  Domänenkammer,  „es  gestehen  zuförderst 
allhiesige  Silberarbeiter  selbst  zu,  dass  sie  nach  Polen,  Moskau  und  an  die  Armenier  ihre  grössten 
Verkehrungen  mit  angefertigtem  Silbergeschirre  hätten,  wie  denn  besonders  angemercket  wird,  dass 


3 


nach  Polen  die  grössten  silbernen  Kirchen- 
leuchter, ja  gantze  silberne  Altäre  auch 
zuweilen  goldne  Crucifixe  gefertigt  und 
versendet  werden"  (Urk.  66).  Zimmermann 
berichtet  am  Ende  des  18.  Jahrhunderts 
in  seiner  Beschreibung  der  Stadt  Breslau 
(S.  341  f.),  dass  von  Breslau  nach  Polen 
Silberwerk  stark  ausgeführt  werde,  und 
dass  der  Handel  mit  Juwelen,  den  meist  jü- 
dische Kaufleute  vermittelten,  leicht  jährlich 
über  200  000  Reichstaler  betragen  könne. 
Gleich  dem  Tuchhandel  ist  im  19.  Jahr- 
hundert die  Ausfuhr  von  Gold-  und  Silber- 
waren auf  ein  bescheidenes  Mass  zurück- 
gegangen. Damit  hängt  wohl  auch 
abgesehen  von  den  einer  künstlerischen 
Entwicklung  im  allgemeinen  ungünstigen 
Verhältnissen  —  der  auffallend  schnelle 
Niedergang  in  der  Leistungsfähigkeit  der 
Breslauer  Gold-  und  Silberarbeiter  wäh- 
rend des  letzten  Jahrhunderts  zusammen. 

Unter  den  alten  Breslauer  Innun- 
gen gab  es  bei  allen  offiziellen  Gelegen- 
heiten eine  genau  vorgeschriebene  Rang- 
ordnung, und  die  Goldschmiede  wachten 
streng  darüber,  dass  ihnen  stets  einer  der 
ersten  Plätze  eingeräumt  wurde.  Sie 
dünkten  sich  mehr  denn  einfache  Hand- 
werker, beanspruchten  das  Ansehen  von 


Fig.  2.  Oswald  Rothe:  Kelch  von  1518 


Künstlern  und  forderten  deshalb  auch  für  ihre  Gesellen  das  Vorrecht  des  Degentragens  (Urk.  58). 
Im  Jahre  1727  baten  sie  den  Rat,  da  sie  vor  anderen  Innungen  bereits  den  Vorzug  hätten,  bei  Be- 
gräbnissen „das  Leydehauß  mit  Tuche  bekleiden",  auch  bei  Hochzeiten  sich  einer  ordentlichen  Brautmesse 
bedienen  zu  dürfen,  dass  ihnen  als  Künstlern,  da  sich  ihre  Profession  „wegen  der  dabei  versirenden 
Kunst  von  andern  Mitteln  gar  sehr  distinguiret",  das  Geläute  bei  den  Beerdigungen  ihrer  Ältesten 
gestattet  werden  möge  (Urk.  53).  In  der  alten  Handwerksordnung  Kaiser  Sigismunds  vom  Jahre  1420 
rangieren  sie  direkt  hinter  den  Kaufleuten.  Doch  schon  in  dem  1470  angelegten  Catalogus  civium, 
in  den  allosterlich  nach  Aschermittwoch  die  zünftigen  Meister  in  strenger 
Rangordnung  eingetragen  wurden,  mussten  die  Goldschmiede  den  ersten 
Platz  unter  den  Handwerkern  den  Kürschnern  überlassen.  Gar  böses  Blut 
machte  es,  als  in  der  ersten  Hälfte  des  18.  Jahrhunderts  das  1703  aufgerichtete 
Mittel  der  Perückenmacher  bei  den  jährlichen  Huldigungen  den  Vorrang 
vor  den  Goldschmieden  forderte  und  schliesslich  nach  langen  Verhandlungen 
im  Jahre  1737  erhielt  (Urk.  61).    Unter  den  Ratmannen  und  Schoppen  finden 


Fig.  3.   Emaillierter  Ring, 
Breslauer  Meisterarbeit, 
17.  Jahrhundert 


1* 


4 


wir  nur  in  der  ältesten  Zeit  einige  Goldschmiede;  so  bekleideten  die  Aurifabri  Heynczil,  Waltherus 
Ebirhart  und  Henricus  Schorgast  zwischen  1353—1417  häufiger  das  Amt  der  Consules  und  Scabini.1) 
Erst  im  19.  Jahrhundert  begegnen  wir  wieder  mehreren  Gold-  und  Silberarbeitern  unter  den  Mit- 
gliedern der  Breslauer  Stadtverordnetenversammlung  und  einem  im  Magistratskollegium  als  Stadtrat.2) 
Gleich  den  übrigen  Gewerken  gehörten  die  Goldschmiede  der  Brüderschaft  der  Zwingerschützen 
und  seit  1566  der  der  Schiesswerderschützen  an.    Für  die  öffentlichen  Umzüge,  die  das  Königs- 
schiessen verherrlichten  und  jährlich  bei  Gelegenheit  der  Einholung  des  Schützenkönigs  stattfanden, 
hatten  die  Goldschmiede  von  ihren  Jüngsten  für  den  achten  Trupp  unter  einem  Korporal  der  Kürschner- 
zunft einen  Gefreiten  und  sechs  Musketiere  zu  stellen.  Einige  Goldschmiede  haben  es  selbst  bis  zum 
Schützenkönige  gebracht,  so  tat  Hans  Strich  1594,  Caspar  Pfister  1609,  Christian  Beyl  1729,  Tobias 
Meyer  1802  und  Carl  Reiss  1832  den  besten  Schuss.3)    Die  Vergangenheit  der  beiden  Breslauer 
Schützenbrüderschaften  ist  noch  dadurch  besonders  eng  mit  der  Geschichte  der  heimischen  Gold- 
schmiedekunst verknüpft,  dass  jeder  Schützenkönig  ein  Kleinod  und  in  späterer  Zeit  von  1790—1818 
bei  den  Zwingerschützen  einen  silbernen  Leuchter  stiften  musste.    Ausserdem  gaben  zahlreiche 
Gönner  des  Schiessplatzes,  obenan  Kaiser  Rudolf  II.,  Pokale  und  Schaustücke  für  den  Schatz  der  ge- 
nannten Brüderschaften  bei  Breslauer  Goldschmieden  in  Auftrag  oder  kauften  in  Nürnberg  und 
Augsburg  Prachtgeräte,  die  den  Breslauer  Meistern  manche  künstlerische  Anregung  bieten  konnten.4) 
Befasst  man  sich  eingehender  mit  den  Familienverhältnissen  der  hiesigen  Goldschmiede, 
so  fällt  bald  die  enge  verwandtschaftliche  Verbindung  auf,  in  der  die  einzelnen  Meister  zu  ein- 
ander gestanden  haben.    Von  der  frühesten  Zeit  bis  zur  Neige  des  19.  Jahrhunderts  finden  wir 
zahlreiche  Goldschmiedsfamilien,  in  denen  sich  durch  mehrere  Generationen  hindurch  das  Gewerbe 
des  Vaters  auf  den  Sohn,  den  Enkel,  ja  den  Urenkel  vererbt  hat.    Bisweilen  können  wir  beobachte^ 
wie  ein  Glied  der  Reihe  sich  einen  anderen  Beruf  gewählt  oder  die  Tochter  eines  Goldschmiedes 
einen  in  einem  anderen  Berufe  stehenden  Mann  geheiratet  hat  und  der  Enkel  wieder  zu  dem 
Handwerke  des  Grossvaters  zurückgekehrt  ist.    Eine  weitere  verwandtschaftliche  Annäherung  der 
einzelnen  Meister  hat  die  häufige  Heirat  der  Goldschmiedstöchter  oder  -Witwen  mit  den  von 
auswärts  gebürtigen  Gesellen  bewirkt,  die  kurz  vor  oder  bald  nach  der  Eheschliessung  in  Breslau 
das  Meisterrecht  erlangt  haben.    Für  die  künstlerische  Entwicklung  wäre  diese  ständige  Inzucht 
gewiss  nicht  immer  von  Vorteil  gewesen,  wenn  nicht  die  durch  die  Zunftprivilegien  vorgeschriebenen 
Wanderjahre  die  jüngeren  Generationen  wieder  mit  den  Errungenschaften  der  auswärtigen  Gold- 
schmiedekunst, speziell  Süddeutschlands  und  Österreichs,  ferner  Italiens,  Frankreichs,  Hollands 
und  Englands  bekannt  gemacht  hätten.    Dass  sich  Breslau  aber  auch  bei  den  nichtschlesischen 
Zunftgenossen  eines  gewissen  Rufes  erfreut  haben  muss,  beweist  die  häufige  Anwesenheit  von 
Goldschmiedegesellen  aus  Nürnberg,  Augsburg,  Österreich,  Ungarn,  Sachsen,  Dänemark,  Schweden, 
Holland  und  England,  von  denen  mancher  in  Breslau  einheiratete  und  sich  zum  Meister  setzte. 

J)  Markgraf  und  Frenzel:  Breslauer  Stadtbuch,  enthaltend  die  Rathslinie  von  1287  ab  und  Urkunden  zur 
Verfassungsgeschichte  der  Stadt.    Codex  diplomaticus  Silesiae,  Bd.  XI  (Breslau  1882),  S.  103,  121,  127. 

2)  Die  Stadtverordneten  von  Breslau  in  chronologischer  Reihenfolge  von  1809  bis  zur  Jetztzeit.  Handschrift 
im  Breslauer  Stadtarchiv  unter  Hs.  H.  4. 

3)  Gustav  Roland:  Das  Schiesswerder-Buch  (Breslau  1846),  S.  21  f.  u.  38  f. 

4)  H.  Wendt  und  H.  Seger:  Die  Breslauer  Schützenkleinodien.    Schlesiens  Vorzeit  in  Bild  und  Schrift, 
Bd.  V  S.  231—254,  Bd.  VII  S.  145—184. 


5 


II.  DIE  INNUNO  UND  IHRE  PRIVILEGIEN 

Trotz  des  Mangels  urkundlicher  Belege  kann  es  als  sicher  gelten,  dass  die  Anfänge  der 
Breslauer  Goldschmiede-Innung  bis  in  das  13.  Jahrhundert  zurückreichen.  Wenigstens  wurden 
um  das  Jahr  1305  bei  Verleihung  der  ersten  hiesigen  Handwerkerstatuten  die  Aurifabri  angewiesen, 
jährlich  zwei  Fideiussores  zu  wählen,  die  für  die  von  auswärts  nach  Breslau  verzogenen  Berufs- 
genossen zu  bürgen  hatten  (Urk.  2).  Eine  solche  Vorschrift  ist  aber  ohne  eine  schon  erfolgte 
Zunftgründung  undenkbar.  Ja  die  Zeche  der  Goldschmiede  kann  damals  nicht  mehr  ganz  un- 
bedeutend gewesen  sein,  da  sie  zwei  Geschworene  zu  ernennen  hatte,  während  sich  alle  kleineren 
Innungen  mit  einem  Vorsteher  begnügten.  Die  Amtsbefugnisse  der  Fideiussores,  Jurati,  Seniores, 
Geschworenen,  Ältesten  oder  Obermeister  haben  sich  im  Laufe  der  Jahre  sehr  erweitert,  und 
später  traten  den  beiden  amtshabenden  Ältesten  noch  zwei  Nebenälteste,  Stellvertreter  oder 
Deputierte  zur  Seite.  Sache  der  Ältesten  war  es,  die  Versammlungen  der  Meister  einzuberufen 
und  zu  leiten,  die  Kassen-  und  Geldangelegenheiten  der  Innung  in  Ordnung  zu  halten,  die  Stück- 
arbeiter sowie  das  Gesellen-  und  Lehrlingswesen  zu  beaufsichtigen,  die  Beschau  und  Stempelung 
der  von  den  zünftigen  Meistern  gefertigten  Goldschmiedearbeiten  zu  besorgen.  Ferner  lag  es  den 
Ältesten  ob,  die  Innung  nach  aussen  zu  vertreten.  Als  Mittelsperson  zwischen  der  Zunft  und 
dem  städtischen  Rate  stand  ihnen  der  Beisitzer  zur  Seite,  den  der  Magistrat  als  Aufsichtsrat  aus 
der  Zahl  der  städtischen  Beamten  der  Innung  zuteilte.  Die  Ältesten  wurden  von  sämtlichen 
zünftigen  Meistern  alljährlich  zu  Ostern  in  der  Quartalsversammlung  Reminiscere,  in  der  auch  die 
grosse  Jahresabrechnung  stattfand,  neu  ernannt.  In  der  Regel  fiel  auf  die  künstlerisch  bedeutendsten, 
jedenfalls  aber  immer  auf  die  angesehensten  Meister  die  Wahl.  Wenn  gegen  die  Amtsführung 
der  Senioren  des  vergangenen  Jahres  nichts  einzuwenden  war,  erfolgte  ihre  Wiederwahl. 

Die  grosse  Handwerksordnung  Kaiser  Sigismunds  vom  Jahre  1420  enthält  die  ersten  be- 
kannten Statuten  der  Breslauer  Goldschmiedezeche.  Ob  der  Innung  schon  früher,  etwa  1390  von 
Kaiser  Wentzel,  zugleich  mit  den  Malern  Privilegien  verliehen  wurden,  ist  nicht  zu  ermitteln  ge- 
wesen. Die  Statuten  Sigismunds  geben  ziemlich  kurze  Bestimmungen  über  die  Meistersetzung 
und  etwas  eingehendere  Vorschriften  über  den  Feingehalt,  die  Verarbeitung  und  den  Verkauf  von 
Silberwaren  (Urk.  6).  Den  kommenden  Jahrhunderten  blieb  es  vorbehalten,  den  jeweiligen  Be- 
dürfnissen entsprechende  Ergänzungen  und  Abänderungen  vorzunehmen.  In  diesem  Ausbau  der 
Satzungen,  Ordnungen  und  Privilegien  liegt  die  einzige  historische  Entwicklung  und  Vergangenheit 


6 

der  Breslauer  Goldschmiede-Innung,  da  sie  niemals  als  politischer  Faktor  oder  in  irgend  einer 
anderen  Form  in  dem  öffentlichen  Leben  der  Stadt  oder  des  Landes  eine  Rolle  gespielt  hat.  Hier 
seien  die  Hauptentwicklungsphasen  der  inneren  Geschichte  der  Innung  nur  kurz  angedeutet,  da 
die  in  Kapitel  VIII  zusammengestellte  Urkundensammlung  beredter  und  ursprünglicher  als  jede 
andere  Darstellung  darüber  Aufschluss  zu  geben  vermag.  Ferner  seien  an  dieser  Stelle  die  Be- 
stimmungen über  den  Feingehalt  und  die  Stempelung  der  Goldschmiedearbeiten,  die  Geschichte 
der  Innungskapelle  und  die  die  „unbezechten"  Goldschmiede  betreffenden  Verträge  und  Dokumente 
ausser  acht  gelassen,  da  ihnen  eigene  Abschnitte  gewidmet  werden  sollen. 

Am  21.  Mai  1451  bestätigten  die  Ratmannen  der  Innung  eingehende  Statuten  über  die 
Meisterstücke.  Jeder  Stückarbeiter  hatte  danach  behufs  Erlangung  des  Meisterrechtes  drei  Arbeiten 
zu  liefern  und  zwar  1.  einen  Kelch,  2.  einen  Siegelstempel  mit  eingeschnittenem  Wappen  und 
3.  einen  steinbesetzten  Ring.  Vor  der  Einwerbung  hatte  der  Geselle  drei  Jahre  bei  einem  oder 
zwei  Meistern  gesellen  weise  zu  arbeiten  (Urk.  10).  Da  die  Vorbedingungen  für  die  Meisterrechts- 
erlangung häufig  unbeachtet  blieben,  legte  die  Zunft  am  5.  Dezember  1565  dem  Rate  eine  Ordnung 
vor,  die  die  alten  Satzungen  erneuerte  und  ausdrücklich  vorschrieb,  dass  niemand  einen  eigenen 
Laden  eröffnen  dürfte,  er  habe  denn  zuvor  das  Meisterstück  richtig  verfertigt  und  sich  verehelicht. 
Wie  streng  die  Innung  seitdem  bis  in  die  Mitte  des  18.  Jahrhunderts  auf  die  rechtzeitige  Ver- 
heiratung der  Meister  hielt,  beweist  beispielsweise  die  Verhandlung,  die  1666  wegen  des  Daniel 
Vogt  vor  dem  Rate  stattfand  (Urk.  26).  Um  den  jungen  Meistern  den  Verkauf  ihrer  Probearbeiten 
zu  erleichtern,  wurde  1565  statt  des  Kelches  auch  die  Anfertigung  eines  anderen  Trinkgeschirres 
als  zulässig  anerkannt.  Um  den  Unregelmässigkeiten  und  Willkürlichkeiten  des  Werkstattwechsels 
durch  die  Gesellen  und  Lehrlinge  vorzubeugen,  durfte  fortan  ein  Geselle,  der  seinen  Meister  ver- 
liess,  nur  mit  dessen  Vorwissen  an  anderer  Stelle  angenommen  werden.  Ebenso  sollte  ein  Lehr- 
junge, der  mutwillig  seinem  Meister  entlief,  nicht  wieder  bei  der  Innung  Aufnahme  finden.  Die 
beiden  letzten  Punkte  der  Ordnung  von  1565  untersagten  die  Verarbeitung  von  unedlem  Metall, 
wenn  es  in  betrügerischer  Absicht  vergoldet  oder  versilbert  wurde,  und  richteten  sich  gegen  den 
heimlichen  Verkauf  von  minderwertigen  Silberwaren  (Urk.  16).  Im  Jahre  1580  erfuhr  nochmals  die 
Frage  der  Meistereinwerbung  eine  Neuregelung,  wobei  man  zwischen  einheimischen  und  aus- 
wärtigen Gesellen  unterschied,  indem  den  letzteren  nicht  eine  drei-  sondern  eine  vierjährige  Probezeit 
auferlegt  wurde.  Ferner  sollten  fortan  nie  zwei  Gesellen  zu  gleicher  Zeit  in  die  Stückarbeit  treten.  Da 
die  Altesten,  in  deren  Werkstatt  und  unter  deren  Aufsicht  die  Meisterstücke  gefertigt  werden  mussten, 
oftmals  viel  Belästigung  und  Unkosten  auf  sich  zu  nehmen  hatten,  so  sollte  jeder  Stückmeister  seine 
Arbeiten  in  vier  Monaten  vollenden,  er  wäre  denn  durch  triftige  Gründe,  zum  Beispiel  durch  Krankheit, 
daran  verhindert.    Ausserdem  hatte  er  den  Ältesten  jegliche  Auslagen  zurückzuerstatten  (Urk.  17). 

Im  allgemeinen  war  es  bei  den  Zünften  Brauch,  dass  die  Witwe  eines  Meisters  mit  Hilfe 
von  Gesellen  das  Gewerbe  ihres  verstorbenen  Mannes  fortsetzen  durfte.  Als  1636  zwei  hiesige 
Goldschmiedswitwen  hierbei  von  seiten  der  Innung  auf  Schwierigkeiten  stiessen,  sahen  sich  die 
Ratmannen  veranlasst,  durch  zwei  Dekrete  vom  6.  Juni  1636  und  14.  Juli  1637  die  Frage  der 
Werkstattfortführung  durch  Goldschmiedswitwen  endgültig  zu  ordnen.  Es  wurde  den  hinter- 
lassenen  Frauen  der  fernere  Betrieb  des  Handwerks  mit  der  Einschränkung  gewährt,  mit  Hilfe 
von  höchstens  zwei  Gesellen  zu  arbeiten,  die  Annahme  von  Lehrjungen  dagegen  ganz  zu  unter- 
lassen. Die  Gesellen,  die  ihre  Jahre  vor  der  Meistereinwerbung  arbeiteten,  durften  diese  nicht  bei 
einer  Witwe  zubringen.  Die  Frauen  hatten  die  Pflicht,  gleich  den  Meistern  auf  das  vorschriftsmässige 


7 


Verhalten  der  Oesellen  sowie  auf  den  gehörigen  Feingehalt  ihrer  Arbeiten,  die  von  den  Altesten 
beschaut  und  gestempelt  werden  mussten,  zu  achten  (Urk.  21,  22). 

Im  Jahre  1642  erschienen  der  Innung  acht  Ergänzungen  zu  den  bisherigen  Statuten  not- 
wendig. Um  der  übermässigen  Ausdehnung  einiger  Werkstattbetriebe  zu  Ungunsten  der  übrigen 
Zunftgenossen  etwas  vorzubeugen,  durfte  kein  Meister  mehr  als  zwei  Oesellen  und  zwei  Lehrlinge 
annehmen,  nur  den  Ältesten  stand  es  frei,  noch  einen  dritten  Gesellen  oder  Lehrjungen  zu  fördern. 
Ferner  gaben  die  Artikel  von  1642  nähere  Bestimmungen  über  die  Vorrechte  der  Meistersöhne, 


Fig.  5.  Wahrscheinlich  die  Meisterarbeit  des  Ferdinand  Christian  Krebs  von  1769 


die  ein  Vierteljahr  dauernde  Probezeit  der  Lehrlinge,  über  die  Oesellen,  die  in  Breslau  das  Meister- 
recht erwerben  wollten  und  über  die  viermonatliche  Frist  für  die  Anfertigung  der  Meisterstücke. 
Endlich  wurde  vor  dem  Ankauf  von  heimlich  angebotenem  Gold,  Silber  und  Edelgestein  gewarnt 
(Urk.  23).  Eine  Generalbestätigung  sämtlicher  bisherigen  Privilegien  und  Statuten  erhielt  die  Innung 
von  Kaiser  Leopold  am  3.  Juli  1670  (Urk.  27).  Nebenbei  erwähnt  sei,  dass  die  noch  im  Original 
vorhandene  Pergamenturkunde  den  Goldschmieden  einen  Kostenaufwand  von  nicht  weniger  als 
590  Reichstalern  verursachte  (Innungsurkundensammlung  Heft  II  Nr.  II).  1703  erfuhren  die  alten 
Statuten  über  die  Stückarbeiter,  Meistersöhne,  Witwen  und  Lehrlinge  in  neun  Punkten  eine  Er- 
neuerung oder  Ergänzung  (Urk.  42).  Am  Quartal  Trinitatis  1709  einigten  sich  die  Meister,  falls 
sie  viel  Aufträge  hätten,  aushilfsweise  unter  gewissen  Bedingungen  einen  dritten  Gesellen  anzu- 
nehmen (Urk.  45).  Eine  völlige  Umarbeitung  der  Innungsartikel  mit  eingehenden  Bestimmungen 
über  die  Lehrlinge,  Gesellen,  die  Schuldigkeiten  der  Meister  und  die  Gerechtsame  des  Mittels  der 


s 


Goldschmiede  fand  im  Jahre  1735  statt  (Urk.  59).  Für  die  Kunstgeschichte  bieten  das  meiste  Inter- 
esse die  Artikel  über  die  Meisterarbeiten,  indem  hier  eine  völlige  Arbeitsteilung  unter  den  Gold- 
schmieden beginnt.  Es  ist  jetzt  nicht  mehr  allgemein  von  Goldschmieden  die  Rede,  sondern  es 
wird  zwischen  Gold-,  Galanteriewaren-  und  Silberarbeitern  unterschieden.  Auch  die  Innung  nannte 
sich  in  der  Regel  nicht  mehr  Goldschmiede-Innung,  sondern  „Mittel  der  Gold-  und  Silberarbeiter". 
In  der  Praxis  hat  diese  Teilung  zweifellos  schon  längere  Zeit  bestanden  (vgl.  Urk.  58),  aber 
statutenmässig  wurde  die  einseitige  Tätigkeit  der  Goldschmiede  erst  durch  die  Artikel  von  1735 
festgelegt.  Damit  begann  auch  eine  Spezialisierung  in  der  Ausbildung  der  Lehrlinge  und  Gesellen, 
die  sich  im  19.  Jahrhundert  bis  zu  einer  derartigen  Einseitigkeit  gesteigert  hat,  dass  heute  mancher 
sogenannte  Löffelarbeiter  nicht  imstande  ist,  eine  silberne  Gabel  oder  einen  Messergriff  anzu- 
fertigen. Die  Artikel  von  1735  machten  zwar  genaue  Angaben  über  die  Meisterstücke,  die  stets 
„nach  der  neuesten  Facon"  gearbeitet  werden  mussten,  doch  haben  sie  gegenständlich  je  nach  dem 
Geschmacke  der  Zeit  öfter  gewechselt  (Urk.  59  Caput  III  Artikel  3).  Die  Goldarbeiter,  die 
anfänglich  einen  Ring  und  einen  Uhrhaken  zu  liefern  hatten,  arbeiteten  später  mit  Vorliebe  Hals- 
schmuckstücke (Fig.  4),  sogenannte  Placks,  Patzels  oder  Machen,  dann  Ohrgehänge,  Kopfdiademe, 
Haarkämme  und  Haarrosen  (Fig.  7).  Die  Galanteriewarenarbeiter,  die  in  Breslau  nur  sehr  ver- 
einzelt als  Mitglieder  der  Goldschmiede-Innung  vorkommen,  sind  immer  bei  der  vorschriftsmässigen 
Dose  und  dem  Etui  geblieben.  Der  in  den  Artikeln  von  1735  gemachte  Unterschied  zwischen 
„Silberarbeiter  auf  dem  Hammer"  und  „Silberarbeiter  von  getriebener  Arbeit"  ist  praktisch  nie  be- 
achtet worden,  sondern  alle  Silberarbeiter  haben  lange  Zeit  hindurch  fast  ausnahmslos  ein  silbernes 
Giessbecken  nebst  Kanne  (Fig.  5),  erst  seit  der  Zopfzeit  Kaffee-  und  Milchkännchen  (Fig.  6), 
Terrinen,  Schalen,  Leuchter  und  Zuckerdosen  als  Meisterstücke  gefertigt.  Beachtenswert  ist  auch 
die  in  den  Artikeln  von  1735  enthaltene  Bestimmung,  dass  jeder  Stückmeister,  bevor  er  zu  den 
Meisterstücken  zugelassen  werden  sollte,  einen  selbst  erfundenen  und  mit  eigener  Hand  gezeichneten 
Entwurf  („Riss")  zu  seiner  Meisterarbeit  der  Innung  vorzulegen  hatte  (Urk.  59  Caput  III  Artikel  4). 
Da  seit  1735  der  Silberarbeiter  nicht  mehr  wie  früher  in  der  Kunst  des  Gravierens  bewandert  sein 
musste,  tauchte  auf  einmal  in  Breslau  eine  Anzahl  ausserhalb  des  Innungszwanges  stehender  Gold- 
und  Silberstecher  auf,  die  fortan  die  Goldschmiedearbeiten  mit  der  gewünschten  Gravierung  versahen. 
Ebenso  ging  die  Kunst  des  Stempelschneidens  nun  fast  vollständig  in  die  Hand  der  Medailleure, 
Siegel-,  Stein-  und  Wappenschneider  über. 

An  den  Statuten  von  1735  ist  zur  Zeit  des  Zunftzwanges  keine  wesentliche  Änderung 
vorgenommen  worden.  Nur  ein  für  die  künstlerische  Ausbildung  der  Gesellen  gewiss  nicht  vor- 
teilhafter Erlass  vom  Jahre  1756  möge  hier  erwähnt  werden,  der  die  Wanderschaft  allein  innerhalb 
der  Königlichen  Lande  gestattete  und  so  den  Gesellen  die  Möglichkeit  nahm,  an  namhaften  fremden 
Stätten  der  Goldschmiedekunst  durch  direkte  Anregung  den  Gesichtskreis  zu  erweitern.1)  Wie 
für  die  übrigen  Innungen,  so  brachte  auch  für  das  Mittel  der  Gold-  und  Silberarbeiter  das  Jahr  1811 
durch  die  Aufhebung  des  Zunftzwanges  und  die  Einführung  der  allgemeinen  Gewerbefreiheit  eine 
völlige  Vernichtung  aller  Gerechtsame,  indem  von  nun  an  niemand  mehr  zum  Beitritt  in  die  Innung 
oder  zur  Befolgung  und  Erfüllung  der  durch  die  alten  Privilegien  gegebenen  Vorschriften  ge- 
zwungen werden  konnte. 

Bis  1811  hatte  jede  Innung  auf  Grund  der  Zunftartikel  ein  genau  umgrenztes  Gebiet  für 
ihren  Gewerbebetrieb,  und  sie  wachte  streng  darüber,  dass  ihr  nicht  unliebsame  Beeinträchtigungen 

l)  Innungsprotokollbuch  I.Versammlung  vom  15.  September  1756. 


9 


und  Übergriffe  widerfahren  möch- 
ten. So  hatte  denn  der  Breslauer 
Rat  und  das  Königliche  Oberamt 
häufig  Streitigkeiten  zwischen 
den  Goldschmieden  einerseits  und 
den  Gürtlern,  Schwertfegern  und 
Kaufleuten  andererseits  zu  schlich- 
ten. Im  Jahre  1677  setzten  die 
Goldschmiede  durch,  dass  an 
Messinggürteln  keine  silbernen, 
mit  Beschauzeichen  versehenen 
Schlösser  angebracht  werden  dürf- 
ten, und  die  Artikel  von  1735  ver- 
boten den  Gürtlern  die  Anfertigung 
von  silbernen  Knöpfen  (Urk.  32, 
59,  60).  Langjährige  Meinungs- 
verschiedenheiten bestanden  zwi- 
schen den  Goldschmieden  und 
Schwertfegern  wegen  der  Her- 
stellung silberner  Degengefässe, 
Haken  und  Ortbänder.  Anfänglich 
verlangten  die  Goldschmiede,  dass 
ihnen  allein  derartige  Arbeiten  zu- 
kommen sollten.  Als  sie  aber 
damit  vor  dem  Rate  kein  Glück 
hatten,  wussten  sie  wenigstens  zu 
erreichen,  dass  die  Schwertfeger 
gezwungen  wären,  ihre  silbernen 
Schwertzierarten  nach  dem  Gehalte 

der  Breslauer  Silberprobe  zu  arbeiten  und  sie  der  Goldschmiedezeche  zur  Beschau  vorzulegen  (Urk.  28, 
29,  60,  63).  Endlich  wollten  die  Goldschmiede  nicht  dulden,  dass  die  Kaufleute  fremde  Gold- 
schmiedearbeiten in  Breslau  öffentlich  feil  hielten,  da  ihnen  dadurch  Eintrag  geschehe.  Doch  die 
Obrigkeit  willigte  nicht  in  diese  Wünsche,  sondern  ordnete  vielmehr  zum  Nachteil  der  Gold- 
schmiede an,  dass  die  Kaufleute  wohl  von  auswärts  eingeführte  Gold-  und  Silberwaren  verhandeln 
dürften,  die  Goldschmiede  dagegen  nicht  einmal  befugt  sein  sollten,  die  in  Nachbarorten  bei  ihren 
Zunftgenossen  aushilfsweise  in  Auftrag  gegebenen  Arbeiten  in  Breslau  zu  verkaufen  (Urk.  24,  40, 
46,  48—50).  Nur  den  Venditern  oder  Trödlern  wurde,  um  Betrügereien  vorzubeugen,  der  Verkauf 
jeglicher  Gold-  und  Silberwaren  untersagt  (Urk.  43).  Das  Verbot,  auswärts  arbeiten  zu  lassen, 
scheint  nicht  immer  streng  beobachtet  worden  zu  sein,  da  Breslauer  Goldschmiede  angeblich  in 
Ohlau,  Bernstadt,  Juliusburg,  Trebnitz  und  Pitschen  Silberarbeiten  in  Auftrag  gaben,  die  sie  in 
Breslau  mit  ihrem  Zeichen  versahen.  Allerdings  bestritten  die  Innungsmeister  1752  die  Richtigkeit 
dieser  Angaben.1) 

»)  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Rep.  13.  A  A.  VIII  10  k,  fol.  6*  und  Rep.  14.  PA.  VIII  245e,  fol.  46a,  68b,  82b,  89. 

2 


Fig.  6.  Carl  Gottlieb  Freytag:  Kaffeekännchen  nebst  Milchgiesser 


10 


Nach  der  Aufhebung  des  Zunftzwanges  hat  die  Breslauer  Goldschmiede-Innung  noch 
82  Jahre  bestanden.  Doch  aller  bisherigen  Rechte  und  Machtmittel  beraubt,  trug  sie  seitdem 
lediglich  den  Charakter  eines  Vereines,  der  sich  die  Förderung  einer  guten  Sache  angelegen  sein 
Hess.  So  ist  die  Innung  bis  zu  ihrer  Auflösung  bemüht  gewesen,  den  Mitgliedern  gegenseitige 
Unterstützung  und  Anregung  zu  gewähren  sowie  das  Lehrlings-,  Gehilfen-  und  Stempelwesen  zu 
beaufsichtigen,  so  hat  sie  1841  durch  die  Gründung  eines  Begräbniskassenvereins  Nutzen  und 
Vorteile  zu  stiften  versucht.  Obwohl  sie  nur  kleine  Geldbeiträge  beanspruchte,  geringe  An- 
forderungen an  die  Meisterprüfung  stellte  und  jedes  neue  Mitglied  „herzlich  willkommen"  ge- 
heissen  wurde,  während  vor  1811  der  Stückmeister  nur  bei  genauester  Erfüllung  aller  durch  die 
Privilegien  gegebenen  Vorschriften  und  gegen  die  hohe  Rezeptionsgebühr  von  100  Gulden  Auf- 
nahme fand,  sind  doch  viele  Goldarbeiter  und  Juweliere  dem  Verbände  fern  geblieben.  Allein  die 
Silberarbeiter  hatten  insofern  ein  besonderes  Interesse  an  der  Innung,  als  diese  nur  den  Mit- 
gliedern die  amtliche  Beschau  von  Silberarbeiten  durch  ihren  Stempelmeister  besorgte.  Als  aber 
am  1.  Januar  1888  nach  dem  Inkrafttreten  des  Reichsgesetzes  über  den  Feingehalt  der  Gold-  und 
Silberwaren  vom  16.  Juli  1884  dieser  Vorteil  wegfiel,  stand  die  Mehrzahl  der  Goldschmiede  den 
Vereinsbestrebungen  so  gleichgültig  gegenüber,  dass  man  in  der  Quartalssitzung  vom  31.  Januar  1893 
„wegen  allgemeiner  Teilnahmlosigkeit  der  Mitglieder  in  Innungssachen"  die  Auflösung  des  Vereines 
anregte  und  schliesslich  einstimmig  beschloss.  Nach  Abwicklung  der  nötigen  Vorverhandlungen 
wurde  dann  in  der  ausserordentlichen  Innungsversammlung  vom  13.  Oktober  1893  die  Innung 
für  aufgelöst  erklärt  (Innungsprotokollbuch  III). 


Fig.  7.  Haarrose  aus  Goldfiligran  mit  Rauten, 
Breslauer  Arbeit  um  1800 


11 


III.   DIE  INNUNOSKAPELLE 
IN  DER  ST.  MARIA  MAO  DALEN  EN  KIRCHE 

An  der  Süd-  und  Nordseite  der  Kirche  zu  St.  Maria  Magdalena  in  Breslau  sind  sechzehn 
Kapellen  angebaut.  Sieben  davon  verdanken  ihren  Ursprung  einer  schönen  Gepflogenheit  der 
bedeutenderen  Zünfte  Alt-Breslaus,  nicht  nur  im  Leben  der  Alltagswelt  als  eine  fest  geschlossene 
Einheit  aufzutreten,  sondern  auch  vor  ihrem  Gott  gemeinsam  die  kirchliche  Andacht  zu  verrichten 
und  sich,  gleich  wie  in  der  Zunftstube,  im  Gotteshause  ein  eigenes  Heim  zu  schaffen.  So  haben 
sich  am  Ende  des  14.  und  am  Anfange  des  15.  Jahrhunderts  die  Kürschner,  Schneider,  Kretschmer, 
Bäcker,  Barbiere,  Goldschmiede  und  Maler,  mit  letzteren  gemeinsam  die  Tischler  und  Goldschläger, 
Kapellen  errichtet.  Dass  gerade  die  St.  Maria  Magdalenenkirche  von  den  Innungen  ausersehen 
wurde,  braucht  nicht  Wunder  zu  nehmen.  Sie  war  als  Nachfolgerin  von  St.  Adalbert  die  erste 
Pfarrkirche  der  alten  Civitas  Wratislaviensis,  und  auf  den  sie  umgebenden  Strassen  und  Plätzen 
bewegte  sich  hauptsächlich  das  geschäftliche  Treiben  des  spätmittelalterlichen  Breslauer  Handwerkers. 

Betreten  wir  durch  das  westliche  Hauptportal  die  Kirche,  dann  liegt  zu  unserer  Linken 
neben  der  Tür,  die  zum  ehemaligen  Almosenamte,  der  heutigen  Taufkapelle  führt,  eine 
dreifenstrige  gotische  Doppelkapelle.  Seit  etwa  1860  wird  sie  gewöhnlich  den  Goldschlägern 
zugeschrieben,  doch  mit  Unrecht.  Urkundliche  Überlieferungen  berichten,  dass  sie  ehedem  Eigentum 
der  hiesigen  Goldschmiede  war,  die  sie,  wie  sich  mit  grösster  Wahrscheinlichkeit  annehmen  lässt, 
im  letzten  Jahrzehnt  des  14.  Jahrhunderts  erbauten.1) 

In  jene  Zeit  fallen  die  ersten  frommen  Fundationen,  mit  denen  die  Kapelle  während  der 
nächsten  Dezennien  bedacht  wurde.  Um  das  Jahr  1398  stiftete  Hensil  von  Glacz  mit  seiner  Frau 
Katharina  einen  Altar  in  der  Goltsmede  Kapelle.2)  Am  Freitage  nach  Corpus  Christi  (3.  Juni)  1401 
reichten  die  Goldschmiede  Waltherus  Ebirhart,  Niclos  Crommendorff,  Nicolaus  Buckinschuch  und 
Hannos  Nysser  „den  geswornen  der  goltsmede,  die  iczunt  synt  adir  in  czeiten  werdin,  czu  der 
goltsmede  Capellen  handen  vier  mark  czins."3)  Im  Jahre  1431  bestanden  fünf  Fundationen.4)  Auf 
Bitten  der  Goldschmiede  Nicolaus  Czipser  und  Paulus  Juncher  bestätigte  am  27.  September  1446 
Bischof  Conrad  des  verstorbenen  Nicolaus  Polak  Stiftung  von  acht  Mark  jährlichem  Zins  zur 
Errichtung  eines  sechsten  Dienstes.  Das  Patronat  erhielten  die  Ältesten  der  Goldschmiedezunft, 
und  von  dem  bestellten  Altaristen  waren  wöchentlich  drei  Messen  zu  lesen  (Urk.  8).  Am 
24.  Oktober  1468  investierte  Bischof  Rudolph  den  Diöcesanpriester  Johann  Stercze  als  ersten 

>)  Einige  kurze,  teilweise  nicht  zutreffende  Notizen  über  die  Kapelle  veröffentlichte  Alwin  Schultz  in  der 
Zeitschrift  des  Vereins  für  Geschichte  und  Alterthum  Schlesiens,  Bd.  V  S.  344.  Etwas  ausführlicher  ist  H.  Luchs  in 
Sehl  esiens  Vorzeit  in  Bild  und  Schrift,  Bd.  IV  S.  498 — 513,  wo  er  die  Geschichte  der  sechzehn  Kapellen  in  der 
St.  Maria-Magdalenenkirche  behandelt. 

2)  Zu  ersehen  aus  Schöppenbuch  IX  fol.  1261'  und  224  b. 

3)  Schöppenbuch  IX  fol.  68  b.  Die  Stiftung  ist  schon  einmal  auf  fol.  67  b  am  Freitage  nach  Ascensio  domini  1401 
vermerkt  gewesen,  wurde  aber  wieder  gestrichen. 

4)  Luchs  gibt  in  Schlesiens  Vorzeit  Bd.  IV  S.  505  zwei  Lehen  von  1405  und  1414  an,  doch  die  aus  dem 
II.  Bande  des  Antiquarius  fol.  37  und  139  entnommenen  Angaben  beziehen  sich  nicht  auf  neue  Stiftungen,  sondern 
auf  Entleihung  von  Geldern,  die  sich  im  Besitze  der  Kapelle  befanden.  —  Desgl.  die  Zinsverreichung  in  Schöppen- 
buch X  fol.  57  b. 

T 


12 


Altaristen  der  siebenten,  von  dem  Goldschmiede  Georg  Heyne  für  den  Altar  seiner  Innung 
gestifteten  Messfundation  (Urk.  11). 

An  der  Ostwand  der  Kapelle  stand  der  Hauptaltar  mit  dem  Ehrentitel  und  Namen  des 
allmächtigen  Gottes,  der  glorreichen  Jungfrau  Maria,  des  heiligen  Eligius,  Bischofs  und  Bekenners, 
des  Apostels  Bartholomäus,  der  heiligen  Jungfrauen  Margaretha  und  Dorothea.  Wie  seine  Aus- 
stattung beschaffen  war,  lässt  sich  nicht  mehr  erweisen.  Neben  dem  Hauptaltar  wird  am 
25.  Januar  1398  im  Schöppenbuch  VIII  fol.  161b  noch  ein  von  Frau  Margrithe  Plethenerynne 
gestifteter  Altar  und  am  15.  März  1409  im  II.  Bande  des  Antiquarius  fol.  57a  ein  Altar  „geweyet 
in  der  ere  sente  Michils  vnd  aller  engil"  genannt,  über  den  uns  sonst  jede  Kunde  fehlt.1) 
Ausserdem  hatte  die  Kapelle  um  die  Mitte  des  15.  Jahrhunderts  eine  Reihe  kirchlicher  Ausstattungs- 
stücke aufzuweisen.  Als  Magister  Hieronymus  Schloche  das  sechste,  einst  von  Nicolaus  Polak 
gestiftete  Ministerium  übernahm,  fand  er  folgendes  Inventarium  vor:  einen  silbernen  Kelch,  ein 
Corporale  mit  einem  silbernen  Pacificale  in  einer  alten  Kapsel,  drei  Gewänder,  zwei  davon  als 
„Belkyn"(=Baldacchinus,  eine  Art  Brokatstoff)  bezeichnet,  ein  von  Paulus  Hoczinplotcz  geschenktes 
Missale  speciale  mit  einem  gemalten  Kanonbilde  und  ein  Paar  zinnerne  Ampullen  (Urk.  9). 

Das  15.  Jahrhundert  sah  in  Breslau  manch  reiches  und  prächtiges  Altarwerk  der  Spät- 
gotik entstehen.  Da  hielt  auch  die  an  Zahl  der  Meister  und  an  Bedeutung  des  Handwerks  stetig 
wachsende  Goldschmiede-Innung  die  Zeit  für  gekommen,  den  alten  Altar  durch  einen  neuen  zu 
ersetzen,  und  unter  dem  Seniorate  der  Goldschmiede  Hans  Bischdorff  und  Jacobus  Konczel  wurde 
ein  Altarwerk  errichtet,  das  zwar  nicht  zu  den  künstlerisch  feinsten  aber  an  Umfang  grössten  und 
eindrucksvollsten  Schlesiens  zählt.  Es  hat  nach  mannigfachen  Schicksalen  den  Wechsel  der  Jahr- 
hunderte bis  auf  unsere  Tage  überdauert  und  befindet  sich  jetzt  im  Schlesischen  Museum  für 
Kunstgewerbe  und  Altertümer  in  Breslau  (Lichtdrucktafel  I).  Auf  der  Mensa  ruht  die  Pre- 
della, in  der  vier  hölzerne  Brustreliquiare  der  hh.  Wenzeslaus  (?),  Hedwig,  Elisabeth  und  Andreas 
stehen.  Darüber  baut  sich  das  Altargehäuse  in  zwei  Stockwerken  auf.  Die  Mitte  des  unteren 
Geschosses  nimmt  eine  steinerne  Christusfigur  ein,  die  sich  durch  ihre  Technik,  die  etwas 
schematische  Faltenbehandlung  des  Mantels  und  die  herben  Gesichtszüge  wesentlich  von  den 
übrigen  viel  freier  und  mehr  dekorativ  gedachten  Heiligengestalten  unterscheidet.  Es  liegt  die 
Vermutung  nahe,  dass  sie  schon  den  alten  Altar  schmückte  und  von  ihm  auf  den  neuen  über- 
nommen wurde. 

Zur  Seite  des  Ecce  homo  stehen  die  holzgeschnitzten  Statuen  der  Apostel  Petrus  und 
Paulus.  Aus  dem  gemalten  Hintergrunde  lugen  beflügelte  Engel  über  einer  mit  Brokatstoff  ver- 
kleideten Balustrade  hervor.  Das  Ganze  überspannt  ein  goldbesternter  blauer  Baldachin,  der  vorn 
durch  gotische  Masswerkbogen  begrenzt  wird.  Das  fast  gleiche  Prinzip  des  Aufbaues  wiederholt 
sich  im  oberen  Stockwerke.  Die  Hauptfigur  dieses  Schreines  bildet  der  Schutzpatron  der 
Goldschmiede,  der  heilige  Eligius  mit  Bischofsmitra,  Kelch  und  Krummstab.  Ihm  dienen  zwei 
langbeflügelte,  plastisch  in  Holz  geschnitzte  Engel,  heute  mit  leeren  Händen,  ehedem  wohl  Rauch- 
fässer schwingend.  Bekrönt  wird  das  Obergeschoss  von  reichem  spätgotischem  Mass-  und  Fialen- 
werk. Acht  doppelseitig  bemalte  Klappflügel,  je  vier  auf  einer  Seite  —  mit  den  hh.  Johannes  d. 
Täufer,  Bartholomäus,  Laurentius,  Maria  der  Gottesmutter,  Barbara,  Dorothea,  Margaretha  und 

J)  Zwei  weitere  Altäre  (darunter  der  Stanislausaltar  von  1508,  der  jetzt  im  Breslauer  Kunstgewerbemuseum 
steht)  und  eine  Predella,  die  Alwin  Schultz  in  seiner  Geschichte  der  Breslauer  Maler-Innung  auf  Seite  117  ff. 
beschreibt,  dürften  erst  im  19.  Jahrhundert  in  die  Kapelle  hineingeraten  sein. 


TAFEL  1 


Altar  der  Breslauer  Goldschmiede-Innung 


13 


Katharina  innen,  der  Verkündigung  nebst  den  hh.  Maria  Magdalena  und  Andreas,  Maria  und  dem 
auferstandenen  Christus  nebst  zwei  Engeln  mit  den  Leidenswerkzeugen  aussen  -  -  erhöhen  den 
imposanten  Eindruck  des  mächtigen  Werkes. 

Auf  den  Aussenseiten  der  beiden  äusseren  Flügel  des  unteren  Geschosses  ist  eine  Inschrift 
angebracht,  die  nach  Auflösung  der  Abkürzungen  lautet:  Anno  domini  MCCCCLXXIII  hoc  opus 
ornatum  est  per  providos  viros  aurifabros  et  per  Nicolaum  Schreyer  socium  illius  artificis  (!)  et 
eodem  anno  fuerunt  seniores  Johannes  Bischdorff  et  Jacobus  Konczel  quorum  omnium  deus  sit 
merces  eorum.  Demnach  wurde  der  Altar  im  Jahre  1473  durch  die  fürsichtigen  Herren  Gold- 
schmiede und  Nicolaus  Schreyer  unter  dem  Seniorate  des  Johannes  Bischdorff  und  Jacobus  Konczel 
errichtet.  Aus  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  ergibt  sich,  dass  die  beiden  eben 
genannten  Goldschmiede  von  Ostern  1472  bis  Ostern  1473  Älteste  waren.  Somit  ist  die  Arbeitszeit 
des  Altares  genau  festgelegt.  Er  wurde  im  Jahre  1472  begonnen  und  vor  Ostern  1473 
aufgestellt.  Den  Ausdruck  >ornatum  est«  darf  man  vielleicht  als  Stütze  für  die  oben  geäusserte 
Vermutung,  dass  die  steinerne  Christusfigur  von  dem  älteren  Altare  übernommen  wurde,  gelten 
lassen,  falls  mit  dem  Worte  ornare«  die  Weiterausschmückung  von  etwas  bereits  vorhandenem 
bezeichnet  werden  sollte.  Der  in  der  Inschrift  genannte  Nicolaus  Schreyer  war  ein  wohlhabender 
Goldschmiedgeselle.  Er  stand  bei  Meister  Konczel  in  Arbeit  und  stiftete  1472  am  Donnerstage 
vor  Petri  ad  vincula  (30.  Juli)  „10  golden  in  die  Capelle  sinte  Eligii  zu  dem  bawe  der  taffil." 

Nach  Errichtung  des  neuen  grossen  Altarwerkes  wird  der  Kapelle  öfters  gedacht.  Am 
24.  Mai  1480  stiftete  der  Altarist  Leonhard  Freynberger  ein  Missale,  das  sich  heute  in  der  Breslauer 
Stadtbibliothek  befindet.1)  Im  Jahre  1492  am  19.  Februar2)  wandten  sich  die  derzeitigen  Ältesten 
der  Innung,  Johannes  Bischdorff,  Lucas  Sweideler,  Jacobus  Konczel  und  Caspar  Wehpusch  an 
Bischof  Johann  Roth  mit  der  Bitte,  er  möge  dem  Kleriker  Werner  die  Sorge  für  den  bisher  von 
Hieronymus  Cleynickel  verwalteten  sechsten  Altardienst  in  ihrer  Kapelle  übertragen.3)  Weiter 
wird  die  Kapelle  genannt,  als  Johannes  Werner  am  3.  August  1501  zum  Altaristen  investiert 
wurde.4)  Am  16.  August  1502  vermachte  der  Altarist  Georgius  Kogler  in  seinem  Testament  dem 
Altare  in  der  Goldschmiedekapelle  ein  silbernes  Pacificale/')  In  einer  Handwerkerurkunde  vom 
12.  April  1521  erscheinen  die  Tuchmacher  der  Neustadt-Breslau  als  Patrone  des  dritten  Dienstes  am 
Altare  der  hh.  Eligius,  Bartholomäus,  Margaretha  und  Dorothea.-)  In  demselben  Jahre  reichte 
Katharina  Peter  Rymerynne  den  Tuchmacherältesten  der  Neustadt  zu  Händen  des  gleichen  Mini- 
steriums 2  Mark  jährlichen  Zins.7) 

Im  Jahre  1523  erschloss  die  Kirche  zu  St.  Maria  Magdalena  als  erste  in  Schlesien  ihre 
Pforten  dem  protestantischen  Gottesdienste.  Hierdurch  wurden  die  katholischen  Einrichtungen 
der  Kapelle  nicht  direkt  in  Mitleidenschaft  gezogen,  da  die  Altaristen  zunächst  noch  in  alter 
Weise  ihre  Messen  verrichten  durften.  Im  17.  Jahrhundert  erhielt  die  Kapelle  ein  grosses,  mit 
einem  holzgeschnitzten  Pokal  bekröntes  (heute  nicht  mehr  vorhandenes)  Renaissancegestühl,  das 
wahrscheinlich  mit  reicher  Intarsia-Arbeit  geschmückt  war.    Als  das  Altarwerk  im  Laufe  der  Jahre 

1)  Hs.  M  1147,  früher  Nr.  152;  Alwin  Schultz,  Geschichte  der  Breslauer  Maler-Innung,  S.  179  Nr.  38. 

2)  Nicht  1484  wie  Luchs  1.  c.  angibt.  Luchs  hat  für  seine  Angabe  ein  Brouillon,  das  sich  unter  den  Urkunden  der 
St.  Maria  Magdalenenkirche  (Nr.  87  c)  befindet,  benutzt  und  dabei  übersehen,  dass  das  Konzept,  wie  aus  der  Schrift 
hervorgeht,  erst  am  Anfange  des  18.  Jahrhundert  verfasst  wurde  und  zwar  auf  einem  alten  Stück  Papier,  das  rückseitig 
unter  anderem  eine  Datierung  vom  9.  März  1484  trägt.  —  3)  Bresl.  Diözesanarchiv,  Acta  capitularia  III.  b.  17;  eine 
spätere  Abschrift  des  alten  Originals.  —  4)  Bresl.  Stadtarchiv,  Klose,  Repertorium,  FF.  46.  uu.  —  8)  Bresl.  Stadtarchiv, 
Roppan,  Repertorium,  S.  167.  Orig.-Urkunde  unter  Ropp.  Nr.  22  mm.  —  6)  Bresl.  Stadtarchiv,  Urk.  d.  Tuchmacher, 
unter  21.  April  1521.  —  7)  Bresl.  Stadtarchiv,  Traditionsbuch  III  fol.  149  ^. 


14 


unansehnlich  und  baufällig  wurde,  hat  man  es  im  17.  Jahrhundert  einer  eingehenden  Renovation 
unterzogen.  Die  Predella  wurde  bei  dieser  Gelegenheit  entfernt  und  durch  einen  kastenförmigen, 
heute  im  Schlesischen  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer  befindlichen  Schrein  mit  Malereien  im 
Stile  der  Spätrenaissance  ersetzt,  der  zur  Aufnahme  von  Innungsurkunden,  Leichentüchern  und  kirch- 
lichen Gerätschaften  bestimmt  war.  Die  Brustreliquiare  wurden,  da  ihr  heiliger  Inhalt  nach 
protestantischer  Lehre  bedeutungslos  war,  oben  neben  den  heiligen  Eligius  und  die  Engel  gruppiert. 
Wann  diese  durchgreifende  Erneuerung  des  Altares  stattgefunden  hat,  ist  nicht  zu  ermitteln  gewesen. 
Am  Sockel  der  steinernen  Christusfigur  wurde  zwar  das  Ereignis  vermerkt,  jetzt  sind  jedoch  nur 
noch  ganz  geringe  und  zusammenhanglose  Bruchteile  der  Inschrift  erhalten. 

Luchs  schreibt  in  seinem  oben  zitierten  Aufsatze:  „In  dem  mittelsten  der  drei  Fenster 
sind  die  Namen  von  vier  Goldschmiedältesten  zu  lesen,  die  jedenfalls  die  Glasmalerei  daneben 
(grau  in  grau)  haben  1723  herstellen  lassen;  der  eine  ist  an  einem  Ambos  arbeitend  dargestellt." 
Die  beiden  Scheiben  hängen  seit  1890  im  Kirchensaale.  Die  eine  trägt  die  Inschrift:  „Tobias 
Plackwitz,  Johann  Jahmann,  Johann  Peter  Ziegler,  Thomas  Kuntz:  Der  Zeit  Eltesten  Anno:  1723:" 
Die  andere  zeigt  den  Bischof  Eligius  bei  der  Arbeit  unter  Zugrundelegung  der  gleichen  Dar- 
stellung auf  dem  grösseren  Innungssiegel  aus  dem  15.  Jahrhundert  (vgl.  Fig.  1).  Es  ist  daher 
nicht  anzunehmen,  dass  es  sich  hier  um  ein  Porträt  eines  der  genannten  Goldschmiedeältesten 
handelt.  Auch  ist  es  nicht  zutreffend,  wenn  jenes  auf  Seite  13  in  Anmerkung  2  erwähnte  Konzept 
statt  des  auf  Seite  22  Fig.  10  abgebildeten  Siegels  einen  Kreis  mit  folgender  Inschrift  enthält: 
„In  dem  sigel  sitzet  n.  Boy  vnd  zeucht  einen  becher  auf  eben  in  solcher  statur  wie  in  der 
cappele  im  fenster  zu  sehen  ist  eine  artt  vnd  Stellung." 

Die  Innungskapellen  der  St.  Maria  Magdalenenkirche  dienten  den  zünftigen  Meistern  nicht  nur 
als  Versammlungsort  zu  gemeinsamer  Andacht,  mancher  von  ihnen  fand  auch  hier  seine  letzte 
Ruhestätte.  In  älterer  Zeit  war  die  Beisetzung  von  angesehenen  Meistern  und  ihren  Angehörigen 
in  und  vor  der  Kapelle  etwas  Selbstverständliches.  Die  Innung  hatte  nicht  für  den  einzelnen 
Fall  die  Erlaubnis  der  Kirchenvorstände  oder  der  Ratmannen  einzuholen.  Daher  sind  auch 
keine  Nachrichten  über  Begräbnisse  in  der  Kapelle  aus  dem  15.  und  dem  Anfange  des  16.  Jahrhunderts 
auf  uns  gekommen.  Weiter  scheint  der  Innung  als  Besitzerin  des  Raumes  das  Recht  zugestanden 
zu  haben,  anderen  die  Beisetzung  in  der  Kapelle  zu  gestatten,  es  sei  denn,  dass  erst  die  Willkür  einer 
späteren  Zeit  denGrabstein  der  Frau  Anna  Freiin  zu  Auersperg.geb.  Malzan,von  1583  und  das  Epitaphium 
des  kinderreichen  Malers  Friedrich  Reinhold  von  1659  gedankenlos  in  die  Kapelle  hineinverschleppt 
hat.  Zum  ersten  Male  musste  im  Jahre  1645  die  Erlaubnis  der  Beisetzung  bei  dem  edelgestrengen  Rate 
der  Stadt  nachgesucht  werden,  als  die  Witwe  des  am  7.  März  1645  verstorbenen  Goldschmiedältesten 
Sebastian  Fesch  die  Sepultur  ihres  Mannes  in  der  Kapelle  wünschte.1)  Von  den  Grabtafeln,  die 
gewiss  häufiger  durch  Goldschmiede  gestiftet  wurden,  hat  sich  nur  die  des  Goldschmieds  Oswald 
Rothe  und  seiner  Frau  Magdalena  erhalten.  Es  ist  ein  Gemälde  mit  der  Darstellung  des  jüngsten 
Gerichtes;  im  Vordergrunde  stehen  die  Stifter,  links  Oswald  Rothe  mit  der  heiligen  Barbara,  rechts 
seine  Frau  mit  ihrer  Schutzpatronin  Maria  Magdalena.  Unterhalb  des  Wetterdaches  ist  die 
Inschrift  angebracht:  NOCH  •  DER  -GEPVRT-  CR1STI  •  IM  •  1  51  5  (??müsste  heissen  1525)  IAR  • 
DEN- ACHTEN- TAG  •  NOCH  .  DER  -  HEILING-  DREI  •  KVNIG  •  IST- VOR  SCHI  DEN- 
Dl  -  TVG ENTSAM  -  FRAV-  M ADALENA  -  OSWALT-  ROTIN  -  DER  -  GOT  -  GENOD  - 

')  Bresl.  Stadtarchiv,  Urkunden  der  St.  Maria  Magdalenenkirche,  Nr.  87  t>. 


15 


Im  16.  Jahrhundert  gestatteten  die  Goldschmiede  gegen  einen  jährlichen  Zins  den  Vor- 
stehern des  sogenannten  gemeinen  Almosens,  die  den  benachbarten  düsteren  Raum  im  nördlichen 
Turme  als  Eigentum  innehatten,  die  Benutzung  ihrer  Kapelle,  um  ihnen  das  Verteilen  der  Almosen 
zu  erleichtern.  Dafür  erhielten  sie  ihrerseits  am  2.  Mai  1603  mit  Vorwissen  der  Ratsherrn  von 
dem  Almosenamte  die  Schlüssel  „zu  des  gemainen  almosen  Capelle",  das  Wort  Gottes  darinnen  zu 
hören  (Urk.  18).  Allmählich  aber  fühlte  sich  das  Almosenamt  so  heimisch  auf  dem  ihm  miets- 
weise überlassenen  Grund  und  Boden,  dass  es  im  18.  Jahrhundert  mehrfach  Anstrengungen 
machte,  den  Goldschmieden  das  Eigentumsrecht  an  der  Kapelle  zu  bestreiten. 

Seit  den  dreissiger  Jahren  des  18.  Jahrhunderts  ging  das  Interesse  der  Innung  an  der 
Kapelle  mit  Riesenschritten  zurück.  Auch  um  den  Altar  kümmerte  man  sich  nicht  mehr.  Im 
Meisterbuche  wurde  zu  dem  Jahre  1765  als  ein  besonderes  Ereignis  die  Notiz  eingetragen: 
„1765  den  4.  July  haben  wir  itzt  lebende  Aeltesten  in  unserer  Capelle  zu  S.  Maria  Magdalena  daß 
Altar  eröffnen  lassen,  welches  in  vielen  Jahren  nicht  geschehen,  weil  die  Schlüssel  waren  verlohren 
gangen,  so  hats  mit  vieler  Mühe  durch  den  Schlosser  geschehen  müssen,  doch  sind  die  beyden 
Leichentücher  noch  unversehrt  und  in  guttem  Stande  angetroffen  worden,  und  haben  müssen  3  neue 

Schlüssel  gemacht  werden  auch  stehet  ein  Kasten  mit  Schrifften  in  der  Capelle,  welcher 

unserem  Mittel  gehört."  In  erster  Linie  wird  blosse  Neugierde  die  Ältesten  zu  der  Öffnung  des 
Schreines  veranlasst  haben.  Jedenfalls  aber  ist  das  Interesse  nur  sehr  ephemerer  Art  gewesen; 
denn  bald  lesen  wir  in  demselben  Meisterbuche,  dass  sich  die  Herren  des  Almosenamtes  die 
Gleichgültigkeit  der  Innung  gegen  ihre  Kapelle  reichlich  zu  nutze  machten.  Sie  unterliessen  es 
seit  1766,  die  ehedem  für  die  Benutzung  der  Kapelle  ausbedungene  Miete  zu  bezahlen,  massten 
sich  bereits  vor  1765  das  Recht  an,  den  Drechslern  ohne  vorherige  Nachfrage  bei  den  Gold- 
schmieden die  Aufstellung  einer  Almer  in  der  Kapelle  zu  gestatten  und  zogen  statt  der  recht- 
mässigen Besitzer  dafür  einen  jährlichen  Zins  ein.  Im  Jahre  1774  liess  das  Almosenamt  auf 
Kosten  der  Goldschmiede-Innung  das  schadhaft  gewordene  Dach  der  Kapelle  renovieren.  Dieses 
eigenmächtige  Vorgehen  der  Almosenherren  und  der  Kirchenvorstände  brachte  das  Blut  des 
damaligen  amtshabenden  Ältesten  Gottlob  Benjamin  Werner  in  arge  Wallung.  Werner  liess 
sofort  durch  den  Advokaten  Roth  eine  Eingabe  an  den  Magistrat  ausarbeiten,  in  der  er  mit  „etwas 
harten  Worten"  gegen  das  Verhalten  der  Kirchenvorsteher  protestierte.  „Dieses  Memorial  nahm 
ein  gestrenger  Rath  sehr  übel  und  gab  dem  amtshabenden  Ältesten  einen  schriftlichen  Bescheid, 
dass  es  die  Natur  der  Sache  von  selbst  gäbe,  dass,  wem  Grund  und  Boden  gehöre,  müsste 
auch  das  Dach  im  Baustande  halten,  nebst  einem  derben  Wischer."  Trotz  der  Massregelung 
ruhte  Werner  nicht  eher,  bis  im  Jahre  1785  das  Rechtsverhältnis  zu  gunsten  der  Goldschmiede- 
Innung  entschieden  war  (Meisterbuch). 

Nach  Beendigung  des  Prozesses  sorgte  die  Innung  wiederum  für  die  notdürftige  Instand- 
haltung der  Kapelle.  Als  aber  im  19.  Jahrhundert  durch  die  Aufhebung  des  Zunftzwanges  und 
die  daraufhin  erfolgte  Ermässigung  der  Rezeptionsgebühren  die  Geldmittel  der  Innung  stark 
zurückgingen,  verursachte  die  Kapelle  mehr  Unkosten  als  ihr  Besitz  den  Meistern  noch  wert 
war.  Nach  mehrfachen  resultatlosen  Verkaufsverhandlungen  mit  dem  Magistrate  (vgl.  Innungs- 
protokollbuch III)  trennte  sich  schliesslich  die  Innung  leichter  Hand  von  ihrer  Kapelle,  als  nach 
dem  grossen  Turmbrande  vom  22.  zum  23.  März  1887  die  gesamte  St.  Maria  Magdalenenkirche 
einer  gründlichen  Renovation  unterzogen  wurde. 


16 


IV.  DER  FEINGEHALT  UND  DIE  MERKZEICHEN 

Feingehalt 

Die  Punzierung  der  von  den  zünftigen  Meistern  gefertigten  Goldschmiedearbeiten  beginnt 
in  Breslau  erst  am  Anfange  des  16.  Jahrhunderts.  Aber  lange  Zeit  zuvor  kümmerten  sich  die  Rat- 
mannen der  Stadt  um  einen  vorschriftsmässigen  Feingehalt.  Schon  in  den  Handwerkerstatuten 
von  etwa  1305  wurden  die  Aurifabri  angehalten,  auf  die  Fälscher  von  Ringen,  Fibeln  und  ähnlichen 
Gegenständen  ihr  Augenmerk  zu  richten  (Urk.  2).  Im  Jahre  1372  erkundigte  sich  der  Breslauer 
Rat  in  Brüssel  und  Köln  nach  dem  dort  üblichen  Feingehalte  der  Gold-  und  Silberarbeiten  und 
den  für  diese  festgesetzten  Preisen.  Die  am  17.  Juli  1372  von  Brüssel  und  am  22.  Juli  1372  von 
Köln  abgesandten  Antworten  lauteten  verschieden.  Während  in  Brüssel  ein  gewisser  Zusatz  von 
unedlem  Metall  zulässig  war  und  feste  Verkaufs-  und  Lohnsätze  bestanden,  berichteten  die  Kölner, 
dass  sie  nur  reines  Silber  verarbeiteten  und  bestimmte  Preise  bei  ihnen  nicht  vorgeschrieben  wären 
(Urk.  3,  4).  Welcher  Bescheid  für  Breslau  massgebend  wurde,  ist  urkundlich  nicht  festgelegt.  Es 
scheint  aber,  dass  die  Verarbeitung  von  reinem  Metall  angeordnet  wurde.  Wenigstens  heisst  es 
später  in  den  Privilegien,  die  Kaiser  Sigismund  im  Jahre  1420  der  Innung  verlieh,  „wer  ouch 
meister  ist  oder  wirt,  der  sol  von  gutem  silber  erbeiten"  (Urk.  6).  Eine  Verordnung  von  1421, 
die  den  Feingehalt  des  Silbers  neu  regelte,  erlaubt  einen  geringen  Zusatz;  am  25.  November  1421 
einigten  sich  die  Goldschmiede  mit  den  Ratmannen  und  Schoppen,  „das  von  alle  dem, 
das  die  goldsmede  mit  dem  hammer  machen,  eyn  scot,  vnd  von  gorteln  vnd  keten  eyn 
lot  y  von  der  marke  abegehen  sal"  (Urk.  7).  Diese  Bestimmung  unterrichtet  uns  zum  ersten 
Male  genauer  über  den  Feingehalt  der  Breslauer  Goldschmiedearbeiten.  Die  Mark  Silbers  wurde 
in  16  Lot  geteilt,  sie  war  also  sechzehnlötig.  Ausserdem  kannte  man  noch  die  Zerlegung  der 
Mark  in  24  Scot.  Demnach  wurde  für  Gefässe  und  Trinkgeräte  die  Verarbeitung  von  lSVä-lötigem 
Silber,  für  Gürtel  und  Ketten,  das  heisst  für  Schmucksachen,  der  Gebrauch  von  15-lötigem  Silber 
vereinbart.    Diese  Verordnung  blieb  bis  in  den  Anfang  des  16.  Jahrhunderts  in  Kraft. 

Im  Jahre  1516  wandten  sich  die  Ratmannen  nach  Nürnberg  mit  einer  Anfrage  nach  dem 
dort  gebräuchlichen  Feingehalte  der  Goldschmiedearbeiten.  Am  28.  Juni  1516  antworteten  die 
Nürnberger,  dass  sie  14-lötiges  Silber  und  18-karätiges  Werkgold  verarbeiten  (Urk.  14).  Obwohl 
uns  keine  daraufhin  erfolgte  Ratsentscheidung  überliefert  ist,  können  wir  doch  annehmen,  dass 
in  Breslau  der  Feingehalt  bald  nach  Nürnberger  Muster  geregelt  wurde.  Der  Wortlaut  der 
Statuten  von  1539  scheint  wenigstens  die  Verwendung  von  14-lötigem  Silber  als  etwas  bereits 
Gegebenes  vorauszusetzen  (Urk.  15).  An  dem  14-lötigen  Feingehalte  hielt  die  Innung  bis  1677 
unverbrüchlich  fest.  Um  die  Mitte  des  17.  Jahrhunderts  empfanden  es  aber  die  hiesigen  Gold- 
schmiede als  einen  lästigen  Druck,  dass  ihnen  nur  der  Gebrauch  von  14-lötigem  Silber  verstattet 
sein  sollte,  während  in  Wien,  Berlin  und  anderen  Städten  schon  längst  geringeres  Material  zu- 
lässig war.  Am  Ende  des  Jahres  1676  entschloss  sich  die  Innung  zu  einer  Eingabe  an  den  Rat, 
worin  sie  um  Zulassung  einer  geringeren  Silberprobe  bat.  Am  4.  Januar  1677  kamen  die  Rat- 
mannen dem  Wunsche  unter  der  Bedingung  nach,  dass  nur  auf  Bestellung  schlechteres,  aber  auch 
nicht  geringeres  als  12-lötiges  Silber  gearbeitet  werden  sollte,  es  sei  denn,  dass  der  Auftraggeber 
aus  seinem  eigenen  Besitze  eine  grosse  Menge  von  minderwertigem  Material  in  Arbeit  gäbe. 


17 


Keinesfalls  dürfe  von  dem  unter  14-lötigen  Silber  etwas  in  den  freien  Handel  oder  in  die  Läden 
zum  Verkaufe  gebracht  werden  (das  Nähere  siehe  Urk.  31).  Zunächst  bewilligte  der  Rat  zwar 
nur  probeweise  auf  ein  Jahr  die  Verwendung  von  geringhaltigem  Silber  neben  dem  14-lötigen, 
aber  die  Goldschmiede  wiesen  1678,  1679,  1682  und  1687  immer  wieder  auf  die  Vorteile  der  Ver- 
arbeitung von  13-  und  12-lötigem  Silber  hin,  bis  dem  Mittel  am  30.  Mai  1687  endgültig  gestattet 
wurde,  dass  es  „nebenst  dem  14-löthigen  Silber  als  Breßlauischen  Ordinar-Proba  auch  auf  Be- 
gehren und  Bestellen  13-löthiges  wie  nicht  weniger  zum  Verkauf  12-löthiges  Silber  unter  dem 
bißherigen  Zeichen  des  Johanneshaubts  verferttigen  und  arbeiten  möge"  (Urk.  33 — 35,  37).  Nach 
Zulassung  des  12-  und  13-lötigen  Silbers  trat  das  14-lötige  mehr  und  mehr  in  den  Hintergrund. 
Um  das  Jahr  1750  gehörten  14-lötige  Breslauer  Silberarbeiten  schon  zu  den  grossen  Seltenheiten 
(Urk.  69).  Aber  auch  der  Vollgehalt  des  12-lötigen  Silbers  liess  bald  zu  wünschen  übrig.  Etwa 
im  Jahre  1725  ging  man  stillschweigend  um  lk,  dann  um  Va  Lot,  seit  1731  um  3U  und  seit  1758 
um  1  Lot  von  dem  12-lötigen  Gehalte  herunter.1)  Die  Kaufmannsältesten  fanden  deshalb  öfters 
Veranlassung,  sich  über  den  Mindergehalt  der  von  den  hiesigen  Goldschmieden  gelieferten  Arbeiten 
zu  beklagen,  und  die  Innung  hatte  sich  im  Juli  1727  wegen  der  eingegangenen  Beschwerden  zu 
verantworten  (Urk.  51,  52,  64). 

Die  Konkurrenz,  die  die  von  auswärts  importierten  Galanteriewaren  aus  7-  bis  11-lötigem 
Silber  verursachten,  zwang  die  Breslauer  Gold-  und  Silberarbeiter,  auch  ihrerseits  sich  für  Galanterie- 
waren eines  geringeren  Feingehaltes  zu  bedienen.  Wann  die  Goldschmiede  die  Genehmigung  zur 
Verarbeitung  von  7-  bis  11-lötigem  Silber  erhielten,  ist  nicht  zu  ermitteln  gewesen,  doch  wird 
1752  davon  als  von  einer  bereits  feststehenden  Tatsache  berichtet  (Urk.  67). 

Trotz  mancher  Silberverschlechterung  am  Anfange  des  19.  Jahrhunderts  erfolgte  erst  1858 
eine  durchgreifende  Neuregelung  der  Silberprobe  durch  eine  Verfügung  der  Königlichen  Regierung, 
die  den  Verkauf  von  Silberwaren  nur  noch  nach  dem  neuen  Münzgewichte  gestattete.  Daraufhin 
beschloss  die  Innung  am  31.  Mai  1858,  künftig  das  Silber  zu  70/100  zu  legieren  (Innungs- 
protokollbuch III).  Dabei  blieb  es  bis  zur  Einführung  des  Reichsgesetzes  über  den  Feingehalt 
vom  16.  Juli  1884.    Seitdem  wird  der  Feingehalt  in  Tausendteilen  angegeben. 

Die  älteste  Verordnung  betreffend  den  Feingehalt  des  Goldes  stammt  vom  8.  Februar  1539 
und  sagt  „es  soll  auch  kein  goltschmid  aynicher  wegs  oder  gestaldt  geringer  golt  arbayten,  dann 
reynisch  von  achtzechn  charaten"  (Urk.  15). 

Im  17.  und  18.  Jahrhundert  rechnete  der  Breslauer  Goldarbeiter  das  feine  Gold  zu  23  Karat; 
es  ging  nach  und  nach  auf  Dukatengold  zu  22  Karat  und  schliesslich  noch  weiter  herunter.  Um 
der  Goldwarenverarbeitung  unter  dem  gesetzmässigen  Gehalte  ein  Ende  zu  machen,  verordnete 
Friedrich  der  Grosse  durch  ein  am  24.  Juli  1784  in  Breslau  gegebenes  Zirkular,  dass  fernerhin 
nur  auf  ausdrückliches  Verlangen  Goldwaren  in  geringerem  Gehalte  ohne  Stempel  für  den  aus- 
wärtigen Handel  verfertigt  werden  dürften.  Für  alle  übrigen  Arbeiten  sollte  die  Kabinetts-Ordre 
vom  29.  Juni  1784  massgebend  sein,  dahingehend:  „daß  alle  andere  in  Unsern  Staaten  verfertigte 
Gold-Arbeiten,  von  welcher  Art  solche  auch  seyn  mögen,  nicht  anders  als  nach  dem  Verhältnisse 
des  feinen  Ducaten-  Kronen-  und  Rheinischen  Goldes  verkauft  und  zwar  nach  dem  gesetzmäßigen 
Gehalte,  nehmlich  das  feine  oder  Ungarische  Gold  nicht  geringer  denn  zu  23  Karat,  das  Kronen- 
Gold  nicht  anders  als  zu  21  Karat  und  das  Rheinische  Gold  in  keine  Wege  anders  noch  weniger 


])  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Rep.  14.  PA.  VIII  245e,  Vol.  I  fol.  222  (vgl.  Urk.  70). 


3 


IS 


denn  zu  17  Karat,  in  fein  Gehalt  von  den  Goldschmieden  verarbeitet,  und  zu  desto  mehrerer 
Gewißheit,  so  wie  die  silbernen  Waaren,  mit  dem  Gewerks-  und  Stadt-Stempel  bezeichnet,  auch 
die  Karate  von  jeder  Sorte  darauf  gestochen,  die  Uebertreter  aber  nach  Vorschrift  der  Gesetze, 
ohne  alle  Rücksicht  und  Entschuldigung  gestraft  werden  sollen  .  .  ."  Das  Zirkular  vom  24.  Juli  1784 
fügte  für  die  auf  ausdrücklichen  Wunsch  gearbeitete  Handelsware  hinzu:  „Sollte  indessen  jemand 
im  Lande  große  oder  kleine  Gold-Arbeiten  zu  einem  geringem  Gehalte  als  zu  17  Karat  verfertigen 
lassen  wollen,  so  muß  des  Gold-Arbeiters  Name  und  Gehalt  darauf  gezeichnet,  und  der  Stempel, 
dessen  er  sich  hierzu  bedienet,  von  jedem  Altmeister  auf  einer  kupferne  Platte  bey  dem  Amte 
producirt  werden,  damit  die  etwa  nachgemachte  Stempel  gegen  die  abgeprägten  ausgemittelt 
werden  können"  (Urk.  71).  Dieser  Erlass  von  1784  scheint  in  Breslau  nie  praktisch  durchgeführt 
worden  zu  sein,  wenigstens  hat  sich  bis  jetzt  keine  gestempelte  Goldarbeit  aus  jener  Zeit  nach- 
weisen lassen. 

Eine  wesentliche  Änderung  haben  die  alten  Bestimmungen  über  das  Feingold  erst  durch 
den  Innungsbeschluss  vom  31.  Mai  1858  erfahren,  durch  den  die  Legierung  für  Feingold  zu  920, 
für  14-karätiges  zu  585  und  für  8-karätiges  zu  335  angeordnet  wurde.  Über  die  Stempelung  der 
Breslauer  Goldwaren  ist  nicht  viel  zu  sagen.  Bis  über  die  Mitte  des  19.  Jahrhunderts  hinaus 
blieben  alle  Goldwaren  offiziell  ungestempelt,  nur  war  es  bei  einigen  Goldarbeitern  ein  freiwilliger 
Brauch,  dem  Käufer  einen  Garantieschein  über  die  Güte  der  eingekauften  Goldwaren  auszustellen. 

Obwohl  schon  früher  hin  und  wieder  eine  Stempelung  in  Innungsversammlungen  vor- 
geschlagen worden  war,  wurde  erst  am  31.  Mai  1858  die  Zeichnung  von  Goldwaren  endgültig  mit 
der  Bestimmung  beschlossen,  dass  auf  Feingold  der  Name  des  Arbeiters  und  der  Gehalt  mit  der 
Zahl  92  einzuschlagen  sei.  Das  oben  erwähnte  Gesetz  von  1884  führte  dann  neben  der  Angabe 
des  Feingehaltes  in  Tausendteilen  die  Stempelung  mit  einer  Krone  ein. 

Die  Merkzeichen  der  Silberarbeiten 

Auf  Breslauer  Silberarbeiten  können  folgende  Stempel  vorkommen :  1.  Beschaumarken,  2.  Meister- 
zeichen, 3.  seit  1710  Stempelmeisterbuchstaben,  4.  Kriegssteuerstempel.  Ausserdem  kann  der  Zufall 
Ausfuhr-  oder  andere  Steuerstempel  auf  dieses  oder  jenes  Stück  gebracht  haben,  deren  Besprechung 
nicht  in  den  Bereich  dieser  Arbeit  gehört.  Eine  notwendige  Folge  der  Beschau  durch  die  Feuer- 
probe ist  der  sogenannte  Ziselier-  oder  Probierstich,  den  der  Beschaumeister  in  die  zu  zeichnende 
Arbeit  eingraben  musste,  um  einen  Metallspan  für  die  Probe  auf  der  Kapelle  zu  gewinnen.  In 
manchen  Städten  bezeichnete  der  Probierstich  eine  bestimmte  Lötigkeit  des  Silbers,  in  Breslau  da- 
gegen ist  der  Zickzacklinie  keine  besondere  Bedeutung  beizulegen. 

Obwohl  in  Breslau  schon  1516  gelegentlich  des  Auskunftsschreibens  der  Stadt  Nürnberg 
über  den  Feingehalt  der  dortigen  Goldschmiedearbeiten  von  Beschauzeichen  die  Rede  ist  und 
ferner  1532  Verordnungen  über  die  Stempelung  von  Silberbarren  im  ersten  Bande  des  Liber 
definitionum  (fol.  152—154)  erwähnt  werden,  so  wurde  doch  erst  durch  die  Innungsstatuten  vom 
8.  Februar  1539  die  Stempelung  der  hiesigen  Goldschmiedearbeiten  -  -  und  zwar  nach  Nürnberger 
Muster  für  alle  Arbeiten  über  vier  Lot  am  Gewicht  -  mit  dem  W  der  Stadt  Breslau  (Wratislavia) 
eingeführt  (Urk.  15).  Das  W  änderte  im  Laufe  der  Jahre  gelegentlich  der  Anschaffung  eines  neuen 
Punzens  seine  Form;  Tafel  II  Nr.  1 — 7  gibt  die  Haupttypen  wieder.  Nicht  zu  verwechseln  mit  dem 
Breslauer  W  sind  einige  auf  süddeutschen  oder  schweizer  Arbeiten  vorkommende  Beschauzeichen 


19 


mit  einem  W,  wie  es  nebenstehende  Abbildungen  Fig.  8a — d  wiedergeben.1) 
Offiziell  aufgehoben  wurde  in  Breslau  die  W-Stempelung  erst  durch  die  Ein- 
führung des  Reichssilberstempels.  Aber  infolge  des  allmählichen  Aufhörens  der 
Verarbeitung  von  14-lötigem  Silber  gehören  hiesige  Goldschmiedearbeiten  mit 
der  Marke  W  um  die  Mitte  des  18.  Jahrhunderts  schon  zu  den  Seltenheiten. 

Im  Jahre  1687  werden  „mit  einem  frembden  W  bezeichnete"  Arbeiten        c  d 
genannt,  so  doch  die  hiesige  W-Probe  garnicht  haben  (Urk.  36).     Es  waren  F'g-8- 
minderwertige  Erzeugnisse  von  sogenannten  Pfuschern,  die  in  betrügerischer  ^w^empel^ 
Absicht  mit   einem  W  gezeichnet  wurden,  um  den  Käufer  über  den  Fein- 
gehalt zu  täuschen.  Wie  diese  falschen  W-Stempel  aussahen,  lässt  sich  jetzt  natürlich  nicht  mehr 
feststellen. 

Mit  der  im  Jahre  1677  probeweise,  1687  endgültig  erfolgten  Zulassung  von  12-  und 
13-lötigem  Werksilber  wurde  für  dieses  als  Beschaumarke  das  Johanneshaupt  auf  der  Schüssel 
(Herzschild  des  Breslauer  Stadtwappens)  eingeführt  und  zwar  wurde  bei  13-lötigem  Silber 
(Augsburger-  oder  Reichs-Probe  genannt)  die  Zahl  13  hinzugefügt.  Sie  findet  sich  anfänglich 
neben  dem  Johanneshaupte  eingeschlagen,  seit  etwa  1710  mit  der  Beschaumarke  selbst  verbunden; 
vgl.  Tafel  II  Nr.  28.  Seit  1721  schnitt  man  eine  Zeit  lang  ausserdem  bei  den  13-lötigen  Silber- 
arbeiten neben  der  „13"  in  den  Stempel  noch  die  Jahreszahl  ein.-) 

Seit  1843  erhielt  der  Johanneskopf  des  12-lötigen  Silbers  eine  jährlich  wechselnde  Jahres- 
zahl; vgl.  Tafel  II  Nr.  27.  Nach  der  im  Jahre  1858  eingeführten  Legierung  des  Silbers  zu  70/100 
musste  neben  das  Beschauzeichen  noch  eine  „70"  negativ  eingeschlagen  werden.  Bei  dieser  Be- 
stimmung blieb  es  bis  zur  Einführung  des  Reichssilberstempels  laut  Gesetz  vom  16.  Juli  1884  und 
der  Bekanntmachung  vom  7.  Januar  1886.  Wie  das  W,  so  hat  in  noch  viel  höherem  Masse  das 
Johanneshaupt  mit  der  Zeit  mannigfache  Abänderungen  im  Typus  erfahren,  eine  Erscheinung,  die 
sich  durch  die  Geschmackswandlungen  vom  17.  bis  zum  19.  Jahrhundert  und  durch  die  häufigen 
Neuanschaffungen  des  vielgebrauchten  Beschaupunzens  leicht  erklärt;  vgl.  Tafel  II  Nr.  8—28.  Ausser- 
dem bediente  man  sich  ständig  zweier  verschieden  grosser  Stempel,  eines  kleineren  für  kleine, 
eines  grösseren  für  grosse  Silberarbeiten. 

Als  im  18.  Jahrhundert  die  Verarbeitung  von  7-  bis  11 -lötigem  Silber  für  Galanteriewaren 
zulässig  wurde,  war  dieses  mit  dem  jeweiligen  Stempelmeisterbuchstaben  und  je  nach  dem  Silber- 
gehalte mit  der  römischen  Ziffer  VII — XI  zu  stempeln  (Urk.  67,  68). 

Meisterzeichen 

Am  8.  Februar  1539  verfügten  die  Breslauer  Ratmannen,  „das  auch  ider  mayster  neben 
dem  W  der  Stadt  zaychen  auch  seyn  gemerck  vnd  zaychenn  daneben  schlagen  soll"  (Urk.  15). 
Einige  Goldschmiede  aber,  von  Oswald  Rothe  ist  es  mit  Sicherheit  anzunehmen,  verwendeten 
freiwillig  schon  vor  1539  eine  Marke.  Die  hiesigen  Meister  wählten  fast  immer  die  Anfangs- 
buchstaben der  Vor-  und  Zunamen  für  die  Punzierung  ihrer  Arbeiten.    Erst  in  der  zweiten  Hälfte 


1)  Ein  im  Kgl.  Kunstgewerbemuseum  in  Berlin  befindlicher  Pokal  mit  der  Meistermarke  MS,  datiert  1583, 
zeigt  das  W  Fig.  8a,  ein  Kokosnusspokal  von  1591  im  Kunstgewerblichen  Museum  der  Handels-  und  Gewerbe- 
kammer in  Prag  das  W  Fig.  8  b,  ein  Pokal  im  Schlesischen  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer  in  Breslau 
mit  dem  Meisterzeichen  AE  (ligiert)  das  W  Fig.  8c.  Ein  Kelch  des  18.  Jahrhunderts  mit  dem  Meisterzeichen  FL  in 
der  kath.  Pfarrkirche  St.  Katharinae  zu  Alt-Wilmsdorf  Kr.  Glatz  zeigt  das  W  Fig.  8d. 

2)  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Rep.  14.  PA.  VIII  245 e,  Vol.  I  fol.  29,  50,  222. 

3* 


20 


des  18.  Jahrhunderts  kommt  ganz  vereinzelt,  im  19.  dagegen  häufiger  der  voll  ausgeschriebene 
Familienname  des  Meisters  als  Stempelzeichen  vor.  Nur  ganz  selten  haben  bildliche  Darstellungen 
und  redende  Zeichen  Anwendung  gefunden.  Zum  Beispiel  findet  sich  auf  dem  1553  datierten 
Reliquiar  mit  dem  Haupte  der  heiligen  Hedwig  in  der  kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei  zu  Trebnitz 
ein  Greifenkopf  als  Meisterstempel  und  im  18.  Jahrhundert  zeichnete  Christian  Lammer  mit  einem 
Lamm:  vgl.  Tafel  III  Nr.  52  und  Tafel  IV  Nr.  132. 

Die  Anbringung  des  Meisterzeichens  oder  einer  Firmen-  und  Schutzmarke  ist  bis  zum 
heutigen  Tage  Vorschrift  und  Gebrauch  geblieben.  Wie  bei  dem  Johanneshaupte  ist  auch  bei 
den  Meisterzeichen  zu  beobachten,  dass  mancher  Goldschmied  verschieden  grosse,  an  sich  aber 
vollkommen  ähnliche  Punzen  für  kleinere  und  grössere  Arbeiten  führte.  Die  Tafeln  III— V  geben 
eine  Auswahl  von  Breslauer  Meisterzeichen  in  chronologischer  Anordnung  wieder. 

Stempelmeisterbuchstaben 

Die  Buchstaben,  die  neben  dem  Beschau-  und  Meisterzeichen  auf  Breslauer  Silberarbeiten  des 
18.  und  19.  Jahrhunderts  vorkommen,  kennzeichnen  den  Stempelmeister,  dem  die  Beschau  des  be- 
treffenden Stückes  oblag.  Dieser  Brauch  herrschte  auch  in  vielen  anderen  Städten  Deutschlands 
und  des  Auslandes.  Während  aber  dort  der  Buchstabe  meist  in  ganz  bestimmten  Zeiträumen 
wechselte  und  man  daher  von  Jahresbuchstaben  spricht,  fiel  in  Breslau  die  Einführung  eines 
neuen  Buchstabens  immer  mit  der  Neuwahl  eines  Stempelmeisters  zusammen,  der  fast  ausnahmslos 
das  Amt  bis  zu  seinem  Tode  behielt.  Bis  auf  den  Stempelmeister  Rudolph  (1861  —  1876)  wurde 
stets  einer  der  Mittelsältesten  mit  diesem  Amte  betraut.  Der  neu  erkorene  Stempelmeister  nahm 
den  nächstfolgenden  Buchstaben  des  Alphabetes.1)  Bei  diesem  System  ist  natürlich  die  Dauer 
der  Verwendung  der  einzelnen  Buchstaben  ganz  schwankend  gewesen.  Merkwürdiger  Weise 
schweigen  die  uns  erhaltenen  Innungsprotokolle  vollständig  über  die  Wahl  und  den  Wechsel  der 
einzelnen  Stempelmeister.  Abgesehen  von  zwei  Posten  in  den  Innungskassenbüchern  für  An- 
schaffung je  eines  Punzens  mit  einem  S  und  einem  T  ist  nur  gelegentlich  eines  Ratsberichtes 
vom  31.  Oktober  1716  davon  die  Rede,  dass  neben  dem  Beschau-  und  Meisterzeichen  „itzo  auch 
zu  noch  mehrer  Verhüttung  alles  Unterschleifs  annoch  ein  besonderer  Buchstaben  dazu  geschlagen 
wirdt"  (Urk.  47).  Ausserdem  erwähnen  einige  Berichte  an  die  Kgl.  Kriegs-  und  Domänenkammer 
von  1748—1753,  betreffend  die  Stempelung  des  7-  bis  11-lötigen  Silbers,  den  Mittels-  oder 
Stempelmeisterbuchstaben  F  und  den  Stempelmeister  Stephan  Christian  Luttroth.  Im  Jahre  1752 
brachte  die  Kgl.  Kriegs-  und  Domänenkammer  statt  des  wechselnden  ein  sich  ständig  gleich 
bleibendes  Stempelmeisterzeichen,  zum  Beispiel  ein  B  (=  Breslau),  in  Vorschlag.  Da  jedoch  die 
Goldschmiede  die  bisherige  Kennzeichnung  des  Stempelmeisters  für  zweckmässiger  erklärten,  wurde 
von  der  Einführung  des  B  Abstand  genommen  (Urk.  67,  68). 

Lediglich  mit  Hilfe  von  datierten  oder  sicher  datierbaren  Arbeiten  und  der  Amtsdauer  der 
urkundlich  belegten  oder  mutmasslichen  Stempelmeister  hat  sich  folgende  zeitliche  Begrenzung  für 
die  Verwendung  der  einzelnen  Stempelmeisterbuchstaben  feststellen  lassen. 

A  ziemlich  klein,  stets  negativ  eingeschlagen,  vgl.  Taf.  II  Nr.  29.  Gebraucht  von  1710  bis  Juni  1712. 
Mutmasslicher  Stempelmeister  Daniel  Wolff  (f  23.  Juni  1712). 


')  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Rep.  14.  PA.  VIII  245 e,  Vol.  I  fol.  224 a. 


21 

B  erst  negativ,  seit  Ende  1721  positiv  eingeschlagen,  vgl.  Taf.  II  Nr.  30  und  31.    Gebraucht  vom 
Juni  1712  bis  November  1727  oder  Mai  1728.  Mutmasslicher  Stempelmeister  Tobias  Plackwitz 
(f  16.  November  1727)  oder  Hans  Jachman  d.  j.  (f  7.  Mai  1728). 
C   vgl.  Taf.  II  Nr.  32.    Gebraucht  vom  November  1727  oder  Mai  1728  bis  Mai  1737.  Mutmass- 
licher Stempelmeister  Gottfried  Ihme  (f  24.  Mai  1737). 
D  vgl.  Taf.  II  Nr.  33.    Gebraucht  vom  Mai  1737  bis  März  1745.    Mutmasslicher  Stempelmeister 

Christian  Schlencker  (f  10.  März  1745). 
E    Hess  sich  bisher  nicht  mit  Sicherheit  nachweisen,  scheint  im  Typus  dem  positiv  eingeschlagenen 
B  gleich  zu  sein.    Gebraucht  vom  März  1745  bis  April  1746.    Mutmasslicher  StempelnTeister 
Michael  Wissmar  (f  20.  April  1746). 
F    vgl.  Taf.  II  Nr.  34.     Gebraucht  vom  April  1746  bis  Juli  1758.     Urkundlich  nachgewiesener 

Stempelmeister  Stephan  Christian  Luttroth  (f  22.  Juli  1758). 
G   kommt  in  zwei  Typen  vor,  vgl.  Taf.  II  Nr.  35  und  36.    Gebraucht  Typus  I  vom  Juli  1758  bis 
etwa  1760,  Typus  II  von  etwa  1761   bis  September  1776.    Mutmasslicher  Stempelmeister 
Christian  Beyl  (legt  am  19.  September  1776  sein  Ältestenamt  nieder). 
H   vgl.  Taf.  II  Nr.  37.    Gebraucht  vom  September  1776  bis  etwa  1791.    Mutmasslicher  Stempel- 
meister Christian  Hoensch,  der  zwar  erst  am  20.  April  1792  stirbt,  aber,  wie  es  scheint,  die 
letzte  Zeit  seines  Lebens  durch  den  „Stempelmeister  mit  dem  Buchstaben  J"  vertreten  wurde. 
J     vgl.  Taf.  II  Nr.  38.    War  nur  sehr  kurze  Zeit  im  Gebrauch,  etwa  vom  Ende  1791  bis  April  (?) 

1792.    Stempelmeister  fraglich. 
K  vgl.  Taf.  II  Nr.  39.    Gebraucht  vom  April  1792  (?)  bis  April  1793.    Mutmasslicher  Stempel- 
meister Johann  Ernst  Braungart  (f  29.  April  1793). 
L    vgl.  Taf.  II  Nr.  40.    Gebraucht  vom  Mai  1793  bis  November  1796.    Mutmasslicher  Stempel- 
meister Carl  Gottfried  Haase  (f  14.  November  1796). 
M  vgl.  Taf.  II  Nr.  41.    Gebraucht  vom  November  1796  bis  Mai  1804.     Mutmasslicher  Stempel- 
meister Ferdinand  Christian  Krebs  (f  13.  Mai  1804). 
N   vgl.  Taf.  II  Nr.  42.    Gebraucht  vom  Mai  1804  bis  1813.    Mutmasslicher  Stempelmeister  Johann 

Bernhard  Hoensch  (f  1813). 
O  vgl.  Taf.  II  Nr.  43.     Gebraucht  von    1813  bis  April  1816.    Mutmasslicher  Stempeimeister 

Christian  Gottlieb  Schneider  (f  24.  April  1816). 
P   vgl.  Taf.  II  Nr.  44.    Gebraucht  vom  April  1816  bis  etwa  1822.    Stempelmeister  fraglich. 
Q   vgl.  Taf.  II  Nr.  45.    Gebraucht  von  etwa  1822  bis  1834.    Mutmasslicher  Stempelmeister  Carl 
Gottlieb  Freytag  (f  1834). 

R    vgl.  Taf.  II  Nr.  46.    Gebraucht  von   1834  bis   1839.    Mutmasslicher  Stempelmeister  Gottlieb 
Traugott  Wiedemeyer  (f  1839). 

S    vgl.  Taf.  II  Nr.  47.    Gebraucht  von  1839  bis  August  1849.    Stempelmeister  Leberecht  Fournier 
(f  6.  August  1849). 

T    vgl.  Taf.  II  Nr.  48.   Gebraucht  vom  August  1849  bis  Mitte  Januar  1861.  Stempelmeister  Friedrich 

August  Zimmermann  (laut  Innungsprotokollbuch  III). 
U   vgl.  Taf.  II  Nr.  49.    Gebraucht  von  Mitte  Januar  1861  bis  1876.    Stempelmeister  Johann  August 

Albert  Rudolph  (laut  Innungsprotokollbuch  III,  15.  Januar  1861). 
V   gebraucht  von  1876  bis  Januar  1886.    Stempelmeister  Heinrich  Eduard  Adolf  Dobers  (laut 

Innungsprotokollbuch  III). 


22 

W  erhielt  der  Stempelmeister  Robert  Markfeldt,  doch  scheint  er  sich  infolge  des  obenerwähnten 
Gesetzes  von  1884  des  Stempelmeisterzeichens  nicht  mehr  bedient  zu  haben. 

a  b 

c 

Fig.  9.  Kriegssteuerstempel  von  1809 — 1812 

Kriegssteuerstempel 

Nach  dem  unglücklich  verlaufenen  Feldzuge  gegen  Napoleon  wurde  zur  Aufbringung  der 
an  Frankreich  zu  zahlenden  Kriegsschuld  von  der  preussischen  Regierung  am  12.  Februar  1809 
eine  Verordnung  wegen  Ankaufs  und  Besteuerung  von  Gold-  und  Silbergeräten  erlassen.  Alles 
vorhandene  Gerät  aus  Edelmetall,  welches  die  Besitzer  nicht  der  Münze  verkaufen  wollten,  wurde 
einer  Abgabe  von  einem  Drittel  des  Wertes  unterworfen.  Nur  „Gegenstände  der  Kunst"  sollten 
steuerfrei  sein.  Die  Münzämter  hatten  das  Gerät  zu  wiegen,  berechneten  den  Abgabenbetrag  und 
versahen  das  Versteuerte  mit  einem  FW.  Alles  erst  nach  dem  Erlasse  vom  12.  Februar  verarbeitete 
und  verkaufte  Edelmetall  wurde  mit  einem  Viertel  des  Wertes  besteuert  und  musste  mit  einem 
Adler  gezeichnet  werden.  Diese  Verordnung  blieb  bis  zum  9.  Juli  1812  in  Gültigkeit.  Ein  nach- 
träglicher Erlass  vom  10.  September  1809  bestimmte,  dass  auch  das  steuerfreie  Kirchensilber  mit 
einem  Adlerstempel  zu  versehen  sei.  Die  vorstehenden  Angaben  sind  entnommen  aus:  M.  Rosen- 
berg, Der  Goldschmiede  Merkzeichen  (Frankfurt  a.  M.  1890),  Seite  328  f.  Die  einschlägigen 
Akten  bewahrt  das  Kgl.  Geheime  Staatsarchiv  in  Berlin. 

Auf  Breslauer  Goldschmiedearbeiten,  die  sich  1809  in  Schlesien  befanden  oder  daselbst 
zwischen  1809—1812  zum  Verkauf  gelangten,  finden  sich  mit  zahlreichen  Grössen-  und  geringen 
Stilvariationen  fast  ausschliesslich  die  unter  Fig.  9a — c  wiedergegebenen  Stempelformen.  Einen 
Unterschied  im  Adlertypus  für  steuerfreies  Kirchensilber  und  für  die  erst  nach  dem  12.  Februar  1809 
gefertigten  Silberarbeiten  scheint  es  in  Breslau  nicht  gegeben  zu  haben.  Wenigstens  hat  sich  der 
von  Rosenberg  1.  c.  Seite  328  unter  Nr.  1415  und  1416  abgebildete  Typus  auf  Breslauer  Arbeiten 
nicht  nachweisen  lassen. 


Fig.  10.  Kleines  Siegel  der  Breslauer  Goldschmiede-Innung 


TAFEL  II 


Typus  I 
1539—  c.  1660 


Typus  II 
c.  15.">0-  c.  1598 


Typus  III 
c.  1598—  c.  1618 


Typus  IV 
c.  1018  -  c.  164.5 


t  " '  - : 


Typus  VII 
Seit  c.  1725 


in 


16i7  —  c.  1685 


Typus  II 
c.  1685—  c.  1709 


c.  1709—  c.  1710 


Typus  IV 
C.  1709-  c.  1712 


12 


Typus  V 
c.  1713—  c.  1715 


13 


c.  1717 


c.  1717—  c.  1719 


Typus  VIII 
c.  1720-  c.  1724 


Typus  IX 
c.  1725-  c.  1737 


Typus  X 
c.  1731— e.  1737 


Typus  XI 
c.  1737- e.  1746 


19 


Typus  XII 
C.  1746—  c.  1760 


Typus  XIII 
c.  1761—  c.  1778 


Typus  XIV 
c.  1779- c.  1790 


Typus  XV 
C.  1790—  c.  1799 


24 


Typus  XVII 
c.  1805  —  c.  181c 


Typus  XVIII 
c.  1816—  c.  1822 


26 


ypus 
c.  1840 


13 -listiges  Silber 
c.  1795 


B  Typus  I 
1712-1721 


34 


C.  1727-  1737 


D 

1737-1745 


F 

1746-1758 


G  Typus  I 
1758—  c.  1760 


0 


0  Typus  II 
c.  1761—1776 


1776—  c.  1791 


39 
-  ■• 


40 


C.  1 ,91—  c.  1792 


K  L 

c.  1792—1793  1793-1796 


42 


1804—1813 


45 


O  P  Q 

1813-1816  1816-1822  1822-1834 


1849-1861 


Beschauzeichen  und  Stempelmeisterbuchstaben 

(in  21'.,  facher  Vergrösserung) 


TAFEL 


57 


58 


VM1 


Augustin  Heyne  d. 
1572—1601 


Joachim  Hiller 
1573-1613 


Caspar  Kendel 
1575—1599 


62 

1 


Hans  Haupt  i 

1578-1628 


Hans  Strich? 
c.  1582—1616 


Christoph  Stimmel 
1.581-1627 


66 


George  Hoffman 
1.586-160!) 


67 


IL 


Hans  Müllei 
1588—1606 


George  Dittmar 
1588-1608 


Friedrich  Schoen.i 
1598—1627 


Caspar  Pfister 
1598-1635 


Angustin  Heyne 
1602—1631 


Fabian  Nitsch 
1602-16;!ü 


Hans  Yolgnadt 
c.  1605—1622 


Christoph  Scbromowski        Daniel  Hoffman 
1609—1620  1614— v.1640 


Friedrich  Vicke 
1615-1666 


Matthes  Alischer 
1616—1652 


Hans  Boxhammer 
1623-1655 


79 


George  Nitsch 
1623-1645 


Hans  Späth 
163(3—1659 


Hans  Jachman 

1638—1685 


Hans  Koerber 
1640—1667 


85 


Meister  H  P 
1653 


86 


Daniel  Volgna<ll 
1654—1686 


Hans  Feiner 
1659—1696 


88 


W  erner  Ludeman 
1661—  c.  1685 


Paul  Hedelhofer  d. 

1661-1683 


Elias  Heuser 
1661— 1667 


Johann  Ohle 

1662- 1698 


92 


Johann  Ohle 
1662—1698 


96 


Jacob  Hedelhofer      Augustin  Lobenschuss     Christian  Mentzel  d.  ä. 
1664—1690  1665-1693  1668-1699 


97 


Daniel  Graetzer 
1668—1678 


98 


lans  .Wittmai 
1672-1687 


Meisterzeichen 
(in  2 1/„  facher  Vergrösserung) 


TAFEL  IV 


Gottfried  Heintze 
167.5— 1707 


Cliristoph  Abfelder 
1674-  v.  1709 


David  Kriebel 
1674-1693 


102 


Daniel  Wolff 
HiTti— 1712 


104 


Hans  Jachman  d. 
1681—1728 


105 


S 


1682— 171t 


im; 


ION 


Christoph  Plackwitz 
1682—1724 


113 


Gottfried  Schmidt 
1(589—1708 


Thomas  Kuntze 
1683-1724 


Christoph  Müller 
1689—1735 


Gottfried  Kürner 
1686—1722 


lo:i 


Meister 
1685 


110 


Christian  Winckler      Mattheus  Jachman  d. 
1690-1706  1690—1726 


HO 


117 


Gottfried  Ihme 
1691-1737 


Tobias  Plackwitz         Gottfried  Vogel  d. 
1688—1727  1688-1709 


118 


Johann  Stuppe 
1697—1700 


112 


Elias  arische 
1689-1714 


119 


>hann  Peter  Ziegler 
1697—1724 


120 


.Matthias  Sbara: 
1698—1715 


1698—  c.  1710 


122 


123 


it       Christian  MentzeLd.  j.       Christian  Heintze 


1700—1716 


1701-1732 


George  Kahlert  d. 
1702-1730 


Joh.  George  Girschner 
1703^1724 


128 


>  E 

1  ■  ■  -  Hi^^H 

129 


Johann  Klinge  Carl  Wilhelm  Hartman     Johann  George  Schier   Job.  Christoph  Meissner       Caspar  Francke 

1.04-1/37  1706-1729  1707-1740  1710-1741 


t.  ' 

i>: 

Johann  Okrusch 
1714-1721 


Meisterzeichen 

(in  2,/afacher  Vergrösserung) 


I 


TAFEL  V 


148  149  150  151  152  153  154 


George  Kahlert  d.  j.        Augustin  Peisker       Christ.  Oottfr.  Mentzel     Christian  Kretschmer    Samuel  Gottlieb  Thun         George  Nawarra         Joh.  George  Donath 
1732-1772  1732—1758  1733-1757  1734-1758  1  737—1757  1737-1750  1739-1757 


Arnold  Müller         .loh.  Christ.  Jancke  d.  ä.      Christian  Hoensch      Christian  Gottl.  Muche    Carl  Heinrich  Friebach     Christ.  I-ried.  iMentzel  Michael  Alex 

1744—1768  1746-1780  174G— 1792  1746-1772  1749—1784  1749-1787  1752—1782 


162  163  164  165  166  167  168 


Martin  Kiesüng        Johann  Ernst  Braungart     Carl  Gottfried  Haas e     Benjamin  Gottl.  Sander      Joh.  Gottl.  Jaeckel        Jos.  Gottl.  Lederhose     Ferd.  Christian  Krebs 
1753-4788  1754—1793  1756-1796  1764-1794  1765-1793  1765-1817  1769-1S04 


Carl  Gottlieb  Gröger     Joh.  Bernhard  Hoensch        Christian  Bogel         Gottfr.  Willi.  Hoensch     Gottl.  Benj.  V'ogtmann      Carl  Elias  Pfarrmaiin  Tobias  Meyer 

1774—1798  1775—1813  1779—1786  1780—1811  1784—1810  1790—1806  1790-1824 


176 


David  Gottl.  Raudner 
1793—1845 


177 


David  Gottl.  Raudner  ? 

1793-1845 


178 


Christ.  Gottl.  Schneider 
1794—1816 


179 


Fried.  Sam.Weisskaeppel 
1796-1819 


ISO 


Joh.  Benj.  Schelhase  d.j 
1801  —  1824 


IM 


Carl  Gottl.  Freytag 
1801-1834 


182 


Gottl.Traug.Wiedemeyer 
1803—1839 


183 


Nicolaus  Wagner        Carl  Wilhelm  Knc 
1804—1850  1805—1830 


186 


187 


lss 


T35 

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Johann  David  Kl 
1816-1848 


Hl 

<  5H 


1AL 


iried  Daniel  Posch  Johann  Adam  Lt 
1817—1840  1820—1840 


189 


eberecht  Four 
1821— 1S49 


190 


Herrmann  Weissenborn 
1829—1838 


1838—1862 


Fried.  Aug.  Zimmermann 

1840-1878 


194 


Carl  Julius  Gottlieb  Weiss 
1841—1873 


196 


Joh.  Gustav  Elmgren 
1841-1857 


Lud.  Wilhelm  Bruno 
1847—1885 


Meisterzeichen 
(in  21/.,  facher  Vergrösserung) 


23 


Fig.  11.  Teil  eines  Barettschmuckes,  Breslatier  Arbeit  (?),  erste  Hälfte  des  16.  Jahrhunderts 


V.  CHRONOLOGISCHES  VERZEICHNIS  DER  ZÜNFTIGEN 

MEISTER 

Die  nachfolgende  Tabelle  enthält  in  zeitlicher  Anordnung  die  Namen  aller  zünftigen  Meister 
der  Breslauer  Goldschmiede,  Gold-  und  Silberarbeiter  von  der  ersten  Hälfte  des  14.  Jahrhunderts 
bis  zur  Auflösung  der  Innung  im  Jahre  1893.  Die  ersten  bekannten  Namen  sind  uns  zumeist 
durch  gelegentliche  Eintragungen  der  ältesten  hiesigen  Schöppenbücher  überliefert.  Es  konnten 
daher  für  die  Tätigkeitsdauer  dieser  Meister  nur  Annäherungswerte  gegeben  werden.  Mit  dem 
Jahre  1364  nehmen  dann  die  für  die  Festlegung  der  beginnenden  Meisterzeit  planmässig  verwendbaren 
Quellen  ihren  Anfang.  Von  1364  bis  1811  gibt  die  erste  Zahl  in  der  Liste  das  Jahr  der  Meister- 
rechtserlangung, also  den  Zeitpunkt  an,  von  dem  ab  der  Meister  selbständig  zu  arbeiten  begann 
und  —  seit  1539  —  einen  eigenen  Stempel  führen  musste.  Bis  1712  sind  bis  auf  wenige  Ausnahmen 
keine  genauen  Daten  für  die  Mittelseinwerbung  der  einzelnen  Meister  erhalten.  Da  jedoch  laut 
der  alten  Zunftprivilegien  ein  jeder,  der  sich  in  Breslau  als  Meister  setzen  und  ein  offenes  Ge- 
wölbe halten  wollte,  kurz  zuvor  oder  bald  nachher  der  Stadt  Bürgerrecht  gewinnen  und  ein  ehelich 
Weib  nehmen  musste,  ist  von  1364  bis  1711  das  bekannte  oder  mit  Hilfe  des  vorhandenen 
Urkundenmaterials  annähernd  bestimmbare  Jahr  des  Bürgerwerdens  oder  der  Eheschliessung  als 
Beginn  der  meisterlichen  Tätigkeit  angegeben.  Erst  nach  Beseitigung  des  Zunftzwanges  und  nach  Ein- 
führung der  neuen  Einrichtungen  von  1811  musste  der  Beitritt  zur  Innung  nicht  mehr  mit  dem  der  selb- 
ständigen Niederlassung  zusammenfallen.  Aber  für  die  Punzierung  bleibt  bis  zur  Einführung  des 
allgemeinen  Reichsstempels  die  alte  Regel  bestehen,  dass  nur  die  Mittelsgenossen  ihre  Arbeiten  mit 
der  Stadt  Beschaumarke  rechtlich  konnten  zeichnen  lassen. 

Die  zweite  Zahl  gibt  den  Austritt  aus  der  Innung  durch  Tod,  Wegzug  oder  Aufgabe  des 
Handwerks  an.  Mit  dem  Scheiden  aus  dem  Mittel  hört  in  jedem  Falle  das  innungsmässige 
Stempeln  der  Arbeiten  auf,  auch  wenn  der  Meister,  wie  es  im  19.  Jahrhundert  vereinzelt  geschehen 
ist,  sein  Geschäft  noch  weiter  fortsetzte. 

Das  vorliegende  Verzeichnis  kann  bei  der  Geschlossenheit  und  Reichhaltigkeit  des  zu 
seiner  Herstellung  benutzten  Quellenmaterials  den  Anspruch  erheben,  abgesehen  von  der  ersten  Hälfte 
des  14.  Jahrhunderts,  als  fast  lückenlos  zu  gelten.  Und  wenn  sich  gelegentlich  einmal  das  Merk- 
zeichen einer  Breslauer  Goldschmiedearbeit  nicht  mit  einem  der  angeführten  Meister  sollte  iden- 
tifizieren lassen,  wird  man  erst  dann  auf  ein  Fehlen  des  Namens  in  der  Tabelle  schliessen  dürfen, 
wenn  die  Annahme  einer  unzutreffenden  Lokalisierung  oder  einer  ungenauen  Lesart  des  Stempels 
ausgeschlossen  ist. 

Von  den  Meistern,  deren  Namen  mit  einem  Sternchen  versehen  sind,  ist  auf  den  Licht- 
drucktafeln III— V  die  Marke  wiedergegeben. 


24 


Hprm^n  pnrifahpr 

G 

1288 

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p 

1318 

RprtrJrlitQ  ^tirifahpr 

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1318 

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1 32.") 

— p 

1365 

Pawil  Stillefovt 

C. 

1330 

— C. 

1345 

Ciotkp  Stillefovt 

1335- 

— C. 

1353 

Ppfri iq  21 i  rif ^Hpt 

1337 

Nlirkil  Sommprfplt 

p 

1345- 

— c. 

1347 

popvp  OnltcmpH 

1                   vJLMloMlvTvJ  .... 

c 

1345- 

 p 

1362 

Tilkin  Goltsmed 

p 

1346 

Hpvrtriph  ^pcrirQHorf 

p 

1 346 

I  ntkp  OnltQtnpH 

l_  1 1  1 1\  L      VjWI  l  O  1  1 1  V_  v.1                              .  . 

c 

1347- 

 p 

1362 

NirWil  Hnnp 

c 

1349 

—  p 

1369 

Hpvnrzil  Oolt^mit 

c 

1350- 

— c. 

1353 

r^onr^H  Onlt^mpH 

c 

1350 

— p 

1 363 

Inroh  I  Incrpr 

p 

1351 

Vincentius  Goltsmed  . 

c 

1 361 

Rprnhart  Oolt^mpH 

c. 

1362 

—  p 

1  366 

Peter  von  Glacz  .... 

V. 

1364- 

— c. 

1369 

(""onp7P  \X/t  i n Qphühi  i r<x 

V  >  W  1  I  K.  /.\^       VV   LIlIo^  lllll'Vll 

v.  1364 

—  p 

1  '«(IT 

Claus  Briger  . 

V. 

1364- 

— c. 

1384 

Mathis  Golt^mit 

ITlUllllO       V.  J  V't  l  O  1  1  1  1  l  .... 

V. 

1364- 

 p 

1  372 

Hpn^il  Rrinnpcrpr 

1364- 

 p 

1  36Q 

rCnthpnpr  pnirifahpr 

IXUllIvllVI      (IUI  II  iU        I  «... 

V. 

1364 

 r* 

L. 

1  "»l'.'l 

i  läiiQ  von   Hpr  ^trpcrpn 

V. 

1364- 

— c. 

1  ".71 

Hpn ^il  von  Olapy 

1364 

c. 

1  3QQ 

Nlipol^iiQ  0^rnP7iicTPr 

1364- 

c. 

1 1(  in 

Nip7ro  Ipnrnwip7 

1365 

Paulus  lencowicz 

1365- 

lano  dp  C7pdp]aknwir7 

1367 

Hensil  Landecke 

1369 

—  p 

Waltherus  Fhirhart 

1371 

Thimo  aurifaber 

1371 

Niclos  Schorsoch 

1371 

laroh  Oarp 

1371 

Michil  Hp  Trphnip7 

1372 

— c. 

1410 

Laurentius  deMontibus  Kutteni 

s 

1373 

Claus  de  Merzeburg  .    .  . 

1373 

Georgius  de  Nymandis  .  . 

1373 

Cuncze  Vlassche  .... 

1373 

Georgius  Lichtenaw  .    .  . 

1373 

Guncvelintis  Falkinhavn 

1373— 

Nirolaiis  Nvsser  d  ä 

Iii  V-  V-*  1 MUO      1   «  V  O  O  V—  l      VJ .    cl .              •  ■ 

1376— 

n.  1402 

Thomas  Landecke  

1379  — 

c. 

1412 

Conrad  de  Strosberg .... 

1381  — 

Heinrich  de  Lutinrad  .... 

1382— 

Niclos  Buckinschuch  .... 

13«4  — 

c. 

1412 

Niclos  Othmuchaw  d.  ä. . 

1384— 

Niclos  Crommendorff 

1384- 

-c. 

1416 

Bartholomaeus  de  Glogovia 

1385- 

Petir  de  Czolcz  

1385— 

Lorenz  Rakewicz  

1385— 

Hildebrandus  de  Brega  . 

1387- 

Heinrich  Bornbach  .... 

1389  — 

c. 

14K) 

Nicolaus  Nysser  d.  j.  ... 

1390— 

Andres  Poloner  

1390— 

Heinrich  Schorgast  .... 

1391  — 

c. 

1430 

Hannos  Podian  

1391- 

Niclos  Othmuchaw  d.  j.      .  . 

1393- 

Hannos  Swob   

1393- 

Cunrad  Falkinhayn     .    .    .  . 

1394- 

Johannes  Dornten  (Dorink) 

1396  - 

Jacobus  Luczk   

1397- 

Andreas  Firdung  

1398 

Hannos  Briger  

1398- 

Albertus  Molner  

1400- 

Helyas  de  Brunswig  .... 

1401- 

c. 

1420 

lacobus  de  Montibus  Kuttenis 

J 

1402- 

Pesschel  

1403- 

Hannos  Scherff  

1405- 

Eysfogil  

1405- 

Niclaus  Oswald  

1406- 

c. 

1439 

Jacobus  Wingasser    .    .    .  . 

1406- 

Niclos  Liphart  

1408  — 

Stephanus  Eriber  

1408- 

Johannes  Gesesse  

1409— 

Nicolaus  Czipser  

1410- 

-c. 

1450 

Petrus  Vicker  

1412— 

Laurentius  Tompke    .    .    .  . 

1412- 

Mathias  Kauder  

1414- 

-c. 

144  s 

Johannes  Beyer   

1414- 

Andreas  Crommendorff  .    .  . 

1415- 

Jacobus  Sachse   

1417- 

Sigmund  Kesseler  

1417 

25 


1419— 

Johannes  Crommendorff 

.  1421— 

Heinrich  Sachse  d.  ä.     .  . 

1421  — 

Bartholomaeus  Nysser    .  . 

.  1422— 

Daniel  Nicolaus  .... 

1422— 

Frenczel  Heyncze  .... 

1423— 

Nicolaus  Bornbach     .    .  . 

.  1423— 

1424— 

Henricus  de  Misna    .    .  . 

.  1424— 

Johannes  Neumeister  .    .  . 

.    1424  — 

Hanuschko  Friberg    .    .  . 

.  1424— 

Conradus  Heffter  .... 

1425— 

Bernhardus  Slaher  .... 

1426— 

Heinrich  Haker  (Hogkorn)  . 

.  1426— 

Henningus  Wehpusch    .  . 

.    1427  — 

Stephanus  Stoppe  .... 

,  1429— 

Lorencz  Polak  d.  ä.    .    .  . 

1429- 

c.  1448 

Nicolaus  Polak  

1430- 

1446 

1430— 

Johannes  Schorgast    .    .  . 

c.  1430- 

Wenczel  Gultsmed     .    .  . 

r  1432 

Hannos  Stetin  

1433— 

1434— 

Mathias  de  Canth  .... 

1435— 

Jacobus  de  Cothbus  .    .  . 

.  1436— 

Vincencius  Crommendorff  . 

.  1436— 

Steffan  Stocke  

1437- 

Hannos  Vicker  

1438— 

c.  1460 

Gregor  Snorrepfeil .... 

1438- 

Georgius  Schewenpflug  .  . 

.  1439— 

Martinus  Kalbisowge  .    .  . 

.  1440— 

Wincencius  Rudolff    .    .  . 

.  1440— 

Georg  Heyne  

1441— 

1451 

Vincencius  Eynsidel  d.  ä.  . 

.  1443- 

v.  1470 

1443— 

c.  1478 

Pauel  Crommendorff  .    .  . 

.  1443- 

v.  1470 

1444- 

c.  1475 

Jacobus  Bockendorff  .    .  . 

.  1445- 

v.  1470 

1446- 

c.  1472 

Vitus  Landiskroner    .    .  . 

.  1448- 

v.  1470 

Niclas  Rotchen,  alias  Sachse 

.  1449- 

v.  1470 

Augustinus  Kunczilman  .  . 

.  1450- 

v.  1470 

Merten  Abeczueher    .    .  . 

.  1450- 

v.  1470 

Stephanus  Sachse  .    .  . 

.  1450- 

-n.  1470 

Heinrich  Falkenstein  .  . 

.    .  1452- 

-v.  1470 

Niclas  Waldenburg    .  . 

.    .  1452- 

v.  1470 

Niclas  Kynast  .... 

.  1453- 

-c.  1485 

Thomas  Briger  .... 

.  1453- 

v.  1470 

Heinrich  Sachse  d.  j.  .  . 

.    .  1454- 

-n.  1470 

Johannes  Briger     .    .  . 

.    .  1455- 

-v.  1490 

Hans  Bischdorff    .    .  . 

.    .  1456- 

-c.  1496 

Mertin  Rorman  .... 

.    .  1459- 

-c.  1492 

Niclas  Daniel  .... 

.    .  1459- 

-v.  1490 

Lorencz  Cretsmer  .    .  . 

.    .  1460 

-v.  1470 

Caspar  Cuttener    .    .  . 

.    .  1460 

-v.  1470 

Hanns  Firecke  .... 

.    .  1460- 

-v.  1490 

Lorencz  Polak  d.  j.     .  . 

.    .  1460 

-v.  1490 

Jacobus  Konczel    .    .  . 

.    .  1462- 

-c.  1512 

Vincencius  Eynsidel  d.  j. 

.    .  1463 

-v.  1490 

Lucas  Sweideler     .    .  . 

.    .  1464- 

-c.  1496 

Gregor  Ritter  .... 

.    .  1464- 

-v.  1470 

Mathis  Stanke  .... 

.    .  1466- 

-n.  1490 

Heinrich  Willisch  .    .  . 

.    .  1467 

-v.  1490 

Niclas  Werner  .... 

.    .  1468 

— v.  1517 

Bartusch  Wymmer     .  . 

.  1469 

Sebalt  Pfnorre  .... 

.    .  1472 

-n.  1490 

Caspar  Wehpusch .    .  . 

.     c.  1473- 

-c.  1500 

Steffan  Siezefrey    .    .  . 

.    .  1474 

-v.  1490 

Gregor  Strada  .... 

.    .  1475 

-v.  1490 

Hans  Pfnorre  .... 

.    .  1476- 

-n.  1490 

Hans  Reusse  (Rewsse)  . 

.    .  1477 

-v.  1490 

Lamprecht  Smedt  .    .  . 

.    .  1478- 

-c.  1520 

Anthonius  Hofeman  .  . 

.    .  1481 

-v.  1490 

Niclas  Monczer  d.  ä.  .  . 

.     c.  1485 

-c.  1494 

Michel  Tockel  .... 

.    .  1490 

-c.  1530 

Caspar  Hanelein    .    .  . 

.    .  1490 

Peter  Francke  .... 

.    .  1492 

-c.  1507 

Valten  Meissner     .    .  . 

.     c.  1495 

Lucas  Flässel  .... 

.     c.  1495 

Georg  Gultsmyd    .    .  . 

.    .  1495 

— 

Hans  Voyt  d.  ä.  ... 

.    .  1498 

— c.  1535 

Merten  Hennig  .... 

.    .  1500 

-c.  1506 

Hans  Westermehr  .    .  . 

.    .  1500 

-  1543 

Christoff  Pfnorre   .    .  . 

.    .  1501 

— v.  1525 

Steffan  Cringel  .... 

.    .  1501 

— v.  1525 

Oswald  Rothe*  .... 

.    .  1503 

-  1522 

26 


Wenczel  Goltschmidt  d.  ä.  . 

.  1504- 

-v. 

1525 

Paul  Bock  

1506- 

-c. 

1548 

Hans  Krafftczober  .... 

.  1508- 

-v. 

1533 

Andres  Heidecker  .... 

.  1509- 

-n. 

1525 

Hans  Seybot  

.  1511- 

-v. 

1 525 

Niclas  Monczer  d.  j.  .    .  . 

.  1511- 

-c. 

1 541 1 

Wolffgang  Westermehr  d.  ä. 

.  1511- 

-c. 

1548 

Stenczel  Goltschmidt  .    .  . 

.  1513- 

-c. 

1540 

Hans  Lotterman  Sachs  .  . 

.  1513- 

-v. 

1544 

Merten  Vitze  d.  ä  

.  1514- 

-v. 

1544 

Anthonius  Nonhardt  .    .  . 

.  1518- 

-v. 

1525 

George  Venediger  .... 

.  1522- 

V. 

1544 

George  Merten  

.  1523- 

-v. 

1533 

Erasmus  Schleupner  .    .  . 

.  1524- 

-v. 

1534 

Hans  Goppel  

.  1526- 

-n. 

1544 

Lorencz  Schaller  .... 

.  1528- 

-v. 

1544 

Valten  Lamm  

.  1530- 

-n. 

1544 

Wenczel  Goltschmidt  d.  j.  . 

.  1530- 

-v. 

1544 

Hans  Beheme  

.  1531- 

-  V. 

1544 

Hans  Francke  

.  1531- 

-v. 

1570 

Frantz  Bartel*  

.  1531- 

-v. 

1579 

Thomas  Reinhardts    .    .  . 

.  1532- 

-v. 

1544 

Ulrich  Schaller  

.  1533- 

-v. 

1544 

Hans  Mesenhammer  d.  ä.  . 

.  1533- 

-c. 

1570 

Lorencz  Westermehr  .    .  . 

.  1533- 

1554 

Sebalt  Strauss  

.  1534- 

-  V. 

1544 

Peter  vom  Baumgart  .    .  . 

.  1534- 

1563 

Merten  Vitze  d.  m.  ... 

.  . 

1535 

Joachim  Goltschmidt  .    .  . 

.  1537- 

-v. 

1579 

Bartel  Schoenau  .... 

.  1539- 

-v. 

1544 

Victor  Gotschalck  .... 

1539- 

-v. 

1544 

Augustin  Heyne  d.  ä.     .  . 

1542- 

-c. 

1573 

Frantz  Bottner  

1542- 

-c. 

1563 

Christoph  Bock  .... 

.  1544- 

-v. 

1579 

Hans  Bartolme  

1544- 

-c. 

1565 

Peter  Schoneman  .... 

.  1544- 

-c. 

1569 

Valten  Goltschmidt     .    .  . 

.  1545- 

-v. 

15711 

Sebastian  Garn  

.  1546- 

1584 

Christannus  Schlitten .    .  . 

.  1547- 

-c. 

1570 

Caspar  Stoer  

.  1549- 

1584 

George  Wilhelm  .... 

.  1550- 

-c. 

1570 

Hans  Libner  

.  1551- 

1585 

Christoff  Wassergraf  .    .  . 

.  1552- 

1554 

1552- 

-v.  1579 

1553- 

-v. 

1579 

Jeronimus  Orth*  .... 

1554- 

1584 

Paul  Ludwigk  

1554- 

1566 

Wolffgang  Vitze  .... 

1555- 

1596 

.  1556- 

1574 

Eucharius  Riher*  .... 

1557- 

1585 

Helias  Goppel  

1558- 

— V. 

1579 

George  Lomnitzer  .... 

1560- 

-c. 

1566 

Steffan  Heugel  

1561- 

— c. 

15'.  14 

1562- 

— V. 

1579 

1562- 

— V. 

1579 

Hans  Mesenhammer  d.  j. 

.  1562- 

1563 

Wolffgang  Westermehr  d.  j. 

.  1563- 

-n.  1600 

Anthonius  Loher  .... 

1564 

— V. 

1579 

— c. 

1571 

1583 

Jeremias  Beck  

,  1565 

1590 

Jacob  Fleischman  .... 

.  1565 

1572 

Sebastian  Goldthoff  d.  ä. 

.  1566 

1599 

Hans  Schoenau   

1567 

1608 

Hans  Weissmehler.    .    .  . 

1568 

lob4 

Merten  Goltschmidt   .    .  . 

.  1568- 

—  c. 

David  Winckler  (Schmidel)  . 

.  1569 

158o 

Andres  Hoffman  .... 

r  1570- 

— c. 

1601 

Andreas  Kolbe  

1571- 

—  c. 

1577 

Augustin  Heyne  d.  m.*  .  . 

.  1572 

1601 

1572 

1614 

Joachim  Hiller*  

1573 

1613 

Paul  Nitsch*  

1573 

160!) 

Lazarus  Bogusch  .... 

1574- 

— c. 

1584 

Christoff  Hoffman  .... 

1574 

— V. 

1589 

1574 

1615 

Hans  Hocke*  

.  1575 

1611 

Caspar  Bendel*  

1575 

1599 

Lorentz  Steckel  

1576- 

—  V. 

1589 

Hans  Haupt*  

1578 

1628 

Lazarus  Mesenhammer    .  . 

.  1579 

1614 

.  1579 

1611 

Sebastian  Fesch  d.  ä.  .    .  . 

1580 

1602 

1586 

Veit  Koch*  

1580 

1619 

Hans  Strich*  

c.  1582 

1616 

27 


Joachim  Baritsch    .    .  . 

.    .  1584— 

1591 

Abraham  Arnolt     .    .  . 

.    .  1584— 

1589 

Christoph  Stimmel*    .  . 

.    .  1584— 

1627 

George  Hoffman*  .    .  . 

.    .  1586— 

1609 

Hieronimus  von  Breen  . 

.    .    1587  — 

1598 

Hans  Müller*  .... 

.    .  1588 

1606 

George  Dittmar*    .    .  . 

.    .  1588— 

1608 

Daniel  Mohner  .... 

.    .  1591— 

1616 

Hans  Heyne  

.    .    1591  — 

1615 

Rudolph  Fesch  .... 

.    .    1592  — 

1632 

George  Beck  

.    .  1592— 

1614 

1597 

Valten  Hertwig  .... 

.    .    1596  — 

1611 

Michael  Schneider  .    .  . 

.    .  1596— 

1598 

Friedrich  Schoenau*   .  . 

.    .  1598— 

1627 

Caspar  Pfister*  .... 

.    .  1598— 

1635 

.    .  1598- 

1633 

Eamuel  (Samuel)  Boy.  . 

.    .    1601— v. 

1617 

Mattheus  Jachman  d.  ä.  . 

.    .  1602— 

1626 

Augustin  Heyne  d.  j.* 

1602— 

1631 

Fabian  Nitsch*  .... 

1602— 

1630 

Andreas  Stimmel    .    .  . 

.  1603— 

1622 

1622 

Sebastian  Fesch  d.  j.  .  . 

.    .    1607  — 

1645 

Sebastian  Goldthoff  d.  j. 

.    .    1607  — 

1633 

Andreas  Assig  .... 

.  1608— 

1651 

Tobias  Vogt  

.  1608 

1654 

Christoph  Schromowski* 

.  1609- 

1620 

Daniel  Petzold  d.  ä.    .  . 

.  1610— 

1633 

Heinrich  Albers  .... 

1613— 

1623 

Daniel  Hoffman*    .    .    .  . 

1614— v. 

1640 

Hans  Haner  (?)  .    .    .  . 

.    1614— v. 

1617 

Zacharias  Petzold  .    .  . 

.  1615- 

1628 

Daniel  Boy  

.  1615— 

1618 

Hans  Neuman  .... 

.  1615- 

1633 

Friedrich  Vicke*     .    .    .  . 

1615— 

1666 

Caspar  Müller  

1615— 

1617 

Matthes  Alischer*  .    .    .  . 

1616— 

1652 

Hans  Schleich  

c  1616— c. 

1618 

1617  — 

1657 

Caspar  Stimmel  

c  1619— 

1633 

Caspar  Drogen  

1620— 

1651 

Wentzel  Fischer     .    .    .  . 

1621  — 

1628 

Jonas  Petzold  

1623— 

1633 

Hans  Boxhammer* .... 

.  1623- 

1 1  ;.">:> 

George  Nitsch*  

.  1623— 

1645 

Andreas  Nitsch  

,  1626— 

1633 

Paul  Hedelhofer  d.  ä.      .  . 

.  1626— 

1633 

Hans  Späth*  

1636- 

1659 

.  1638— 

1685 

Hans  Koerber*  

1640— 

1667 

Hans  Hartig*  

1640— 

1654 

George  Volgnadt  .... 

1642— 

1675 

Gottfried  Vogel  d.  m.     .  . 

1645— 

1680 

Hans  Boy*  

1648  — 

1671 

Balthasar  Wittig  .... 

.  1648— 

1666 

Meister  H.  P.*  

1653 

Daniel  Volgnadt*  .... 

.  1654— 

1686 

Hans  Felber*  

.  1659— 

1696 

Christoph  Dietrich     .    .  . 

.  1659— 

1667 

Werner  Ludeman*  .... 

1661— c. 

1685 

Paul  Hedelhofer  d.  j.*     .  . 

1661  — 

1683 

Elias  Heuser*  

.    1661  — 

1667 

Johann  Ohle*  

1662— 

1698 

David  Vicke*  

1662- 

1696 

Sebald  Gedick  

.    1663— c. 

1685 

Jeremias  Siebenbürger    .  . 

.  1664— 

1669 

Jacob  Hedelhofer*  .... 

.  1664— 

1690 

Augustin  Lobenschuss*  .  . 

.  1665— 

1693 

Daniel  Vogt  

.  1665— 

1674 

Hans  Schier  

1667— 

1683 

,  1668— 

1699 

Daniel  Graetzer*  .... 

.  1668- 

1678 

Tobias  Fest  

1669  — 

1677 

Andreas  Scholtz  .... 

1670— 

1705 

George  Ludwig  Hedelhofer 

.  1670— 

1679 

Christoph  Schmidt     .    .  . 

.  1671— 

L719 

Hans  Mittman*  

.  1672— 

1687 

Gottfried  Heintze*  .... 

1673— 

1707 

Christoph  Abfelder*   .    .  . 

.    1674— v. 

1709 

David  Knebel*  

1674— 

1693 

Arnold  Niesing  

1675- 

1693 

Johann  Jacob  Ziessler    .  . 

c.  1675— v. 

1703 

Daniel  Wolff*  

1676— 

L712 

Wentzel  Gerlach  .... 

1676- 

1712 

Thomas  George  Wartig  .  . 

.  1676— 

1708 

4* 


28 


Paul  Abbe   1679— v.  1709 

Hans  Jachman  d.  j.  *  .    .    .    .  1681—  1728 

Zacharias  Feist   1682-  1712 

Gottfried  Heyner*   1682—  1716 

Christoph  Plackwitz*  ....  1682-  1724 

Johann  Petzold   1682-  1717 

Thomas  Kuntze*   1683-  1724 

George  Rubin   1683 —  1714 

Gottfried  Körner*   1685-  1722 

Tobias  Plackwitz*   1688—  1727 

Gottfried  Vogel  d.  j.*     .    .    .  1688-  1709 

Elias  Grische*   1689-  1714 

Gottfried  Schmidt*   1680-  1708 

Christoph  Müller*   1689—  1735 

Christian  Winckler*    ....  1690-  1706 

Mattheus  Jachman  d.  j*  .    .    .  1690-  1726 

Gottfried  Ihme*   1691—  1737 

Johann  Stuppe  (Stäbler)*     .    .  1697-  1700 

Johann  Peter  Ziegler*     .    .    .  1697—  1724 

Johann  Carl  Felber    ....  1697— e.  1710 

George  Scholtz   1698—  1729 

Matthias  Sbarasky*     ....  1698—  1715 

Andreas  von  Nordt*  ....  1698— c.  1710 

Christian  Mentzel  d.  j.*  .    .    .  1700—  1715 

Paul  Heyn   1700—  1711 

Gottfried  Gideon  Eberlein  d.  ä.  1701-  1732 

Christian  Heintze*   1701—  1732 

Tobias  Schier*   1702—  1733 

George  Kahlert  d.  ä.*  .    .    .    .  1702—  1736 

Johann  George  Girschner*  .    .  1703—  1724 

Johann  Klinge*   1704-  1737 

George  Blaschke   1705—  1728 

Johann  Christoph  Keller     .    .  1705— v.  1709 

Carl  Wilhelm  Hartman*  .    .    .  1706—  1729 

Johann  George  Schier*  .    .    .  1707—  1740 

Christian  Schlencker  ....  1708—  1 74") 

Johann  Christoph  Meissner*   .  1710—  1741 

Caspar  Francke*   1711—  1735 

Joachim  Wissmar   1711-  1742 

Samuel  Hammer   1711—  1732 

Johann  Christian  Richter     .    .  1712—  1718 

Johann  Daniel  Heyner    .    .    .  1712 —  1717 

Christian  Lammer*   1713—  1751 


1713— 

1752 

Johann  Okrusch*  

1714  — 

1721 

Michael  Wissmar*  

1715— 

1746 

Stephan  Christian  Luttroth* 

1716- 

1758 

Johann  Andreas  Haenel  .    .  . 

1716- 

1723 

Christian  Fechner  

1716- 

1728 

Heinrich  August  Joel  .... 

1716- 

1746 

Andreas  Giessman  .... 

1717- 

1732 

Christian  Pitschman  .... 

1718  — 

1744 

Johann  David  Kriebel.    .    .  . 

1718- 

1757 

Thomas  Beyl*  

1719- 

175S 

1719- 

1751 

Gottlieb  Kuntze*  

1719- 

1773 

Daniel  Feist  

1720- 

1757 

Benedict  Jacob  Beckensteiner  . 

1721- 

1758 

Johann  Christoph  Müller*  .  . 

1721- 

1758 

George  Friedrich  Thamm*  .  . 

1721  — 

1757 

Martin  Büttner  

1721- 

1750 

Christian  Samuel  Grische*  .  . 

1722- 

1741 

Johann  Christoph  Vogel*    .  . 

1722— 

c. 

1742 

Christian  Maximilian  Schmidt* 

1723- 

1751 

Johann  Christoph  Tunckel  .  . 

1723- 

•c. 

1742 

Christian  Hellwig  

1724— 

1745 

Heinrich  Benjamin  Scholtz  .  . 

1724- 

1736 

Johann  Christian  Jachman  .  . 

1725- 

1726 

Johann  Gottlieb  Reinhart    .  . 

1725- 

1749 

Ferdinand  Grische*  .... 

1725- 

1769 

Christian  Beyl*  

1725- 

1778 

Gottfried  Wilhelm  Ihme  .    .  . 

1727  — 

c. 

1747 

Johann  Samuel  Andreas*    .  . 

1728- 

1768 

Gottlieb  Benjamin  Süssenbecker 

1728— 

c. 

1732 

Ernestus  Müller  

1  728- 

1734 

Ivor  Sandt   

1729- 

c. 

1742 

Claudius  Petrus  Timmerman  . 

1730- 

1759 

Christian  Dietrich  

1730 

1765 

Samuel  Haenel  

1730- 

1750 

George  Christoph  Jachman 

1730- 

c. 

1741 

Gottlob  Friedrich  Christiany  . 

1731- 

c. 

1741 

Johann  Gottlieb  Schmidt*   .  . 

1731- 

1769 

1731- 

1763 

Benjamin  Hentschel*  .... 

1732- 

1774 

Elias  Gall  

1732- 

1759 

Johann  Caspar  Keyl  .... 

1732- 

c. 

1741 

29 


George  Kahlert  d.  j.*   1732—1772 

George  Emanuel  Scholtz   .    .    .  L732— 1771 

Christian  Harr   1732—1748 

Augustin  Peisker*   1732—1758 

Johann  Jacob  Tott   1733—1740 

Christian  Gottfried  Mentzel*  .    .  1733 —  1  T.">7 

Johann  Gottfried  Eberlein  .    .    .  1734— 17.r>s 

Samuel  Gottlieb  Heyne  ....  1734—1737 

Gottlieb  Heroldt   1734—1746 

Johann  Michael  Kittner  ....  1731—1740 

Gottfried  Krause   1734—1738 

Christian  Kretschmer*    ....  1734—1758 

Johann  Martin  Schönfeld   .    .    .  1735—1769 

Adolphus  Henricus  Schaffman  .  1735—1746 

Daniel  Kostler  (Cossler)  1736 

Johann  Gottfried  Klock     .    .    .  1736—1761 

Johann  Franciscus  Eigel     .    .    .  1736  —  1747 

Samuel  Gottlieb  Thun*  ....  1737—1757 

George  Nawarra*   1737—1750 

George  David  Kramer  ....  1737  —  1741 

Johann  Heinrich  Baudeman    .    .  1738—1758 

Friedrich  Gottlob  Krebs    .    .    .  1739—1771 

Johann  George  Donath*    .    .    .  1739—1757 

Johann  George  Gimmig  .  .  .  1739—1792 
Johann  Heinrich  (Andreas)  Schaffman  1739  — 1773 

Daniel  Ephraim  Scholl  ....  1740—1753 

Samuel  Gottlieb  Hammer  .    .    .  1740  —  1744 

Johann  Daniel  Albert     ....  1740—1781 

Samuel  Ehrlich    1743—1745 

Gottfried  Wilhelm  Jachman    .    .  1743—1786 

Jacob  Andreas  Rottwitt     .    .    .  1743—1775 

Benjamin  Kochmann   1744—1772 

Arnold  Müller*   1744—1768 

Johann  Christian  Schlencker  .    .  1744—1789 

Friedrich  Wilhelm  Renner  .    .    .  1745—1758 

Andreas  Wilhelm  Scholtz  .    .    .  1746—1784 

Johann  Samuel  Wilcke  ....  1746—1798 

Johann  Daniel  Petzold  ....  1746—1769 

Gottfried  Scholtz   1746—1747 

Johann  Christoph  Jancke  d.  ä.*  .  1746—1780 

Johann  Caspar  Niebling     .    .    .  1746—1765 

Gottfried  Gideon  Eberlein  d.  j.  .  1746  —  177») 

Christian  Hoensch*   1746—1792 


Johann  Gottlieb  Glimmich     .  . 

1746- 

-1765 

Christian  Gottlieb  Muche*     .  . 

1746- 

-1772 

Johann  Christian  Ebert  .... 

1747- 

-1764 

Johann  Gottlieb  Okrusch   .    .  . 

1748- 

-1777 

Carl  Heinrich  Friebach*     .    .  . 

1749- 

-1784 

Gottlob  Benjamin  Werner     .  . 

1749- 

-1792 

Christian  Gottlieb  Streubel  d.  ä.  . 

1749- 

-177.-) 

Christian  Friedrich  Mentzel*  .  . 

1749- 

-1787 

Melchior  Ferdinand  Obermann  . 

1750- 

-1784 

Johann  Samuel  Grische     .    .  . 

1750- 

-1778 

Christian  Gottlieb  Launer     .  . 

1750- 

-177H 

Carl  Wilhelm  Schlencker   .    .  . 

1751- 

-1791 

Johann  George  Böttiger     .    .  . 

1751- 

-1759 

Johann  Carl  Wiedemeyer  .    .  . 

1752- 

-1769 

(Christian)  Gottlieb  Foerster  .  . 

1752- 

-1772 

Johann  Gottlieb  Heissig     .    .  . 

1752- 

-1768 

Michael  Alex*  

1752- 

-1782 

Johann  Gottfried  Ritter  .... 

1752- 

-1788 

Martin  Kiesling*  

1753- 

-1788 

Carl  Maximilian  Powalsky     .  . 

1753- 

-1790 

Johann  Ernst  Braungart*   .    .  . 

1754- 

-1793 

Johann  Friedrich  Richter    .    .  . 

1754- 

-1758 

Johann  Ernst  Roemer  .... 

1754- 

-1764 

Johann  Gottlieb  Beyer  .... 

1755- 

-1763 

Carl  Gottfried  Haase*  .... 

1756- 

-1796 

Johann  Dietrich  Samuel  Scholtz 

1756- 

-1776 

Christoph  Carl  Sigismund  Beer  . 

1757- 

-1758 

Carl  Ferdinand  Weigelt     .    .  . 

1757- 

-1763 

Ferdinand  Christian  Beyl   .    .  . 

1758- 

-1798 

Heinrich  Gottfried  Kopisch    .  . 

1758- 

-1800 

Carl  Sigmund  Klein  

1759- 

-1774 

George  Friedrich  Eittner    .    .  . 

1759- 

-1788 

Johann  Albrecht  Wedel     .    .  . 

1760- 

-1791 

Johann  Gottlob  Böttiger    .    .  . 

1761- 

-1795 

Christoph  Ehrenfried  Scholtz 

1761- 

-1784 

Johann  Christian  Petzold  .    .  . 

1762- 

-1794 

George  Friedrich  Eilfrath  .    .  . 

1763- 

-1802 

Johann  Gottlieb  Wiedemeyer 

1763- 

- 1  789 

Gottfried  Benjamin  Weigelt   .  . 

1763- 

-1802 

Christoph  Gottlieb  Kischky   .  . 

1763- 

-1764 

Benjamin  Gottlieb  Sander*     .  . 

1764- 

-1794 

Samuel  Andreas  Beyl  .... 

1764 

1798 

Johann  George  Rebenstock  . 

1764- 

-1774 

30 


Johann  Oottlieb  Lucas  .... 

1765- 

1814 

Johann  Gottlob  Jaeckel*    .    .  . 

1765- 

•1793 

Joseph  Gottlieb  Lederhose*  .  . 

1765- 

1817 

Johann  Frantz  Albert  .... 

1765- 

-1778 

Adam  Gottfried  Petzold     .    .  . 

1766- 

-1779 

Johann  Gottlieb  Candisch      .  . 

1766- 

-1784 

Carl  Gottlieb  Mentzel  .... 

1767- 

177.") 

Ferdinand  Christian  Krebs*    .  . 

1769- 

-1804 

Samuel  Christoph  Thun     .    .  . 

1770- 

-1807 

Thomas  Gideon  Eberlein  .    .  . 

1771- 

-1801 

George  Samuel  Lucas  .... 

1772- 

-177!) 

Christian  Gottlieb  Böger    .    .  . 

1772- 

-1796 

Johann  Augustin  Christian  Seeberg 

1773- 

-1802 

Carl  Heinrich  Iiiig  

1774- 

-1785 

Carl  Gottlieb  Gröger*  .... 

1774- 

-1798 

Christian  Wilhelm  Muche  .    .  . 

1774- 

-1808 

Gottlob  Strauchmann  .... 

1774- 

-1806 

Andreas  Büssert  Albert     .    .  . 

1774- 

-1789 

Carl  Gottlob  Friedrich  .... 

1775- 

-1803 

Johann  Bernhard  Hoensch*    .  . 

1775— 

1813 

Gottlieb  Benjamin  Neidner     .  . 

1775- 

-1783 

Johann  Benjamin  Schelhase  d.  ä.  . 

1775- 

1794 

Johann  Gottlob  Muche  .... 

1775- 

-1782 

Johann  Friedrich  Carl  Seeberg  . 

1775- 

-179.") 

Daniel  August  Titze  

1776- 

-1832 

Christian  Ferdinand  Kretschmer  . 

1777- 

-1804 

Daniel  Gottlob  Weber  .... 

1778— 

1816 

Heinrich  August  Schmidt  .    .  . 

1778- 

-1785 

Friedrich  Wilhelm  Bingert  .    .  . 

1779- 

1792 

Christian  Bogel*  

1779- 

1786 

Ernst  Wilhelm  Werneck    .    .  . 

1779- 

-1818 

Christian  Gottlieb  Streubel  d.  j.  . 

1779- 

1820 

Christian  Friedrich  Maletius   .  . 

1780- 

178(.» 

Johann  Christian  Wende    .    .  . 

1780- 

-1806 

Johann  Wilhelm  Schlencker   .  . 

1780- 

-1808 

Gottfried  Wilhelm  Hoensch*  .  . 

1780- 

-1811 

Johann  Christoph  Jancke  d.  j.  . 

1781- 

1819 

Johann  Gottlob  Tholuck  .     .  . 

1782- 

1820 

Johann  Jacob  Ebert  

1782- 

-1805 

Johann  Gottfried  Hildebrand  .  . 

1782- 

1797 

Christian  Gottlieb  Mittmann  .  . 

1783- 

1821 

Johann  Gottlob  Scholtz  .... 

1784- 

1815 

Gottlieb  Benjamin  Vogtmann*  . 

17S4- 

1810 

Benjamin  Ephraim  Zölffel  .    .  . 

1784- 

-1819 

Johann  David  Jordan  .... 

1785- 

-1799 

Johann  Jacob  Leinss  .... 

1786- 

-1830 

(Johann)  Carl  August  Beuthner  . 

1786- 

-1812 

Friedrich  Carl  Siegmund  Jaeckel  . 

1786- 

-1832 

Carl  Friedrich  Litzmann     .    .  . 

1786- 

-1798 

David  Friedrich  Ordelin     .    .  . 

1786- 

-1789 

Christoph  Siegfried  Elias  Leiser  . 

1787- 

-1795 

Friedrich  Benjamin  Peter  .     .  . 

1787- 

1827 

Christian  Anton  Wilcke     .    .  . 

1788- 

-1818 

Carl  Joseph  Graetz  

1788- 

-1809 

Christian  Heinrich  Daniel  Jaeckel  . 

1789- 

-1829 

Johann  Christian  Jung  .... 

1789- 

-1829 

Anton  Joseph  Starcks  .... 

1789- 

-1801 

Carl  Elias  Pfarrmann*  .... 

1790- 

-1806 

Johann  Gottfried  Kiesling  .   .  . 

1790- 

-1834 

Tobias  Meyer*  

1790- 

- 1 824 

Carl  Friedrich  Namikowsky   .  . 

1790- 

-1840 

Daniel  Gottlieb  Wolff  .... 

1791- 

-1798 

Johann  Carl  Siegmund  Grauer  . 

1 791- 

-1821 

Augustin  Eligius  Wilcke    .    .  . 

1791- 

-1808 

Ferdinand  Traugott  Heyn  .    .  . 

1792- 

-1796 

Friedrich  Wilhelm  Ebert    .    .  . 

1 792- 

-1823 

Johann  Gottlieb  Casperge  .    .  . 

1792- 

- 1 824 

Johann  Gottlob  Eichler     .    .  . 

1792- 

-1797 

1792- 

-1813 

Jacob  Meyer  

1793- 

-1801 

David  Gottlieb  Raudner*  .    .  . 

1793- 

-1845 

Christian  Gottlieb  Schneider* 

1794- 

-1816 

Samuel  Gotthard  Scholtz   .    .  . 

1794- 

- 1 822 

Heinrich  August  Breibisch     .  . 

17(J4- 

-17'.»;» 

Samuel  Jacob  Somme  .... 

1794- 

- 1 823 

Johann  Carl  Benjamin  Peuckert  . 

1794- 

-1840 

Christian  Gottlieb  Kayser  .    .  . 

1795- 

-1822 

Friedrich  Samuel  Weisskaeppel*  . 

1796- 

-1819 

Johann  Michael  Stoll  .... 

1796- 

-1807 

rerdinand  Gottlieb  Giessmann  . 

1 796- 

-  1 833 

Johann  Carl  Gottlieb  Bernt    .  . 

1797- 

-1816 

Johann  Gottfried  Grebner  .    .  . 

1797- 

- 1 8(  H » 

JohannChristianWilhelmSchwabe 

1797- 

-1830 

Johann  Valentin  Jeuthe  .... 

1797- 

-1S27 

Carl  Daniel  Ephard  

1797- 

-1800 

Samuel  Ferdinand  Thun     .    .  . 

1798- 

-1827 

31 


Carl  Philipp  Clauss  

1798- 

1812 

Carl  Friedrich  Wully  .... 

1798— 

1849 

Johann  FriedrichGottlob  Heintke  . 

1798— 

1846 

Carl  Benjamin  Meyer  (Maier) 

1799- 

1832 

Johann  Carl  Gottlob  Böttiger 

1799- 

1851 

Carl  Ferdinand  Seeberg     .    .  . 

1800- 

1807 

Samuel  Friedrich  Burghardt    .  . 

1800- 

■1808 

Christian  Friedrich  Rahmstein  . 

1800- 

■1840 

Andreas  Gottfried  Petsch  .    .  . 

1800- 

-1860 

Johann  Friedrich  Wilhelm  Fuss  . 

1801- 

-1818 

Johann  Benjamin  Klug  .... 

1801- 

-1842 

Johann  Benjamin  Schelhase  d.j.*  . 

1801- 

-1824 

Gottlieb  Daniel  Krebs  .... 

1801- 

-1817 

Carl  Gottlieb  Freytag*  .... 

1801- 

-1834 

Friedrich  Wilhelm  Rüffer   .    .  . 

1801- 

-1824 

Carl  Friedrich  Rose  

1802- 

-1805 

Adolph  Lundberg  

1802- 

-1806 

Johann  Carl  Wagner  .... 

1802- 

-1819 

Johann  Christian  Preuss    .    .  . 

1803- 

-1830 

Carl  Friedrich  März  

1803- 

-1804 

Gottlieb  Traugott  Wiedemeyer  . 

1803- 

-1839 

Carl  Christian  Schoen  .... 

1803- 

-1806 

Johann  Christoph  Kroenert    .  . 

1804- 

-1816 

Johann  Gottlieb  Herrmann     .  . 

1804- 

-1849 

Nicolaus  Wagner*  

1804- 

-1850 

Carl  Wilhelm  Wolff  

1804- 

-1806 

Johann  Friedrich  August  Barthol  . 

1805 

Carl  Wilhelm  Becker  .... 

1805- 

-1806 

Johann  Sigismund  Heintze     .  . 

1805- 

-1832 

Carl  Wilhelm  Knebel*  .... 

1805- 

1830 

JohannChristianGottliebMittmann 

1805- 

-1837 

Johann  Friedrich  Gottlob  Helm  . 

1805- 

1849 

Carl  Friedrich  Julius  Hancke  .  . 

1805- 

-1809 

Johann  Carl  Gottlob  Bossert 

1805- 

1817 

Johann  Christian  Zitzmann     .  . 

1805- 

-1818 

Johann  Wilhelm  Thiem      .    .  . 

1806- 

-1807 

Johann  Christian  Ludwig  Barth  . 

1806- 

-1826 

Johann  Gottlieb  Thun  .... 

1806- 

-1843 

Carl  Gottlieb  Weinbrich    .    .  . 

1806- 

-1812 

Gottlieb  David  Günther     .    .  . 

1807- 

-1863 

Christoph  Wilhelm  Stiller  .    .  . 

1808- 

-1840 

JohannChristianWilhelmStuppe  . 

1808- 

-1827 

Paul  Leonhard  Schmidt     .    .  . 

1810- 

1837 

August  Anton  Joseph  Gross 

1810- 

1827 

Friedrich  Christoph  Ferdinand 

Werdermann  

1810- 

1820 

Johann  PeterTheophilusLeuttner  . 

1811- 

1868 

Ernst  Benjamin  Ulimann    .    .  . 

1811— 

1845 

Gottlieb  Lebrecht  Stadelmann 

1811  — 

1827 

Christian  August  Matthei  .    .  . 

1811  — 

1833 

Carl  Gottlieb  Tobias  Stephan 

1812- 

1828 

Johann  Carl  Gottlob  Walther 

1812— 

-1825 

Carl  Benjamin  Krause  .... 

1814- 

■1835 

Friedrich  (Iwan  Fedor)  Anderssohn 

1814- 

1830 

Wilhelm  Christoph  Hager .    .  . 

1814- 

■1859 

Johann  Gottlieb  Christian  Deller  . 

1814- 

■1836 

Friedrich  Hotton  (Ottong)  .    .  . 

1814- 

1832 

Johann  Friedrich  Streubel  .    .  . 

1815- 

■1823 

Johann  Stainsky  

1815— 

1845 

Johann  Gottfried  Tholuck  .    .  . 

1815- 

-1823 

Gottlieb  Hoffmann*  

1816- 

-1837 

Carl  Ernst  Bernhard  Koenig  .  . 

1816- 

-1832 

Johann  David  Klose*  .... 

1816- 

-1848 

Johann  Jacob  Hacker  .... 

1816- 

1840 

Gottfried  Daniel  Posch*    .    .  . 

1817- 

-1840 

Joh.  Friedrich  Ferdinand  Schmotter 

1817- 

1850 

Friedrich  Christian  Fischer     .  . 

1817- 

-1826 

Carl  Gottlieb  Hilscher  .... 

1817- 

-1849 

JohannChristian  Wilhelm  Friedrich 

1818- 

-1819 

Johann  Adam  Lemor*  .... 

1820- 

-1840 

Johann  ChristianWilhelm  Berger  . 

1820- 

-1839 

Johann  Franz  Lorenz  Richter 

1820- 

-1830 

Leberecht  Fournier*  

1821- 

1849 

Christ.  Heinr.  Lud.  Wilh.  Somme 

1821- 

-1849 

Heinrich  Andreas  David  Bach  . 

1823- 

-1834 

Carl  Gottfried  Mehnert  .... 

1824- 

-1864 

Gottfried  Wilhelm  Stephan     .  . 

1824- 

-1827 

Friedrich  Wilhelm  Dudeck     .  . 

1825- 

-1840 

Herrmann  Weissenborn*    .    .  . 

1829- 

-1838 

Friedrich  Wilhelm  Schulz  .    .  . 

1832- 

1849 

Samuel  Gottlieb  Raudner  .    .  . 

1832- 

-1860 

Johann  Christian  Zwiener  .    .  . 

1833- 

-1840 

Johann ErnstBenjamin Schneider  . 

1834- 

1843 

Carl  Gottlieb  Schneider     .    .  . 

1834- 

-1858 

Heinrich  Theodor  Brück    .    .  . 

1835- 

-1843 

Carl  Friedrich  Korok  .... 

1835- 

-1858 

32 


Johann  Gottlob  Joseph  Wolff    .  1835-1841 

Philipp  Jacob  Endemann    .    .    .  1839—1843 

Wilhelm  August  Seidel  .    .    .    .  1839—1850 

Ernst  August  Büttner    ....  1839—1856 

Carl  Samuel  Salomon  Dondorff.  1839—1867 

Gottlieb  Willgohs*   1839-1862 

Joh.  Franz  Const.  Schoenknecht  1839-1856 

Johann  Gottlieb  Alt   1839-1852 

JacobGottlieb Ferdinand  Büttner  .  1839—1858 

Johann  Wilhelm  Dumoulin     .    .  1839—1851 

Johann  Adam  Hausmann  .    .    .  1839—1867 

Ferdinand  Wilhelm  Reichel    .    .  1839—1853 

Johann  August  Albert  Rudolph  .  1839-1878 

Friedrich  Wilhelm  Paschke     .    .  1839—1841 

Carl  Schuch   1839—1864 

Carl  Wilhelm  Zander    ....  1839-1845 

Julius  Alexander  Seeliger    .    .    .  1839—1857 

Friedrich  August  Zimmermann*  .  1840—1878 

Dethlef  Dethlefsen   1840-1853 

Herrmann  Carl  Robert  Haertel  .  1840-1882 

Carl  Julius  Gottlieb  Weiss*  .    .  1841  —  1873 

Johann  Gustav  Elmgren*  .    .    .  1841—1857 

August  Benjamin  Klug  ....  1841  —  1842 

Johann  Christian  Gottlieb  Reiffelt  .  1842—1843 

Carl  Wilhelm  Ernst  Foerster      .  1842-1848 

Carl  Theodor  Vörtmann    .    .    .  1843—1849 

Ludwig  Wilhelm  Bruno*  .    .    .  1847—1885 

Carl  August  Theodor  Lemor     .  1849—1893 

Chr.  Fried.  Wiih.  Robert  Somme  .  1849—1859 

Carl  Wilh.  Friedr.  Julius  Somme  .  1849—1873 

Georg  Heinrich  Gumpert  .    .    .  1850—1893 

Johann  Carl  Moritz  Herrmann  .  1850—1890 

Franz  Joseph  Knoll   1851  —  1855 

Carl  Julius  Beck   1851—1893 

Peter  Bohlmann   1852—1877 

Friedrich  Herrmann  Jackwitz     .  1852  —  1866 

Moritz  Rudolph  Alexander  Thuns  1852—1879 

Wilhelm  Kirsch   1852—1858 

Julius  Büttner   1852—1871 

Adolf  Stange   1853  —  1854 

Julius  August  Grosche  ....  1855— isla 

Emil  Adolph  Tiessler    ....  1855—1884 

Carl  Joseph  Franz  Machhoy  .    .  1856—1888 


Heinrich  Eduard  Adolph  Dobers  1856-1886 

Robert  Dondorff   1858—1893 

Carl  Friedr.  Otto  Theodor  Krutsche  1 858—1884 

Heinrich  Rudolf  Lindner    .    .    .  1858—1863 

Robert  Koenig   1859—1865 

Robert  Markfeldt   1859-1893 

Emil  Somme   1859—1893 

Ferdinand  Ludwig  Wilhelm  Minuth  1859—1869 

Joseph  Ludwig  Bornowski     .    .  1859 — 1861 

Heinrich  Schwalm   1860-1873 

Gustav  Deibner   1861—1863 

Theodor  Vogt                         .  1863-1888 

Theodor  Berthold  Benj.  Schubert  1864-  1893 

Albert  Büttner   1865—1871 

Emil  Theodor  Korok     ....  1867—1869 

Gustav  Jüngling   1868—1871 

Carl  Weidner   1869-1887 

Carl  Adolph  Julius  Weiss     .    .  1872-1878 

Carl  Friedrich  Wilhelm  Schulz   .  1872-1884 

Joseph  Berger   1872—1893 

Carl  Gustav  Weber   1872-1879 

Herrmann  WilhelmJuliusSchubert  1872—1893 

Wilhelm  Martin   1873  —  1881 

Johann  Bruschke   1873—1893 

Hugo  Gustav  Adolph  Sandig    .  1873—1874 

Ernst  Rudolf  Heinrich  Jonas  .    .  1874—1885 

Julius  Lemor   1875—1893 

Ferd.  Wilhelm  August  Assmann  1878-1881 

Rudolf  Büttner   1878-1882 

Herrmann  Conrad   1878—1893 

Gustav  Helm   1878—1892 

Jobann  Carl  Ferdinand  Kühne  .  1878—1893 

Conrad  Hein   1878—1893 

Carl  Richard  Emil  Thomas    .    .  1878-1893 

Gustav  Wagner   1878-1886 

Paul  Wandrey   1878-1893 

Ernst  Wilhelm  FerdinandWindisch  1878—1881 

Carl  Guschker   1883—1893 

Gustav  Gundermann     ....  1883  —  1890 

Friedrich  Gottfr.  Wilh.  Aug.  Pudler  1885—1890 

Eduard  Klee   1886-1893 

Adam  Broecker   1886—1893 

Paul  Goebel   1886-1893 


33 


Hugo  Münnich  .... 

1886- 

1888 

Wilhelm  Tschöpe  .    .  . 

,    .  1886- 

1893 

Herrmann  Guhl  .... 

.    .  1886— 

1893 

Bruno  Wagner     .    .  . 

.    .    .  1886- 

1890 

Fritz  Heinrich  

1886- 

1893 

.    .    .  1886- 

1893 

,    .  1886— 

1893 

Gustav  Trewendt  .    .  . 

.    .    .  1886- 

1893 

Isidor  Carl  Schlossarek 

.    .  1886- 

1893 

.    .    .  1886- 

1893 

Heinrich  Sporleder    .    .  . 

.    .  1886- 

1891 

Friedrich  Krutsche     .  . 

.    .    .  1891- 

1892 

**** 


Fig.  12.   Jorge  Schief uss:  Haupt  Johannes  des  Täufers  von  1571, 
Kath.  Pfarrkirche  St.  Mariae  in  Ratibor 


5 


34 


VI.   DIE  GOLDSCHMIEDE  AUSSERHALB  DER  INNUNO 

Neben  den  zünftigen  Meistern  arbeiteten  in  der  Stadt,  besonders  aber  auf  den  geistlichen 
Gütern  rings  um  Breslau  gleich  anderen  Handwerkern  auch  Goldschmiede,  die  sich  dem  Zunft- 
zwange entzogen  und  dadurch  von  mancher  Steuer  und  lästigen  Aufsicht  befreit  blieben.  Die 
Innung  bezeichnete  sie  als  Pfuscher,  Störer  und  Bönhasen.  Bisweilen  hatte  sie  sich  allerdings 
das  Vorhandensein  ihrer  „Stiefbrüder"  selbst  zuzuschreiben.  Die  Mittelsmeister  setzten  nämlich 
häufig  bei  ihrem  grenzenlosen  Brotneide  alles  in  Bewegung,  um  ein  unerwünschtes  Anwachsen 
der  inkorporierten  Mitgliederzahl  zu  verhindern.  Oft  mussten  die  nichtigsten  Gründe  herhalten, 
um  diesem  oder  jenem  Gesellen  die  Meisterrechtserlangung  zu  erschweren  oder  gar  zu  versagen. 
So  mag  denn  mancher  tüchtige  Arbeiter  wider  seinen  besten  Willen  dazu  gezwungen  worden 
sein,  sich  auf  den  geistlichen  Gütern  niederzulassen,  um  hier  sein  erlerntes  Handwerk  ausüben 
zu  können.  Neben  solchen,  an  sich  gewiss  achtbaren  Meistern  gab  es  noch  eine  zweite,  grössere 
Gruppe  von  sogenannten  Pfuschern,  die  sich  mutwillig  dem  Innungszwange  entzogen,  um  un- 
gehindert minderlötiges  Silber  zu  verarbeiten  und  durch  geringere  Preise  den  zünftigen  Meistern,  die 
an  bestimmte  Edelmetall-Legierungen,  Lohnsätze  und  Preise  gebunden  waren,  unlautere  Konkurrenz 
zu  bereiten.  Beide  Arten  von  Pfuschern  waren  der  Innung  ein  Dorn  im  Auge  und  sie  war 
unablässig  darauf  bedacht,  den  „Stiefbrüdern"  das  Dasein  zu  erschweren. 

Schon  die  Meilenrechtsbestätigung  Herzog  Heinrichs  V.  von  Breslau,  gegeben  am  22.Juli  1 290, 
unterband  innerhalb  des  Stadtbezirkes  die  Ansiedlung  von  nicht  rechtlich  anerkannten  Meistern 
(Urk.  1).  Welchen  Wert  die  Goldschmiede,  die  hier  nur  allgemein  unter  dem  Sammelbegriff 
„Mechanici"  aufgeführt  sind,  auf  diese  frühe  Urkunde  legten,  geht  daraus  hervor,  dass  sie  sich  dieselbe 
nach  dreihundertundachtzig  Jahren  durch  Kaiser  Leopold  nochmals  bestätigen  Hessen  (Urk.  27). 
In  der  Stadt  selbst  wird  daher  die  Zahl  von  unbezechten  Goldschmieden  niemals  sehr  gross 
gewesen  sein,  da  die  Ratmannen  und  Schoppen  leichtes  Vorgehen  hatten.  Die  geistlichen  Güter 
dagegen  standen  nicht  unter  der  städtischen  Jurisdiktion  und  es  bedurfte  der  Genehmigung  des 
Bischofs  und  -der  Stiftsvorstände,  wenn  der  Breslauer  Magistrat  ausserhalb  seiner  rechtlichen  Macht- 
sphäre gegen  die  unliebsamen  Störer  etwas  ausrichten  wollte.  Der  erste  Vertrag,  durch  den 
die  Geistlichkeit  die  unbezechten  Handwerker  dem  Stadtgerichte  preisgab,  wurde  am  6.  Februar  1504 
abgeschlossen  (Urk.  13).  Da  jedoch  die  darin  getroffenen  Vereinbarungen  im  Laufe  der  Zeit 
nicht  pünktlich  innegehalten  wurden1),  kam  es  nach  langen  Verhandlungen  im  Jahre  1616  zu 
einer  Erneuerung  und  Erweiterung  des  ersten  Abkommens.  Die  Goldschmiede-Innung  setzte  für 
ihren  Teil  durch,  dass  künftighin  keiner  ihrer  Genossen,  sobald  er  gegen  Lohn  und  Bezahlung 
arbeitete,  von  den  Geistlichen  geduldet  werden  sollte  (Urk.  19). 

Trotz  aller  Verträge  hat  das  Treiben  der  Störer  niemals  ganz  aufgehört,  weil  die  Geist- 
lichkeit ihrerseits  an  der  Ausrottung  und  Verfolgung  der  nicht  zünftigen  Handwerker  wenig 
Interesse  hatte.  Eine  Spezifikation  der  Pfuscher  in  und  vor  Breslau  vom  Jahre  1662  nennt  allein 
siebzehn  unbezechteGold-  und  Silberarbeiter,  die  zum  Teil  stadtbekannte  Persönlichkeiten  gewesen  sein 


J)  Im  Jahre  1564  wohnten  Goldschmiede  ohne  Wissen  des  Kapitels  „in  domo  vinaria"  am  Dom.  Bresl. 
Diözesanarchiv,  Acta  capituli  vom  10.  März  1564. 


35 


dürften,  da  einige  von  ihnen  nur  mit  dem  Spitz-  oder  Rufnamen  bezeichnet  sind,  wie  der  „Pum- 
mer  Joachim",  der  „Ulmizer",  der  „dicke  Johannes  von  der  Fraustadt",  der  „Reiche  Pfuscher"  und 
der  „kleine  Johann".1)  Aus  demselben  Schriftstücke  erfahren  wir,  dass  mancher  Pfuscher  eine 
ziemlich  umfangreiche  Werkstatt  betrieben  haben  muss.  Christoph  Wildmeister,  ein  Goldarbeiter 
auf  dem  Sande  an  der  Dombrücke,  und  der  Ulmizer  arbeiteten  mit  je  zwei  bis  drei  Gesellen 
Joachim  Duquest  von  Liegnitz,  ein  Goldarbeiter  auf  dem  Sande,  hielt  sich  drei  Gehilfen,  der 
Silberarbeiter  M.  Schiperius  förderte  zwei  und  Adam  Schön  im  Unteren  Kloster  vier  bis  fünf 
Gesellen. 

Natürlich  waren  zahlreiche  energische  Proteste  gegen  die  Pfuscher  von  Seiten  der  Innung 
und  der  Stadt  unausbleiblich.  Es  mögen  dafür  einige  Beispiele  folgen,  die  sich  bei  weiterer 
Durchsicht  des  verstreuten  Urkundenmaterials  gewiss  noch  vermehren  Hessen.  Im  Jahre  1584 
wurden  einige  Pfuscher,  weil  sie  „imagines  inauratae"  feilgeboten  hatten,  aus  der  Stadt  gejagt. 
Der  Rat  wandte  sich  darauf  an  den  Praelatus  Custos  des  Domes,  er  möge  die  Aufnahme  der 
Vertriebenen  nicht  gestatten.  Am  15.  Juni  desselben  Jahres  brachte  der  Breslauer  Stadtschreiber 
Sebaldus  dem  Domkapitel  einen  Frauengürtel  aus  falschem  Silber  (cingulum  ex  adulterino  argento) 
als  Dokument  für  das  schädliche  Treiben  der  Pfuscher;  besonders  machte  er  einen  Balthasar 
Delacourt,  Hans  N.  und  Lazarus  N.  als  Betrüger  namhaft.-)  Im  Jahre  1591  beschwerten  sich  die 
Ältesten  und  Jüngsten  der  Goldschmiedezeche  zum  höchsten,  dass  ihnen  von  demselben  Delacourt 
wiederum  mit  allerlei  Arbeit  viel  Ungelegenheit  und  Eintrag  zugefügt  würde.  Die  Ratmannen 
ordneten  am  14.  Mai  1591  an,  dass  Delacourt  innerhalb  einer  Frist  von  sechs  Wochen  anderswo 
seinen  Unterhalt  suchen  möge.'1)  Im  Oktober  1592  wandten  sich  die  Goldschmiede  an  den  Rat 
um  Schutz  gegen  die  Pfuscher  und  Störer,  die  sich  „aufm  Thumb  (Dom)  alhier  eingeflochten" 
und  bei  dem  „hochgelärten  Herrn  Julio  Lando  ihren  Aufenthalt  haben."4)  1607  beklagte  sich  der 
Weihbischof  Georg,  Abt  zu  St.  Vinzenz,  bei  Kaiser  Rudolph  über  die  Breslauer  Goldschmiede, 
welche  den  unter  der  Jurisdiktion  des  Vinzenzstiftes  lebenden  Goldschmied  Michael  Taussdorf 
gefänglich  haben  einziehen  und  ihm  seine  Arbeit  haben  nehmen  lassen."5)  Am  2.  April  1607 
musste  Hans  Philip  von  London  mit  Hand  und  Mund  geloben,  sich  nach  dem  Osterfeste  von 
dannen  zu  begeben  und  der  Goldschmiedezeche  fürderhin  keinen  Einhalt  zu  tun.0)  Am  4.  Juli  1608 
führte  der  Rat  auf  Bitten  dreier  städtischer  Goldschmiede  Beschwerde  bei  dem  Domkapitel  wegen 
eines  unter  der  Jurisdiktion  des  Kreuzstiftes  lebenden  Pfuschers,  namens  Johannes  Philippus,  der 
identisch  sein  dürfte  mit  dem  ebengenannten  Philip  von  London.7)  1662  wurde  die  Zunft  bei  der 
Obrigkeit  mit  der  oben  erwähnten  Spezifikation  vorstellig.  In  demselben  Jahre  sollte  der  Gold- 
schmied Baltzer  Bachleidtner  aus  dem  Dominikanerkloster  entfernt  werden  (siehe  d.  alph.  Verz.). 
Am  12.  Juli  1669  beantragte  der  Magistrat  die  Ausweisung  der  unbezechten  Goldschmiede  von  der 
Dominsel. 8)  1670  wurde  bei  der  Geistlichkeit  die  Entfernung  des  Goldschmiedes  Erasmus  Soitius 
verlangt.  Das  Domkapitel  war  jedoch  nur  innerhalb  bestimmter  Grenzen  bereit,  den  zahlreichen 
Vorstellungen  des  Magistrats  nachzugeben.")  Zwischen  den  Jahren  1678 — 1680  setzte  sich  der 
Breslauer  Rat  häufiger  mit  Kardinal  Friedrich  von  Hessen  wegen  der  Pfuscher  ins  Einvernehmen. 

»)  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau  II.  lOd  3.  —  Schlesiens  Vorzeit  in  Bild  und  Schrift,  Bd.  VII 
S.  486f.  2)  Bresl.  Diözesanarchiv,  Acta  capituli  vom  8.  und  15.  Juni  1584.  3)  Bresl.  Stadtarchiv,  Liber  definitionum, 
Bd.  III  fol.  292b— 293a.    *)  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau  II.  lOd  2.    5)  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau 

11.  lOd  3.  e)  Bresl.  Stadtarchiv,  Liber  definitionum,  Bd.  IV  fol.  178^.  7)  Breslauer  Diözesanarchiv,  Acta  capituli  vom 
4.  Juli  1608.    8)  Bresl.  Diözesanarchiv,  Acta  capituli  vom  12.  Juli  1669.    9)  Bresl.  Diözesanarchiv,  Acta  capituli  vom 

12.  Dezember  1670. 

5* 


36 


Am  26.  Oktober  1688  bat  die  Innung  den  Kaiser  unter  Berufung  auf  den  Vertrag  von  1616  gegen 
die  Silberverfälscher  einzuschreiten,  die  auf  den  geistlichen  Gütern  —  zehn  allein  auf  dem  Sande  — 
wohnten  und  sich  unterständen,  „das  W  als  hiesiges  Stadtzeichen  und  der  Goldschmiede  gewöhn- 
liche Probe  auf  ihr  liederliches  und  verfälschtes  Silberwerk  zu  schlagen",  oder  „ihre  liederliche 
Arbeit  ohne  Zeichen  und  Puntzen  eigenem  Belieben  nach  verfertigen"  (Urk.  38).  Als  die  Bitt- 
schrift ohne  Erfolg  blieb,  wandte  sich  die  Zunft  am  16.  Juli  und  abermals  am  2.  Dezember  1689 
an  das  Königliche  Oberamt  in  Schlesien,  die  Pfuscher  „unfehlbar"  abschaffen  zu  wollen  (Urk.  39). 
1691  beschwerte  sich  die  Innung  über  einen  unter  der  Jurisdiktion  des  Klarenstiftes  lebenden 
Goldschmied.1)  Am  30.  Januar  1692  ersuchte  der  Rat  um  Entfernung  des  auf  der  Dominsel 
arbeitenden  Goldschmieds  Wilhelm  Heinrich  Schmidt,  „welcher  das  Mittel  der  Goldschmiede 
allhier  bißher  heftig  beeinträchtiget."2)  Weiter  prozessierte  1698  der  Breslauer  Bürger  Ernst 
Kreuzman  wider  Hans  Hagen,  Goldschmied  und  Erbsassen  auf  dem  Gebiete  des  Matthiasstiftes 
vor  dem  Odertore.3)  1716  behaupteten  die  Ratmannen  in  einem  Berichte  an  das  Königliche 
Oberamt,  dass  die  Pfuscher,  welche  allhier  in  und  um  die  Stadt  wohnten,  an  Zahl  viel  stärker 
seien  als  die  zünftigen  Meister.1)  1722  versuchte  die  Stadt  bei  dem  Bischöfe  Franz  Ludwig  von 
Pfalz-Neuburg  ein  Einschreiten  gegen  die  Pfuscher  zu  erwirkend) 

Auch  unter  dem  Regimente  Friedrichs  des  Grossen  wollte  die  Ausrottung  der  Störer 
nicht  gelingen.  Ein  am  1.  Juli  1752  vom  Breslauer  Magistrat  an  die  Königliche  Kriegs-  und 
Domänenkammer  abgesandter  Bericht  über  die  Silberprobe  weist  unter  anderem  auf  die  dringend 
notwendige  Abschaffung  der  schädlichen  Pfuscher  hin  (Urk.  66).  In  der  Innungssitzung  vom 
14.  März  1765  wurde  geklagt,  dass  viele  aus  der  Arbeit  gegangene  Gesellen  sich  in  der  Stadt 
und  in  den  Vorstädten  als  Pfuscher  niederliessen  und  viele  Meister  deshalb  an  ihrer  Nahrung 
leiden  müssten.  Das  Meisterbuch  der  Goldschmiede-Innung  berichtet  für  das  Jahr  1774,  dass 
seit  geraumer  Zeit  die  Pfuscherei  sehr  zugenommen  habe  und  dass  bei  dem  Mittel  der  Gold- 
und  Silberarbeiter  selten  eine  Zusammenkunft  wäre,  da  sich  die  Herrn  Jüngsten  nicht  allemal 
darüber  beschweret  hätten.  Auf  dringendes  Ersuchen  der  amtshabenden  Ältesten  wurden  alsdann 
die  Pfuscher  allesamt  mit  dem  Bescheide  vor  den  Ratstisch  gefordert,  „sich  bey  dem  löblichen 
Mittel  gehörig  recipiren  zu  laßen  oder,  welcher  daß  Vermögen  nicht  hätte,  die  Receptionsgelder 
zu  zahlen,  solte  ohnverzüglich  sich  vor  das  Thor  begeben,  in  außbleibendem  Fall  aber  solten 
sie  gewärtigen,  daß  denen  Aeltesten  frey  stünde,  ihnen  mit  Beytretung  der  Policey  ihre  Arbeit 
und  Werckzeug  wegzunehmen  .  .  ."  Gestützt  auf  diesen  Ratserlass  ruhte  die  Innung  nicht  eher, 
bevor  sie  unter  den  Pfuschern  und  Störern  bis  auf  den  letzten  Mann  rücksichtslos  aufgeräumt 
hatte.  Das  Meisterbuch,  das  die  Vorgänge  eingehend  beschreibt,  sagt  dazu,  „so  weit  war  es 
noch  niehmahlen  bey  ihnen  gekommen."  Trotzdem  fanden  sich  bald  wieder  vereinzelte  nicht  in- 
korporierte Gold-  und  Silberarbeiter  ein.  Einen  endgültigen  Abschluss  haben  die  Zwistigkeiten 
zwischen  bezechten  und  unbezechten  Meistern  erst  1811  durch  die  Aufhebung  des  Zunftzwanges 
und  die  Einführung  der  allgemeinen  Gewerbefreiheit  gefunden,  indem  hiermit  der  Innung  jedes 
Rechtsmittel  gegen  die  frei  arbeitenden  Handwerksgenossen  ein  für  allemal  genommen  wurde. 

J)  Nicht  1678,  wie  E.  Wernicke  in  Schlesiens  Vorzeit  in  Bild  und  Schrift,  Bd.  VII  S.  487  angibt  —  Bresl. 
Kgl.  Staatsarchiv,  Rep.  18.  Klarenstift,  III.  12 i.  -')  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau  II.  lOd  3.  3)  Nicht  1654,  wie 
E.  Wernicke,  1.  c,  S.  487  angibt.  —  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Rep.  18.  Matthiasstift,  IV.  10c.  4)  Innungsurkundensammlung 
von  1737,  S.277  (vgl.  auch  Urk.  47).    6)  Bresl.  Diözesanarchiv,  Acta  capituli  vom  26.  Februar  und  18.  März  1722. 


37 


VII.  ALPHABETISCHES  VERZEICHNIS 

In  das  alphabetische  Verzeichnis  wurden  aufgenommen: 

1.  alle  zünftigen  Goldschmiede,  Gold-  und  Silberarbeiter  vom  Mittelalter  bis  1893, 

2.  alle  dem  Verfasser  bekannt  gewordenen  Pfuscher, 

3.  alle  Gold-  und  Silberarbeiter,  die  nach  der  Aufhebung  des  Zunftzwanges  der  Innung 
fern  blieben  aber  zwischen  1811  bis  1851  das  Breslauer  Bürgerrecht  erwarben, 

4.  einige  nicht  zünftige  Goldschmiede  aus  der  zweiten  Hälfte  des  19.  Jahrhunderts, 

5.  einige  Gesellen,  die  in  Breslau  heirateten  oder  starben, 

6.  einige  Juweliere,  Gold-  und  Silberdrahtzieher,  Silberplattner  und  Silberstecher. 


Abbe,  Paul,  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmieds  Peter  Abbe  zu  Schongau  in  Bayern,  wird  wahrscheinlich  Anfang 
1679  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  Dom  im  März  1679  eine  Schneiderstochter  aus  Reichenbach 
(Schles.  Vorz.  VII.  487).    Ist  in  dem  Meisterverzeichnis  von  1709  nicht  mehr  erwähnt. 

Abeczueher,  Merten,  aurifaber,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  Dienstag  nach  Petri  ad  vincula  (4.  August) 
1450.    Ist  im  Catalogus  civium  von  1470  nicht  mehr  erwähnt. 

Abfelder,  Christoph,  Goldschmied,  Sohn  des  Breslauer  Stadtuhrmachers  und  Schlosserältesten  Christoph  Abfelder, 
wird  1674  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  4.  Juni  1674  Magdalena  Elisabeth,  die  Tochter  des  Handelsmannes 
Melchior  Kretschmer  in  Hirschberg  (Elis.).  Wohnt  auf  der  Schmiedebrücke,  später  am  Hintermarkte.  Stirbt 
vor  1709.    Abfelder  zeichnet  CA,  vgl.  Taf.  IV  No.  100. 

a.  Becher,  Silber  mit  Vergoldung,  konisch,  mit  Wellenlinien,  darin  abwechselnd  silberne  Blumen  in  Treibarbeit 
und  glatte  vergoldete  Flächen.    H.  13,2  cm.   Johanneskopf  Typus  I  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für 
Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 
Adam,  Christoph,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Handelsmannes  Christoph  Adam  in  Krakau,  stirbt  in  Breslau  am 

4.  April  1669,  alt  ungefähr  50  Jahre  (Elis.). 
Ahshelm,  Caspar,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  im  Oktober  1608. 

Akolch,  Christoph  Ludwig  (Akolck),  Goldarbeiter  ausserhalb  der  Zunft,  ist  1710  und  1712  Trauzeuge  bei  St.  Matthias 
und  St.  Adalbert  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 

Albers,  Heinrich  (Alber,  Albertz),  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmieds  Anthonius  Albers  zu  Neimen  (?)  in  West- 
falen, wird  1613  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  vorher  als  Geselle  im  Januar  oder  Februar  1613  Anna, 
die  Witwe  des  Zimmermanns  George  Bretschneider  (Elis.).  Wohnt  im  Rittergässlein  beim  Odertor.  Seine  Frau 
Anna  f  12.  IX.  1622  (Elis.).    Er  selbst  stirbt  am  3.  (begr.  d.  5.)  Juni  1623,  alt  60  Jahre  (Elis.). 

Albersdorf,  Johann,  Goldarbeiter  bei  Ihro  Durchlaucht  dem  Herrn  Deutschmeister,  ist  1703  Trauzeuge  bei  St.  Adalbert. 

Albert,  Andreas  Büssert,  Silberarbeiter,  geb.  in  Warschau,  arbeitet  in  Breslau  zuerst  als  Pfuscher.  Seine  Frau 
Eva  Maria,  geb.  Walter,  f  24.  (begr.  d.  26.)  VI.  1771  (Elis.).  Albert  meldet  sich  gezwungenermassen  am 
28.  Juli  1774  als  Stückmeister,  verfertigt  bei  Christian  Beyl  eine  silberne  Lampe  mit  Ketten,  wird  Meister  am 
16.  Dezember  1774.    Stirbt  am  8.  Juli  1789,  alt  71  Jahre  16  Wochen. 

Albert,  Johann  Daniel  [Samuel]  (Albrecht),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  arbeitet  bei  Christian  Schlencker  als  Meister- 
stück einen  Uhrhaken  nebst  Ring,  wird  Meister  und  Bürger  am  16.  September  1740.  Stirbt  am  23.  (begr. 
d.  25.)  Februar  1781,  alt  74  Jahre  12  Tage  (Elis.). 

Albert,  Johann  Frantz  (Albrecht),  Silberarbeiter  und  Silberstecher,  geb.  zu  Brünn  in  Mähren,  wird  in  der  dortigen 
Goldschmiedezunft  Meister.  Siedelt  um  1756  nach  Breslau  über  und  fertigt  „zierlich  getriebene  Arbeiten".  Erwirbt 
das  Bürgerrecht  am  14.  Februar  1757.  Wirbt  am  27.  September  1765  in  das  Breslauer  Goldschmiedemittel  ein 
und  wird,  da  er  in  Brünn  bereits  Meister  gewesen  ist,  ohne  nochmalige  Anfertigung  eines  Meisterstückes  nach 
Erlegung  der  üblichen  100  Gulden  Rezeptionsgebühr  sofort  aufgenommen.  Ist  in  der  Meisterliste  von  1778  zum 
letzten  Male  erwähnt. 

Albrecht,  Valentin,  Goldschmied  am  Hinterdom,  stirbt  1605,  ist  wohl  identisch  mit  dem  folgenden. 
Albricht,  Valten  (Albrecht),  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Kaufmanns  Merten  Albricht  in  Greifswald,  heiratet  in 
Breslau  im  September  1602  Anna,  die  Witwe  des  Goldschmieds  Melchior  Leutner  in  Goldberg  (Elis.). 


38 


Alex,  Michael,  (Alexy),  Silberarbeiter,  geb.  in  Ohlau,  lernt  in  Breslau  bei  Johann  Gottlieb  Schmidt  von  1735—1741. 
Meldet  sich  am  8.  Juni  1752  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Stephan  Christian  Luttroth  ein  silbernes  Giessbecken  nebst 
Kanne,  wird  Meister  am  6.  September  und  Bürger  am  18.  September  1752.  Stirbt  am  26.  Februar  1782,  alt 
60  Jahre.    Alex  zeichnet  MA  in  viereckigem  Felde,  vgl.  Taf.  V  No.  161. 

a.  Taufbecken,  Silber,  oval  mit  Rokokodekor  in  getriebener  Arbeit.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempel- 
meisterb.  G  Typus  II  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  ^ .  —  Hofkirche,  Breslau.  Von  Friedrich  dem  Grossen 
1764  gestiftet. 

b.  Tischleuchter,  Silber,  ein  Paar,  mit  Rokododekor  in  getriebener  Arbeit.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  G 
Typus  II  u.  Meisterz.  —  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

c.  Lichtputzschere  nebst  Teller,  Silber,  in  Rokokoformen.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G 
Typus  II  u.  Meisterz.  —  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

Alischer,  Matthes,  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmieds  Martin  Alischer  in  Liegnitz,  wird  Ende  1616  in  Breslau 
Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  7.  Februar  1617  Anna,  die  Tochter  des  f  Pfarrers  Balthasar  Felsman  in 
Jordansmühl  (Elis.).  Wohnt  auf  der  Brustgasse  hinter  dem  Maria  Magdalenenkirchhofe  (heute  Schuhbrücke). 
Stirbt  am  8.  (9.  10.)  Januar  1652,  alt  68  Jahre  (Elis.  u.  MM).  Seine  Tochter  Judith  heiratet  am  28.  April  1653 
den  Bäcker  Caspar  Ottland  in  Liegnitz  (MM).  Seine  Tochter  Christina  heiratet  am  21.  September  1654  den 
Öhrichtdrucker  George  Nittner  (Elis.).  Seine  Witwe  Anna  t  6.  III.  1658.  Alischer  zeichnet  MA  ligiert  in 
rundem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  77. 

a.  Nautilus  in  Fassung  von  vergoldetem  Silber,  als  Stütze  ein  Delphin  mit  silbernem  Neptun  auf  einem  durch 
Wellen,  Seeungeheuer  und  Putten  in  Treibarbeit  belebten  Sockel.  Der  ebenfalls  durch  Wellen  und  Seetiere 
belebte  Deckel  mit  einer  Fortuna  bekrönt.  Zwei  Vertikalbänder  auf  der  Nautilusschale  mit  Figuren  von 
Köchen  sind  der  Werkstatt  des  Caspar  Pfister  entnommen.  Am  Nautilus  vorn  in  einer  Umrahmung  die 
1665  eingravierte  Inschrift:  „AMPLISS:  SENATUI  BUDISSINO  CONCHAM  HANC  A  SOCERO  p.  m. 
D.  ANDREA  CNÖFFELIO  MED.  OL  REGIS  POLON.  ARCHIATRO.  HERED.  JURE  SIBI  RELICTAM 
OFFICIOSSE  OFFERT.  TRADIT.  M.  OSWALB  NITSCHE  SENATOR  CID  CICLXV."  H.  40,3  cm. 
Beschauz.  W  Typus  IV  u.  Meisterz.    Um  1630.    —    Stadt  Bautzen  in  Sachsen. 

b.  Rundfigur  des  hl.  Jacobus  als  Pilger,  Silberblech,  auf  schwarzem  Sockel,  darauf  das  silberne  Wappen  des 
Johann  von  Lohr,  Propstes  zu  Neisse.  Rückseitig  am  Sockel  ein  silbernes  Täfelchen  mit  Inschrift  und 
Datum  25.  Juli  1651.  H.  incl.  Sockel  63  cm.  Beschauz.  W  Typus  V,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus. 
—  Kath.  Pfarrkirche  St.  Jacobi,  Neisse. 

c.  Deckel,  Silber  vergoldet,  graviert  mit  den  Bistumslilien,  zu  einem  ursprünglich  als  Kelch  benutzten  Ciborium 
mit  ungarischem  Drahtemail  und  dem  Wappen  des  Breslauer  Bischofs  Johann  V.  Thurzo.  Beschauz.  W 
Typus  IV,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.         —  Domschatz,  Breslau. 

Alt,  Johann  Gottlieb,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Destillateurs  Sigismund  Alt,  lernt  bei  Johann  Gottlieb 
Thun  vom  Dezember  1809—1814.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  22.  August  1823,  alt  28  Jahre.  Tritt  am  26.  Ok- 
tober 1839  in  die  Innung  ein,  scheidet  am  6.  Juli  1852  wieder  aus. 

Altstätter,  Andreas,  Goldarbeiter  aus  Pressburg  in  Ungarn,  heiratet  in  Breslau  1759  Susanna  Helena,  die  Tochter 
des  Mitwohners  Johann  George  Riemer  (MM). 

Anders,  Gottfried  (Andres),  Goldschmiedgeselle,  stirbt  am  15.  Februar  1658,  alt  20  Jahre  (Elis.),  hat  bei  Meister 
Gottfried  Vogel  d.  m.  auf  der  Odergasse  in  Arbeit  gestanden. 

Anders,  Johann  Gottlieb,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Haushälters  Gottlieb  Anders,  lernt  bei  Johann 
Sigismund  Heintze  vom  Qu.  Michaelis  1818  bis  Ostern  1824.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  14.  April  1840,  alt 
35  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Anderssohn,  Iwan  Fedor  [Friedrich],  Goldarbeiter  und  geschickter  Bossierer,  geb.  am  28.  Januar  1790  in  St.  Peters- 
burg, wird  in  Breslau  Meister  am  12.  März  und  Bürger  am  27.  Mai  1814.  Ist  in  der  Meisterliste  von  1830  das 
letzte  Mal  genannt.  Heiratet  Luise,  die  Tochter  des  Schrotgiesser  Ohle,  gibt  sein  Handwerk  auf  und  übernimmt 
die  Zinnfolien-Fabrik  seines  Schwiegervaters.  Ist  1829—1831  und  1847 — 1849  Stadtverordneter.  Stirbt  am  16.  Fe- 
bruar 1863.    Vgl.  Schles.  Provinzial-Blätter  1863,  S.  298  f. 

Andreas,  Johann  Samuel,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schuhmachers  Christian  Andreas,  arbeitet  bei 
Hans  Jachman  d.  j.  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  11.  März  1726.  Erwirbt 
das  Bürgerrecht  am  20.  Februar  1728.  Heiratet  am  10.  September  1731  Maria  Rosina,  die  Tochter  des  f  Kürschners 
Christian  Schütze  (MM).  Wird  in  der  Meisterliste  erst  seit  1732  regelmässig  geführt.  Heiratet  als  Witwer  am 
23.  April  1765  Christina  Dorothea,  die  Tochter  des  1744  verstorbenen  Kunstmalers  Christian  Gottlieb  Hülse  (MM). 
Stirbt  am  22.  (begr.  d.  24.)  September  1768,  alt  71  Jahre  4  Monate  10  Tage  (MM).    Seine  Witwe  Christina 


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Dorothea  f  12.  (begr.  d.  15.)  VIII.  1770  (MM).  Andreas  zeichnet  JSA  monogrammiert  in  einem  dreipassigen  Blatte, 
vgl.  Taf.  IV  Nr.  145. 

a.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  abwechselnd  drei  Szenen  aus  der  Passions- 
geschichte und  drei  Engelsköpfchen  in  Treibarbeit,  unten  am  Profil  getriebenes  Laub-  und  Bandelwerk. 
Auf  dem  Knaufe  sechs  rhombische  Zapfen  mit  den  Buchstaben  HEILIG,  golden  auf  blauem  Emailgrunde. 
Kuppa  ohne  Belag.  Um  den  Fuss  läuft  die  Inschrift  „CAROLUS  MAXiMiLiANUS  DE  FRAGSTEIN  &  NiMBS- 
DORF  PR^ELAT :  CANCELL:  CANONi.  &  OFFLIS  EPiS  :  WRATiS:  1729."  H.  22,5  cm.  Beschauz.  W 
Typus  VII  (unvollständig),  Stempelmeisterb.  C,  Meisterz.  u.  Teschener  Freistempel.  Kath.  Pfarrkirche  in 
Nieder-Thomasdorf,  Österr.-Schles. 
Andres,  Goltsmed,  siehe  Andres  Firdung. 

Andres,  Markus,  Goldschmied  „in  civitate",  ist  am  11.  August  1592  Taufzeuge  am  Dom  (Schles.  Vorz.  VII.  483). 

Apiman,  Melchior,  Goldschmied  von  Münsterberg,  heiratet  1718  in  Breslau  bei  St.  Adalbert,  Trauzeuge  ist  der  Gold- 
schmied Christoph  Ludwig  Arnolt  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 

Appel,  Johann  Friedrich,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  stirbt  am  31.  Juli  (begr.  d.  1.  August)  1774,  alt 
24  Jahre  (MM),  hat  bei  Melchior  Ferdinand  Obermann  in  Arbeit  gestanden. 

Arlet,  Abraham,  siehe  Arnolt. 

Arlet,  Melchior  (Arnolt),  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kretschmers  Melchior  Arlet,  heiratet  am 
18.  Oktober  1575  Hedwig  Weiss  (MM). 

Arlet,  Michael,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Tuchmachers  Lorenz  Arlet  in  der  Neustadt-Breslau,  stirbt  auf  der 
Wanderschaft  zu  Schiessberg  in  Ober-Ungarn  am  16.  November  1600,  alt  24  Jahre  (Elis.  u.  MM). 

Arnolt,  Abraham  (Arnold,  Arlet),  Goldschmied,  Sohn  des  Andreas  Arnolt  zu  Bunzel,  heiratet  in  Breslau  als  Geselle 
am  21.  Oktober  1583  Ursula,  die  Tochter  des  Schneiders  Nickel  Seiffert  (MM).  Wird  Anfang  1584  Bürger  und 
Meister.  Wohnt  auf  der  Ohlischen  Gasse.  Stirbt  am  30.  März  1589,  alt  36  Jahre  (MM.).  Seine  Witwe  Ursula 
heiratet  am  14.  Mai  1591  den  Goldschmied  Hans  Heyne  (MM). 

Arnolt,  Caspar,  aurifaber,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Dienstag  nach  Dionysii  (11.  Oktober)  1446.  Erscheint  1451, 
1455, 1458,  1461,  1463,  1468  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.  Kauft  am  Dienstag  vor 
Sixti  (5.  August)  1460  der  Barbara  Lorencz  Stockin  Haus  am  Ringe  zwischen  den  Grundstücken  der  Goldschmiede 
Lorencz  Polak  und  Hans  Bischdorff  (Tradb.  1. 19  b).  Steht  im  Catalogus  civium  von  1470  an  erster  Stelle.  Stirbt  um  1472. 

Arnolt,  Christoph  Ludwig,  Goldschmied,  ist  1718  Trauzeuge  bei  St.  Adalbert  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 

Arnolt,  Hannos  (Arnold),  aurifaber,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Freitag  vor  Simonis  et  Jude  (23.  Oktober)  1444.  Ist 
1452  Zunftältester.  Er  und  seine  Frau  Barbara  reichen  am  Dienstag  nach  Invocavit  (9.  März)  1462  auf  Katharina 
Cuncz  Hafterin  ihrer  Mutter  Teil,  6  Mark  und  7  Mark  Zins,  die  ihr  Vater  Cuncz  Hafter  auf  zwei  Häusern  am 
Ringe  gehabt  hat,  von  denen  eins  Arnolt  besitzt,  das  andere  etwan  Vickers  war  und  nun  von  Meister  Lorencz 
(sc.  Polak  oder  Cretsmer)  dem  Goldschmiede  bewohnt  wird.  (Tradb.  I.  64  b).  Steht  im  Catalogus  civium  von 
1470  an  dritter  Stelle.    Stirbt  um  1475. 

Arnolt,  Melchior,  siehe  Arlet. 

Assig,  Andreas,  (Assigk),  Goldschmied,  Sohn  des  Kretschmers  George  Assig  in  Siegroth  bei  Nimptsch,  Bruder  des 
in  Breslau  tätig  gewesenen  Malers  Nickel  Assig,  wird  1608  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am 
12.  Mai  1608  Sabina,  geb.  Helman,  die  Witwe  des  Goldschmiedältesten  Hans  Müller  (MM).  Wohnt  am  Ringe 
im  Hause  zum  Goldenen  Baum,  dann  auf  der  Brustgasse  am  St.  Maria  Magdalenenkirchhofe,  auf  der  Pfnorrgasse 
und  zuletzt  auf  der  Bischofgasse.  Seine  Frau  Sabina  |  &•  (begr.  d.  8.)  Mai  1614  (Elis).  Assig  heiratet  am 
18.  April  1616  Maria,  die  Tochter  des  Diakonus  Johannes  Paritius  (MM).  Es  sterben  ihm  gegen  zwölf  Kinder. 
Sein  Sohn  Andreas  d.  j.,  cand.  iur.  (später  Ratssyndikus)  heiratet  am  9.  Mai  1645  Anna,  die  Tochter  des  Diakonus 
Johannes  Jordan  (MM).  Seine  Tochter  Justina  heiratet  Ostern  1649  den  Siegel-  und  Wappenschneider  Ferdinand 
Krallowitz  (Elis).  Assig  stirbt  als  Zunftältester  am  16.  (begr.  d.  18.  oder  19.)  Dezember  1651,  alt  74  Jahre  17  Tage 
(Elis.  u.  MM).    Seine  Witwe  Maria  |  24.  (28.)  II.  1653. 

Assmann,  Ferdinand  Wilhelm  August,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  20.  März  1845,  Sohn  des  Wagenbauers 
Franz  Assmann,  lernt  bei  Robert  Markfeldt  von  Ostern  1859  bis  Oktober  1863.  Tritt  am  9.  November  1878  in 
die  Innung  ein,  scheidet  am  25.  Januar  1881  wieder  aus. 

Bach,  Heinrich  Andreas  David,  Gold-  und  Silberarbeiter,  geb.  in  Glaucha,  Sohn  des  Ökonomie-Inspektors  Heinrich 
Bach,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  21.  Mai  1819,  alt  26  Jahre.  Meldet  sich  am  19.  September  1822  als 
Stückmeister,  arbeitet  einen  silbernen  Fischausleger  und  wird  am  12.  Mai  1823  als  Innungsmeister  rezipiert. 
Stirbt  1834.  Seine  Witwe  führt  mit  Hilfe  des  Silberarbeiters  Carl  Julius  Beck  das  Geschäft  weiter.  Bach 
zeichnet:  BACH  BRESLAU,  positiv  eingeschlagen. 


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a.  Tischleuchter,  Silber,  in  Empireformen.    H.  12  cm.    Mit  obigen  Stempeln.  —  Arthur  von  Machui,  Breslau. 

Bachleidtner,  Baltzer  (Balthasar  Bacheleuter),  Goldschmiedgeselle  aus  Bayern,  heiratet  in  Breslau  am  29.  September  1659 
Anna,  die  Tochter  des  f  Parchners  Hans  Reimit,  Dienerin  bei  dem  Goldschmiede  Hans  Boy  (MM).  Arbeitet 
darauf  als  Pfuscher  im  Dominikanerkloster  zu  St.  Adalbert.  Am  10.  Mai  1662  beantragt  der  Rat  seine  Aus- 
weisung. Der  Prior  des  Klosters  antwortet  am  31.  Mai  unter  Beifügung  eines  Schreibens  Bachleidtners,  worin 
dieser  angibt,  dass  er  nur  vom  Besteller  selbst  geliefertes  Silber  verarbeitet  habe,  da  er  zu  arm  sei,  sich  eigenes 
Silber  anzuschaffen,  dass  er  ferner  für  seine  Privatarbeiten  nur  Kupfer  und  Messing  verwendet  habe  und  dass 
die  Goldschmiede  nur  aus  eitlem  Hass  gegen  ihn  allerlei  Beschuldigungen  aufgebracht  hätten.  Der  Prior  ist 
nicht  gewillt,  den  Bachleidtner  auszuliefern  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  St.  Breslau  II  lOd  3). 

Baeck  [Baecke],  siehe  Beck. 

Bär,  Felix,  gewesener  Goldarbeiter  und  Mitwohner,  war  zu  Kaiisch  in  Polen  als  Goldarbeiter  tätig,  heiratet  am 
27.  Mai  1727  Agneta  Magdalena,  die  Tochter  des  f  Dr.  med.  Sigmund  Grass  in  Jauer  (MM). 

Barbi,  Johann  Gottlieb,  Goldarbeitergeselle,  ist  1759  Trauzeuge  (MM).  Seine  Witwe  Susanna  Eleonoraf  4.  X.  1792.  (Elis.). 

Baritsch,  Joachim  (Jochem  Bartsch,  Baerth),  wird  1584  Bürger  und  Meister.  Wohnt  auf  der  Schmiedebrücke,  später 
auf  dem  Neumarkte.  Stirbt  Anfang  März  1591.  Seine  Witwe  Salome  heiratet  am  25.  Juli  1594  den  Schuhknecht 
Valten  Henne  (MM). 

Bartel,  Frantz  (Bartell),  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  23.  September  1531,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister. 
Ist  im  Catalogus  civium  von  1579  nicht  mehr  genannt.  Auf  ihn  bezieht  sich  vielleicht  das  auf  Taf.  III  No.  51 
abgebildete  Meisterzeichen  (Hausmarke?),  wenigstens  findet  sich  auf  einem  Renaissancekelche  in  der  kath.  Pfarr- 
kirche St.  Johannis  bapt.  in  Hultschin  (siehe  unter  No.  d.)  neben  dem  Meisterzeichen  in  leichter  Einritzung  das 

Monogramm  "0".  Folgende  Arbeiten  tragen  die  auf  Taf.  III  No.  51  abgebildete  Marke: 

a.  Pokal,  Silber  vergoldet  und  zum  Teil  emailliert,  in  den  Formender  Frührenaissance,  mit  getriebenen  figür- 
lichen Darstellungen,  Wappen,  Inschriften,  Münzen  und  Medaillen  in  trefflichster  Arbeit.  In  den  figürlichen 
Teilen  verwandt  mit  dem  auf  Seite  23  Fig.  11  abgebildeten  Barettschmuck.  H.  49  cm.  Meisterz,  nebst  einer 
noch  nicht  entzifferten  Inschrift  (ohne  Beschauz.).  —  Slg.  f  Baron  Carl  von  Rothschild,  Frankfurt  a.  M.  — 
Stammt  aus  Brieg.  Wohl  ein  Geschenk  der  Stadt  Brieg  an  Herzog  Friedrich  III.  von  Liegnitz  zu  dessen 
Vermählung  im  Jahre  1538.  —  Katalog  der  Ausstellung  in  Budapest  1884,  S.  151,  mit  Abb.  S.  154,  enthält  ein  Fak- 
simile der  noch  ungedeuteten  Inschrift.  —  Abgebildet  und  beschrieben  in  der  Publikation  „Chefs-d'oeuvre  d'or- 
fevrerie  ayant  figure  ä  l'exposition  de  Budapest  de  1884"  S.  97—100.  —  H.  Lutsch,  Verzeichnis  der  Kunstdenk- 
mäler der  Provinz  Schlesien,  Bd.  II  Lieferung  3  S.  297.  —  Rosenberg,  Der  Goldschmiede  Merkzeichen,  S.  135  Nr. 485. 

b.  Riebisch-Becher,  Silber  vergoldet,  gegossen,  konisch,  ganz  glatt,  auf  dem  Deckelknopfe  in  Schwarz  und 
Silber  umgeben  von  blauem  Email  das  Wappen  der  Familie  Riebisch,  am  Deckelrande  die  Inschrift 
„DONVM  HENRICI  RIBISCH  DOCTOR^E^M.  D.  XLII."  Im  Boden  eingelassen  eine  Medaille  auf  Heinrich 
Riebisch  von  1530.  H.  16,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  I  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunst- 
gewerbe und  Altertümer,  Breslau. 

c.  Löffel,  Silber  vergoldet,  mit  schwerer  ovaler  Laffe  und  kurzem,  ein  wenig  aufwärts  gebogenem  Griffe, 
darauf  in  Gravierung  das  W  des  Breslauer  Stadtwappens  und  die  Inschrift  „COC.  SENA  .  W."  L.  13,5  cm. 
Ohne  Beschauz.  u.  Meisterz.,  doch  wohl  eine  Arbeit  desselben  Meisters.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunst- 
gewerbe und  Altertümer,  Breslau. 

d.  Kelch,  Silber  vergoldet,  von  eigenartiger  Form.  Der  Fuss  und  der  ganz  flachgedrückte  Nodus  sechspassig 
verschränkt  mit  spätgotischem  Astwerk,  auf  beiden  wie  auf  der  unteren  Kuppahälfte  Medaillons  mit  römischen 
Kaiserköpfen  auf  translucid  emailliertem  Grunde  und  Rosetten.  H.  20  cm.  Beschauz.  W.  Typus  I,  Meisterz, 
und  obiges  Monogramm.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Johannis  bapt.,  Hultschin  Kr.  Ratibor. 

Bartel,  Georg,  Goldschmiedgeselle  von  Saalfeld,  heiratet  in  Breslau  am  25.  August  1562  Anna,  die  Tochter  des 
t  Gregor  Fromich  von  Bunzel  (MM).    Wird  in  Danzig  Meister.    Dort  stirbt  seine  Witwe  am  6.  XII.  1582  (MM). 
Bartel,  Hans,  Goldschmiedgeselle,  heiratet  1543  Sibilla,  die  Tochter  des  Adrian  Stammer  (Elis.). 
Bartelmee,  Hans,  siehe  Bartolme. 

Barth,  Johann  Christian  Ludwig,  Goldarbeiter,  lernt  in  Berlin  bei  Gottfried  Ludwig  Wilm  vom  Januar  1790—1795, 
arbeitet  in  Breslau  bei  Samuel  Christoph  Thun  als  Meisterstück  einen  goldenen  Beschlag  für  einen  Haarkamm, 
wird  Meister  am  5.  Mai  und  Bürger  am  11.  Juli  1806.    Ist  in  der  Meisterliste  von  1826  das  letzte  Mal  erwähnt. 

Barthel,  Johann  Heinrich,  Goldschmiedgeselle,  am  8.  (10.)  Dezember  1720  stirbt  seine  Witwe  Rosina  Margareta  (Elis). 

Barthol,  Johann  Friedrich  August  (Bartholdt,  Parthol),  Silberarbeiter,  geb.  in  Berlin,  Sohn  des  Bauschreibers  Friedrich 
Ehrenreich  Barthol,  lernt  in  Berlin  bei  Johann  Jacob  Sandrath  von  Neujahr  1794—1799.    Heiratet  in  Breslau  als 


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Geselle  am  21.  Februar  1803  Susanna  Christiane,  die  Tochter  des  Grenzjägers  Joseph  Reimpold  (MM).  Arbeitet 
bei  Joseph  Gottlieb  Lederhose  als  Meisterstück  einen  silbernen  Tafelaufsatz,  wird  Meister  am  22.  Februar  1805. 
Scheidet  in  demselben  Jahre  wieder  aus  der  Innung. 
Bartholomaeus  Goltsmed,  siehe  Bartholomaeus  de  Glogovia. 

Bartolme,  Hans  (Bartolmus,  Bartelmee),  Goldschmied,  wird  Ende  1544  Meister.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am 
20.  Februar  1545.  Heiratet  als  Witwer  im  September  1554  Elisabeth,  die  Tochter  des  Jane  von  Holcz  (MM). 
Stirbt  um  1565.  Seine  nachgelassene  Tochter  Katharina  heiratet  am  19.  Februar  1566  den  Goldschmied  Sebastian 
Goldthoff  (MM). 

Bartsch,  Jochem,  siehe  Joachim  Baritsch. 

Baudeman,  Johann  Heinrich  [Friedrich  Gottfried],  Goldarbeiter,  Sohn  des  Schuhmachers  Christoph  Baudeman  in 
Steinau  a.  O.,  arbeitet  in  Breslau  bei  Christian  Schlencker  als  Meisterstück  einen  Uhrhaken  nebst  Ring,  wird 
Meister  und  Bürger  am  1.  Oktober  1738.  Heiratet  am  4.  November  1738  Elisabeth,  die  Tochter  des  gräfl.  Haus- 
meisters Johann  George  Schmidt  (Elis.).    Stirbt  am  18.  (begr.  d.  20.)  Februar  1758,  alt  56  Jahre  (Elis.). 

Baumgart,  Johann  Ernst,  siehe  Braungart. 

Baumgart,  Peter  vom  (Bawmgarten,  Bomgart),  von  Mecheln,  Goldschmied,  wird  Ende  1534  Meister,  erwirbt  das 
Breslauer  Bürgerrecht  am  26.  Januar  1535.  Reicht  am  1.  September  1544  sein  Haus  am  Ringe  zwischen  Sigmund 
Lindner  und  etwan  Hans  Oler  (in  der  Nähe  der  Stockgasse)  dem  Marcus  Sulczer  und  seiner  Frau  Katharina  zu 
einem  Wechsel  und  Freimarkte  (Tradb.  VII.  36 h).  Seine  Tochter  Maria  heiratet  am  30.  August  1558  den  Gold- 
schmied Baltzer  Glaser  (MM).  Baumgart  bürgt  am  20.  Februar  1563  für  den  Goldschmied  Baltzer  Laser  vom 
Brieg  [von  der  Schweidnitz]  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  St.  Breslau  II  10  d.  la).  Er  stirbt  1563.  Seine  Tochter  Rosina 
heiratet  1564  den  Goldschmiedgesellen  Paul  Packepusch  (Elis.). 

Bayer,  siehe  Beyer. 

Beck,  Carl  Julius,  Silberarbeiter,  geb.  in  Rawitsch,  lernt  in  Breslau  bei  Heinrich  Andreas  David  Bach  von  Ostern 
1823 — 1828.  Arbeitet  seit  1835  in  dem  Geschäft  der  verwitweten  Frau  Bach.  Wird  Innungsmitglied  am 
15.  (16.)  Juli  1851.  Ist  von  1861—1893  Innungsobermeister,  wird  am  17.  Oktober  1888  Ehrenmitglied.  Bleibt  in 
der  Innung  bis  zu  ihrer  Auflösung  am  13.  Oktober  1893. 

Beck,  George  (Becke,  Baek,  Bäck,  Baecke,  Boeck,  Böck,  Boecke),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Gold- 
schmiedes Jeremias  Beck,  der  1565  Meister  wird.  Heiratet  am  3.  September  1591  Regina,  die  Tochter  des 
f  Krämers  Valten  Kolmitz  (MM),  wird  dadurch  Schwager  des  Daniel  Mohner.  Wird  Anfang  1592  Bürger  und 
Meister.  Wohnt  auf  der  Schuhbrücke.  Wird  1607  von  den  Ältesten  und  Jüngsten  der  Goldschmiedezeche  verklagt, 
weil  „er  sie  mit  gantz  beschwerlichen  vnd  nachteiligen  reden  vorletzt  vndt  angriffen  habe";  er  erhält  eine  Gefängnis- 
strafe und  muss  am  16.  November  1607  vor  den  Schoppen  und  Ratmannen  geloben,  sich  bescheidener  zu  ver- 
halten sowie  der  Zechen  Brauch  und  Privilegien  gemäss  zu  leben.  Im  Jahre  1614  beschliessen  die  zünftigen 
Meister,  den  George  Beck  in  ihrem  Mittel  nicht  mehr  dulden  zu  wollen,  „weil  er  nicht  allein  wieder  handwergs- 
gewonheit  keinen  offenen  laden  eine  zeit  lang  gehabt,  sondern  auch  sonst  vielfaltig  wider  handtwergsordnung 
gelebet,  einen  silbernen  groschen  mit  einem  güldenen  rande  an  stat  eines  vngrischen  gülden  gegen  münz 
zuuorwechseln  geschicket  .  .  .  ."  Alle  Meister  bis  auf  Daniel  Mohner  und  Rudolph  Fesch,  die  mit  Beck  ver- 
schwägert sind,  unterzeichnen  zwischen  dem  8.  April  und  6.  Mai  1614  den  Beschluss.  Beck  beleidigt  1616  den 
Innungsmeister  Christoph  Stimmel,  wird  mit  Haft  bestraft,  muss  am  31.  August  um  Verzeihung  bitten  und  ruhiges 
Verhalten  geloben.  (Lib.  definit.  IV.  183b  _  184  a,  277»  —  278b,  v.  13a).  Ein  Gesuch  Beckes  an  den  Kaiser 
um  „Communication"  des  Beschlusses  von  1614  wird  am  19.  November  1616  abschlägig  beantwortet  (Lib. 
magnus  III.  30  a).  im  Jahre  1618  wird  Beck  nochmals  beim  Breslauer  Magistrat  wegen  Aufhebung  der  Aus- 
schliessung von  der  Innung  vorstellig,  doch  wird  ihm  am  19.  Januar  1619  der  Bescheid,  den  Rat  sowie  die 
Zeche  unbehelligt  zu  lassen.  Am  12.  August  1620  beschwert  sich  Beck  ohne  Erfolg  bei  den  Ratmannen  über 
den  Goldschmiedgesellen  Albrecht  Luckertt  (Lib.  definit.  V.  58,  98 b— 99a).  Seine  Tochter  Regina  heiratet  am 
24.  Oktober  1622  den  Balthasar  Krause  (MM).  Seine  Frau  Regina  f  6.  (begr.  d.  8.)  X.  1633  (Elis.).  Er  selbst 
stirbt  am  31.  Januar  (begr.  d.  3.  Februar)  1637  hinter  der  kaiserlichen  Burg,  alt  72  Jahre  (Elis.). 

Beck,  Jeremias  (Becke,  Baeck,  Bäck,  Baecke,  Boeck,  Böck,  Boecke),  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  am  17.  De- 
zember 1564  Brigitta,  die  Tochter  des  Haubenschmieds  George  Rorbach  (MM).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am 
9.  März  1565,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Wohnt  auf  der  Altbüssergasse.  Seine  Tochter  Dorothea  heiratet 
am  10.  Juni  1586  den  Bildhauer  und  Schnitzer  Christoph  Junge  (MM).  Beck  stirbt  im  August  1590.  Seine 
Tochter  Anna  heiratet  am  26.  Mai  1592  den  Goldschmied  Rudolph  Fesch  (MM).  Seine  Witwe  Brigitta  j  8. 
(begr.  d.  10.)  XI.  1618  (Elis.). 

6 


42 


Beck,  Jeremias,  (Baeck,  Boeck),  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  getauft  am  26.  März  1577  (MM),  Sohn  des 
Goldschmieds  Jeremias  Beck,  der  1565  Meister  wird  und  Bruder  des  George  Beck,  der  1592  Meister  wird, 
beschwert  sich  am  12.  August  1620  bei  den  Ratmannen  ohne  Erfolg  über  den  Goldschmiedgesellen  Albrecht 
Luckertt   (Lib.  definit.  V.  98  b— 99  a). 

Beck,  Jeremias  (Baeck,  Boeck),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  George  Beck,  heiratet  als 
Geselle  am  1.  Oktober  1630  Magdalena,  die  Witwe  des  Goldschmieds  Christoph  Giebel  (Gebel)  in  Glatz  (Elis.). 
Kann  als  Meister  keine  eigene  Werkstatt  gehabt  haben,  da  sein  Name  im  Catalogus  civium  von  1617  und  1640 
nicht  vorkommt.  Wohnt  auf  der  Altbüssergasse.  Stirbt  am  15.  Oktober  1666,  alt  70  Jahre  9  Monate.  Seine 
Witwe  Magdalena  f  31.  VIII.  (begr.  d.  2.  IX.)  1672  (Elis.). 

Beck,  Lazarus,  Goldschmiedgeselle,  am  31.  Oktober  1585  stirbt  seine  Tochter  Anna. 

Beckensteiner,  Benedict  [Benjamin]  Jacob  (Beckenstein),  Goldschmied,  Sohn  des  Nürnberger  Goldschmieds  Matthäus 
Beckensteiner,  arbeitet  in  Breslau  bei  Johann  Peter  Ziegler  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel, 
wird  Meister  im  Februar  und  Bürger  am  18.  April  1721.  Heiratet  am  6.  Mai  1721  Johanna  Susanna,  die  Tochter 
des  |  Malers  George  Schart  (Elis.).  Seine  Frau  Johanna  Susanna  f  28.  (begr.  d.  30.)  III.  1757  (Elis.).  Er  selbst 
stirbt  am  11.  März  1758  (Elis.). 

Becker,  Carl  Wilhelm,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Carl  Friedrich  Namikowski  vom  Qu.  Trinitatis  1796, 
dann  bei  Heinrich  August  Breibisch  vom  Qu.  Reminiscere  1797 — 1800.  Arbeitet  bei  Johann  Bernhard  Hoensch 
als  Meisterstück  ein  goldenes  Diadem,  wird  Meister  am  5.  April  und  Bürger  am  21.  Juni  1805.  Läuft  1806  davon. 

Becker,  Johann  Siegmund,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Tuchmachers  Becker  zu  Freistadt  im  Glogauischen,  stirbt 
in  Breslau  am  7.  August  1707,  alt  27  Jahre  (Elis.),  hat  bei  Hans  Jachman  d.  j.  in  Arbeit  gestanden. 

Beer,  Christoph  Carl  Sigismund,  Goldarbeiter,  geb.  zu  Fürth  in  Bayern,  lernt  in  Bayreuth  bei  dem  Hofjuwelier 
Meichsner.  Meldet  sich  in  Breslau  am  16.  März  1756  als  Stückmeister.  Nachdem  sich  die  Innung  bei  dem  Magistrat 
von  Bayreuth  nach  der  Richtigkeit  des  Geburts-  und  Lehrbriefes  erkundigt  hat,  wird  Beer  am  16.  Juni  1756  als 
Stückmeister  zugelassen  und  legt  die  Zeichnung  zu  einem  Prälatenkreuze  vor,  bittet  jedoch,  ein  anderes  Meister- 
stück anfertigen  zu  dürfen,  da  er  das  Kreuz  innerhalb  der  vorgeschriebenen  Zeit  nicht  vollenden  könne.  Weist 
am  31.  März  1757  einen  Plack  und  Ring  auf  und  wird  als  Meister  rezipiert.  Erwirbt  am  6.  September  1757  das 
Bürgerrecht.    Stirbt  am  16.  (17.)  Februar  1758. 

Beer,  Stenzel,  Goldschmiedgeselle,  am  4.  Februar  1613  stirbt  seine  Witwe  Barbara. 

Begel,  Christian,  siehe  Bogel. 

Beger,  Christian  Gottlieb,  siehe  Böger. 

Beheme,  Hans,  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  23.  September  1531,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Ist 
im  Catalogus  civium  von  1544  nicht  mehr  erwähnt.  Seine  Tochter  Magdalena  heiratet  am  8.  August  1557  den 
Zuckermachergesellen  Hans  Zigler  (MM).  Seine  Tochter  Martha  heiratet  am  8.  Mai  1581  den  Büttner  Lorenz 
Ecke  (MM). 

Beier,  siehe  Beyer. 

Beil,  siehe  Beyl. 

Beinett,  Franz,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Stadtmaurers  Franz  Beinett  in  Brieg,  heiratet  in  Breslau  1581  Eva,  die 

Witwe  des  Wundarztes  Christoph  Ulrich  (Elis.). 
Beisker  [Beisger],  Augustin,  siehe  Peisker. 

Bendel,  Caspar,  (Benndell),  Goldschmied,  Sohn  des  Tuchmachers  Joachim  Bendel  in  Striegau,  wird  1575  in  Breslau 
Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  2.  Advent  1575  Helena,  die  Tochter  des  f  Hans  Greiser  (Elis.).  Seine  Frau 
Helena  f  2./9.  XII.  1588.  Bendel  heiratet  am  30.  Oktober  1589  Martha,  die  Tochter  des  städtischen  Beisitzers 
im  Schweidnitzer  Keller  Jeremias  Kreusig  (MM).  Seine  Frau  Martha  f  13./20.  VIII.  1593.  Er  selbst  stirbt  am 
20./27.  August  1599.  Seine  Witwe  Anna  (Frau  aus  dritter  Ehe)  f  13.  (14.)  I.  1623  (Elis.).  Bendel  zeichnet 
CB  Iigiert,  vgl.  Taf.  III  Nr.  61. 

a.  Deckelpokal,  Silber  mit  wenig  Vergoldung,  die  das  gravierte  Arabeskenwerk  auf  den  Rändern  der  Gefäss- 
wandung  und  am  Deckel  sowie  das  getriebene  Rollwerk  des  Fusses  hervorhebt.  Mit  dem  Wappen  des 
Stifters  Quirinus  Schlaher.  Datiert  1578.  H.  incl.  Deckel  22,2  cm.  Beschauz.  W  Typus  II,  Meisterz.  u. 
Kriegssteuerst.  —  Kleinodien  der  Schiesswerderschützen  in  Breslau.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe 
und  Altertümer,  Breslau.    (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  V  S.  247  Nr.  6,  abgeb.  Taf.  II  Nr.  2.) 

b.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  in  Gravierung  das  Haupt  Christi  sowie  die  Wappen 
des  Andreas  Heugel  und  der  Elisabeth  Gafronin  zu  Dreske.  An  dem  Nodus  Engelsköpfe.  Der  Kuppabelag 
mit  Renaissance-Rollwerk.  H.  19  cm.  Beschauz.  W  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  — 
Evang.  Pfarrkirche  St.  Trinitatis,  Juliusburg  Kr.  Öls. 


43 


Berge,  Jacob  vom,  siehe  Jacobus  de  Montibus  Kuttenis. 

Berger,  Heinrich,  Goldschmiedgeselle  von  Hessen-Cassel,  stirbt  in  Breslau  am  17.  (19.)  April  1737,  alt  28  Jahre  (Elis). 
Berger,  Jacob,  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  im  Mai  1553  Sibilla,  die  Tochter  des  Plattners  Thomas  Frantz  (MM). 

Wird  Ende  1553  Meister,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  9.  Februar  1554.    Ist  im  Catalogus  civium  von  1579  nicht 

mehr  genannt. 

Berger,  Johann  Christian  Wilhelm,  Goldarbeiter,  wird  Bürger  am  12.  Januar  1816  und  Innungsmeister  am  21.  August 
1820.    Ist  Ältester  von  1834—1839.    Stirbt  1839. 

Berger,  Joseph,  Silberarbeiter,  reicht  am  1.  Juli  1872  sein  Aufnahmegesuch  bei  der  Innung  ein,  wird  am  14.  Oktober 
1872  als  Mitglied  aufgenommen.    Bleibt  Mitglied  bis  zum  13.  Oktober  1893. 

Bernhart,  Goltsmed,  wird  in  den  Schöppenbüchem  zwischen  1362 — 1366  erwähnt.  Sophy,  die  Hausfrau  Bernharts 
reicht  1362  der  Elzebet,  Nickel  Closes  (=  Nicloses)  Frau  zu  desselben  ihres  Mannes  Händen  das  Erbe  halb  bei 
Hensel  Lobdaw  zu  einem  rechten  Kaufe  (Schöppenb.  II.  172,277).  Bernhart  aurifaber  verreicht  1366  der  Elisabet 
Urbanynne  1  Mark  jährl.  Zins  auf  sein  Erbe  auf  der  Altbiissergasse,  wiederverk.  um  10  Mark  (Schöppenb.  II.  327 

Bernt,  Johann  Carl  Gottlieb  (Berndt),  Silberarbeiter,  geb.  in  Wohlau,  Sohn  des  dortigen  Goldarbeiters  Johann  Gottlieb 
Bernt,  lernt  in  Breslau  bei  Gottlieb  Benjamin  Neidner  vom  5.  Juni  1782  bis  18.  September  1783,  dann  bei  Carl  Gottlieb 
Gröger  bis  19.  Februar  1788.  Arbeitet  bei  Gottfried  Benjamin  Weigelt  als  Meisterstück  eine  Kaffeekanne  nebst 
Milchkännchen  (etwa  von  dem  auf  Seite  9  Fig.  6  abgebildeten  Typus),  wird  Meister  am  5.  Januar  und  Bürger  am 
16.  Mai  1797.  Heiratet  im  Februar  1798  Johanna  Eleonora,  die  Tochter  des  Zimmermanns  J.  G.  Berger  in  Prausnitz 
(Elis.).  Stirbt  1816.  Seine  Witwe  setzt  bis  1824  die  Werkstatt  fort.  Nach  ihrem  Tode  bittet  die  Tochter  Caroline 
Bernt  die  Innung,  das  Geschäft  weiter  führen  zu  dürfen.  Ihr  Gesuch  wird  am  28.  Dezember  1824  abschlägig 
beantwortet.    Sie  erhält  nur  die  Vergünstigung,  noch  drei  Monate  Arbeiten  zum  Stempeln  einliefern  zu  dürfen. 

Bertoldus,  aurifaber  Wratislaviensis,  sein  älterer  Bruder  Tilo  und  sein  jüngerer  Bruder  Jacobus,  ebenfalls  beide 
aurifabri,  sind  Mitglieder  einer  Breslauer  Goldschmiedfamilie,  die  von  Herzog  Heinrich  VI.  v.  Breslau  für  eine 
elterliche  Schuld  von  150  Mark  und  für  12  Mark,  die  der  Herzog  persönlich  empfangen  hat,  am  31.  Januar  1318 
den  Breslauer  Brenngaden  (Münze)  erhält.  (Original-Urkunde  im  Bresl.  Stadtarchiv,  A.  23;  abgedr.  bei  Drescher, 
Schles.  diplom.  Nebenst.  71,  und  bei  Georg  Korn,  Bresl.  Urkundenbuch  I  Urk.  102.  —  Bresl.  Stadtarchiv,  Albrecht 
v.  Reicheiis  Manuskript,  R.  928  a,  S.  77). 

Bertram,  Georg,  bewirbt  sich  1661  um  ein  Privileg  zum  alleinigen  Betrieb  der  gesponnenen  Gold-  und  Silberarbeit 
in  Breslau  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Rep.  17.  Stadt  Breslau,  II  15  e). 

Bettiger,  siehe  Böttiger. 

Betz,  Caspar,  Goldschmied  in  Nürnberg,  hält  sich  1584  in  Breslau  auf.  (Hampe,  Nürnberger  Ratsverlässe,  Bd.  II  S.  1 26 f.). 
Beu,  Daniel,  siehe  Boy. 

Beuthner,  Carl  August  (Beuttner),  Goldarbeiter,  geb.  in  Dresden,  meldet  sich  in  Breslau  als  Stückmeister  am  26.  Mai 
1785,  arbeitet  bei  Johann  Christian  Schlencker  ein  Paar  Ohrgehänge  mit  Rauten,  wird  Meister  am  11.  April  1786. 
Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  11.  Februar  1788.    Ist  in  der  Meisterliste  von  1812  das  letzte  Mal  genannt. 

Beyer,  Adam  Carl,  Goldschmiedgeselle,  am  30.  Oktober  1704  stirbt  ihm  ein  Kind. 

Beyer,  Johann  Gottlieb  (Bayer,  Beier),  Silberarbeiter,  geb.  in  Liegnitz,  meldet  sich  in  Breslau  am  13.  Januar  1755 
als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Stephan  Christian  Luttroth  ein  Giessbecken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  16.  April 
und  Bürger  am  2.  Juni  1755.    Stirbt  am  8.  Juli  17(33. 

Beyer,  Johannes,  aurifaber,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Mittwoch  nach  Briccii  ep.  (14.  November)  1414,  Bürge  ist 
Reyche  Jocob.    Ist  am  16.  Mai  1432  im  Schöppenbuch  XIII  erwähnt. 

Beyer,  Moritz  Carl  Joseph,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Erbsassen  und  Ziergärtners  Johann  Beyer,  lernt 
bei  Paul  Leonhard  Schmidt  von  Johannis  1823  bis  Michaelis  1828.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  6.  Januar  1846, 
alt  38  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Beyl,  Christian  (Beyhl,  Beyll,  Beil,  Beill),  Silberarbeiter,  Sohn  des  Salzwirkers  Andreas  Beyl  in  Halle,  Bruder  des  Silber- 
arbeiters Thomas  Beyl,  wird  Meister  im  März  und  Bürger  am  14.  August  1725.  Heiratet  am  11.  September  1725 
Johanna  Margareta,  die  Tochter  des  f  Handelsmannes  Friedrich  Ferdinand  Förster  (Elis.).  Eröffnet  seine  Werk- 
statt am  29.  September  1725.  Wird  1729  König  der  Schiesswerder-Schützen  und  stiftet  ein  Kleinod  (heute  im 
Schles.  Mus.  f.  Kunstgew.  u.  Altertümer).  Seine  Tochter  Rosina  Elisabeth  heiratet  am  26.  Oktober  1746  den 
Goldarbeiter  Gottfried  Gideon  Eberlein  d.  j.  (Elis.).  Beyl  ist  seit  1747  Zunftältester  und  seit  1758  mutmass- 
licher Stempelmeister  mit  dem  Buchstaben  G.  Seine  Tochter  Johanna  Martha  heiratet  am  25.  Juni  1758  den 
Kaufmann  Carl  Melchior  Schmelz  (Elis.).  Seine  Tochter  Johanna  Christiana  heiratet  am  7.  November  1758  den 
Apotheker  Gottlieb  Siegfried  Görke  in  Militsch  (Elis.).  Seine  Tochter  Johanna  Magdalena  heiratet  am  25.  August  1760 
den  Kaufmann  Christian  Gottlieb  Lange  (Elis.).    Beyl  feiert   am  29.  September  1775  sein  fünfzigjähriges  Meister- 

6* 


44 


jubiläum.    Das  Mittel  schenkt  ihm  einen  silbernen,  innen  vergoldeten  Pokal  mit  Inschrift  und  Datum;  die  Gesellen 
bringen  ihm  einen  Fackelzung  und  Abendmusik  mit  Pauken  und  Trompeten.    Beyl   legt  am  19.  September  1776 
wegen  hohen  Alters  seine  Ehrenämter  nieder.    Stirbt  am  9.  (begr.  d.  13.)  Januar.  1778,  alt  84  Jahre  5  Wochen 
(Elis.).    Seine  Witwe  Johanna  Margareta  f  1-  (begr.  d.  3.)  X.  1780  (Elis.).   Beyl  zeichnet  CB,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  144. 
a.  Ehrenbecher  des  Gottfried  Pohl,  Prorektors  und  Professors  am  Elisabethgymnasium,  Silber,  innen  ver- 
goldet, mit  Breslauer  Stadtwappen,  Widmungsinschrift  und  spätem  Laub-  und  Bandelwerkdekor  in  Gra- 
vierung.   Auf  dem  Deckel,  getragen  von  vier  Bügeln,  das  Haupt  Johannes  des  Täufers  auf  der  Schüssel. 
Datiert  1736.    H.  28  cm.   Johanneskopf  Typus  X,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum 
für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 
Beyl,  Ferdinand  Christian  (Beil,  Beul),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Christian  Beyl,  lernt 
bei  Benjamin  Kochmann  von  1744 — 1749,  wird  Geselle  am  4.  März  1749.    Erhält  1756  von  König  Friedrich  dem 
Grossen  die  Kgl.  Hoffreiheit  und  die  Erlaubnis,  den  Kgl.  Adler  an  seiner  Werkstatt  auszuhängen  (Protokollb. 
15.  Sept.  1756).    Meldet  sich  als  Stückmeister  am  11.  März  1757,  arbeitet  bei  seinem  Vater  eine  mit  Brillanten 
und  Smaragden  besetzte  Egrette  und  einen  Ring,  wird  Meister  am  5.  April  und  Bürger  am  5.  Juni  1758.  Heiratet 
am  6.  November  1759  Maria  Magdalena,  die  Tochter  des  Kaufmanns  Wilhelm  Döring  (Elis.  u.  MM).    Seine  Frau 
f  3.  (begr.  d.  5.)  II.  1768  (Elis.).    Beyl  heiratet  am  19.  Juni  1771  Rosina  Dorothea,  geb.  Rudolph,  die  Witwe  des 
Zinngiessers  Caspar  Scholtz  (Elis.).    Ist  Ältester  seit  1789.    Stirbt  am  13.  (begr.  d.  16.)  Juni  1798,  alt  68  Jahre  (MM). 
Seine  Witwe  Rosina  Dorothea  f  25.  (begr.  d.  28.)  III.  1803  (Elis.). 
Beyl,  Gottfried  (Bleyel),  Goldschmiedgeselle,  stirbt  am  6.  (begr.  d.  8.)  Januar  1732,  alt  26  Jahre  28  Wochen  (MM). 
Beyl,  Jacob,  Goldschmied,  am  1.  Januar  1725  stirbt  seine  Witwe  Anna  Regina. 

Beyl,  Samuel  Andreas  (Beil)  Goldarbeiter,  Sohn  des  Silberarbeiters  Christian  Beyl,  Bruder  des  Goldarbeiters  Ferdinand 
Christian  Beyl,  lernt  bei  Benjamin  Kochmann  vom  30.  Dezember  1749  bis  17.  September  1754.  Meldet  sich  am 
22.  März  1764  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  seinem  Vater  einen  mit  Rauten  und  Rubinen  besetzten  Plack,  wird  Meister 
am  28.  Juni  1764  und  Bürgeram  19.  November  1770.  Stirbt  am  10.  (begr.  d.  13.)  April  1798,  alt  63  Jahre  7  Monate  (Elis.). 

Beyl,  Thomas  (Beyel,  Beyll,  Beil,  Beihl),  Silberarbeiter,  Sohn  des  Salzwirkers  Andreas  Beyl  in  Halle,  Bruder  des 
Silberarbeiters  Christian  Beyl,  arbeitet  in  Breslau  bei  Johann  Peter  Ziegler  als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst 
Ring  und  Siegel,  wird  Bürger  am  28.  April  und  Meister  am  1.  Mai  1719.  Heiratet  am  11.  Juli  1719  Rosina,  geb. 
Heibig,  die  Witwe  des  Knopfmachers  Christoph  Rose  (Elis.).  Seine  Frau  f  6.  (begr.  d.  9.)  V.  1733  (Elis.). 
Beyl  heiratet  am  16.  Februar  1734  Maria  Magdalena,  die  Witwe  des  Goldarbeiters  Gottfried  Gideon  Eberlein  d.  ä. 
(Elis.).  Seine  Frau  f  21.  (begr.  d.  23.)  VIII.  1745  (Elis.).  Beyl  ist  Ältester  von  1745-1747.  Heiratet  zum  dritten 
Male  am  15.  Juni  1746  Maria  Magdalena,  geb.  Belger,  die  Witwe  des  Kretschtners  Christian  Hoffman  (Elis.). 
Seine  Frau  f  20.  (begr.  d.  22.)  IX.  1757  (Elis  ).  Er  selbst  stirbt  am  1.  (begr.  d.  3  )  Februar  1758,  alt  76  Jahre 
9  Monate  (Elis.).    Beyl  zeichnet  TB  in  einem  Zweipasse,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  136. 

a.  Schüssel  für  Messkännchen,  Silber,  gerippt.   Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  B  positiv,  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst.  Adlertypus.    —    Sandkirche,  Breslau. 

b.  Salzfässchen,   ein  Paar,  Silber,  oval,  glatt.    Johanneskopf  Typus  IX,  Stempelmeisterb.  C,  Meisterz.  u. 
Kriegssteuerst.  FW  (wie  Fig.  9b).  —  Edgar  Graf  Henckel  von  Donnersmarck,  Schloss  Grambschütz  bei  Namslau. 

c.  Taufschüssel,  Silber,  rund,  radial  gerippt.    Datiert  1731.    Dm.  44  cm.   Johanneskopf  Typus  X,  Stempel- 
meisterb. C  u.  Meisterz.    —    Evang.  Pfarrkircrre,  Rawitsch  Prov.  Posen. 

d.  Löffel,  Silber,  Beschauz.  W  Typus  VII,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.    —    Exzellenz  Due,  St.  Petersburg 
(nach  Rosenberg  Nr.  472 a). 

e.  Schale   mit  Kinderfiguren  in  getriebener  Arbeit.   Johanneskopf  u.  Meisterz.    —    1882  bei  J.  &  S.  Gold- 
schmidt, Frankfurt  a.  M.  (nach  Rosenberg  Nr.  472  b). 

Biederman,  Carl,  Goldarbeiter  ausserhalb  der  Innung,  heiratet  1717  bei  St.  Matthias  eine  Kammerjungfer  vom  Sande. 

Biesing,  Heinrich,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Glasers  Albrecht  Biesing  in  Hamburg,  heiratet  in  Breslau  1605 
Ursula,  die  Tochter  des  f  Stadtsoldaten  Jacob  Arlet  (Elis.). 

Bingert,  Friedrich  Wilhelm  (Binger),  Goldarbeiter,  geb.  in  Gross-GIogau,  meldet  sich  in  Breslau  als  Stückmeister  am 
28.  Dezember  1778,  arbeitet  bei  Christian  Hoensch  einen  mit  Rauten,  Rubinen  und  Perlen  besetzten  Halsschmuck, 
wird  Meister  am  11.  Juni  1779.    Ist  in  der  Meisterliste  von  1792  zum  letzten  Male  genannt. 

Bischdorff,  Hans  (Johannes  Bisdorff),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  Dorothee  (6.  Februar)  1456.  Besitzt  ein 
Haus  an  der  Nordseite  des  Ringes  zwischen  Lucas  Hasenfelts  und  Caspar  Arndts  Erbe;  darauf  beziehen  sich 
die  Angaben  im  Traditionsbuch  I  fol.  19b,  23b,  24b,  26b.  Erscheint  1461,  1465,  1467,  1469,  1472,  1475,  1477, 
1479  .  .  1491,  1493  in  den  Geschwoienenh'sten  der  Signaturbücher  als  Zunftältester,  desgleichen  1492  in  den 
Acta  capituli  III  b  17.    Unter  seinem  Seniorate  wird  1472/73  der  grosse  Goldschmiedealtar  errichtet  (vgl.  S.  12). 


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In  den  Schatzverzeichnissen  der  Elisabethkirche,  Nachtrag  von  1496  heisst  es:  „Item  von  Hans  Bischdorf  dem 
goltsmede  ij  kelche  eyner  obirgolt  vnnd  der  ander  nicht  vorgolt  zcu  synte  maternen  Capelle  gegeben  vnnd  eyn 
crewcze  mit  eynem  koppirn  füsse".    (Schultz,  1.  c.  [siehe  S.  1  Anm.  1]  S.  15).    Bischdorff  stirbt  um  1496. 

Bittner,  siehe  Büttner. 

Blachwitz  [Blackwitz],  siehe  Plackwitz. 

Blaschke,  George  (Blaschge,  Blasske,  Blassge,  Bläschke,  Bluschke,  Plesske),  Goldschmied,  Sohn  des  George  Blaschke, 
Kirchdieners  an  der  Schlosskirche  zu  Öls,  wird  in  Breslau  1705  Meister.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  24.  April 
1705.  Heiratet  am  12.  Mai  1705  Regina,  die  Tochter  des  Ratsgeschössers  George  Hehne  (MM).  Seine  Frau 
t  27.  (begr.  d.  29.)  XII.  1715  (Elis.).  Blaschke  heiratet  am  11.  Februar  1721  Eva  Justina,  die  Tochter  des  f  Müller- 
meisters Christian  Föst  (Elis.).  Stirbt  am  2.  November  1728,  alt  57  Jahre  weniger  6  Wochen  1  Tag.  Seine 
Witwe  Eva  Justina  heiratet  am  18.  Oktober  1729  den  Handelsmann  Johann  Gottlieb  Caspari  (MM). 

Bleyel,  Gottfried,  siehe  Beyl. 

Bluschke,  George,  siehe  Blaschke. 

Bock,  Christoph,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  29.  Februar  1544,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.    Stirbt  vor  1579. 
Seine  Witwe  Anna  f  16.  XII.  1586,  alt  64  Jahre  (MM).    Sein  Sohn  Paul  heiratet  am  13.  April  1587  Martha,  die 
Tochter  des  f  Valien  Kien  von  Auras  (MM).    Bock  zeichnet  CB  (nach  Schles.  Vorz.  N.  F.  Bd.  II   S.  171). 
a.  Nautiluspokal,  Silber  vergoldet,  abgebildet  auf  Seite  45  Fig.  13.    Beschauz.  W  u.  Meisterz.  —  Slg.  Pierpont 
Morgan,  zur  Zeit  in  London,  früher  Slg.  Guttmann,  Berlin. 

Bock,  Jörg,  (Pock),  Goldschmiedgeselle  von  Breslau,  wird  1555  in  Nürnberg  Meister.  (Hampe,  Nürnb.  Ratsv.  I.  513,  596). 

Bock,  Paul  (Bog,  Bogk),  Goldschmied  und  Petschierstecher,  wird  Breslauer  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit 
(27.  Februar)  1506.  Kauft  1522  das  Haus  der  f  Margaieta  Angermondin  auf  der  Albrechtsgasse.  Verkauft  in 
demselben  Jahre  sein  Haus  auf  der  Albrechtsgasse,  Ecke  Kuhgasse,  und  reicht  den  Ältesten  der  Goldschmiede 
2  Mark  jährl.  Zins  auf  sein  Haus  auf  der  Albrechtsgasse  zunächst  Matis  Hennigs  Erbe  zu  Händen  armer  Leute 
(Tradb.  IV.  6t»,  7a,  14b).  Stirbt  um  1548.  Seine  Witwe  Helena  heiratet  im  September  1550  den  Goldschmied 
Baltzer  Glaser  (MM).  Seine  Tochter  Rebecca  heiratet  im  Dezember  1550  den  Kannegiesser  Lorencz  Stille,  wird  bald 
Witwe  und  heiratet  im  November  1553  den  Goldschmied  Jorge  Schlefuss  (MM).  Seine  Tochter  Sara  heiratet  im 
Januar  1553  den  Sebastian  Scholcze,  Andres  Heugels  Diener  (MM).  Seine  Tochter  Ester  heiratet  am  6.  Juni  1558 
den  Tischlergesellen  Daniel  Lengfeit  (MM), 
a.  Siegelstempel  mit  dem  neuen  Breslauer  Stadtwappen,  Silber.  Datiert  1530.  Dm.  4,6  cm.  —  Schlesisches 
Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Zeitschr.  d.  Ver.  f.  Gesch.  u.  Altert.  Schlesiens,  Bd.  V  S.  13). 

Bock,  Peter,  Goldschmiedgeselle,  heiratet  im  Dezember  1552  Hedwig,  die  Witwe  des  Parchners  Hans  Tyle  (MM). 

Bockendorff,  Jacobus,  wird  Bürger  am  Sonnabend  nach  Vincentii  1445.  Ist  imCatalogus  civium  von  1470  nicht  mehr  erwähnt. 

Bockinschuch,  Niclos,  siehe  Buckinschuch. 

Bockisch,  Lazarus,  siehe  Bogusch. 

Boeck  [Boecke],  siehe  Beck. 

Böge,  Hans  [Johannes],  siehe  Boy. 

Bogel,  Christian  [Gottlob]   (Begel),  Silberarbeiter,  geb.  in  Oberdorff  bei  Grottkau,  lernt  in   Breslau  bei  George 
Friedrich  Thamm  vom  Juni  1750 — 1757.    Meldet  sich  als  Stückmeister  am  3.  Juni  1779,  arbeitet  bei  Johann 
Christian  Schlencker  ein  silbernes  Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  9.  Juli  1779.    Stirbt  am  5.  Januar  1786, 
alt  51  Jahre.    Bogel  zeichnet  CB  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  171. 
a.  Tisch leuchter,  Silber,  vier  Stück,  im  Empirestil.   Johanneskopf  Typus  XIV,  Stempelmeisterb.  H,  Meisterz, 
u.  Kriegsteuerst.  ffi\f.    —    Arthur  von  Machui,  Breslau. 

Böger,  Christian  Gottlieb  (Beger),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Weinbrenners  Johann  Christian  Böger  auf 
dem  Matthiasgute  vor  dem  Odertore,  meldet  sich  als  Stückarbeiter  am  17.  Juli  1772,  arbeitet  bei  Gottlob  Benjamin 
Werner  einen  mit  Rauten  besetzten  Plack,  wird  Meister  am  13.  November  1772  und  Bürger  am  25.  Januar  1774. 
Heiratet  im  August  1777  Beata  Wilhelmina,  die  Tochter  des  f  Konditors  Heinrich  Hildebrandt  (Elis.).  Stirbt  am 
13.  (begr.  d.  16.)  Februar  1796,  alt  56  Jahre  3  Wochen  (Elis.). 

Böhm,  Goldarbeiter,  seine  Frau  ist  am  3.  April  1715  Taufzeuge  bei  St.  Matthias. 

Böttcher,  Carl  Wilhelm  Eduard,  Goldarbeiter,  geb.  in  Stettin,  Sohn  des  Feuerwerkers  Johann  Böttcher,  erwirbt  das 

Breslauer  Bürgerrecht  am  2.  Juni  1848,  alt  25  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Böttcher,  Johann  Carl  Gottlob,  siehe  Böttiger. 

Böttiger,  Christoph  Engelhard  (Bötticher),  Gold-  und  Silberdrahtzieher,  Sohn  des  Verwalters  Abraham  Engelhard 
Böttiger  zu  Köpenick  in  Brandenburg,  heiratet  in  Breslau  am  20.  Juli  1716  Anna  Elisabeth,  die  Tochter  des 
f  Pfeiffers  Johann  George  Leukom  (Elis.).   Seine  Frau  Anna  Elisabeth  |  22.  (begr.  d.  24.)  I.  1736. 


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Böttiger,  Johann  Carl  Gottlob  [Gottlieb]  (Böttger,  Böttcher,  Bettiger),  Goldarbeiter,  geb.  1773  in  Breslau,  Sohn 
des  Goldarbeiters  Johann  Gottlob  Böttiger,  lernt  bei  Daniel  August  Titze  vom  Qu.  Lucie  1787  bis  Qu.  Reminiscere 
1794.  Arbeitet  bei  Johann  Bernhard  Hoensch  als  Meisterstück  einen  Ring  mit  Rosetten,  wird  Meister  am  3.  Sep- 
tember 1799  und  Bürger  am  6.  Mai  1800.  Heiratet  am  20.  Mai  1800  Christiana  Eleonora  Carolina,  die  Tochter 
des  f  Unteroffiziers  Carl  Gottlieb  Freytag  (Elis).    Ist  von  1836—1841  Stadtverordneter.    Stirbt  am  1 .  Januar  1851 . 

Böttiger,  Johann  George  (Böttger,  Böttcher,  Bötticher,  Bettiger),  Goldarbeiter,  geb.  zu  Stollberg  in  Sachsen,  Sohn  des 
dortigen  Akzise-Inspektors  Salomon  Friedrich  Böttiger,  meldet  sich  in  Breslau  als  Stückmeister  am  17.  Juni  1751, 
arbeitet  bei  Johann  David  Kriebel  eine  mit  Rubinen  und  Diamanten  besetzte  Mache  (Plack,  Patzel)  und  einen 
Blumenring  mit  Brillanten,  wird  Meister  am  23.  September  (14.  Oktober)  1751.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am 
29.  Februar  1752.  Heiratet  am  6.  Februar  1754  Johanna  Rosina,  die  Tochter  des  t  Pfarrers  Johann  Caspar 
Männling  zu  Weigwitz  (MM).  Stirbt  am  24.  (begr.  d.  26.)  November  1759,  alt  40  Jahre  2  Monate  (MM).  Seine 
Witwe  heiratet  am  3.  August  1763  den  Buchdrucker  Johann  Ernst  Tramp  in  Brieg  (MM). 

Böttiger,  Johann  Gottlob  [Gottlieb,  Gottfried]  (Böttger,  Bötticher,  Böttcher,  Bötticker),  Goldarbeiter,  geb.  zu  Stollberg 
in  Sachsen,  Sohn  des  dortigen  Akzise-Inspektors  Salomon  Friedrich  Böttiger,  Bruder  des  Goldarbeiters  Johann 
George  Böttiger,  meldet  sich  in  Breslau  als  Stückmeister  am  11.  Juni  1760,  arbeitet  bei  Johann  Gottlieb  Schmidt 
einen  mit  Rauten  besetzten  Plack  und  einen  Ring,  wird  Meister  am  15.  Mai  und  Bürger  am  9.  Juni  1761. 
Heiratet  1765  Christiana  Sophia,  die  Tochter  des  f  Feldwebels  Johann  Christoph  Geisler  (MM).  Sein  Sohn 
Johann  Friedrich,  ein  Goldschmiedgeselle,  stirbt  am  6.  (begr.  d.  9.)  Dezember  1794  (Elis.).  Er  selbst  stirbt  am 
18.  (begr.  d.  21.)  Juni  1795,  alt  72  Jahre  9  Monate  (Elis.).    Seine  Witwe  f  24.  (begr.  d.  27.)  VI.  1818  (MM). 

Bog,  [Bogk],  siehe  Bock. 

Bogusch,  Lazarus  (Bogisch,  Bockisch,  Rogusch),  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  am  29.  September  1573  Anna,  die 
Tochter  des  f  Schusters  Conrad  Neuman  (MM).  Wird  Meister  und  Bürger  Anfang  1574.  Stirbt  um  1584. 
Seine  nachgel.  Tochter  Anna  f  29.  X.  1585.    Seine  Witwe  Anna  heiratet  1588  den  Schuster  David  Lange  (MM). 

Bohlmann,  Peter,  Goldarbeiter,  geb.  in  Hannover,  meldet  sich  in  Breslau  bei  der  Innung  am  20.  Januar  1852  und 
wird  nach  bestandener  Meisterprüfung  am  5.  (14.)  April  1852  rezipiert.    Stirbt  am  13.  Dezember  1877. 

Boi,  siehe  Boy. 

Bomgart,  Peter,  siehe  Peter  vom  Baumgart. 
Borman,  Mertin,  siehe  Rorman. 

Bornbach,  Heinrich,  de  Frankenberg,  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am  Freitag  nach  Corpus  Christi  (18.  Juni)  1389. 
Wohnt  am  Hühnermarkte.  Ist  1393,  [1395],  1406,  1408,  [1409]  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als 
Zunftsenior  genannt.  Zahlt  1403/4  an  Steuern:  de  opere  1/2  fertonem  (Steuerb.  fol.  38 b).  Acht  Tage  nach 
Epiphania  (13.  Januar)  1402,  sagt  Heynke  Birchin  aus,  dass  er  von  den  Gebrüdern  Hannos  und  Gregor  Wende 
kein  Geld  als  Erbteil  erhalten  habe,  darum  Bornbach  der  Goltsmed  dieselben  beschuldigte.  Bornbach  hatte 
nämlich  ihren  Bruder  Paschke  Wende  in  Kost  gehabt;  nach  dessen  Tode  hatte  er  statt  des  Kostgeldes  nur  ein 
Pferd  erhalten  (Signaturb.  XIII).  Bornbach  und  Hannos  Nysser  geloben  1409  für  die  Gultsmedeknechte 
Nicolaus  und  Lorencz  einen  Ofen  Ziegel,  weil  diese  einem  Meister  der  Gultsmede  gewegelaget  haben. 
(Signaturb.  XVII).    Bornbach  stirbt  um  1410.    Siehe  Heinrich  Erford. 

Bornbach,  Nicolaus,  Sohn  des  Heinrich  Bornbach  (?),  wird  Bürger  am  Sonnabend  nach  Michaelis  (2.  Oktober)  1423. 

Bornowski,  Joseph  Ludwig  (Bornowsky),  Goldarbeiter,  geb.  in  Warschau,  Sohn  des  pensionierten  Leutnants  Anton 
Bornowski,  lernt  in  Breslau  bei  Paul  Leonhard  Schmidt  vom  21.  Juni  1810  bis  28.  Dezember  1815.  Erwirbt  das 
Bürgerrecht  am  28.  Februar  1823,  alt  25  Jahre.  Wird  Innungsmitglied  und  Innungsbote  am  10.  Oktober  1S59. 
Stirbt  1861. 

Bossert,  Johann  Carl  Gottlob  (Bossart,  Bussert,  Bussart,  Poussert),  Goldarbeiter,  lernt  bei  Johann  Jacob  Ebert  vom 
Qu.  Trinitatis  1793  bis  Qu.  Reminiscere  1799.  Arbeitet  bei  Daniel  August  Titze  als  Meisterstück  ein  Paar  Ohr- 
gehänge mit  ä  jour  gefassten  Brillanten,  wird  Meister  am  24.  Oktober  und  Bürger  am  29.  Oktober  1805.  Ist  in 
der  Meisterliste  von  1817  das  letzte  Mal  genannt. 

Bossert,  Johann  Christian  Ferdinand  (Bossart),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Gastwirtes  Johann  Carl 
Bossert,  lernt  bei  Christian  Heinrich  Daniel  Jaeckel  vom  Qu.  Crucis  1798  bis  Qu.  Johannis  1804.  Erwirbt  das 
Bürgerrecht  am  20.  Dezember  1816,  alt  34  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Bothner,  Johann  Conrad,  Gold-  und  Silberarbeiter,  seine  hinterlassene  Tochter  Christiana  Eleonora  heiratet  am 
17.  Mai  1773  den  Bedienten  Samuel  Siegmund  Meyer  (Elis.).  Seine  Witwe  Anna  Rosina,  geb.  Wuttge,  f9.  (begr. 
d.  11.)  II.  1758  (Elis.). 

Bottner,  Frantz  (Buttner,  Butner),  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  25.  Februar  1542,  wird  um  dieselbe  Zeit 
Meister.    Heiratet  1543  Barbara,  die  Tochter  des  Schusters  Hans  Weygel  (MM).    Seine  Tochter  (?)  Hester  heiratet 


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im  Mai  1550  den  Goldschmiedgesellen  Hans  Oeberdorffer  (MM).    Bottner  stirbt  um  1563.    Seine  Witwe  Barbara 
heiratet  am  28.  Oktober  1565  den  Schuhknecht  Hans  Keyser  (MAI). 
Bowalsky,  Carl  Maximilian,  siehe  Powalsky. 

Boxhammer,  Hans,  Goldschmied,  am  21.  Oktober  1621  stirbt  seine  Witwe  Ursula. 

Boxhammer.  Hans  (Johannes  Boyhammer,  Buxhammer),  Goldschmied,  Sohn  des  Handelsmannes  Hans  Boxhammer 
in  Liegnitz,  wird  1623  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  2.  Oktober  1623  Susanna,  geb.  Flegel,  die 
Witwe  des  Goldschmieds  und  Jubelierers  Johann  Volgnadt  (Elis.).  Wohnt  auf  dem  Ringe  unter  den  Riemern 
Seine  Frau  Susanna  t  22.  (26.)  IX.  1636  (Elis.)  Sein  Lehrjunge  Peter  Bauman  f  26.  X.  1637.  Boxhammer 
heiratet  am  5.  September  1639  Maria,  die  Tochter  des  Kretschmers  Heinrich  Seliger  (Elis.).  Seine  Frau  Maria 
f  21.  IV.  1643.  Zum  dritten  Male  heiratet  Boxhammer  am  16.  April  1648  Maria,  die  Tochter  des  |  Abraham 
Körber,  Collegae  am  Maria  Magdalenen-Gymnasium  (Elis.).  Boxhammer  stirbt  als  gewesener  Zunftältester  am 
4.  (8.)  Mai  1655,  alt  65  Jahre.  (Elis.)  Seine  Witwe  Maria  f  20.  IX.  1661  (Elis.).  Boxhammer  zeichnet  HB 
ligiert,  vgl.  Taf.  III  Nr.  78. 

a.  Abendmahlslöffel,  Silber,  mit  biblischen  Inschriften,  Laffe  siebartig  durchlocht.  Datiert  1630.  L.  15,3  cm. 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus  (Beschauz.  fehlt).  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und 
Altertümer,  Breslau.    Stammt  aus  der  Eisabethkirche. 

b.  Kanne,  achtseitig,  mit  figuralen  Gravierungen  in  glatten  Feldern.  H. 18,6cm.  Beschauz.  W  u.  Meisterz. —  Baron 
Albrecht  Redl.    Ausstellung  Budapest  1884,  Kat.  S.  23  (nach  Rosenberg  Nr.  468). 

Boy,  Daniel  (Boi,  Beu,  Poy),  Goldschmied,  Sohn  des  Tuchbereiters  Hans  Boy,  wird  1615  Bürger  und  Meister. 
Heiratet  am  4.  Februar  1615  Anna,  die  Witwe  Seyfrid  Gerlachs  (Elis.).  Wohnt  auf  der  Altbiissergasse.  Stirbt 
am  29.  (31.)  Januar  (1.  Februar)  1618,  alt  36  Jahre  (Elis.  u.  MM).  Seine  Witwe  Anna  heiratet  am  2.  Juli  1623 
den  Bürger  Balzer  Reinhardt  (MM). 

Boy,  Emanuel  [Samuel]  (Boi),  Goldschmied,  Sohn  des  Hans  Boy  in  Torgau,  wird  1601  in  Breslau  Bürger  und  Meister. 
Heiratet  am  21.  Mai  1601  Maria,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Augustin  Heyne  d.  m.  (MM).  Wohnt  auf  der 
Odergasse.    Seine  Frau  Maria  f  7-  XI.  1608  (Elis.  u.  MM).    Er  selbst  stirbt  vor  1617. 

Boy,  Gottfried,  Goldschmied  aus  Öls,  lebt  später  in  Breslau  im  Ballhause,  am  25.  März  1682  stirbt  sein  Sohn 
Gottfried. 

Boy,  Hans  (Johannes  Boi,  Böge),  Goldschmied,  Sohn  des  Breslauer  Goldschmieds  Daniel  Boy,  wird  1648  Bürger 
und  Meister.  Heiratet  am  28.  April  1648  Rosina,  die  Tochter  des  f  Goldschmieds  George  Nitsch,  wohnhaft  bei 
ihrem  Stiefvater  Balthasar  Wittig  (MM).  Wohnt  auf  der  Albrechtsgasse.  Boy  ist  am  13.  September  1671  Trau- 
zeuge bei  St.  Matthias.  Stirbt  am  6.  (begr.  d.  9.)  Oktober  1671,  alt  56  Jahre  5  Wochen  2  Tage  (Elis.  u.  MM). 
Sein  Sohn  Daniel  stirbt  1675  als  Soldat  in  den  Niederlanden  (Elis.).  Seine  Witwe  Rosina  f  15.  (begr.  d.  17.)  X. 
1678  (Elis.).  Boy  zeichnet  HB  in  ovalem  Felde,  einige  Stempel  zeigen  zwischen  dem  H  und  B  einen  Punkt, 
vgl.  Taf.  III  Nr.  84. 

a.  Sargschilde  der  Breslauer  Weissgerber-Innting,  Silber  mit  Vergoldung,  rund,  darauf  ein  von  zwei  Engeln 
gehaltenes  Wappenschild  mit  Innungsemblemen,  darüber  ein  Schild  mit  Inschriften.  Datiert  1658.  Dm  43  cm. 
Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Gerber-  und  Corduaner-Innung,  Breslau. 

b.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse,  dem  birnförmigen  Nodus  und  dem  Kuppabelag 
grosse  Barockblumen  und  spätes  Ohrmuschelwerk.  Datiert  1661.  H.  23,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u. 
Meisterz.    HB  ohne  Punkt.  —  Evang.  Pfarrkirche  St.  Michaelis,  Strehlen. 

c.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  Engelsköpfe,  Barockblumen  und  Blattwerk 
in  Treibarbeit.  Der  untere  Teil  des  birnförmigen  Nodus  und  der  Kuppabelag  mit  Blumen  und  Blattwerk 
in  Silber.  Datiert  1669.  H.  25,3  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  — 
Sandkirche,  Breslau. 

d.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  und  dem  birnförmigen  Nodus  geflügelte  Engelsköpfe 
und  Blumen.  Der  silberne  Kuppabelag  mit  Barockblumen.  Laut  Inschrift  gestiftet  1671  von  Frau  Barbara 
Fuchsin.    Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Jacobi,  Zobten  am  Berge. 

e.  Schiissel  mit  Messkännchen,  Silber  vergoldet,  auf  der  ungewöhnlich  tiefen  Schüssel  in  getriebener 
Arbeit  barockes  Blattwerk,  Engelsköpfe  und  ein  Kelch.  Der  untere  Teil  der  Messkännchen  nach  Art  einer 
Kelchkuppa  mit  durchbrochenem  Silber  belegt.  Auf  der  Fussplatte  und  dem  Deckel  Muscheln,  die  Henkel 
karyatidenartig.  MitWappen  des  Abtes  Matthäus  Paul(1656— 1672).  Schüssel:  Dm.  39  X  32,7  cm.  Messkännchen: 
H.  14,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  HB  mit  Punkt  u.  Kriegssteuerst.  .  —  Vincenzkirche, 
Breslau. 


49 


f.  Weihwasserkessel,  Silber  vergoldet,  mit  Bügelhenkel,  an  der  sechsfach  gebuckelten  Wandung  getriebene 
Barockblunien  und  ein  Schildchen  mit  dem  gravierten  Wappen  des  Abtes  Matthäus  Paul  (wie  bei  e). 
H.  7,9  cm.,  ob.  Dm.  16  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  HB  ohne  Punkt  u.  Kriegssteuerst.  — 
Vincenzkirche,  Breslau. 

g.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  und  dem  birnförmigen  Nodus  Barock- 
blumen in  getriebener,  auf  dem  silbernen  Kuppabelag  in  durchbrochener  Arbeit.     H.  21,3  cm.  Beschauz. 
W.  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  -     Kath.  Pfarrkirche  St.  Nicolai,  Zelasno  Kr.  Oppeln. 
Boy,  Nickol,  Goldschmied,  am  9./16.  Juli  1599  stirbt  ihm  ein  Söhnlein  im  Kindhaus. 
Boyhammer,  Hans  [Johannes],  siehe  Boxhammer. 

Brab,  Gotthard  Rudolph,  Goldarbeiter,  geb.  in  Königsberg  i.  Pr.,  Sohn  des  Lohgerbers  Albrecht  Brab,  erwirbt  das 
Breslauer  Bürgerrecht  am  9.  Mai  1845,  alt  30  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Bräutigam,  Johann  George,  Goldarbeitergeselle  von  Regensburg,  stirbt  in  Breslau  im  Januar  175S,  alt  38  Jahre  (MM). 

Braun,  Hans,  Goldschmiedgeselle,  heiratet  in  Breslau  1568  Christina,  die  Tochter  des  t  Christoph  Henisch  (Elis.). 

Braungart,  Johann  Ernst  (Baumgart),  Silberarbeiter,  geb.  in  Wohlan,.  Sohn  des  Siegmund  Braungart,  Verwalters  auf 
dem  Gute  Bettlern  bei  Breslau,  lernt  in  Schweidnitz  die  Gold-  und  Silberarbeiterkunst.  Meldet  sich  am  11.  März 
1754  in  Breslau  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Christian  Beyl  ein  Giessbecken  nebst  Kanne  (Lavor),  wird  Meister 
am  17.  Juli  und  Bürger  am  17.  Oktober  1754.  Heiratet  am  18.  November  1755  Anna  Dorothea,  die 
Tochter  des  f  Fischhändlers  Matthias  Ruphel  (Elis.).  Ist  Mittelsältester  seit  Dezember  1784  und  mut- 
masslicher Stempelmeister  mit  dem  Buchstaben  K  seit  April  1792.  Stirbt  am  29.  April  (begr.  d.  2.  Mai)  1793, 
alt  70  Jahre  6  Monate  1  Woche  2  Tage  (Elis.).  Seine  Witwe  f  17.  (begr.  d.  20.)  XII.  1811  (Elis.).  Braungart 
zeichnet  IEB  anfänglich  ineinemSchilde  (vgl.  Fig.  14),  dann  in  einem  blattförmigen  Felde,  vgl.Taf.V  Nr.163. 

a.  Becherpokal  mit  Deckel,  Silber,  mit  zwei  Rokoko-Kartuschen  in  getriebener  Arbeit.  Auf  dem  Deckel  als 
Knopf  eine  geschlossene  Blüte.  H.  incl.  Deckel  23  cm.  Johanneskopf  Typus  XI1/XIII,  Stempelmeisterb.  G 
Typus  1,  Meisterz,  wie  Fig.  14  u.  Kriegsteuerst.  Stf.  Kgl.  Kunstgewerbemuseum,  Berlin. 

b.  Thoraschild,  Silber  vergoldet,  mit  farbigen  Steinen,  in  der  Mitte  von  zwei  plastischen  Säulen  eingeschlossen 
zwei  Gestalten  mit  Gesetzestafeln.  Datiert  1763.  H.  44  cm.,  Br.  34,5  cm.  Johanneskopf  Typus  XIII, 
Stempelmeisterb.  G  Typus  II  u.  Meisterz,  wie  Fig.  14.  —  Synagoge,  Lissa  Prov.  Posen. 

c.  Zuckerdose,  Siiber  oval,  auf  Blattfiisschen,  mit  Rokoko-Kartuschen  und  Blumenzweigen  auf  wenig  gewelltem 
Grunde  in  getriebener  Arbeit.  Verschliessbar.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II, 
Meisterz,  mit  blattförmigem  Felde  u.  Kriegssteuerst.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und 
Altertümer,  Breslau. 

d.  Zuckerdose,  Silber,  oval,  auf  Blattfüsschen,  mit  Blumenzweigen  auf  leicht  gewelltem  Grunde  in  getriebener 
Arbeit.  Verschliessbar.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II,  Meisterz,  wie  bei  c.  und 
Kriegssteuerst.         —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

e.  Schälchen,  Silber,  oval,  mit  zwei  Henkeln,  mit  getriebenem  Dekor  im  Rokokostil.  Johanneskopf  Typus  XIII 
u.  Meisterz,  wie  bei  c.  —  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

f.  Schälchen,  Silber,  oval,  mit  Ranken  in  getriebener  Arbeit.  Johanneskopf  u.  Meisterz.  —  Kaiser  Friedrich- 
Museum,  Posen. 

g.  Tischleuchter,  Silber,  drei  Stück,  zweiarmig,  mit  Rokokodekor.  Johanneskopf  Typus  XIV,  Stempel- 
meisterb. H  u.  Meisterz,  wie  bei  c.  —  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

h.  Sargschilde  des  Breslauer  Büttner-Mittels,  Silber,  oval,  mit  den  Zunftemblemen,  am  Rande  später  Rokoko- 
dekor in  getriebener  Arbeit.  Datiert  1786.  Dm.  43  X  35,5  cm.  Johanneskopf  Typus  XIV,  Stempelmeisterb. 
H.  u.  Meisterz,  wie  bei  c.  —  Böttcher-Innung,  Breslau. 

Breen,  Hieronimus  [Jeronimus,  Geronimus]  von  (Brehm,  Brehe,  Bretta,  Brem,  Brien,  Brehnich,  Jeremias  Brister),  Sohn 
des  deutschen  Schulhalters  Daniel  von  Breen  zu  Antorff  in  der  Schweiz,  heiratet  in  Breslau  als  Geselle  am 
13.  Oktober  1587  Magdalena,  die  Tochter  des  |  Goldschmieds  Eucharius  Riher  (MM),  wird  bald  darauf  Bürger 
und  Meister.  Seine  Frau  ist  am  11.  August  1592  und  25.  Juli  1595  Taufzeuge  am  Dom.  Breen  stirbt  am  5./12. 
Juni  1598.  Seine  Tochter  Elisabeth  heiratet  am  4.  Februar  1608  den  Krämer  Martin  Opitz  (MM).  Seine  Tochter 
Hedwig  heiratet  am  4.  Oktober  1611  den  Goldschmied  George  Koldt  (MM).  Sein  Sohn  Daniel,  ein  Handelsmann, 
(vielleicht  identisch  mit  dem  Daniel  von  Breen,  der  1627/28  Wardein  und  kurze  Zeit  Münzmeister  in  Glatz  ist) 
ehelicht  am  7.  Juli  1620  Maria,  die  Tochter  des  Handelsmannes  Zachaeus  Mümmer  (MM). 

Brega,  Hildebrandus  de,  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am  Tage  vor  Andree  (29.  November)  1387,  Bürge  ist 
Walther  aurifaber. 

Brehnich,  Hieronimus  [Heinrich],  siehe  Breen. 


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Breibisch,  Heinrich,  August  (Breibysius,  Brovisius),  Goldarbeiter,  geb.  in  Leipzig,  Sohn  des  Zobelfärbers  Johann  Martin 
Breibisch,  verfertigt  in  Breslau  bei  Ferdinand  Christian  Beyl  als  Meisterstück  eine  Haarnadel  mit  Brillanten,  wird 
Meister  am  1.  Juli  und  Bürger  am  14.  Juli  1794.  Heiratet  29  Jahre  alt  am  6.  November  1794  Sophia  Elisabeth, 
die  Tochter  des  t  Spediteurs  und  Zolleinnehmers  Johann  Thomas  Weiss  in  Anhalt  (Elis.).  Seine  Frau  f  18-  (begr. 
d.  21.)  V.  1797  (Elis.).  Breibisch  heiratet  im  August  1797  Anna  Juliana  Weiss,  die  Schwester  der  ersten  Frau  (Elis.). 
Ist  in  der  Meisterliste  von  1799  das  letzte  Mal  erwähnt. 

Brem,  Hieronimus,  siehe  Breen. 

Bremer,  Lenhart,  Goldschmiedgeselle,  heiratet  1566  Barbara,  die  Witwe  Hans  Richters  (Elis.). 

Brendel,  Heinrich,  Jubilierer,  Sohn  des  Handelsmannes  Melcher  Brendel,   heiratet  am  29.  Februar  1632  Margareta, 

die  Tochter  des  Handelsmannes  Peter  Langwiese  (MM). 
Brensfelt,  Gerhard,  Goldschmied  von  Braunschweig,  heiratet  in  Breslau  am  6.  November  1564  Eva,  die  Tochter  des 

t  Hans  Hetzer  (MM),  wird  dadurch  Schwager  des  Goldschmieds  und  Wappenschneiders  Volckmar  Gliczman. 
Breseyke,  Jacob,  siehe  Preseyke. 
Brien,  Hieronimus  von,  siehe  Breen. 

Briger,  Claus  [Niclos,  Nicze]  (Brieger,  Claus  vom  Brige,  Claus  Goltsmyt),  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  vor  1364. 
Nicze  Briger  reicht  am  Freitag  nach  Viti  (18.  Juni)  1367  seiner  Frau  Anna  die  Hälfte  alles  seines  Besitzes 
(Schöppenb.  II.  380a).  Ist  1369  erwähnt  im  Nudus  Laurentius,  fol.  133».  Wird  in  den  Bürgerbüchern  von  1371—1381 
acht  mal  als  Bürge  genannt.  Hensil  Wynczk  verkauft  1371  dem  Claus  Goltsmyt  sein  Gebäude  bei  der  Crummen- 
dorfynne.  Dafür  verreicht  Claus  Goltsmet  dem  Hensil  Wynczk  sein  Erbe  bei  Elze  Gnegynne  (Schöppenb.  III. 
108b).  Am  Freitag  nach  Agnetis  (23.  Januar)  1372  reicht  Claus  Briger  der  Goltsmit  seiner  Frau  Anna  für  den 
Fall  seines  Todes  allen  seinen  Besitz  zu  ihren  Lebetagen.  Stirbt  sie,  so  fällt  derselbe  an  seine  Verwandten. 
Vormund  der  Frau  soll  der  Goldschmied  Niczco  Jencowicz  sein.  Die  erste  Verleibdingung  von  1367  soll  auf- 
gehoben sein  (Schöppenb.  III.  151  b).  Am  Montag  nach  Oculi  (1.  März)  1372  verreicht  Meister  Claus  vom  Brige 
der  Goltsmit  dem  alten  Stadtschreiber  Peter  5  Mk.  jährl.  Zins  auf  sein  Haus  am  Ringe  bei  Mathis  Rimer, 
wiederverkäuflich  um  50  Mark.  So  lange  der  Zins  steht,  soll  Claus  von  seinem  Grundstücke  einen  Wassergang 
für  Regen  und  Himmelwasser  durch  Peters  Erbe  legen  (später  gestrichen).  An  dem  gleichen  Termin  verreicht  Petrus 
der  alte  Stadtschreiber  dem  Claus  vom  Brige  sein  Erbe  bei  Mathis  Rimer  zu  einem  rechten  Kaufe.  Claus  soll  die 
Mauer  an  Peters  Steinhause  halb  haben,  doch  soll  er  nicht  „gesese,  swebbogin  noch  abueryen"  [=  Abführrinnen] 
hineinbrechen.  (Schöppenb.  III.  155b,  156a).  Am  Freitag  nach  Bartholomei  (26.  August)  1379  verreicht  Claus  seiner 
Frau  Anna  die  Hälfte  alles  seines  Besitzes  nach  seinem  Tode  (Schöppenb.  IV.  242b).  Claus  Briger  stirbt  um  1384. 

Briger,  Hannos,  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am  Tage  vor  Circumcisio  domini  1399  (31.  Dezember  1398). 

Briger,  Johannes  [Hanus],  (Briegen  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am  Freitag  vor  Simon  u.  Judas  (24.  Oktober) 
1455.    Ist  1478  Juratus.    Stirbt  vor  1490. 

Briger,  Thomas  (Brieger),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Mittwoch  vor  Martini  ep.  (7.  November)  1453.  Ist  im 
Catalogus  civium  von  1470  nicht  mehr  erwähnt. 

Brinneger,  Hensil,  Goltsmit,  wird  Bürger  vor  1364.  Verreicht  1369  der  Margareta  Engilgerynne  1  Mk.  jährl.  Zins 
auf  sein  Erbe  bei  Mathis  Goltsmit,  wiederverkäuflich  um  10  Mk.    (Schöppenb.  II  443a). 

Brister,  Jeremias,  siehe  Hieronimus  von  Breen. 

Broecker,  Adam,  Juwelier,  tritt  am  15.  Juli  1886  in  die  Innung  ein  und  bleibt  Mitglied  bis  zum  13.  Oktober  1893. 
Brovisius,  Heinrich  August,  siehe  Breibisch. 

Brück,  Heinrich  Theodor  (Bruck),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schneiders  Gottlob  Brück,  lernt  bei  Carl 
Wilhelm  Knebel  von  Ostern  1826  bis  Juli  1830.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  31.  Dezember  1834,  alt  23  Jahre. 
Arbeitet  als  Meisterstück  eine  Suppenkelle,  wird  Innungsmitglied  am  28.  September  1835.  Ist  in  der  Liste  von 
1843  das  letzte  Mal  erwähnt.    Stirbt  1854  (?). 

Bruno,  Ludwig  Wilhelm  (Brunow),  Silberarbeiter,  geb.  zu  Lomza  in  Polen,  Sohn  des  Beamten  Wilhelm  Bruno, 
erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  11.  Mai  1847,  alt  36  Jahre.  Meldet  sich  zur  Aufnahme  in  die  Innung  am 
22.  Juli  1847,  arbeitet  als  Meisterstück  einen  viereckigen  Deckelpokal,  wird  am  18.  Januar  1848  als  Mitglied 
rezipiert.    Stirbt  am  4.  Oktober  1885.    Bruno  zeichnet  WB  negativ  eingeschlagen,  vgl.  Taf.  V  Nr.  196. 

a.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  runden  Fusse  drei  Gruppen  von  Leidensattributen,  auf  dem  Nodus 
und  dem  unteren  Teile  der  Kuppa  silbernes  Blattwerk.  H.  23,2  cm.  Johanneskopf  mit  Jahreszahl  59, 
Gehaltsst.  70,  Stempelmeisterb.  T  u.  Meisterz.  —  Dorotheenkirche,  Breslau. 

b.  Tafelsilber,  Löffel  und  Gabeln  etc.  finden  sich  häufig  in  Breslauer  Privatbesitz. 

Brunswig,  Helyas  de  (Helyas,  Helias,  Elyas,  Elias  Goltsmet),  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am  Montag  vor 
Andree  (28.  November)  1401,  Bürge  ist  Niclos  Crommendorff.    Wohnt  am  Ringe.    Zahlt  1403/4  an  Steuern:  de 


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opere  "2  fertonem  (Steuerb.  fol.  10b).  Erscheint  1408,  1409,  1412,  1415,  1417  in  den  Geschworenenlisten  der 
Signatnrbücher  als  Zunftsenior.  Verreicht  1403  dem  Heinrich  Woiischilburg  3  Mk.  jähr].  Zins  auf  sein  Erbe,  das 
Peter  Kestners  gewesen  ist,  gelegen  an  der  Ecke  gegenüber  Procop  Plathener,  wiederverkäuflich  um  42  Mk. 
(Schöppenb.  IX.  193).  Reicht  auf  am  18.  August  1403  seiner  Hausfrau  Barbara  für  den  Fall  seines  Todes  all  sein 
Gut;  hinterlässt  er  Kinder,  dann  nur  die  Hälfte  (Schöppenb.  IX.  203).  Wird  1405  gelegentlich  von  Zins- 
verreichungen  erwähnt  (Schöppenb.  X.  IIb  47b).  Gelobt  am  Dienstag  nach  Letare  (19.  März)  1409  Laurentien, 
Andres  Czudmars  Diener,  zum  nächsten  Dienstage  vor  der  Stadt  Recht  zu  stellen  (Signaturb.  XVII  j.  Bürgt  1415 
mit  anderen  für  Girke  Jungeweise.  (Signaturb.  XX).  Stirbt  um  1420. 
Bruschke,  Johann,  Silberarbeiter,  wird  am  20.  Januar  1873  in  die  Innung  aufgenommen  und  bleibt  Mitglied  bis  zum 
13.  Oktober  1893. 

Buchholz,  Friedrich,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kretschmers  Friedrich  Buchholz,  stirbt  kurz  vor 
Michaelis  1624  „vor  der  Königl.  Stadt  Danzig  auf  dem  Schottlande",  alt  27  Jahre  (Elis.). 

Buckinschuch,  Niclos  (Buckynschuch,  Bockinschuch ),  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am  Dienstag  vor  Petri  ad  cathedram 
(16.  Februar)  13S4,  Bürge  ist  Hannos  Nysser.  Wohnt  in  seinem  eigenen  Hause  auf  der  Altbüssergasse  bei  der  Schulen 
an  der  Albrechtsgasse.  Erscheint  1386, 1389, 1392, 1396, 1403, 1406,  1409,  1412  in  den  Geschworenen  listen  der  Signatur- 
bücher als  Zunftsenior.  Zahlt  1403  4  an  Steuern:  de  hereditate  1  lot,  de  opere  */a  fertonem  (Steuerb.  fol.  20b). 
Seine  Frau  Elisabeth  (Else)  verreicht  mit  Agnit  Wonschilburgynne  1388  dem  Andris  Sussewynckel  alles  Gefälle 
von  ihrer  Schwester,  des  genannten  Andris  Frau  (Schöppenb.  VI.  112b).  Agnit  Wonschilburgynne  reicht  1389 
dem  Niclos  Buckinschuch  ihr  Erbe  bei  Hannos  Glacz  zunächst.  Buckinschuch  verreicht  ihr  dafür  4  Mk.  jährl.  Zins 
auf  das  genannte  Haus  (Schöppenb.  VI.  168).  Buckinschuch  gibt  1390  der  Agnit  Wonschilburgynne  3  Mk.  jährl. 
Zins  auf  sein  Erbe  bei  Hannos  Glacz  zunächst  (Schöppenb.  VI.  206  bi.  Weiter  vevreicht  er  1390  den  Geschworenen 
der  Goldschmiede  21,L>  Mk.  jährl.  Zins  auf  sein  Haus  bei  Hannos  Glacz;  später  wieder  getilgt  iSchöppenb.  VI. 
254b).  Bürgt  1396  für  seinen  Famulus  Jodocus  (Signaturb.  IX.  9).  Reicht  1400  dem  Hanko  Trewgescherer  4  Mk. 
jährl.  Zins  auf  sein  Erbe  bei  Hannos  Glacz  auf  der  Albrechtsgasse  (Schöppenb.  IX.  37b).  Stiftet  1401  eine  Mark 
jährl.  Zins  für  den  Altar  in  der  Goldschmiedekapelle  auf  sein  Erbe  bei  Hannos  Glacz  (Schöppenb.  IX.  67b,  68b). 
Bürgt  1401  für  seinen  Knecht  Jacub,  dass  er  friedlich  sein  soll  (Signaturb.  XIIP.  Stirbt  um  1412.  Seine  Frau 
Elisabeth  stirbt  1413.  Am  Montag  nach  Lamberti  (18.  Septemben  1413  erwählt  Magister  Johannes  Goltberg, 
Seelwärter  der  t  Elisabeth  Buckinschuchynne  die  Geschworenen  der  Goldschmiede  und  mit  ihnen  den  Gold- 
schmied Meister  Steffan  zu  Mitverwesern  des  von  der  Verstorbenen  gestifteten  Seelgerätes  (Signaturb.  XIX). 
Am  Tage  Galli  (16.  Oktober)  1414  bekennt  Barbara,  die  Tochter  des  Niclos  Buckinschuch,  sich  mit  Magister 
Goltberg  wegen  aller  Zwistigkeiten,  betreffend  das  von  ihrer  Mutter  gestiftete  Seelgerät,  in  Güte  geeinigt  zu 
haben  (Signaturb.  XX). 

Büttner,  Albert  Adalbert  Bittner),  Goldarbeiter,  geb.  am  24.  Januar  1844,  Sohn  des  Goldarbeiters  Ferdinand 
Büttner,  lernt  bei  seinem  Vater  von  Ostern  1858 — 1S62.  Tritt  am  9.  Oktober  1865  der  Innung  bei,  scheidet 
am  18.  April  1871  wieder  aus. 

Eüttner,  Carl  Friedrich,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  erlernt  die  Goldschmiedekunst,  wird  später  Destillateur,  will 
dann  wieder  zu  seiner  ersten  Profession  zurückkehren,  meldet  sich  am  16.  Januar  1776  als  Stückmeister,  legt  die 
Zeichnung  zu  einem  Plack  vor  und  wird  zur  Meisterarbeit  zugelassen.  Ist  seitdem  in  dem  Protokollbuche  nicht 
mehr  erwähnt. 

Büttner,  Ernst  August,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schneiders  Carl  Christian  Büttner,  lernt  bei  Christian 
Friedrich  Rahmstein  vom  Qu.  Crucis  1808  bis  Michaelis  1S14.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  15.  September  1820, 
alt  28  Jahre.  Tritt  am  26.  Oktober  1839  in  die  Innung  ein.  Ist  Ältester  von  1851  —  1854.  Stirbt  am 
5.  Januar  1856. 

Büttner,  George,  Goldschmiedgeselle,  am  22./29.  Oktober  1597  stirbt  sein  Sohn  Georg. 

Büttner,  Jacob  Gottlieb  [Gottlob]  Ferdinand,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schneiders  Carl  Christian 
Büttner,  Bruder  des  Goldarbeiters  Ernst  August  Büttner,  lernt  bei  Johann  Gottlob  Tholuck  vom  21.  Juni  1810 
bis  21.  März  1816.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  2.  Juni  1826,  alt  29  Jahre.  Tritt  am  26.  Oktober  1839  der 
Innung  bei.    Stirbt  1858. 

Büttner,  Johann  Carl  Ehrhard,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Ernst  August  Büttner,  erwirbt 
das  Bürgerrecht  am  2.  September  1S42,  alt  25  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Büttner,  Julius,  Goldarbeiter,  wird  Innungsmitglied  am  27.  Dezember  1852   12.  Januar  1S53).    Stirbt  am  7.  Juli  1871. 

Büttner,  Martin  (Bittner,  Buttner)  Silberarbeiter,  Sohn  des  Tischlerältesten  Martin  Büttner  zu  Fraustadt  in  Posen, 
arbeitet  in  Breslau  bei  Johann  Peter  Ziegler  als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister 
am  25.  Oktober  1721  und  Bürger  am  20.  März  1722.     Heiratet  am  21.  April  1722  Anna  Eleonora,  die  Tochter 

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des  Goldschmiedältesten  Thomas  Kuntze  (Elis.)  Seine  Frau  Anna  Eleonora  f  13.  III.  174S.  Er  selbst  stirbt 
1750.    Büttner  zeichnet  MB  in  ovalem  Felde. 

a.  Tauf schüssel,  Silber,  wenig  gerippt.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  B  positiv,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst. 
Adlertypus.  —  Sandkirche,  Breslau. 

Büttner,  Rudolf,  Goldarbeiter,  wird  nach  der  am  15.  Oktober  erfolgten  Anmeldung  am  9.  November  1S78  in  die 
Innung  aufgenommen.    Stirbt  am  10.  November  1882. 

Bufe,  Gottfried,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kretschmers  Sebastian  Bufe,  stirbt  zu  Stockholm  in 
Schweden  am  22.  April  1644,  alt  24  Jahre  12  Wochen  (Elis.). 

Burghardt,  [Johann]  Samuel  Friedrich,  Goldarbeiter,  Sohn  des  Goldarbeiters  Ferdinand  Burghardt  in  Posen,  verfertigt 
in  Breslau  bei  Ferdinand  Christian  Krebs  als  Meisterstück  ein  Paar  goldene  Reifohrringe  in  Filigranarbeit  mit 
Brillanten,  wird  Meister  am  29.  April  und  Bürger  am  6.  Mai  1800.  Heiratet  am  14.  August  1800  Charlotte 
Elisabeth,  die  Tochter  des  Kaufmanns  Johann  David  Tiesler  (MM).  Zieht  1805  nach  Posen,  wird  aber  bis  1808 
in  der  Meisterliste  geführt. 

Burghardt,  Theodor  Traugott,  Goldarbeiter,  geb.  in  Posen,  Sohn  des  Goldarbeiters  Samuel  Friedrich  Burghardt, 
lernt  in  Breslau  bei  Heinrich  Wilhelm  Scharff,  dann  bei  Ferdinand  Wilhelm  Reichel  von  1836—1841.  Erwirbt 
das  Breslauer  Bürgerrecht  am  26.  Juni  1846,  alt  28  Jahre.  Wird  nicht  Innungsmitglied.  Zieht  1848  nach  Wien, 
lässt  sich  aber  sein  Bürgerrecht  reservieren. 

Businsky,  Heinrich,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Postreiters  Hans  Businsky,  stirbt  in  Breslau  am  25.  Juli  1625,  hat 
bei  George  Sauerman  auf  der  Stockgasse  in  Arbeit  gestanden. 

Bussert  [Bussart],  Johann  Carl  Gottlob,  siehe  Bosse  rt. 

Buttner  [Butner],  Frantz,  siehe  Bottner. 

Buttner,  Martin,  siehe  Büttner. 

Buwalsky,  Carl  Maximilian,  siehe  Powalsky. 

Buxhammer,  Hans  [Johannes],  siehe  Boxhammer. 

Candisch,  Johann  Gottlieb  (Kandisch),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Gottlob  Benjamin  Werner  vom  Juni 
1749—1756.  Wird  in  Berlin  Bürger  und  Meister;  da  er  es  dort  zu  nichts  bringt,  zieht  er  nach  Breslau  zurück 
und  wirbt  bei  dem  hiesigen  Mittel  ein.  Wird  ohne  nochmalige  Anfertigung  eines  Meisterstückes  nach  Erlegung 
von  50  Gulden  Rezeptionsgebühr  am  26.  (27.)  September  1766  rezipiert.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  8.  De- 
zember 1767.   Stirbt  am  2.  (begr.  d.  4.)  August  1784,  alt  49  Jahre  14  Tage  (Elis.). 

Canth,  Mathias  de,  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am  3.  Oktober  1435. 

Carl,  Hans,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschlägers  Hans  Carl,  heiratet  am  25.  Februar  1596 
Christina,  die  Tochter  des  Michael  Mittman,  gewesenen  Bäckers  in  Strehlen  (MM). 

Casperge,  Christian  Julius  Berthold  (Kasperke),  Gold-  und  Silberarbeiter,  geb.  1823  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiter- 
gesellen Christian  Casperge,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  4.  April  1845,  alt  22  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Casperge,  Johann  Gottlieb  [Gottlob]  (Caseberge,  Kasperge,  Kasperke,  Kaseberger),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau, 
Sohn  des  Johann  Casperge,  Erbsassen  auf  dem  Stadtgute  vor  dem  Odertor,  lernt  bei  Johann  Bernhard  Hoensch 
vom  27.  Dezember  1777  bis  18.  September  1783.  Arbeitet  bei  Carl  Gottfried  Haase  als  Meisterstück  ein  Giess- 
becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  24.  Oktober  1792  und  Bürger  am  4.  Februar  1793.  Ist  1824  zum  letzten 
Male  erwähnt. 

Cawder,  Mathias,  siehe  Kau  der. 

Christiany,  Gottlob  [Gottlieb]  Friedrich  (Christianni,  Kristiani),  Goldarbeiter,  Sohn  des  Ratskämmerers  und  Hof- 
juweliers Christoph  Christiany  in  Naumburg,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  23.  April  1731.  Heiratet  am 
8.  Mai  1731  Juliana,  die  Tochter  des  f  Kürschners  Wilhelm  Albrecht;  Trauzeuge  ist  der  Goldschmied  Gottfried 
Ihme  (MM).  Arbeitet  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  3.  Oktober  1731. 
Stirbt  um  1741. 

Christman,  Christian,  Goldschmiedgeselle,  im  August  1713  stirbt  sein  6  Jahre  alter  Sohn  Gottlieb  August. 
Chuder,  Mathias,  siehe  Kauder. 

Chutonis,  Jacobus  de  montibus,  siehe  Jacobus  de  montibus  Kutte nis. 
Chutonis,  Laurentius  de  montibus,  siehe  Laurentius  de  montibus  Kuttenis. 

Cläre,  Jacob,  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am  Tage  vor  Simon  u.  Judas  (27.  Oktober)  1371;  Bürge  ist  Claus 
Briger.    Siehe  Jacob  Luczk. 

Claus,  aurifaber,  für  ihn  bürgt  1401  Bartholomeus  Schuwort,  dass  er  friedlich  sein  wolle  gegen  Andreas  Apotecarius 

[auf  dem  Hühnermarkte]  (Signaturb.  XIII). 
Claus,  Goltsmyt,  siehe  Claus  Briger. 


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Claus  vom  Brige,  siehe  Claus  Briger. 

Clauss,  Carl  Philipp  (Klauss),  Goldarbeiter,  geb.  in  Leipzig  am  l.  April  1771,  Sohn  des  Schornsteinfegerältesten 
Johann  David  Clauss,  lernt  in  Leipzig  bei  Johann  Caspar  Westermann  von  1785—1791.  Lässt  sich  am  23.  März 
1798  von  den  Ältesten  der  Leipziger  Goldschmiede-Innung,  Johann  Heinrich  Liebeskind  und  Johann  Ludwig  Brodel, 
eine  Kopie  seines  Lehrbriefes  ausstellen,  da  er  in  Breslau  Meister  werden  will.  Arbeitet  bei  Johann  Bernhard 
Hoensch  als  Meisterstück  eine  Sternblume  mit  ä  jour  gefassten  Brillanten,  wird  Meister  am  12.  Juni  und  Bürger 
am  23.  August  1798.  Heiratet  am  17.  Juli  1801  Rosina  Dorothea,  geb.  Stephan,  verw.  Ledel  (Elis.j.  Seine  Frau 
t  4.  (begr.  d.  7.)  XII.  1808  (Elis.).  Claus  ist  1812  das  letzte  Mal  erwähnt.  Sein  Porträt,  in  Aquarell  gemalt  von 
Christian  Friedrich  Knoefvell,  im  Schlesischen  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer  in  Breslau. 

Conczel,  Jacobus,  siehe  Konczel. 

Conrad  Goltsmet  (Meister  Conrad),  wird  erwähnt  zwischen  1350—1363.  Bertold  von  dem  Czindal  verkauft  1350 
dem  Meister  Conrad  das  Erbe  bei  dem  Steinhause  Hermans  von  Essen  (Schöppenb.  I.  134a).  Conrad  der  Golt- 
smet reicht  1360  dem  Petir  Czitwar  das  Erbe  halb  an  der  Ecke  kein  Harm  bei  Hensil  von  der  Nysse  zu 
einem  rechten  Kaufe  (Schöppenb.  II.  89b).  Meister  Conrad  reicht  1361  dem  Sydil  Scheiteler  sein  Grundstück 
an  der  Ecke  bei  dem  Erbe  von  Nwdorfs  Kindern  und  verkauft  1363  dem  Nickil  Durrendorf  sein  Besitztum  an 
der  Ecke  kein  Harm  (Schöppenb.  II.  136»,  185a). 

Conrad,  Herrmann,  Goldarbeiter  und  Graveur,  wird  am  9.  November  1878  in  die  Innung  aufgenommen  und  bleibt 
Mitglied  bis  zum  13.  Oktober  1893. 

Cossler,  Daniel,  siehe  Kostler. 

Cothbus,  Jacobus  de,  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am  Montag  nach  Jubilate  (30.  April)  1436. 
Crafftczober,  Hans,  siehe  Kraf f tczober. 
Crammer,  George  David,  siehe  Kram  er. 

Cretsmer,  Lorencz,  (Cretschmer,  Kretschmer,  Meister  Lorencz  der  Goltschmid),  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am 
Freitag  vor  Invocavit  (29.  Februar)  1460.  Ihm  reicht  1461  Barbara  Jorge  Heynin,  die  Witwe  des  Goldschmieds 
Georg  Heyne,  ihr  Haus  am  Ringe  unter  den  Hutterlauben.  Cretsmer  gibt  ihr  dafür  8  Mk.  jährl.  Zins  auf  sein 
Haus  zu  ihren  Lebetagen  (Tradb.  I.  55).  Er  erscheint  1463  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als 
Zunftsenior.    Ist  im  Catalogus  civium  von  1470  nicht  mehr  erwähnt. 

Creuziger,  Adam,  Jubilierer,  am  17.  Juni  1642  heiratet  seine  Tochter  Susanna  Katharina  den  Hans  Zange  d.  ä.  (MM). 

Cringel,  Steffan  (Kringel,  Gringel,  Meister  Steffan),  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit  (26.  Februar; 
1501.  Erscheint  1512,  1515,  1517  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.  Am  21.  No- 
vember 1517  verfügen  die  Ratmannen,  dass  jeder,  der  Gold  gegen  geschlagene  Gulden  verkaufen  will,  sich  an 
die  Goldmünze  zu  Meister  Steffan  dem  Goltschmide  zu  wenden  habe.  (Scriptores  rer.  Siles.  Bd.  III  S.  176). 
Cringel  stirbt  vor  1525. 

Crommendorff,  Andreas,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  Francisci  (4.  Oktober)  1415,  Bürge  ist  Niclos  Crommendorff. 

Crommendorff,  Johannes  [Hans],  aurifaber,  wird  Bürger  am  Montag  nach  Bartholomei  (25.  August)  1421.  Reicht 
am  Freitag  nach  Corpus  Christi  (1.  Juni)  1431  den  Vormündern  eines  Seelgerätes  1  Mk.  jährl.  Zins  auf  sein  Erbe 
unter  den  Hutterlauben  bei  Mathis  Radag  zunächst,  wiederverkäuflich  um  14  Mk.  (Bresl.  Stadtarchiv,  Orig.- 
Schöppenbrief,  Pergament  mit  2  Siegeln).  Erscheint  1432,  1435,  1438  in  den  Geschworenenlisten  der  Signatur- 
bücher als  Zunftsenior.    Ist  1441  im  Schöppenbuch  XIV  erwähnt. 

Crommendorff,  Niclos  (Crummendorff,  Krommendorff,  Krummendorff,  Krymmendorff),  aurifaber  und  Stadtbrynner,  wird 
Bürger  am  Mittwoch  nach  Galli  (19.  Oktober)  1384,  Bürge  ist  Hensil  von  Glacz.  Wohntauf  dem  Hühnermarkte. 
Zahlt  1403,4  an  Steuern:  de  hereditate  1  scot,  de  opere  Va  fertonem,  de  re  1  lot,  item  de  orto  5  quart  (die  letzte 
Angabe  ist  im  Originaltexte  durchgestrichen).  Erscheint  1391,  1395,  1397,  1399,  1401,  1403,  1413,  1416  in  den 
Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.  Reicht  1392  dem  Peter  Pezeler  6  Mk.  jährl.  Zins  auf 
sein  Erbe  am  Hühnermarkte  bei  Walther  Goltsmed  und  1400  dem  Stephan  Kugasse  von  der  Olsen  und  Soffey 
seiner  Hausfrau  3  Mk.  jährl.  Zins  auf  sein  Erbe  „off  deme  Vogilmarkte"  zwischen  Andreas  Apteker  [heute  die 
Kränzelmarkt-Apotheke]  und  Walther  Goltsmed,  wiederverkäuflich  um  42  Mk.  (Schöppenb.  VII.  72b,  ix.  22b). 
Crommendorffs  Haus  wird  1401  —  1404  erwähnt  in  Schöppenb.  IX  fol.  81  b,  218b,  220b,  252b.  Crommendorff  erscheint 
1401  als  Verwalter  von  Zunftgeldern  (Schöppenb.  IX.  56b).  Stiftet  1401  eine  Mark  jährl.  Zins  für  den  Innungs- 
altar in  der  Goldschmiede-Kapelle  auf  sein  Haus  bei  Walter  Goltsmed  (Schöppenb.  IX.  67  b,  68  b).  Reicht  1401 
seiner  Frau  Barbara  ein  Kindesteil  von  all  seinem  Erbe  und  Gut  nach  seinem  Tode  (Schöppenb.  IX.  94).  Niclos 
Crummendorff  der  Stadt  Brynner  sagt  am  Dienstag  nach  Letare  (19.  März)  1409  aus,  dass  Herr  Niclos  der 
Weihbischof  ihm  durch  seinen  Diener  habe  sagen  lassen,  dass  er  dem  Laurentius,  Andres  Czudmars  Diener, 
170  Mk.  von  dem  Silber  geben  solle,  das  Laurentius  von  ihm  (Crommendorff)  gekauft  hat.    (Signaturb.  XVII). 


54 


Crommendorff,  Pauel,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  nach  Corpus  Christi  (21.  Juni)  1443.   Stirbt  vor  1470. 
Crommendorff,  Vincencius,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Sonnabend  nach  Assumptio  Mariae  (18.  August)  1436. 
Cuncze,  Jacob,  siehe  Jacobus  Konczel. 
Cunzco,  aurifaber,  siehe  Kunzco. 

Cuttener,  Caspar,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit  (29.  Februar)  1460.  Ist  im  Catalogus  civium  von 
1470  nicht  mehr  erwähnt. 

Czedelakowicz,  Janode  (Zedelakowicz),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  nach  Conversio  Pauli  (Dienstag  d.  26.  Januar) 
1367,  Bürge  ist  Nickil  Hone. 

Czipser,  Nicolaus  (Zipser)  aurifaber,  wird  Bürger  am  Dienstag  nach  Egidii  (2.  September)  1410,  Bürge  ist  Landecke. 

Czipser  ist  selbst  1423  u.  1426  Bürge  (Bürgerb.  III.  37b,  43).    Erscheint  1418,  1424,  1427,  1430,  1433,  1436,  1439, 

1440,  1443,  1446  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.     Ist  1446  Testamentar  des 

Nicolaus  Polak  (vgl.  Urk.  8).    Stirbt  um  1450. 
Czolcz,  Petir  de,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Sonnabend  nach  Jubilate  (29.  April)  1385,  Bürge  ist  Waltherus  aurifaber. 
Damas,  Johann  Vitus  Adeodatus  (Damascener),  Goldarbeiter  ausserhalb  der  Innung,  Sohn  des  Kaffeeschenken  Georg 

Ad.  Damas  in  der  Altstadt  Prag,  wird  am  26.  April  1735  in  Breslau  bei  St.  Adalbert  getraut  (Schles.  Vorz.  VII.  489). 
Daniel,  Niclas,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit  (9.  Februar)  1459.    Stirbt  vor  1490. 
Daniel,  Nicolaus,  siehe  Daniel  Nico  laus. 

Dannhover,  Johann,  ein  Goldschmied  aus  Wien,  wird  in  Breslau  bei  St.  Laurentius  am  7.  Juli  1772  begraben,  war 

46  Jahre  alt  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 
Danziger,  Aron,    Goldarbeiter,  geb.  in  Ratibor,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  24.  November  1846. 
Deibelle,  Eduard,  Goldarbeiter,  geb.  in  Schwäbisch  Gemünd,  Sohn  des  Goldarbeiters  Eduard  Deibelle,  erwirbt  das 

Breslauer  Bürgerrecht  am  8.  August  1817,  alt  28  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Deibner,  Gustav  (Deibener,  Deubner), Silberarbeiter,  lernt  in  Breslau  bei  HerrmannCarl  Robert  Härtel  von  Qu. Johannis  1849 

bis  10.  April  1854.    Tritt  am  10.  Januar  1861  in  die  Innung  ein,  scheidet  am  13.  Oktober  1863  wieder  aus. 

Zeichnet  GD  negativ  eingeschlagen, 
a.  Deckelbecher  der  Weber-Innung  in  Neustadt,  Silber,  innen  vergoldet,  gestiftet  1862.   H.  17,5  cm.  Johannes- 
kopf mit  Jahreszahl  62,  Gehaltsst.  70,  Stempelmeisterb.  U  u.  Meisterz.  —  Weber-Innung,  Neustadt  OS. 
Delacourt,  Balthasar  (Deragogi),  Goldschmied  bei  der  Domschule,  siehe  Seite  35. 

Delffen,  Hans  von,  Goldschmiedgeselle,  heiratet  in  Breslau  am  29.  September  1555  Anna,  die  Witwe  des  Gold- 
schmieds Cristoff  Wassergraf  (MM). 

Deller,  Johann  Gottlieb  Christian  (Döller,  Teller),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Christian  Gottlieb 
Schneider  vom  Qu.  Crucis  1798  bis  Michaelis  1804.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  19.  März  1813.  Wird  Innungs- 
meister am  12.  September  1814.  Lebt  später  in  dürftigen  Verhältnissen  und  übernimmt  am  11.  Juli  1833  den 
Posten  des  Mittelsboten.    Stirbt  1836. 

Delugg,  Johann  Gottlob,  siehe  Tholuck. 

Demolin,  Johann  Wilhelm,  siehe  Dumoulin. 

Dethlefsen,  Dethlef,  Silberarbeiter,  geb.  zu  Husum  in  Dänemark,  Sohn  des  Branntweinbrenners  August  Dethlefsen, 
erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  5.  November  1839,  alt  39  Jahre.  Meldet  sich  am  11.  Januar  1840  als 
Stückmeister  und  wird  am  11.  (15.)  April  1840  in  die  Innung  aufgenommen.  Kommt  im  Januar  1852  völlig  ver- 
armt ins  Hospital.    Wird  am  12.  Januar  1853  aus  der  Meisterliste  gestrichen.  • 

Deubner,  Gustav,  siehe  Deibner. 

Dhun,  siehe  Thun. 

Dietrich,  Christian  (Diettrich,  Dietterich,  Diedrich,  Diederich,  Dittrich),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des 
Barett-  und  Strumpfmachers  Daniel  Dietrich,  verfertigt  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird 
Meister  am  27.  Februar  und  Bürger  am  28.  März  1730.  Heiratet  am  18.  April  1730  Johanna  Katharina,  die 
Tochter  des  Goldschmieds  Johann  George  Schier;  Trauzeuge  ist  Samuel  Hammer  (MM).  Erblindet  1744.  Stirbt 
am  17.  September  1765.    Seine  Witwe  f  12.  (begr.  d.  14.)  VI.  1773  (Elis.). 

Dietrich,  Christoph  (Dittrich),  Goldschmied,  Sohn  des  Kretschmers  Hans  Dietrich  zu  Neukirch  bei  Hirschberg,  wird 
1659  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  1.  September  1659  Rosina,  die  Tochter  des  Goldschmied- 
ältesten  Hans  Jachman  d.  ä.  (Elis.).  Stirbt  auf  der  Odergasse  in  seinem  eigenen  Hause  am  28.  (29.)  Juni  1667 
alt  36  Jahre  17  Wochen  1  Tag  fElis.i. 

Dietz,  Daniel  August,  siehe  Titze. 

Dittmar,  George  (Jörge  Dittmers,  Ditmer,  Dietmar,  Diettner,  Thittner),  Goldschmied,  Sohn  des  Cunrad  Dittmar, 
Kanzlisten  zu  Lüneburg,  heiratet  in  Breslau  als  Geselle  24.  Trinitatis   1587  Anna,  die  Tochter  des  Riemers 


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Stanislaus  Gross  (Elis.).  Wird 
1588  Bürger  und  Meister. 
Wohnt  am  Ringe  unter  den 
Riemern.  Dittmar  heiratet  als 
Witwer  am  14.  Oktober  1601 
Barbara,  die  Tochter  Nickel 
Hermans(Elis.u.MM).  Stirbt 
am  27.  Mai  1608,  alt  42  Jahre 
(Elis.).  Seine  Witwe  Barbara 
heiratet    am   14.  Juni  1611 
den  Johannes  Hertelius,  Dia- 
konus in  der  Altstadt  Prag 
(MM).    Seine  Tochter  Mag- 
dalena heiratet  am5.Juli  1613 
den  Schuhmacher  Martin  Kie- 
fer in  Neisse  (MM).  Dittmar 
zeichnet  D   negativ  einge- 
schlagen, vgl.  Taf.  III  Nr.  68. 
a.  Meerschnecke  in  ver- 
goldeter Silberfassung, 
abgeb.  Fig.  15.  H.  26  cm. 
Besch auz.  W  Typus  II 
u.  Meisterz.  —  Musee 
cinquantenaire,  Brüssel. 
Dittrich,  siehe  Dietrich. 
Ditze,    Daniel    August,  siehe 
Titze. 

Dobers,  Heinr.  Eduard  Adolph, 
Qoldarbeiter,  geb.  in  Breslau, 
Sohn  des  Gräupners  Gott- 
lieb Dobers,  erwirbt  das 
Bürgerrecht  am  25.  Juni  1850, 
alt28 Jahre.  Wird  am  H.Ok- 
tober 1856  Innungsmitglied, 
Ist  seit  1869  Obermeister 
und  seit  1876  Stempelmeister 
mit  dem  Buchstaben  V.  Stirbt 
im  Januar  1886. 

Döllerjohann  Gottlieb  Christian, 
siehe  Dell  er. 

Dolucker,  Johann  Gottlob,  siehe 
T  h  o  1  u  c  k. 

Donath,  Johann  George  (Donat,  Tonart),  Goldschmied,  arbeitet  sein  Meisterstück  bei  Stephan  Christian  Luttroth, 
wird  Meister  Anfang  März  und  Bürger  am  11.  März  1739.  Ist  in  der  Meisterliste  von  1757  das  letzte  Mal  er- 
wähnt.   Donath  zeichnet  IGD  in  herzförmigem  Schilde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  154. 

a.  Rauchfass,  Silber,  mit  durchbrochener  Arbeit.  Johanneskopf  Typus  XI  Stempelmeisterb.  D,  Meisterz.  u. 
Kriegssteuerst.      ' .  —  St.  Adalbertkirche,  ehemaliges  Dominikanerkloster,  Breslau. 

b.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  runden  profilierten  Fusse,  an  dem  Nodus  und  dem  Kuppabelag  kehrt  das 
Motiv  der  Weintraube  wieder.  Auf  dem  Fusse  die  Inschrift:  „F  :  F:  Carolus  Leopoldus  Tschipko  Supprior 
1747"  und  das  Stifterwappen  mit  einem  Vogel,  der  ein  Schwert  hält,  darüber  das  Augustiner-Chorherrn- 
Monogramm.  H.  22,5  cm.  Johanneskopf  Typus  XII,  Stempelmeisterb.  F,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adler- 
typus. —  Sandkirche,  Breslau. 

Dondorff,  Carl  Samuel  Salomon,  Goldarbeiter,  geb.  am  11.  Januar  1792  in  Gimmel  bei  Winzig,  Sohn  des  Pastors 
Samuel  Dondorff,  lernt  in  Breslau  bei  Johann  Sigismund  Heintze  von  Ostern  1807  bis  Johannis  1811.  Erwirbt 


Fig.  15.  George  Dittmar:  Schneckenpokal  im  Musee  cinquantenaire  in  Brüssel 


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das  Bürgerrecht  am  9.  Oktober  1820.    Tritt  am  26.  Oktober  1839  in  die  Innung  ein.    Ist  Stadtverordneter  von 

1848—1850  und  Innungsobermeister  von  1854—1861.    Stirbt  am  21.  Juli  1867. 
Dondorff,  Robert,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  13.  September  1831,  Sohn  des  Goldarbeiters  Carl  Samuel 

Salomon  Dondorff,  lernt  bei  seinem  Vater  vom  Dezember  1845  (Michaelis  1847)  bis  15.  Juli  1851.    Wird  am 

23.  April  1858  Mitglied  der  Innung,  scheidet  1893  aus. 
Dornten,  Johannes  (Hannos  Dorink),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Montag  vor  Michaelis  (25.  September)  1396;  Bürge 

ist  Johannes  Lendechin. 

Drogen,  Caspar  (Drogener,  Drogan,  Drögen.  Dröger,  Dragen,  Trogan),  Goldschmied,  Sohn  des  Peter  Drogen  in 
Torgau,  arbeitet  1618  als  Geselle  bei  Sebastian  Fesch  d.  j.,  wird  1620  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet 
am  5.  Oktober  1620  Anna,  die  Witwe  des  Goldschmieds  Hans  Schönknecht  aus  Öls  (Elis.).  Wohnt  auf  der 
Schmiedebrücke  in  seinem  eigenen  Hause,  besitzt  auch  auf  der  Odergasse  ein  Grundstück.  Stirbt  als  Zunft- 
ältester am  20.  (begr.  d.  22.)  November  1651,  alt  65  Jahre  36  Wochen  (Elis.  u.  MM).  Seine  Witwe  Anna 
f  4.  (begr.  d.  6.)  IV.  1656  (Elis.  u.  MM). 

Dudeck,  Friedrich  Wilhelm,  Silberarbeiter,  lernt  bei  Johann  Gottlob  Scholtz  vom  Qu.  Trinitatis  1796  bis  Qu.  Remi- 
niscere  1802.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  12.  August  1814.  Meldet  sich  1814  bei  der  Innung  als  Stückmeister 
und  wird  rezipiert,  bleibt  aber  bis  1825  sein  Meisterstück  schuldig.  Deshalb  wird  ihm  von  1819—1825  das 
innungsmässige  Stempeln  seiner  Arbeiten  versagt,  ferner  wird  ihm  1824  sein  Gesuch  wegen  Rückzahlung  des 
Rezeptionsgeldes  abschlägig  beantwortet.  Wird  nach  Beseitigung  aller  Differenzen  am  22.  April  1825  in  die 
Meisterliste  eingetragen.    Ist  1840  zum  letzten  Male  erwähnt. 

Duhn,  siehe  Thun. 

Dumoulin,  Johann  Wilhelm  (Dümoulin,  Demolin),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Uhrmachers  Andreas 
Dumoulin,  lernt  bei  Johann  Carl  Wagner  vom  15.  Juni  1811  bis  21.  März  1816.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am 
22.  September  1826,  alt  29  Jahre.   Wird  Innungsmitglied  am  26.  Oktober  1839.    Stirbt  1851. 

Dunckel,  Johann  [Hans]  Christoph,  siehe  Tunckel. 

Duquest,  Joachim,  von  Liegnitz,  ein  Goldarbeiter  auf  dem  Sande,  siehe  Seite  35. 

Duquest,  Johannes  Christian,  ein  Goldschmied  auf  dem  Sande,  Sohn  des  Tischlers  Johannes  Duquest  in  Liegnitz, 
heiratet  am  20.  Oktober  1688  Maria  Konstanze,  die  Tochter  des  Hofschuhmachers  Matthias  Mader  auf  dem 
Dome  (Matth.). 

Eben,  Matthes,  Goldschmied,  seine  nachgelassene  Tochter  Katharina  heiratet  am  17.  Oktober  1588  den  Hausknecht 
Michael  Buschke  (MM). 

Eberlein,  Christian  Gottlieb,  Goldarbeiter,  stirbt  am  14.  (begr.  d.  16.)  Februar  1758,  alt  51  Jahre  2  Monate  (Elis.). 

Eberlein,  Gottfried  Gideon  [Andreas],  d.  ä.,  Goldarbeiter,  Sohn  des  Schneiderältesten  Balthasar  Eberlein  in  Leipzig, 
wird  in  Breslau  1701  Meister.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  7.  Juni  1701.  Heiratet  am  20.  Juni  1701  Johanna 
Henrietta,  die  Tochter  des  f  Leipziger  Juweliers  Johann  Heinrich  Reinhard  (Elis.).  Wohnt  am  Ringe.  Seine 
Frau  Johanna  Henrietta  f  29.  II.  (begr.  d.  2.  III.)  1708  (Elis.).  Eberlein  heiratet  am  5.  Oktober  1711  Maria 
Magdalena,  die  Tochter  des  Kretschmers  Adam  Mickosch  (Elis.).  Seine  Tochter  Henrietta  Sophia  heiratet  am 
26.  August  1721  den  Silberarbeiter  Johann  Christoph  Müller  (Elis.).  Eberlein  stirbt  am  13.  (begr.  d.  15.)  Januar  1732, 
alt  65  Jahre  10  Wochen  (Elis.).    Seine  Witwe  heiratet  am  16.  Februar  1734  den  Silberarbeiter  Thomas  Beyl  (Elis.). 

Eberlein,  Gottfried  Gideon,  d.  j.,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Gottfried  Gideon  Eberlein  d.  ä., 
arbeitet  bei  Johann  David  Kriebel  als  Meisterstück  einen  Uhrhaken  und  Ring,  wird  Meister  am  25.  August  und  Bürger 
am  7.  September  1746.  Heiratet  am  26.  Oktober  1746  Rosina  Elisabeth,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Christian 
Beyl  (Elis.).  Stirbt  am  25.  (begr.  d.  28.;  August  1770,  alt  52  Jahre  weniger  7  Wochen  (Elis.).  Seine  Witwe  f  H. 
(begr.  d.  13.)  X.  1772.  (Elis.). 

Eberlein,  Johann  Gottfried,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Gottfried  Gideon  Eberlein  d.  ä., 
verfertigt  als  Stückarbeiter  bei  Johann  Klinge  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  10.  Januar 
und  Bürger  am  16.  April  1734.  Heiratet  am  4.  Mai  1734  Anna  Katharina,  die  Tochter  des  Partkrämers  Samuel 
Scholtz  (Elis.).  Seine  Frau  f  22.  (begr.  d.24.)  IX.  1735  (Elis.).  Eberlein  heiratet  am  26.  Oktober  1739  Anna 
Rosina,  die  Tochter  des  Kretschmers  Benjamin  Geissheimer  (Elis.).  Stirbt  am  13.  Februar  1758.  Seine  Tochter 
Christiana  Henrietta  heiratet  am  7.  Februar  1774  den  Oberamtskassenkontrolleur  Benjamin  Christlieb 
Hoenisch  (MM).  Eberleins  Witwe  Anna  Rosina  t  28.  (begr.  d.  31.)  V.  1781  (MM).  Sein  Sohn  Carl  Gottfried, 
ein  Handlungsverwandter,  heiratet  am  22.  November  1781  Johanna  Christina,  die  Tochter  des  f  Buchhalters 
Johann  Daniel  Heidrich  (MM). 

Eberlein,  Thomas  Gideon,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Gottfried  Gideon  Eberlein  d.  j., 
lernt  bei  Johann  Daniel  Albert  vom  17.  März   1760  bis  22.  März   1764.    Meldet  sich  als  Stückarbeiter  am 


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2.  Oktober  1771,  arbeitet  bei  Christian  Beyl  einen  mit  Rauten  besetzten  Patzel,  wird  Meister  am  19.  November 
1771.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  9.  März  1772.  Heiratet  am  13.  Januar  1773  Rosina  Dorothea,  die  Tochter 
des  t  Kretschmers  Christian  Gottlieb  Teller  (Elis.).  Seine  Frau  f  8.  (begr.  d.  11.)  VII.  1792  (Elis.).  Er  selbst  stirbt 
am  29.  Oktober  (begr.  d.  1.  November)  1801,  alt  54  Jahre  (Elis.). 

Ebert,  Friedrich  Wilhelm,  Gold-  und  Silberarbeiter,  von  Kottbus  gebürtig,  Sohn  des  dortigen  Goldarbeiters  Christian 
Friedrich  Ebert,  lernt  in  Breslau  bei  Samuel  Christoph  Thun  vom  27.  Dezember  1777  bis  18.  September  1783. 
Arbeitet  bei  Ferdinand  Christian  Beyl  als  Meisterstück  einen  Sternring  mit  Brillanten  und  einen  Zuckerkasten  mit 
durchbrochener  Arbeit,  wird  Meister  am  17.  Juni  (?  4.  September)  1792.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  4.  Februar  1793. 
Heiratet,  37  Jahre  alt,  am  14."  Juli  1794  Maria,  die  Tochter  des  f  Kretschmers  George  Krön  in  Rosen  bei  Kreuzburg 
(Elis.).  Lebt  später  in  dürftigen  Verhältnissen.  Seine  Frau  Maria  t  17.  (begr.  d.  20.)  VIII.  1818  (Elis.).  Ebert  kommt 
1823   bei   dem  Mittel  um  eine  Unterstützung  ein,  die  ihm  bewilligt  wird.    Stirbt  bald  darauf. 

Ebert,  Johann  Christian  (Eberth,  Ebertt),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kaufmanns  Johann  Michael  Ebert, 
arbeitet  bei  Johann  David  Kriebel  als  Meisterstück  einen  Uhrhaken  nebst  Ring,  wird  Meister  am  6.  Februar  und 
Bürger  am  10.  Februar  1747.  Heiratet  am  9.  September  1750  Johanna  Dorothea,  die  Tochter  des  t  Schulkollegen 
am  St.  Elisabethgymnasium,  Johann  Gabriel  Stephan  (Elis.).  Stirbt  am  19.  (20.)  Juni  1764,  alt  54  Jahre  (Elis.).  Seine 
Witwe  f  4.  (begr.  d.  7.)  1770  (Elis.). 

Ebert,  Johann  Jacob,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Johann  Christian  Ebert,  lernt  bei  Carl 
Wilhelm  Schlencker  vom  Juni  1767 — 1773.  Meldet  sich  mit  Dispensation  der  Kgl.  Kammer  am  27.  Februar  1782 
als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Carl  Heinrich  Friebach  ein  Paar  Ohrgehänge  mit  Pendeloques  und  Rauten,  wird 
Meister  am  5.  Juli  1782.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  10.  März  1783.  Heiratet  am  10.  Februar  1785  Christiana 
Eleonora,  die  Tochter  des  f  Kaufmanns  Christian  Gottfried  Wentzel  (Elis.).  Stirbt  am  22.  (begr.  d.  24.)  Oktober  1805, 
alt  52  Jahre  (Elis.).    Seine  Witwe  |  23.  (begr.  d.  27.)  XI.  1810  (Elis.). 

Ebhardt,  Carl  Daniel,  siehe  Ephard. 

Ebirhart,  Waltherus  (Waltir,  Waltyr  Goltsmed,  Waltherus  aurifaber,  Meister  Walter),  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger 
am  Freitag  nach  Johannis  (27.  Juni)  1371,  Bürgen  sind  Nicolaus  Owras,  Heynko  Messerer,  Claus  Briger.  Wird 
selbst  zwischen  1385—1397  häufig  als  Bürge  genannt.  Ist  1390,  1395,  1398  Ratmann  (Consul)  und  1392,  1396 
1397  Schöppe  (Scabinus)  (Codex  diplom.  Siles.  Bd.  XI  S.  20,  21,  127).  Verreicht  1372  seiner  Frau  Margareta 
allen  seinen  Besitz  nach  seinem  Tode  (Schöppenb.  III.  202).  Reicht  1376  seinen  beiden  Nachbaren  Hans  Landecke 
und  Hans  Nysser  die  Mauern,  die  er  zwischen  ihnen  gemauert  hat,  halb  zu  einem  rechten  Kaufe 
(Schöppenb.  IV.  111).  Ist  1387  und  1388  gelegentlich  von  Zinsverreichungen  erwähnt  (Schöppenb.  VI.  40,  113b). 
Reicht  1392  dem  Jekil  Rockus  sein  Erbe  in  der  Hundegasse  bei  seinem  Erbe,  das  ehemals  Peter  Engils  gewesen 
ist  (Schöppenb.  VII.  94b).  stiftet  1393  einen  Vergleich  (Schöppenb.  VII.  107).  Wird  1393—1400  gelegentlich 
von  Zinsverreichungen  und  als  Besitzer  einer  Kaufkammer  erwähnt  (Schöppenb.  VII.  125  b,  152,  IX.  22b,  23,  26b, 
42).  Stiftet  1401  eine  Mark  jährl.  Zins  zu  Händen  der  Goldschmiedekapelle  auf  sein  Erbe  bei  Niclos  Crommen- 
dorff  (Schöppenb.  IX.  67  b,  68 b).  Verreicht  1404  seiner  zweiten  Frau  Anna  all  sein  Gerät  nach  seinem  Tode 
(Schöppenb.  IX.  244  b).   stirbt  um  1405. 

Ebner,  Frantz  Joseph,  Goldarbeiter  aus  Brünn,  heiratet  1734  in  Breslau  bei  St.  Adalbert  (Schles.  Vorz.  VII.  489). 

Eensiedel,  Vecencz,  siehe  Vincencius  Eynsidel. 

Egender,  Michael,  Goldschmiedgeselle  von  Weissenborn  in  Schwaben,  ertrinkt  in  Breslau  am  7.  Mai  1582  (MM). 

Ehrlich,  Samuel,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Parchners  Christoph  Ehrlich,  arbeitet  bei  Stephan  Christian 
Luttroth  als  Meisterstück  einen  Uhrhaken  nebst  Ring.  Die  Ältesten  des  Mittels  besuchen  ihn  während  der  Arbeit 
und  zweifeln  daran,  dass  er  ein  an  dem  Uhrhaken  angebrachtes  kleines  Bild  selbständig  gefertigt  habe.  Darauf 
verlässt  Ehrlich  die  Werkstatt  des  Luttroth,  vollendet  sein  Meisterstück  bei  sich  zu  Hause,  legt  es  alsdann  den 
Breslauer  Ratmannen  vor,  verklagt  die  Ältesten  unter  geringschätzigen  Äusserungen  über  die  Innungsmeister  bei 
der  Kgl.  Domänenkammer  und  verweigert  dem  Mittel  die  Einzahlung  der  100  Gulden  Rezeptionsgebühr.  Am 
1.  August  1743  wird  Ehrlich  rezipiert,  muss  aber  die  verweigerte  Zahlung  an  die  Innungskasse  leisten.  Erwirbt 
am  7.  August  1743  das  Bürgerrecht.  Heiratet  am  7.  Januar  1744  Johanna  Rosina,  die  Tochter  des  Handels- 
mannes Gottfried  Kleinwächter  in  Landeshut  (MM).    Ist  seit  1745  in  der  Meisterliste  nicht  mehr  erwähnt. 

Eichelmann,  Friedrich  Wilhelm,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Korporals  Gottfried  Eichelmann,  heiratet  am 
25.  Mai  1750  Anna  Rosina,  die  Tochter  des  f  Hutmachers  Daniel  Böhl  (MM). 

Eichler,  Johann  Gottlob  [Gottlieb],  Silberarbeiter,  geb.  in  Gross-Peiskerau,  lernt  in  Breslau  bei  Carl  Gottlieb  Gröger  vom 
29.  September  1775  bis  27.  Februar  1782.  Arbeitet  bei  Gottfried  Benjamin  Weigelt  als  Meisterstück  ein  silbernes 
Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  26.  Oktober  1792.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  4.  Februar  1793.  Stirbt 
in  dürftigen  Verhältnissen  im  Krankenhospital  am  11.  (begr.  d.  13.)  Oktober  1797,  alt  37  Jahre  (Elis.). 

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Eifler,  Johann  Wilhelm  Robert,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Mehlhändlers  Anton  Eifler,  erwirbt  das 
Bürgerrecht  am  13.  April  1847,  alt  31  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Eigel,  Johann  Franciscus  (Eigelt,  Eugel),  Goldarbeiter,  Sohn  des  Bildhauers  Andreas  Eigel  in  Kuttenberg,  heiratet  in 
Breslau  bei  St.  Adalbert  im  Oktober  1723.  Arbeitet  Anfangs  als  Pfuscher  und  wird  als  solcher  urkundlich 
„Goldarbeiter  auf  dem  Klostergrunde"  genannt.  Meldet  sich  1736  bei  der  Innung  als  Stückmeister  und  arbeitet  bei 
Johann  Klinge  einen  Uhrhaken  und  Ring,  wird  Meister  am  4.  August  und  Bürger  am  8.  August  1736.  Kommt 
in  der  Meisterliste  von  1739  das  letzte  Mal  vor,  scheidet  aber  erst  1747  aus  dem  Mittel  aus. 

Eilfrath,  George  Friedrich  (Elfrath,  Eylfrath,  Eylradt),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Bierbeschauers  Gerhard 
Peter  Eilfrath,  lernt  bei  Johann  Gottfried  Klock  vom  10.  Juni  1749  bis  9.  März  1751,  dann  bei  Jacob  Andreas 
Rottwitt  bis  22.  September  1751,  endlich  bei  Johann  Samuel  Grische  bis  30.  Mai  1755.  Wegen  der  kriegerischen 
Zeiten  werden  ihm  die  Wanderjahre  erlassen.  Meldet  sich  am  18.  Juni  1762  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  George 
Emanuel  Scholtz  einen  mit  Rauten  besetzten  Plack,  wird  Meister  am  25.  Januar  und  Bürger  am  3.  Mai  1763. 
Heiratet  am  11.  Mai  1763  Johanna  Elisabeth,  die  Tochter  des  Fleischhauers  Daniel  Neuberger  (Elis.).  Stirbt  am 
3.  (begr.  d.  6.)  März  1802,  alt  66  Jahre  2  Monate  (Elis.).    Seine  Witwe  |  19.  (begr.  d.  21.)  VII.  1810  (Elis.). 

Eittner,  George  Friedrich  (Eyrtner,  Eyckner,  Euckner),  Silberarbeiter,  meldet  sich  am  16.  März  1759  als  Stückmeister, 
arbeitet  bei  Christian  Beyl  ein  silbernes  Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  10.  Juli  und  Bürger  am  13.  Sep- 
tember 1759.    Stirbt  am  13.  März  1788,  alt  63  Jahre. 

Elias,  Goltsmed,  siehe  Helyas  de  Brunswig. 

Elmgren,  Johann  Gustav  (Elmgraen,  Elmgrön),  Silberarbeiter,  geb.  zu  Calmar  in  Schweden,  Sohn  des  Kupferschmieds 
Jonas  Elmgren,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  22.  Oktober  1841,  alt  38  Jahre.  Meldet  sich  am  6.  Oktober 
1841  zur  Aufnahme  bei  der  Innung  und  wird  am  5.  November  1841  rezipiert.  Stirbt  am  9.  Juli  1857.  Elmgren 
zeichnet  af  §.&.  in  rechteckigem  Felde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  195. 

Eltner,  Elias,  Goldschmiedgeselle   und  Mitbruder  im  Hospital  zur  Heiligen  Dreifaltigkeit,  stirbt  am  19.  April  1738. 

Elyas  Goltsmed,  siehe  Helyas  de  Brunswig. 

Endemann,  Philipp  Jacob,  Goldarbeiter,  wird  Bürger  am  19.  August  1816.  Tritt  am  26.  Oktober  1839  in  die  Innung 
ein.    Stirbt  1843. 

Engels,  Frantz,  Goldschmiedgeselle,  heiratet  am  6.  Februar  1557  Eva,  die  Tochter  des  f  Kretschmers  N.  Hartman  (MM). 
Engelt,  Gottlob,  Goldarbeitergeselle,  Sohn  des  Elias  Engelt,  Musici  instrumentalis  zu  Freiberg  in  Sachsen,  heiratet 

in  Breslau  am  4.  Juni  1709  Susanna,  die  Tochter  des  Zechbotens  der  Maler,  Christian  Schubert  (MM). 
Ephard,  Carl  Daniel  (Fbhardt),  Silberarbeiter,  geb.  1769  in  Breslau,  lernt  bei  Ferdinand  Christian  Krebs  vom  Qu. 

Crucis  1786—1792.    Arbeitet  bei  Gottfried  Benjamin  Weigelt  als  Meisterstück  zwei  silberne  Tirenen,  wird  Meister 

am  14.  Dezember  1797  und  Bürger  am  23.  Januar  1798.    Stirbt  am  25.  (begr.  d.  28.)  Januar  1800  (Elis.). 
Erford,  Heinrich  von  (Erffort),  aurifaber,  ist  identisch  mit  Heinrich  von  Lutinrad,  der  1382  Bürger  wird  (oder  mit 

Heinrich  Bornbach,  der  1389  Bürger  wird?).    Verreicht  am  19.  April  1387  seiner  Frau  Hedwig  allen  seinen 

Besitz  (Schöppenb.  VI.  15).   Gelobt  1390  wegen  10  Mk.  für  Kusuelt,  der  des  Spiels  beschuldigt  ist  (Signaturb. 

III.  4b).    Meister  Heinrich  von  Erffort  verkauft  1393  dem  Hannos  von  Kant  sein  Erbe  (Schöppenb.  VII.  115). 

Vergleicht  sich  in  demselben  Jahre  mit  Niclos  Fettyr  und  Niclos  Rytter  wegen  des  Wasserabzuges  auf  seinem 

Grundstücke  (Schöppenb.  VII.  138 b).    Ist  1395  Zunftsenior. 
Eriber,  Stephanus  (Stephanus  Goltsmed,  Meister  Steffan  der  Goltsmed),  aurifaber,   wird  Bürger  am  Sonnabend 

nach  Exaltatio  crucis  (15.  September)  1408,  Bürge  ist  Buckinschuch.    Ist  1420  Zunftsenior. 
Ertel,  Christoph,  Hofgoldarbeiter  bei  dem  Herrn  Deutschmeister,  am  15.  Juni  1708  stirbt  sein  Sohn  Gotthilf  Christoph. 
Euckner,  George  Friedrich,  siehe  Eittner. 
Eugel,  Johann  Franciscus,  siehe  Eigel. 
Eyckner.  George  Friedrich,  siehe  Eittner. 
Eylfrath  [Eylradt],  George  Friedrich,  siehe  Eilfrath. 

Eynsidel,  Vincencius,  d.  ä.,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Mittwoch  nach  Circumcisio  domini  (2.  Januar)  1443.  Erscheint 

1452  und  1466  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.    Stirbt  vor  1470. 
Eynsidel,  Vincencius  (Vecenz  Eynsedil,  Eensiedel),  d.  j.,  aurifaber,  wird  Bürger  am  14.  März  1463.    Stirbt  vor  1490. 
Eysfogil,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  vor  Purificatio  Mariae  (1.  Februar)  1405.  Bürge  ist  Nysser. 
Eyttner,  George  Friedrich,  siehe  Eittner. 

Fabri,  Daniel,  Goldschmied  aus  Mediars  in  Siebenbürgen,  Sohn  des  dortigen  Goldschmieds  Daniel  Fabri,  wird  am 

5.  Oktober  1730  in  Breslau  bei  St.  Adalbert  getraut.  (Schles.  Vorz.  VII.  485). 
Fälber,  siehe  Fe  Iber. 
Fäsch  [Fähsch],  siehe  Fesch. 


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Fahrmann,  Carl  Elias,  siehe  Pfarrmann. 
Faist  (Fayst),  siehe  Feist. 

Falkensiein,  Heinrich,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Mittwoch  nach  Conversio  Pauli  (26.  Januar)  1452.  Besitzt  am  Ringe 
ein  Haus  (Tradb.  I.  18).  Erscheint  1455, 1457,  1459  in  den  Oeschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior. 
Ist  im  Catalogus  civium  von  1470  nicht  mehr  genannt. 

Falkinhayn,  Cunrad,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  Dominici  (5.  August)  1394,  Bürge  ist  Heinrich  Bornbach. 

Falkinhayn,  Gunczelinus,  wird  Bürger  am  Mittwoch  nach  Francisci  (5.  Oktober)  1373,  Bürge  ist  Claus  Briger. 

Farrmann,  Carl  Elias,  siehe  Pfarrmann. 

Fast,  siehe  Feist. 

Fechner,  Christian,  Goldschmied.  Sohn  des  Tuchmachers  Christoph  Fechner  in  der  Neustadt  Breslau,  arbeitet  bei 
Hans  Jachman  d.  j.  als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  20.  April  und  Bürger 
am  28.  August  1716.  Heiratet  am  29.  Juni  1717  Maria  Magdalena,  die  Tochter  des  f  Kürschners  Michael  Kühn 
(MM).  Scheint  von  1718  1726  auswärts  gearbeitet  oder  aus  einem  anderen  Grunde  der  Innung  ferngestanden 
zu  haben,  da  während  dieser  Zeit  sein  Name  in  der  Meisterliste  fehlt  und  1727  am  Schluss  der  Liste  steht. 
Stirbt  1728  (?).    Seine  Witwe  Maria  Magdalena  f  20.  (begr.  d.  22.)  IX.  1753  (Elis.). 

Fechner,  Christian,  Goldschmiedgeselle  und  Inwohner,  stirbt  am  13.  (begr.  d.  15.)  Mai  1741,  alt  60  Jahre. 

Feige,  Andres,  Goldschmied,  heiratet  am  20.  Januar  1573  Maria,  die  Tochter  des  f  Kretschmers  Hans  Hirschler  (MM). 

Feist,  Daniel,  (Fast),  Goldschmiedgeselle  von  Breslau,  stirbt  in  Leipzig  am  8.  Februar  1694  (Elis.). 

Feist,  Daniel  (Feyst,  Faist,  Fayst,  Fest),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Zacharias  Feist,  meldet 
sich  am  Quartal  Crucis  1719  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Thomas  Kuntze  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel, 
wird  Meister  am  15.  Januar  und  Bürger  am  12.  Juli  1720.  Heiratet  am  23.  Juli  1720  Anna  Dorothea,  die  Tochter 
des  f  Tuchmachers  Tobias  Schneider  zu  Lissa  in  Posen  (Elis  ).  Seine  Tochter  Johanna  Dorothea  heiratet  am 
24.  Mai  1740  den  Goldarbeiter  Johann  George  Gimmig  (Elis.).  Feist  stirbt  am  17.  Juni  1757,  alt  74  Jahre 
weniger  16  Tage  (Elis.).    Seine  Witwe  Anna  Dorothea  f  10-  X.  1763  (Elis.). 

Feist,  Zacharias  (Fast),  Goldschmied,  Sohn  des  Schulmeisters  Feist  zu  Rössnitz -Jägerndorf,  wird  1682  in  Breslau 
Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  28.  Juli  1682  Martha,  die  Tochter  des  f  Bäckers  Daniel  Hilscher  (MM). 
Wohnt  am  St.  Elisabethkirchhofe.  Seine  Frau  Martha  f  25.  VIII.  1692  (Elis.).  Feist  heiratet  am  12.  Januar  1694 
Susanna,  die  Tochter  des  Archidiakonus  Mattheus  Porsch  zu  Neusol  in  Ungarn  (Elis.).  Stirbt  am  23.  (15.,  30.)  Mai 
1712,  alt  69  Jahre,  2  Monate  10  Tage  (Elis.).  Seine  Tochter  Susanna  Margareta  heiratet  am  3.  Oktober  1713  den 
Bäcker  George  Klose  (Elis.).  Seine  Tochter  Anna  Martha  heiratet  am  15.  Oktober  1715  den  Tuchmacher 
Christoph  Hennig  (MM).    Seine  Witwe  Susanna  f  24.  (25)  III.  1727  (MM). 

Felber,  Hans  [Johann]  (Fälber),  Goldschmied,  Sohn  des  Johann  Felber,  Pastors  zu  Gnichwitz,  wird  Ende  1658  oder 
Anfang  1659  in  Breslau  Bürger  und  Meister.    Heiratet  am  4.  Februar  1659  Barbara,  die  Tochter  des  Erbsassen 
Martin  Wiede  (MM).    Wohnt  auf  der  Niclasgasse  in  seinem  eigenen  Hause,  zuletzt  auf  der  Odergassse.  Stirbt 
als  Innungsältester  am  11.  (15.)  Mai  1696,  alt  65  Jahre  etliche  Wochen  (Elis.).    Seine  Witwe  Barbara  f  28.  (begr. 
d.  31.)  V.  1702  (Elis.  u.  MMj.    Felber  zeichnet  HF  ligiert  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  III  No.  87. 
a.  Sargschilde  der  Breslauer  Tuchmacher,  Silber  mit  vergoldeten  Auflagen,  oval,  am  Rande  allegorische  Figuren 
in  getriebener  Arbeit.    Datiert  1670.    Dm.  51   .43  cm.    Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.    Das  Mittelstück 
mit  vergoldeten,  von  Löwen  gehaltenen  Zunftemblemen  der  Tuchmacher,  ist  eine  Arbeit  des  Christoph  Müller 
von  1719.  —  Tuchmacher-Innung,  Breslau. 

Felber,  Hans  [Johann]  Carl  (Fälber;,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Hans  Felber,  wird  1697 
Meister  und  am  3.  Juli  1697  Bürger.  Heiratet  am  16.  Juli  1697  Elisabeth,  die  Tochter  des  Glaserältesten  Johann 
Reinhardt  Moltzheim  (Elis.).    Stirbt  um  1710. 

Feller,  Hans,  Goldschmiedgeselle  aus  Law  bei  Nürnberg,  stirbt  in  Breslau  am  27.  November  1615  (Elis.). 

Ferber,  Friedrich,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Goldschmieds  Christian  Ferber  in  Teschen,  heiratet  in  Breslau  am 
27.  November  1674  Agnes,  die  Tochter  des  Teschener  Landschreibers  Sebastian  Reuss  (MM). 

Fesch,  Daniel,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Rudolph  Fesch,  stirbt  am  9.  September 
1633  alt  31  Jahre  (Elis.). 

Fesch,  Esaias,  lernt  bei  Tobias  Vogt  und  wird  im  Dezember  1619  Geselle. 

Fesch,  George,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau.  Sohn  des  Goldschmieds  Sebastian  Fesch  d.  j.,  stirbt  am 
20.  März  1634,  alt  23  Jahre  (Elis.). 

Fesch,  Rudolph  (Fetsch,  Festh,  Vehisch),  Goldschmied,  Sohn  des  Pflegers  der  Herrschaft  Wallenburg  in  der  Schweiz, 
heiratet  in  Breslau  am  26.  Mai  1592  Anna,  die  Tochter  des  f  Goldschmieds  Jeremias  Beck  (MM).  Wird  1592 
Bürger  und  Meister.    Wohnt  unter  den  Farbenmachern  an  der  Schweidnitzschen  Gasse.   Kommt  1615  bei  dem  Rate 

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darum  ein,  dass  er  seines  Alters  und  seiner  bedrängten  Nahrung  halber  des  Ältestenamtes  enthoben  werden 
möge;  der  Rat  genehmigt  das  Gesuch  am  14.  März  1615  (Lib.  definit.  IV.  288d).  Feseh  stirbt  am  3.  (4.)  Mai  1632, 
alt  75  Jahre  (Elis.  u.  MM).    Seine  Witwe  Anna  f  22.  IX.  1633  (Elis.). 

Fesch,  Rudolph  (Fösch),  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Rudolph  Fesch,  stirbt  am 
3.  Februar  1626,  alt  29  Jahre  (Elis.). 

Fesch,  Sebastian  [Bastian]  (Fetsch,  Fäsch,  Fähsch,  Fösch,  Väsch,  Vesch,  Vehisch),  d.  ä.,  Goldschmied,  aus  Basel, 
heiratet  in  Breslau  als  Geselle  am  8.  Februar  1580  Hedwig,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Eucharius  Riher  (MM). 
Wird  1580  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Ist  seit  1586  Zunftältester.  Stirbt  am  22.  Februar  1602,  alt  47  Jahre 
(Elis.).  Seine  Tochter  Maria  heiratet  am  2.  September  1603  den  Kretschmer  Friedrich  Bencker  (MM).  Seine 
Witwe  Hedwig  heiratet  am  25.  April  1606  den  Ambrosius  Richter  (MM).  Sein  Sohn  Zacharias,  ein  Seifensieder, 
heiratet  am  26.  Januar  1616  Hedwig,  die  Witwe  des  Seifensieders  Adam  Schwabe  (MM).  Sein  Sohn  Philipp 
heiratet  am  27.  Februar  1618  Barbara  Unger  (MM).  Sein  Sohn  Esaias,  ein  Hutschmücker,  heiratet  am  12. Mai  1620 
Maria  Fochtman  (MM). 

Fesch,  Sebastian  [Bastian]  (Fetsch,  Vehisch),  d.  j.,  Goldschmied,  Sohn  des  Sebastian  Fesch  d.  ä.,  wird  1607  Bürger 
und  Meister.  Heiratet  am  16.  Juli  1607  Barbara,  die  Tochter  des  Handelsmannes  Georg  Hartman  (MM).  Wohnt 
auf  der  Albrechtsgasse.  Seine  Frau  Barbara  f  21.  (begr.  d.  24.)  VIII.  1615  (Elis.).  Fesch  heiratet  16.  Trinitatis  1616 
Regina,  die  Tochter  des  f  Handelsmannes  Sebald  Röber  aus  Olmütz  (Elis.).  Ist  Zunftältester  seit  1627.  Seine 
Tochter  Rosina  heiratet  am  13.  Januar  1637  den  Goldschmied  Hans  Späth  (MM).  Fesch  stirbt  am  7.  (9.,  11.)  März 
1645  (Elis.  u.  MM),  ist  in  der  Goldschmiedekapelle  beigesetzt  worden;  vgl.  Seite  14. 

Fesch,  Sebastian,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Sebastian  Fesch  d.  j.,  stirbt  in 
Strassburg  i.  Eis.  im  November  1633,  alt  24  Jahre  (Elis.). 

Fest,  Daniel,  siehe  Feist. 

Fest,  Tobias  (Feste),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  getauft  am  3.  Oktober  1638,  Sohn  des  Malers  Martin  Fest  und 
seiner  Frau  Anna,  geb.  Vogt,  ist  von  mütterlicher  Seite  ein  Enkel  des  Breslauer  Goldschmieds  Tobias  Vogt,  wird 
Ende  1669  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  18.  Februar  1670  Maria,  die  Tochter  des  f  Goldschmiedältesten 
Balthasar  Wittig  iMM).  Wohnt  auf  der  Mäntlergasse  in  seinem  eigenen  Hause.  Stirbt  am  30.  Juni  (4.,  5.  Juli) 
1677  (Elis.  u.  MM). 

Fester,  Jonas  (Ferster,   Fesser),  Goldschmiedegeselle,   Sohn  des  Breslauer  Kretschmers  Jonas  Fester,  stirbt  am 

1.  (4)  April  1643,  alt  32  Jahre  (Elis.),  hat  bei  Gottfried  Vogel  d.  ä.  in  Arbeit  gestanden. 
Fetichen,  Hans,  siehe  Voyt. 
Feyst,  Daniel,  siehe  Feist. 
Ficke  [Fick],  siehe  Vicke. 
Ficker,  siehe  Vicker. 

Fidler,  Fabian,  Goldschmied,  am  1.  Juni  1614  stirbt  seine  Witwe  Eva,  geb.  Lange. 

Fiedler,  Christian  Friedrich,  Goldschmied  ausserhalb  der  Innung,  wird  1699  bei  St.  Adalbert  erwähnt  (Schles. 
Vorz.  VII.  488). 

Firdung,  Andres  (Fridung),  aurifaber  und  Eisenschneider,  wird  Bürger  am  Montag  nach  Quasimodo  (15.  April)  1398, 
Bürge  ist  Hensil  von  Glacz.  Wohnt  auf  der  Schuhbrücke.  Bekennt  am  Tage  vor  Viti  (14.  Juni)  1401,  dem  Hannos 
Salmon,  Tobehannos  genannt,  27  Mk.  17  Gr.  schuldig  zu  sein,  und  gelobt  die  Schuld  in  vier  Raten  abzuzahlen. 
Sollte  er  von  der  Stadt  etwas  durch  „Eisengraben  und  demgleiche"  verdienen,  so  soll  das  auch  Hannos  Salmon 
haben.  Er  und  seine  Frau  Elisabeth  bekennen  am  Tage  Viti  (15.  Juni)  1401,  dem  Hannos  Bänke  9s/2  Mk.  u. 
10  Scot  schuldig  zu  sein  und  geloben  terminweise  Zahlung  (Signaturb.  XIII).  Firdung  zahlt  1403  an  Steuern:  de 
opere  '/äfertonem;  sein  Name  ist  1404  gestrichen  und  „Peschil"  darübergeschrieben  worden  (Steuerb.  fol.  22  b). 

Firecke,  Hanns  (Fierecke),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit  (29.  Februar)  1460.    Stirbt  vor  1490. 

Fische,  Christian  Friedrich,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Musketiers  Friedrich  Fische,  heiratet  am  24.  Oktober  1763 
Anna  Maria,  die  Tochter  des  f  Erbsassen  Martin  Zwilling  in  Scheitnig  bei  Breslau,  Trauzeuge  ist  der  Silber- 
arbeiter Johann  Gottlieb  Okrusch  (MM). 

Fischer,  Ernst,  Goldschmied  am  Dom,  stirbt  1666  (Schles.  Vorz.  VII.  487). 

Fischer,  Frantz,  Goldschmied  aus  Österreich,  ein  Pfuscher,  wird  1731  am  Dom  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 

Fischer,  Friedrich  Christian,  Goldarbeiter,  geb.  in  Coburg,  Sohn  des  dortigen  Zinngiessers  Johann  Andreas  Fischer, 
lernt  in  Bayreuth  bei  dem  Goldarbeiter  Carl  Burger  bis  19.  August  1813.  Wird  Breslauer  Bürger  am  1.  November  1816, 
alt  24  Jahre,  und  Innungsmeister  am  29.  August  1817.    Ist  in  der  Meisterliste  von  1826  das  letzte  Mal  genannt. 

Fischer,  Wentzel  (Fiescher),  Goldschmied,  Sohn  des  Bergmannes  Wentzel  Fischer  in  Hohenelbe,  lernt  in  Breslau 
bei  Friedrich  Schoenau,  wird  Ende  1621  Bürger  und  Meister.     Heiratet  am  11.  Januar  1622  Maria,  die  Tochter 


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des  Goldschmiedältesten  Chri- 
stoph Stimmel  ( Elis.).  Wohnt 
auf  der  Schuhbriicke,  später 
am  Elisabethkirchhofe.  Stirbt 
als  Gefreiter  in  der  Kaiserl. 
Armee  zu  Güstow  im  Fürsten- 
tum Rügen  am  19.  (begr.  d.  20.) 
März  1628,  alt  etliche  40  Jahre 
(Elis.).  Seine  Witwe  Maria 
t  30.  XI.  1633  an  der  Pest 
(Elis.). 

Fitze  [Fitz],  siehe  Vi  tze. 

Flässel,  Lucas  (Meister  Lucas), 
Goldschmied,  wird  um  1495 
Bürger.  Am  Sonnabend  nach 
Katharine  (26.  November  i  1496 
reicht  Valten  Meissner  dem 
Goldschmiede  Lucas  Flässel 
sein  Haus  am  Ringe  bei  Caspar 
Wehpusch  (Tradb.  I.  22b). 
Flässel  wird  1508  als  Haus- 
besitzererwähnt (Tradb.  1.148). 

Fleischer,  Andreas,  Goldschmied- 
geselle, Sohn  des  Tischlers 
George  Fleischer  in  Jauer, 
stirbt  in  Breslau  am  25.  Sep- 
tember 1650,  hat  bei  Caspar 
Drogen  in  Arbeit  gestanden. 
•Fleischer,  Tobias,  ein  Gürtler,  wird 
am  1.  März  1602  durch  Rats- 
dekret angewiesen,  sich  der 
Arbeit,  „welcher  er  sich  den 
Goldschmiden  vnd  Gürtlern  zu 
nachteil  vntterfangen,"  zu  ent- 
halten. Am4.Mail602  müssen 
Michel  Thime  und  Adam  Wolff 
für   ihn    Bürgschaft    leisten ; 

Fleischer  erhält  darauf  alle  seine  von  den  Goldschmieden  beschlagnahmten  Arbeiten  zurück  (Lib.  definit.  IV.  127). 

Fleisch  man,  Jacob,  Goldschmied,  heiratet  am  24.  Oktober  1564  Anna,  die  Tochter  des  Schneiders  Heinrich 
Stockei  (MM).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  9.  März  1565,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Stirbt  1572. 
Seine  Witwe  Anna  heiratet  am  18.  Februar  1577  den  Paul  Blumdorff  (MM).  Seine  Tochter  Anna  heiratet  am 
7.  Januar  1585  den  Schneider  Bartel  Winter  (MM).  Seine  Tochter  Salome  heiratet  am  23.  Februar  1588  den 
städtischen  Mauerschaffer  Nicolaus  Eichler  (MM).  Sein  Sohn  Johann  Baptista  heiratet  am  21.  Oktober  1603 
Ursula,  geb.  Friedman,  die  Witwe  des  Stephan  Hefen,  Schulcollegen  bei  St.  Maria  Magdalena  (MM). 

Foerster,  Carl  Wilhelm  Ernst,  Silberarbeiter,  lernt  bei  Johann  Carl  Stainsky  vom  April  1829  bis  Juli  1832.  Erwirbt 
das  Bürgerrecht  am  4.  Februar  1842,  alt  28  Jahre.  Meldet  sich  am  15.  Juli  1842  als  Stückmeister  und  wird  am 
22.  Juli  in  die  Innung  aufgenommen.  Gibt  1847  sein  Geschäft  auf  und  scheidet  1848  aus  der  Innung  aus.  Als 
er  1851  seine  Wiederaufnahme  nachsucht,  verhält  sich  das  ganze  Mittel  ablehnend. 

Foerster,  [Christian]  Gottlieb  (Forster),  Silberarbeiter,  geb.  1720  auf  dem  Stadtgute  vor  dem  Odertore  bei  Breslau, 
Sohn  des  Erbsassen  Johann  Foerster,  meldet  sich  am  23.  September  1750  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Stephan 
Christian  Luttroth  ein  silbernes  Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  9.  August  und  Bürger  am  18.  September  1752. 
Heiratet  vorher  am  18.  Mai  1751  Maria  Sybilla,  die  Tochter  des  f  Erbsassen  Lorentz  Schülein  in  Döcking  bei 
Anspach  (Elis.).  Seine  Frau  f  10.  (begr.  d.  12.)  IV.  1763  (Elis.).  Foerster  heiratet  als  Witwer  am  3.  November 
1766  Maria  Dorothea,  die  Tochter  des  Schneiders  Nicolaus  Otto  (Elis.).    Stirbt  am  14.  (begr.  d.  17.)  Februar  1772. 


Fig.  16.  Leberecht  Fournier:  Teemaschine,  um  1825 


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alt  52  Jahre  6  Monate  (Elis.).    Seine  Witwe  Maria  Dorothea  heiratet  am  13.  November  1775  den  Schlosser 

Ephraim  Gottfried  Kusche  in  Öls  (Elis.). 
Fösch,  siehe  Fesch. 
Foit  [Foith,  Foitchyn],  siehe  Voyt. 
Fotichen  [Fotchen],  Hans,  siehe  Voyt. 

Fournier,  Leberecht,  Silberarbeiter,  geb.  in  Berlin,  Sohn  des  dortigen  Goldschmieds  George  Fournier,  wird  in 
Breslau  Meister  am  18.  Juni  und  Bürger  am  17.  August  1821,  alt  32  Jahre.  Ist  von  1839—1849  Ältester  und 
Stempelmeister  mit  dem  Buchstaben  S.  Stirbt  am  6.  August  1849.  Fournier  zeichnet  L  F  negativ  eingeschlagen, 
oder  bei  grossen  Arbeiten  FOURNIER,  vgl.  Taf.  V  Nr.  189. 

a.  Teemaschine,  Silber,  abgebildet  Fig.  16.  H.  28  cm.  Johanneskopf.  Stempelmeisterb.  Q  u.  Meisterz.  LF. 
—  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

b.  Kelch,  Silber.  Datiert  1828.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  Q  u.  Meisterz.  LF.  St.  Maria  Magdalenen- 
kirche,  Breslau. 

c.  Deckelpokal,  Silber,  innen  vergoldet,  belegt  mit  Weinlaubgirlanden  wie  Nr.  a.    Gestiftet  dem  Kanonikus 
und  Stadtpfarrer  Hildebrand  in  Frankenstein  1833.    Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  Q  u.  Meisterz.  LF. 
Ziseleur  Tillmann  Schmitz,  Breslau. 

d.  Rauchfuss  nebst  Weihrauchschiffchen,  Silber.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  Q  u.  Meisterz.  LF.  — 
Kath.  Pfarrkirche  zum  hl.  Kreuz,  Strehlen. 

e.  Pacificale,  Silber.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  Ru.  Meisterz.  LF.  -  Kath.  Pfarrkirche  zum  hl.  Kreuz,  Strehlen. 
Francke,  Caspar  (Franck),  Goldschmied,  Sohn  des  Fleischhackers  Anton  Francke  zu  Dohna  in  Sachsen,  wird  in 
Breslau  Meister  Anfang  1711  und  Bürger  am  13.  März  1711.    Heiratet  am  18.  Mai  1711  Anna  Rosina,  die  Tochter 
des  Gürtlerältesten  Friedrich  Schubert  (Elis.).    Stirbt  am  11.  April  1735,  alt  60  Jahre.    Francke  zeichnet  C  F  in 
einem  herzförmigen  Schilde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  131. 

a.  Schüssel  mit  Messkännchen,  Silber,  am  Rande  und  um  die  Standflächen  der  Kännchen  gerieft,  an  der 
Riefung  entlang  zieht  sich  durch  Vergoldung  hervorgehobenes  Laub-  und  Bandelwerkmuster.  Dm.  der 
ovalen  Schüssel  31  X  22,2  cm.  Johanneskopf  ähnlich  Typus  VI,  Stempelmeisterb.  B  negativ,  Meisterz.  u. 
Kriegssteuerst.  5fr.  —  Kloster  der  Barmherzigen  Brüder,  Breslau. 

b.  Deckelbecher,  Silber,  abgebildet  Fig.  17.  H.  19  cm.  Johanneskopf  Typus  VII,  Stempelmeisterb.  B  negativ, 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  3fr.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

Francke,  Hans  (Franck,  Franke),  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  23.  September  1531,  wird  um  dieselbe 
Zeit  Meister.  Stirbt  vor  1570.  Seine  nachgelassene  Tochter  Katharina  heiratet  am  4.  Juni  1570  den  Schneider 
Lorentz  Kolbe  von  Gross-Glogau  (MM). 

Francke,  Peter  (Franke),  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Freitag  nach  Cineres  (9.  März)  1492.  Wird  am 
Mittwoch  nach  Simon  u.  Judas  (29.  Oktober)  1505  als  Besitzereines  Hauses  an  der  Nordseite  des  Ringes  erwähnt 
(Tradb.  I.  78 b).  Stirbt  um  1507.  Seine  Frau  Hedwig  reicht  am  Freitag  vor  Kiliani  (7.  Juli)  1508  das  genannte 
Haus  ihrer  Tochter  Margareta  u.  ihrem  Schwiegersohne,  dem  Goldschmiede  Hans  Krafftczober  (Tradb.  I.  150b). 

Frantz,  Adam,  Goldschmiedgeselle  von  Neusol  in  Ungarn,  stirbt  in  Breslau  am  20.  Oktober  1654,  alt  24  Jahre  (Elis.X 

Fraustadt,  Johannes  von  der,  ein  Silberarbeiter  auf  dem  Sande;  siehe  Seite  35. 

Fregewige,  Johann  Frantz,  geb.  in  Berlin,  arbeitet  in  Breslau  als  Geselle  von  1759—1761  bei  dem  Goldarbeiter  Carl 
Ferdinand  Weigelt,  meldet  sich  am  22.  Mai  1761  als  Stückmeister,  legt  die  Zeichnung  zu  einer  Tabattiere  vor 
und  wird  zur  Meisterarbeit  zugelassen;  ist  seitdem  im  Protokollbuche  nicht  mehr  erwähnt. 

Frey,  Carl,  &  Söhne.  Der  Goldarbeiter  Carl  Gottlob  Frey,  geb.  am  9.  XII.  1774  in  Polsnitz  bei  Freiburg,  gründet  vor 
1800  in  Freiburg  i.  Schi,  ein  Goldwarengeschäft.  Dieses  führt  seit  1861  die  Firma:  Carl  Frey  &  Söhne.  Am  2.  Oktober 
1862  gründen  dann  die  beiden  Juweliere  Carl  Eduard  Frey  (Sohn  des  Carl  Gottlob  Frey,  geb.  2.  IX.  1809,  t  3.  VII.  1878) 
und  Carl  Gustav  Adolf  Frey  (Enkel  des  Carl  Gottlob  Frey,  geb.  9.  III.  1838,  t  27.  V.  1903),  sowie  der  Kaufmann 
Julius  Emil  Robert  Frey  (Enkel  des  Carl  Gottlob  Frey,  geb.  25  V.  1840)  zu  dem  Freiburger  Geschäfte  eine  Filiale 
in  Breslau  im  Stadthause  am  Ringe.  Diese  wird  dann  nach  der  Elisabethstrasse  und  später  als  selbständiges 
Geschäft  nach  der  Schweidnitzerstrasse  verlegt.    Die  Breslauer  Firma  zeichnet  seitdem :  Carl  Frey  &  Söhne  Breslau. 

Freytag,  Carl  Gottlieb  (Freitag),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Leinwandreissers  Johann  Gottlieb  Freytag, 
lernt  bei  Johann  Christoph  Jancke  d.  j.  vom  Qu.  Lucie  1790 — 1796.  Arbeitet  bei  Gottfried  Benjamin  Weigelt  als 
Meisterstück  eine  Kaffekanne  nebst  Michkännchen  (vgl.  Seite  9  Fig.  6),  wird  Meister  am  4.  September  und 
Bürger  am  16.  Oktober  1801.  Heiratet  27  Jahre  alt  am  3.  November  1801  Christiane  Charlotte,  die  Tochter  des 
Kretschmers  Adam  Warcus  (MM).    Wird  1811  zum  Stadtverordneten  gewählt.    Ist  seit  1816  Innungsältester  und 


03 


seit  etwa  1822  mutmasslicher  Stempelmeister  mit  dem  Buchstaben  Q. 
Verübt  1834  wegen  Unterschlagung  von  Mittelsgeldern  Selbstmord. 
Freytag  zeichnet  in  der  Regel  CGF  in  einem  herzförmigen  Schilde, 
selten  FREYTAG  positiv  eingeschlagen,  vgl.  Taf.  V  Nr.  181. 
a.  Tablett,  Silber,  oval,  mit  zwei  Henkeln.    Dm.  41  X  28,7cm. 

Johanneskopf  Typus  XVI,  Stempelmeisterb.  N  u.  Meisterz,  in 

beiden  Typen.      Edgar  Graf  Henckel  von  Donnersmarck,  Gramb- 

schütz  bei  Namslau. 
b    Kaffeekännchen  nebst  Milchgiesser,  Silber,  mit  überhöhten 

Henkeln,  abgebildet  auf  Seite  9  Fig.  6.    H.  der  Henkel  28,3  u. 

22,8  cm.    Johanneskopf  Typus  XVII,  Stempelmeisterb.  N  u. 

Meisterz.  CGF.        Edgar  Graf  Henckel  von  Donnersmarck, 

Grambschütz  bei  Namslau. 

c.  Tischleuchter,  Silber,  zwei  Stück,  im  Louis  XVI. -Stil,  ähnlich 
dem  Fig.  38  abgebildeten  Typus,  doch  auf  quadratischer  Stand- 
fläche und  die  Lichttülle  ohne  Gitterwerk.  Datiert  1814  u.  1818. 
Johanneskopf  Typus  XVII  u.  XVIII,  Stempelmeisterb.  O  u.  P  u. 
Meisterz.  CGF.     Verein  Christlicher  Kaufleute  Zwinger,  Breslau. 

d.  Tischleuchter,  Silber,  zwei  Stück,  einkerzig,  mit  dreikerzigem 
Aufsatzteil,  in  Empireformen.  H.  39  cm.  Johanneskopf  Typus 
XVIII,  Stempelmeisterb.  P  u.  Meisterz.  CGF.  —  Kath.  Pfarrkirche 
St.  Michaelis.  Grottkau. 

Friberg,  Hanuschko  (Freyburg),  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am 
Freitag  nach  Exaltatio  Crucis  (15.  September)  1424.  Erscheint  1431 
u.  1434  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior. 
Wird  1434  im  Schöppenbuch  XIV  erwähnt. 

Fricze,  Goltsmed  (Fritsche),  am  Mittwoch  nach  Palmarum  (7.  April)  1406 
wird  zwischen  der  Bruderschaft  der  Goldschmiede  und  Fricze  dem 
Goltsmede  vereinbart,  dieser  solle  sich  bis  Pfingsten  verändern  und 
gute  Handlung  bringen,  im  anderen  Falle  solle  er  bis  zu  Johannis 
Baptista  seine  Sachen  schicken  und  von  hinnen  gehen  und  keine  Fig.  17.  Caspar  Francke:  Deckelbecher, 
Arbeit  mehr  hier  tun.    Auch  die  Fürbitte  anderer  soll  ihm  in  keiner  um  1718 

Weise  behilflich  sein  (Signaturb.  XVI).    Am  Tage  Mauritii  (22.  Sep- 
tember) 1416  bekennt  Concze  Gysberger,  der  Goltsmed  von  Präge,  dass  der  Breslauer  Domherr  Thomas  Mas 
wegen  des  Herzogs  Conrad  Senior  von  Oels  222  Schock  Groschen  wegen  des  verstorbenen  Fritsche  Goltsmedes 
bezahlt  habe  (Signaturb.  XXI). 

Fridung,  Andres,  siehe  Firdung. 

Friebach,  Carl  Heinrich  (Fribach,  Frübach,  Daniel  Heinrich  Prübach),  Silberarbeiter,  arbeitet  bei  Stephan  Christian 
Luttroth  als  Meisterstück  ein  silbernes  Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  15.  Januar  und  Bürger  am 
28.  Februar  1749.  Seine  Tochter  Johanna  heiratet  am  21.  Mai  1759  den  Kretschmer  Christoph  Weiss  (Elis.i. 
Friebach  ist  seit  1780  Innungsältester.  Stirbt  am  6.  (begr.  d.  8.)  Dezember  1784,  alt  65  Jahre  3  Monate  (MM). 
Seine  Witwe  Elisabeth,  geb.  Schüssner,  f  1-  (begr.  d.  4.)  IV.  1787  (MM).  Friebach  zeichnet  CHF  in  einem 
herzförmigen  Schilde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  159. 

a.  Zuckerdose,  Silber,  oval,  auf  vier  Blattfüsschen,  auf  dem  Deckel  ein  plastisch  aufgelegter  Blattzweig. 
Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II  u.  Meisterz.  —  Dr.  Erwin  Hintze,  Breslau. 

b.  Brustschild  des  Kommissarius  der  Neustädter  Schützengesellschaft,  Silber,  in  der  Mitte  ein  ovales  Porzellan- 
medaillon mit  farbigem  Brustbilde  Friedrichs  des  Grossen.  Von  1763.  H.  16,2  cm.  Br.  15  cm.  Johannes- 
kopf Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II  u.  Meisterz.  —  Schützengesellschaft,  Neustadt  OS. 

Friedrich,  Carl  Gottlob  [Gottlieb],  Goldarbeiter,  geb.  in  Schweidnitz,  Sohn  des  Destillateurs  Johann  Heinrich  Friedrich, 
heiratet  als  Geselle  1766  Anna  Rosina,  die  Tochter  des  Dieners  Christian  Küche  in  Glogau  (MM).  Meldet  sich 
am  28.  Dezember  1773  in  Breslau  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann  Christian  Schlencker  einen  goldenen  Patzel 
mit  Granaten,  wird  Meister  am  3.  März  1775.  Heiratet  als  Witwer  am  16.  April  1782  Rosina  Elisabeth,  die 
Tochter  des  Kassendieners  Christoph  Schmidt  (MM).  Stirbt  am  22.  Juni  1803,  alt  63  Jahre  9  Monate.  Seine 
Witwe  t  20.  (begr.  d.  23.,  V.  1815  (Elis.). 


64 


Friedrich,  Johann  Christian  Wilhelm,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schuhmachers  George  Friedrich,  lernt 
bei  Christian  Gottlieb  Schneider  vom  Qu.  Johannis  1805—1811.  Wird  Bürger  am  15.  November  1816,  alt  25  Jahre, 
und  Innungsmitglied  am  6.  März  1818.    Ist  in  der  Meisterliste  von  1819  des  letzte  Mal  erwähnt. 

Fritsche,  Carl  Heinrich,  Gold-  und  Silberdrahtzieher,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Gold-  und  Silberdrahtziehers  Andreas 
Fritsche,  heiratet  am  28.  August  1742  Susanna  Elisabeth,  die  Tochter  des  Gold-  und  Silberdrahtziehers  Christoph 
Lindholtz  (Elis.). 

Fritsche,  Christoph,  Gold-  und  Silberdrahtzieher  in  der  Kaiserl.  privil.  Gold-  und  Silberfabrik,  Sohn  des  Braumeisters 
Hans  Fritsche,  heiratet  am  23.  Mai  1718  Anna  Rosina,  die  Tochter  des  Aufladers  Hans  Hieppe  (Elis.).  Stirbt 
am  10.  (begr.  d.  12.)  Januar  1753,  alt  65  Jahre  3  Monate  (Elis.). 

Fritsche  Goltsmed,  siehe  Fricze. 

Fritsche,  Hans  [Johann]  Gottfried  (Frietsche),  Goldschmiedgeselle,  am  8.  Juli  1742  stirbt  sein  Sohn  Carl  Heinrich. 

Am  24.  Februar  1767  heiratet  sein  hinterlassener  Sohn  Johann  Gottfried,  ein  Mitwohner  im  Bürgerwerder  (Elis.). 
Frübach,  Carl  Heinrich,  siehe  Friebach. 

Fuchs,  Antonius,  Goldschmied  von  Liegnitz,  siedelt  um  1640  (?)  nach  Breslau  über  und  wohnt  am  St.  Elisabeth- 
kirchhofe. Seine  Frau  Margareta  |  7-  XI.  1640  (MM).  Er  selbst  stirbt  am  6.  Juni  1643.  Seine  Witwe  Maria, 
geb.  Scholtz  f  24.  (30.)  III.  1651  (Elis.). 

Fuchs,  Hans,  Goldschmied,  seine  Witwe  Hedwig  stirbt  am  7.  September  1600,  alt  60  Jahre  (Elis.). 

Fussjohann  Friedrich  Wilhelm,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Seilermeisters  Adam  August  Fuss,  lernt  bei  Ernst 
Wilhelm  Werneck  vom  Qu.  Reminiscere  1790  bis  Qu.  Lucie  1794.  Arbeitet  bei  Gottfried  Benjamin  Weigelt  als  Meister- 
stück ein  Halsband  mit  Medaillon  in  Filigranarbeit,  wird  Meister  am  13.  Februar  und  Bürger  am  9.  April  1801. 
Heiratet  im  Juni  1803  Luise  Friedericke,  die  Tochter  des  Gold-  und  Silberarbeiters  Johann  George  Fournier  in 
Berlin  (Elis.).    Stirbt  1818. 

Gab,  Johann  David  (Gabe),  Galanteriewarenarbeiter,  Sohn  des  Goldschmieds  Georg  Lorenz  Gab  in  Augsburg,  heiratet 

am  27.  November  1752  Rebekka,  die  Tochter  des  f  Gefreiten  Melchior  Sommer  in  Breslau  (Elis.). 
Gabler,  Christoph,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Leutnants  Georg  Heinrich  Gabler  zu  Erfurt,  stirbt  in  Breslau  am 

5.  März  1700,  alt  23  Jahre. 
Gädig,  Sebald,  siehe  Gedick. 

Gaertner,  Johann  Christoph  August,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Pfefferküchlers  Anton  Gaertner,  lernt 
bei  Gottlieb  David  Günther  vom  September  1810—1816.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  10.  Juni  1825,  alt  30  Jahre. 
Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Gall,  Elias  (Galle),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Totengräbermeisters  Elias  Gall,  arbeitet  als  Meisterstück 
einen  Pokal  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Bürger  am  23.  April  und  Meister  am  28.  April  1732.    Heiratet  am 

6.  Mai  1732  Anna  Dorothea,  die  Tochter  des  Kretschmers  Valentin  Baldoffsky  (Elis.).  Ist  in  der  Meisterliste  von 
1759  das  letzte  Mal  genannt.  Seine  Witwe  Anna  Dorothea  f  7.  (begr.  d.  9.)  VI.  1768  (MM).  Seine  Tochter  Christiana 
Charlotta  heiratet  am  21.  Oktober  1777  den  Schneider  Carl  Samuel  Wernicke  (Elis.). 

Gall,  Vinzent  Caspar  (Galle),  Goldarbeiter,  geb.  in  Räuden  OS.,  Sohn  des  Schlossers  Johannes  Gall,  lernt  in  Breslau 

bei  Johann  Christian  Ludwig  Barth  von  Ostern  1818  bis  Weihnachten  1822.     Erwirbt  das  Bürgerrecht  am 

14.  März  1843,  alt  41  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Gallyst,  Silberplattierfabrikant  aus  Chantilly,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  2.  Februar  1824. 
Gammer,  Johann  Christlieb,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschlägers  Christoph  Gammer,  stirbt 

am  1.  (2.)  April  1726,  alt  21  Jahre  (MM). 
Gampricht,  Stenzel,  Goldschmied,  Ende  August  1590  stirbt  ihm  ein  Kind.    Seine  Witwe  Anna  heiratet  am  31.  August 

1610  den  Kürschner  David  Ubischer  (MM). 
Garmer,  Johann  Andreas,  siehe  Germer. 

Garn,  Sebastian  [Bastian],  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  im  September  1544  Anna,  die  Tochter  des  Goldschmieds 
Hans  Goppel  (MM).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  3.  Februar  1546,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Stirbt  am 
13.  Juni  1584,  alt  60  Jahre. 

Garnczuger,  Nicolaus  [Claus],  aurifaber,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Dienstag  nach  Misericordia  Domini  (9.  April)  1364, 
Bürge  ist  Nicolaus  Hezen.  Reicht  am  30.  August  1370  seiner  Frau  Katharina  für  den  Fall  seines  Todes  die 
Hälfte  seines  Besitzes  (Schöppenb.  III.  79 b).  Gelobt  1392  für  Wonschiiburg  wegen  zweier  Ofen  Ziegel,  weil 
dieser  nicht  gehalten  hat,  was  er  vor  dem  Rate  wegen  des  Benuschdorff  versprochen  hat  (Signaturb.  IV.  53  b). 
Stirbt  um  1400. 

Gebel,  Andreas  (Giebel),  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Weissgerbers  Andreas  Gebel,  heiratet  14.  Trinitatis  1595 
Maria,  die  Tochter  des  f  Weissgerbers  Christoph  Eichelman  (Elis.). 


65 


Gebel,  Qottlieb,  Goldarbeiter,  stirbt  am  8.  (begr.  d.  10.)  März  1798,  alt  68  Jahre  (Elis.).    Seine  Witwe  Anna  Judith 

t  7.  (begr.  d.  9.)  II.  1802  (Elis.). 
Gedick,  Sebald  (Gedigk,  Gädig,  Gödick,  Gödig),  Sohn  des  Schneiders  Joachim  Gedick,  wird  1663  Bürger  und  Meister. 

Heiratet  am  7.  Mai  1663  Anna  Christina,  die  Tochter  des  Perlenhefters  Daniel  Lobenschuss  (MM).    Wohnt  auf 

der  Schuhbrücke,  später  auf  der  Schmiedebrücke.  Stirbt  um  1685  (?).  Seine  Witwe  f  14.  (18.)  III.  1686  (Elis.). 
Geldtner,  Christoph,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Landkutschers  Valten  Geldtner,  heiratet  Jubilate  1614  Susanna, 

die  Tochter  des  Pulverflaschenmachers  Hieronimus  Bancke  (Elis.). 
Genkowicz,  Niczco,  siehe  Jencowicz. 

Gerlach,  Wentzel  (Girlach,  Görlach),  Goldschmied,  arbeitet  1620  bei  Caspar  Pfister  in  Breslau.  Von  ihm  sind  zwei 
wertvolle  Arbeiten  für  den  kurfürstlich  sächsischen  Hof  aus  den  Jahren  1649  und  1650  nachweisbar  (nach  Schles. 
Vorz.  Bd.  VHS.  483.  —  Neues  Archiv  f.  Sächs.  Gesch.  Bd.  XIII  S.  136). 

Gerlach,  Wentzel  (Girlach,  Görlach),  Goldschmied,  Sohn  des  Stadtvogtes  George  Gerlach  in  Trebnitz,  wird  1676  in 
Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  23.  Mai  1676  Mariana,  die  Tochter  des  Schwertfegerältesten  Johann 
Liebethäler  (Elis.).  Seine  Frau  Mariana  f  12.  (begr.  d.  15.)  IV.  1686  (Elis.  u.  MM).  Gerlach  heiratet  am  M.No- 
vember 1689  Anna  Elisabeth,  die  Tochter  des  f  Handelsmannes  Jeremias  Krause  in  Liegnitz  (MM).  Seine  Tochter 
Johanna  Eleonora  heiratet  am  24.  April  1708  den  gräfl.  Haushalter  Christoph  Reisiger  (Elis.).  Gerlach  stirbt  am 
21.  (28.)  August  1712,  alt  73  Jahre.  Seine  Tochter  Dorothea  heiratet  am  18.  Juni  1715  den  Kammsetzergesellen 
Christian  Gabricke  (MM).  Eine  seiner  Töchter  heiratet  am  27.  Juni  1717  bei  St.  Matthias.  Seine  Tochter  Anna 
Rosina  heiratet  am  20.  Oktober  1722  den  Theodor  Budix  (MM).  Seine  Tochter  Susanna  heiratet  am  11.  Juli  1730 
den  Schneider  Adam  Müller  (MM).    Seine  Witwe  Anna  Elisabeth  f  26.  (27.)  IV.  1731  (MM). 

Germer,  Johann  Andreas  (Garmer),  privileg.  Gold-  und  Silberfabrikant,  geb.  in  Halberstadt,  heiratet  in  Breslau  am 
4.  Februar  1739  Susanna  Regina,  die  Witwe  des  Gold-  und  Silberfabrikanten  Gottlieb  Kriegelstein  (Elis.).  Stirbt 
am  17.  (begr.  d.  19.)  September  1747,  alt  45  Jahre  9  Wochen  (Elis.). 

Gesesse,  Johannes  [Geronimus],  aurifaber,  wird  Bürgeram  Montag  nach  Lucie  (16.  Dezember)  1409,  Bürge  ist  Hannos 
Nysser.  Er  gelobt  am  Mittwoch  nach  Letare  (21.  Märzj  1414,  die  47*^  Mk.,  die  er  von  seiner  Frau  empfangen 
hat  und  die  dieser  von  Cuncze  Eychhorn  gegeben  wurden,  auf  das  Rathaus  zu  deponieren  (Signaturb.  XX). 

Getze,  Jacob,  siehe  Götze. 

Giebel,  Andreas,  siehe  Gebel. 

Giessman,  Andreas  (Gieseman,  Gisseman),  Goldschmied,  Sohn  des  Brauers  Jobs  Giessman  in  Braunschweig,  arbeitet 
in  Breslau  bei  Hans  Jachman  d.  j.  als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  2.  Oktober 
und  Bürger  am  13.  Oktober  1717.  Heiratet  am  2.  November  1717  Anna  Rosina,  die  Tochter  des  Goldschmied- 
ältesten Johann  Peter  Ziegler  (Elis.).  Seine  Frau  f  13.  (begr.  d.  15.)  III.  1728  (MM).  Giessman  heiratet  am 
17.  Mai  1729  Ursula  Mariana,  die  Tochter  des  \  Schönfärbers  Johann  Orth  in  Schweidnitz;  Trauzeugen  sind  die 
Goldschmiede  Samuel  Hammer  und  Heinrich  August  Joel  (MM).  Ist  in  der  Meisterliste  von  1732  das  letzte  Mal 
erwähnt.  Seine  Tochter  heiratet  1734  den  Johann  Braunsky  aus  Dresden,  den  Sohn  des  f  Goldschmieds  Wentzel 
Braunsky  daselbst,  Trauzeuge  ist  der  Goldschmied  Ernst  Müller  (Trb.  Dom). 

Giessmann,  Ferdinand  Gottlieb  (Gissmann,  Gismann),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kantors  Gottfried 
Giessmann,  lernt  bei  Daniel  August  Titze  vom  3.  Juni  1779  bis  24.  Februar  1785.  Wird  zuerst  in  Berlin  Meister; 
heiratet  daselbst  Sophia  Carolina  Dorothea,  die  Tochter  des  Packhofinspektors  Brattfisch  (Brathisch?).  Siedelt 
1796  wieder  nach  Breslau  über  und  wird  ohne  nochmalige  Arbeitung  eines  Meisterstückes  nach  Zahlung  von 
33  Rtlr.  Rezeptionsgebühr  am  13.  Dezember  1796  in  das  Mittel  aufgenommen.  Erwirbt  am  6.  Januar  1797  das 
Bürgerrecht.  Seine  Frau  f  12.  (begr.  d.  15.)  V.  1800  (Elis.).  Giessmann  heiratet  am  3.  September  1800  Beate 
Wilhelmine,  die  Tochter  des  Destillateurs  Johann  Gottfried  Jacob  (MM).  Wird  1820  Coffetier,  beibt  aber  Innungs- 
mitglied.   Stirbt  1833. 

Gilthoff,  Sebastian,  siehe  Goldthoff. 

Gimmig,  Johann  George  (Gimmich),  Goldarbeiter,  Sohn  des  Pfarrers  Johann  George  Gimmig  bei  Strassburg  i.  Eis.,  arbeitet 
in  Breslau  bei  Christian  Schlencker  sein  Meisterstück,  wird  Meister  im  März  und  Bürgeram  15.  Juli  1739.  Heiratet  am 
24.  Mai  1740  Johanna  Dorothea,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Daniel  Feist  (Elis.).  Seine  Frau  Johanna  Dorothea 
f  3.  (begr.  d.  6.)  XI.  1790  (Elis.).  Er  selbst  stirbt  am  17.  (begr.  d.  20.)  Februar  1792,  alt  83  Jahre  7  Monate 
8  Tage  (Elis.).  Seine  Tochter  Maria  Dorothea  heiratet  am  13.  November  1793  den  Silberarbeiter  Johann  Gottlob 
Scholtz  (Elis.). 

Girlach,  Wentzel,  siehe  Gerlach. 

Girschner,  Christoph  (Gierschner),  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Breslauer  Goldschmieds  Johann  George  Girschner, 
stirbt  am  2.  (3.)  April  1736,  alt  32  Jahre  (Elis.). 

9 


66 


Qirschner,  Johann  [Hansl  George  (Gierschner,  Girsner,  Grische,  Griesche,  Grischner,  Kirschner,  Kierschner),  Gold- 
schmied, wird  1703  Meister.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  31.  Juli  1703.  Seine  Frau  |  23.  I.  1706.  Girschner  ist 
am  13.  XI.  1706  Trauzeuge  bei  St.  Matthias.  Er  stirbt  am  17.  (begr.  d.  19.)  |uli  1724,  alt  50  Jahre  (Elis.).  Seine 
Witwe  Elisabeth  f  1.  XII.  1728.  Sein  Sohn  Christoph,  ein  Goldschmiedgeselle,  f  1736.  Girschner  zeichnet 
I  G  G  in  einem  Dreipasse,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  126. 

a.  Kelch,  Silber  mit  wenig  Vergoldung,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  geflügelte  Engelsköpfchen  und  Laub- 
und Bandelwerk  in  getriebener  Arbeit.     Auf  dem  Kuppabelage  drei    Medaillons    mit  Leidensattributen 
zwischen  Laub-  und  Bandelwerk  in  durchbrochener  Arbeit.   Um  1722.    H.  21,4  cm.   Johanneskopf  Typus  VIII, 
Stempelmeisterb.  B  positiv  u.  Meisterz.  —  Evang.  Pfarrkirche  in  Rawitsch,  Prov.  Posen. 
Glacz,  Hensil  von  (Johannes,  Hannos  Glocz,  Hannos  Goltsmit,  Hanke  Goltsmit),  aurifaber;  am  Freitag  nach  Aller- 
heiligen (3.  November)  1346  reicht  auf  zu  einem  rechten  Kaufe  Meister  Niclos  von  Glacz  der  Goltsmit  seinem 
Sohne  Hannos  das  Erbe  auf  der  St.  Albrechtisgasse  an  der  Ecke  gegenüber  Kirstan  Schryber  (Schöppenb.  I.  44b). 

1347  verkauft  Hannos  Goltsmit  dem  Nickil  Pflug  das  Gebäude  bei  Conrad  Scherer  zunächst  (Schöppenb.  I.  65). 

1348  erwirbt  Hensil  von  Glacz  ein  Gebäude  auf  der  Altbüssergasse  und  einen  halben  Kram  (Schöppenb.  I.  84,  89). 

1349  verkauft  Hanke  Goltsmit,  des  Meyster  Niclos  Son  von  Glacz,  ein  Drittel  des  Erbes  auf  der  Altbüssergasse, 
worauf  Fricze  Becherer  wohnt  (Schöppenb.  I.  103).  Hensil  von  Glacz  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Freitag  vor 
Georgii  (19.  April)  1364,  sein  Vater  bürgt  für  ihn.  Er  verreicht  1367  seiner  Frau  Elzebeth  für  den  Fall  seines 
Todes  20  Mk.  auf  allen  seinen  Besitz  (Schöppenb.  II.  380  b).  Er  und  Mathis  Goltsmit  bekennen  1368,  dass  die 
Mauer  zwischen  ihnen  beiden  gemeinsam  gehört  (Schöppenb.  II.  401b).  Hannos  Glacz  erscheint  zwischen  1373 
bis  1398  öfters  als  Bürge  und  ist  1390,  1393,  1398  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior 
genannt.    Stiftet  um  1398  mit  seiner  Frau  Katharina  einen  Altar  (vgl.  Seite  11).    Stirbt  um  1399. 

Glacz,  Niclos  von  (Glocz),  Goltsmit,  ist  etwa  von  1325 — 1365  in  Breslau  tätig.  Reicht  1346  seinem  Sohne  Hannos 
sein  Erbe  auf  der  Albrechtsgasse.  Erwirbt  1348  das  Erbe  Hennekin  Goltsmits  bei  Heinkin  Rwssinne  zunächst 
(Schöppenb.  I.  44b,  74a).    Leistet  1364  Bürgschaft,  als  sein  Sohn  Hensil  das  Bürgerrecht  erwirbt  (Bürgerb.  I.  11  b). 

Glacz,  Peter  von  (Glocz,  Petrus  Goltsmid),  aurifaber,  reicht  1364  dem  Hospital  zum  hl.  Leichnam  5  Vierdung  jährl. 
Zins  auf  seine  Kaufkammer,  wiederverkäuflich  um  1 1 1/2  Mk.  (Schöppenb.  II.  202b).  Peter  von  Glocz  der  Golt- 
smit verreicht  1369  seiner  Frau  Dorothea  für  den  Fall  seines  Todes  allen  seinen  Besitz  (Schöppenb.  III.  27b). 
Vgl.  Litera  filiarum  Petri  1337,  Antiquarius  fol.  17.  —  Cod.  diplom.  Siles.  Bd.  XI.  S.  103. 

Glaser,  Baltzer  (Balthasar  Glasser),  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  im  September  1550  Helena,  die  Witwe  des 
Goldschmieds  Paul  Bock  (MM).  Wird  Meister  Ende  1551  oder  Anfang  1552.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am 
4.  März  1552.  Heiratet  als  Witwer  am  30.  August  1558  Maria,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Peter  vom  Baum- 
gart (MM).  Das  Brieger  Urgichtbuch  (fol.  22  a)  berichtet  1564,  dass  Glaser  verschiedene  gestohlene  Wertsachen 
gekauft  habe  (Anz.  f.  Kunde  d.  deutsch.  Vorz.  1878,  Sp.  391).    Glaser  stirbt  vor  1579. 

Gliczman,  Volckmar  (Glitzman),  Goldschmied  u.  Wappenschneider,  heiratet  1560  Katharina,  die  Tochter  des  f  Hans 
Hetzer  (Elis.).  Bleibt  der  Innung  fern,  da  er  sich  ausschliesslich  als  Wappenschneider  betätigt  und  daher  keinem 
Zunftzwange  unterworfen  ist.  Erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  9.  Januar  1565.  Wird  1566,  5.  XII.  1572  u.  1585 
in  Breslau  erwähnt  (Anz.  f.  Kunde  d.  deutsch.  Vorz.  1881,  Sp.  102.  —  Schles.  Vorz.  VII,  S.  55,  67).  Vgl.  Gerhard  Brensfelt. 

Glimmich,  Johann  Gottlieb  (Glimmig),  Goldarbeiter,  geb.  in  Schweidnitz,  Sohn  des  Destillateurs  Gottfried  Glimmich, 
arbeitet  in  Breslau  bei  Daniel  Klein  als  Meisterstück  einen  Uhrhaken  nebst  Ring,  wird  Meister  am  1.  September 
und  Bürger  am  7.  September  1746.  Heiratet  am  2.  Januar  1748  Maria  Rosina,  die  Tochter  des  Goldschmieds 
George  Friedrich  Thamm;  Trauzeuge  ist  der  Goldschmiedälteste  Daniel  Klein  (MM).  Glimmich  wird  Ende  1765 
zum  letzten  Male  erwähnt. 

Glock  [Glocke],  Johann  Gottfried,  siehe  Klock. 

Glocz,  siehe  Glacz. 

Glogovia,  Bartholomaeus  de  (Bartholomaeus  Goltsmed),  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am  Montag  nach  Epiphania 
domini  (9.  Januar)  1385,  Bürge  ist  Thomas  Landecke.  Conrad  Goltsloer  reicht  1390  dem  Bartholomaeus  Gauld- 
smit  und  seiner  Frau  Katharina  sein  Erbe  bei  Nysser  zunächst;  dafür  reicht  Katharina  Melczmeleryn  mit  Willen 
ihres  Mannes  Bartholomaeus  dem  Conrad  Goltsloer  die  Mark  Zins,  die  sie  auf  der  Agnit  Grosnyderin  Erbe  hat 
(Schöppenb.  VI.  224).  Bartholomaeus  reicht  1392  dem  Procop  Plathener  erst  6  Mk.,  dann  3  Mk.,  dem  Heinriczen 
Weyzin  2  Mk.,  endlich  dem  Heinrich  Wonschilborg  6  Mk.  Zins  auf  sein  Erbe  auf  der  Albrechtsgasse 
(Schöppenb.  VII.  73b,  75,  78,  84).  Am  Freitag  nach  Corpus  Christi  (14.  Juni)  desselben  Jahres  verkauft  er  dem 
Niclos  Bawtym  sein  Hinterhaus  auf  der  Altbüssergasse  bei  Rozeler  (Schöppenb.  VII.  82b).  Er  einigt  sich  1401 
mit  Andres  Peizerer  wegen  80  Mk.,  die  er  dem  Peizerer  schuldig  ist;  er  soll  zunächst  30  Mk.  zahlen,  die  anderen 
50  Mk.,  sobald  er  in  der  Lage  sein  wird  (Schöppenb.  IX.  47  b). 


67 


Goebel,  Paul,  Goldarbeiter,  tritt  am  15.  Juli  1886  in  die  Innung  ein,  bleibt  Mitglied  bis  zum  13.  Oktober  1893. 
Gödick  [Gödig],  Sebald,  siehe  Gedick. 

Goelner,  Friedrich  Wilhelm,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kürschners  David  Goelner,  erwirbt  das  Bürger- 
recht am  16.  Juni  1843,  alt  30  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Goppel,  siehe  Goppel. 
Görlach,  Wentzel,  siehe  Gerlach. 

Götze,  Jacob (Getze),  Goldschmiedgeselle  von  Salzwedel  in  der  Mark,  stirbt  in  Breslau  am  29.  Januar  1622,  alt  27  Jahre  (Eiis.). 

Goldpach,  Goldarbeiter  ausserhalb  der  Innung,  ist  am  8.  Oktober  1804  Trauzeuge  bei  St.  Vincenz. 

Goldthoff,  Hans  (Guldenhoff),  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Goldschmieds  Sebastian  Goldthoff  d.  j.,  heiratet  am 
30.  Oktober  1651  Barbara,  die  Tochter  des  Michael  Wahle,  gewesenen  Kretschmers  vor  St.  Niclas  (Eiis.).  Stirbt 
am  10.  September  1652,  alt  35  Jahre  15  Wochen  (Eiis.). 

Goldthoff,  Sebastian  [Bastian]  (Guidehoff,  Guldhoff,  Gultthoff,  Guldenhoff,  Gilthoff,  Gülthoff),  d.  ä.,  Goldschmied, 
heiratet  als  Geselle  am  19.  Februar  1566  Katharina,  die  Tochter  des  f  Goldschmieds  Hans  Bartolme  (MM).  Wird 
Meister  Ende  1566.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  13.  Februar  1567.  Wohnt  auf  der  Schmiedebrücke.  Seine 
Tochter  Katharina  heiratet  am  6.  Oktober  1598  den  Goldschmied  George  Sauerman  (MM).  Goldthoff  stirbt 
Anfang  Dezember  1599.    Seine  Witwe  Katharina  f  22.  II.  1601  (Eiis.). 

Goldthoff,  Sebastian  [Bastian]  (Guldhoff,  Gultthoff,  Guldenhoff,  Gilthof,  Gülthoff),  d.  j.,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau, 
getauft  am  2.  Januar  1576,  Sohn  des  Sebastian  Goldthoff  d.  ä.,  wird  1607  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am 
10.  September  1607  Magdalena,  die  Witwe  des  George  Daniel,  Koschwitz  genannt,  gewesenen  Goldschmieds  zum 
Jauer  (MM).  Wohnt  auf  der  Schmiedebrücke.  Stirbt  an  abzehrender  Lungensucht  am  26.  (begr.  d.  29.)  September 
1633,  alt  58  Jahre  (Eiis.).    Seine  Witwe  Magdalena  f  20.  (begr.  d.  23.)  XII.  1634  (Eiis.  u.  MM). 

Goldthoff,  Sebastian  (Guldenhoff),  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Sebastian  Goldthoff  d.  j., 
heiratet  am  6.  Juli  1637  Maria,  die  Tochter  des  f  Stellmacherältesten  George  Senftieben  (Eiis.  u.  MM).  Stirbt 
am  17.  (begr.  d.  19.)  Januar  1639,  alt  27  Jahre  (Eiis.  u.  MM).  Seine  Witwe  Maria  heiratet  am  21.  September  1643 
den  Kaiserl.  Proviantbedienten  Johann  Domnig  iMMi. 

Goltschmidt,  Georg,  siehe  Gultsmyd. 

Goltschmidt,  Joachim  [Jocheym,  Jochem],  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  16.  Februar  1537,  wird  um  die- 
selbe Zeit  Meister.  Seine  Tochter  Hedwig  heiratet  im  Januar  1555  den  Goldschmied  Eucharius  Riher  (MM). 
Goltschmidt  stirbt  vor  1579. 

Goltschmidt,  Merten,  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  5.  März  1568,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Wohnt 
auf  dem  Neumarkte.  Heiratet  als  Witwer  16.  Trinitatis  1584  Anna,  die  Witwe  des  Goldschlägers  Wenzel 
Hofeman  (Eiis.).   Stirbt  um  1592. 

Goltschmidt,  Stenczel  [Stanislaus],  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Freitag  vor  Invocavit  (11.  Februar)  1513, 
wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Am  Tage  Dorothee  (6.  Februar)  1520  verreicht  Margareta  Krafftczober  mit  ihren 
beiden  Töchtern  aus  erster  Ehe,  Anna  und  Margareta  Hennig,  dem  Stenczel  Goltschmidt  ihr  Haus  am  Ringe  zwischen 
Ludwig  Pfinzigs  und  Wolffgang  Westermehrs  Erbe  (Tradb.  III.  116).  Goltschmidt  ist  1522  als  Zunftältester  an 
einem  Hausverkaufe  beteiligt  (Tradb.  IV.  6b).  Das  an  der  Nordseite  des  Ringes  gelegene  und  1520  von  Stenczel 
Goltschmidt  erworbene  Haus  geht  1524  in  den  Besitz  Ludwig  Pfinzigs  über,  statt  dessen  kauft  Goltschmidt  am 
1.  August  1526  das  Haus  des  Georg  Siber  zwischen  Hans  Kässlers  und  Hans  Voyt  des  Goldschmieds  Erbe  an 
der  Ostseite  des  Ringes  [heute  etwa  Haus  Nr.  35]  (Tradb.  IV.  81b,  141  b).    Goltschmidt  stirbt  um  1540. 

Goltschmidt,  Valien,  Goldschmied,  wird  1545  Bürger  und  Meister,  ist  erwähnt  im  Catalogus  civium  von  1544.  Ist 
vielleicht  identisch  mit  Valentin  Goltschmidt,  der  1543  von  Bischof  Balthasar  v.  Promnitz  zu  einem  Goldmünzer 
und  Probierer  aufgenommen  wird  (Neisser  Lagerbücher  —  Schles.  Vorz.  VII.  47,  55).    Stirbt  vor  1579. 

Goltschmidt,  Wenczel,  d.  ä.,  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Freitag  nach  Aschermittwoch  (23.  Februar)  1504, 
wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Ist  in  keiner  Liste  des  Catalogus  civium  erwähnt,  stirbt  also  oder  verzieht  von 
Breslau  vor  1525. 

Goltschmidt,  Wenczel,  d.  j.,  Goldschmied,   erwirbt  das  Bürgerrecht  am  3.  März  1530.     Ist  im  Catalogus  civium  von 

1544  nicht  mehr  erwähnt. 
Gompricht,  Stenzel,  siehe  Gampricht. 

Goppel,  Hans  (Goppel),  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Freitag  nach  Conversio  Pauli  (26.  Januar)  1526, 
wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Seine  Tochter  Anna  heiratet  im  September  1544  den  Goldschmied  Sebastian 
Garn  (MM).    Goppel  stirbt  nach  1544.    Siehe  Joseph  Guidemund. 

Goppel,  Helias  (Gopfel,  Goppel),  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  25.  Februar  1558,  wird  um  dieselbe  Zeit 
Meister.   Stirbt  vor  1579. 

9* 


68 


Gotke  Goltsmit,  siehe  Gotke  Stillefoyt. 

Gotschalck,  Victor,  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  10.  Februar  1539,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Ist 
im  Catalogus  civium  von  1544  nicht  mehr  erwähnt. 

Graetz,  Carl  Joseph  (Graitz),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Spaliermachers  Carl  Joseph  Graetz,  lernt  bei 
Johann  Christian  Schlencker  vom  Qu.  Trinitatis  1777—1782.  Meldet  sich  am  19.  Februar  1788  als  Stückmeister, 
arbeitet  bei  Christian  Hoensch  ein  sternförmiges  Kreuz  mit  Rauten,  wird  Meister  am  7.  Mai  1788  und  Bürger 
am  12.  Februar  1789.    Ist  am  21.  April  1793  Trauzeuge  bei  St.  Vincenz.    Stirbt  am  25.  September  1809. 

Graetzer,  Daniel  (Gräzer,  Gretzer),  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmieds  Hans  Graetzer  in  Münsterberg,  wird  1668 
in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  8.  Januar  1669  Rosina,  die  Tochter  des  f  Kürschnerältesten 
George  Kleinhunger  (Elis.).  Wohnt  auf  der  Oderstrasse.  Stirbt  am  2.  (7.)  Dezember  1678,  alt  40  Jahre  etliche 
Wochen  (Elis.).  Seine  Witwe  Rosina  f  3.  (begr.  d.  5.)  IV.  1719  (Elis.).  Graetzer  zeichnet  D  G  in  ovalem  Felde, 
vgl.  Taf.  III  Nr.  97. 

a.  Figuren,  Silber,  als  Belag  auf  den  kupfernen  Sargschilden  der  Breslauer  Bäckergesellenschaft.    Datiert  1673. 
Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Bäcker-Innung,  Breslau. 
Graetzer,  Johann  George  (Gretzer),  Goldschmied,  am  9.  (10.)  Juli  1728  stirbt  seine  48  Jahre  alte  Tochter  Anna  Rosina. 
Gran,  Sövren,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  in  Breslau  am  30.  Januar  1731,  alt  29  Jahre. 

Grauer,  Johann  Carl  Siegmund,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kaufmannschaftsboten  Christian  Grauer, 
hrnt  bei  Ernst  Wilhelm  Werneck,  dann  bei  Johann  Augustin  Christian  Seeberg  vom  1.  Juni  1780  bis  15.  Sep- 
tember 1785.  Meldet  sich  am  Qu.  Lucie  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Christian  Hoensch  einen  Schmetterling, 
dessen  Flügel  mit  Emailflüssen  und  kleinen  Perlen  karmoisiert  sind.    Wird  Meister  am  5.  Juli  und  Bürger  am 

12.  Juli  1791.  Muss  3  Rtlr.  für  nicht  völlig  erledigte  Wanderzeit  und  3  Rtlr.  dafür  erlegen,  dass  er  an  seinem 
Meisterstücke  länger  als  ein  Vierteljahr  gearbeitet  hat.  Heiratet  28  Jahre  alt  am  11.  August  1791  Henriette 
Luise,  die  Tochter  des  Kgl.  Tabak-Direktionssekretärs  Johann  Gottlieb  Reinsch  (MM).  Heiratet  als  Witwer  im 
Juli  1806  Johanna  Juliana,  geb.  Laube,  die  Witwe  des  Staffierers  Gottfried  Becker  in  Sulau  (Elis.).  Ist  zwischen 
1810—1814  von  Breslau  abwesend  und  muss  am  11.  August  1815  sein  Bürgerrecht  erneuern.    Stirbt  1821. 

Grebner,  Johann  Gottfried  [Friedrich]  (Grebener,  Grevner),  Silberarbeiter,  geb.  am  30.  Juli  1773  zu  Oelsnitz  im  Vogt- 
lande, Sohn  des  dortigen  Silberarbeiters  und  Baumwollenwarenhändlers  Carl  Gottlob  Grebner,  lernt  bei  seinem 
Vater  vom  28.  Oktober  1785 — 1790,  arbeitet  in  Breslau  bei  Johann  Bernhard  Hoensch  als  Meisterstück  eine  Tirene, 
wird  Meister  am  3.  August  1797  und  Bürger  am  23.  Januar  1798.  Ist  in  der  Meisterliste  von  1800  das  letzte 
Mal  erwähnt. 

Greger  [Gregor],  Carl  Gottlieb,  siehe  Gröger. 

Grenitius,  Adamus,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Diakonus  George  Grenitius  in  Prausnitz,  heiratet  in  Breslau  am 

13.  Februar  1607  Maria,  die  Witwe  des  Sporers  Barthel  Grimme  (MM). 
Gretzer,  siehe  Graetzer. 

Grevner,  Johann  Gottfried,  siehe  Grebner. 
Griebel,  siehe  Kriebel. 
Griesche,  siehe  Grische. 
Gringel,  Steffan,  siehe  Cringel. 

Grische,  Christian  Benjamin  (Griesche),  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Ferdinand 
Grische,  lernt  bei  seinem  Vater  vom  Qu.  Crucis  1752—1756,  stirbt  am  25.  (begr.  d.  27.)  August  1773,  alt  38  Jahre 
9  Monate  (MM).  f 

Grische,  Christian  Samuel  (Griesche),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Elias  Grische,  arbeitet 
bei  Thomas  Kuntze  als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  im  März  und  Bürger  am 
21.  April  1722.  Heiratet  am  6.  Mai  1722  Maria  Magdalena,  die  Tochter  des  f  Kürschnerältesten  Johann  Christoph 
Mayer  (MM).  Stirbt  am  18.  November  1741,  alt  50  Jahre  2  Monate  (Elis.).  Seine  Witwe  Maria  Magdalena 
f  27.  (begr.  d.  29.)  VII.  1749  (Elis.).    Grische  zeichnet  C  S  G  in  einem  dreipassigen  Blatte,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  140. 

a.  Brautbecher,  Silber,  in  Form  eines  Mädchens  mit  Schnürbrust,  Reifrock  und  vorn  offenem  Mantel  mit 
weiten  Ärmeln,  das  mit  emporgehobenen  Armen  einen  kleinen  Kessel  über  dem  Haupte  hält.  Laut  Inschrift  an 
dem  Kesselrande  gestiftet  von  Christian  Rössler  1727  den  26.  Majus.  H.  16  cm.  Johanneskopf  Typus  IX, 
Stempelmeisterb.  B  positiv,  Meisterz.  u.  Kn'egssteuerst.  —  Kleinodien  der  Schiesswerderschützen  in  Breslau. 
Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  V  S.  254  Nr.  26, 
abgeb.  Taf.  III  Nr.  2). 

b.  Kanne,  Silber  mit  Vergoldung,  graviert.  H.  29  cm.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  — 
Exzellenz  General  Durnowo,  St.  Petersburg  (nach  Rosenberg  Nr.  478). 


69 


c.  Kirchenampel,  Silber,  mit  Laub-  und  Bandelwerk  in  durchbrochener  und  getriebener  Arbeit.    Die  Hänge- 
ketten sitzen  an  drei  plastisch  aufgesetzten  geflügelten  Engelsköpfen.    Mit  Inschrift:   „I.  P.  H.  obt  VLI  ILLa 
Deo  VotVMqVe  eXsoLVI  Ioannl"  (Chronostichon  =  1740).    H.  17,5  cm.   Johanneskopf  Typus  XI,  Stempel- 
meisterb.  D  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 
Qrische,  Elias  (Oriesche,  Krische,  Kriesche),  Goldschmied,  Sohn  des  Schuhmachers  Melchior  Grische,  wird  1689 
Bürger  und  Meister.    Heiratet  am  9.  Mai  1689  Anna  Magdalena,  die  Tochter  des  Goldschmiedältesten  Christian 
Mentzel  (Elis.).    Wohnt  auf  der  Brustgasse.    Stirbt  Ende  November  1714,  alt  66  Jahre.    Seine  Witwe  Anna 
Magdalena  f  29.  (30.)  V.  1738  (Elis.).    Grische  zeichnet  E  G  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  112. 

a.  Willkomm,  Silber,  Fuss,  Schaft,  Kelch  und  Deckel  reich  getrieben  mit  flachen  landschaftlichen  Darstellungen 
und  Reiterszenen  zwischen  kräftigem  Akanthusrankenwerk.  An  dem  breiten  Fussrande  langovale  Buckeln 
mit  Namen  und  Jahreszahl  1690.  Auf  dem  Deckel  als  Bekrönung  ein  Krieger,  der  mit  seiner  Linken  einen 
wütenden  Ochsen  bändigt  und  in  der  Rechten  ein  Beil  hält.  Um  seinen  rechten  Arm  ein  Emailschildchen 
mit  allegorischer  Figur,  Monogramm  und  Datum  1.  März  1690.  Am  Pokal  zwei  Reihen  mit  Münzen  und 
Schildchen.  Am  Fusse  ein  Medaillon  graviert  mit  Liebesszene.  H.  37,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u. 
Meisterz.  —  Vereinigte  Fleischer-Innung,  Breslau. 

b.  Gefäss  für  Öl,  Silber,  mit  dem  Haupte  Johannes  des  Täufers  in  einer  Kartusche.  H.  16,8  cm.  Johannes- 
kopf Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  dfr-  —  Kreuzkirche,  Breslau. 

c.  Szepter,  Silber  mit  wenig  Vergoldung,  Schaft  reich  profiliert,  als  Bekrönung  der  österreichische  Doppel- 
adler.   L.  173  cm.    Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Kgl.  Universität,  Breslau. 

d.  Bucheinband,  Silber,  mit  Ranken  u.  Blattwerk  in  durchbrochener  Arbeit.  Beschauz.  W  Typus  VI  u. 
Meisterz.  —  M.  Lempertz,  Köln,  Versteigerungskatalog  79  S.  6  Nr.  68,  klein  abgebildet. 

e.  Henkelkanne,  Silber,  walzenförmig,  mit  Münzen  besetzt,  auf  dem  Deckel  ein  Pinienzapfen.  Beschauz.  W 
Typus  VI  u.  Meisterz.  —  M.  Lempertz,  Köln,  Versteigerungskatalog  79  S.  6  Nr.  69,  klein  abgebildet. 

Grische,  Ferdinand  (Griesche,  Grüsche,  Krische,  Kriesche,  Krüsche),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Gold- 
schmieds Elias  Grische,  wird  Meister  am  23.  März  1722,  eröffnet  aber  erst  im  Sommer  1725  eine  eigene  Werk- 
statt. Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  14.  August  1725.  Heiratet  am  29.  Oktober  1725  Anna  Rosina,  die  Tochter 
des  Malerältesten  George  Drescher  (Elis.).  Seine  Frau  Anna  Rosina  f  11.  (begr.  d.  13.)  IV.  1755  (MM).  Seine 
Tochter  Susanna  Elisabeth  heiratet  am  23.  Januar  1764  den  Kartenmacher  Carl  Gottlob  Dittrich  (MM).  Grische 
lebt  später  in  dürftigen  Verhältnissen  und  wird  1769  mit  Unterstützung  der  Innung  in  das  Bernhardin-Hospital 
eingekauft.   Grische  zeichnet  F  G  in  einem  rechteckigen  Felde  mit  abgekanteten  Ecken,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  143. 

a.  Votivtäf eichen,  Silber,  mit  einem  Osterlamm  in  Treibarbeit.  Gr.  14X13  cm.  Johanneskopf  Typus  XI, 
Stempelmeisterb.  D  u.  Meisterz.  —  St.  Adalbertkirche,  ehemaliges  Dominikanerkloster,  Breslau. 

b.  Schreibzeug,  Silber,  bestehend  aus  einem  Tablett  mit  Griff,  Tintenfass,  Streusandbüchschen,  Leuchter  und 
einer  Tischglocke,  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  E  (?),  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Stfr-  —  Verein  christlicher 
Kaufleute,  Zwinger,  Breslau. 

c.  Schälchen,  Silber,  oval,  mit  dürftigem  linearen  Blattdekor  in  getriebener  Arbeit.   Johanneskopf  u.  Meisterz., 
daneben  noch  ein  anderes  Meisterz.  D  G  T  in  herzförmigem  Schilde.  —  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

Grische,  Johann  [Hans]  George,  siehe  Girschner. 

Grische,  Johann  Samuel  (Griesche,  Grüsche,  Krische,  Kriesche,  Krüsche),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silber- 
arbeiters Christian  Samuel  Grische,  meldet  sich  am  26.  Februar  1750  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Christian  Beyl  eine 
Masche  (Patzel)  und  einen  Ring,  wird  Meister  am  11.  August  und  Bürger  am  18.  August  1750.  Heiratet  in  demselben 
Jahre  Johanna  Theodora,  die  Tochter  des  Zinngiesserältesten  Christoph  Krause  in  Schweidnitz;  Trauzeugen  sind 
die  Gold- und  Silberarbeiter  Johann  Christian  Schlencker  und  Christian  Friedrich  Mentzel  (MM).  Grische  stirbt  1778. 

Grischner,  Johann  [Hans]  George,  siehe  Girschner. 

Gröger,  Carl  Gottlieb  (Greger,  Gregor,  Grüger,  Kröger,  Krüger),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Johann 
Christoph  Jancke  d.  ä.  vom  Qu.  Trinitatis  1752—1758.  Meldet  sich  als  Stückmeister  am  28.  Dezember  1773, 
arbeitet  bei  Christian  Hoensch  ein  silbernes  Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  28.  Juli  und  Bürger  am 
2.  August  1774.  Da  er  sich  entgegen  der  Mittelsordnung  schon  während  der  Stückarbeit  zwei  Gesellen  gehalten 
hat,  muss  er  4  Rtlr.  Strafe  erlegen.  Seine  Frau  Rosina  Helena,  geb.  Hanschmann,  f  13.  (begr.  d.  16.)  XII.  1793 
(MM).  Er  selbst  stirbt  im  Januar  1798.  Gröger  zeichnet  CGG  in  einem  Dreipasse,  vgl.  Taf.  V  Nr.  169. 
a.  Kleinod  des  Schiesswerderschützenkönigs  Johann  Christian  Karsch,  Silber  vergoldet,  in  der  Mitte  ein  Oval 

mit  Emblemen  des  Böttchergewerbes,  am  Rande  später  Rokokodekor  in  getriebener  Arbeit.  Datiert  1777. 

Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  H  u.  Meisterz.  —  Kleinodien  der  Schiesswerderschützen  in  Breslau. 

Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 


70 


b.  Willkommschildchen,  Silber,  mit  spätem  Rokokodekor,  in  der  Mitte  in  vergoldeter  Auflage  ein  Oster- 
lamm  in  einem  Kranze.  Gestiftet  1781.  Dm.  14  X  H  cm.  Johanneskopf  Typus  XIV,  Stempelmeisterb.  H 
u.  Meisterz.  —  Vereinigte  Fleischer-Innung,  Breslau. 

c.  Standkruzifix,  Silber,  auf  dreiteiligem  Fusse  mit  spätem  Rokoko-  und  Louis  XVI.-Dekor  in  getriebener 
Arbeit.  H.  59  cm.  Johanneskopf  Typus  XIV,  Stempelmeisterb.  H  u.  Meisterz.  —  Elisabethkirche, 
Breslau. 

d.  Altarleuchter,  Silber,  ein  Paar,  auf  dreiteiligem  Fusse  mit  spätem  Rokoko-  und  Louis  XVI.-Dekor  in 
getriebener  Arbeit.  H.  90  cm.  Johanneskopf  Typus  XIV,  Stempelmeisterb.  H.  u.  Meisterz.  —  Elisabeth- 
kirche, Breslau. 

e.  Tischleuchter,  Silber,  ein  Paar,  im  Louis  XVI.-Stil  (vgl.  Fig.  38).  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  L, 
Meisterz.  u.  Kriegsteuerst,  dfr-  —  Güterdirektor  Scholtz,  Klein-Tinz  bei  Breslau. 

f.  Salzfässchen,  Silber,  schiffchenförmig,  mit  Glaseinsatz.  H.  6,8  cm.  Johanneskopf  13-lötig  (vgl.  Taf.  II 
Nr.  28),  Stempelmeisterb.  L,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  FW  (wie  Fig.  9b).  —  Schlesisches  Museum  für 
Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vermächtnis  Epstein). 

Grosche,  Julius  August,  Silberarbeiter,  geb.  am  31.  März  1830  in  Puditsch,  Kr.  Trebnitz,  lernt  in  Breslau  bei  Friedrich 
Wilhelm  Schulz  vom  Qu.  Johannis  1844—1849.  Meldet  sich  am  26.  Januar  1855  zur  Aufnahme  in  die  Innung, 
wird  am  17.  April  rezipiert,  scheidet  am  21.  April  1873  wieder  aus.    Ist  von  1877—1882  Stadtverordneter. 

Gross,  August  Anton  Joseph,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Johann  Gottfried  Kiesling  vom  14.  September 
1797  bis  10.  März  1803.  Arbeitet  bei  Daniel  August  Titze  als  Meisterstück  einen  mit  Brillanten  karmoisierten 
Haarkamm,  wird  Meister  am  4.  Oktober  und  Bürger  am  30.  November  1810.  Ist  in  der  Meisterliste  von  1S27 
das  letzte  Mal  erwähnt. 

Grosser,  George,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schusters  Hans  Grosser,  stirbt  am  24.  (begr.  d. 

26.  )  Juli  1619,  alt  20  Jahre  (Elis.  u.  MM). 

Groth,  Johann  Elias,  Silberstecher,  Sohn  des  Diakonus  Daniel  Groth  in  Augsburg,  heiratet  in  Breslau  am  27.  Sep- 
tember 1746  Susanna  Eleonora,  geb.  Richter,  die  Witwe  des  Schmieds  David  Herrmann  (MM). 
Grübet,  siehe  Kriebel. 
Grüger,  Carl  Gottlieb,  siehe  Gröger. 
Grüsche,  siehe  Grische. 

Gruss,  Hieronimus,  Silberstecher,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  14.  Februar  1757. 
Gülthoff,  siehe  Goldthoff. 

Günther,  Gottlieb  [Gottlob]  David  (Gunther,  Günder,  Gunder),  Gold-  und  Silberarbeiter,  geb.  1783  in  Fraustadt,  Sohn 
des  dortigen  Zimmermeisters  Andreas  Günther,  lernt  in  Breslau  bei  Johann  Gottlob  Tholuck  vom  Qu.  Trinitatis 
1796  bis  Qu.  Lucie  1801.  Arbeitet  bei  Daniel  August  Titze  als  Meisterstück  ein  Halsband  mit  Brillanten,  wird 
Bürger  am  9.  Oktober  und  Meister  am  18.  November  1807.  Heiratet  am  29.  September  1808  Wilhelmine  Christiane, 
die  Tochter  des  f  Chirurgen  Christian  Gottfried  Reichenbach  (Elis.).  Lässt  im  Februar  1811  sein  Kind,  im  Mai 
1814  sich  selbst  en  miniature,  im  Januar  und  Februar  1815  sich  selbst  und  seine  Frau  in  Öl  von  Gottfried  August 
Thilo  in  Breslau  malen.  Ist  von  1817—1819  Stadtverordneter.  Feiert  1857  sein  fünfzigjähriges  Meisterjubiläum. 
Stirbt  am  28.  (29.)  März  1863.    Zeichnet  GUNTHER. 

Günther,  Gebrüder,  unterhalten  in  Breslau  ein  Arbeitslokal  für  Gold-  und  Silberwaren;  da  keiner  der  Brüder  geprüfter 
Gold-  und  Silberarbeiter  ist,  erhebt  die  Innung  am  13.  Oktober  1863  gegen  den  Geschäftsbetrieb  Einspruch,  doch 
ohne  Erfolg  (Protokollbuch  III). 

Gürter,  Gottfried,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  am  3.  Januar  1730,  alt  57  Jahre. 

Guhl,  Herrmann,  Goldarbeiter,  tritt  am  15.  Juli  1886  in  die  Innung  ein  und  bleibt  Mitglied  bis  zum  13.  Oktober  1893. 

Guidemund,  Joseph,  Goldschmiedgeselle,  steht  1539  bei  Hans  Goppel  in  Arbeit  und  giesst  in  seines  Meisters  Werk- 
statt für  sich  selbst  etliche  Ringe.  Da  er  „damit  wider  die  gewonheit  des  bemelten  handwergs,  wieder  die 
tzech  vnd  gedachten  Hansen  Goppel  seinen  meister  gehandelt",  wird  er  verklagt.  Guidemund  bittet  um  Ver- 
zeihung, die  ihm  gewährt  wird;  darauf  erkennen  die  Ratmannen  am  12.  August  1539,  dass  kein  Teil  dem  anderen 
solches  fürderhin  im  Argen  gedenken  soll  (Lib.  definit.  I.  186 a). 

Guldenhoff,  siehe  Goldthoff. 

Gultstnyd,  Georg  (Goltschmidt),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  nach  Esto  mihi  (6.  März)  1495.    Stirbt  vor  1525. 
Gumpert,  Georg  Heinrich,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  19.  September  1811,  Sohn  des  Färbers  Georg  Gumpert, 
ist  mütterlicherseits  ein  Enkel  des  Goldarbeiters    Daniel  August  Titze,  lernt  bei  Johann  Gottlieb  Thun  vom 

27.  September  1827  bis  4.  Januar  1832.    Arbeitet  als  Geselle  in  Wien  bei  Gasterstätt,  in  Rom  bei  Castellani,  in 


71 


Paris  bei  Vieno.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  7.  Januar  1842.    Meldet  sich  am  5.  Juli  1850  zur  Aufnahme  in  die 
Innung  und  wird  am  8.  Oktober  rezipiert.    Stirbt  am  16.  Mai  1893.    Zeichnet  H.  GUMPERT. 
a.  Buggia,  Silber,  bez.:  H.  GUMPERT  13.    H.  8  cm.  —  Domschatz,  Breslau. 
Gundermann,  Gustav,  Juwelier,  tritt  am  2.  (13.)  Oktober  1883  in  die  Innung  ein,  scheidet  am  1.  Oktober  1890 
wieder  aus. 

Quschker,  Carl,  Silberarbeiter,  geb.  in  Ober-Stephansdorf  am  6.  Dezember  1847,  Sohn  des  Weichenstellers  Gottlieb 
Guschker,  lernt  in  Breslau  bei  Otto  Krutsche  vom  Qu.  Johannis  1862—1867.  Tritt  am  2.  Oktober  1883  in  die 
Innung  ein  und  bleibt  Mitglied  bis  zum  13.  Oktober  1893. 

Gutsche,  Carl  Gottlob,  Goldarbeiter,  stirbt  am  2.  (begr.  d.  4.)  August  1799,  alt  63  Jahre  (Elis.). 

Guttentag,  Jacob,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  13.  Januar  1823,  alt  20  Jahre.  Seine 
beiden  Gesuche  um  Aufnahme  in  die  Innung  werden  am  28.  Dezember  1826  und  5.  November  1841  abschlägig 
beantwortet. 

Guttmann,  Carl  George,  Goldschmied  ausserhalb  der  Zunft,  wird  1740  am  Dom  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 
Guttmann,  Johann  George,  Goldschmiedgeselle,  seine  Witwe  Barbara  Rosina,  geb.  Materne,  heiratet  am  27.  November 

1759  den  Goldarbeitergesellen  Carl  Christian  Münch  (MM).    Seine  Tochter  Susanna  Juliana  heiratet  am  9.  Juli  1781 

den  Zwirnhändler  Carl  Gottlob  Kühnel  (Elis.). 
Haar,  Christian,  siehe  Harr. 

Haase,  Carl  Gottfried  (Hase,  Hasse),  Silberarbeiter,  geb.  in  Schlichtingsheim  Prov.  Posen,  meldet  sich  in  Breslau  am 
30.  Mai  1756  (1755?)  als  Stückmeister,  arbeitet  ein  silbernes  Becken  nebst  Kanne,  wird  Bürger  am  11.  März  und 
Meister  am  20.  (30.)  August  1756.  Ist  Ältester  seit  1792  und  mutmasslicher  Stempelmeister  mit  dem  Buchstaben 
L  seit  Mai  1793.  Stirbt  am  14.  (begr.  d.  16.)  November  1796,  alt  73  Jahre  7  Monate  14  Tage  (MM).  Haase 
zeichnet  kleine  Arbeiten  C  G  H  in  einem  gezackten  Blatte,  grosse  Arbeiten  HAASE  positiv  eingeschlagen,  vgl. 
Taf.  V  Nr.  164. 

a.  Zuckerdose,  Silber,  oval,  auf  vier  Füsschen,  mit  Rippung,  Blumen  und  Rokokokartuschen  in  getriebener 
Arbeit.  H.  11,4  cm.  Johanneskopf  Typus  XII,  Stempelmeisterb.  F  u.  Meisterz.  —  Staatsrat  O.  v.  Essen 
Breslau. 

b.  Salzfass,  Silber,  in  Rokokoformen  mit  Blumen  in  getriebener  Arbeit.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempel- 
meisterb. G  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  -  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Alter- 
tümer, Breslau  (Vermächtnis  Epstein). 

c.  Kelch,  Silber,  Kuppa  vergoldet,  auf  dem  runden,  wenig  profilierten  Fusse  und  dem  birnförmigen  Nodus 
späte  Rokokokartuschen  und  Blumenwerk  in  getriebener,  auf  dem  Kuppabelag  in  durchbrochener  Arbeit. 
H.  22  cm.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  H  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei, 
Oberglogau  OS. 

d.  Altarleuchter,  Silber,  ein  Paar,  mit  profiliertem  Ständer  auf  dreiteiligem  Fusse,  von  dem  Fig.  18  abgebildeten 
Typus,  doch  statt  der  Barockmotive  mit  spätem  Rokokodekor  in  getriebener  Arbeit.  Datiert  1780.  H.  85,5  cm. 
Johanneskopf  Typus  XIV,  Stempelmeisterb.  H  u.  Meisterz.  HAASE.  —  Evang.  Gnadenkirche  zum  hl.  Kreuze 
Christi,  Hirschberg. 

e.  Reliquienstandkreuz,  Silber  mit  Vergoldung  und  Steinen,  auf  dem  ovalen  Fusse  und  dem  Ständer  späte 
Rokoko-Motive  in  getriebener  Arbeit.  Auf  der  Vorderseite  der  Crucifixus  und  vier  Medaillons  mit  Heiligen. 
Auf  der  Rückseite  Behälter  für  Reliquien,  hellroter  Glasbelag  und  Perlenschnuren.  Zwischen  den  Kreuz- 
balken vergoldete  Strahlen.  Datiert  1783.  H.  45,5  cm.  Johanneskopf  Typus  XIV,  Stempelmeisterb.  H  u. 
Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 

f.  Tischleuchter,  Silber,  ein  Paar,  auf  dem  runden  Fusse  und  Schafte  Blumen  und  Rokokodekor  in  getriebener 
Arbeit.  H.  21,6  cm.  Johanneskopf  Typus  XIV,  Stempelmeisterb.  H  u.  Meisterz.  Schlesisches  Museum 
für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

g.  Altarkreuz.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  ?  u.  Meisterz.  HAASE.  —  Kath.  Pfarrkirche  in  Zerkow,  Prov. 
Posen  (nach  J.  Kohte,  Kunstdenkmäler  d.  Prov.  Posen,  Bd.  I  S.  132.). 

Haase,  Johann  Franz  [Carl?]  Joseph,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Mehlhändlers  Anton  Haase,  lernt  bei 
Johann  Friedrich  Wilhelm  Fuss  von  Weihnachten  1806  bis  Michaelis  1812.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am 
17.  September  1819,  alt  27  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Hacker,  Johann  Jacob  [Friedrich]  (Hackel),  Goldarbeiter,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  15.  Dezember  1815.  Tritt 
am  14.  September  1816  in  die  Innung  ein.    Ist  1840  das  letzte  Mal  erwähnt 

Haedelhofer,  siehe  Hedelhofef. 


72 


Haenel,  Johann  Andreas  (Hähnel,  Hänle),  Goldschmied,  arbeitet  bei  Gottfried  Heyner  als  Meisterstück  einen  Kelch 
nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  27.  Januar  und  Bürger  am  13.  Juni  1716.  Seine  Frau  Anna  Magdalena, 
geb.  Mündner,  f  17.  (begr.  d.  19.)  I.  1720  (Elis.).  Haenel  heiratet  am  19.  Mai  1721  Maria  Elisabeth,  die  Tochter 
des  Kürschners  Christian  Fritsche  (Elis.).  Stirbt  am  24.  April  1723  (2.  Mai  1722?),  alt  35  Jahre  43  Wochen.  Sein 
Sohn  Johann  Andreas,  ein  Goldschmiedgeselle,  f  4.  (begr.  d.  6.)  XII.  1757,  alt  39  Jahre  46  Wochen  (MM).  Seine 
Witwe  Maria  Elisabeth  f  23.  (begr.  d.  25.)  I.  1760  (Elis.). 

Haenel,  Samuel  (Haehnel,  Hännel,  Händel,  Hannel),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kretschmers  Balthasar 
Haenel,  arbeitet  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  15.  Oktober  und  Bürger 
am  27.  Oktober  1730.  Heiratet  am  13.  November  1730  Anna  Rosina,  die  Witwe  des  Rotgerbers  George  Mohr 
(MM).  Stirbt  am  14.  (begr.  d.  16.)  August  1750,  alt  49  Jahre  9  Monate  10  Tage  (Elis.).  Sein  Sohn  August 
Wilhelm,  ein  Regiments-Feldscher,  heiratet  1787  Christiana  Salome,  die  Tochter  des  Schönfärbers  Werner  in 
Wartenberg  (Elis.). 

Hänicke,  Johann  Friedrich  Gottlob,  siehe  Heintke. 

Haentschel  [Haenschel],  Benjamin,  siehe  Hentschel. 

Haertel,  Herrmann  Carl  Robert,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau  (oder  Trebnitz),  Sohn  des  Kürschners  Gottlieb 
Haertel,  lernt  bei  Johann  David  Klose  von  Ostern  1826—1831.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  5.  November  1839, 
alt  28  Jahre.  Meldet  sich  am  1 1.  Januar  1840  bei  der  Innung  als  Stückmeister  und  wird  am  11.  (15.)  April  rezipiert. 
Ist  in  der  Meisterliste  von  1882  das  letzte  Mal  genannt.    Haertel  zeichnet  R  H  negativ  eingeschlagen. 

a.  Kelch,  Silber,  für  Krankenkommunion,  klein,  mit  Rokokodekor  im  Geschmack  des  19.  Jahrhunderts.  Datiert 
1853.  Johanneskopf  mit  Jahreszahl  53,  Stempelmeisterb.  T  u.  Meisterz.  —  Evang.  Pfarrkirche  St.  Michaelis, 
Strehlen. 

b.  Weinkanne,  Silber,  ohne  Dekor.  Datiert  1858.  Johanneskopf  mit  Jahreszahl  58,  Gehaltst.  70,  Stempel- 
meisterb. T  u.  Meisterz.  —  Elisabethkirche,  Breslau. 

Harting,  Johann,  siehe  Hans  H artig. 
Häuser,  siehe  Heuser. 

Häussig  [Häussiger],  Johann  Gottlieb,  siehe  Heissig. 
Häussler,  Daniel,  siehe  Heuser. 

Hagen,  Hans,  Goldschmied  und  Erbsass  auf  dem  Gebiete  des  Matthiasstiftes;  siehe  Seite  36. 

Hagen,  Johann,  Goldschmiedgeselle;  die  Innung  weigert  sich,  ihn  als  Meister  zu  rezipieren.  Am  2.  August  1670 
entscheiden  die  Ratmannen,  „würde  der  Hagen  noch  ein  viertel  jähr  alhier  arbeiten  oder  dafür  ein  gewißes 
stücke  geldes  ...  in  die  zunftlade  einlegen,  wie  nichts  minder  seines  ehweibes  geburtsbrief  einliefern,  so  ist  das 
mittel  der  goldschmiede  schuldig,  ihn  zum  meisterrechte  kommen  und  das  meisterstücke  fertigen  zulassen,  iedoch 
also  und  dero  gestalt,  daß  der  Hagen  vier  jähr  lang  keinen  jungen  zulehren  befuget  seyn  solle."  Da  die  Innung 
sich  dem  Urteil  nicht  fügen  will,  wiederholen  die  Ratmannen  am  20.  Dezember  1670  den  Bescheid  vom 
2.  August  (Lib.  definit.  VIII.  139b  —  140a,  162).  Hagen  scheint  jedoch  nie  zum  Meisterrechte  gekommen  zu  sein. 
Ist  vielleicht  identisch  mit  Johann  Hagen,  der  1700  als  „unbezechter"  Goldschmied  auf  dem  Sande  erwähnt  wird 
(Schles.  Vorz.  VII.  488). 

Hager,  Wilhelm  Christoph,  Goldarbeiter,  wird  Bürger  am  6.  Mai  und  Innungsmeister  am  2.  September  1814.  Bekleidet 
seit  dem  7.  April  1836  den  Posten  des  Mittelsboten.  Scheidet  am  Qu.  Michaelis  1859  wegen  hohen  Alters  aus 
der  Innung  und  tritt  in  eine  Bürgerversorgungsanstalt  ein. 

Hager,  Wilhelm  Christoph,  Goldarbeiter,  geb.  in  Magdeburg,  Sohn  des  Feilhauers  Conrad  Hager,  erwirbt  das 
Breslauer  Bürgerrecht  am  8.  September  1826,  alt  39  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Haine,  siehe  Heyne. 

Haker,  Heinrich  (Hogkorn),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  nach  Dionysii  (11.  Oktober)  1426.  Heisst  1432  und 
1434  im  Schöppenbuch  XIII  u.  XIV  Meister  Heinrich  Hogkorn  der  Gultsmed. 

Hammer,  Christian  David,  Gold-  und  Silberarbeitergeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Samuel  Hammer, 
heiratet  am  26.  Oktober  1756  Elisabeth,  die  Tochter  des  f  Gärtners  Gottfried  Findeklee  (MM). 

Hammer,  David  (Hamer),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Weissgerberältesten  David  Hammer,  Bruder  des 
Goldschmieds  Samuel  Hammer,  arbeitet  bei  Hans  Jachman  d.  j.  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und 
Siegel,  wird  Meister  am  10.  Juli  und  Bürger  am  28.  Juli  1719.  Heiratet  am  8.  August  1719  Susanna  Eleonora, 
die  Tochter  des  Goldschmiedältesten  Gottfried  Heyner  (MM).  Seine  Frau  Susanna  Eleonora  f  20.  (begr.  d.  22.) 
VI.  1721  (MM).  Hammerheiratet  am  11.  Juli  1725  Johanna  Katharina,  die  Tochter  des  f  Leinwandreissers  Andreas 
Gallasch  (Elis.).  Seine  Frau  Johanna  Katharina  f  18.  (begr.  d.  19.  oder  20.)  VIII.  1731  (MM).  Er  selbst  stirbt 
am  24.  (begr.  d.  26.)  Mai  1751,  alt  64  Jahre  4  Monate  (Elis.). 


73 


Hammer,  Samuel  (Hamer),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Weissgerberältesten  David  Hammer,  wird  1711 
Meister.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  3.  Juli  171 1.  Heiratet  am  H.Juli  1711  Rosina  Eleonora,  die  Tochter  des 
t  Goldschmieds  Christian  Winckler,  Pflegetochter  des  Goldschmieds  Johann  George  Schier  (MM).  Ist  Mittelsältester 
seit  1728.  Stirbt  am  14.  April  1732,  alt  51  Jahre  weniger  14  Tage;  ist  am  16.  April  in  der  Goldschmiedekapelle 
in  der  St.  Maria  Magdalenenkirche  beigesetzt  worden  (MM).  Seine  Tochter  Johanna  Eleonora  heiratet  am 
14.  Januar  1738  den  Goldarbeiter  George  David  Kramer  (MM).    Seine  Witwe  Rosina  Eleonora  f  23.  I.  1746. 

Hammer,  Samuel  Gottlieb,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Samuel  Hammer,  arbeitet  bei 
Heinrich  August  Joel  als  Meisterstück  einen  Uhrhaken  und  Ring,  wird  Meister  am  11.  April  und  Bürger  am 
16.  April  1740.  Heiratet  am  26.  April  1740  Maria  Elisabeth,  die  Tochter  des  Kretschmers  Christian  Rudel  (Elis.). 
Seine  Frau  |  28.  (begr.  d.  30.)  X.  1740  (MM).  Hammer  ist  in  der  Liste  von  1744  zum  letzten  Male  genannt, 
kümmert  sich  8—9  Jahre  nicht  um  die  Innung  und  ersucht  dann  das  Mittel  um  Erneuerung  der  Rezeption.  Man 
kommt  seiner  Bitte  unter  der  Bedingung  nach,  dass  er  die  rückständigen  Beiträge  nachzahlen  soll;  darauf  scheint 
Hammer  nicht  eingegangen  zu  sein.  Er  stirbt  am  8.  (begr.  d.  10.)  Dezember  1766,  alt  57  Jahre  7  Monate 
21  Tage  (MM). 

Hancke,  Carl  Friedrich  Julius  (Hanke),  Goldarbeiter,  Sohn  des  herrschaftl.  Bedienten  Friedrich  Wilhelm  Hancke, 
arbeitet  bei  Samuel  Christoph  Thun  als  Meisterstück  ein  Paar  Ohrgehänge  mit  ä  jour  gefassten  Brillanten,  wird 
Meister  am  22.  Oktober  und  Bürger  am  29.  Oktober  1805.  Heiratet  am  15.  September  1806  Johanna  Juliana,  die 
Tochter  des  f  Destillateurs  Johann  David  Nuschke  (Elis.).    Stirbt  am  15.  (begr.  d.  17.)  Mai  1809,  alt  27  Jahre  Elis.  . 

Hanelein,  Caspar,  aurifaber,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Dienstag  nach  Quasimodo  (20.  April)  1490. 

Haner  (?),  Hans,  Goldschmied,  wird  1614  Bürger  und  Meister.  Ist  im  Catalogus  civium  von  1617  nicht  mehr 
erwähnt. 

Hannel,  Samuel,  siehe  Haenel. 

Hanuschko  aurifaber,  siehe  Hanuschko  Friberg. 

Härder,  Marcus,  Goldschmiedgeselle  von  Itzehoe  in  Holstein,  heiratet  in  Breslau  am  16.  Januar  1570  Anna,  die 
Witwe  Hans  Keyperts  von  Öls,  Tochter  des  f  Sonnenkramers  Hans  Schmidel  (MM). 

Harr,  Christian  (Haar),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Musketiers  Christian  Harr,  arbeitet  als  Meisterstück 
einen  Pokal  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  26.  Oktober  und  Bürger  am  31.  Oktober  1732.  Heiratet 
am  17.  November  1732  Maria  Elisabeth,  die  Tochter  des  Schuhmachers  Johann  George  Egender;  Trauzeuge  ist 
der  Goldschmied  Christian  Maximilian  Schmidt  (MM).  Stirbt  am  1.  (begr.  d.  3.)  Juli  1748,  alt  47  Jahre 
7  Monate  (Elis.). 

Hartert,  Hiob,  Goldschmied,  er  und  seine  Frau  Dorothea  lassen  am  20.  Januar  1572  ihre  Tochter  Barbara  taufen  MM). 
Hartig,  Hans  (Hartwig,  Harting,  Härting,  Herting),  Goldschmied,  Sohn  des  Blasius  Hartig  in  Leipzig,  wird  1640  in 
Breslau  Bürger  und  Meister.    Heiratet  am  16.  Oktober  1640  Barbara,  die  Tochter  des  Kretschmers  Michael 
Oelsner  (MM).    Wohnt  am  Ringe  unter  den  Riemern.    Stirbt  am  20.  Juni  1654,  alt  46  Jahre  (Elis.).   Seine  Witwe 
Barbara  führt  die  Werkstatt  weiter,  stirbt  am  11.  (begr.  d.  14.)  Mai  1702,  alt  84  Jahre  16  Wochen  (Elis.).  Hartig 
zeichnet  H  H  ligiert,  vgl.  Tafel  III  Nr.  83. 
a.  Deckelkanne,  Silber  mit  Vergoldung,  tonnenförmig,  vertikal  in  acht  Buckeln  geteilt,  auf  die  vier  figürliche 
Darstellungen  und  vier  Wappen  graviert  sind.    Aus  den  Wappen  ergibt  sich,  dass  die  Kanne  zur  Vermählung 
des  Freiherrn  Friedrich  von  Nimptsch  mit  der  Gräfin  Maria  von  Hoberg  auf  Fürstenstein  und  Rohnstock  im 
Jahre  1648  verfertigt  worden  ist.    H.  14,8  cm.    Beschauz.  W  Typus  V  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum 
für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 
Hartman,  Carl  Wilhelm,  Goldschmied,  Sohn  des  Hof-  und  Feldtrompeters  Adam  Hartman  in  Zerbst,  wird  Meister 
im  Januar  und  Breslauer  Bürger  am  6.  Februar  1706.    Heiratet  am  15.  Februar  1706  Maria  Elisabeth,  die  Tochter 
des  f  Goldschmieds  David  Kriebel  (Elis.).    Stirbt  am  17.  (begr.  d.  19.)  September  1729,  alt  54  Jahre  5  Monate 
10  Tage  (Elis.).    Seine  Witwe  Maria  Elisabeth  f  1.  (begr.  d.  3.)  X.  1745  (Elis.).    Seine  Tochter  Anna  Helena 
heiratet  am  21.  November  1746  den  Drechsler  Elias  Gottlieb  Muche;   Trauzeuge  ist  der  Goldarbeiter  Johann 
David  Kriebel  (MM).    Hartman  zeichnet  CWH  in  einem  herzförmigen  Schilde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  128. 

a.  Willkommschildchen  an  einem  zinnernen  Pokal  der  Breslauer  Korbmachergesellen,  Silber,  sechs  Stück, 
oval,  in  der  Mitte  ein  von  einem  Engel  gehaltenes  Schildchen  mit  Zunftemblemen  der  Korbmacher;  am 
Rande  Akanthusranken  in  Treibarbeit.  Datiert  1707,  1710,  1713.  Johanneskopf  u.  Meisterz.  —  Schlesisches 
Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

b.  Deckelbecher,  Silber,  in  der  auf  Seite  63  Fig.  17  abgebildeten  Form,  oben  drei  Muscheln  zwischen 
Akanthusranken,  unten  schräge  Rippung.  Johanneskopf  Typus  II  u.  Meisterz.  Geheimrat  Pinkus, 
Neustadt  OS. 

10 


74 


c.  Deckelbecher,  Silber,  ähnlich  wie  Nr.  b.  H.  21,1  cm.  Johanneskopf  Typus  IV,  Stempelmeisterb.  A, 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  5fr.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

d.  Deckelbecher,  Silber,  in  Form  eines  Tönnchens  mit  Henkel.  Johanneskopf  Typus  IV,  Stempelmeisterb.  A 
u.  Meisterz.  —  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

e.  Deckelbecher,  Silber,  eiförmig,  mit  Griff.  H.  17,5  cm.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  A  u.  Meisterz. 
—  J.  &  H.Jeidels,  Frankfurt  a.  M.  (nach  Rosenberg  Nr.  474). 

f.  Zuckerdose,  Silber,  oval,  auf  dem  am  Rande  gerippten  Deckel  wenig  Akanthusranken  auf  punziertem 
Grunde.  Auf  vier  Füsschen.  H.  6  cm.,  Dm.  11X9  cm.  Johanneskopf  Typus  V,  Stempelmeisterb.  B  negativ 
u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vermächtnis  Epstein). 

g.  Kelch,  Silber  mit  heller  Vergoldung,  auf  dem  profilierten,  sechspassig  gebogten  Fusse  und  auf  dem  Kuppa- 
belag  Ornamente  im  Laub-  und  Bandelwerkstile  in  getriebener,  an  der  Kuppa  in  durchbrochener  Arbeit. 
Nodus  birnförmig.  Auf  der  Kuppa  in  Punktierung  die  Inschrift:  „herr  friedrich  Seydel  bürger  und  kaufmam  (!) 
aus  breslau  1722".  H.  22  cm.  Johanneskopf  Typus  VIII,  Stempelmeisterb.  B  positiv,  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst. Adlertypus.  —  Evang.  Pfarrkirche  in  Gross-Baudiss,  Kr.  Liegnitz. 

Hartwig,  Hans,  siehe  Hart  ig. 

Hartwig,  Valten,  siehe  Hertwig. 

Hase  [Hasse],  Carl  Gottfried,  siehe  Haase. 

Haubenthaler,  Hans,  Goldschmied,  stirbt  am  18.  März  1606,  alt  60  Jahre  (Elis,). 

Haunburg,  Christoph  Bernhard,  Goldarbeiter  ausserhalb  der  Innung,  wird  1713  am  Dom  erwähnt  (Schles. 
Vorz.  VII.  488). 

Haupt,  Daniel,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Breslauer  Goldschmieds  Hans  Haupt,  stirbt  am  17.  November  1633. 
Haupt,  Hans  [Johannes]  (Haubt,  Heupt,  Heubt,  Hept,  Hebt),  Goldschmied,  Sohn  des  Franciscus  Haupt  zu  Malckwitz, 
heiratet  in  Breslau  als  Geselle  am  14.  April  1578  Anna,  die  Witwe  des  Goldschmieds  Andreas  Kolbe  (Elis.  u. 
MM),  wird  in  demselben  Jahre  Bürger  und  Meister.    Wohnt  auf  dem  Hühnermarkte.    Seine   Frau  Anna  f 
24.  IV.  1587.    Haupt  heiratet  am  16.  Februar  1588  Margareta,  die  Tochter  des  Bortenhändlers  Georg  Leder 
(MM).    Sein  Lehrjunge  Valentin  Scholtz  f  22.  (29.)  IX.  1606.    Seine  Tochter  Maria  heiratet  am  8.  August  1616 
den  Glaser  Valten  Weyner  (MM).    Seine  Tochter  Anna  heiratet  am  15.  August  1616  den  Goldschmied  Hans 
Neuman  (MM).     Haupt  stirbt  als  Zunftältester  am  18.  (begr.  d.  21.)  Februar  1628,  alt  89  Jahre  (Elis.  u.  MM). 
Seine  Witwe  Margareta  f  24.  (begr.  d.  26.  oder  27.)  XII.  1631  (Elis.  u.  MM).    Hans  Haupt  oder  Hans  Hoffman 
dem  jüngeren  dürfte  das  auf  Taf.  III  Nr.  62  wiedergegebene  Meisterzeichen  zuzuweisen  sein, 
a.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  Renaissance-Rollwerk,  Engelsköpfchen  und  Früchte- 
buketts in  getriebener  Arbeit.    Nodus  birnförmig  mit  Früchtegirlanden.    Der  silberne  Kuppabelag  mit  Engels- 
köpfchen zwischen  Rollwerk  in  durchbrochener  Arbeit.    Unter  dem  Fusse  eine  runde  Platte  graviert  mit  dem 
Stifterwappen  und  der  Inschrift:    „F.  BARTHOLOME?  FVCHS.  PRyEPOSIT.  ZOTEN:  HVIC.  ECCL<£. 
S.  IACOBI.  DONO.  DEDIT.  ANNO.  1588."    H.  23  cm.    Beschauz.  W  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst. 
Adlertypus.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Jacobi,  Zobten  am  Berge. 
Hausmann,  Johann  Adam,  Goldarbeiter,   geb.   in   Hanau,   Sohn   des  Seidenwirkers   Carl    Philipp  Hausmann, 
erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  3.  Oktober  1827,  alt  24  Jahre.    Wird  Innungsmitglied  am  26.  Oktober  1839. 
Ist  in  der  Meisterliste  von  1867  das  letzte  Mal  genannt. 
Haussiger,  Johann  Gottlieb,  siehe  Heissig. 
Hayn,  Conrad,  siehe  Hein. 
Hayn,  Ferdinand  Traugott,  siehe  Heyn. 
Hayne  [Hayn],  siehe  Heyne. 
Hebt,  Hans,  siehe  Haupt. 

Hedelhofer,  George  Ludwig  (Hädelhofer,  Hödelhofer),  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmieds  George  Hedelhofer 
in  Ratibor,  heiratet  in  Breslau  am  30.  September  1669  Dorothea,  geb.  Kluge,  die  Witwe  des  Goldschmieds  Elias 
Heuser  (MM).  Wird  um  dieselbe  Zeit  Bürger  und  Meister.  Wohnt  auf  der  Ohlgassen  in  Johann  Burghardts 
Hause.  Stirbt  am  26.  (begr.  d.  28.)  Februar  1679,  alt  43  Jahre  10  Monate  (Elis.  u.  MM).  Seine  Witwe  Dorothea 
f  19.  XII.  1684  bei  Susanna  Hedelhoferin  auf  der  Albrechtsstrasse. 

Hedelhofer,  Jacob  (Haedelhofer,  Hödelhoferj,  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmieds  George  Hedelhofer  in  Ratibor, 
wird  in  Breslau  Ende  1664  oder  Anfang  1665  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  16.  Februar  1665  Anna,  die 
Tochter  des  Partkrämers  Nikolaus  Kurtzman  (Elis.).  Wohnt  am  Ringe  unter  den  Riemern.  Stirbt  am  15.  (21.) 
August  1690,  alt  60  Jahre  (Elis.).  Seine  Witwe  Anna  f  29.  (begr.  d.  31.)  VIII.  1710  (Elis.).  Hedelhofer  zeichnet 
iH  ligiert  in  aufrecht  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  94. 


a.  Sargschilde  der  Breslauer  Tuchscherer, 
allegorische  Gestalten,  Glaube  und  Hoff- 
emblemen, Helmdecke,  Greif,  Doppeladler 
Inschrift  und  Jahreszahl  1665.  Dm. 
—  Tuchmacher-Innung,  Breslau. 

b.  Sonnenmonstranz  des  Bischofs  Se- 
email. Auf  dem  Fusse  durchbrochene 
Donators.  Alles  farbig  emailliert.  Um 
BASTIANVS  EPVS  VRATISLAV.  Als 
umgehängte  Kette  nachträgliche  Zutat. 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.        —  Dom- 

c.  Altarleuchter,  Silber,  ein  Paar,  ab- 
Studiosus med.  Daniel  Carll  1676  gestiftet, 
hofer  diese  Leuchter  1676  in  drei  Monaten 
Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Barbarakirche, 

d.  Deckelhumpen,  Silber  mit  Vergoldung, 
goldete  Medaillons  mit  gravierten  Pro- 
und  vergoldeten  Muscheln.  Auf  dem 
sette,  ein  Alliancewappen  der  Ortlob  und 
VI  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum 

Hedelhofer,  Paul  (Haedelhofer,  Hödelhofer, 

Hutschmückers  George  Hedelhofer  in 

Meister.    Heiratet  am  14.  Juli  1626  Su- 

Volgnadt  ( Elis.).  Wohnt  auf  derOdergasse 

des  Goldschmieds  Caspar  Drogen.  Stirbt 

Seine  Witwe  Susanna  führt  die  Werkstatt 

Innungsmeistern   Schwierigkeiten  (vgl. 

d.  15.)  Mai  1640  auf  dem  Ringe  unter 
Hedelhofer,  Paul  (Haedelhofer,  Hödelhofer, 

Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Paul 

Urkunden  die  Breslauer  Schoppen,  dass 

Haus  des  Harfenisten  Krause  nach  voran- 

dieser  sich  wegen  seiner  Anforderungen 

Nr.  90.  —  Schles.  Vorz. 

ger  und  Meister.  Hei- 

Susanna,  dieTochterdes 

rieh  Vicke  (MM).  Stirbt 

gust  (2.  September)  1683, 

2  Tage  (Elis.).  Seine 

IV.  1692  (Elis.  u.  MM). 

ligiert  in  ovalem  Felde, 

könnte  sich  auch  noch 

Meisterzeichen  auf  Paul 

falls    dieses  nicht  auf 

deutet  werden  muss. 
a.  Wiege   des  Christus- 

goldung,   mit  grossen 

ner  Arbeit.    Auf  dem 

Inschrift:  „Hedvigis 

Pruschakowin  Abbatissa 

Anno  1665".  H.  20,  5cm. 

19.3X  10  cm.  Beschauz. 

Meisterz,  wie  auf  Taf. III 

lertypus.  —  Kath.  Pfarr- 


Fig.  18.  Jacob  Hedelhofer:  Altarleuchter  von  1676 


75 


Silber  mit  vergoldeten  Auflagen,  oval;  zwei 
nung,  halten  ein  Wappenschild  mit  Innungs- 
und Tuchscheren.  Rückseitig  bemalt  mit 
47X39cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz. 

bastian  von  Rostock,  Gold  mit  reichem  Maler- 
Ranken  mit  Blumen  und  das  Wappen  des 
den  oberen  Fussrand  die  Inschrift:  SE- 
Bekrönung  Pelikan  mit  seinen  Jungen.  Die 
H.  65,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI, 
schätz,  Breslau. 

gebildet  Fig.  18.  Laut  Inschrift  von  dem 
Nach  erhaltener  Rechnung  verfertigte  Hedel- 
für  200  Rtlr.  H.  96,5  cm.  Beschauz.  W 
Breslau. 

Auf  der  zylindrischen  Mantelfläche  drei  ver- 
filköpfen  zwischen  Arabesken  werk  mit  Adlern 
Deckel,  zum  Teil  verdeckt  durch  eine  Ro- 
Letsch  (?).  H.  16,5  cm.  Beschauz.  W  Typus 
für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 
Hodelhoffer),  d.  ä.,  Goldschmied,  Sohn  des 
Oppeln,  wird  1626  in  Breslau  Bürger  und 
sanna,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Hans 
beim  St.  Elisabethkirchhofe  in  dem  Hause 
am  22.  August  1633,  alt  39  Jahre  (Elis.). 
weiter  und  hat  deswegen  mit  den  übrigen 
Urk.  21  u.  22).  Sie  stirbt  am  12.  (begr. 
den  Riemern,  alt  34  Jahre  (Elis.). 
Hodelhoffer),  d.  j.,  Goldschmied,  geb.  in 
Hedelhofer  d.  ä.;  am  3.  Dezember  1655 
der  Goldschmiedgeselle  Paul  Hedelhofer  das 
gegangener  Taxe  so  gebrauchen  möge,  bis 
bezahlt  gemacht  habe  (F.  Bresl.  A.  3  Ortsch. 

VII.  484).  Wird  1661  Bür- 
ratet  am  25.  Oktober  1661 
Goldschmiedältesten  Fried- 
ais Zunftältester  am  28.  Au- 
alt  49  Jahre  23  Wochen 
Witwe  Susanna  f  19.  (23.) 
Hedelhofer  zeichnet  PH 
vgl.  Taf.  III  Nr.  89;  doch 
das  Fig.  19  abgebildete 
Hedelhofer  d.  j.  beziehen, 
Paul  Heyn  (1700—1711)  ge- 


kindleins,  Silber  mit  Ver- 
Barockblumen  in  getriebe- 
Sockel  in  Punktierung  die 
Magdalena 
Trebnicensis 
Gr.  des  Sockels 
W  Typus  VI,  Fig- 19- 
Nr. 89  u.  Kriegssteuerst.  Ad- 
kirche  St.  Barthol.,  Trebnitz. 
10* 


76 


b.  Sanduhrgehäuse,  Silber,  mit  vier  Stundengläsern,  mit  Barockblumen  in  getriebener  Arbeit.   Beschauz.  W 
Typus  VI  u.  Meisterz,  wie  Fig.  19.  —  Bernhardinkirche,  Breslau. 
Heerssig,  Johann  Gottlieb,  siehe  Heissig. 

Heffter,  Conradus,  aurifaber,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Sonnabend  vor  Oculi  (10.  März)  1425  (Bürge  ist  Mathias 
Kauder).  Von  ihm  berichtet  eine  Dominikaner-Handschrift  von  St.  Adalbert  im  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  D  24, 
fol.  96  b;  „Die  Mercurii  18  mensis  Augusti  que  fuit  dies  b.  Agapita  hora  vesperorum  vel  quasi  etc.  constitutus 
Conradus  Hefter  aurifaber  languens  corpore  sanus  tarnen  intellectu  et  racione  fecit  res  suas  vid.  vasa  argentea, 
cingulos  cum  argento  et  argentum  coram  se  portari  super  mensuram  desiderans  et  petens  easdem  res  secundum 
ordinem  conscribi  que  res  secundum  ordinem  secuntur."  Dann  folgt  ein  längeres  Verzeichnis,  darunter  werden 
genannt  cyphi,  partes  vagenarum  argentenarum,  cisticulae  parvae  cum  gemmis  preciosis  et  margaritis,  cingula 
und  eine  „scientia  argentea  nuncupata  vulgariter  silberyn  kunst."  (Die  Jahreszahl  fehlt  bei  der  Eintragung,  doch 
wahrscheinlich  von  1434).    Heffter  wird  am  20.  März  1441  im  Schöppenbuch  XIV  erwähnt. 

Heidecker,  Andres  (Heydecker),  aurifaber,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Freitag  vor  Invocavit  (23.  Februar)  1509.  Be- 
sitzt auf  der  Albrechtsstrasse  ein  Haus.  Auf  dieses  reicht  er  am  23.  Juli  1511  dem  Altaristen  Johannes  Troger 
zu  Händen  seines  Altares  in  der  St.  Maria  Magdalenenkirche  1  Mark  jähri.  Zins  (Tradb.  II.  55).  Erscheint 
1511  und  1513  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.    Stirbt  nach  1525. 

Hein,  Conrad  (Hayn),  Silberarbeiter,  geb.  am  23.  Juni  1846,  lernt  in  Breslau  bei  Carl  Julius  Gottlieb  Weiss  vom  Qu. 
Johannis  1860  bis  Weihnachten  1865,  wird  Gehilfe  am  15.  Januar  1866.  Meldet  sich  am  15.  Oktober  1878  zur 
Aufnahme  in  die  Innung  und  wird  am  9.  November  rezipiert.    Bleibt  Mitglied  bis  zum  13.  Oktober  1893. 

Hein,  Ferdinand  Traugott,  siehe  Heyn. 

Hein  [Heine],  Paul,  siehe  Heyn. 

Heine,  siehe  Heyne. 

Heiner  [Heinert],  siehe  Heyner. 

Heinke  Goltsmed,  siehe  Heynczil. 

Heinrich,  Fritz,  Goldarbeiter,  tritt  am  15.  Juli  1886  in  die  Innung  ein  und  bleibt  Mitglied  bis  zum  13.  Oktober  1893. 

Heinrich,  Just,  Goldschmiedgeselle  aus  Leipzig,  stirbt  in  Breslau  am  18.  Januar  1673,  alt  23  Jahre  (Elis.). 

Heintke,  Heinrich  Rudolph  (Heincke,  Heintcke),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Johann 
Friedrich  Gottlob  Heintke,  lernt  bei  Johann  Sigismund  Heintze,  dann  bei  Carl  Gottfried  Mehnert  von  Ostern 
1832  bis  Juli  1834.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  8.  November  1842,  alt  27  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Heintke,  Johann  Friedrich  Gottlob  (Heincke,  Heinicke,  Heintcke,  Heintky,  Hänicke),  Goldarbeiter,  lernt  bei  Christian 
Gottlieb  Mittmann  vom  Qu.  Crucis  1788  bis  Qu.  Trinitatis  1793.  Arbeitet  bei  Ferdinand  Christian  Krebs  als 
Meisterstück  eine  doppelte  Galanteriekette  aus  Gold,  wird  Meister  am  16.  Oktober  und  Bürger  am  19.  Oktober 
1798.    Stirbt  1846. 

Heintze,  Benjamin  Gottlieb  (Heinze),  Goldarbeiter,  geb.  in  Friedeberg  a.  Qu.,  Sohn  des  Schneiders  Christian  Gottlieb 
Heintze,  lernt  in  Breslau  bei  Carl  Philipp  Clauss  vom  Qu.  Johannis  1803  bis  Ostern  1809.  Erwirbt  das  Bürger- 
recht am  23.  März  1821,  alt  32  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Heintze,  Carl  Julius  (Heinze),  Goldarbeiter,  geb.  in  Friedeberg  a.  Qu.,  Sohn  des  Schneiders  Ehrenfried  Heintze 
erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  5.  Mai  1835,  alt  26  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Heintze,  Christian  (Heinze),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Gottfried  Heintze,  wird  1701 
Meister.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  28.  September  1701.  Heiratet  am  1 1.  Oktober  1701  Elisabeth,  die  Tochter  des 
Lichtziehers  Caspar  Gütter  (MM).  Ist  am  26.  II.  1711  Taufzeuge  bei  St.  Matthias.  Ist  in  der  Meisterliste  von 
1714  das  letzte  Mal  erwähnt.  Stirbt  am  10.  (begr.  d.  12.)  Juni  1732,  alt  57  Jahre  15  Wochen  (MM).  Seine 
Witwe  Elisabeth  f  15.  (begr.  d.  17.)  III.  1745  (MM).  Sein  Sohn  Johann  Benjamin,  ein  Kontrolleur,  heiratet  1745 
Anna  Rosina  Egender  (MM).  Sein  Sohn  Caspar  Christian  heiratet  am  26.  April  1747  Johanna  Eleonora  Trogisch 
(Elis.).    Heintze  zeichnet  CH  in  einem  herzförmigen  Schilde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  123. 

a.  Willkomm,  Silber,  in  der  Fig.  21  abgebildeten  Form.  Fuss,  Schaft  und  Becher  reich  profiliert,  der  Rand 
des  von  einer  römischen  Kriegerfigur  bekrönten  Deckels  weit  vorspringend.  Ganz  bedeckt  mit  Akanthus- 
rankenwerk,  Portraitmedaillons  und  mythologischen  Jagdszenen  in  getriebener  Arbeit.  Im  Innern  des 
Deckels  Inschrift  mit  den  Namen  der  Ältesten  der  Fleischer  unter  den  Geislern  vom  Jahre  1710  nebst 
Jahreszahl  1710.  Auf  der  Unterseite  des  Fusses  eine  runde  Scheibe,  graviert  mit  einer  allegorischen  Dar- 
stellung: Fiat  Lux.  Behängt  mit  zahlreichen  Widmungsschildchen.  H.  39,3  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI 
u.  Meisterz.  —  Vereinigte  Fleischer-Innung,  Breslau. 

b.  Standkreuz,  Silber  mit  Vergoldung  und  Glassteinen,  auf  dreiteiligem  Volutenfusse.  Am  Kreuze  und  am 
Fusse  Scheibeneinsätze  mit  Reliquienpartikelchen.    Mit  Wappen  des  Abtes  Arnold  Brückner  (1711  —  1717). 


77 


H.  47,8  cm.  Johanneskopf  Typus  III,  Stempelmeisterb.  A,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Sit.  -  Vincenzkirche, 
Breslau. 

c.  Rauchfass  und  Weihrauchschiffchen,  Silber,  mit  frühem  Laub-  und  Bandelwerkdekor  und  Rippung. 
Rauchfass  H.  3LJ)  cm.  Schiffchen  H.  16,4  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Stempelmeisterb.  A,  Meisterz.  u. 
Kriegssteuerst.  3w-  —  Vincenzkirche,  Breslau. 

d.  Sargschilde  der  Breslauer  Schuhmachergesellenschaft,  Silber,  mit  reicher  durchbrochener  Arbeit,  in  der 
Mitte  ein  Oval  mit  Stiefel  in  vergoldeter  Auflage.  Datiert  1711.  H.  48,4  cm.,  Br.  40,5  cm.  Johanneskopf 
Typus  IV,  Stempelmeisterb.  A  u.  Meisterz.  —  Schuhmachergesellen-Bruderschaft,  Breslau. 

e.  Deckel becher,  Silber,  auf  dem  profilierten  Standringe,  dem  oberen  und  unteren  Teile  des  konischen 
Mantels  und  am  Deckel  Ornamente  im  Laub-  und  Bandelwerkstile  auf  punziertem  Grunde.  Johanneskopf 
u.  Meisterz.  (Stempelmeisterb.  fehlt).  —  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

Heintze,  Gottfried  (Heinze,  Heyntze),  Goldschmied,  Sohn  des  Organisten  und  Stadtschreibers  Hans  Heintze  in 
Pitschen  OS.,  wird  1673  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  24.  Oktober  1673  Magdalena,  die  Tochter 
des  Platnerältesten  Andreas  Reitman  (Elis.).  Wohnt  erst  auf  der  Altbüssergasse,  dann  auf  der  Odergasse. 
Seine  Tochter  Anna  Rosina  heiratet  am  13.  Januar  1699  den  Goldschmied  Andreas  von  Nordt  (Elis.).  Seine 
Tochter  Maria  Elisabeth  heiratet  am  26.  Januar  1705  den  Goldschmied  Johann  Klinge  (Elis.).  Seine  Frau 
Magdalena  f  25.  (30.)  VI.  1707  (MM).  Er  selbst  stirbt  als  Zunftältester  am  6.  (9.,  13.)  Oktober  1707,  alt  64  Jahre 
4  Monate  (Elis.).    Heintze  zeichnet  G  H  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  99. 

a.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  silbernes  Rankenwerk  und  sechs  silberne 
Medaillons  mit  den  HH.  Christopherus,  Georg  und  Franziskus,  Daniel  in  der  Löwengrube,  der  hl.  Hedwig 
und  dem  Stifterwappen  mit  der  Umschrift:  „Ex  Legato  D.  Georgii  Danielis  Scheurings  1683".  Auf  dem 
silbernen  Kuppabelag  drei  ovale  Medaillons  mit  Christus,  der  Gottesmutter  Maria  und  dem  hl.  Antonius, 
zwischen  Rankenwerk.  Nodus  birnförmig.  H.  24  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst. 
Adlertypus.  —  Dorotheenkirche,  Breslau. 

b.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  Früchtebuketts  in  Treibarbeit.  Auf  dem  silbernen 
Kuppabelag  Barockblumen  in  durchbrochener  Arbeit.  Nodus  birnförmig.  Auf  der  Unterseite  des  Fusses  die 
Inschrift:  „R.  D.  VALENTINVS  DZIERZON  VICAR:  S.  CRVC.  WRAT:  F.  F.  Aö  1684".  H.  22,7  cm. 
Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Sfr-  —  Kreuzkirche,  Breslau. 

c.  Ciborium,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  und  dem  durchbrochenen  Silberbelag 
der  Kuppa  Engelsfiguren  mit  Leidensattributen  in  schwerem  Barocklaubwerk.  Nodus  birnförmig.  Auf  dem 
Fusse  ein  Medaillon  mit  der  Inschrift:  „Magister  Nicola'  de  Olavia  Canonicus  S.  Crucis  Vratislaviensis  me 
comparavit.  Ecclesia  vero  sie  me  reeudi  fecit  Anno  1692".  H.  37,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz, 
u.  Kriegssteuerst.         —  Kreuzkirche,  Breslau. 

d.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  in  Auflage  drei  silberne  Medaillons  mit 
Verkündigung,  Heimsuchung  und  Anbetung  des  Kindes,  dazwischen  in  silberner  Auflage  drei  geflügelte 
Engelsköpfe.  Nodus  birnförmig.  Auf  dem  silbernen  Kuppabelag  zwischen  durchbrochenem  Akanthus- 
rankenwerk  drei  Medaillons  mit  Verkündigung,  Christus  am  Ölberge  und  Geisselung.  Datiert  1694. 
H.  21,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Norberti, 
Czarnowanz  Kr.  Oppeln. 

e.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  wechseln  drei  spitzovale  Medaillons  mit  Heiligen  und 
drei  Früchtebuketts  ab.  Auf  den  Passrändern  des  Fusses  silberne  Blattranken,  zwischen  den  Einschnürungen 
kurze  vergoldete  Perlstäbe.  Nodus  birnförmig.  Auf  dem  silbernen  Kuppabelag  drei  Engel  mit  Leidens- 
attributen zwischen  Blattrankenwerk.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Mariae,  Kamenz. 

f.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  und  der  Kuppa  in  Auflage  ziemlich 
wirres  Ranken-,  Blumen-  und  Früchtewerk.  Nodus  birnförmig.  H.  22  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz, 
u.  Kriegssteuerst.  Snr.  —  Kloster  der  Ursulinerinnen,  Breslau. 

g.  Ampel,  Silber,  mit  Barockblumen  in  durchbrochener  Arbeit.  H.  39,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u. 
Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Mariae  Himmelfahrt,  Himmelwitz  Kr.  Gross-Strehlitz. 

h.  Ampel,  Silber,  ungewöhnlich  gross,  mit  Barockblumen  in  durchbrochener  Arbeit.  Die  Ketten  hängen  an 
drei  Engelsfiguren,  die  in  Voluten  ausgehen.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  -  Kath.  Pfarrkirche 
St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 

i.  Altarleuchter,  Silber,  ein  Paar,  von  dem  auf  S.  75  Fig.  18  abgebildeten  Typus.  Auf  dem  Fusse  vergoldete 
Medaillons  und  plastisch  aufgesetzte,  teilweise  vergoldete  Engelsköpfchen.  Beschauz.  W  Typus  VI  u. 
Meisterz  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 


78 


k.  Altarleuchter,  Silber,  auf  dem  runden  Fusse  Barockblumen  in  getriebener  Arbeit.  Ständer  in  Form  einer 
gedrehten  Säule.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Kath.  Pfarrkirche 
St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 

1.  Deckelhumpen,  Silber  mit  Vergoldung,  zylindrisch,  mit  kräftigem  Henkel,  auf  drei  Schwänen  ruhend,  von 
deren  geöffneten  Flügeln  aus  silbernes  Blattwerk  in  durchbrochener  Arbeit  mit  je  einem  vergoldeten  Porträt- 
medaillon die  vergoldete  Mantelfläche  überzieht.    Zwischen  diesem  Belag  leicht  gravierte  Früchtebuketts. 
Auf  dem  Deckel  in  Auflage  ein  Kranz  von  durchbrochenem  Blattwerk  mit  Porträtmedaillons.    Als  Deckel- 
bekrönung ein  Schwan,  auf  dem  ein  Putto  reitet.     H.  27  cm.    Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  zwei 
niederländische  (?)  Einfuhrstempel.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau, 
m.  Pokal,  Silber  mit  Vergoldung,  mit  Horizontalprofilierungen  und  weit  über  den  Lippenrand  vortretendem 
Deckel,  mit  Dekoration  in  Flachrelief.    H.  39  cm.    Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.   —  Baron  Nathanael 
v.  Rothschild,  Wien  (nach  Rosenberg  Nr.  471»). 
n.  Kanne,  Silber  mit  Vergoldung,  der  zylindrische  Mantel  mit  figuraler  Treibarbeit  auf  Futter  gesetzt,  mit 
Wappen,  Initialen  und  Inschriften.    H.  22,3  cm.    Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —   P.  A.  Kotschubey, 
St.  Petersburg  (nach  Rosenberg  Nr.  471 b). 
o.  Deckelhumpen,  Silber  mit  Vergoldung,    mit  Darstellung  einer  Türkenschlacht  in  getriebener  Arbeit. 
Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Baron  Friedrich  v.  Wrangell,  Reval  (nach  Buchholtz,  Goldschmiede- 
arbeiten in  Livland,  Estland  und  Kurland  (Lübeck  1892),  beschr.  S.  22  Nr.  66,  abgeb.  Taf.  XXIII  Nr.  66). 
p.  Tischservice,  Silber,  bestehend  aus  a.  zwölf  Schüsseln,  zum  Teil  mit  vergoldeten  Rändern,  in  der  Mitte 
jedesmal  ein  Kranz  mit  Wappen  und  drei  Kreuzen,  umstellt  von  den  Buchstaben  K  B  H,  b.  einem  Salzfass 
auf  vergoldeten  Kugelfüssen,    c.  vier  vierkantigen  Fläschchen  mit  Schraubdeckeln.     Beschauz.  W  Typus  VI 
(bei  c  Johanneskopf)  u.  Meisterz.  —  Staatsmuseum,  Moskau  (nach  Schles.  Vorz.  N.  F.  Bd.  III  S.  161). 
Heintze,  Johann  Gottlieb  Julius  (Heinze),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Johann  Sigismund 
Heintze,  lernt  bei  seinem  Vater  von  Weihnachten  1818  bis  Ostern  1823.     Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  27.  No- 
vember 1832,  alt  27  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied.    Sein  Name  ist  am  20.  November  1839  im  Bürger- 
buche gestrichen  worden. 

Heintze,  Johann  Sigismund  (Heinze),  Goldarbeiter,  geb.  1777  (?)  in  Friedeberg  a.  Q.,  Sohn  des  Schneiders  Christian 
Gottlieb  Heintze,  lernt  in  Breslau  bei  Benjamin  Ephraim  Zölffel  vom  Qu.  Crucis  1791  bis  Qu.  Trinitatis  1798. 
Arbeitet  bei  Samuel  Christoph  Thun  als  Meisterstück  ein  Paar  Ohrgehänge  mit  ä  jour  gefassten  Brillanten,  wird 
Meister  am  26.  April  1805.  Heiratet  am  27.  Januar  1806  Anna  Rosina,  die  Tochter  des  Häuslers  Andreas  in 
Görrisseiffen,  Kreis  Löwenberg  (Elis.).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  31.  Juli  1806.  Ist  von  1830  bis  1832  Stadt- 
verordneter.   Stirbt  am  31.  August  1832. 

Heiser  [Heisser],  Elias,  siehe  Heuser. 

Heissig,  Johann  Gottlieb  (Heissich,  Heyssig,  Heussig,  Heusich,  Heerssig,  Haussiger,  Häussig,  Häussiger),  Gold- 
arbeiter, Sohn  des  Johann  Caspar  Heissig,  Erbbesitzers  des  Gutes  Tschauchelwitz  bei  Breslau,  meldet  sich 
am  7.  März  1752  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann  David  Kriebel  einen  Placker  und  einen  Ring,  wird  Meister 
am  17.  August  und  Bürger  am  18.  September  1752.  Heiratet  am  4.  Februar  1755  Susanna  Barbara,  die  Tochter 
des  Handelsmannes  Melchior  Seiler  in  Wüstewaltersdorf  (Elis.).  Ist  am  13.  Mai  1763  Taufzeuge  auf  dem  Dom. 
Ist  in  der  Meisterliste  von  1768  zum  letzten  Male  erwähnt.  Seine  Witwe  (?)  Susanna  Barbara  f  14.  (begr.  d.  17.) 
XI.  1778  (Elis.).  Ein  Goldarbeiter  namens  Johann  Gottlieb  Heissig  stirbt  im  Allerheiligenhospital  am  24.  (begr. 
d.  26.)  Juli  1800,  alt  75  Jahre  (Elis.). 

Helias  Goltsmed,  siehe  Helyas  de  Brunswig. 

Heller,  Johann,  Goldschmied  auf  dem  Sande,  wird  1739  am  Dom  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 

Hellmich,  Johann  Christian,  ein  gewesener  Goldschmied,  stirbt  in  Breslau  am  5.  April  1746,  alt  50  Jahre. 

Hellwig,  Christian  (Helwig,  Hellwieg,  Hellwich),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Ziergärtners  Christoph 

Hellwig,  arbeitet  bei  Thomas  Kuntze  als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am 

6.  März  und  Bürger  am  5.  Mai  1724.     Heiratet  am  15.  Mai  1724  Eleonora,  die  Tochter  des  f  Goldschmieds 

Andreas  Scholtz  (MM).    Stirbt  1745. 
Helm,  Adolph,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Johann  Friedrich  Gottlob  Helm,  lernt  bei 

Johann  Jacob  Hacker  von  Michaelis  1831—1836.     Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  7.  Dezember  1841,  alt  25  Jahre. 

Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Helm,  Gustav,  Juwelier,  geb.  in  Breslau  am  3.  August  1852,  Sohn  des  Goldarbeiters  Adolph  Helm,  tritt  am  1.  Oktober 
1867  bei  seinem  Stiefvater,  dem  Goldarbeiter  Julius  Büttner  in  die  Lehre,  wird  nach  dem  Tode  Büttners  am 
17.  Juli  1871  durch  die  Innung  freigesprochen.    Meldet  sich  am  15.  Oktober  1878  zur  Aufnahme  in  die  Innung 


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und  wird  am  9.  November  rezipiert.  Gründet  1880  mit  dem  Kaufmann  Julius  Gräfe  eine  Fabrik  für  Goldwaren. 
Scheidet  am  2.  Februar  1892  aus  dem  Innungsverbande.    Stirbt  am  8.  September  1904. 

Helm,  Johann  Friedrich  Gottlob,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Christian  Heinrich  Daniel  Jaeckel  vom  Qu. 
Trinitatis  1792  bis  Qu.  Reminiscere  1798.  Arbeitet  bei  Johann  Bernhard  Hoensch  als  Meisterstück  einen  Hals- 
schmuck mit  Brillanten  und  Filigranarbeit,  wird  Meister  am  3.  Oktober  und  Bürger  am  29.  Oktober  1805.  Wird 
1820  Coffetier.   Stirbt  1849. 

Helyas  Goltsmed,  siehe  Helyas  de  Brunswig. 

Hempel,  Johann  Ernst  Traugott,  Goldarbeiter,  geb.  in  Wohlau,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  24.  Januar  1843, 

alt  26  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Hene  [Henne],  siehe  Heyne. 
Henkin  Goltsmed,  siehe  Heynczil. 
Hennig,  Caspar,  siehe  Caspar  Wehpusch. 

Hennig,  Merten  (Hennigk),  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Freitag  vor  Invocavit  (6.  März)  1500.  Heiratet 
vorher  [Margareta,  die  Tochter  des  Breslauer  Goldschmieds  Peter  Francke.  Stirbt  um  1506.  Seine  Witwe 
Margareta  heiratet  den  Goldschmied  Hans  Krafftczober. 

Henning,  Johannes  Baptista,  Goldschmiedgeselle  von  Augsburg,  stirbt  in  Breslau  am  17.  September  1687,  alt  21  Jahre. 

Hennyke,  aurifaber,  erscheint  1389  in  der  Geschworenenliste  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior,  ist  identisch  mit  ? 
(Heynczil  Goltsmit?). 

Hennyng,  aurifaber,  siehe  Henningus  Wehpusch. 

Hentrich,  Johann  Friedrich  Adolph,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Zimmerergesellen  Christian  Hentrich, 
erwirbt  das  Bürgerrecht  am  27.  Februar  1846,  alt  25  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Hentschel,  Benjamin  (Henschel,  Haentschel,  Haenschel),  Silberarbeiter,  verfertigt  als  Stückarbeiter  einen  Pokal  nebst 
Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  29.  Januar  und  Bürger  am  23.  April  1732.  Seine  Tochter  Anna  Magdalena 
heiratet  am  19.  Juli  1763  den  Gürtlerältesten  Tobias  Schleicher;  Trauzeuge  ist  der  Silberstecher  Johann  Samuel 
Winckler  (MM).  Seine  Frau  Susanna,  geb.  Scholtz  (Schultze),  t  28.  (begr.  d.  31.)  I.  1771  (MM).  Er  selbst  stirbt 
in  dürftigen  Verhältnissen  am  13.  (oder  14..  begr.  d.  16.)  April  1774,  alt  72  Jahre  11  Monate  (MM).  Hentschel 
zeichnet  B  H  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  147. 

a.  Willkommpokai  der  Tuchmachergesellen  in  der  Neustadt-Breslau,  Silber,  auf  dem  reich  profilierten  Fusse, 
Schafte,  Becher  und  Deckel  Laub-  und  Bandelwerkdekor  in  Treibarbeit  und  Gravierung.  Auf  dem  Deckel- 
rande eine  Inschrift  und  die  Jahreszahl  1733.  Behangen  mit  Schaustücken  und  Münzen.  H.  29,3  cm. 
Johanneskopf  Typus  X,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und 
Altertümer,  Breslau  (Vermächtnis  Epstein). 

b.  Becher,  Silber,  konisch,  am  oberen  und  unteren  Rande  Friese  im  Laub-  und  Bändel werkstil,  dazwischen  das 
Wappen  der  Tuchmacher  in  Gravierung.  Laut  Inschrift  aus  dem  Besitze  der  Tuchmacher-Innung  in  der 
Neustadt-Breslau.  Datiert  1735.  H.  9,1  cm.  Johanneskopf  Typus  X,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz. 
—  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vermächtnis  Epstein). 

c.  Altarleuchter,  Silber,  in  der  auf  S.  75  Fig.  18  abgebildeten  Form.  Datiert  1737.  Johanneskopf,  Stempel- 
meisterb. D  u.  Meisterz.  —  Domschatz,  Breslau. 

d.  Schüssel  mit  Messkännchen,  Silber,  profiliert.  Johanneskopf  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  D.  u. 
Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Petri  et  Pauli,  Ohlau. 

e  Tischleuchter,  Silber,  ein  Paar,  zweiarmig,  in  Rokokoformen.  H.  25,5  cm.  Johanneskopf  Typus  XII, 
Stempelmeisterb.  F,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.      .  —  Kgl.  Matthiasgymnasium,  Breslau. 

f.  Leuchter,  Silber,  zweiarmig,  mit  Rokokodekor  in  getriebener  Arbeit.  Datiert  1763.  Johanneskopf  TypusXIlI, 
Stempelmeisterb.  G  Typus  II  u.  Meisterz.  —  Elisabethkirche,  Breslau. 

g.  Altarkreuz,  datiert  1765.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II  u.  Meisterz.  •  -  Evang. 
Pfarrkirche,  Zduny  Prov.  Posen  (nach  J.  Kohte,  Kunstdenkmäler  d.  Prov.  Posen,  Bd.  I  S.  132). 

h.  Leuchter,  Silber,  zweiarmig,  in  Rokokoformen.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II  u. 
Meisterz.  —  Evang.  Pfarrkirche  St.  Nicolai,  Brieg. 

i.  Leuchter,  Silber,  ein  Paar.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II  u.  Meisterz.  —  Baron  R.  v.  Walters- 
kirchen, Wien  (nach  Rosenberg  Nr.  482). 

Hentschel,  Löbel,  Juwelenhändler,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  13.  November  1809. 

Hentschke,  George,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Bürgers  Matthes  Hentschke,  sucht  1618  die  Bestallung 
als  Hofgoldarbeiter  in  Brieg  nach  iSchles.  Vorz.  VII.  490).  Heiratet  in  Breslau  am  11.  Dezember  1618  als 
fürstl.  Brieg.  Hofgoldschmied  Anna,  die  Tochter  des  f  Handelsmannes  Martin  Roter  (Elis.  u.  MM). 


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Hept,  Hans,  siehe  Haupt. 

Herdwig  [Herdtwieg],  Valten,  siehe  Hertwig. 

Herman  Goltsmed,  wird  erwähnt  am  11.  Januar  1288  als  Besitzer  des  Vorwerkes  Smedeveld  bei  Lesnicz  (Lissa)  in 
der  Nähe  von  Breslau.  Nach  ihm  soll  der  Ort  den  Namen  Goldschmieden  (urkundlich  seit  1353  nachweisbar) 
erhalten  haben  (Stenzel,  Gesch.  Schlesiens,  I.  309,  311.  —  Codex  diplom.  Silesiae,  VII 3,  109). 

Herman,  Gregor  [George],  Goldschmied  von  Landshut,  am  3.  Dezember  1613  stirbt  in  Breslau  seine  Witwe 
Ursula  (Elis.). 

Heroldt,  Gottlieb  [Johann  Gottfried],  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schusters  Heinrich  Heroldt,  arbeitet 
bei  Heinrich  August  Joel  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel.  Wird  Meister  am  1.  März  und 
Bürger  am  17.  Juli  1734.  Heiratet  am  25.  Januar  1745  Maria  Elisabeth,  die  Tochter  des  f  Hausmeisters  Christian 
Wiedemann  (MM).  Stirbt  am  14.  Juni  (13.  Juli)  1746,  alt  40  Jahre  2  Monate  17  Tage  (MM).  Seine  Witwe 
heiratet  am  6.  Mai  1749  den  Reichkrämer  George  Samuel  Frantz  (MM). 

Heroldt,  Joachim,  Goldschmiedgeselle  aus  Heiligensee  im  Glogauischen,  stirbt  in  Breslau  am  21.  (begr.  d.  23.)  Mai 
1630,  alt  etliche  30  Jahre  (Elis.  u.  MM),  hat  bei  Sebastian  Fesch  d.j.  auf  der  Albrechtsstrasse  in  Arbeit  gestanden. 

Herrmann,  Johann  Carl  Moritz,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  25.  Januar  1818,  Sohn  des  Goldarbeiters  Johann 
Gottlieb  Herrmann,  lernt  bei  seinem  Vater  von  Ostern  1833—1837.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  19.  Januar  1844. 
Meldet  sich  am  5.  Juli  1850  zur  Aufnahme  in  die  Innung  und  wird  am  8.  Oktober  1850  als  Mitglied  ein- 
geschrieben.   Ist  von  1861—1869  Obermeister.    Stirbt  am  18.  Februar  1890.    Herrmann  zeichnet:  J.  G.  Herrmann. 

Herrmann,  Johann  Christoph,  Goldschmied  und  Mitwohner,  am  23.  (begr.  d.  25.)  April  1776  stirbt  seine  Witwe 
Rosina  Dorothea,  geb.  Feistel  (MM). 

Herrmann,  Johann  Gottlieb  [Gottlob],  Goldarbeiter,  geb.  am  3.  Juni  1776,  Sohn  des  Garnhändlers  Johann  Christoph 
Herrmann  in  Künsdorf  bei  Nimptsch,  lernt  in  Breslau  bei  Christian  Gottlieb  Mittmann  vom  Qu.  Trinitatis  1791 
bis  Qu.  Reminiscere  1797.  Arbeitet  bei  Johann  Bernhard  Hoensch  als  Meisterstück  eine  Halskette  in  Filigran- 
arbeit, wird  Meister  am  9.  (19.)  Mai  und  Bürger  am  7.  Juni  1804.  Heiratet  am  19.  Mai  1808  Johanna  Carolina 
Wilhelmina,  die  Tochter  des  Kretschmers  Johann  Gottlieb  Giesel  (Elis.).  Ist  1825  Ältester  der  Schiesswerder- 
schützen und  erhält  neben  dem  Schuhmachermeister  Reiss  die  Aufsicht  über  den  am  20.  Februar  1825  beschlossenen 
Neubau  des  Hauptgebäudes  der  Breslauer  Schiesswerderschützen.  Beim  Königsschiessen  des  Jahres  1841  schenkt 
Herrmann  ein  aus  dem  Besitze  der  Schützen  stammendes  Medaillon  von  1726  mit  einem  Emailbildnis  des 
G.  Ledig  der  Brüderschaft  zurück  (Roland,  Schiesswerderbuch  S.  12—15).  Seine  Frau  f  l847-  Er  selbst  stirbt 
am  13.  August  1849. 

Herting,  Hans,  siehe  H artig. 

Hertwig,  Valten  (Herdwig,  Herttwigk,  Herdtwieg,  Hartwig),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Gräupners 
Christoph  Hertwig,  heiratet  als  Geselle  Septuagesima  1596  Susanna,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Hans 
Müller  (Elis.).  Wird  in  demselben  Jahre  Bürger  und  Meister.  Hat  mit  dem  Zunftältesten  Hans  Schoenau  und 
später  mit  allen  Ältesten  des  Mittels  Streitigkeiten,  die  am  29.  Januar  1602  und  am  8.  Oktober  1603  durch  die 
Ratmannen  geschlichtet  werden.  Tadelt  unbefugter  Weise  „mit  ganz  beschwerlichen  und  ehrenrührigen  Worten" 
vor  den  versammelten  Innungsmitgliedern  das  Meisterstück  des  alten  Christoph  Stimmel;  deswegen  wird  er  am 
14.  Februar  1606  von  den  Ratmannen  mit  Gefängnis  bestraft.  Am  9.  November  1607  muss  er  vor  dem  Rate 
geloben,  „sich  auf  negstkunfftiges  quartal  in  daß  erbare  mittel  der  goltschmide  vnerfodert  einzustellen,  waß  er 
schuldig  ist  zuerlegen,  sich  in  allem  vnd  iedem  der  zechen  brauch  gemeß  zuerzeigen  vnd  wegen  deß  offenen 
ladenß,  ob  etwaß  bei  dem  mittel  zuerhalten,  gnade  zusuchen."  (Lib.  definit.  IV.  125b,  142b— 143*,  161b— 163* 
183b).    Hertwig  stirbt  am  8.  Oktober  1611,  alt  50  Jahre  (Elis.).    Seine  Witwe  Susanna  f  15.  VIII.  1613. 

Hesse,  Jeremias,  Goldschmied  in  der  Neustadt-Breslau,  am  14.  Dezember  1642  stirbt  sein  Sohn  Jeremias. 

Heugel,  Steffan  (Heugel!  ,  Goldschmied,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  21.  Februar  1561,  wird  um  dieselbe 
Zeit  Meister.    Stirbt  um  1594. 

Heune,  Paul,  siehe  Heyn. 

Heupt  [Heubt],  Hans,  siehe  Haupt. 

Heuser,  Daniel  (Häuser,  Häusslerj,  Goldschmiedgeselle  und  Mitwohner  auf  dem  Elbing,  am  25.  (begr.  d.  27.)  Juni 
1696  stirbt  seine  hinterlassene  Tochter  Maria  (MM). 

Heuser,  Elias  (Heusser,  Häuser,  Heiser,  Heisser),  Goldschmied,  Sohn  des  Kürschners  Daniel  Heuser  in  Leob- 
schütz  OS.,  wird  1661  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  18.  Oktober  1661  Dorothea,  die  Tochter  des 
Brauers  Martin  Kluge  (MM).  Wohnt  am  Ringe  bei  der  „Gulden  Krone."  Stirbt  am  23.  (24.)  Mai  1667,  alt 
41  Jahre  7  Monate  1  Tag  (Elis.).  Seine  Witwe  Dorothea  heiratet  am  30.  September  1669  den  Goldschmied 
George  Ludwig  Hedelhofer  (MM).    Heuser  zeichnet  E  H  ligiert  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  90. 


a.  Sargschilde  der  Breslauer  Kürschnermeister,  Silber 
mit  Vergoldung,  rund,  zwei  Löwen  halten  einen  Schild 
mit  dem  Wappen  der  Kürschnerzunft,  darüber  ein 
Engel,  alles  in  getriebener  Arbeit.  Datiert  1662.  Dm. 
46  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Kürschner- 
Innung,  Breslau. 

b.  Abendmahlskannen,  Silber  mit  wenig  Vergoldung, 
ein  Paar,  ohne  Dekor.  Auf  dem  Boden  Gewichts- 
angaben: 5  Mk.  8  lot.  Datiert  1663.  Beschauz.  W  Typus 
VI  u.  Meisterz.      Ev.  Pfarrkirche  St.  Michaelis,  Strehlen. 

c.  Oblatenbüchse,  Silber,  auf  dem  zylindrischen  Mantel 
drei  hell  vergoldete  Reifen.  Auf  dem  Deckel  als  Knopf 
ein  Zapfen.  Auf  dem  Boden  die  gravierte  Inschrift: 
„Strällische  Kirchenschahtel  wigt  24  lot  2  q.  Ao.  1663." 
H.  12,2  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  — 
Evang.  Pfarrkirche  St.  Michaelis,  Strehlen. 

Heusich  [Heussig],  Johann  Gottlieb,  siehe  Heissig. 
Heussler,  Gregor,  Goldschmied,  am  3./ 10.  März  1600  stirbt        F'g.  20.  Augustin  Heyne  d.  m.:  Deckelkanne 
sein  Sohn  Hans. 

Heyde,  Andreas,  gewesener  Goldschmied  von  Dresden,  stirbt  in  Breslau  am  6.  (8.)  Januar  1736,  alt  40  Jahre  (Elis.). 
Heydeck,  Johann  Heinrich,  Goldschmied  von  Naumburg,  stirbt  in  Breslau  am  25.  (27.)  Januar  1741,  alt  56  Jahre. 
Heydecker,  Andreas,  siehe  Heidecker. 

Heyn,  Ferdinand  Traugott  (Hein,  Hayn),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Christian  Ferdinand  Kretschmer  vom 
16.  September  1779  bis  10.  Juni  1784.  Arbeitet  bei  Johann  Ernst  Braungart  als  Meisterstück  eine  Haarnadel  mit 
Rauten,  wird  Meister  am  26.  April  und  Bürger  am  17.  Juli  1792.  Ist  in  der  Meisterliste  von  1796  das  letzte  Mal 
erwähnt. 

Heyn,  Paul  (Hein,  Heine,  Hen,  Heune,  Höne),  Goldschmied,  Sohn  des  Erbsassen  Matthias  Heyn  in  Rösnitz  bei 
Leobschütz  OS.,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  4.  August  1700,  wird  in  demselben  Jahre  Meister.  Heiratet 
am  20.  September  1700  Martha,  die  Tochter  des  Schönfärbers  Michael  Bartsch  (Elis.).  Stirbt  am  24.  (begr.  d. 
27.)  September  1711  (MM).  Seine  Witwe  Martha  f  14.  (begr.  d.  16.)  I.  1757,  alt  74  Jahre  (Elis.).  Wegen  des 
Meisterzeichens  von  Paul  Heyn  siehe  Paul  Hedelhofer  d.  j. 

Heyncze,  Frenczel,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Sonnabend  nach  Michaelis  (2.  Oktober)  1423. 

Heynczil  Goltsmit  (Heinczil  Goltsmit,  Henkinus  aurifaber,  Henkin  Goltsmed,  Heynke,  Heinke  Goltsmed),  aurifaber; 
am  Freitag  nach  Walpurgis  (2.  Mai)  1348  verkauft  Hedwig,  die  Jacobinne  von  Kamencz  dem  Henkin  Goltsmed 
das  Erbe  auf  der  St.  Albrechtsgasse  bei  dem  Erbe  der  Katharina  Peter  Glesilinne  (Schöppenb.  I.  79  b).  Heynczil 
Goltsmit  ernennt  1350  für  den  Fall  seines  Todes  seiner  Frau  und  seinem  Kinde  Vormünder  (Schöppenb.  I.  165). 
Heynke  Goltsmed  kauft  1351  von  seiner  Schwiegermutter  Katharina  Jenynne  den  Hof  bei  Nickil  von  Reichenbach 
(Schöppenb.  I.  174 b).  Heynczil  Goltsmit  verkauft  1351  zwei  Grundstücke  und  einen  Kram  (Schöppenb.  I.  176'\ 
181,  184b).  Heynczil  aurifaber  ist  1353  Schöppe  (Cod.  dipl.  Silesiae  XI.  14  u.  103).  Henkinus  aurifaber  ist  1369, 
1373,  1388  Bürge.  Materne  Rempil  verreicht  1394  Katharina,  der  Witwe  Heynke  Goltsmedis  sein  Erbe  bei  dem 
Heiligen  Geist  und  ausserdem  4  Mk.  jährl.  Zins  auf  sein  Erbe,  das  zuvor  Heynken  gewesen  ist,  zu  ihren  Lebe- 
tagen (Schöppenb.  VII.  146,  147). 

Heyne,  Augustin  (Heine,  Heyn,  Hein,  Haine,  Hain,  Hayne,  Hayn,  Hene,  Henne,  Hehne,  Höhne),  d.  ä.,  Goldschmied, 
wird  Bürger  am  25.  Februar  1542  und  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Seine  Tochter  Margareta  heiratet  am  4.  Februar 
1567  den  Schneider  Paul  Ebert  (MM).  Heyne  stirbt  um  1573.  Seine  Tochter  Martha  heiratet  am  10.  November 
1578  den  Nicolaus  Steinberger,  Rector  zu  St.  Elisabeth  (MM). 

Heyne,  Augustin  (Heine  etc.,  siehe  Augustin  Heyne  d.  ä.),  d.  m.,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Gold- 
schmieds Augustin  Heyne  d.  ä.,  heiratet  als  Geselle  am  3.  Dezember  1571  Katharina,  die  Tochter  des  f  Zucker- 
machers Hans  Kolman  (MM).  Wird  Meister  Ende  Dezember  1571  oder  im  Januar  1572.  Erwirbt  das  Bürger- 
recht am  22.  Februar  1572.  Wohnt  auf  der  Altbüssergasse.  Seine  Tochter  Maria  (getauft  d.  11.  VIII.  1578) 
heiratet  am  21.  Mai  1601  den  Goldschmied  Emanuel  Boy  (MM).  Heyne  stirbt,  nachdem  er  ins  zehnte  Jahr  Zunft- 
ältester gewesen,  am  8.  November  1601,  alt  58  Jahre  (Elis.).  Seine  Tochter  Katharina  heiratet  am  31.  August  1610 
den  Goldschmied  Daniel  Petzold  (MM).  Seine  Witwe  Katharina  t  13.  VIII.  1614  (Elis.).  Heyne  d.  m.  zeichnet  A H 
ligiert  in  rundem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  57. 

11 


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a.  Deckelkanne,  Silber  mit  Vergoldung,  abgebildet  Fig.  20.  Um  1599.  H.  13,6  cm.  Beschauz.  W  Typus  III 
u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (früher  Slg.  Fürth  in  Mainz). 

b.  Deckelkanne  mit  Schnauze,  Silber  mit  Vergoldung.  „Die  von  den  herzförmigen  Buckeln  umschlossenen, 
glatten  Felder  sind  durch  eingravierte  Wappenschilder  mit  Hehn  und  Helmdecke,  jedoch  ohne  Wappen  ver- 
ziert; Henkel  mit  Masken  und  Perlen;  auf  dem  Deckel  ein  gegliederter  Knopf.  Gefäss  schwach  zulaufend." 
H.  21  cm,  ob.  Dm.  11,2  cm,  unterer  Dm.  15  cm.    Beschauz.  W,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  FW  (wie  Fig.  9b). 

-  Altstädtische  Kirche,  Königsberg  (nach  E.  v.  Czihak,  Die  Edelschmiedekunst  früherer  Zeiten  in  Preussen, 
S.  69  Nr.  7  [dort  fälschlich  dem  Hans  Volgnadt  zugewiesen].  —  Abgebildet  bei  A.  Boetticher,  Die  Bau-  und 
Kunstdenkmäler  der  Provinz  Ostpreussen,  Bd.  VII,  197,  Fig.  138). 

c.  Weinkanne.  Beschauz.  W  u.  Meisterz.  —  Altstädtische  evang.  Pfarrkirche,  Fraustadt  Prov.  Posen  (nach 
J.  Kohte,  Kunstdenkmäler  der  Provinz  Posen,  Bd.  I  S.  131). 

d.  Stand  kreuz,  Silber,  in  archaisierender  Gotik,  auf  der  Vorderseite  Heilige,  die  die  Madonna  mit  dem  Kinde 
umgeben,  auf  der  Rückseite  die  Evangelistensymbole  in  Gravierung.  Der  Untersatz  mit  Blumen  besetzt. 
H.  28  cm.    Beschauz.  W,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Stfr.  —  Kreuzkirche,  Breslau. 

Heyne,  Augustin  (Heine  etc.),  d.  j.,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Augustin  Heyne  d.  m., 
wird  1602  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  5.  November  1602  Margareta,  die  Tochter  des  Kirchschaffers 
Balthasar  Thieme  (MM).  Wohnt  auf  der  Odergasse  in  seinem  eigenen  Hause.  Seine  Frau  Margareta  f  7.  VII. 
1630  (Elis.).  Er  selbst  stirbt  am  5.  (6.)  Oktober  1631  an  Auszehrung,  alt  58  Jahre  (Elis.).  Seine  Tochter  Katharina 
heiratet  am  14.  November  1639  den  Ratswasserzöllner  Christoph  Meuer  (MM).  Heyne  d.  j.  zeichnet  AH  in  recht- 
eckigem Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  71. 

a.  Deckelkanne,  Silber  mit  Vergoldung,  mit  figürlichem  Henkel  und  Deckeldrücker.  Mantel  gebuckelt  und 
fazettiert.  Auf  den  silbernen  sechs  Fazettenflächen  in  Gravierung  Bildnisse  beliebter  Helden  der  mittelalter- 
lichen Ikonographie:  Josue  Dux,  David  Rex,  Judas  Maehabus,  Hector  Trojanus,  Artus  Rex  und  Carolus  Magnus. 
Datiert  1619.  H.  16,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  IV,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Schlesisches 
Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Stammt  aus  der  evang.  Pfarrkirche  in  Haynau). 

b.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  Christus  am  Kreuze  mit  Maria  und  Johannes,  zwei 
Wappen,  zwei  Engelsköpfe  und  ein  Früchtebündel,  am  Kuppabelag  Engelsköpfe  und  Renaissance-Rollwerk 
in  getriebener  Arbeit.    Beschauz.  W  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Petri  et  Pauli,  Namslau. 

Heyne,  Friedrich  (Heine),  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmieds  Augustin  Heine  d.  ä.,  lässt  sich  zu  Altenburg  in 
Sachsen  als  Meister  nieder,  stirbt  daselbst  am  18.  Juli  1611  (in  Breslau  abgekündigt  bei  Elis.  u.  MM). 

Heyne,  Georg  [Jorge],  aurifaber,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Montag  vor  Michaelis  (25.  September)  1441.  Wohnt  am 
Ringe  in  seinem  eigenen  Hause  zwischen  Gerischer  und  Paulus  Weygandt.  Ist  1449  Zunftsenior.  Stirbt  1451. 
Stiftet  für  den  Altar  des  heiligen  Kreuzes  in  der  St.  Nicolaikirche  in  Brieg  und  für  den  Altar  der  Goldschmiede  in 
der  St.  Maria  Magdalenenkirche  in  Breslau  Messstipendien.  Die  zweite  Fundation  kommt  erst  1468  nach  dem 
Tode  der  Witwe  des  Georg  Heyne  zur  Erledigung  (vgl.  Urk.  11).  Barbara,  die  Witwe  des  Georg  Heyne,  ver- 
reicht den  Ältesten  der  Goldschmiede  ihr  Haus  unter  den  Huterlauben.  Dasselbe  Haus  reicht  sie  1461  dem 
Goldschmiede  Lorencz  Cretsmer. 

Heyne,  Hans  (Heine,  Hein,  Heen,  Hene  etc.),  Goldschmied,  Sohn  des  Breslauer  Goldschmieds  Augustin  Heyne  d.  ä., 
wird  1591  Bürger  und  Meister.  Heiratet  nach  dem  am  5.  Mai  erfolgten  Aufgebot  am  14.  Mai  1591  Ursula,  geb. 
Seiffert,  die  Witwe  des  Goldschmieds  Abraham  Arnolt  (MM).  Wohnt  auf  der  Olischen  Gasse,  später  auf  der 
Altbüssergasse.  Kommt  1598  den  Meistern  seines  Gewerkes  „mit  gancz  beschwerlichen  worten  vnndt  auflagen  czue 
nahendt",  deshalb  wird  von  den  Ratmannen  „mit  gefenglicher  hafft  gegen  ihme  vorfahren"  (Lib.  definit.  IV.  83, 
85 a).  Heyne  stirbt  am  19.  September  1615  nach  langwieriger  Krankheit,  alt  52  Jahre  (Elis.).  Seine  Witwe  Ursula 
t  4.  X.  1633  (Elis.). 

Heyne,  Paul,  siehe  Heyn. 

Heyne,  Samuel  Gottlieb  (Heyn,  Hayn),  Goldschmied,  wird  Meister  im  Februar  und  Bürger  am  31.  Juli  1734.  Stirbt 
am  10.  Februar  1737,  alt  32  Jahre  2  Wochen. 

Heyne,  Thomas  (Heine,  Henne  etc.),  Goldschmied,  Sohn  des  kurfürstl.  u.  markgräfl.  Zollverwalters  Georg  Heyne, 
heiratet  am  1.  Februar  1598  Katharina,  die  Tochter  des  Bartel  Fischer  (Elis.  u.  MM).  Wird  in  Glogau  Bürger 
und  Meister.  Daselbst  stirbt  seine  Frau  Katharina  am  5.  März  1617  (Elis.).  Er  selbst  wird  noch  1623  in  den 
Akten  der  Glogauer  Goldschmiede-Innung  erwähnt. 

Heyner,  Gottfried  (Heynert,  Heiner,  Heinert,  Hoyner),  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmieds  Zacharias  Heyner  in 
Lüben,  wird  1682  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  27.  Oktober  1682  Maria  Elisabeth,  die  Tochter 
des  f  Schneiders  Christoph  Girschner  [Schwester  des  Goldschmieds  Johann  George  Girschner?]  (MM).  Seine 


83 


Tochter  Rosina  Elisabeth  heiratet  am  30.  Januar 
1714  den  Goldschmied  Johann  Okrusch  (MM). 
Heyner  wird  durch  diese  Heirat  mütterlicherseits 
ein  Vorfahre  des  Malers  Adolf  von  Menzel  (geb. 
8.  XII.  1815;  MM).  Sein  Sohn  Gottfried  Wilhelm 
heiratet  am  18.  Mai  1716  Maria  Elisabeth, 
die  Tochter  desf  Apothekers  Johann  Hildebrand 
(MM).  Heyner  stirbt  als  Zunftältester  am  11.(15.) 
November  1716  (MM).  Seine  Tochter  Susanna 
Eleonora  heiratet  am  8.  August  1719  den  Gold- 
schmied David  Hammer  (MM).  Seine  Witwe 
Maria  Elisabeth  f  15.(20.)  IV.  1727  (MM).  Dem 
Goldschmiede  Heyner  dürfte  das  auf  Taf.  IV 
Nr.  105  wiedergegebene  Meisterzeichen  FGH 
in  einem  dreipassigen  Blatte  zuzuweisen  sein, 
obwohl  das  „F"  (==  Fecit?)  hierbei  keine  Er- 
klärungfindet; doch  in  der  vollständigen  Meister- 
liste von  1709  findet  sich  kein  Goldschmied, 
auf  dessen  Namen  die  Initialen  FGH  besser 
passen.  Vielleicht  wählte  Heyner  das  Meister- 
zeichen FGH  zum  Unterschiede  von  seinem 
älteren  Zunftgenossen  Gottfried  Heintze,  der 
nur  GH  stempelt. 

a.  Schale,  Silber  vergoldet,  die  durch  einen 
Zwerg  getragene  ovale  Schale  und  der 
obere  Teil  des  ovalen  Sockels  aus  Achat. 
H.  18,5  cm.  Dm.  der  Schale  16,6  X  14.2  cm. 
Johanneskopf  Typus  II  u. Meisterz.  —  Schle- 
sisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und 
Altertümer,  Breslau  (SIg.  f  Max  Pringsheim). 

b.  Deckelbecher,  Silber  mit  wenig  Ver- 
goldung, an  der  konischen  Becherwandung 
drei  Reihen  von  je  sieben  Braunschweig- 
Lüneburgischen  halben  Wildemannstalern 
von  1668 — 1680,  im  Boden  ein  2/s  Taler  des 
Bistums  Osnabrück  von  1680,  auf  dem 
Deckel  acht  und  auf  dem  Knopfe  drei 
1li  Wildemannstaler  von  Braunschweig- 
Wolfenbüttel  von  1668—1689,  unter  dem 
Knopfe  ein  Braunschweig-Lüneburgischer 
Taler.  H.  20,3  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI 
u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für 
Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

c.  Weinkännchen,  Silber  mit  Vergoldung, 
mit  Barockblumen  in  getriebener  Arbeit. 
H.12cm.  Johanneskopf  Typus  II  u.  Meisterz. 

—  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

d.  Willkomm  der  Fleischhauer  Alte  Bänke  in  Breslau,  Silber,  abgebildet  Fig.  21.  Gekauft  1696.  H.  42  cm. 
Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Vereinigte  Fleischer-Innung,  Breslau  (Beschrieben  und  abgebildet  in 
Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  V  S.  66  f.,  Taf.  III  u.  IV). 

e.  Weihwasserkessel,  Silber  vergoldet,  sechspassförmig  und  gebuckelt,  mit  Barockblumen  in  getriebener 
Arbeit  sowie  dem  hl.  Matthias  und  dem  Kreuzherrnwappen  in  Gravierung.  Der  figürlich  behandelte  Henkel 
hängt  an  zwei  Engelsköpfen.    H.  11  cm,  ob.  Dm.  20  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  f0 '■ 

—  Matthiaskirche,  ehemalige  Jesuitenkirche,  Breslau. 

11* 


Fig.  21.  Gottfried  Heyner:  Willkomm  der  Fleischhauer  Alte  Bänke 

in  Breslau 


84 


f.  Aspergil,  Silber,  Griff  wenig  profiliert,  Sprengkugel  auf  der  unteren  Hälfte  mit  rosettenartigem  Blattwerke 
graviert.  L.  38,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Stfr.  —  Matthiaskirche,  ehemalige 
Jesuitenkirche,  Breslau. 

g.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse,  dem  Nodus  und  der  Kuppa  kleine  Auflagen  von 
leichtem  silbernen  Rankenwerk.  Die  zum  Nodus  ansteigenden  Flächen  des  Fusses  mit  Buckeln.  Datiert 
1700.  Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei, 
Trebnitz. 

h.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  abwechselnd  drei  Engelsköpfchen  und  drei  Blumen- 
buketts in  getriebener  Arbeit.  Auf  dem  reichen,  vergoldeten  Kuppabelag  Engelsköpfchen  und  Rankenwerk. 
Am  Fusse,  Schaft,  Nodus  und  an  der  Kuppa  sechs  Reihen  Steine.  Datiert  1709.  Johanneskopf  Typus  II, 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.    Adlertypus.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 

i.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  drei  Medaillons  mit  den  HH.  Joseph,  Antonius  und 
Maria,  jeder  das  Christuskind  haltend.  Kuppabelag  silbern.  Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst.   Adlertypus.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 

k.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  drei  silberne  Medaillons  mit  den  HH.  Joseph, 
Antonius  von  Padua  und  Maria  de  Monte  Carmelo,  jeder  das  Christuskind  haltend.  Auf  den  übrigen  drei 
Feldern  und  dem  Kuppabelag  feines  silbernes  Rankenwerk  in  durchbrochener  Arbeit.  H.  21,4  cm.  Johannes- 
kopf Typus  IV,  Stempelmeisterb.  A,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Matthiaskirche,  ehemalige  Jesuiten- 
kirche, Breslau. 

Heyner,  Johann  Daniel  (Heyn,  Heynertl,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Gottfried  Heyner, 
wird  Meister  vor  Ostern  1712,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  16.  Juli  1712.  Heiratet  am  14.  September  1712  Helena, 
die  Tochter  des  Destillateurs  Friedrich  Wilde  (Elis.).  Stirbt  am  16.  (begr.  d.  18.)  Januar  1717  (Elis.).  Seine  Witwe 
Helena  heiratet  am  17.  Mai  1718  den  Goldschmied  Christian  Pitschman  (Elis.). 

Heynke  Goltsmed,  siehe  Heynczil. 

Heynize,  Gottfried,  siehe  Heintze. 

Heyssig,  Johann  Gottlieb,  siehe  Heissig. 

flicke,  Hans,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kretschmerboten  Hans  Hicke,  stirbt  am  17.  Januar  1621, 

alt  20  Jahre  (Elis.). 
Hieller,  siehe  Hiller. 
Hielscher,  Carl  Gottlieb,  siehe  Hil scher. 

Hieronymus,  Gottfried,  Goldarbeiter,  am  18.  Oktober  1808  heiratet  sein  hinterlassener  Sohn  Carl  Benjamin,  ein 
Bäudler  vor  dem  Ohlauer  Tore  (Elis.). 

Hildebrand,  Johann  Gottfried  (Hilldebrandt),  Goldarbeiter,  lernt  bei  Gottfried  Wilhelm  Jachman  vom  Mai  1755  bis 
1761.  Meldet  sich  als  Stückmeister  am  27.  Februar  1782,  arbeitet  bei  Christian  Hoensch  einen  goldenen  Plack 
mit  Granaten  und  einen  Petschierring.  Wird  Meister  am  31.  Juli  1782  und  Bürger  am  10.  März  1783.  Stirbt  am 
10.  (begr.  d.  13.)  September  1797,  alt  59  Jahre  8  Monate  25  Tage  (Elis.). 

Hillebrand  (Hildebrand),  Goldarbeiter  bei  St.  Adalbert,  ist  am  14.  Januar  1713  Taufzeuge  bei  St.  Matthias. 

Hillebrand,  George  (Hildebrandt),  Goldschmied,  lässt  sich  um  1718  als  Goldarbeiter  im  Minoritenkloster  St.  Dorotheae 
in  Breslau  nieder.  Ist  1725  Trauzeuge  bei  St.  Adalbert.  Da  ihm  trotz  inständigen  Nachsuchens  die  Innung  die 
Aufnahme  als  Meister  verweigert,  verleiht  ihm  Kaiser  Karl  VI.  am  26.  November  1725,  entgegen  den  am 
3.  Januar  und  21.  Juli  1725  geäusserten  Wünschen  der  Innung,  die  kaiserl.  Hoffreiheit  auf  Galanteriewaren  unter 
Ausschluss  der  „Ordinari-Goldarbeit"  und  gestattet  ihm,  ein  offenes  Gewölbe  zu  errichten,  den  kaiserl.  Adler 
darüber  anzubringen  und  Gesellen  und  Lehrlinge  zu  fördern  (Innungsurkundenslg.  v.  1737,  S.  284—291,  292—300. 

-  üb.  definit.  XII.  206a— 209a).  Als  Hillebrand  im  März  1728  um  Extension  seiner  Hoffreiheit  auf  jede  Art 
von  Gold-  und  Silberarbeit  bittet,  erklären  sich  die  Breslauer  Ratmannen  dagegen  und  ersuchen  das  Kgl.  Ober- 
amt, dem  Hillebrand  zu  verbieten,  dass  dieser  auf  seinen  Arbeiten  neben  dem  Namen  noch  den  kaiserlichen 
Adlerstempel  anbringt  (Innungsurkundenslg.  v.  1737,  S.  301—317).  Vgl.  Urkunde  60.  Nach  der  Eroberung 
Schlesiens  durch  Friedrich  den  Grossen  bittet  Hillebrand  1742  den  König  um  die  Confirmation  seiner 
Privilegien.  Durch  ein  Königl.  Schreiben  vom  17.  April  1742  wird  er  zunächst  abschlägig  beschieden  mit  der 
Weisung,  sich  bei  dem  Breslauer  Goldschmiede-Mittel  wegen  der  Rezeption  zu  melden.  Da  die  Innung  wiederum 
von  der  Aufnahme  nichts  wissen  will,  wendet  sich  Hillebrand  nochmals  an  Friedrich  den  Grossen  wegen  der 
Bestätigung  seiner  Privilegien,  die  dann  am  8.  November  1743  vom  Könige  in  folgender  Weise  vollzogen  wird: 

„  Wann  Wir  [Friedrich  von  Gottes  Gnaden]  nun  nach  denen  über  diesen  seinen  [des  Hillebrand]  aller- 

unterthänigsten  Gesuch  von  gehörigen  Orthen  eingezogenen  Berichten  allergnädigst  befunden,  daß  Supplicantens 


85 


Absehen  vornehmlich  nur  dahin  gerichtet  sey,  seine 
wohlerlernte  Profeßion  ungehindert  treiben  zu  kön- 
nen, und  dann  dem  Publico  daran  gelegen,  daß 
alle  dergleichen  Künstler  und  Manufacturiers  bey- 
behalten  und  ihnen  aller  Vorschub  geleistet  werde, 
alß  haben  Wir  allergnädigst  resolviret,  obbenantem 
George  Hildebrandt  die  gebetene  Hoff-Freyheit, 
iedoch  nicht  auf  ordinaire  Gold-Arbeit  sondern  ledig- 
lich auf  Galanterie  -Waaren  allergnädigst  zu  er- 
theilen;  thun  auch  daßelbe  hierdurch  in  Krafft  dieses 
dergestalt  und  also,  daß  derselbe  gleich  andern  der- 
gleichen privilegirten  Künstlern  unter  des  Breßlau- 
ischen  Magistrats  Jurisdiction  stehe,  auch  weil  er 
sich  in  und  von  hiesiger  Stadt  nähret,  ad  exemplum 
anderer  unpossiomiten  Privilegiatorum  alle  bürger- 
liche Onera  zu  tragen  verbunden  sey  und  endlich 
diejenige  Gold-  und  Silber-Galanterie-Waaren,  bey 
welchen  es  practicable  ist,  denen  Goldschmied- 
Eltesten  zu  Aufschlagung  der  hiesigen  Probe  ein- 
händigen solle;  dahingegen  soll  demselben  hiermit 
verstattet  seyn,  zum  behuff  seiner  Nahrung  ein  freyes 
Gewölbe  zu  Breßlau  zu  haben,  sich  Unsers  König- 
lichen Adlers  zum  Zeichen  der  ihm  allergnädigst 
ertheilten  Hoff-Freyheit  in  dem  vor  seinem  Zimmer 
etwa  außzuhangenden  Schilde  zu  bedienen,  auch 
Gesellen  und  Lehrjungen  aufzunehmen  und  zu  hal- 
ten, mithin  seine  erlernte  Profeßion  in  Verferttigung 
ermeldter  Galanterie -Waaren  ungehindert  zu  treiben 
und  zu  exerciren  ....  Gegeben  Breßlau  den 
8.  Nov.  1743."  (Lib.  definit.  XIII.  115,  129b— 131b). 
Hillebrands  Frau  Margareta  Barbara  f  5.  (begr.  d.  7.) 
VI.  1753,  alt  69  Jahre  (Elis.). 
Hillebrand,  Johann,  Goldarbeiter  ausserhalb  der  Innung, 
wird  im  Juni  1737  als  verstorben  bezeichnet  (Schles. 
Vorz.  VII.  489). 
Hiller,  Friedrich,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Breslauer 
Goldschmieds  Joachim  Hiller,  stirbt  am  13.  Juli  1613, 
alt  30  Jahre  (Elis.  u.  MM). 
Hiller,  Joachim  [Jochem]  (Hieller,  Hüller,  Höller),  Gold- 
schmied, geb.  in  Görlitz,  heiratet  am  28.  Oktober 
1572  Margareta,  die  Tochter  des  kaiserl.  Postreiters 
Sebastian  Scholtz  (MM).  Wird  um  dieselbe  Zeit 
Meister.  Erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am 
6.  Februar  1573.  Stirbt  am  15.  (16.)  August  1613, 
alt  72  Jahre  (Elis.  u.  MM).  Seine  Witwe  Margareta 
t  18.  VIII.  1613  (Elis.).  Hiller  zählt  zu  den  be- 
deutendsten Renaissance  -  Goldschmieden  Breslaus. 
Zeichnet  I  H  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  58. 
Arbeiten  mit  vollem  Namen  zu  versehen, 
a.  (?)  Gravierung  auf  zwei  silbervergoldeten  gotischen  Bechern  aus  dem  Anfange  des  16.  Jahrhunderts.  Eine 
meisterhafte  Arbeit  vom  Jahre  1579  mit  Festons,  spielenden  Puten,  Tieren  und  Figuren  im  Zeitkostüm, 
darunter  einem  Armbrustschiitzen.  Die  Initialen  (?)  des  Meisters  nebst  Jahreszahl  1579  auf  einem  Schaukel- 
querholze.  —  Kleinodien  der  Zwingerschützen  in  Breslau.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Alter- 
tümer, Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  VII  S.  181  Nr.  6,  abgeb.  Taf.  IV  Nr.  1  u.  3,  Taf.  V  Nr.  1  u.  3). 


Fig.  22.  Joachim  Hiller:  Büttenmann,  datiert  1602 


Fig.  23.  Fusssohle  zu  dem  Büttenmann  von  1602 
Er  liebt  es,  ausserdem  noch  an  einer  versteckten  Stelle  seine 


86 


b.  Kaiserpokal,  Silber  vergoldet,  in  der  Fig.  24  abgebildeten  Form,  sehr  reich  getrieben  mit  Ornamenten, 
Masken,  Fruchtgehängen,  Blumenvasen,  Vögeln  und  drei  Schützenfähnrichen.  Auf  dem  Deckel  der  öster- 
reichische Doppeladler  und  zwei  Schützenfiguren.  Auf  dem  äusseren  Boden  des  Kelches  die  versteckte 
Inschrift:  „ICHT  JOACHHIM  HILLER  DER  GOLTSCHMIT  HOT  DEN  BECHER  GEMACHT  1582".  Laut 
einer  auf  dem  Deckelrande  im  Jahre  1841  eingravierten  Inschrift  ein  Geschenk  Kaiser  Rudolph  II.  vom 
Jahre  1577  (!  die  Angabe  des  Stiftungsjahres  ist  also  falsch,  müsste  1582  heissen).  H.  51  cm.  Beschauz.  W 
Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  '•  —  Kleinodien  der  Schiesswerderschützen  in  Breslau.  Schlesisches 
Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (  Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  V  S.  246  f.  Nr.  5  (3),  abgeb. 
Taf.  XXVIII  (I)  Nr.  1). 

c.  Tafelgeräte  in  Form  von  zwei  Truthühnern,  Silber  vergoldet,  auf  runden  Sockeln.  Die  Bäuche  der  Hühner 
werden  durch  braun  gefleckte,  halbierte  Porzellanschnecken  gebildet.  H.  13,2  cm.  Beschauz.  W  Typus  II 
u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

d.  Tafelgerät  in  Form  eines  Straussenvogels,  gebildet  aus  einer  Nautilusschale  mit  vergoldeter  Silberfassung. 
Beschauz.  W  u.  Meisterz.  —  Staatsmuseum,  Moskau  (nach  Schlesiens  Vorzeit,  Neue  Folge,  Bd.  III  S.  161). 

e.  Trinkgerät  in  Form  eines  Büttenmannes,  Silber  vergoldet,  zum  Teil  emailliert.  „The  rim  (of  the  hat)  is 
engraved  with  hunting  scenes  .  .  .  Height  lO1/*  in."  Beschauz.  W  u.  Meisterz.  Slg.  f  Baron  Lionel 
V.Rothschild,  London.  South  Kensington  Museum,  Loan  Exhibition  1862,  S.  511  Nr.  6,  179  (nach  Rosenberg 
Nr.  467,  dort  fälschlich  dem  Hans  Jachman  d.  ä.  zugeschrieben). 

f.  Trinkgerät  in  Form  eines  Büttenmannes,  Silber  vergoldet  mit  alter  Bemalung,  ganz  ähnlich  dem  Fig.  22 
abgebildeten  Exemplar,  nur  die  Früchte  auf  dem  Büttendeckel  nicht  wie  dort  mit  Steinen,  sondern  nur  aus 
bemaltem  Silber.  Auf  dem  ovalen  Sockel  ähnlich  wie  bei  Nr.  g  Jagddarstellungen  in  Gravierung.  H.  30  cm. 
Beschauz.  W  Typus  II,  Meisterz.  u.  zwei  österr.  Freistempel.  —  Baron  Weichs,  Troppau  (Beschr.  in  dem  Kat. 
d.  Ausstellung  von  Alt-Oesterr.  Goldschmiedearbeiten,  Troppau  1904,  S.  19  u.  54). 

g.  Trinkgerät  in  Form  eines  Büttenmannes,  Silber  vergoldet  mit  erneuerter  Bemalung,  abgebildet  Fig.  22. 
Unter  der  linken  Fusssohle  die  Fig.  23  abgebildete  Inschrift,  unter  der  rechten  die  Jahreszahl  1602.  H.27,8  cm. 
Beschauz.  W  Typus  III,  Meisterz,  und  Kriegssteuerst.  3$ ' .  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und 
Altertümer,  Breslau. 

Hiller,  Michael  (Hieller),  Goldschmied,  Anfang  Februar  1605  stirbt  seine  hinterlassene  Tochter  Ursula. 

Hilscher,  Carl  Gottlieb  (Hielscher),  Silberarbeiter,  Sohn  des  Ziergärtners  Johann  Gottlieb  Hilscher,  lernt  in  Breslau 
bei  Joseph  Gottlieb  Lederhose  vom  Qu.  Trinitatis  1787—1793.  Arbeitet  zuerst  in  Öls.  Heiratet  am  21.  Juni  1803 
Anna  Juliana,  die  Tochter  seines  ehemaligen  Lehrherrn  Joseph  Gottlieb  Lederhose  (MM).  Zieht  später  nach 
Breslau  und  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  13.  März  1812.  Wird  Innungsmeister  am  24.  September  1817.  Stirbt 
1849.    Zeichnet  HILSCHER  positiv  eingeschlagen. 

Hilscher,  Michael,  Goldarbeiter,  heiratet  in  Breslau  bei  St.  Matthias  am  7.  September  1708. 

Hippe,  Samuel  Benjamin,  Goldschmied  vor  dem  Odertore  auf  dem  St.  Vincenzgute,  Sohn  des  Leinwanddruckers 
Johann  Christian  Hippe,  heiratet  im  August  1784  Johanna  Eleonora,  geb.  Maick,  die  Witwe  des  Beckenschlägers 
Christian  Gottlob  Trembke  (Elis.).    Seine  Frau  stirbt  im  Mai  1792  (Elis.). 
Hocke,  Hans  (Hock,  Hockhe,  Hoecke),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Metzners  in  der  Vordermühle  Rochus 
Hocke,  heiratet  als  Geselle  im  Januar  (2.  Sonntag  nach  Epiphania)  1575  Eva,  die  Tochter  des  f  Schneiders  Hans 
Scholtze  (Elis.).    Wird  in  demselben  Jahre  Bürger  und  Meister.    Wird  1602  wegen  etlicher  Reden,  mit  denen  er 
den  Meistern  seines  Gewerkes  zu  nahe  gekommen,  mit  Haft  bestraft  (Lib.  definit.  IV.  126 b — 127a).   Seine  Tochter 
Katharina  heiratet  4.  Trinitatis  1610  den  Wappen-  und  Steinschneider  Sigmund  Moses  (Elis.).    Hocke  stirbt  am 
2.  Januar  1611,  alt  67  Jahre  (Elis.  u.  MM).    Seine  Witwe  Eva  f  11.  I.  1627.   Hocke  zeichnet  Hh  ligiert,  über  dem 
h  ein  kleines  o,  vgl.  Taf.  III  Nr.  60. 
a.  Kaiserpokal,  Silber  vergoldet,  abgebildet  Fig.  24.    Am  Deckelrande  die  Inschrift:  „RVDOLPHVS  •  DER  • 
ANDER  •  ERWELTER  •  ROMISCHER  •  KAISER  •  GVT  •  VNS  •  ARMBRVST  •  SCHVTZEN  •  DIS  •  KLEINOD  • 
AVS- GNADEN- VOR-  EHREN -THVT- 1577."    H.  incl.  Deckel  37,7  cm.    Beschauz.  W  Typus  II,  Meisterz.  u. 
Kriegssteuerst.  Kleinodien  der  Zwingerschützen  in  Breslau.    Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe 

und  Altertümer,  Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  VII  S.  181  Nr.  7). 
Hodelhoffer  [Hödelhofer],  siehe  Hedelhofer. 
Höhne,  Augustin,  siehe  Heyne. 
Höller,  Joachim,  siehe  Hill  er. 
Hoene,  Nickil,  siehe  Hone. 


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Höne,  Paul,  siehe  Heyn. 

Hoensch,  Christian  (Hoenisch,  Höhnisch),  Silberarbeiter,  geb- 
in Breslau,  Sohn  des  Mitwohners  Gottfried  Hoensch,  ver- 
fertigt bei  Thomas  Beyl   als  Meisterstück   ein  silbernes 
Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  31.  August  und 
Bürger  am  7.  September  1746.   Heiratet  am  23.  September 
1749  Maria  Rosina,  die  Tochter  des  gewesenen  Unter- 
offiziers Michael  Botstieber  [Badstiiber]  (EHs.).    Seine  Frau 
Maria  Rosina  f  5.  (begr.  d.  7.)  VI.  1765  (MM).  Hoensch 
ist  Innungsältester  seit   1770  und  mutmasslicher  Stempel- 
meister mit  dem  Buchstaben  H  seit  September  1776.  Seine 
Tochter  Johanna  Christiana  heiratet  am  1.  Mai  1771  den 
Konditor  Carl   Siegemund    Duhn   (MM).    Seine  Tochter 
Johanna  Carolina  heiratet  am  23.  Mai  1785  den  Kalkulator 
Gottfried   Siegemund    Lachmund    (MM).     Seine  Tochter 
Eleonora  Beata  heiratet  am  27.  Oktober  1786  den  Kalkulator 
Johann  Christian  Lampel  (MM).    Hoensch  stirbt  am  20. 
(begr.  d.  22.)  April  1792,  alt  79  Jahre  (MM).  Hoensch 
zeichnet  C  H  mit  Stern  in  einem  herzförmigen  Schilde, 
vgl.  Taf.  V  Nr.  157. 
a.  Becher,  Silber  vergoldet,  auf  niedrigem  gewelltem 
Fusse.   Auf  dem  glatten  konischen  Mantel  graviert  das 
Wappen  des  J.  Heinz  von  Blankenburg  und  Stiftungs- 
inschriften, die  besagen,  dass  der  Becher  am  24.  Juni 
1770  von  Johann  Heinz  von  Blankenburg  gestiftet  und 
am  3.  Juli  1770  von  dem  Physikus  D.  Carl  Gottlieb 
Pauli   der  Schützenbrüderschaft   im   Zwinger  verehrt 
wurde.    H.  9,9  cm,  ob.  Dm.  7,2  cm.  Johanneskopf 
Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II,  Meisterz, 
u.  Kriegssteuerst.  Stfr.  —  Kleinodien  der  Zwinger- 
schützen in  Breslau.    Schlesisches  Museum  für  Kunst- 
gewerbe   und   Altertümer,    Breslau  (Vgl.  Schlesiens 
Vorzeit,  Bd.  VII  S.  183  Nr.  14). 
c.  Becher  mit  Deckel,  Silber  vergoldet,  mit  Friesen  von 
Blatt-  und  Muschelwerkornament.     Als  Deckelknopf 
eine  Artischocke.    Auf  der  Vorderseite  der  konischen 
Becherwandung  eine  siebenzeilige,  auf  der  Rückseite 
eine  fünfzeilige  Stiftungsinschrift  nebst  Wappen  des 
Schützenkönigs  von  1771/72  Thomas  Thomson,  der  den 
Becher  mit  dem  Deckel  versehen  liess  und  der  Schützen- 
brüderschaft  im   Zwinger  am  8.  Juli  1771  schenkte. 
H.  incl.  Deckel  15,2  cm.    Dm.  8,5  cm.  Johanneskopf 
Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II,  Meisterz, 
u.  Kriegssteuerst.  5fr.   —  Kleinodien   der  Zwinger- 
schützen in  Breslau.     -  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vgl.  Schlesiens 
Vorzeit,  Bd.  VII  S.  184  Nr.  16). 

c.  Tischleuchter,  Silber,  ein  Paar,  auf  ovalem  profiliertem  Fusse  ein  reich  profilierter  Schaft.  H.  22,2  cm. 
Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II  und  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunst- 
gewerbe und  Altertümer,  Breslau. 

d.  Schale,  Silber,  oval,  mit  Ranken  in  Treibarbeit.  Johanneskopf  u.  Meisterz.  Geheimrat  Pinkus, 
Neustadt  OS. 

e.  Schale,  Silber,  oval,  mit  Perlenfriesen  und  einfachen  Blattgirlanden  in  Treibarbeit.  H.4  cm.  Dm.  18  X  12  cm. 
Johanneskopf  u.  Meisterz.  —  Fürst  Johann  II.  von  Liechtenstein,  Wien  (Kat.  d.  Ausstellung  v.  Alt-Oesterr. 
Goldschmiedearbeiten,  Troppau  1904,  S.  20  u.  55). 


Fig.  24.  Hans  Hocke:  Kaiserpokal  von  1577 


88 


f.  Schale,  Silber,  oval,  mit  Perlenfriesen  und  Blumen  in  Treibarbeit.  Dm.  16,8  X  12,3  cm.  Johanneskopf 
Typus  XIII  u.  Meisterz.  -  -  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vermächtnis 
Epstein). 

g.  Salzfass,  Silber,  oval,  mit  Perlenfries  und  Girlande.  H.  4,8  cm.  Dm.  7,7  X  6,8  cm.  Johanneskopf  u. 
Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vermächtnis  Epstein). 

Hönsch,  C.  G.,  Silberarbeiter  (Geselle  oder  Pfuscher?),  nennt  sich  als  Verfertiger  von  zwei  künstlerisch  sehr  minder- 
wertigen silbernen  Sargschilden  der  Brüderschaft  der  Fleischhauer  Neuer  Bänke  in  Breslau,  datiert  29.  Januar  1793, 
im  Besitze  der  Vereinigten  Fleischer-Innung  in  Breslau.    Die  Schilde  tragen  kein  Beschauzeichen. 

Hoensch,  Gottfried  Wilhelm  (Hoenisch,  Höhnisch),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Christian 
Hoensch,  lernt  bei  seinem  Vater  vom  18.  September  1769  bis  14.  Juni  1773.  Meldet  sich  am  l.Juni  1780  als 
Stückmeister,  arbeitet  bei  seinem  Vater  ein  silbernes  Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  9.  August  1780. 
Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  10.  März  1783.  Stirbt  am  6.  (begr.  d.  8.)  Mai  1811,  alt  55  (59)  Jahre  11  (9)  Monate 
(MM).    Hoensch  zeichnet  GWH  in  einem  herzförmigen  Schilde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  172. 

a.  Willkomm  der  Brüderschaft  der  Fleischhauer  Neuer  Bänke  in  Breslau,  Silber;  Fuss,  Schaft,  Kelch  und 
Deckel  mit  spätem  Rokokodekor  in  getriebener  Arbeit.  Am  Kelch  ein  Reif  mit  zahlreichen  Anhängern.  Auf 
dem  Deckel  als  Bekrönung  ein  Osterlamm  mit  Fahne.  Auf  dem  Fusse  drei  Felder  mit  Inschriften  über  die 
Anfertigung  des  Willkomms  und  Datum  7.  März  1791.  H.  incl.  Deckelbekrönung  54  cm.  Johanneskopf 
Typus  XV,  Stempelmeisterb.  H  u.  Meisterz.  —  Vereinigte  Fleischer-Innung,  Breslau. 

b.  Willkommschildchen,  Silber,  oval,  mit  spätem  Rokokodekor,  in  der  Mitte  in  vergoldeter  Auflage  ein 
Osterlamm  in  einem  Kranze  (kopiert  nach  einem  älteren  Muster).  Gestiftet  1795.  Dm.  14  XU  cm.  Johannes- 
kopf Typus  XV  u.  Meisterz.      Vereinigte  Fleischer-Innung,  Breslau. 

c.  Schälchen,  Silber,  oval.  Johanneskopf  u.  Meisterz.  —  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

d.  Tischleuchter,  Silber,  ein  Paar,  in  Empireformen.  Johanneskopf  Typus  XVI,  Stempelmeisterb.  M  u.  Meisterz. 
—  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

e.  Salzfass,  Silber,  oval,  mit  Sockelfuss,  darauf  leicht  punzierte  Blattgirlanden,  am  oberen  Rande  ein  Perlen- 
kranz. Dm.  7,7  X  6,3  cm.  Johanneskopf  u.  Meisterz,  (beides  undeutlich).  —  Schlesisches  Museum  für  Kunst- 
gewerbe und  Altertümer,  Breslau. 

f.  Thoraschild,  Silber,  mit  Gesetzestafeln  zwischen  zwei  Säulen.  H.  26,5  cm.  Br.  21,2  cm.  Johanneskopf 
Typus  XVI,  Stempelmeisterb.  N,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  -  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS.  (Stammt 
aus  der  Glogauer  Synagoge  in  Breslau). 

Hoensch,  Johann  Bernhard  (Hoenisch,  Höhnisch),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Posamentiers  und  Seiden- 
strickers Johann  Gottfried  Hoensch,  lernt  bei  Christian  Hoensch  vom  17.  September  1755  bis  22.  Mai  1761. 
Meldet  sich  am  18.  Dezember  1774  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Christian  Hoensch  ein  silbernes  Becken  nebst 
Kanne,  wird  Meister  am  21.  (31.)  März  und  Bürger  am  19.  September  1775.  Heiratet  am  15.  November  1775 
Johanna  Christina,  die  Tochter  des  f  Destillateurältesten  Christian  Küntzel  (Elis.).  Ist  Ältester  seit  Dezember  1796 
und  mutmasslicher  Stempelmeister  mit  dem  Buchstaben  N  seit  Mai  1804.  Seine  Frau  Johanna  Christina  f  27. 
(begr.  d.  29.)  11.1812  (Elis.).  Er  selbst  stirbt  1813.  Hoensch  zeichnet  I  B  H  in  einem  gezackten  Blatte,  vgl. 
Taf.  V  Nr.  170. 

Hofeman,  Anthonius  (Hoffman),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit  (9.  März)  1481.  Ist  vor  1490  im 
Catalogus  civium  von  1470  gestrichen  worden. 

Hoffman,  Achatius,  Goldschmied,  kommt  1531  in  Schweidnitz  vor  (Anz.  f.  Kunde  d.  deutsch.  Vorz.  1875,  Sp.  148). 
Seine  hinterlassene  Tochter  Barbara  heiratet  in  Breslau  im  Februar  1555  den  Rentschreiber  Peter  Schonhubell  (MM  i. 

Hoffman,  Andres,  Goldschmied,  Sohn  des  Andreas  Hoffman  im  Streichgaden,  Bruder  des  Goldschmieds  Christoff 
Hoffman,  heiratet  am  4.  Juli  1570  Ursula,  die  Tochter  des  Kretschmers  Sebastian  Biber  (MM).  Heiratet  als 
Witwer  am  31.  August  1587  Dorothea,  die  Tochter  des  Grobschleifers  Johann  Jencke;  wird  bei  dieser  Gelegenheit 
in  den  Kirchenbüchern  „ein  gewesener  Goldschmied"  genannt  (Elis.  u.  MM).  Er  scheint  kein  eigenes  Gewölbe 
besessen  zu  haben,  da  sein  Name  im  Catalogus  civium  fehlt.  Stirbt  um  1601.  Sein  Sohn  Andreas,  ein  Barett- 
macher und  Handschuhstricker,  heiratet  am  3.  Februar  1603  Rosina  Sahner  (MM).  Hoffmans  Witwe  Dorothea 
f  9.  IX.  1607  (Elis.). 

Hoffman,  Christoff  (Hofeman,  Hoff  mahn),  Goldschmied,  Sohn  des  Andreas  Hoffman  im  Streichgaden,  Bruder  des 
Goldschmieds  Andres  Hoffman,  heiratet  am  13.(15.)  Dezember  1573  Magdalena,  die  Tochter  des  Goldschmieds 
Jorge  Schlefuss  (Elis.  u.  MM).    Wird  Anfang  1574  Bürger  und  Meister.    Stirbt  vor  1589. 

Hoffman,  Daniel  (Hofman),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Hans  Hoffman  d.  j.,  heiratet  am 
20.  Januar  1614  Martha,  die  Tochter  des  Schneiders  Jacob  Bircke  (MM).    Wird  vor  Ostern  1614  Bürger  und 


89 


Meister.  Wohnt  erst  auf  der  Kupferschmiedegasse  in  Tobias  Wolffes  Hinterhause,  dann  am  Ringe  unter  den  Riemern. 
Seine  Frau  Martha  1 31. 1. 1628  (Elis.).  Er  selbst  stirbt  vor  1  HO.  Hoff  man  zeichnet  D  H  in  ovalem  Felde,  vgl.Taf.  III  Nr.  75. 

a.  Deckelkanne,  Silber  mit  Vergoldung,  abgebildet  Fig.  25.  Die  acht  gravierten  Wappen  auf  der  fazettierten 
Kannenwandung  gehören  den  Breslauer  Patrizierfamilien  Domlauer,  Redinger,  Heseler,  Schilling,  Pusch 
v.  Gemsfeld,  Schnabel,  Dresler  und  Eben.  Um  1618.  H.  14,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  III,  Meisterz.  u. 
ein  niederländischer  Einfuhrstempel.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vgl. 
Schlesiens  Vorzeit,  Neue  Folge,  Bd.  II  S.  108 f.). 

b.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  in  Gravierung  I  AS,  die  Wappen  derer  v.  Keul  und 
v.  Schellendorf  (?),  das  Schweisstuch  der  hl.  Veronica  und  die  Wappen  derer  v.  Schebitzky  und  v.  Geresleben  (?). 
Auf  dem  Nodus  sechs  Zapfen  mit  den  Buchstaben  IHESVS.  Kuppabelag  mit  Rollwerk  in  durchbrochener 
Arbeit.    H.  17,5  cm.    Beschauz.  W  Typus  III  u.  Meisterz.       Kath.  Pfarrkirche  in  Dziewierzewo,  Prov.  Posen. 

Hoffman,  George  (Hofman,  Hofeman),  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmieds  Hans  Hoffman  d.  ä.,  Bruder  des  Gold- 
schmieds Hans  Hoffman  d.  ].,  wird  1586  Bürger  und  Meister.  Heiratet  24.  Trinitatis  1586  Magdalena,  die  Tochter 
des  Weinschenken  Christoph  Wunderlich  (Elis.).  Wohnt  am  Ringe  unter  den  Riemern.  Seine  Frau  Magdalena 
t  15.  I.  1608  (Elis.).  Er  selbst  stirbt  am  24.  Februar  1609,  alt  52  Jahre  (Elis.).  Seine  Tochter  Magdalena  heiratet 
am  16  November  1609  den  Seifensieder  George  Winckler  (MM).  Sein  Sohn  Christoph,  ein  Handelsmann,  heiratet 
am  25.  Oktober  1627  Magdalena,  die  Tochter  des  Schulcollegen  am  Maria  Magdalenengymnasium,  Laurentius 
Andreas  (MM).    Hoffman  zeichnet  GH  ligiert  in  rundem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  66. 

a.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  musizierende  und  singende  Engel  mit  Renaissance- 
Rollwerk  in  getriebener  Arbeit.  An  dem  flachwulstigen,  mit  Rollwerk  und  Engelsköpfen  verzierten  Nodus 
sechs  Zapfen  mit  Steinen.  Der  sechskantige  Schaft  über  und  unter  dem  Nodus  mit  den  gravierten  Buch- 
staben IESVS  CHRISTVS.  Der  silberne  Kuppabelag  mit  zwei  Wappen  derer  von  Poley  und  Troilo, 
einer  Kreuzigung,  Engelsköpfchen  und  Zinnenbekrönung  in  durchbrochener  Arbeit.  Unter  dem  Fusse  die 
Inschrift:  „HELENA  POLEIN  GEBORNE  TROYLIN  VON  LEAT  1607".  H.  22  cm.  Beschauz.  W 
Typus  III,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.    Adlertypus.  —  Evang.  Pfarrkirche,  Triebusch  Kr.  Guhrau. 

b.  Becher,  Silber  vergoldet,  Kuppa  eiförmig,  mit  Punkten  in  Rauten  dekoriert.  H.  26,7  cm.  Beschauz.  W 
u.  Meisterz.       1885  bei  Jacobsohn,  St.  Petersburg  (nach  Rosenberg  Nr.  458). 

Hoffman,  George,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des 

Weisegerbers  George  Hoffman,  stirbt  auf  der  Niklasgasse  am 

21.  (begr.  d.  22.)  Oktober  1633  an  der  Pest,  alt  37  Jahre  (Elis.). 
Hoffman,  Gottfried,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des 

Barbiers  Michael  Hoffman,  stirbt  am  23.  September  1638,  alt 

36  Jahre  7  Wochen  (Elis.). 
Hoffman,  Gottlieb,  siehe  Hoff  mann. 

Hoffman,  Hans,  d.  ä.,  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  1561  Mag- 
dalena, die  Tochter  des  f  Gregor  Herbeck  (Elis.).  Erwirbt  das 
Bürgerrecht  am  13.  Februar  1562,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister. 
Stirbt  vor  1579.  Seine  Tochter  Rosina  heiratet  am  22.  Februar  1610 
den  Handelsmann  Hans  Lehman  (MM). 

Hoffman,  Hans,  d.  j.,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Gold- 
schmieds Hans  Hoffman  d.  ä.,  Bruder  des  Goldschmieds  George 
Hoffman,  wird  1579  Bürger  und  Meister.  Heiratet  21.  Trini- 
tatis 1579  Hedwig,  die  Tochter  des  f  Becken  Michel  Denert, 
Schnabel  genannt  (Elis.).  Wohnt  am  Ringe  unter  den  Riemern. 
Stirbt  am  3.  August  1611,  alt62 Jahre  (Elis.  u.  MM).  Seine  Witwe 
Hedwig  |  16.  XII.  1620  (Elis.).  Seine  Söhne  Hans  und  Gott- 
fried, beide  Maler  in  Breslau,  sterben  den  8.  IV.  1615  und  15.  IX. 
1621  (Elis.;  vgl.  A.  Schultz,  Schles.  Maler,  S.  79).  Seine  Tochter 
Magdalena  heiratet  am  7.  November  1623  den  Goldschmied 
George  Wolff  in  Gross-Glogau  (Elis.).  Wegen  des  Meisterzeichens 
des  Hans  Hoffman  d.  j.  siehe  Hans  Haupt. 

Hoffman,  Johann,  gewesener  Goldschmied  zu  Beuthen,  lebt  später 

in  Breslau  als  Mitbruder  im  St.  Bernhardin-Hospital,  stirbt  da-      Fig.  25.  Daniel  Hoffman:  Deckelkanne  mit 
selbst  am  4.  Juli  1692,  alt  77  Jahre.  Breslauer  Geschlechterwappen,  um  1618 

12 


90 


Hoffman,  Joseph,  Goldschmiedgeselle,  heiratet  am  19.  Mai  1572  Brigitta,  die  Tochter  des  f  Haubenschmieds  Hans 
Lochner  (MM). 

Hoffman,  Merten,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Kaufmanns  Christoph  Hoffman  in  Geiffenberg,  stirbt  in  Breslau  im 
Dezember  1584  (MM). 

Hoffmann,  Gottlieb,  Silberarbeiter,  geb.  in  Marschwitz,  lernt  in  Breslau  bei  Johann  Christoph  Jancke  d.  j.  vom  Qu. 
Reminiscere  1784  bis  Qu.  Crucis  1790.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  18.  November  1814.  Wird  Innungsmitglied 
am  20.  Dezember  1816.    Stirbt  1837.    Hoffmann  zeichnet  G  H  in  rechteckigem  Felde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  185. 

a.  Tischleuchter,  Silber,  ein  Paar,  in  der  Fig.  38  abgebildeten  Form,  doch  auf  quadratischer  Standfläche  und 
ohne  Gitterwerk  um  die  Lichttülle.  Datiert  1815  u.  1816.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  O  u.  P  u. 
Meisterz.  —  Verein  christlicher  Kaufleute,  Zwinger,  Breslau. 

b.  Tischleuchter,  Silber,  drei  Stück,  in  Empireformen  mit  Palmettenmuster.  H.  21,3  cm.  Dem  Trinitatis- 
Hospital  in  Breslau  1821  gestiftet.  Johanneskopf  Typus  XVI II,  Stempelmeisterb.  P.  u.  Meisterz.  —  Schlesisches 
Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

Hogkorn,  Heinrich,  siehe  Haker. 

Hone,  Nickil  (Hoene),  aurifaber,  verreicht  am  Freitag  vor  Martini  (6.  November)  1349  seiner  Frau  Elze  und  seinen 

Kindern  für  den  Fall  seines  Todes  allen  seinen  Besitz  (Schöppenb.  I.  120b).    Ist  1367  Bürge. 
Hoppe,  Valten,  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmieds  Heinrich  Hoppe  in  Braunschweig,  heiratet  in  Breslau  am 

14.  Februar  1611  Katharina,  die  Tochter  des  f  Eisenhändlers  Barthel  Roseman  (MM). 
Hotton,  Franz  Joseph,  Goldarbeiter,  geb.  in  Arnsdorf,  Sohn  des  Goldarbeiters  Franz  Hotton,  erwirbt  das  Breslauer 

Bürgerrecht  am  29.  November  1816,  alt  37  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Hotton,  Friedrich   [Jean  Baptiste?]  (Ottong),  Silberarbeiter,    wird  Bürger  am  7.  Januar  und  Innungsmitglied  am 

14.  September  1814.    Stirbt  1832. 
Hoyner,  Gottfried,  siehe  Heyn  er. 
H  P,  siehe  P. 

Huber,  Wolf,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Bauern  Wolf  Huber  zu  Brunn  in  Österreich,  heiratet  in  Breslau  am 

7.  Februar  1649  Barbara,  die  Witwe  des  Zöllners  Peter  Lange  (MM). 

Hübner,  Christoph,  Juwelier,  sein  hinterlassener  Sohn  Gottfried  heiratet  am  8.  September  1652  (MM). 
Hüller,  Joachim,  siehe  Hiller. 

Hültzberger,  Andreas,  Goldschmiedgeselle  aus  Reval  in  Livland,  Sohn  des  dortigen  Handelsmannes  Johann  Andreas 
Hültzberger,  stirbt  in  Breslau  am  31.  Dezember  1705  (begr.  d.  3.  Januar  1706),  alt  36  Jahre  (MM). 

Hurter,  Martin,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Dr.  med.  Christoph  Hurter  zu  Schaffhausen  im  Schweizerland,  stirbt 
in  Breslau  am  14.  April  (12.  Mai)  1695,  alt  26  Jahre  (MM). 

Jachman,  George  Christoph  [Christian],  Goldschmied,  Sohn  des  Dr.  med  George  Jachman  in  Schweidnitz,  Enkel  des 
Breslauer  Goldschmieds  Hans  Jachman  d.  ä.,  arbeitet  in  Breslau  als  Meisterstück  einen  Pokal  nebst  Ring  und 
Siegel,  wird  Meister  am  3.  Dezember  1730  und  Bürger  am  21.  Februar  1731.  Heiratet  am  10.  April  1731  Maria 
Elisabeth,  die  Tochter  des  Gerichtsgeschworenen  Christian  Grünberger;  Trauzeuge  ist  der  Medailleur  George 
Wilhelm  Kittel  (MM).    Stirbt  oder  zieht  von  Breslau  weg  um  1741. 

Jachman,  Gottfried  Wilhelm  (Zachman),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Johann  Jachman  d.  j., 
ist  am  26.  XI.  1734  Taufzeuge  am  Dom.  Arbeitet  bei  Heinrich  August  Joel  als  Meisterstück  einen  Uhrhaken 
und  Ring,  wird  Meister  am  20.  (30.)  September  und  Bürger  am  9.  Oktober  1743.  Heiratet  am  22.  Oktober  1743 
Barbara  Helena,  die  Tochter  des  t  Riemerältesten  George  Jäckel  (Elis.).  Seine  Frau  f  14.  (begr.  d.  16.)  XI.  1774 
(Elis.).  Seine  Tochter  Helena  Eleonora  heiratet  am  25.  Oktober  1785  den  Schneider  Johann  Gottlob  Hanemann 
(MM).   Jachman  stirbt  am  20.  April  1786,  alt  75  Jahre  2  Monate. 

Jachman,  Hans  [Johann,  Joachim]  (Jachtman),  d.  ä.,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Mattheus 
Jachman  d.  ä.,  wird  1638  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  20.  September  1638  Rosina,  die  Tochter  des  f  Gold- 
schmieds Johann  Jacob  Heerbrot  in  Trachenberg  (MM).  Wohnt  auf  der  Odergasse,  dann  am  Ringe  unter  den  Riemern, 
zuletzt  auf  der  Schmiedebrücke.  Seine  Frau  Rosina  f  14.  VII.  1647  (Elis.).  Jachman  heiratet  am  Sonntag  Sexa- 
gesima  1648  Susanna,  die  Tochter  des  f  Handelsmannes  Hans  Kirchbauer  (Elis.).  Ist  seit  1653  Zunftältester. 
Seine  Tochter  Rosina  heiratet  am  1.  September  1659  den  Goldschmied  Christoph  Dietrich  (Elis.).  Jachman  bringt 
1662  seinen  Sohn  George  zur  Sexta  des  Elisabeth-Gymnasiums  (Schles.  Vorz.  VII.  484).  Seine  Tochter  Susanna 
heiratet  am  9.  April  1668  den  Goldschmied  Christian  Mentzel  d.  ä.  (Elis.).  Seine  Tochter  Anna  heiratet  am 
22.  Oktober  1675  den  Reichkramer  Daniel  Senfftleben  (MM).  Sein  Sohn  George,  Dr.  med.,  heiratet  am  16.  No- 
vember 1677  Maria  Elisabeth,  die  Tochter  des  städtischen  Amtmannes  Caspar  Scholtz  (MM).   Jachman  stirbt  am 

8.  (12.,  15.)  November  1685,  alt  74  Jahre  weniger  7  Tage,  nachdem  er  14  Jahre  lang  meist  bettlägerig  gewesen 


91 


(Elis.  u.  MM).  Seine  Witwe  Susanna  f  4.  (begr.  d.  7.)  XII.  1698  (Elis.  u.  MM).  Jachman  zeichnet  H  I  in  ovalem 
Felde,  zuweilen  ist  zwischen  dem  H  u.  I  ein  Punkt  sichtbar,  vgl.  Taf.  III  Nr.  81. 

a.  Sargschilde  der  Breslauer  Weber-Innung,  Silber  mit  Spuren  von  farbiger  Bemalung,  oval,  mit  Zunft- 
emblemen (drei  Weberschiffchen)  in  getriebener  Arbeit.  Datiert  1644.  Dm.  37,5><32,3  cm.  Beschauz.  W 
Typus  IV  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

b.  Altarleuchter,  Silber,  auf  dem  runden  Fusse  reiches  Blumenwerk  in  getriebener  Arbeit.  Laut  Inschrift 
gestiftet  am  28.  November  1665.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Elisabeth- 
kirche, Breslau. 

c.  Henkelschale.  H.  5,8  cm.  Beschauz.  W  u.  Meisterz.  1883  bei  A.  S.  Drey,  München  (nach  Rosen- 
berg Nr.  467a). 

Jachman,  Hans  (Johann  Jahmann),  d.  j.,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Hans  Jachman  d.  ä., 
Enkel  des  Mattheus  Jachman  d.  ä.,  Bruder  des  Mattheus  Jachman  d.  j.,  wird  1681  Bürger  und  Meister.  Heiratet 
am  21.  Oktober  1681  Susanna,  die  Tochter  des  Kretschmers  George  Eisner  (Elis.).  Wohnt  am  St.  Elisabethkirch- 
hofe. Seine  Frau  Susanna  f  1.  (7.)  III.  1690  (Elis.).  Jachman  heiratet  am  29.  April  1692  Maria  Magdalena,  die 
Tochter  des  Pergamentmachers  Siegmund  Otte  (MM).  Ist  seit  1703  Zunftältester  und  seit  Juni  1712  vielleicht 
Stempelmeister  mit  dem  Buchstaben  B.  Seine  Frau  Maria  Magdalena  f  18.  (begr.  d.  20.)  I.  1719  (Elis.).  Sein 
Sohn  Gottlieb,  Diakonus  bei  St.  Bernhardin,  heiratet  am  1.  Oktober  1721  Anna  Eleonora,  die  Tochter  des  f  Gold- 
schmiedältesten Gottfried  Vogel  d.  j.  (Elis.).  Seine  Tochter  Maria  Magdalena  heiratet  am  2.  November  1723  den 
Medailleur,  Stein-  und  Eisenschneider  George  Wilhelm  Kittel  (Elis.).  Jachman  stirbt  am  7.  (17.)  Mai  1728,  alt 
71  Jahre  42  Wochen  3  Tage,  ist  mit  Geläute  begraben  worden  (Elis.).  Seine  Tochter  Johanna  Eleonora  heiratet 
am  7.  Mai  1731  den  Silberarbeiter  Johann  Gottlieb  Schmidt  (MM).  Sein  mittlerer  Sohn  Friedrich,  geb.  1698, 
erhält  1733  die  kaiserl.  Vergünstigung,  vom  Zwange  der  Maler-Innung  ledig  zu  sein  (A.  Schultz,  Schles.  Maler, 
S.  83),  und  heiratet  als  Hofmaler  am  19.  April  1747  Johanna  Dorothea,  die  Tochter  des  f  Johann  Leopold  Kamper 
von  Siegersburg  (Elis.).  Jachman  zeichnet  in  der  Regel  H  I  in  ovalem  Felde,  doch  dürfte  ihm  auch  das  Meister- 
zeichen H  I  ligiert  in  einem  herzförmigen  Schilde  zuzuweisen  sein,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  103  u.  104. 

a.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  geflügelte  Engelsköpfchen  und  Früchte  in 
getriebener  Arbeit.  Auf  dem  silbernen  Kuppabelag  zwischen  Barockblumen  Engel  mit  Leidensattributen. 
H.  19,2  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz,  wie  auf  Taf.  IV  Nr.  103.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Mariae, 
Költschen  Kr.  Reichenbach. 

b.  Becher,  Silber,  auf  dem  konischen  Mantel  Barockblumen  in  Gravierung.  H.  10,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI 
u.  Meisterz,  wie  bei  a.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

c.  Bucheinband,  Silber  mit  Blumen  in  getriebener  und  durchbrochener  Arbeit.  H.  12,6  cm.  Br.  7  cm. 
Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz,  wie  bei  a.  —  Magistratsbaurat  Nathansohn,  Breslau. 

d.  Kelch  für  Krankenkommunion,  Silber,  Kuppa  innen  vergoldet,  in  gotischen  Formen.  Auf  dem  wulstigen 
Nodus  die  Buchstaben  IHESVS  und  andern  Kuppabelag  wenig  Barockblumen  in  feiner  Gravierung.  Unter 
dem  Fusse  lange  Inschriften  und  Jahreszahl  1684.  H.  15,3  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz,  wie  auf 
Taf.  IV  Nr.  104  u.  Kriegssteuerst.    Adlertypus.  —  Elftausend  Jungfrauenkirche,  Breslau. 

e.  Sargschild  der  Breslauer  Zimmer-  und  Müllermeister,  Silber  mit  wenig  Vergoldung,  oval,  mit  Darstellung 
einer  Innenarchitektur.  Am  Rande  Akanthuswerk  und  allegorische  Halbfiguren  mit  den  Beischriften:  „Germanae, 
Dorica,  Romana,  Corinta,  Jonica,  Toscana,  Bohemiae."  Datiert  1712.  Dm.  46x  38  cm.  Beschauz.  W 
Typus  VI  u.  Meisterz,  wie  bei  d.  —  Zimmerer-Innung,  Breslau. 

Jachman,  Johann  Christian,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Hans  Jachman  d.  j.,  Urenkel 
Mattheus  Jachman  d.  ä.,  Enkel  Hans  Jachman  d.  ä.,  Neffe  Mattheus  Jachman  d.  j.,  arbeitet,  bei  Thomas  Kuntze 
als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  11.  Januar  1723.  Eröffnet  erst  1725  eine 
eigene  Werkstatt.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  31.  März  1725.  Heiratet  am  24.  April  1725  Susanna  Eleonora, 
die  Tochter  des  Partkrämers  Caspar  Pauer  (MM).  Stirbt  am  19.  Mai  1726,  alt  30  Jahre  22  Wochen  3  Tage.  Seine 
Witwe  heiratet  am  21.  Februar  1729  den  Koch  Christoph  Driemer  (MM). 

Jachman,  Mattheus  (Jachner,  Jachtman),  d.  ä.,  Goldschmied,  Sohn  des  Gerichtsverwalters  Peter  Jachman  in  Schönau 
bei  Gross-Glogau,  heiratet  in  Breslau  als  Geselle  am  11.  Februar  1602  Maria,  die  Tochter  des  Goldschmieds 
Paul  Nitsch  (MM).  Wird  1602  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Wohnt  auf  der  Schmiedebrücke.  Ist  Zunft- 
ältester seit  1608.  Sein  Sohn  Mattheus,  ein  Goldschmiedgeselle,  stirbt  am  4.  (5.)  September  1626.  Seine  Tochter 
Maria  heiratet  am  23.  Januar  1623  den  Handelsdiener  Christoph  Tentzer  (MM).  Jachman  ist  einer  der  beiden 
Goldschmiede  gewesen,  die  dem  Generalsteueramte  zugeordnet  waren,  um  das  Edelmetall  der  Münze  der  Fürsten 
und  Stände  zu  probieren  (Schles.  Vorz.  VII.  59).   Jachman  stirbt  am  10.  (11.)  September  1626  in  dem  Hause  des 

12* 


92 


Goldschmieds  Andreas  Nitsch  auf  der  Schmiedebrücke,  alt  55  Jahre  (Elis.).  Seine  Witwe  Maria  f  9.  X.  1633. 
Jachman  zeichnet  M  I  ligiert  (??). 
Jachman,  Mattheus,  d.  j.,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Hans  Jachman  d.  ä.,  Enkel  Mattheus 
Jachman  d.  ä.,  Bruder  Hans  Jachman  d.  j.,  wird  Ende  1690  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  9.  Januar  1691 
Magdalena,  geb.  Derb,  die  Witwe  des  Schuhmachers  Christoph  Lämmer  (MM).  Wohnt  auf  der  Schuhbrücke. 
Jachman  oder  seine  Frau  sind  Taufzeuge  bei  St.  Matthias  am  17.  III.  1700,  30.  III.  1703  u.  27.  I.  1716.  Seine 
Tochter  Susanna  Elisabeth  heiratet  am  12.  November  1715  den  Goldschmid  Michael  Wissmar  (MM).  Seine  Frau 
Magdalena  f  4.  (begr.  d.  6.)  I.  1720  (MMi.  Seine  Tochter  Maria  Magdalena  heiratet  am  22.  Februar  1724  den 
Konditor  Balthasar  Ernst  (MM).  Jachman  stirbt  am  12.  (13.,  17.)  Juli  1726,  alt  63  Jahre  3  Monate  (MM)  Zeichnet 
M  I  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  116. 

a.  Willkommpokal,  Silber,  Fuss,  Schaft,  Kelch  und  Deckel  profiliert,  mit  Akanthusrankenwerk  und  einem 
von  zwei  Greifen  gehaltenen  Schilde  mit  Emblemen  der  Zimmerer-Innung.  Als  Deckelbekrönung  eine  Janus- 
figur.  Datiert  27.  September  1705.  H.  56  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Zimmerergesellen- 
Bruderschaft,  Breslau. 

b.  Deckelbüch  sehen,  Silber,  oval,  gerippt,  auf  dem  Deckel  in  Gravierung  die  Wappen  der  Freiherrn 
H.  v.  Reichenbach  und  1  H  E  v.  Rohr  nebst  Jahreszahl  1705.  H.  4  cm.  Dm.  10  .<  8  cm.  Johanneskopf  Typus  II 
u.  Meisterz.  —  Graf  von  Reichenbach-Goschütz  auf  Goschütz. 

c.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  dichte  Blattspiralen,  auf  dem  birnförmigen  Nodus 
Früchtebuketts  in  getriebener  Arbeit.  Der  silberne  Kuppabelag  mit  Blattspiralen  in  durchbrochener  Arbeit. 
H.  21,3  cm.  Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Trinitatis, 
Kochlowitz  Kr.  Kattowitz. 

Jackel,  siehe  Jaeckel. 

Jackwitz,  Friedrich  Herrmann  [Heinrich]  (Jaeckwitz),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schneiders  Ludwig 
Jackwitz,  lernt  bei  Johann  Jacob  Hacker  vom  Juli  1831  bis  Juni  1836.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  8.  August  1843, 
alt  27  Jahre.  Meldet  sich  am  6.  Juli  1852  zur  Aufnahme  in  die  Innung,  wird  am  16.  Oktober  als  neues  Mitglied 
begrüsst.    Gibt  Neujahr  1866  sein  Geschäft  auf,  bleibt  aber  Mitglied  der  Innung. 

Jacob  vom  Berge,  siehe  Jacobus  de  Montibus  Kutte nis. 

Jacob,  Carl  Ferdinand,  Goldarbeiter,  geb.  in  Striegau,  Sohn  des  Kgl.  Münzinspektors  Benjamin  Jacob,  lernt  in 
Breslau  bei  Johann  Sigismund  Heintze  von  Ostern  1814  bis  Michaelis  1818.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  im  Mai  1825, 
alt  27  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Jacobus  aurifaber,  Mitglied  einer  Goldschmiedfamilie,  die  1318  von  Herzog  Heinrich  VI.  den  Breslauer  Brenngaden 
erhält;  siehe  Bertoldus  aurifaber. 

Jaeckel,  Christian  Heinrich  Daniel  (Jeckeli,  Goldarbeiter,  geb.  1765  in  Neugut  bei  Glogau,  lernt  in  Breslau  bei 
Johann  Gottlieb  Candisch,  dann  bei  Johann  Gottlob  Jaeckel  vom  26.  Dezember  1779  bis  24.  Februar  1785.  Meldet 
sich  am  12.  März  1789  als  Stückmeister,  wird  jedoch  abgewiesen,  da  er  die  vorgeschriebenen  Gesellenjahre  noch 
nicht  vollendet  hat.  Wiederholt  mit  Dispensation  der  Kgl.  Kammer  am  18.  Juni  1789  seine  Meldung,  wird 
zugelassen  und  arbeitet  bei  Johann  Ernst  Braungart  als  Meisterstück  eine  Haarnadel  mit  Rauten.  Wird  Meister 
am  30.  (31.)  Juli  1789  und  Bürger  am  21.  Januar  1790.  Lässt  sich  im  Januar  1800  von  Gottfried  August  Thilo 
in  Breslau  en  miniature  malen.  Ist  1817  und  1824  —  1826  Mitglied  der  Stadtverordneten-Versammlung.  Stirbt  am 
12.  September  1829. 

Jaeckel,  Friedrich  Carl  Siegmund  (Jaekel),  Silberarbeiter,  geb.  1763  in  Neugut  bei  Glogau,  lernt  in  Breslau  bei  Johann 
Gottlob  Jaeckel  von  1777  bis  20.  März  1783.  Meldet  sich  am  28.  Dezember  1785  als  Stückmeister,  arbeitet  bei 
Gottlob  Benjamin  Werner  ein  silbernes  Mundbecken  und  eine  Urne  mit  Perlendekor,  wird  Meister  am  26.  April  1786. 
Da  er  sich  während  der  Stückarbeit  einen  Gesellen  gehalten  hat,  muss  er  4  Rtlr.  Strafe  erlegen.  Erwirbt  das 
Bürgerrecht  am  10.  August  1786.  Heiratet  bei  St.  Vincenz  am  24.  Oktober  1787.  Flüchtet  im  Juni  1790  wegen 
Silberdiebstahls.    Kehrt  1794  nach  Breslau  zurück  und  wird  in  die  Innung  wieder  aufgenommen.    Stirbt  1832. 

Jaeckel,  Gottfried  Wilhelm,  Goldarbeiter,  ist  Trauzeuge  bei  St.  Vincenz  am  8.  Januar  1781. 

Jaeckel,  Johann  Gottlob  [Gottlieb]  (Jackel),  Silberarbeiter,  geb.  in  Tschime  bei  Glogau,  Sohn  des  Wirtschafts- 
verwalters Friedrich  Jaeckel,  lernt  in  Breslau  bei  Johann  Gottlieb  Schmidt  vom  30.  Dezember  1748  bis  17.  Sep- 
tember 1754.  Meldet  sich  als  Stückmeister  am  7.  Juni  1765,  arbeitet  bei  Johann  Gottlieb  Schmidt  ein  silbernes 
Becken  nebst  Kanne.  Wird  Meister  am  28.  August  1765  und  Bürger  am  9.  Januar  1766.  Heiratet,  34  Jahre  alt, 
am  26.  April  1768  Barbara  Elisabeth,  die  Tochter  des  f  Schneiders  Wolfgang  Neidel  (Elis.).  Seine  Frau  | 
31.  VIII.  (begr.  d.  2.  IX.)  1769  (MM).  Jaeckel  heiratet  am  21.  Mai  1770  Elisabeth,  die  Tochter  des  ungarischen 
Knopfmachers  Paul  Schurini  (MMi.    Jaeckel  heiratet,  nachdem  er  zum  zweiten  Male  Witwer  geworden,  am 


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28.  November  1786  Anna  Beata,  die  Tochter  des  f  Zolleinnehmers  George  Gottlieb  Drimecke  MM).  Stirbt  am 
30.  Januar  1793.   Jaeckel  zeichnet  I  G  I  in  einem  Dreipasse,  vgl  Taf.  V  Nr.  166. 

a.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  runden  Fusse  drei  dreiseitige  Felder  mit  getriebenen  silbernen 
Rokokokartuschen.    Der  gestreckt  birnförmige  Nodus  leicht  profiliert  und  gedreht.    Der  silberne  Kuppabelag 
mit  Rokokodekor  in  durchbrochener  Arbeit.    H.  22,6  cm.   Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G 
Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.    Adlertypus.  —  Evang.  Pfarrkirche,  Miinsterberg. 
Jaeckel,  Johann  Samuel  Daniel;  mit  diesen  Vornamen  ist  im  Protokollbuche  am  12.  März  1789  der  Stückmeister 

Christian  Heinrich  Daniel  Jaeckel  fälschlich  genannt. 
Jaeckwitz,  Friedrich  Herrmann  [Heinrich],  siehe  Jackwitz. 
Jänsch,  Johann,  Goldarbeiter,  ist  am  8.  Januar  1781  Trauzeuge  bei  St.  Vincenz. 
Jahmann,  siehe  Jach  man. 

Jahn,  Jacob  (Jant,  Jandt,  Jantt),  Goldschmied  und  Wappenschneider,  Sohn  des  Schüppers  George  Jahn  (Jantt)  zu 
Königsberg  i.  Pr.,  wird  1580  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  Cantate  1580  Sara,  die  Tochter  des 
Schneiders  Lorenz  Mülsteffan  (Elis.).  Wohnt  auf  der  Olischen  Gasse.  Der  Goldschmied  Paul  Nitsch  nennt  1585 
dem  Breslauer  Bischöfe  Andreas  von  Jerin  auf  dessen  Anfrage  nach  einem  geschickten  Siegelschneider  den  Gold- 
schmied Jacob  Jahn  (Jant),  „dass  er  solche  Arbeit  mit  Fleiss  und  künstlerisch  verrichten  werde"  (Schles.  Vorz.  VII.  67). 
Jahn  kommt  nicht  zur  Vollendung  des  bischöflichen  Auftrages,  da  er  am  17.  August  1586  stirbt.  Seine  Witwe  Sara 
heiratet  19.  Trinitatis  1595  den  Goldschmied  Hans  Schoenau  (Elis.). 

Jaite,  Johann  Valentin,  siehe  Jeuthe. 

Jancke,  Johann  Christoph  (Janke),  d.  ä.,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Ziergärtners  Johann  Jancke,  arbeitet 
bei  Stephan  Christian  Luttroth  als  Meisterstück  ein  silbernes  Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  6.  Juli  und 
Bürger  am  12.  Juli  1746.  Heiratet  am  9.  Oktober  1747  Anna,  die  Tochter  des  f  Tuchmachers  Christoph  Scholtze 
in  Guhrau  (Elis.).  Stirbt  am  7.  (begr.  d.  10.)  April  1780,  alt  59  Jahre  9  Monate  (Elis.).  Seine  Tochter  Anna 
Christiana  heiratet  am  13.  Juli  1780  den  Hospitalschaffner  Martin  Schwann  (Elis.).  Seine  Witwe  Anna  f  6. 
(begr.  d.  9.)  V.  1790  (Elis.).   Jancke  zeichnet  ICI  in  einem  gezackten  Blatte,  vgl.  Taf.  V  Nr.  156. 

a.  Zuckerdose,  Silber,  oval,  auf  vier  Blattfüsschen.    Auf  dem  Deckel  ein  plastisch  aufgelegter  Blätterzweig 
mit  einer  Frucht.   Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst. 
Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vermächtnis  Epstein). 

b.  Zuckerdose,  Silber,  oval,  auf  vier  Blattfüsschen.  Auf  dem  Deckel  ein  plastisch  aufgelegter,  fünfblättriger 
Zweig  mit  einer  Blüte.  H.  incl.  Blüte  12  cm.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II, 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst  3$ ' .  —  Frau  Prof.  Dr.  Hintze,  Breslau. 

c.  Tischleuchter,  Silber,  ein  Paar,  mit  zweiarmigem  Aufsatzteil,  mit  Rokokodekor  in  getriebener  Arbeit. 
H.  30,5  cm.   Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst. 

Kath.  Pfarrkirche  St.  Jacobi,  Neisse. 

d.  Besteck,  Silber,  Messer,  Gabel  und  Löffel,  am  Griffe  später  Rokokodekor.  Johanneskopf  Typus  XIII, 
Stempelmeisterb.  G  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.         -  Arthur  v.  Machui,  Breslau. 

Jancke,  Johann  Christoph  (Janke,  Jencke),  d.  j.,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Johann 
Christoph  Jancke  d.ä.,  lernt  bei  seinem  Vater  vom  29.  September  1764  bis  5.  Juni  1768.    Meldet  sich  mit  Dispen- 
sation der  Kgl.  Kammer  am  1.  Juni  1780  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann  Christian  Schlencker  eine  silberne 
Tirene  (Meremitte)  und  Tasse,  wird  Meister  am  26.  Februar  1781.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  10.  Mai  1783. 
Heiratet  40  Jahre  alt  am  1.  März  1791  Carolina  Wilhelmina,  die  Tochter  des  Kochs  Gottfried  Karsch  (Elis.).  Seine 
Frau  f  26.  (begr.  d.  28.)  X.  1791  (Elis.).   Jancke  heiratet  im  Januar  1806  Anna  Katharina,  geb.  Mosin,  die  Witwe 
des  Schuhmacherältesten  Matthäus  Baumel  (Elis.).   Stirbt  1819.    Jancke  zeichnet  bald  IANCKE,  positiv  ein- 
geschlagen, bald  wie  sein  Vater  ICI  in  einem  gezackten  Blatte,  vgl.  Taf.  V  Nr.  156. 
a.  Tischleuchter,  Silber,  16  Stück,  in  der  Fig.  38  abgebildeten  Form,  doch  auf  quadratischer  Standfläche  und 
ohne  Gitterwerk  um  die  Lichttülle.    Datiert  1791—1802.   Johanneskopf  in  verschiedenen  Typen,  Stempel- 
meisterb. K,  L  u.  M,  Meisterz,  in  beiden  Formen  u.  Kriegssteuerst.  Sftf '.        Verein  christlicher  Kaufleute, 
Zwinger,  Breslau.  (Meist  Stiftungen  von  Zwingerschützenkönigen.) 
Jander,  Tobias,  Goldschmiedgeselle  von  Habelschwerdt,  stirbt  am  14.  (15.)  September  1585,  hat  bei  Sebastian  Goldt- 

hoff  d.  ä.  gearbeitet. 
Jant  [Jandt,  Jantt],  Jacob,  siehe  Jahn. 

Janus,  Herrmann,  Silberarbeiter,  geb.  am  13.  November  1819  in  Pitschen  OS.,  Sohn  des  dortigen  Kantors  und  Schul- 
lehrers Janus,  lernt  in  Breslau  bei  Paul  Leonhard  Schmidt  von  1833—1838.  Lässt  sich  1850  als  selbständiger 
Meister  nieder.    Wird  nicht  Innungsmitglied.    Stirbt  am  21.  April  1891.    Von  ihm  besitzt  die  Vereinigte  Fleischer- 


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Innung  in  Breslau  ein  Paar  silberne  Sargschilde  mit  einem  Lamm  in  getriebener  Arbeit,  bezeichnet  H.  Janus, 
Breslau  1882. 
Jayke  [Jeicke],  Johann  Valentin,  siehe  Jeuthe. 

Jencowicz,  Niczco  (Genkowicz),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  Godehardi  (5.  Mai)  1365;  Bürge  ist  Peter  Jencowicz. 
Ist  1372  als  Vormund  der  Frau  Anna  Claus  Briger  genannt  (Schöppenb.  III.  151  b). 

Jencowicz,  Paulus,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  Godehardi  (5.  Mai)  1365;  Bürge  ist  Peter  Jencowicz. 

Jendryssik,  Franz,  Goldarbeiter,  geb.  in  Pless  OS.,  Sohn  des  Brauers  Paul  Jendryssik,  erwirbt  das  Breslauer  Bürger- 
recht am  2.  Juni  1850,  alt  27  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Jeuthe,  Johann  Gottfried,  Goldarbeitergeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Haushofmeisters  Johann  Gottfried  Jeuthe, 
heiratet  1759  Helena,  die  Tochter  des  f  Briefträgers  Bartholomaeus  Jochim  in  Oppeln;  Trauzeuge  ist  der  Gold- 
arbeiter Johann  Gottlieb  Barbi  (MM  u.  Vincenz).    Wird  1763  am  Hinterdom  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 

Jeuthe,  Johann  Valentin  (Jeuke,  Jaite,  Jayke,  Jeicke),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Johann  Gottlob  Scholtz 
vom  Qu.  Crucis  1786  bis  Qu.  Trinitatis  1792.  Arbeitet  bei  Ferdinand  Christian  Krebs  als  Meisterstück  ein  silbernes 
Kaffeekännchen  nebst  Milchgiesser  (etwa  in  der  auf  Seite  9  Fig.  6  wiedergegebenen  Form).  Wird  Meister  am 
8.  November  1797  und  Bürger  am  23.  Januar  1798.   Stirbt  1827. 

Ihme,  Gottfried  (Ihmme,  Ime,  Imme),  Goldschmied,  Sohn  des  Stadtbraumeisters  Johannes  Ihme  in  Pirna,  wird  1691 
in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  20.  August  1691  Rosina,  die  Tochter  des  f  Riemers  Gottfried 
Francke  (Elis.).  Er  und  seine  Frau  sind  öfters  Taufzeuge  bei  St.  Matthias.  Seine  Frau  Rosina  f  6.  (begr.  d.  9.)  XII. 
1701  (Elis.).  Seine  Tochter  Johanna  Rosina  heiratet  am  2.  November  1718  den  Dr.  med.  u.  Praktikus  George 
Friedrich  Steiner  (Elis.).  Ihme  ist  seit  1725  Zunftältester.  Stirbt  am  24.  Mai  (2.  Juni)  1737,  alt  80  Jahre  9  Monate 
(Elis.).  Seine  Witwe  Rosina,  geb.  Würbitz,  f  28.  (begr.  d.  30.)  III.  1742  (Elis.).  Ihme  zeichnet  G  I  in  ovalem  Felde, 
vgl.  Taf.  IV  Nr.  117. 

a.  Löffel,  Silber,  in  Renaissanceform.  L.  20,2  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Baumeister  Frohne, 
Kopenhagen. 

b.  Becher  mit  Deckel,  Silber,  auf  dem  konischen  Mantel,  im  Fusse  und  auf  dem  Deckel  schwedische  Zweimark- 
stücke, im  Boden  und  auf  dem  Deckel  je  ein  Viermarkstück  von  1664 — 1682,  alle  mit  dem  Bildnisse  Karls  XI. 
H.  incl.  Deckel  24,8  cm.  Johanneskopf  Typus  II  u.  Meisterz.  Deckel  später,  eine  Arbeit  des  Christian  Maxi- 
milian Schmidt;  Johanneskopf  Typus  X,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  —  Stadtältester  Dr.  H.  v.  Korn, 
Breslau. 

c.  Sonnenmonstranz,  Silber  mit  Vergoldung,  um  die  Lunula  die  aus  Blumenkelchen  herauswachsenden  Halb- 
figuren der  zwölf  Apostel,  Gott  Vaters  und  einer  Pietä  in  durchbrochener  Arbeit.  Ziemlich  genaue  Kopie  nach 
einer  Augsburger  Monstranz  im  Breslauer  Matthiasgymnasium.  Am  Fusse  die  Wappen  des  Stifterpaares. 
H.  80  5  cm.  Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  Kath.  Pfarrkirche  St.  Mariae,  Oll- 
muth Kr.  Gross-Strelitz  OS. 

d.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassig  gebogten  Fusse  aufgestiftete  silberne  Engelsköpfe  und  Buketts. 
Kuppa  neu.  Unter  dem  Fusse  die  Inschrift:  „Anna  Maria  Preussen  gebohrne  Klugen  A.  1709."  H.  20,2  cm. 
Johanneskopf  undeutlich,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  Evang.  Gnadenkirche  zum  hl.  Kreuze 
Christi,  Hirschberg. 

e.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  in  silbernen  Auflagen  Blumenrosetten  und 
drei  Medaillons  mit  Leidensattributen.  Kuppa  neu.  Auf  der  Unterseite  des  Fusses  die  Inschrift:  „Daniel 
Novath  1713  d.  3.  Dezember".  Der  Kelch  wurde  etwa  ein  Jahr  früher  gearbeitet.  H.  23,5  cm.  Johannes- 
kopf Typus  IV,  Stempelmeisterb.  A,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Evang.  Pfarrkirche  St.  Salva- 
toris,  Kreuzburg  OS. 

f.  Becher,  Silber,  auf  dem  konischen  Mantel  oben  drei  Muscheln  zwischen  Akanthusranken  auf  punziertem 
Grunde,  unten  sowie  auf  dem  Standring  Rippung.  Der  bei  dieser  Becherform  übliche  Deckel  fehlt.  H.  15,2  cm. 
Johanneskopf  Typus  IV,  Stempelmeisterb.  A,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Kgl.  Kunstgewerbemuseum, 
Berlin. 

g.  Deckelbecher,  Silber,  in  der  auf  Seite  63  Fig.  17  abgebildeten  Form.  Auf  dem  konischen  Mantel  oben 
drei  Muscheln  zwischen  Akanthusrankenwerk  auf  punziertem  Grunde,  unten  Rippung.  Am  oberen  Rande  des 
Bechers  eine  spätere  Inschrift.  H.  incl.  Deckel  21  cm.  Johanneskopf  Typus  V,  Stempelmeisterb.  B  negativ, 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.       —  Stadtältester  Dr.  H.  v.  Korn,  Breslau. 

h.  Löffel,  Silber,  die  ovale  Laffe  rückseitig  graviert  mit  Wappen  und  Jahreszahl  1727.  L.  20,1  cm.  Johannes- 
kopf Typus  IX,  Stempelmeisterb.  B  positiv  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Alter- 
tümer, Breslau. 


95 


i.  Kelch,  Silber  mit  wenig  Vergoldung,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  abwechselnd  drei  Flächen  mit  geflügelten 
Engelsköpfchen,  drei  mit  Bandwerk.  An  dem  flachen  Nodus  sechs  rhombische  Plättchen  ohne  Dekor.  Der 
sechskantige  Schaft  über-  und  unterhalb  des  Nodus  mit  Emaildekor.  Auf  dem  silbernen  Kuppabelag  drei 
Szenen  aus  der  Wüstenwanderung  des  Volkes  Israel  zwischen  Laub-  und  Bandelwerk  in  durchbrochener 
Arbeit.  Datiert  1731.  Beschauz.  W  Typus  VII,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  —  Evang.  Pfarrkirche  St.  Mi- 
chaelis, Strehlen. 

k.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  Bandwerk,  geflügelte  Engelsköpfchen 
und  drei  Felder  mit  Kinderfigürchen,  die  durch  Kelch,  Kreuz  und  Anker  als  „Glaube,  Liebe,  Hoffnung"  ge- 
kennzeichnet sind,  alles  silbern  in  getriebener  Arbeit.    Der  birnförmige  Nodus  mit  Bandwerk  auf  punziertem 
Grunde.    Der  silberne  Kuppabelag  mit  Voluten  und  Gitterwerk  in  durchbrochener  Arbeit.    Auf  dem  Fuss- 
rande die  Inschrift:  „Johann  Scholtz,  Bürger  und  Becker  in  Bresslau,  Anno  1737  d.  24.Juny."    Der  Kelch 
muss  etwas  früher  gearbeitet  sein.    H.  25,8  cm.   Johanneskopf  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  C,  Meisterz.  u. 
Kriegssteuerst.        —  Bernhardinkirche,  Breslau. 
Ihme,  Gottfried  [Gottlieb]  Wilhelm  (Ihmme,  Ime),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Gottfried 
Ihme,  arbeitet  bei  Johann  Peter  Ziegler  als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am 
17.  August  1722.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  17.  Dezember  1727.    Eröffnet  im  Januar  1728  eine  eigene  Werk- 
statt.   Heiratet  am  21.  Januar  1728  Anna  Elisabeth,  die  Tochter  des  f  Konditors  Caspar  Lucas  (Elis.).  Seine 
Tochter  Johanna  Eleonora  heiratet  am  22.  August  1747  den  Apotheker  Friedrich  Salomon  Schnetter  in  Ohlau 
(Elis.).    Ihme  ist  in  der  Meisterliste  von  1747  das  letzte  Mal  erwähnt. 
Iiiig,  Carl  Heinrich  (Illing),  Goldarbeiter,  geb.  in  Dresden,  meldet  sich  in  Breslau  am  3.  März  1774  als  Stückmeister, 
arbeitet  bei  Gottlob  Benjamin  Werner  ein  Paar  Ohrrosen  mit  Brillanten,  wird  Meister  am  7.  Juli  und  Bürger  am 

12.  Juli  1774.    Stirbt  am  5.  (begr.  d.  7.)  Februar  1785,  alt  65  Jahre  (MM). 

Joel,  Heinrich  August  (Joel,  Johel),  Goldarbeiter,  geb.  in  Schroxlau  (?)  bei  Mansfeld,  Sohn  des  Amtsschreibers 
George  Andreas  Joel,  arbeitet  in  Breslau  bei  Gottfried  Heyner  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und 
Siegel,  wird  Meister  am  5.  Oktober  und  Bürger  am  9.  Oktober  1716.  Heiratet  am  20.  Oktober  1716  Anna  Rosina, 
die  Tochter  des  Goldschmieds  Johann  Petzold  (Elis.).  Ist  Ältester  seit  1733.  Seine  Tochter  Rosina  Elisabeth 
heiratet  am  24.  November  1739  den  Kaufmann  Gottlieb  Benjamin  Willer  (MM).  Joel  ist  1742  Taufzeuge  auf  dem 
Dom.  Stirbt  am  14.  März  1746,  alt  62  Jahre  9  Monate  3  Tage;  ist  am  17.  März  in  der  Innungskapelle  begraben 
worden  (MM).    Seine  Witwe  Anna  Rosina  t  28.  (begr.  d.  30.)  V.  (12.  VI.)  1758  (Elis.  u.  MM). 

Johann  der  Kleine,  Goldschmied  auf  dem  Sande;  siehe  Seite  35. 

Jonas,  Ernst  Rudolf  Heinrich,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  10.  September  1838,  Sohn  eines  Schuhmachers, 
lernt  bei  Carl  Friedrich  Korok  von  Qu.  Johannis  1852—1858.    Arbeitet  von  1860—1870  in  Halle  a.  S.    Wird  am 

13.  Juli  1874  in  die  Breslauer  Innung  aufgenommen.  Erhält  bald  darauf  wegen  Verarbeitung  von  schlechtem 
Silber  und  Anwendung  eines  falschen  Beschaustempels  eine  Verwarnung.    Stirbt  um  1885. 

Jordan,  Johann  David,  Silberarbeiter,  wird  zuerst  in  Berlin  Meister,  siedelt  1785  nach  Breslau  über  und  wirbt  am 
27.  Dezember  desselben  Jahres  bei  der  Breslauer  Innung  ein.  Da  er  schon  in  Berlin  ein  Meisterstück  ordnungs- 
gemäss gearbeitet  hat,  wird  er  sofort  nach  Zahlung  von  50  Gulden  Rezeptionsgebühr  als  Meister  aufgenommen. 
Ist  in  der  Liste  von  1799  das  letzte  Mal  genannt. 

Jorg,  Lorenz,  kein  Goldschmied,  sondern  ein  Tuchmacher  der  Neustadt-Breslau,  wurde  durch  ein  Versehen  des 
Stadtschreibers  im  Catalogus  civium  von  1470  unter  die  Goldschmiede  geschrieben. 

Jüngling,  Gustav,  Goldarbeiter,  wird  am  12.  (21.)  April  1868  in  die  Innung  aufgenommen.    Stirbt  am  29.  August  1871. 

Juncher,  Paulus  (Pawil  Jungherre,  Juncker,  Junckerret,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Dienstag  vor  Cathedra  Petri 
(21.  Februar)  1430.  Erscheint  1441,  1446,  1449,  1453  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunft- 
senior.   Ist  1446  Testamentar  des  f  Nicolaus  Polak  (vgl.  Urk.  8). 

Jung,  Johann  Christian  (Junge),  Goldarbeiter,  geb.  in  Schweidnitz,  lernt  in  Breslau  bei  Carl  Sigmund  Klein  vom  Juni 
1764—1770.  Wird  erst  in  Schweidnitz  Meister,  siedelt  später  nach  Breslau  über,  wirbt  am  17.  September  1789 
in  das  Mittel  der  Gold-  und  Silberarbeiter  ein  und  wird  am  8.  Oktober  desselben  Jahres  als  Meister  aufgenommen. 
Leistet  am  21.  Januar  1790  den  Bürgereid.    Stirbt  1829.    Seine  Witwe,  geb.  Albrecht,  f  1831  (MM). 

Junge,  Andreas,  Goldschmiedgeselle  von  Meldorf  in  Holstein,  heiratet  in  Breslau  1583  Elisabeth,  die  Tochter  des 
Perlenhefters  Dietrich  Stieber  (MM). 

Kämpft,  Johann  David,  Silberarbeiter  von  Frankfurt  a.  M.,  stirbt  in  Breslau  am  11.  (begr.  d.  13.)  März  1755,  alt 
55  Jahre  (MM). 

Kaerber,  Hans  [Johannes],  siehe  Ko erber. 

Kästier,  Daniel,  siehe  Kostler. 


96 


Kahlert,  George  (Kallert),  d.  ä.,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Leinwandreissers  George  Kahlert,  wird  1702 
Meister.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  31.  Oktober  1702.  Heiratet  am  13.  Februar  1703  Barbara,  die  Tochter  des 
Schreibers  Caspar  Hoffman  (Elis.).  Stirbt  am  4.  (begr.  d.  7.)  Februar  1736,  alt  62  Jahre  14  Tage  (Elis.).  Seine 
Witwe  Barbara  f  4.  (begr.  d.  6.)  XI.  1748  (Elis.).  Sein  Sohn  Gottlieb,  ein  Prediger,  heiratet  am  15.  April  1755 
Eva  Susanna,  die  Tochter  des  f  Kaufmanns  Johann  Gerhard  Steinberger  (MM).  Kahlert  zeichnet  G  K  in  recht- 
eckigem Felde  mit  einwärts  gebogenen  Ecken,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  125. 

a.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  absetzenden,  sechspassigen  Fusse  Früchtegirlanden,  darüber  geflügelte 
Engelsköpfe  und  Früchtebündel  in  getriebener  Arbeit.  Auf  dem  Kuppabelag  drei  geflügelte  Engelsköpfchen 
zwischen  Blattrankenwerk  in  durchbrochener  Arbeit.  Datiert  10.  Juni  1708;  Tag  der  ersten  Abendmahls- 
feier in  der  Barbarakirche.  H.  24,7  cm.  Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  — 
Barbarakirche,  Breslau. 

b.  Anbietplatte,  Silber,  flach  oval,  im  Spiegel  Phryxus  und  Helle,  am  Rande  Rollwerk  und  Akanthus- 
ranken  in  getriebener  Arbeit.  Plattenrand  gewellt.  Dm.  36,3  X  29,5  cm.  Johanneskopf  ähnlich  Typus  VI, 
Stempelmeisterb.  B  negativ  u.  Meisterz.  —  Diözesanmuseum,  Breslau  (Stammt  aus  der  kath.  Pfarrkirche  in 
Hochkirch). 

c.  Löffel,  Silber  vergoldet,  Griff  sechsseitig  mit  Maskarons.  L.  21,3  cm.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  B 
negativ  u.  Meisterz.  —  P.  A.  Kotschubey,  St.  Petersburg  (nach  Rosenberg  Nr.  475 1. 

Kahlert,  George  (Kallert),  d.  j.,  Silberarbeiter,  Sohn  des  Breslauer  Goldschmieds  George  Kahlert  d.  ä.,  arbeitet  als 
Meisterstück  einen  Pokal  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  31.  März  und  Bürger  am  19.  August  1732. 
Heiratet  am  10.  November  1732  Rosina  Elisabeth,  die  Tochter  des  f  Buchhalters  George  Scholle  (Schell?)  (Elis.). 
Stirbt  am  4.  (begr.  d.  6.)  August  1772,  alt  68  Jahre  8  Monate  15  Tage  (Elis.).  Seine  Witwe  t  2.  (begr.  d.  5.) 
III.  1782  (Elis.  i.  Kahlert  zeichnet  G  K,  zwischen  den  Buchstaben  zwei  Punkte,  in  rechteckigem  Felde  mit  einwärts 
gebogenen  Ecken,  vgl.  Taf.  V  Nr.  148. 

a.  Ampel,  Silber,  ungewöhnlich  gross,  mit  Laub-  und  Bandelwerk  in  durchbrochener  Arbeit.     Die  Hänge- 
ketten sitzen  an  drei  vollrunden  Köpfen.    H.  55  cm.    Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz. 
Kath.  Pfarrkirche  St.  Mariae,  Ratibor. 

b.  Kelch,  Silber  mit  wenig  Vergoldung,  der  glatte  runde  Fuss  wenig  gerippt,  am  Nodus  Voluten,  an  der 
Kuppa  das  gravierte  Wappen  des  H.  E.  v.  Lohenstein  nebst  Jahreszahl  1742.  H.  23,2  cm.  Johanneskopf 
Typus  XI,  Stempelmeisterb.  D,  Meisterz.  it.  Kriegssteuerst.    Adlertypus.  —  Evang.  Pfarrkirche,  Münsterberg. 

c.  Becher,  Silber  vergoldet,  mit  sechsseitiger  Kuppa.  H.  16,3  cm.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  D  u. 
Meisterz.  —  Graf  Samuel  Teleki.    Ausstellung  Budapest  1884,  Kat.  S.  141  (nach  Rosenberg  Nr.  480). 

d.  Kelchbecher,  Silber  vergoldet,  ein  Paar  sog.  Hochzeitsbecher),  auf  dem  Fusse  eine  und  an  dem  unteren 
Teile  der  sechsseitigen  Kuppa  drei  Reihen  von  Herzen  auf  gerauhtem  Grunde.  H.  15,3  cm.  Johanneskopf 
Typus  XII,  Stempelmeisterb.  F,  Meisterz.  u.  ein  undeutlicher  österr.  Freistempel.  Geh.  Kommerzienrat 
Moriz-Eichborn,  Breslau. 

e.  Schüssel  für  Messkännchen,  Silber.  Johanneskopf  u.  Meisterz.  Kath.  Pfarrkirche  St.  Annae,  Frankenstein. 
Kahlert,  Samuel,  Goldschmiedgeselle,    stirbt  in  Breslau  am  2.  (begr.  d.  4.)  Oktober  1781,  alt  70  Jahre  9  Monate 

10  Tage  (MM;. 
Kaiser,  Christian  Gottlieb,  siehe  Kayser. 
Kalbe  [Kalb],  Andreas,  siehe  Kolbe. 

Kalbisowge,  Martinus  [Mertin],  aurifaber,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Montag  nach  Jubilate  (18.  April)  1440.  Erscheint 
1444,  1447,  1450,  1453  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.  Ist  1451  neben  Henningus 
Wehpusch  Testamentar  des  f  Georg  Heyne  (Bresl.  Diözesanarchiv,  Inkorporationsb.  II.  56). 

Kamenske,  Matthias,  Goldschmiedgeselle  aus  Troppau,  stirbt  in  Breslau  am  27.  Mai  1674,  alt  25  Jahre,  hat  bei  Paul 
Hedelhofer  d.  j.  in  Arbeit  gestanden. 

Kandisch,  Johann  Gottlieb,  siehe  Candisch. 

Kaseberger  [Kasperge,  Kasperke],  siehe  Casperge. 

Kauder,  Mathias  (Kawder,  Cawder,  Chuder,  Kudert,  aurifaber,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Tage  Antonii  (2.  Sep- 
tember) 1414.  Erscheint  1415,  1417,  1419,  1421,  1424,  1427,  1430,  1433,  1436,  1439,  1441,  1444  in  den  Ge- 
schworenenlisten der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.  Ist  1424  bei  Schorgast  cantrifusor)  und  1425  im  Bürger- 
buche als  Bürge  genannt.    Stirbt  um  1448. 

Kauerhase,  Heinrich,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Handelsmannes  Valentin  Kauerhase,  stirbt  auf 
der  Wanderschaft  in  Mantua  am  6.  Oktober  1600,  alt  24  Jahre  (abgekündigt  in  Breslau  bei  Elis.  u.  MM). 

Kaufmann,  Paulus,  aurifaber,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Dienstag  nach  Matthei  ap.  (26.  September)  1424. 


97 


Kayser,  Carl  Moritz,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kammsetzers  Heinrich  Kayser,  erwirbt  das  Bürgerrecht 
am  15.  Dezember  1840,  alt  32  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Kayser,  Christian  Gottlieb  (Kaiser,  Keyser,  Keiser,  Keuser),  Goldarbeiter,  geb.  in  Wartenberg  i.  Schles.,  lernt  in  Breslau 
bei  Johann  Gottlob  Tholuck  vom  Qu.  Reminiscere  1782  bis  Qu.  Lucie  1787.  Arbeitet  bei  Ferdinand  Christian 
Krebs  als  Meisterstück  eine  Haarnadel  mit  Brillanten,  wird  Meister  am  26.  März  1795.  Wird  durch  Dispensation 
der  Kgl.  Kammer  von  der  Wanderschaft  befreit.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  31.  Oktober  1796.  Stirbt  1822  in 
dürftigen  Verhältnissen. 

Kecher,  Veit,  siehe  Koch. 

Keil,  Johann  Caspar,  siehe  Keyl. 

Keiser,  Christian  Gottlieb,  siehe  Kayser. 

Kelle,  Ambrosius,  wohl  kein  Goldschmied,  scheint  nur  durch  ein  Versehen  des  Stadtschreibers  im  Catalogus  civium 

von  1470  unter  die  Goldschmiede  geraten  zu  sein. 
Keller,  Johann  Christoph  (Köhler),  Goldschmied,  Sohn  des  Pfarrers  Christian  Keller  in  Glaucha  bei  Halle,  wird  1705 

in  Breslau  Meister.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  9.  September  1705.    Heiratet  am  13.  Oktober  1705  Juliana 

Dorothea,  die  Tochter  des  f  Pfarrers  Christian  Strobach  in  Leippe  bei  Grottkau  (Elis.).    Stirbt  oder  zieht  von 

Breslau  weg  vor  1709. 
Kerber,  Hans  [Johannes],  siehe  Ko erber. 

Kersten,  Balthasar,  Goldschmiedgeselle  von  Stendal  in  der  Mark,  stirbt  in  Breslau  am  11.  März  1611,  alt  etliche 
30  Jahre  (Elis.  u.  MM). 

Kesseler,  Sigmund  (Segmund  Goltsmed),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Montag  vor  Egidii  (30.  August)  1417.    Ist  am 

12.  August  1417  und  6.  März  1419  im  Schöppenbuch  XII  erwähnt. 
Keuser,  Christian  Gottlieb,  siehe  Kayser. 

Keyl,  Johann  Caspar  (Keil),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Gräupners  Johann  Keyl,  wird  Meister  am 
S.Oktober  1731  und  Bürger  am  27.  August  1732.  Heiratet  am  9.  September  1732  Rosina  Elisabeth,  die  Tochter 
des  Goldschmiedältesten  Johann  Christoph  Klippel  in  Hirschberg;  Trauzeuge  ist  der  Goldschmied  George  Friedrich 
Thamm  (MM).    Stirbt  oder  verzieht  von  Breslau  um  1741. 

Khun,  Wolf,  siehe  Kune. 

Kidtner  [Kiedtner],  Johann  Michael,  siehe  Kittner. 

Kiesling,  Johann  Eduard  (Kisling),  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Johann  Gottfried  Kiesling,  lernt  bei  seinem 
Vater  von  Ostern  1817—1821.  Meldet  sich  am  5.  Januar  1826  als  Stückmeister,  nimmt  alsdann  von  der  Ver- 
fertigung des  Meisterstückes  Abstand  und  wird  Kaufmann.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  25.  Mai  1827. 

Kiesling,  Johann  Gottfried  [Gottlieb]  (Kisling),  Goldarbeiter,  geb.  1762  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Martin 
Kiesling,  lernt  bei  Carl  Heinrich  Iiiig  vom  30.  Mai  1777  bis  5.  Juni  1782.  Meldet  sich  am  4.  Juni  1790  als  Stück- 
meister, arbeitet  bei  Gottlob  Benjamin  Werner  eine  Nadel  mit  ä  jour  gefassten  Brillanten.  Wird  Meister  am 
9.  September  1790  und  Bürger  am  24.  Februar  1791.  Heiratet  am  16.  Februar  1801  Johanna  Elisabeth  Sophia,  die 
Tochter  des  f  Stadtphysikus  Dr.  med.  Johann  Samuel  Kruttge  (Elis.).  Ist  von  1812 — 1827  Stadtverordneter.  Seine 
Frau  f  4.  (begr.  d.  7.)  II.  1816  (Elis.).    Er  selbst  stirbt  am  29.  Mai  1834. 

Kiesling,  Martin  (Kisling,  Kissling,  Kiessling,  Kisseling),  Silberarbeiter,  geb.  in  Bautzen  (=  Budissin)  in  Sachsen, 
Sohn  des  Schlossers  Martin  Kiesling,  meldet  sich  in  Breslau  am  29.  März  1753  als  Stückmeister,  arbeitet  bei 
Stephan  Christian  Luttroth  ein  silbernes  Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  10.  Juni  (Juli?)  und  Bürger  am 

13.  Juli  1753.  Heiratet  am  24.  Juli  1753  Anna  Rosina,  die  Witwe  des  Silberarbeiters  George  Nawarra  (Elis.).  Seine 
Tochter  Johanna  Rosina  heiratet  am  12.  Januar  1780  den  Seifensieder  Carl  Wilhelm  Knebel,  einzigen  Sohn  des 
t  Reichkrämerältesten  Christian  Knebel  (MM).  Kiesling  stirbt  am  19.  Dezember  1788,  alt  75  Jahre.  Seine  Witwe  Anna 
Rosina  (Regina?),  geb.  Jannisch,  setzt  die  Werkstatt  fort,  stirbt  am  8.  (begr.  d.  11.)  März  1794,  alt  68  Jahre  6  Mo- 
nate 3  Tage  (Elis.).    Kiesling  zeichnet  MK  in  einem  gezackten  Blatte,  vgl.  Taf.  V  Nr.  162. 

a.  Schälchen,  Silber,  oval,  mit  getriebenen  Wellenlinien.    Dm.  17,2  X  12,5  cm.    Johanneskopf  Typus  XII, 
Stempelmeisterb.  G  Typus  I  u.  Meisterz.  —  Frau  Jenny  Schlesinger,  Gleiwitz  OS. 
Kilian,  Martin,  Silberdrechsler  ausserhalb  des  Zunftzwanges,  Sohn  des  Bauern  Lorenz  Kilian  in  Dankwitz,  heiratet 
in  Breslau  am  20.  Mai  1613  Maria,  die  Tochter  des  Wetschkermachers  Erasmus  Schmied  (MM).  Stirbt  am  2.  April 
1657,  alt  77  Jahre  (Elis.). 

Kirchner,  Gustav  Adolph,  Silberarbeiter,  Sohn  des  f  Polnisch,  u.  Kurfürstl.  Sächs.  Leutnants  Adolph  Kirchner,  stirbt 

in  Breslau  am  30.  September  (begr.  d.  2.  Oktober)  1746,  alt  38  Jahre  (Elis.). 
Kirsch,  Wilhelm,  Goldarbeiter,  tritt  am  16.  Oktober  1852  in  die  Innung  ein,  scheidet  1858  wieder  aus. 
Kirschner,  Johann  [Hans]  George,  siehe  Girschner. 

13 


98 


Kischky,  Christoph  Gottlieb  (,Kischke,  Kitschke,  Kysky,  Kyschky,  Kueschky),  Silberarbeiter,  geb.  in  Schmograu  bei 
Namslau,  meldet  sich  in  Breslau  am  9.  Juni  1763  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann  Oottlieb  Schmidt  ein  sil- 
bernes Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  5.  August  1763  und  Bürger  am  17.  Januar  1764.  Stirbt  am 
20.  Januar  1764. 

Kisling  (Kissling],  siehe  Kiesling. 

Kittner,  Johann  Michael  (Kidtner,  Kiedtner,  Küttner,  Kuttner),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schneiders 
Johann  Heinrich  Kittner,  arbeitet  bei  Johann  Klinge  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird 
Meister  am  31.  Mai  und  Bürger  am  17.  Juli  1734.  Heiratet  am  3.  Mai  1735  Christina  Rebecca,  die  Tochter  des  f 
Pfarrers  Christian  Rohrman  zu  Pawelau  i.  Schles.  (Elis.).  Stirbt  am  23.  (begr.  d.  25.)  März  1740,  alt  35  Jahre 
S  Wochen  (MM).    Seine  Witwe  heiratet  am  27.  Mai  1743  den  Warenbeschauer  Christian  Friedrich  Vörtner  (MM). 

Klauss,  Carl  Philipp,  siehe  Claus s. 

Klee,  Eduard,  Juwelier,  geb.  1848  in  Hanau,  tritt  am  15.  Januar  1886  in  die  Breslauer  Innung  ein  und  bleibt  Mitglied 
bis  zum  13.  Oktober  1893.    Ist  seit  1887  Stadtverordneter. 

Klein,  Carl  Sigmund,  Goldarbeiter,  Sohn  des  Kaufmanns  Matthäus  Klein  in  Breslau,  lässt  sich  zuerst  in  Schweidnitz 
als  Meister  nieder,  wird  durch  die  Beschiessung  der  Stadt  im  dritten  Schlesischen  Kriege  hart  betroffen,  siedelt 
deshalb  nach  Breslau  über,  wo  er  am  16.  März  1759  in  die  Innung  aufgenommen  wird.  Erwirbt  das  Breslauer 
Bürgerrecht  am  24.  April  1759.  Seine  Frau  Maria  Barbara,  geb.  Krause,  f  16.  (begr.  d.  18.)  VII.  1759  (MM).  Klein 
heiratet  am  3.  Oktober  1763  Johanna  Elisabeth,  die  Tochter  des  Handelsmannes  Johann  Gottlieb  Burghardt  in 
Strehlen  (Elis.).  Stirbt  am  21.  (begr.  d.  24.)  Januar  1774,  alt  49  Jahre  5  Monate  (Elis.).  Seine  Witwe  Johanna 
Elisabeth  f  2.  (begr.  d.  4.)  III.  1774  (Elis.).  Seine  Tochter  Johanna  Christiana  heiratet  am  16.  Mai  1787  den 
Kretschmer  Johann  Friedrich  Ixdorf  (Elis.). 

Klein,  Daniel  [David],  Goldarbeiter  und  Pretiosentaxator  bei  dem  Kgl.  Oberamte,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Haus- 
meisters Johann  Christoph  Klein,  wird  Meister  am  10.  Juli  und  Bürger  am  31.  Juli  1731.  Heiratet  am  31.  Juli  1731 
Rosina  Eleonora,  die  Tochter  des  Handelsmannes  Gottfried  Weber  (Elis.).  Erhält  von  Friedrich  dem  Grossen 
durch  Patent  vom  17.  Juni  1743  den  Charakter  eines  König].  Hofjuweliers  und  Goldarbeiters  (Lib.  definit.  XIII. 
126b— 127b);  ist  im  Patent  fälschlich  David  genannt.  Heiratet  als  Witwer  am  12.  Januar  1745  Johanna  Helena, 
die  Tochter  des  Tuchscherers  George  Schönwitz  (Elis.).  Ist  Zunftältester  seit  März  1745.  Seine  Frau  Johanna 
Helena  f  17.  (begr.  d.  19.)  V.  1748  (MM).  Klein  heiratet  zum  dritten  Male  im  April  1749  Johanna  Carolina,  die 
Tochter  des  Professors  an  der  Liegnitzer  Ritterakademie,  Johann  George  Wagner  (MM).  Stirbt  am  22.  (29.)  Oktober 
1763,  alt  59  Jahre  2  Monate  2  Wochen  (MM). 

Klesch,  Bartholomaeus  (Klösche),  Goldschmiedgeselle,  heiratet  in  Breslau  am  25.  Februar  1568  Anna,  die  Tochter 
des  f  Hans  Sawer  (MM).  Seine  Tochter  Maria  heiratet  am  12.  November  1601  den  Kretschmer  Friedrich  Buch- 
holz (MM). 

Klimpke,  Hans,  Goldschmiedgeselle  von  Liegnitz,  heiratet  in  Breslau  am  3.  Mai  1574  Elisabeth,  die  Tochter  des  f 
Ratsglockenläuters  Hans  Heinman  (MM). 

Klinge,  Johann  (Kling),  Goldschmied,  geb.  in  Augsburg,  Sohn  des  dortigen  Bauherrn  Johann  Klinge,  wird  1704  in 
Breslau  Meister.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  30.  September  1704.  Heiratet  am  26.  Januar  1705  Maria  Elisabeth, 
die  Tochter  des  Goldschmiedältesten  Gottfried  Heintze  (Elis.).  Arbeitet  1721  nach  Angaben  von  Gomolcky  (Merk- 
würdigkeiten, S.  21  f)  ein  grosses  Kopfreliquiar  des  heil.  Vincentius  [112  Mark  an  Gewicht  für  1792  fl.)  und  nach 
Zimmermann  (Beschr.  v.  Breslau,  S.  430)  im  Jahre  1729  silberne  Statuen  für  den  Hochaltar  im  Dom;  entweder 
sind  diese  Arbeiten  nicht  mehr  erhalten,  oder,  was  wahrscheinlicher  ist,  die  Angaben  von  Gomolcky  und  Zimmer- 
mann beruhen  auf  einem  Irrtume,  da  das  noch  heute  vorhandene  grosse  silberne  Kopfreliquiar  den  Meisterstempel 
des  Tobias  Plackwitz  trägt  und  die  ebenfalls  noch  jetzt  vorhandenen  vier  silbernen  Statuen  für  den  Festschmuck 
des  Hochaltares  im  Dome  Augsburger  Herkunft  sind.  Klinge  ist  Innungsältester  von  1728—1736.  Erscheint  im 
Januar  1732  als  Taufzeuge  auf  dem  Dom.  Liefert  1733  nach  Glogau  silberne  Knöpfe  für  ein  Husarenregiment, 
die  von  dem  Glogauer  Goldschmiede-Mittel  geringer  taxiert  werden,  als  die  Rechnung  Klinges  beträgt.  (Glogauer 
Stadtarchiv,  Acta  d.  Goldsch.,  Maler  u.  Bildh.  Vol.  I.  1734).  Kauft  1734/35  ein  Haus  auf  der  Schlossergasse  neben 
dem  Erbe  des  Blasius  Printner  (Urk.  vom  9.  Juli  1734  u.  7.  Oktober  1735;  lose  Goldschmiede-Akten).  Gerät  um 
dieselbe  Zeit  in  starken  Vermögensverfall.  Von  zwei  silbernen  Antependien,  die  ihm  die  Domkirche  in  Auftrag 
gegeben  hat  (das  eine  1735  aus  Mitteln  eines  Legates  des  1732  f  Dompropstes  Graf  Strattmann;  Acta  capituli 
v.  31.  März  1735),  liefert  er  nur  das  eine,  während  er  für  das  andere  die  ihm  vorgeschossene  Silbermenge  im  Werte 
von  601  Rtlr.  9  Sgl.  1  H.  [=  85  Mark  143/8  Lot]  schuldig  bleibt.  Klinge  stirbt  am  8.  (begr.  d.  10.)  Juni  1737,  alt  60  Jahre, 
mit  einer  Schuldenlast  von  5170  Rtlr.  24  Sgl.  10V2  H.,  der  eine  Erbmasse  von  2365  Rtlr.  5  Sgl.  71/2  H.  gegenüber- 
steht.   Der  Dom  muss,  da  andere  Schuldforderungen  voranstehen,  auf  sein  Konto  verzichten  (Bresl.  Diözesan- 


99 


archiv,  Acta  betr.  d.  Bürger  u.  Goldsch.  J.  Klinge,  S.  11,  II.  1,  Nr.  11,  14).  Maria  Elisabeth,  die  Witwe  Klinges,  f  6. 
(begr.  d.  8.)  VI.  1738.    Klinge  zeichnet  &3C  ligiert,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  127. 

a.  Standkruzif ix,  Silber,  auf  vierteiligem  Barockfusse  mit  Laub-  und  Bandelwerk  und  vier  vergoldeten  Me- 
daillons, darin  Szenen  aus  dem  Leiden  Christi.  H.  79,5  cm.  Johanneskopf  Typus  IV,  Stempelmeisterb.  A, 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Snr.  -  Kloster  der  Ursulinerinnen,  Breslau. 

b.  Wandleuchter  mit  Blaker,  Silber,  vier  Stück,  auf  dem  Blaker  je  ein  ovales  Medaillon  mit  den  HH.  Hedwig, 
Katharina,  Bartholomaeus  und  Johannes  dem  Täufer,  umrahmt  von  barocken  Voluten,  Blumen,  Muscheln  und 
Masken.  Datiert  15.  Oktober  1714.  H.44cm.  Br.  36  cm.  Johanneskopf  Typus  V,  Stempelmeisterb.  B  negativ 
u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 

c.  Reliquiarium  des  hl.  Ceslaus,  Silber,  in  Form  eines  reich  profilierten  Sarkophages,  der  an  den  Ecken  mit 
grossen  Blättern  in  Silberblech  belegt  und  mit  Laub  und  Bandelwerk  in  getriebener  Arbeit  verziert  ist.  Oben 
auf  liegt  ein  gezackter  Kronreif  mit  zwei  gekreuzten  Palmenwedeln.  Dis  Inschrift  lautet:  „PARS  VERTEBR/E 
S  CESLAI."  Datiert  1716.  L.  38,5  cm.  Br.  19,5  cm.  H.42cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Stempelmeisterb.  B 
negativ  u.  Meisterz.  —  Kreuzkirche,  Breslau. 

d.  Reliquiarium  des  hl.  Sebastian,  Silber,  Gegenstück  zu  Nr.  c.  Inschrift:  „PARS  BRACHY  S  SEBASTIANI." 
Datiert  1716.    Grösse  und  Marken  wie  bei  Nr.  c.  —  Kreuzkirche,  Breslau. 

e.  Fahnenkreuz,  Silber  mit  Vergoldung,  die  Balken  endigen  im  Dreipasse.  Auf  der  Kreuzteilung  eine  Scheibe 
mit  Kelch  nebst  Patene  und  Strahlenkranz,  dahinter  die  Inschrift:  „Ad  Sodah:  Cong:  Corp:  XII:  F.  F.  1716." 
H.  69  cm.   Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  B  negativ  u.  Meisterz.  —  Domschatz,  Breslau. 

f.  Sonnenmonstranz,  Silber  mit  Vergoldung,  die  Lunula  mit  Medaillons  von  Heiligen  umgeben.  Johannes- 
kopf, Stempelmeisterb.  B  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Martini  et  Benedicti,  Liebenthal  Kr.  Löwenberg. 

g.  Monstranz,  Silber  mit  Vergoldung.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  B  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.Mariae 
Himmelfahrt,  Glatz. 

h.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  je  drei  Felder  mit  silbernen  Blumen  und  drei  mit 
silbernem  Bandwerk  in  getriebener  Arbeit.  Kuppabelag  silbern  in  durchbrochener  Arbeit.  Johannes- 
kopf, Stempelmeisterb.  B  negativ,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei, 
Trebnitz. 

i.  Kelch,  Silber  vergoldet,  ganz  ähnlich  Nr.  h.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 

k.  Altarleuchter,  Silber,  in  der  auf  Seite  75  Fig.  18  abgebildeten  Form,  auf  dem  Fusse  drei  vergoldete 
Medaillons.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  B  negativ  u.  Meisterz.  -  -  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei, 
Trebnitz. 

1.  Standkruzifix,  Silber,  auf  dreiteiligem  Volutenfusse,  die  freien  Kreuzbalken  mit  Kleeblattenden.  Auf  den 
nach  innen  gewölbten  Seitenteilen  des  Fusses  Bandwerk  in  getriebener  Arbeit  auf  matt  punziertem  Grunde 
und  drei  polierte  ovale  Medaillons  mit  Inschriften.  Datiert  1721.  H.65cm.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  B 
negativ,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Barbarakirche,  Breslau. 

m.  Taufschüssel,  Silber,  rund,  radial  gebuckelt.  Mit  langer  Widmungsinschrift  und  Jahreszahl  1729.  Im 
Spiegel  Wappen  der  Freiherrn  von  Stosch  und  von  Dyherrn.  Dm.  58  cm.  Johanneskopf  Typus  IX,  Stempel- 
meisterb. C,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Evang.  Pfarrkirche  in  Raudten,  Kr.  Steinau  a.  O. 

n.  Altarleuchter,  Silber,  in  der  auf  Seite  75  Fig.  18  abgebildeten  Form.  Datiert  1730.  Johanneskopf  Typus  IX, 
Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  —  Domschatz,  Breslau. 

o.  Ampel,  Silber,  mit  Laub-  und  Bandelwerk  in  durchbrochener  Arbeit.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  C  u. 
Meisterz.  —  Marienkapelle  im  Dom,  Breslau. 

p.  Marienfigur,  Silber  mit  Vergoldung,  mit  dem  Christuskinde,  auf  Kugel,  Halbmond,  Schlange  und  Apfel. 
Das  Haupt  Mariae  umgibt  ein  Glorienschein  von  Sternen.  H.  78  cm.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  C  u. 
Meisterz.  —  Domschatz,  Breslau. 

q.  Standkruzifix,  Silber,  auf  dreiteiligem  Volutenfusse  mit  Bandelwerk  in  getriebener  Arbeit.  Johanneskopf, 
Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  —  Elisabethkirche,  Breslau. 

r.  Kelch,  Silber  vergoldet,  Fuss  und  Nodus  profiliert,  sonst  ohne  Dekor.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  C, 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Sandkirche,  Breslau. 

s.  Schüssel  mit  Messkännchen,  Silber,  am  Rande  gerippt.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  - 
Kreuzkirche,  Breslau. 

t.  Teller,  Silber,  mit  Bandelwerk  in  getriebener  Arbeit.  Dm.  28  cm.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  C,  Meisterz, 
u.  Kriegssteuerst.        —  Kreuzkirche,  Breslau. 

13* 


100 


u.  Willkommpokal  der  Webergesellen  in  Neustadt  OS.,  Silber,  mit  reich  profiliertem  Fusse,  Schaft,  Becher 
und  Deckel.  Mit  Laub-  und  Bandelwerk  auf  punziertem  Grunde,  Inschriften  und  Jahreszahl  1731.  Als  Deckel- 
bekrönung eine  weibliche  Figur  mit  Fahne  und  Schild,  darauf  das  Wappen  der  Weber-Innung.  Behangen 
mit  sieben  Widmungsschildchen.    H.  incl.  Deckelfigur  49,6  cm.   Johanneskopf  Typus  X,  Stempelmeisterb.  C  u. 
Meisterz.  —  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 
Klock,  Johann  Gottfried  (Glock,  Glocke),  Goldarbeiter,  Sohn  des  Rauchwarenhändlers  Gottfried  Klock  in  Strassburg, 
arbeitet  in  Breslau  bei  Heinrich  August  Joel  als  Meisterstück  einen  Uhrhaken  und  Ring,  wird  Meister  am 
26.  April  und  Bürger  am  27.  April  1735.  Heiratet  am  7.  Mai  1736  Maria  Magdalena,  die  Tochter  des  Handelsmannes 
Gottfried  Weber;  Trauzeugen  sind  die  Goldarbeiter   Heinrich  August  Joel  und  Daniel  Klein   (MM).  Seine 
Frau  f  24.  (25.)  VI.  1741   (MM).    Klock  heiratet  am  14.  August  1742  Barbara  Helena,  geb.  Neuman,  die  Witwe 
des  Seifensieders  Christian  Benjamin  Kallman  (MM).     Stirbt  am  1.  (begr.  d.  3.)  September  1761,  alt  55  Jahre 
3  Monate  7  Tage  (MM). 
Klösche,  Bartholomaeus,  siehe  Klesch. 

Klose,  Johann  David,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Johann  Christoph  Jancke  d.  j.  vom  Qu.  Crucis  1798 
bis  15.  September  1803.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  21.  Juli  1815.  Wird  Innungsmeister  am  10.  Juni  1816. 
Stirbt  1848.  Zeichnet  in  der  Regel  KLOSE  positiv,  selten  D  KLOSE  negativ  eingeschlagen  oder  D  K  in  ovalem 
Felde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  186. 

a.  Schüssel,  Silber,  oval,  am  Rande  ein  schmales  Palmettenband.  Dm.  36  X  23,6  cm.  Johanneskopf 
Typus  XVIII,  Stempelmeisterb.  P  u.  Meisterz.  DK.  —  Edgar  Graf  Henckel  von  Donnersmarck,  Grambschütz 
bei  Namslau. 

b.  Becher,  Silber,  innen  vergoldet,  von  ovalem  Durchmesser.  Der  glatte,  nach  oben  ausladende  Mantel  am 
oberen  Rande  mit  einem  schmalen  Palmettenband.  H.  12,5  cm.  Johanneskopf  Typus  XVIII,  Stempel- 
meisterb. P  u.  Meisterz.  DK.  —  Edgar  Graf  Henckel  von  Donnersmarck,  Grambschütz  bei  Namslau. 

c.  Zuckerkasten,  Silber,  auf  Füsschen,  viereckig,  die  Vorder-  und  Rückseite  gerundet.  H.  7,2  cm.  Johannes- 
kopf Typus  XVIII,  Stempelmeisterb.  P  u.  Meisterz.  KLOSE.  Gräfin  Posadowsky -Wehner,  Gross- 
Pluschnitz  OS. 

d.  Sargschilde  der  Breslauer  Zimmerer-Innung,  Silber,  oval,  mit  allegorischen  Figuren  des  Baugewerbes  in 
vergoldeter  Auflage,  am  Rande  kleine  Medaillons  mit  Zimmerergeräten,  Attributen  des  Todes  und  Jahres- 
zahl 1822.  Dm.  46X38  cm.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  Q  u.  Meisterz.  KLOSE.  —  Zimmerer-Innung, 
Breslau. 

e.  Sargschilde  der  zünftigen  Schneidermeister,  Silber  mit  wenig  Vergoldung,  in  der  Mitte  der  Crucifixus. 
Datiert  1827.   Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  Q.  u.  Meisterz.  —  Schneider-Innung,  Breslau. 

f.  Altarleuchter,  Silber.  H.  186  cm.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  Q  u.  Meisterz.  D  KLOSE  negativ 
eingeschlagen.  —  Domschatz,  Breslau. 

g.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung  und  Steinen,  mit  Dekor  in  Anlehnung  an  barocke  Motive.  Gestiftet  1839. 
Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  R  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Mariae,  Habelschwerdt. 

h.  Zuckerkasten,  Silber,  viereckig,  auf  dem  Deckel  ein  liegender  Löwe.  Johanneskopf  Typus  XIX,  Stempel- 
meisterb. S  u.  Meisterz.  KLOSE.  —  Antiquitätenhändler  Meckauer,  Breslau. 

Klug,  Augustin  Benjamin  (Kluge),  Goldarbeiter,  geb.  in  Brieg,  Sohn  des  Breslauer  Goldarbeiters  Johann  Benjamin 
Klug,  lernt  von  Michaelis  1830—1834.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  13.  Oktober  1840,  alt  24  Jahre.  Wird  Ende 
1841  Mitglied  der  Innung,  scheidet  am  15.  Juli  1842  wieder  aus. 

Klug,  Johann  Benjamin  (Kluge),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Zeltschneidermeisters  Christian  Friedrich 
Klug,  lernt  bei  Johann  Friedrich  Carl  Seeberg,  dann  bei  Johann  Augustin  Christian  Seeberg  vom  Qu.  Trinitatis 
1791  bis  Qu.  Reminiscere  1797.  Arbeitet  bei  Ferdinand  Christian  Krebs  als  Meisterstück  eine  Brustnadel  in 
Filigranarbeit  mit  Brillanten,  wird  Meister  am  31.  März  und  Bürger  am  9.  April  1801.  Heiratet  am  23.  April  1801 
Anna  Beata  Marjana,  die  Tochter  des  f  Pastors  Benjamin  Gottlieb  Fäustel  in  Waschke  (Elis.).  Lässt  sich  im 
Juni  1807  von  Gottfried  August  Thilo  malen.  Wird  1827  Rathausinspektor,  bleibt  aber  Innungsmitglied.  Stirbt 
am  5.  Juli  1842. 

Knebel,  Carl  Wilhelm,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Joseph  Gottlieb  Lederhose  vom  Qu.  Trinitatis  1792 
bis  1798.    Arbeitet  bei  Daniel  August  Titze  als  Meisterstück  eine  silberne  Kaffeekanne  nebst  Sahnkännchen,  wird 
Meister  am  12.  September  und  Bürger  am  29.  Oktober  1805.    Stirbt  1830  (?).    Zeichnet  C.  W.  K.  in  einem  herz- 
förmigen Schilde  mit  einer  eingezogenen  Seite,  vgl.  Taf.  V  Nr.  184. 
a.  Löffel,  Silber,  fünf  Stück,   in  Empireform.     Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  Q  u.  Meisterz.    —  Arthur 
von  Machui,  Breslau. 


101 


Knebel,  Friedrich  Wilhelm,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Seifensieders  Carl  Wilhelm  Knebel,  lernt  bei 
seinem  Onkel  Johann  Gottfried  Kiesling,  dann  bei  Christian  Gottlieb  Kayser  vom  Qu.  Crucis  1801  bis  Qu. 
Reminiscere  1807.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  19.  Dezember  1817,  alt  31  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Knoll,  Franz  Joseph,  Goldarbeiter  und  Zahnkünstler,  geb.  in  Kosel  (Krappitz?)  OS.,  Sohn  des  Hufschmieds 
Friedrich  Knoll,  lernt  in  Breslau  bei  Johann  Christian  Wilhelm  Stuppe  vom  28.  September  1815  bis  5.  Juli  1821. 
Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  24.  Februar  1826,  alt  26  Jahre.  Zieht  am  6.  März  1839  nach  Gottesberg,  Kr.  Walden- 
burg, Iässt  sich  aber  in  Breslau  sein  Bürgerrecht  reservieren.  Kehrt  später  wieder  nach  Breslau  zurück  und  wird 
am  7.  (8.)  April  1851  Mitglied  der  Innung.    Wandert  Anfang  1855  nach  Amerika  aus. 

Knorr,  Carl  Wilhelm,  Goldarbeiter,  geb.  in  Festenberg,  lernt  in  Breslau  bei  Daniel  Gottlob  Weber  von  Ostern  1805 
bis  1809.    Lässt  sich  im  Oktober  1814  von  Gottfried  August  Thilo  en  miniature  malen. 

Kobisch  [Kobusch],  Heinrich  Gottfried,  siehe  Kopisch. 

Koch,  Adam,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Veit  Koch,  heiratet  22.  Trinitatis  1612  Hedwig, 
die  Tochter  des  f  Johann  Schertz  (Elis.).  Lässt  sich  in  Wohlau  als  Meister  nieder.  Stirbt  daselbst  am  6.  Mai 
1614,  alt  28  Jahre  (Elis.  u.  MM).  Seine  Witwe  Hedwig  heiratet  in  Breslau  am  14.  Oktober  1618  den  Walker 
George  Cörber  (MM). 

Koch,  Christian  Gottfried,  Goldschmiedgeselle  von  Bautzen,  stirbt  in  Breslau  am  25.  (begr.  d.  27.)  September  1741, 
alt  40  Jahre  (Elis.). 

Koch,  Veit  [Friedrich]  (Kecher),  Goldschmied,  Sohn  des  Alexander  Koch  zu  Rindeschmeid  (?)  bei  Biberach  in  Schwaben, 
wird  1580  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  18.  Trinitatis  1580  Martha,  die  Witwe  des  Krämers  Paul 
Cyrus  (Elis.).  Wohnt  am  Hühnermarkte.  Seine  Frau  f  1583.  Koch  heiratet  am  29.  Mai  1584  Anna,  die  Tochter 
des  Schneiders  Adam  Stange  (MM).  Seine  Tochter  Anna  heiratet  am  15.  Januar  1618  den  Grossbinder  Hans 
Rhenisch  (MM).  Koch  stirbt  am  14.  (begr.  d.  16.)  Januar  1619  in  des  Weinschenken  Hans  Clemens  Hause  am 
Ringe,  alt  69  Jahre  (Elis.).  Seine  Tochter  Maria  heiratet  am  4.  Dezember  1623  den  Schönfärber  Hans  Oderwalt 
(MM).  Seine  Witwe  Anna  setzt  die  Werkstatt  fort  und  stirbt  am  13.(14.)  Januar  1635  (Elis.).  Koch  zeichnet  V  K 
ligiert  in  rundem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  63. 

a.  Deckelpokal,  Silber  vergoldet,  in  der  auf  Seite  87  Fig.  24  abgebildeten  Form.  Auf  dem  Kelche  drei  grosse 
Medaillons  mit  Landsknechten  in  Rollwerk  mit  Masken  und  Vögeln  in  reicher  Treibarbeit.  Auf  dem  Deckel 
drei  Medaillons  mit  Landschaften  und  Tieren,  als  Bekrönung  auf  dreihenkligem  Unterbau  ein  römischer 
Krieger  mit  Schild  und  Lanze.  Im  Inneren  des  Deckels  graviert  das  Wappen  des  Stifters  Johann  Heinz  von 
Blankenburg  und  Jahreszahl  1604.  H.  incl.  Deckel  50  cm.  Beschauz.  W  Typus  III,  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst.  —  Kleinodien  der  Zwingerschützen  in  Breslau.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und 
Altertümer,  Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  VII  S.  182  Nr.  9,  abgeb.  Taf.  VI  Nr.  2). 

b.  Deckelpokal,  Silber  vergoldet,  in  der  auf  Seite  87  Fig.  24  abgebildeten  Form.  Mit  Rollwerk  und  Früchten 
in  getriebener  Arbeit.  Auf  dem  Deckel  ein  silberner  Blumenstrauss.  Am  27.  August  1613  von  dem  Breslauer 
Ratsältesten  Adam  Dobschütz  gestiftet.  H.  incl.  Deckel  35,1  cm.  Beschauz.  W  Typus  III,  Meisterz.  u. 
Kriegssteuerst.  —  Kleinodien  der  Schiesswerderschützen  in  Breslau.  Schlesisches  Museum  für  Kunst- 
gewerbe und  Altertümer,  Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  V  S.  250  Nr.  14  (12),  abgeb.  Taf.  XXVIII 
(I)  Nr.  2). 

c.  Becher,  Silber  vergoldet,  auf  dem  runden  Fusse  und  dem  eiförmigen  Kelche  Früchte  und  Rollwerk  in  ge- 
triebener Arbeit.  Hälfte  eines  Doppelbechers.  H.  13  cm.  Beschauz.  W  Typus  III  u.  Meisterz.  —  Evang. 
Pfarrkirche  St.  Salvatoris,  Oyas  Kr.  Liegnitz. 

d.  Deckelkanne,  Silber  mit  Vergoldung,  in  der  auf  Seite  81  Fig.  20  abgebildeten  Form.  Auf  dem  Mantel 
und  dem  Deckel  Früchte  und  Rollwerk  in  getriebener  Arbeit.  H.  11,4  cm.  Beschauz.  W  Typus  IV  u. 
Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

Kochmann,  Benjamin  (Kuchmann),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Erbsassen  Christian  Kochmann  vor  dem 
Odertore,  arbeitet  bei  Christian  Schlencker  als  Meisterstück  einen  Uhrhaken  nebst  Ring,  wird  Meister  am  4.  März 
und  Bürger  am  2.  Juni  1744.  Heiratet  am  16.  Februar  1746  Johanna  Eleonora,  die  Tochter  des  f  Organisten 
Michael  Kirsten  (MM).  Seine  Frau  f  12.  (begr.  d.  14.)  IV.  1767  (Elis.).  Kochmann  heiratet  am  12.  Oktober  1768 
Charlotta  Dorothea,  die  Tochter  des  f  Archidiakonus  Gottfried  Rumbaum  in  Festenberg  (MM).  Ist  Mittelsältester 
seit  Oktober  1771.    Stirbt  am  3.  (begr.  d.  6.)  April  1772,  alt  59  Jahre  (Elis.).    Seine  Witwe  heiratet  am  12.  Januar 

1774  den  Dr.  med.  und  Practicus  Carl  Gottlob  Kessler  (MM).    Seine  Tochter  Johanna  Rosina  heiiatet  am  3.  Mai 

1775  den  Goldarbeiter  Christian  Wilhelm  Muche  (Elis.). 

Koebner,  Eduard,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kaufmanns  Salonion  Koebner,  erwirbt  das  Bürgerrecht 
am  6.  September  1833,  alt  22  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 


102 


Köffe,  Johann  Carl  (Koffe),  Goldschmiedgeselle;  seine  Frau  Johanna  Susanna  stirbt  am  14.  (begr.  d.  16.)  August  1758. 

Er  selbst  stirbt  am  6.  (begr.  d.  9.)  März  1772,  alt  60  Jahre  (MM). 
Koehler,  Carl  August,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kalkulators  Johann  Gottlieb  Koehler,  lernt  bei  Johann 

Carl  Wagner  von  Ostern  1807  bis  Johannis  1812.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  30.  Mai  1817,  alt  25  Jahre.  Wird 

nicht  Innungsmitglied. 
Köhler,  Johann  Christoph,  siehe  Keller. 

Koenig,  Carl  Ernst  Bernhard,  Goldarbeiter,  wird  Bürger  am  12.  November  1815  und  Innungsmitglied  am  4.  Januar 
1816.    Stirbt  1832. 

Koenig,  Johann  Baptista,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  in  Breslau  am  14.  September  1687,  alt  21  Jahre  (Elis.). 
Koenig,  Robert,  Goldarbeiter,  wird  Innungsmitglied  am  19.  Januar  1859,  scheidet  am  17.  Januar  1865  durch  Innungs- 
beschluss  wieder  aus. 

Koenigsberger,  Isack,  Goldarbeiter,  geb.  in  Rybnik,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  22.  November  1844,  alt 
42  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Koerber,  Hans  [Johann]  (Kaerber,  Kerber),  Goldschmied,  Sohn  des  Abraham  Koerber,  Schulcollegen  bei  St.  Maria 
Magdalena,  wird  als  Geselle  wegen  ungeschickter  Händel  und  Ungehorsams  mit  Haft  bestraft  und  muss  am 
3.  Oktober  1636  vor  den  Ratmannen  versprechen,  solcher  Bestrafung  nicht  im  Argen  gedenken  zu  wollen  (Lib. 
definit.  VI.  249 b).  Wird  1640  Bürger  und  Meister.  Heiratet  in  demselben  Jahre  Rosina,  die  Tochter  des  f 
Perlenhefters  Johann  Scholtz  (Elis.).  Stirbt  am  14.  (18.)  Januar  1667,  alt  56  Jahre  8  Wochen  (Elis.).  Seine  Witwe 
Rosina  f  1-  (begr.  d.  4.)  III.  1670  (Elis.).    Koerber  zeichnet  HK  ligiert  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  82. 

a.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  abwechselnd  drei  Felder  mit  Leidensattributen,  drei 
mit  geflügelten  Engelsköpfen  in  getriebener  Arbeit.  Der  flach  wulstige  Nodus  mit  sechs  Zapfen,  darauf  die 
Buchstaben  I  H  E  S  V  S.  Der  sechskantige  Schaft  über  und  unter  dem  Nodus  silbern.  Der  silberne  Kuppa- 
belag  mit  geflügelten  Engelsköpfen,  Ohrmuschelwerk  und  Zinnenbekrönung  in  durchbrochener  Arbeit  und 
einem  Kranze  von  vergoldeten  Perlen.  H.  23,7  cm.  Beschauz.  W  Typus  IV,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst. 
Adlertypus.  —  Christophorikirche,  Breslau. 

b.  Becher,  Silber,  ein  Paar,  der  konische  Mantel  graviert  mit  Emblemen  des  Fleischergewerbes  und  langen  Inschrif- 
ten. Datiert  1660  u.  1663.  H.9,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  — Vereinigte  Fleischer-Innung,  Breslau. 

Körner,  Gottfried,  Goldschmied,  Sohn  des  Christian  Körner,  Rentschreibers  zu  Hirschberg,  wird  1685  in  Breslau 
Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  7.  Mai  1685  Rosina,  die  Tochter  des  f  Kürschnerältesten  Jacob  Buhl  (Elis.). 
Wohnt  am  Ringe.  Seine  Tochter  Anna  Rosina  heiratet  am  23.  April  1709  den  Tuchscherer  Samuel  Schmütz  (Elis.). 
Seine  Tochter  Magdalena  Rosina  heiratet  am  15.  Juli  1710  den  Goldschmied  Johann  Christoph  Meissner  (Elis.). 
Seine  Frau  Rosina  |  7.  (begr.  d.  9.)  IX.  1721  (Elis.).  Er  selbst  stirbt  am  15.  März  1722,  alt  70  Jahre  2  Monate 
(Elis.).  Seine  Tochter  Johanna  Eleonora  heiratet  am  7.  November  1724  den  Bader  und  Wundarzt  Johann  Jacob 
Krauss  (Elis  ).    Körner  zeichnet  G  K  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  108. 

a.  Kelch,  Silber  mit  wenig  Vergoldung,  mit  sechspassigem,  profiliertem  Fusse;  sonst  ohne  Dekor.  H.  25  cm. 
Johanneskopf  (undeutlich)  u.  Meisterz.  —  Evang.  Pfarrkirche  in  Rawitsch,  Prov.  Posen. 


b.  Henkelkanne,  Silber  vergoldet,  auf  dem  zylindrischen  Mantel  in  silberner  Auflage  drei  Medaillons  mit 


Köpfen  zwischen  Akanthus-  und  Früchtewerk  in  getriebener  und  durchbrochener  Arbeit.     Auf  dem  Deckel 
ein  getriebener  weiblicher  Kopf.    H.  16,6  cm.   Johanneskopf  Typus  II  u.  Meisterz.  —  Slg.  f  Max  Pringsheim. 
Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 
Köstler,  Daniel,  siehe  Kostler. 

Kohlenberger,  Joseph  (Kohlberger,  Kollenberger),  Goldschmied  auf  dem  Dom,  wird  dort  1707  zuerst  genannt.  Erhält 
1727  für  Ausbesserung  eines  Kruzifixes  aus  der  Kasse  des  Johannis-Hospitals  einen  Reichstaler  (Acta  capituli 
v.  18.  November  1727).    Seine  Frau  f  1745. 

Kolbe,  Andreas  (Kolb,  Kalbe,  Kalb),  Goldschmied,  heiratet  am  10.  Juli  1570  Anna,  die  Tochter  des  f  Krämers  Heinrich 
Hamm  (MM).  Wird  bald  darauf  Meister.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  2.  März  1571.  Stirbt  um  1577.  Seine 
Witwe  Anna  heiratet  am  14.  April  1578  den  Goldschmied  Hans  Haupt  (Elis.  u.  MM). 

Koldt,  George,  Goldschmied,  Sohn  des  Kretschmers  Christoph  Koldt,  heiratet  am  4.  Oktober  1611  Hedwig,  die  Tochter 
des  f  Goldschmieds  Hieronimus  von  Breen  (MM). 

Konczel,  Jacobus  (Conczel,  Cunczel,  Cuncze,  Kuntze),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  nach  Aschtag  (5.  März)  1462. 
Erscheint  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  1469,  1472,  1475  .  .  .  1490,  1492  .  .  .  [1499]  als  Zunft- 
senior. Vgl.  Seite  13.  Reicht  mit  Meister  Steffan  Sawr  am  Dienstag  nach  Blasii  ep.  (5.  Februar)  1510  dem  Gold- 
schmied Hans  Voyt  das  Haus  am  Ringe  zwischen  dem  Erbe  Jacob  Einers  und  des  Kannegiessers  Niclas  Unger 
(Tradb.  II.  19).    Stirbt  um  1512. 


103 


Kopferman,  Rudolph  (Kofferman,  Kosterman?),  Goldschmied  von  Krakau,  wohnt  in  Breslau  auf  dem  Stadigute  in  der 
Schmelzhütte,  stirbt  daselbst  am  18.  (19.)  August  1626  an  der  Pest,  alt  49  Jahre  (Elis.). 

Kopisch,  Heinrich  Gottfried  f Koppisch,  Kopsch,  Kobisch,  Kobusch,  Kubsch),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des 
Schulcollegen  Gottfried  Kopisch,  meldet  sich  am  21.  Februar  1758  als  Stückmeister  (im  Protokollbuch  fälschlich 
Johann  Christian  K.  genannt),  arbeitet  bei  Daniel  Klein  einen  Plack  und  Ring,  wird  Meister  am  20.  Juni  und 
Bürger  am  13.  September  1758.  Heiratet  am  22.  Mai  1764  Johanna  Christiana,  die  Tochter  des  Seifensieder- 
ältesten Johann  Christian  Strichmann  (Steuelmann?)  in  Glogau  (Elis.).  Seine  Frau  f  H.  (begr.  d.  15.)  III.  1800 
(Elis.).    Er  selbst  stirbt  am  22.  (23.,  begr.  d.  26.)  März  1800,  alt  65  (66)  Jahre  6  Monate  8  Tage  (Elis.). 

Kornstaedt,  Johann  Wilhelm,  Silberarbeiter,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  24.  Mai  1816.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Korok,  Carl  Friedrich  (Korrock,  Koruf),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Bedienten  Carl  Korok,  lernt  bei 
Johann  David  Klose  vom  Oktober  1821  bis  Weihnachten  1823,  dann  bei  Gottfried  Daniel  Posch  bis  Michaelis 
1S26.  Meldet  sich  am  29.  Dezember  1834  als  Stückmeister,  arbeitet  zwei  silberne  Leuchter,  wird  Bürger  am 
2.  Januar  1835,  alt  27  Jahre,  und  Innungsmeister  am  8.  Oktober  1835.  Stirbt  im  November  1858.  Zeichnet 
KOROK  positiv  eingeschlagen. 

a.  Pokal  der  Schützengilde  in  Nimptsch,  Silber,  mit  dem  Stadtwappen  und  dem  Schiessplatze  von  Nimptsch. 
Als  Deckelbekrönung  eine  Schiessscheibe  nebst  Gewehr.  Datiert  1838.  H.  incl.  Deckel  33,4  cm.  Johannes- 
kopf, Stempelmeisterb.  R  u.  Meisterz.  —  Schützengilde,  Nimptsch. 

b.  Thoraschild,  Silber.   Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  S  u.  Meisterz.  —  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

c.  Lichtputzschere  mit  zugehörigem  Teller,  Silber,  mit  Dekor  im  Rokokostile  des  19.  Jahrhunderts.  Johannes- 
kopf mit  Jahreszahl  48,  Stempelmeisterb.  S  u.  Meisterz.  —  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

Korok,  Emil  Theodor,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  24.  Mai  1841,  Sohn  des  Silberarbeiters  Carl  Friedrich  Korok, 
lernt  bei  seinem  Vater  von  Johannis  1855  bis  November  1858.  Besteht  die  Gesellenprüfung  am  S.Januar  1859. 
Wird  Innungsmitglied  am  9.  Juli  1867.    Stirbt  am  15.  Juli  1869. 

Kosterman  (?),  Liedolf,  siehe  Rudolph  Kopferman. 

Kostler,  Daniel  (Köstler,  Kästier,  Cossler),  Goldarbeiter,  sucht  1731  bei  Kaiser  Karl  VI.  die  Kaiserl.  Hoffreiheit  für 
Galanterie-,  Gold-  und  Silberarbeit  nach.  Doch  der  Kaiser  ordnet  am  22.  August  1732  an,  dass  Kostler  sich  in 
das  Mittel  der  zünftigen  Gold-  und  Silberarbeiter  gegen  billigmässige  Praestanda  einzulassen  hätte  und  ohne 
sonderliche  Unkosten  oder  andere  unbillige  Diffikultät  unweigerlich  angenommen  werden  solle  (Lib.  definit.  XIII. 
Qb_iob.  —  lnnungsurkundenslg.  v.  1737,  S.  318—321).  Erst  nach  fast  vier  Jahren  arbeitet  Kostler  bei  Christian 
Schlencker  als  Meisterstück  einen  mit  Steinen  besetzten  Uhrhaken  sowie  einen  Ring  nach  der  neuesten  Fac,on 
und  wird  am  8.  Mai  1736  Meister.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  26.  Mai  1736.  Stirbt  am  27.  September  (begr. 
d.  1.  Oktober)  1736,  alt  38  Jahre  (Matth.). 

Kothener,  aurifaber,  wird  Bürger  vor  1364.  Ist  am  Tage  nach  Petri  et  Pauli  (30.  Juni)  1369  bei  Paulus  Goltsleger  als 
Bürge  genannt  (Bürgerb.  1. 30). 

Kowalsky,  Carl  Maximilian,  siehe  Powalsky. 

Koydt,  Gottfried,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  stirbt  am  29.  Juli  1633,  alt  20  Jahre  (Elis.). 

Kozyd,  Tobias,  Juwelier,  aus  England,  lebt  als  Bürger  in  Breslau,  wird  erwähnt  in  einem  Berichte  des  Görlitzer  Rates 

an  den  Kaiser  vom  1 1 .  August  1607  (Lib.  missio.  1606/07,  fol.  126  ff.  —  Schles.  Vorz.  VII.  489). 
Kraebs,  siehe  Krebs. 

Kränert,  Daniel,  Goldarbeiter,  ist  am  31.  Januar  1815  Trauzeuge  bei  St.  Vincenz. 

Krätz,  Matthias,  wird  durch  Dekret  der  Kaiserl.  Ministerial-Banko-Deputation  in  Wien  am  5.  März  1722  zum  Jubellen- 
Inspektor  und  -Taxator  im  Herzogtum  Schlesien  ernannt  (Lib.  definit.  XII.  144). 

Kräzschmer,  Valentin  (Kretschmer),  Goldschmiedgeselle,  stirbt  in  Breslau  am  16.  März  1584  (MM). 

Krafftczober,  Hans  (Crafftczober),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit  (10.  März)  1508.  Heiratet  Margareta, 
die  Witwe  des  Goldschmieds  Merten  Hennig,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Peter  Francke  und  seiner  Frau 
Hedwig.  Hedwig  Franckin  reicht  am  Freitag  vor  Kiliani  (7.  Juli)  1508  ihrer  Tochter  Margareta  und  ihrem  Schwieger- 
sohne Hans  Krafftczober  ihr  Haus  an  der  Nordseite  des  Ringes  zwischen  Hans  Drescher  und  dem  Goldschmiede 
Lamprecht  Smedt  (Tradb.  I.  150t>).  Das  Haus  ist  in  den  Traditionsbüchern  II — IV  zwischen  1509 — 1524  häufig 
erwähnt,  und  zwar  1524  als  ehedem  im  Besitze  des  Hans  Krafftczober  gewesen  (Tradb.  IV.  80b).  Es  ist  wohl 
dasselbe  Haus,  das  am  6.  Februar  1520  in  den  Besitz  des  Goldschmieds  Stenczel  Goltschmidt  übergeht,  nachdem 
die  Nachbarhäuser  bereits  früher  (das  des  Lamprecht  Smedt  erwirbt  1517  Wolffgang  Westermehr)  den  Besitzer 
gewechselt  haben.  (Tradb.  III.  116).  Hans  Krafftczober  erhält  am  17.  August  1519  auf  sein  Ansuchen  ein  sicheres 
Geleite,  damit  er  sich  mit  den  Verwesern  des  Glückshafens  berechnen  und  seine  Zwietracht  mit  ihnen  entscheiden 
möchte.    In  einem  Schreiben  des  Breslauer  Rates  vom  31.  Oktober  1519  an  Herzog  Friedrich  zu  Liegnitz  heisst 


I 


104 

es,  dass  Krafftczober  ehemals  ein  Goldschmied  in  Breslau  gewesen  und  von  da  weggegangen  sei,  und  sich  jetzt 
in  Berlin  aufhalte  (Script,  rer.  Silesiacarum,  Bd.  III  S.  159).  Krafftczober  muss  dann  wieder  nach  Breslau 
zurückgekehrt  sein,  da  sein  Name  im  Catalogus  civium  von  1525  erscheint  (Sarre,  Die  Berliner  Goldschmiede- 
zunft, nennt  ihn  nicht  unter  den  Berliner  Goldschmieden).    Krafftczober  stirbt  vor  1533. 

Kraft,  Peter,  Goldschmied  in  Nürnberg,  dort  seit  1429  Meister,  wird  1451  als  in  Breslau  wohnhaft  erwähnt  (Hampe, 
Nürnberger  Ratsverlässe,  Bd.  I  S.  2  Nr.  14). 

Kramer,  George  David  (Krahmer,  Crammer),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kammsetzers  Daniel  Kramer, 
arbeitet  bei  Heinrich  August  Joel  als  Meisterstück  einen  Uhrhaken  mit  Steinen  „gramaliret"  und  einen  Petschier- 
ring,  wird  Meister  am  2.  Dezember  und  Bürger  am  20.  Dezember  1737.  Heiratet  am  14.  Januar  1738  Johanna 
Eleonora,  die  Tochter  des  f  Goldschmiedältesten  Samuel  Hammer  (MM).  Stirbt  am  29.  (begr.  d.  31.)  Oktober  1741, 
alt  29  Jahre  43  Wochen  (MM).    Seine  Witwe  f  12.  (begr.d.  14.)  IV.  1755  (Elis.). 

Krause,  Carl  Benjamin,  d.ä.,  Goldarbeiter,  stirbt  am  8.  (begr.  d.  9.)  Dezember  1813,  alt  65  Jahre  Elis.). 

Krause,  Carl  Benjamin,  d.  j.,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Carl  Philipp  Claus  vom  Qu.  Crucis  1798  bis 
Qu.  Mitfasten  1804.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  5.  März  1813.  Wird  Innungsmitglied  am  15.  Januar  1814. 
Stirbt  1835. 

Krause,  Daniel,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  in  Breslau  am  1.  (begr.  d.  4.)  Mai  1676,  alt  28  Jahre  (Elis.),  hat  bei  George 

Ludwig  Hedelhofer  in  Arbeit  gestanden. 
Krause,  Ferdinand  Wilhelm,  Gold-  und  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Carl  Benjamin  Krause 

d.ä.,  heiratet  29  Jahre  alt  am  2.  November  1812  Johanna  Eleonora,  die  Tochter  des  Schuhmachers  Wilde  [MM). 

Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  20.  April  1813.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Krause,  Gottfried  (Krausse),  Goldschmied,  arbeitet  bei  Christian  Schlencker  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring 

und  Siegel,  wird  Meister  am  13.  Juli  und  Bürger  am  17.  Juli  1734.   Stirbt  1738. 
Krause,  Johann  Gottlieb,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Destillateurs  Gottlieb  Krause,  lernt  bei  Johann 

Christian  Preuss  vom  Qu.  Johannis  1820  bis  Ostern  1826.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  11.  April  1837,  alt  32  Jahre. 

Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Krause,  Simon,  Kaiserl.  Hof-  u.  Kammer-Goldschmied,  von  Güssmannsdorf  (?),  Sohn  des  Bürgers  Balthasar  Krause  in 
Beuthen  a.  O.,  heiratet  in  Breslau  am  16.  Januar  1617  Susanna,  die  Witwe  des  städtischen  Zollamtsverwalters 
Valentin  Nitius  (MM). 

Krauss,  Franz  Otto,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schuhmachers  Johann  Gottlieb  Krauss,  lernt  bei  Johann 
Peter  Theophilus  Leuttner  vom  l.Mai  1824  bis  9.  April  1829.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  26.  April  1844,  alt 
34  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Krauss,  Joseph  Victorinus,  Goldschmied  am  Hinterdom,  wird  1732  und  1735  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 

Krebs,  Ferdinand  Christian  (Kraebs),  Silberarbeiter,  geb.  in  Neuschloss  i.  Schles.,  Sohn  des  Wirtschaftsverwalters  Johann 
Christian  Krebs,  lernt  in  Breslau  bei  Christian  Gottlieb  Muche  vom  21.  Juni  1753  bis  20.  September  1758.  Meldet 
sich  am  28.  Dezember  1768  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann  Gottlieb  Schmidt  ein  silbernes  Becken  nebst 
Kanne,  wird  Meister  am  16.  März  1769.  Heiratet  am  17.  April  1769  Johanna  Eleonora,  die  Tochter  des  Kretschmers 
Christoph  Weiss  (Elis.).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  5.  Mai  1769.  Ist  Ältester  seit  Juli  1793  und  mutmasslicher 
Stempelmeister  mit  dem  Buchstaben  M  seit  November  1796.  Stirbt  am  13.  (begr.  d.  16.)  Mai  1804,  alt  71  (68?)  Jahre 
(MM).  Seine  Witwe  Johanna  Eleonora  f  25.  (begr.  d.  27.)  V.  1811  (Elis.).  Krebs  zeichnet  FCK  in  einem  Dreipasse, 
vgl.  Taf.  V  Nr.  168. 

a.  Giessbecken  nebst  Kanne,  Silber,  abgebildet  auf  Seite  7  Fig.  5.  Dm.  der  Schüssel  44,3  X33,1  cm.  H.  der 
Kanne  24,4  cm.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II,  Meisterz,  u  Kriegssteuerst.  FW  (wie 
Fig.  9b).  Wahrscheinlich  die  Meisterarbeit  des  F.  C.  Krebs.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und 
Altertümer,  Breslau. 

b.  Altarleuchter,  Silber,  ein  Paar,  in  der  auf  Seite  75  Fig.  18  abgebildeten  Form,  doch  mit  Rokokodekor. 
Auf  dem  Fusse  drei  Medaillons  mit  Stifternamen  und  Datum  24.  Juni  1770.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempel- 
meisterb. G  Typus  II  u.  Meisterz.  —  Evang.  Pfarrkirche  St.  Blasii  et  Sperati,  Ohlau. 

c.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  runden  Fusse  späte  Rokoko-Kartuschen  in  getriebener,  auf  dem 
silbernen  Kuppabelage  in  durchbrochener  Arbeit.  Unter  dem  Fusse  eingraviert:  „Chrystian.  Piancka  1783". 
H.  24  cm.  Johanneskopf  Typus  XIV,  Stempelmeisterb.  H,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Evang. 
Pfarrkirche  St.  Salvatoris,  Kreuzburg  OS. 

d.  Tischleuchter,  Silber,  in  der  Fig.  38  abgebildeten  Form,  doch  auf  quadratischer  Standfläche.  Johanneskopf 
Typus  XV,  Stempelmeisterb.  L,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  5$"-  —  Kreuzkirche,  Breslau. 


105 


Krebs,  Friedrich  Gottlob  [Gottlieb]  (Kraebs),  Goldarbeiter,  Sohn  des  Wirtschaftsverwalters  Johann  Friedrich  Krebs, 
arbeitet  bei  Heinrich  August  Joel  als  Meisterstück  einen  mit  Steinen  besetzten  Uhrhaken  und  einen  Ring,  wird 
Bürger  am  6.  Februar  und  Meister  Ende  Februar  oder  Anfang  März  1738.  Heiratet  am  6.  Mai  1749  Anna 
Sophia,  die  Tochter  des  Goldarbeiterältesten  Johann  David  Kriebel  (Elis.).  Ist  Ältester  seit  1764.  Stirbt  am 
4.  Oktober  1771,  alt  63  Jahre  7  Monate  6  Tage;  ist  mit  Geläute  begraben  worden.  Sein  Sohn  Johann  Friedrich, 
Herr  auf  Zucklau  bei  Öls,  heiratet  im  Januar  1780  Johanna  Anna  Eleonora,  die  Tochter  des  Kaufmanns  Johann 
George  Schmidt  (Elis.).  Seine  Tochter  Christiana  Sophia  heiratet  am  1.  Oktober  1780  den  Hauptmann  Christian 
Heinrich  Ritter  v.  Vollgnad  auf  Blankenau  bei  Breslau  (Elis.).  Seine  Tochter  Anna  Carolina  heiratet  am  19.  April 
1783  den  Kgl.  Regierungskanzlei-Direktor  Friedrich  Wilhelm  Heinrich  Pistorius  (Elis.).  Seine  Witwe  Anna  Sophia 
t  18.  (begr.  d.  21.)  XI.  1804  (Elis.). 

Krebs,  Gottlieb  Daniel,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Ferdinand  Christian  Krebs,  lernt  bei  Johann 
Gottlob  Tholuck  vom  Qu.  Trinitatis  1787  1793.  Arbeitet  bei  Samuel  Christoph  Thun  als  Meisterstück  ein  Paar 
Ohrgehänge  mit  Rosetten,  wird  Meister  am  1.  September  und  Bürger  am  16.  Oktober  1801.  Heiratet,  35  Jahre 
alt,  am  2.  Mai  1810  Christiana  Sophia,  die  Tochter  des  f  Tischlers  Johann  Heinrich  Schubert  in  Zwickau  (Elis.). 
Stirbt  1817. 

Kretschmer,  Albert,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Staffierers  Franz  Kretschmer,  lernt  erst  bei  Ferdinand 
Gottlieb  Giessmann,  dann  bei  Johann  Christian  Wilhelm  Berger  von  Michaelis  1817  bis  20.  März  1823.  Erwirbt 
das  Bürgerrecht  am  1.  Dezember  1826,  alt  23  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Kretschmer,  Christian  [Gottfried],  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Erbsassen  Christian  Kretschmer,  arbeitet 
bei  Gottfried  Ihme  als  Meisterstück  einen  Pokal  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  20.  Juli  und  Bürger  am 
31.  Juli  1734.  Heiratet  am  10.  August  1734  Maria  Elisabeth,  die  Tochter  des  Büttnerältesten  Christian  Walther  in 
Juliusburg  bei  Öls  (Elis.).  Stirbt  am  6.  (begr.  d.  8.)  November  1758,  alt  53  Jahre  8  Monate  (Elis.).  Seine  Tochter 
Susanna  Rosina  heiratet  am  18.  November  1760  den  Kaufmann  Johann  Gottlieb  Hornig  in  Schmiedeberg  (MM). 
Seine  Witwe  Maria  Elisabeth  |  8.  (begr.  d.  10.)  V.  1763  (MM).  Seine  Tochter  Dorothea  Elisabeth  heiratet  am 
29.  Juni  1767  den  Kandidaten  der  Chirurgie,  Christian  Gottfried  Fabritius  (MM).  Kretschmer  zeichnet  CK  in  ovalem 
Felde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  151. 

a.  Waschschüssel  für  die  Aroniden,  Silber,  rechteckig,  mit  langer  hebräischer  Inschrift.  Dm.  47,5  X  35  cm. 
Johanneskopf  Typus  X,  Stempelmeisterb.  C,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Geheimrat  Pinkus, 
Neustadt  OS. 

b.  Tischleuchter,  Silber,  Fuss  und  Schaft  profiliert.  Datiert  1746.  H.  21,3  cm.  Johanneskopf  Typus  XII, 
Stempelmeisterb.  F,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Stf.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Alter- 
tümer, Breslau  (Vermächtnis  Epstein). 

c.  Beschläge  an  dem  Album  der  Breslauer  Schiesswerderschützen,  Silber.  Datiert  1751.  Beschauz.  W  Typus  VII 
u.  Meisterz.  —  Kleinodien  der  Schiesswerderschützen  in  Breslau.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe 
und  Altertümer,  Breslau. 

d.  Willkommschildchen,  Silber,  an  dem  zinnernen  Willkomm  der  Breslauer  Kupferknaben.  Datiert  1752. 
Meisterz.,  ohne  Beschauz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

Kretschmer,  Christian  Ferdinand,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Christian  Kretschmer,  lernt 
bei  Melchior  Ferdinand  Obermann  vom  30.  Mai  1758  bis  3.  März  1763.  Meldet  sich  am  7.  Juni  1776  als  Stück- 
meister, arbeitet  bei  Johann  Christian  Schlencker  eine  Haarnadel  mit  Rauten,  wird  Meister  am  13.  März  1777  und 
um  dieselbe  Zeit  Bürger.  Heiratet  am  7.  Oktober  1778  Johanna  Eleonora,  die  Tochter  des  Johann  Christoph 
Hendel  im  Kgl.  Münzamte  (Elis.).  Gibt  1784  seine  Werkstatt  auf  und  wird  Coffetier  im  Bürgerwerder,  bleibt 
aber  Innungsmitglied.  Heiratet  als  Witwer  am  29.  April  1800  Rosina  Magdalena,  die  Tochter  des  f  Bäckers 
Christian  Gottfried  Franckenstein  in  Schweidnitz  (Elis.).  Stirbt  am  17.  (18.,  begr.  d.  20.)  Juli  1804,  alt  62  Jahre 
9  Monate  (Elis.). 

Kretschmer,  Lorencz,  siehe  Cretsmer. 

Kretschmer,  Valentin,  siehe  Kräzschmer. 

Kretzer,  Gottfried,  Goldschmiedgeselle  von  Nürnberg,  Sohn  des  dortigen  Steinmetzen  Nickel  Kretzer,  stirbt  in  Breslau 

am  1.  Dezember  1606  (Elis.). 
Kreutz,  Georg,  „aurifaber  in  insula",  wird  1595  und  1599  am  Dom  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  487). 
Kreutz,  Heinrich  Abraham,  Goldschmied  ausserhalb  der  Innung,  wird  1605  am  Dom  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  487). 
Kriebel,  Christian  (Griebel),  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Goldschmieds  Matthias  Kriebel  zu  Plauen  im  Vogtlande, 

stirbt  in  Breslau  am  4.  (7.,  8.)  September  1677,  alt  29  Jahre  14  Wochen  (Elis.  u.  MM).    Hat  bei  seinem  Bruder 

David  Kriebel  in  Arbeit  gestanden. 

14 


106 


Kriebel,  David  (Kribel,  Krübel,  Griebel),  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmieds  Matthias  Kriebel  zu  Plauen  im  Vogt- 
lande, wird  1674  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  9.  Oktober  1674  Barbara  Elisabeth,  die  Tochter 
des  t  Handelsmannes  Joachim  Wildenberg  (Elis.).  Wohnt  auf  der  Albrechtsgasse,  später  auf  der  Schweidnitzschen 
Gasse.  Seine  Frau  Barbara  Elisabeth  f  8.  (13.)  IX.  1677  (Elis.  u.  MM).  Kriebel  heiratet  am  10.  April  1679  Katharina, 
die  Tochter  des  f  Handelsmannes  Michael  Reiter  aus  Alten-Stettin  (Elis.).  Stirbt  am  20.  (26.)  März  1693,  alt  51  Jahre 
2  Monate  2  Tage  (Elis.).  Seine  Tochter  Maria  Elisabeth  heiratet  am  15.  Februar  1706  den  Goldschmied  Carl 
Wilhelm  Hartman  (Elis.).    Kriebel  zeichnet  DK  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  101. 

a.  Sargschilde  der  Breslauer  Kretschmergesellenschaft,  Silber,  oval,  reich  getrieben,  in  der  Mitte  ein  Medaillon 
mit  einem  Brauknechte  und  Braugeräten,  am  Rande  Blumen,  und  Blattwerk,  ein  Totenkopf  und  ein  Schildchen 
mit  Inschrift  und  Jahreszahl  1678.  Dm.  43  X  38  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Kretschmer-Innung, 
Breslau. 

b.  Sargschilde  der  Breslauer  Destillateure,  Silber  mit  Resten  von  Vergoldung,  oval,  mit  Innungswappen,  am 
Rande  zwei  Engel  mit  Palm  wedeln,  eine  Allegorie  des  Todes  und  Barockblumen  in  getriebener  Arbeit. 
Datiert  1679.  Dm.  45  X  38  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe 
und  Altertümer,  Breslau. 

Kriebel,  Johann  David  (Kribel,  Krübel,  Griebel,  Grübet),  Goldarbeiter,  Sohn  des  Breslauer  Goldschmieds  David 
Kriebel,  arbeitet  bei  Hans  Jachman  d.  j.  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am 
l.März  und  Bürger  am  5.  November  1718.  Heiratet  am  22.  November  1718  Anna  Rosina,  die  Tochter  des  f  Bäcker- 
ältesten Christian  Gebauer  (Elis.).  Seine  Frau  Anna  Rosina  f  24.  (begr.  d.  26.)  X.  1728.  Kriebel  heiratet  am 
31.  Januar  1730  Anna  Sophia,  die  Tochter  des  Zirkelschmiedältesten  Burghardt  Mindner  (MM).  Ist  Zunftältester 
seit  1745.  Seine  Tochter  Anna  Sophia  heiratet  am  6.  Mai  1749  den  Goldarbeiter  Friedrich  Gottlob  Krebs  (Elis.). 
Kriebel  stirbt  am  5.  (begr.  d.  7.)  Oktober  1757,  alt  69  Jahre  10  Wochen  1  Tag  (Elis.).  Seine  Witwe  Anna  Sophia 
f  19.  (begr.  d.  21.)  XII.  1774  (Elis.). 

Kriegelstein,  Christian  Friedrich  (Krügelstein),  K.  K.  priv.  Gold-  und  Silberfabrikant,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Gold- 
und  Silberfabrikanten  Friedrich  Kriegelstein,  heiratet  am  17.  März  1744  Christiana  Juliana,  die  Tochter  des  Johann 
Carl  von  Folgersberg  (Elis.).    Stirbt  am  4.  (begr.  d.  6.)  November  1744,  alt  39  Jahre  10  Wochen  1  Tag  (Elis.). 

Kriegelstein,  Friedrich  (Krügelstein),  K.  K.  priv.  Gold-  und  Silberfabrikant,  stirbt  am  13.  Mai  1720,  alt  43  Jahre  (Elis.). 
Seine  Witwe  Susanna  Rosina,  geb.  Senftieben,  f  15.  (begr.  d.  17.)  VIII.  1741  (Elis.). 

Kriegelstein,  Gottlieb  (Krügelstein),  K.  K.  priv.  Gold-  und  Silberfabrikant,  heiratet  am  28.  Mai  1723  Susanna  Regina, 
die  Tochter  des  Friedrich  Kriegelstein.  Stirbt  am  12.  (begr.  d.  14.)  Dezember  1736,  alt  41  Jahre  7  Monate  11  Tage 
(Elis.).    Seine  Witwe  heiratet  am  4.  Februar  1739  den  Gold-  und  Silberfabrikanten  Johann  Andreas  Germer  (Elis.). 

Kriegelstein,  Johann  Gottfried,  K.  K.  priv.  Gold-  und  Silberfabrikant,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Gold-  und  Silber- 
fabrikanten  Friedrich  Kriegelstein,  heiratet  am  30.  Juli  1743  Christiana  Florentina,  die  Tochter  des  Johann  George 
Caspar  (Elis.).  Seine  hinterlassene  Tochter  Johanna  Charlotte  heiratet  am  28.  Mai  1778  den  Direktor  der  Kriegel- 
steinschen  Fabrik,  Christian  Friedrich  Schumann  (Elis.).  Seine  Witwe  f  1 781  (Elis.).  Sein  einziger  Sohn  Johann 
Gottfried,  ebenfalls  Gold-  und  Silberfabrikant,  heiratet  42  Jahre  alt  am  20.  November  1791  Johanna  Eleonora,  die 
Tochter  des  Generalakzise-Kassendieners  Johann  Heinrich  Moses  (Elis.). 

Kringel,  Steffan,  siehe  Cringel. 

Krippendorfi,  Johann  Christoph,  Goldschmiedgeselle  aus  Zeitz  in  Sachsen,  stirbt  in  Breslau  am  30.  November  1691. 
Krische,  siehe  Grische. 

Kristiani,  Gottlob  Friedrich,  siehe  Christiany. 
Kröger,  Carl  Gottlieb,  siehe  Gröger. 

Kroetiert,  Johann  Christoph  (Kroenelt,  Kronert),  Silberarbeiter,  verfertigt  bei  Ferdinand  Christian  Krebs  als  Meister- 
stück eine  silberne  Kaffeekanne  nebst  Sahngiesser,  wird  Meister  am  18.  April  und  Bürger  am  7.  Juni  1804.  Ist  in 
der  Meisterliste  von  1816  das  letzte  Mal  genannt. 

Kromig,  Hans,  Goldschmiedgeselle,  fühlt  sich  „wegen  etlicher  vorlauffener  Reden"  des  Goldschmieds  Friedrich 
Schoenau  an  seiner  Ehre  verletzt;  die  Ratmannen  schlichten  am  11.  Oktober  1604  den  Streit  (Lib.  definit. 
IV.  151). 

Krommendorff,  siehe  Crommendorff. 
Krübel,  siehe  Kriebel. 

Krüger,  Benedict,  Juwelier,  stirbt  am  1.  Dezember  1633,  alt  48  Jahre  (Elis.). 
Krüger,  Carl  Gottlieb,  siehe  Gröger. 
Krüsche,  siehe  Grische. 
Krummendorff,  siehe  Crommendorff. 


107 


Krutsche,  Carl  Friedrich  Otto  Theodor,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  H.November  1830,  lernt  bei  Carl  Friedrich 

Korok  vom  Qu.  Johannis  1845—1850.    Wird  Innungsmitglied  am  13.  Juli  1858.    Stirbt  am  20.  November  1884. 

Krutsche  zeichnet  OK  negativ  eingeschlagen. 
Krutsche,  Friedrich  (Fritz],  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Carl  Friedrich  Otto  Theodor 

Krutsche,  wird  am  26.  Januar  1891  in  die  Innung  aufgenommen,  scheidet  im  März  1892  wieder  aus.    Zieht  nach 

Liegnitz  und  wird  Kaufmann. 
Krymmendorff,  siehe  Crommendorf f. 

Kubsch,  Johann  Christian,  siehe  Heinrich  Gottfried  Kopisch. 
Kuchmann,  Benjamin,  siehe  Kochmann. 
Kuder,  Mathias,  siehe  Kauder. 

Kühlau,  Johann,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  in  Breslau  am  6.  Juli  1742,  alt  40  Jahre. 

Kühn,  Benjamin  Jacob,  Goldarbeiter,  Sohn  des  Feldschers  Johann  Friedrich  Kühn,  heiratet  am  31.  Oktober  1791 

Dorothea  Henrietta  Friederica  Justina,  die  Tochter  des  f  Pastors  Johann  Gottlieb  Nusche  (MM). 
Kühn,  Hans,  ein  gewesener  Goldschmied  von  Liegnitz,  stirbt  in  Breslau  am  22./29.  Juni  1590. 

Kühne,  Johann  Carl  Ferdinand,  Goldarbeiter,  geb.  am  18.  September  1844,  Sohn  des  Graveurs  W.  Kühne,  lernt  bei 
seinem  Onkel,  dem  Goldarbeiter  Johann  Carl  Moritz  Herrmann,  vom  1.  Oktober  1860  bis  14.  (17.)  Januar  1865. 
Wird  am  15.  Oktober  1878  Mitglied  der  Innung  und  bleibt  es  bis  zu  ihrer  Auflösung  am  13.  Oktober  1893. 

Kueschky,  Christoph  Gottlieb,  siehe  Kischky. 

Küttner,  Johann  Michael,  siehe  Kittner. 

Kunczilman,  Augustinus,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Sonnabend  vor  Judica  (21.  März)  1450.    Ist  im  Catalogus  civium 

von  1470  nicht  mehr  erwähnt. 
Kune,  Wolf  (Kühne,  Khun),  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Goldschmieds  Hans  Kune  zu  Amberg  i.  d.  Pfalz,  heiratet 

in  Breslau  Sonntag  nach  Circumcisio  (6.  Januar)  1578  Ursula,  die  Witwe  des  Kleinbinders  Lorenz  Lemchen  (Elis.). 

Stirbt  am  4.  Mai  1589  (MM). 

Kuntze,  Gottlieb  [Gottfried]  (Kuntz),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Thomas  Kuntze,  arbeitet 
bei  Johann  Peter  Ziegler  als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  23.  Oktober  1719 
und  Bürger  am  3.  Mai  1720.  Heiratet  am  15.  Oktober  1720  Maria  Elisabeth,  die  Witwe  des  Kretschmers  Johann 
Christoph  Bleyer  (Elis.).  Seine  Frau  f  24.  (begr.  d.  26.)  VI.  1768  (MM).  Er  selbst  stirbt  am  8.  (begr. 
d.  10.)  Januar  1773,  alt  84  Jahre  2  Monate  6  Tage  (MM).  Kuntze  zeichnet  G  K,  darunter  ein  Kreis,  in  herz- 
förmigem Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  137. 

a.  Weinbüchschen,  Silber,  sechskantig,  mit  Schraubdeckel,  darin  ein  Einsatz  für  die  Hostie.  Eine  Fläche 
graviert  mit  Crucifixus.  Am  Boden:  Wiegt  27  Lot.  Datiert  1758.  H.  11  cm.  Johanneskopf  Typus  XII, 
Stempelmeisterb.  F,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.    Adlertypus.  —  Elisabethkirche,  Breslau. 

b.  Weinbüchschen,  Silber,  wie  Nr.  b.  Datiert  1762.  H.  12  cm.  Johanneskopf  Typus  XIII  (Stempelmeisterb. 
fehlt),  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.    Adlertypus.  —  Elisabethkirche,  Breslau. 

Kuntze  [Kunze],  Jacobus,  siehe  Konczel. 

Kuntze,  Thomas  (Kuntz),  Goldschmied,  Sohn  des  Amtmannes  Thomas  Kuntze  in  Schönbankwitz,  wird  1683  in 
Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  17.  August  1683  Anna  Susanna,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Daniel 
Volgnadt  (MM).  Wohnt  am  St.  Maria  Magdalenenkirchhofe.  Seine  Frau  Anna  Susanna  f  20.  (begr.  d.23.)  X.  1701 
(Elis.).  Kuntze  heiratet  am  5.  September  1702  Maria  Magdalena,  die  Tochter  des  Reichkrämers  Paul  Heidt  (Elis. i. 
Ist  seit  1717  Zunftältester.  Seine  Tochter  Anna  Eleonora  heiratet  am  21.  April  1722  den  Goldschmied  Martin 
Büttner  (Elis.).  Kuntze  stirbt  am  19.  (20.)  Juli  1724,  alt  67  Jahre  weniger  7  Wochen  (Elis.).  Seine  Witwe  Maria 
Magdalena  heiratet  am  10.  Februar  1727  den  Friedrich  Gurtschke  (Elis.).  Kuntze  zeichnet  T  K  in  ovalem  Felde, 
vgl.  Taf.  IV  Nr.  107. 

a.  Oblatendose,  Silber,  ovale  Schachtel  mit  gerieftem  Rande,  Mittelfeld  des  Deckels  mit  Akanthusranken  auf 
punziertem  Grunde.    Gestiftet  1708  von  dem  Weissgerberältesten  Daniel  Ritter.    H.  5  cm.    Dm.  13,6  X 
9,6  cm.   Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.    Adlertypus.  —  Barbarakirche,  Breslau. 
Kunzco  [Cunzco],  aurifaber,  vergleicht  sich  1434  wegen  einer  Geldschuld  mit  dem  Pfarrer  von  Oltaschin;  Zeugen  sind  die 
Breslauer  Bürger  und  Goldschmiede  Johannes  Beyer  und  Johannes  Neumeister  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  D  24,  fol.  96 t>). 
Kuttenis,  Jacobus  de  Montibus  (Jacobus  de  Montibus  Chutonis,  Jacob  vom  Berge,  Jacob  Newmeyster,  Goltsmed 
vom  Berge,  Reyche  Jocob),  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am  Montag  nach  Invocavit  (13.  Februar)  1402.  Wohnt 
auf  der  Schuhbrücke.    Zahlt  1403/4  an  Steuern:  de  opere  7a  fertonem  (Steuerb.  fol.  22).    Erscheint  1408,  1409, 
1411,  1414,  1421,  1426  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.     Hat  1411,  1412,  1417 
Bürgschaften  zu  leisten  (Signaturb.  XVIII,  XIX,  XXI). 

14* 


108 


Kuttenis,  Laurentius  de  Montibus,  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am  Montag  nach  Invocavit  (7.  März)  1373;  Bürge 

ist  Hensil  von  Glacz. 
Kuttner,  Johann  Michael,  siehe  Kittner. 

Kwiatkowski,  Johann  Vincenz  Joseph,  Gold-  und  Silberarbeiter,  geb.  in  Posen,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht 
am  9.  Juni  1846,  alt  26  Jahre.  Sein  Gesuch  um  Aufnahme  in  die  Innung  wird  am  15.  Juli  1853  abschlägig 
beantwortet. 

Kynast,  Niclas  [Nickel],  aurifaber,  wird  Bürger  am  Sonnabend  nach  Francisci  (6.  Oktober)  1453.  Erscheint  1456, 
1459,  1462,  1465,  1468,  1471,  1474,  1479  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.  Siehe 
Urkunde  11.    Kynast  stirbt  um  1485. 

Kyschky  [Kysky],  Christoph  Gottlieb,  siehe  Kischky. 

Lamm.  Valten  (Lammpi,  Goldschmied,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  3.  März  1530,  wird  um  dieselbe  Zeit 
Meister.    Ist  im  Catalogus  civium  von  1525/33  und  1544/79  erwähnt. 

Lammer,  Christian  [Gottfried],  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schuhmachers  Christoph  Lammer,  arbeitet 
bei  Hans  Jachman  d.  j.  als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  3.  Juli  und  Bürger 
am  7.  Oktober  1713.  Heiratet  am  27.  November  1713  Anna  Magdalena,  die  Tochter  des  f  Scholzen  Daniel 
Gerhes  [?]  (MM).  Seine  Frau  Anna  Magdalena  f  13.  (begr.  d.  15.)  VIII.  1737  (Elis.).  Lammer  kommt  Anfang 
1751  ins  Hospital.    Zeichnet  mit  einem  Lamm  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  132. 

a.  Bucheinband,  Silber.  Datiert  1729.  —  Ehemalige  Klosterkirche  in  Paradies,  Prov.  Posen  (nach  J.  Kohte, 
Kunstdenkmäler  d.  Prov.  Posen,  Bd.  I  S.  131). 

b.  Reliquienmonstranz,  Silber  mit  Vergoldung,  mit  Reliquien  des  hl.  Dominik;  in  dem  umgebenden  Strahlen- 
kranze verehrende  Engel  und  der  Hund  des  hl.  Dominik.  Auf  dem  Fusse  Cherubimsköpfe.  H.  38  cm. 
Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  —  Adalbertkirche,  ehemaliges  Dominikanerkloster,  Breslau. 

c.  Sonnenmonstranz,  Silber  mit  Vergoldung,  laut  Inschrift  gestiftet  1739  von  Johann  Joseph  Graf  von 
Götzen,  Commendator  des  Johanniter-Ordens  in  Striegau.  Johanneskopf  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  D  u. 
Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Petri,  Striegau. 

d.  Weihrauchfass  nebst  Weihrauchschiffchen,  Silber,  mit  Bandelwerk  in  durchbrochener  und  getriebener 
Arbeit.   Johanneskopf  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  D  u.  Meisterz.  —  Dorotheenkirehe,  Breslau. 

e.  Weihrauchfass  nebst  Weihrauchschiffchen,  Silber,  mit  Band-  und  Muschelwerk  in  durchbrochener 
und  getriebener  Arbeit.  Johanneskopf  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  D,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adler- 
typus. —  Sandkirche  Breslau. 

f.  Bucheinband,  Silber,  mit  Laub-  und  Bandelwerk  in  getriebener  und  durchbrochener  Arbeit  auf  vergoldeter 
Metallunterlage.  Am  oberen  Rande  des  Einbandes  vier  Ösen  mit  einer  silbernen  Kette.  H.  17,8  cm. 
Br.  12  cm.  Johanneskopf  Typus  XII,  Stempelmeisterb.  F,  Meisterz.  u.  Teschener  Befreiungsstempel.  —  Oberst 
Hugo  Jeglinger,  Reichenberg  in  Böhmen. 

Lampricht,  Hans,  Goldschmiedgeselle  von  Hamburg,  stirbt  in  Breslau  am  12.  März  1617. 

Lamy,  Johann  David,  Goldarbeiter,  geb.  in  Hanau,  Sohn  des  Gärtners  Adam  Lamy,  erwirbt  das  Breslauer  Bürger- 
recht am  27.  Januar  1843,  alt  40  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Landecke,  Hensil  (Hannos  Lendecke),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  nach  Sixti  (7.  August)  1369;  Bürge  ist 
Henkinus  aurifaber.  Verreicht  1390  dem  Johannes  Mawer  2  Mk.  jährl.  Zins  auf  sein  Erbe  hinter  der  Schulen 
auf  der  Goltsmedegasse  und  1392  dem  Heinrich  Wonschilborg  1  Mk.  jährl.  Zins  auf  sein  Erbe  am  Neumarkte 
(Schöppenb.  VI.  239b  VII.  100b).    Erscheint  1392  in  den  Signaturbüchern  als  Juratus.    Stirbt  um  1400. 

Landecke,  Thomas  (Landegke,  Landek),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  vor  Andree  (29.  November)  1379;  Bürge  ist 
Henkinus  aurifaber.  Wohnt  auf  der  Altbüssergasse  bei  der  Schulen  (Goltsmedegasse).  Verreicht  1388  dem 
Niclos  vom  Lemberg  2  Mk.  jährl.  Zins  auf  sein  Erbe  unter  den  „Gaultsmedin"  bei  Cunrad  Goltsloer  (Schöppenb. 
VI.  78a).  Bürgt  1394  für  seinen  Bruder  Thomas  (!  wohl  Hensil  gemeint)  (Signaturb.  VII.  183b).  Erscheint  1390, 
1399,  1402,  1404,  1407,  1410  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.  Zahlt  1403/4  an 
Steuern:  de  hereditate  1  Lot,  de  opere  Va  fertonem,  de  re  1  Scot  (Steuerb.  fol.  20 b).    Stirbt  um  1412. 

Landiskroner,  Vitus,  aurifaber,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Freitag  vor  Invocavit  (9.  Februar)  1448.  Ist  im  Catalogus 
civium  von  1470  nicht  mehr  erwähnt. 

Lang,  Michael,  kein  Goldschmied,  sondern  ein  Tuchmacher  in  der  Neustadt-Breslau,  wurde  durch  ein  Versehen  des 
Stadtschreibers  im  Catalogus  civium  von  1470  unter  die  Goldschmiede  geschrieben. 

Lange,  Carl  Joseph,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Johann  Gottlob  Jaeckel  vom  Qu.  Crucis  1783—1789. 
Arbeitet  bei  Johann  Ernst  Braungart  als  Meisterstück  zwei  Girandolen  (Armleuchter),  wird  Meister  am 
30.  (31.)  Oktober  1792  und  Bürger  am  4.  Februar  1793.    Ist  in  der  Meisterliste  von  1813  das  letzte  Mal  erwähnt. 


109 


Langer,  Johann  Gottfried  (Johann  Christian  Lange),  Gold-  und  Silberstecher,  Sohn  des  Kleinuhrmachers  Johann 
Christoph  Langer  in  Augsburg,  heiratet  in  Breslau  am  24.  November  1732  Eva  Martha,  die  Tochter  des  Muster- 
schreibers Christian  Mühl  (Elis.).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  31.  Dezember  1737.  Stirbt  am  17.  Novembei  1741, 
alt  33  Jahre  2  Monate  (Elis.). 

Laudner,  Melchior,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Berghauers  Caspar  Laudner  in  St.  Annaberg,  heiratet  in  Breslau 
1596  Anna,  die  Tochter  des  Fleischers  Jorge  Hittman  (Elis.). 

Launer,  Christian  Gottlieb  (Launert),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Gürtlers  Christian  Launer,  meldet  sich 
am  23.  September  1750  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann  David  Kriebel  eine  Masche  nebst  Ring,  wird  Meister 
am  15.  Dezember  1750.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  30.  August  1751.  Heiratet  am  4.  Mai  1756  Anna  Sophia,  die 
Tochter  des  Seelsorgers  Johann  Gottfried  Eckhardt  in  Paschkerwitz  bei  Trebnitz  (Elis.).    Stirbt  1770. 

Lebner,  Hans,  siehe  Libner. 

Lederhose,  Joseph  Gottlieb,  Silberarbeiter,  geb.  1738  in  Breslau,  Sohn  des  Ziergärtners  Joseph  Lederhose,  lernt  bei 
Martin  Kiesling  vom  September  1753 — 1758.  Meldet  sich  am  7.  Juni  1765  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann 
Gottlieb  Schmidt  ein  silbernes  Becken  nebst  Kanne  (etwa  von  dem  auf  Seite  7  Fig.  5  wiedergegebenen  Typus), 
wird  Meister  am  20.  September  1765  und  Bürger  am  9.  Januar  1766.  Heiratet  am  11.  November  1766  Maria  Anna 
Eleonora,  die  Tochter  des  Abraham  Ostertag,  gewesenen  Goldschmieds  in  Neisse  (Elis.).  Ist  Ältester  vom  18.  Mai 
1804  bis  1813.  Stirbt  am  10.  (begr.  d.  13.)  Juni  1817,  alt  79  Jahre  (Elis.).  Lederhose  zeichnet  IGL  in  einem  herz- 
förmigen Schilde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  167. 

a.  Tischleuchter,  Silber,  im  Louis  XVI.-Stil.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  L u.  Meisterz.  —  Hofantiquar  Max 
Altmann,  Breslau. 

b.  Tischleuchter,  Silber,  in  der  Fig.  38  abgebildeten  Form,  doch  mit  quadratischer  Standfläche  und  kanne- 
liertem Säulenschafte.  H.  24,5  cm.  Johanneskopf  Typus  XV,  Stempelmeisterb.  L,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  3$"- 
—  Kreuzkirche,  Breslau. 

c.  Tischleuchter,  Silber,  drei  Stück,  in  der  Fig.  38  abgebildeten  Form,  doch  auf  quadratischer  Standfläche  und 
ohne  Gitter  an  der  Lichttülle.  Datiert  10.  Juli  1800,  1810  u.  1811.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  M  u.  N, 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.       u.  Adlertypus.  —  Verein  christlicher  Kaufleute,  Zwinger,  Breslau. 

d.  Sargschilde  der  Breslauer  Schuhmachermeister,  Silber,  oval,  in  der  Mitte  in  vergoldeter  Auflage  ein  Stiefel. 
Datiert  1817.  Dm.  51  X41  cm.  Johanneskopf  Typus  XVIII,  Stempelmeisterb.  P  u.  Meisterz.  —  Schuhmacher- 
Innung,  Breslau. 

Leher,  Antonius,  siehe  Loh  er. 

Lehmut,  Carl  Samuel  Friedrich,  Gold-  und  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Johann  Augustin  Christian  See- 
berg vom  Qu.  Lucie  1789  bis  Qu.  Crucis  1795.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  22.  April  1814.  Wird  nicht  Innungs- 
mitglied. 

Leinss,  Johann  Jacob  (Leinsz,  Leinz,  Leints),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Gottfried  Benjamin  Weigelt  vom 
27.  Dezember  1765  bis  2.  Oktober  1771.  Meldet  sich  am  1.  März  1786  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann  Ernst 
Braungart  ein  Paar  Ohrgehänge  mit  Brillanten,  wird  Meister  am  6.  April  und  Bürger  am  10.  August  1786. 
Stirbt  1830. 

Leiser,  Christoph  Siegfried  Elias  (Leiszer,  Leisse,  Leyser),  Goldarbeiter,  geb.  in  Bitterfeld  bei  Leipzig,  arbeitet  in 
Breslau  bei  Johann  Christian  Schlencker  als  Meisterstück  einen  dreifach  karmoisierten  Brillantring,  wird  Meister 
am  23.  Januar  1787.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  11.  Februar  1788.  Ist  in  der  Meisterliste  von  1795  das  letzte 
Mal  erwähnt. 

Leiterding,  Johann,  Silberjuwelier,  wird  1723  am  Dom  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 
Leittner,  Johann  Peter  Theophilus,  siehe  Leuttner. 

Lemor,  Carl  August  Theodor,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  20.  März  1820,  Sohn  des  Silberarbeiters  Johann 
Adam  Lemor,  lernt  bei  seinem  Vater  vom  Qu.  Johannis  1834—1838.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  13.  Juni  1845. 
Meldet  sich  am  5.  April  1849  als  Stückmeister,  arbeitet  eine  silberne  Tabatiere,  wird  am  14.  Juli  1849  in  die 
Innung  aufgenommen.    Bleibt  Mitglied  bis  1893.    Zeichnet  IAL  in  einem  rechteckigen  Felde. 

Lemor,  Johann  Adam  (Lemmor,  Lemmer),  Silberarbeiter,  geb.  am  20.  Juli  1788  in  Roemhild  in  Meiningen,  Sohn  des 
Kürassiers  Valentin  Lemor,  lernt  in  Mainz.  Erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  21.  August  1818.  Wird 
Innungsmitglied  am  11.  Februar  1820.  Stirbt  1840.  Seine  Witwe  setzt  das  Geschäft  fort.  Lemor  zeichnet  IAL 
in  einem  rechteckigen  Felde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  188. 

Lemor,  Julius,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  26.  April  1846,  Sohn  des  Silberarbeiters  Carl  August  Theodor 
Lemor,  lernt  bei  seinem  Vater  von  Ostern  1860—1864.  Tritt  am  19.  April  1875  in  die  Innung  ein  und  bleibt  bis 
zum  13.  Oktober  1893  Mitglied.    Zeichnet  IAL  in  einem  rechteckigen,  seit  1897  in  einem  ovalen  Felde. 


110 


Lendecke,  Hannos,  siehe  Hensil  Landecke. 

Leuschner,  Johann  Carl  Ehrenfried,  Goldarbeiter,  geb.  in  Hermsdorf  am  Kynast,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht 
am  16.  Januar  1844,  alt  44  Jahre.  Wird  nicht  Innungsmitglied.  Zieht  später  nach  Hirschberg,  lässt  sich  aber  in 
Breslau  sein  Bürgerrecht  reservieren. 

Leuttner,  Johann  Peter  Teophilus  (Leuthner,  Leittner),  Goldarbeiter,  Sohn  des  Buchbindermeisters  Johann  Wilhelm 
Abraham  Leuttner  in  Hanau  in  Hessen,  lernt  in  Breslau  bei  Johann  Gottlob  Tholuck  von  1799—1804.  Arbeitet 
bei  Johann  Gottlob  Tholuck  als  Meisterstück  ein  Paar  Ohrgehänge  mit  ä  jour  gefassten  Brillanten,  wird  Meister 
am  15.  Januar  und  Bürger  am  18.  Januar  1811.  Heiratet  25  Jahre  alt  am  3.  Januar  1811  Johanna  Christiana,  die 
Tochter  des  Haushälters  Christian  Gärtner  (MM).  Feiert  am  15.  Januar  1861  sein  fünfzigjähriges  Meisterjubiläum, 
wird  Ehrenmitglied  der  Innung.    Stirbt  am  20.  Dezember  1868. 

Leweck,  Gottlieb  Wilhelm  [Johann  Gottfried?],  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  erst  bei  Samuel  Jacob  Somme, 
dann  bei  Gottlieb  David  Günther  von  1804 — 1S10.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  4.  August  1816,  alt  27  Jahre. 
Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Lewtke,  siehe  Lütke. 

Leyde,  Andreas,  Goldschmied  aus  Dresden,  stirbt  in  Breslau  am  5.  (begr.  d.  7.)  Januar  1736,  alt  40  Jahre. 
Leyser,  Christoph  Siegfried  Elias,  siehe  Leiser. 

Libner,  Hans  (Liebener,  Lebner,  Lübner,  Lüblin),  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  1550  Magdalena,  die  Tochter  des 
f  Goldschmieds  (?)  Hans  Francke  (Elis.1).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  13.  Februar  1551,  wird  um  dieselbe  Zeit 
Meister.  Wohnt  am  Ringe  unter  den  Riemern.  Stirbt  am  19./25.  Oktober  1585.  Seine  Tochter  Anna  heiratet  am 
13.  Juli  1587  den  Schwertfeger  Stephan  Fuchs  (MM). 

Lichtenaw,  Georgius,  aurifaber, .  wird  Bürger  am  Mittwoch  nach  Francisci  (5.  Oktober)  1373;  Bürge  ist  Claus  Briger. 

Lillpop,  Johann  Ferdinand  Joseph,  Goldarbeiter,  geb.  in  Schweidnitz,  Sohn  des  Venditers  Ferdinand  Lillpop,  lernt  in 
Breslau  bei  Johann  Friedrich  Streubel  von  Michaelis  1815 — 1821.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  30.  August  1824, 
alt  22  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied.    Seine  Frau  Amalie  Friederika,  geb.  Wiesner,  stirbt  1833  (MM). 

Lincke,  Johann  George,  Gold-  und  Silberplätner,  Sohn  des  Schuhmacherältesten  Gregor  Lincke  in  Cottbus,  heiratet  in 
Breslau  am  9.  November  1711  Anna  Elisabeth,  die  Tochter  des  Landkutschers  Johann  Frentzel  (MM).  Steht  bei 
Friedrich  Kriegelstein  in  Arbeit. 

Lindau,  Ernst  (Linde),  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Goldschmieds  Franz  Lindau  in  Oppeln,  stirbt  in  Breslau  am 
20.  Dezember  1632,  alt  21  Jahre  (Elis.),  hat  bei  Paul  Hedelhofer  d.  ä.  auf  der  Oderstrasse  in  Arbeit  gestanden. 

Lindholtz,  Andreas,  Gold-  und  Silberdrahtzieher,  seine  Frau  Anna  Margareta,  geb.  Petsch,  f  12.  (13.)  IX.  1727,  alt 
35  Jahre. 

Lindholtz,  Christoph,  Gold-  und  Silberdrahtzieher,  Sohn  des  Erbsassen  Andreas  Lindholtz  bei  Berlin,  heiratet  in 
Breslau  am  24.  April  1719  Susanna,  die  Tochter  des  Johann  Hausschild  (Elis.).  Sein  Sohn  Andreas  Gottlieb, 
Gold-  und  Silberdrahtzieher,  heiratet  am  16.  November  1756  Johanna  Christiana,  die  Tochter  des  f  Posamentiers 
und  Seidenstrickers  Benjamin  Lehmann  (Elis.). 

Lindholtz,  Johann  Friedrich,  Gold-  und  Silberdrahtzieher,  seine  Frau  Maria  Rosina,  geb.  Höpner,  f  29.  (30.)  VIII.  1731. 
Er  selbst  stirbt  am  7.  (8.)  Juni  1734,  alt  37  Jahre  12  Wochen. 

Lindner,  Carl  Gottlieb,  Goldarbeiter,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  13.  Mai  1814.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Lindner,  Heinrich  Rudolf,  Goldarbeiter,  lernt  bei  Georg  Heinrich  Gumpert  bis  Juli  1851.  Wird  Innungsmitglied  am 
19.  Oktober  1858,  scheidet  am  13.  Oktober  1863  wieder  aus. 

Liphart,  Niclos,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  Petri  ad  cathedram  (22.  Februar)  1408;  Bürge  ist  Henricus 
Schorgast. 

Littke,  Johann  Heinrich  (Littik),  Goldschmiedgeselle,  stirbt  am  23.  (begr.  d.  25.)  Mai  1752,  alt  50  Jahre  (Elis.).  Seine 
Tochter  Barbara  Elisabeth  heiratet  am  27.  Oktober  1761  den  Schuhmacher  Samuel  Jahn  (Elis.).  Seine  Witwe  Eva 
Christiana,  geb.  Herting,  f  15.  (begr.  d.  17.)  III.  1779  (Elis.). 

Litzmann,  Carl  Friedrich  (Lizemann,  Luzmann),  Goldarbeiter,  geb.  in  Halle,  Sohn  des  dortigen  Diakonus  Matthias 
Laurentius  Litzmann,  meldet  sich  in  Breslau  am  16.  März  1786  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Christian  Hoensch 
eine  Haarnadel  mit  ä  jour  gefassten  Brillanten,  wird  Meister  am  20.  Juni  und  Bürger  am  10.  August  1786. 
Heiratet  am  29.  Oktober  1795  Johanna  Wilhelmina  Carolina,  die  Tochter  des  Kgl.  Justizkommissars  Christian 
Benjamin  Uber  (Elis.).  Wird  1798  Königl.  Mühlen wagemeister  in  Reichenbach.  Durch  Dekret  vom  26.  Oktober 
1798  wird  ihm  das  Bürgerrecht  reserviert,  das  Meisterrecht  jedoch  nur  unter  der  Bedingung,  dass  er  die  Quartals- 
beiträge an  die  Innungskasse  weiter  zahlt  (Lose  Goldschmiede-Akten). 

Lobenschuss,  Augustin  (Lobschuss,  Lobenschoss,  Lobenschütz),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Perlenhefters 
Daniel  Lobenschuss,  wird  1665  Bürger  und  Meister.     Heiratet  am  26.  Januar  1666  Elisabeth,  die  Tochter  des 


111 


f  Seilers  Johann  Goltsch  in  Oppeln  (MM).  Wohnt  auf  der  Taschengasse.  Stirbt  am  11.  (12.)  November  1693, 
alt  60  Jahre  (MM  Salv.).  Seine  Tochter  Justina  heiratet  am  17.  November  1693  den  Landkutscher  Caspar  Hahn 
(MM).  Seine  Witwe  Elisabeth  f  5.  III.  1694.  Seine  Tochter  Rosina  heiratet  am  28.  Juli  1699  den  Maurer- 
gesellen Gottfried  Lindner  (Elis.).  Seine  Tochter  Magdalena  heiratet  am  23.  Oktober  1703  den  Parchnergesellen 
Johann  Reffer  (Elis.).  Lobenschuss  zeichnet  AL  ligiert,  über  dem  L  ein  kleines  o,  in  einem  dreipassigen  Blatte, 
vgl.  Taf.  III  Nr.  95. 

a.  Willkommschildchen  der  Breslauer  Korbmachergesellenschaft,  Silber,  ein  Paar,  achteckig,  mit  Innungs- 
emblemen der  Korbmacher.  Datiert  1672.  Meisterz.  (Ohne  Beschauz.)  —  Schlesisches  Museum  für  Kunst- 
gewerbe und  Altertümer,  Breslau. 

b.  Abendmahlslöffel,  Silber,  in  Renaissanceform,  Laffe  siebartig  durchlocht.  Datiert  1686.  Beschauz.  W 
Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.    Adlertypus.  —  Elisabethkirche,  Breslau. 

Lockortt,  Albrecht,  siehe  Luckertt. 
Löttcman,  Hans,  siehe  Lotterman. 

Loh,  Johann  Rudolph  von,  Goldarbeitergeselle,  Sohn  des  Herzoglichen  Münzwardeins  Christian  von  Loh  in  Öls, 

stirbt  in  Breslau  am  11.  (begr.  d.  13.)  November  1741,  alt  22  Jahre  (Elis.). 
Loher,  Anthonius  (Leher,  Lowrein  [?]),  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  am  15.  Februar  1563  Barbara,  die  Witwe 

des  Steinschneiders  Georg  Brawn  (MM).    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  18.  Februar  1564,  wird  um  dieselbe  Zeit 

Meister.   Stirbt  vor  1579. 
Lohse,  Johann,  Goldschmiedgeselle  aus  Halle,  stirbt  in  Breslau  1707,  alt  24  Jahre. 

Lomnig,  Georg,  Goldschmied  von  Augsburg,  heiratet  in  Breslau  am  9.  Januar  1571  Anna,  die  Tochter  des  Bäckers 
Gregor  Machnit  (MM). 

Lomnitzer,  Georg  (Lumnitzer),  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  am  4.  Oktober  1558  Agnet,  die  Tochter  des  f  Thomas 
Schutler.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  1.  Februar  1560,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Heiratet  als  Witwer  am 
15.  Dezember  1561  Ursula,  die  Tochter  des  f  Hans  Ochsendorf  (MM).  Stirbt  um  1566.  Seine  Witwe  Ursula 
heiratet  am  29.  November  1568  den  Schenken  Bartel  Burckart  (MM).  Seine  Tochter  Magdalena  heiratet  am 
24.  Oktober  1581  den  Töpfer  Georg  Dickenbein  in  Canth  (MM). 

Lorenz,  Meister  L.  der  Goltschmid,  siehe  Lorencz  Cretsmer  oder  Lorencz  Polak. 

Lorenz,  Carl  Friedrich,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kunstgärtners  Johann  Friedrich  Lorenz,  lernt  bei 
Johann  Friedrich  Wilhelm  Fuss  von  1810—1815.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  17.  März  1824,  alt  28  Jahre.  Wird 
nicht  Innungsmitglied. 

Lotterman,  Hans,  Sachs  genannt  (Lötteman),  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Freitag  vor  Invocavit 
(11.  Februar)  1513,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Kauft  am  Dienstag  nach  Jacobi  (28.  Juli)  1517  von  Margareta, 
der  Frau  des  Goldschmieds  Niclas  Werner  ein  Eckhaus  auf  der  Albrechtsgasse  (Tradb.  III.  27b).  Lotterman  und 
der  Goldschmied  Hans  Voyt  reichen  (ersterer  in  Vollmacht  des  Goldschmieds  Oswald  Rothe)  als  Testamentarii 
der  f  Margareta  Angermundin  am  Montag  nach  Palmarum  (25.  Märzj  1521  den  Ältesten  der  Goldschmiede  zu 
Händen  armer  Leute  die  Hälfte  des  Hauses,  das  der  Verstorbenen  auf  der  Albrechtsgasse  zunächst  Steffan  Davids 
Erbe  gehört  hat  (Tradb.  III.  157 b).  Lotterman  stirbt  vor  1544. 

Lowrein,  Anthonius,  siehe  Loh  er. 

Loy,  Christian,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Torgauer  Goldschmieds  Reinhardt  Loy,  stirbt  in  Breslau  am  20.  April 
1653,  hat  bei  der  Witwe  des  Goldschmieds  Jonas  Petzold  in  Arbeit  gestanden. 

Loy,  Hans  George,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Torgauer  Goldschmieds  Reinhardt  Loy,  stirbt  in  Breslau  am 
17.  (23.)  Juni  1676,  alt  69  Jahre  (Elis.). 

Loy,  Reinhardt,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Torgauer  Goldschmieds  Reinhardt  Loy,  stirbt  in  Breslau  am  22.  De- 
zember 1634,  alt  35  Jahre  (Elis.),  hat  erst  bei  Tobias  Vogt,  dann  bei  der  Witwe  des  Goldschmieds  Jonas  Petzold 
in  Arbeit  gestanden. 

Lucas,  Meister  L.  der  Goltschmid,  siehe  Flässel. 

Lucas,  George  Samuel  (Lukas,  Luckas),  Galanteriewarenarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Galanteriewarenarbeiters 
Johann  George  Lucas,  lernt  bei  Carl  Maximilian  Powalsky  vom  7.  Januar  1760  bis  11.  Juni  1760,  dann  bei  Johann 
Gottlieb  Heissig  bis  22.  Juni  1764.  Meldet  sich  am  19.  November  1771  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Christian 
Hoensch  eine  Rauchtabakdose,  wird  Meister  am  11.  Juli  1772.  Heiratet,  28  Jahre  alt,  am  21.  Januar  1772  Susanna 
Regina,  die  Tochter  des  f  Reichkrämers  Wilhelm  Siegemund  Ziegemeyer  (Elis.).  Seine  Frau  f  22.  (begr.  d. 
24.)  II.  1775  (Elis.).    Lucas  ist  in  der  Meisterliste  von  1779  das  letzte  Mal  erwähnt. 

Lucas,  Johann  George,  Galanteriewarenarbeiter,  stirbt  am  18.  (begr.  d.  20.)  Januar  1758,  alt  46  Jahre  6  Monate  (Elis.). 
Sein  jüngster  Sohn  Johann  Christian,   Herzoglicher  Hofjuwelier  in  Öls,  heiratet  in  Breslau  am  22.  Mai  1782 


112 


Susanna  Dorothea,  die  Tochter  des  f  Strumpffabrikanten  Christoph  Martin  Müller  (MM).  Sein  dritter  Sohn 
Anton  Benjamin,  ein  Destillateur,  heiratet  im  Oktober  1784  Christiana  Charlotte,  die  Tochter  des  f  Destillateur- 
ältesten Gottfried  Wentzel  (Elis.).    Seine  Witwe  Johanna  Eleonora,  geb.  Legner,  f  12.  (begr.  d.  15.)  IV.  1793  (Elis.). 

Lucas,  Johann  Gottlieb  (Lukas,  Luckas),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslan,  Sohn  des  Galanteriewarenarbeiters  Johann 
George  Lucas  lernt  bei  Benjamin  Kochmann  vom  26.  Dezember  1753  bis  20.  September  1758,  dann  bei  Johann 
Ernst  Roemer  bis  19.  September  1759.  Meldet  sich  1762  als  Stückmeister,  wird  aber  abgewiesen,  da  er  nicht 
vorschriftsmässig  gewandert  ist  und  auch  bei  keinem  hiesigen  Meister  als  Geselle  gearbeitet  hat.  Lucas  wendet 
sich  an  die  Kgl.  Kriegs-  und  Domänenkammer,  die  ihn  von  der  Erfüllung  obiger  Vorschriften  dispensiert  und  die 
Innung  anweist,  ihn  als  Stückmeister  anzunehmen.  Lucas  beginnt  alsdann  am  28.  Dezember  1764  sein  Meister- 
stück, arbeitet  bei  Friedrich  Gottlob  Krebs  einen  Placker  mit  Rauten,  wird  Meister  am  1.  März  1765.  Heiratet 
am  14.  Mai  1765  Anna  Susanna,  die  Tochter  des  f  Kraftmüllers  Christian  Haase  (Elis.).  Erwirbt  das  Bürger- 
recht am  12.  Juli  1765.  Seine  Frau  Anna  Susanna  f  6.  (begr.  d.  11.)  I.  1801  (Elis.).  Er  selbst  stirbt  1814.  Ist 
im  Bürgerbuche  am  3.  Juni  1825  erwähnt,  als  seine  Tochter  Anna  Eleonora,  verehelichte  Hauptmann  von  Franken- 
berg, als  Hausbesitzerin  das  Breslauer  Bürgerrecht  erwirbt. 

Luckertt,  Albrecht  (Lockortt),  Goldschmiedgeselle  von  Westeras  in  Schweden,  arbeitet  1618  in  Breslau  bei  Zacharias 
Petzold.  Über  ihn  beklagen  sich  wegen  ehrenrühriger  Worte  die  Goldschmiede  George  und  Jeremias  Beck, 
doch  die  Ratmannen  geben  am  12.  August  1620  der  Klage  kein  Gehör,  vermahnen  vielmehr  die  Gebrüder  Beck, 
sich  dergleichen  Sachen  künftig  zu  enthalten  (Lib.  definit.  V.  98b — 99a). 

Luczk,  Jacobus,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Mittwoch  nach  Jubilate  (16.  Mai)  1397;  Bürge  ist  Waltherus  Ebirhart.  Ist 
wohl  identisch  mit  Jacobus  Yzingraber,  der  1401  in  den  Signaturbüchern  als  Juratus  und  Zunftsenior  erscheint  (es 
könnte  noch  Jacob  Cläre,  der  1371  Bürger  wird,  in  Betracht  kommen). 

Ludeman,  Werner  (Lüdemar),  Goldschmied,  Sohn  des  Amtmannes  Werner  Ludeman  vor  Lübeck,  wird  in  Breslau 
Anfang  1661  Bürger  und  Meister.    Heiratet  am  l.März  1661  Rosina,  geb.  Fesch,  die  Witwe  des  Goldschmieds 
Hans  Späth  (MM).    Stirbt  um  1685  (?).    Zeichnet  W  L  ligiert  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  88. 
a.  Sargschilde  der  Breslauer  Seifensieder  und  Lichtzieher,  Silber  mit  Vergoldung,  achteckig,  in  der  Mitte  ein 
Oval  mit  vergoldeten  Innungsemblemen  und  Jahreszahl  1661,  am  Rande  allegorische  Figuren,  Glaube,  Hoff- 
nung und  Tod,  ein  geflügelter  Engelskopf  und  barockes  Früchtewerk  in  getriebener  Arbeit.    H.  47  cm. 
Br.  41  cm.    Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer, 
Breslau. 

Ludowick,  Franz,  Goldarbeiter,  ist  am  19.  November  1781  Trauzeuge  bei  St.  Vincenz. 

Ludwig,  M.,  Goldschmied,  ist  erwähnt  in  der  Spezifikation  der  Pfuscher  in  und  vor  Breslau  von  1662  (Bresl.  Kgl. 

Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  10  d  3). 
Ludwigk,  Paul  (Ludewig\  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  1553  Maria,  die  Tochter  des  f  Caspar  Kitzig  (Elis.). 

Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  9.  Februar  1554,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Erhängt  sich  in  seiner  Kammer  am 

17.  August  1566  (Pols  Jahrbücher  der  Stadt  Breslau,  ed.  Büsching,  Bd.  IV  S.  49). 
Lüblin  [Lübner],  Hans,  siehe  Libner. 
Lüdemar,  Werner,  siehe  Ludeman. 
Lüthrod,  Stephan  Christian,  siehe  Luttroth. 
Lumnitzer,  Georg,  siehe  Lomnitzer. 

Lundberg,  Adolph,  Silberarbeiter,  geb.  zu  Reval  in  Livland,  Sohn  des  dortigen  Silberarbeiters  Daniel  Wilhelm  Lund- 
berg,  arbeitet  in  Breslau  bei  Samuel  Christoph  Thun  als  Meisterstück  einen  Korb  von  Silberfiligran,  wird  Meister 
am  29.  April  und  Bürger  am  30.  April  1802.  Heiratet  vorher  im  November  1801  Johanna  Dorothea,  die  Tochter 
des  f  Schuhmachers  Hähnel  (Elis.).    Stirbt  am  20.  (begr.  d.  22.)  Oktober  1806,  alt  36  Jahre  (Elis.). 

Lusnitzky,  Heinrich,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  1625,  hat  bei  George  Sauerman  in  Arbeit  gestanden. 

Lutinrad,  Heinrich  de  (Lwtinrad),  aurifaber,  wird  Bürger  am  31.  Dezember  1382;  Bürge  ist  Paulus  Goltsloer.  Siehe 
Heinrich  von  Erford. 

Lütke  (Lwtke,  Lewtke),  Goltsmed;  1347  verkauft  Cunne,  Meister  Emerichs  Witwe,  dem  Goltsmede  Lwtkin  den  halben 
Kram,  der  der  Rynischin  gewesen  ist  (Schöppenb.  I.  48a).  Lütke  ist  1349  und  1350  im  Schöppenbuch  I  fol.  106 ll 
u.  151 a  als  Hausbesitzer  genannt.  Seine  Frau  Agnite  verreicht  1362  den  drei  Töchtern  Pecze  Goltsmedis,  Nonnen 
zu  St.  Katharina,  1  Mk.  jährl.  Zins,  die  sie  auf  Peczold  Doringis  Erbe  auf  der  Altbiissergasse  hat  (Schöppenb.  IL  158b). 

Luttroth,  Stephan  Christian  (Luttrodt,  Lüthrodt,  Lutterodt,  Lutteroth),  Silberarbeiter,  verfertigt  bei  Johann  Peter  Ziegler 
als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  17.  Mai  und  Bürger  am  22.  Mai  1716.  Ist 
Ältester  seit  1737  und  Stempelmeister  mit  dem  Buchstaben  F  seit  April  1746  (siehe  Seite  20).  Stirbt  am  22.  (begr. 
d.  24.)  Juli  1758,  alt  69  Jahre  35  Wochen  (Elis.).  Seine  Witwe  Christiana  Susanna,  geb.  Schmidt,  setzt  die  Werkstatt 


113 


fort  und  stirbt  am  24.  (begr.  d.  26.)  April  1766,  alt  77  Jahre  11  Monate  27  Tage  I  Elis.).  Luttroth  zeichnet  S6J?  in  einem 
Schilde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  135. 

a.  Kapsel,  Silber,  mit  Patene,  flache  runde  Scheibe,  graviert  mit  dem  Monogramm  Christi.  Dm.  12,5  cm. 
Johanneskopf  Typus  VIII,  Stempelmeisterb.  B  negativ,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Sfr-  Matthiaskirche,  ehe- 
malige Jesuitenkirche,  Breslau. 

b.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  Fusse  drei  vergoldete  Engelsköpfchen  und  reich  verschlungenes 
silbernes  Bandwerk  in  getriebener  Arbeit.  An  dem  birnförmigen  Nodus  drei  in  Voluten  ausgehende  geflügelte 
Engelsköpfchen.  Auf  dem  silbernen  Kuppabelage  drei  Engelsköpfchen  gleich  denen  am  Fusse  und  Bandwerk  in 
durchbroch.  Arbeit.  H.23,8  cm.  —  Johanneskopf  Typus  X,  Stempelmeisterb.  Cu.  Meisterz.  —  Barbarakirche,  Breslau. 

Lutz,  Martin,  Gold-  und  Silberstecher,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  l.Juni  1750. 

Luz,  Michael,  Goldschmied;  am  22.  Juli  1710  heiratet  seine  nachgelassene  Tochter  Anna  Rosina  den  Beckenknecht 

George  Höntschke  (MM). 
Luzmann,  Carl  Friedrich,  siehe  Litzmann. 
Lwtinrad,  Heinrich  de,  siehe  Lutinrad. 
Mache,  siehe  Muche. 

Machhoy,  Carl  Joseph  Franz  (Machoy,  Machoi),  Gold-  und  Silberarbeiter,  meldet  sich  am  15.  Januar  1856  zum  Beitritt 

in  die  Innung  und  wird  am  5.  August  aufgenommen.    Stirbt  1888. 
März,  Carl  Friedrich  (Mertz),  Silberarbeiter,  geb.  am  2.  November  1778  zu  Oelsnitz  im  Vogtlande  (nicht  in  Warschau!), 

Sohn  des  dortigen  Stadthauptmannes  und  Gold-  und  Silberarbeiters  Christian  Friedrich  März,  arbeitet  in  Breslau 

bei  Johann  Bernhard  Hoensch  als  Meisterstück  eine  silberne  Kaffeekanne  nebst  Milchkännchen,  wird  Meister  am 

2.  Juni  und  Bürger  am  11.  November  1803.    Läuft  1804  davon. 
Mahl,  Elias,  Goldschmied  auf  dem  Sande,  ist  am  6.  Juli  1687  Taufzeuge  am  Dom  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  D  362  ee, 

,S.  34);  siehe  Elias  Miel. 
Maibanus,  Jonas,  siehe  Moybanus. 
Maier,  Carl  Benjamin,  siehe  Meyer. 

Maletius,  Christian  Friedrich  (Malitius),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Destillateurs  Hieronymus  Maletius, 
lernt  bei  Johann  Gottlieb  Candisch  vom  19.  März  1767  bis  30.  Dezember  1772.  Meldet  sich  mit  Dispensation  der 
Kgl.  Kammer  am  26.  Dezember  1779  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Christian  Hoensch  einen  mit  Rauten  besetzten 
Plack.  Wird  Meister  am  20.  Januar  1780  und  um  dieselbe  Zeit  Bürger.  Heiratet  am  1.  Februar  1780  Katharina 
Dorothea,  die  Tochter  des  Kürschners  Johann  Heinrich  Albrecht  (Elis.).  Stirbt  am  18.  (begr.  d.  21.)  Mai  1789,  alt 
36  Jahre  2  Monate  (Elis.).  Seine  Witwe  Katharina  Dorothea  heiratet  am  7.  September  1791  den  Kupferschmied 
Johann  Augustin  Körber  (Elis.).  Seine  Tochter  Henriette  Dorothea  heiratet  im  Mai  1801  den  Kupferschmied 
Friedrich  Wilhelm  Körber  (Elis.). 

Mann,  Ernst  (Mahn),  Goldschmied  und  Silberstecher,  stirbt  am  7.  (begr.  d.  9.)  Juni  1745,  alt  55  Jahre. 

Markfeldt,  Robert,  Goldarbeiter,  geb.  1831  in  Danzig,  tritt  am  12.  April  1859  in  die  Breslauer  Innung  ein.  Ist  von 
1886—1893  Obermeister.  Erklärt  am  31.  Januar  1893  seinen  Austritt  aus  der  Innung.  Ist  von  1881—1898  Stadt- 
verordneter. 

Martin,  Wilhelm,  Silberarbeiter,  wird  am  20.  Januar  1873  in  die  Innung  aufgenommen.    Ist  in  der  Mitgliederliste  von 

1S81  zum  letzten  Male  genannt. 
Mathis,  Goltsmit,  wird  Bürger  vor  1364.    Bekennt  1368,  dass  die  Mauer  zwischen  ihm  und  dem  Goltsmed  Hensil 

von  Glacz  beiden  gemeinsam  gehört  (Schöppenb.  II.  401 b).   Verreicht  1372  seiner  Frau  Elze  den  Hof,  darinnen  er 

wohnt,  für  den  Fall  seines  Todes  (Schöppenb.  III.  151  b).    Siehe  Hensil  Brinneger. 
Matthei,  Christian  August  (Matthaei),  Silberarbeiter,  verfertigt  bei  Joseph  Gottlieb  Lederhose  als  Meisterstück  einen 

silbernen  Aufsatz  in  Drahtarbeit,  wird  Meister  am  28.  November  und  Bürger  am  13.  Dezember  1811.  Lebt  später 

in  dürftigen  Verhältnissen  und  erhält  1830  den  Posten  des  Mittelsboten.    Stirbt  1833. 
Mayer,  siehe  Meyer. 

Mecheln,  Peter  von,  siehe  Peter  vom  Baumgart. 

Meesch,  Hans  [Johannes]  (Mesch,  Mersch,  Meisch,  Misch,  Mösch,  Messig),  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  am 
15.  Mai  1564  Barbara,  die  Tochter  des  f  Simon  Schwartz  (MM).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  9.  März  1565,  wird 
um  dieselbe  Zeit  Meister.  Wohnt  auf  der  Groschengasse.  Tritt  um  1579  aus  dem  Mittel  der  Goldschmiede  aus 
und  begibt  sich  zu  dem  Kretschmer-Orber.  Am  3.  Oktober  1582  bewilligen  die  Ratmannen  im  Einverständnis  mit 
den  zünftigen  Meistern  die  Wiederaufnahme  des  Meesch  in  die  Innung,  und  zwar  „in  ansehung  seiner  vn- 
erzogenenn  kinderlein"  (Lib.  definit.  III.  128b).  Meesch  stirbt  am  12.  November  1583.  Seine  Frau  Barbara 
t  24.  X.  1585.    Seine  Tochter  Barbara  heiratet  am  24.  November  1603  den  Handelsmann  George  Stopkuche  (MM). 

15 


114 


Megsam,  Johann  Jacob  (Magsani  ?\  Goldschmiedgeselle  von  Worms,  stirbt  in  Breslau  am  26.  (30.)  Januar  1694,  alt 
33  Jahre  (Elis.). 

Mehnert,  Carl  Gottfried,  Goldarbeiter,  geb.  in  Leipzig,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  5.  Oktober  1821,  alt 
35  Jahre.  Meldet  sich  am  20.  März  1323  als  Stückmeister,  arbeitet  einen  goldenen  Kamm  mit  Amethysten,  wird 
am  19.  März  1824  in  die  Innung  aufgenommen.  Lebt  später  in  dürftigen  Verhältnissen,  bewirbt  sich  1859  um  das 
Amt  des  Mittelsboten,  das  er  am  15.  Juli  1861  erhält.    Stirbt  1864. 

Meier,  siehe  Meyer. 

Meisenhammer,  siehe  Mesenhammer. 

Meissner,  Johann  Christoph,  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmiedältesten  Christoph  Meissner  in  Liegnitz,  erwirbt 
das  Breslauer  Bürgerrecht  am  28.  Juni  1710,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Heiratet  am  15.  Juli  1710  Magdalena 
Rosina,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Gottfried  Körner  (Elis.).  Stirbt  am  11.  (begr.  d.  14.)  Juni  1741,  alt  59  Jahre 
4  Monate  5  Tage  (MM).  Seine  Witwe  Magdalena  Rosina  f  23.  (begr.  d.  25.)  III.  1743  (Elis.).  Meissner  zeichnet  ICM 
in  einem  verkehrt  herzförmigen  Schilde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  130. 

a.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  profilierten,  wenig  sechspassig  gebogten  Fusse  wenig  durch  Ver- 
goldung hervorgehobenes  Laub-  und  Bandelwerkornament.  Nodus  birnförmig.  Die  Kuppa  mit  silbernem 
Akanthusrankenwerk  in  durchbrochener  Arbeit.  Auf  dem  Fusse  die  Inschrift:  „Frater  Ludovicus  Bardt  Anno 
1714".  H.  18,5  cm.  Johanneskopf  Typus  VII,  Stempelmeisterb.  B  negativ,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  .  — 
Kloster  der  Barmherzigen  Brüder,  Breslau. 

b.  Rauchfässchen,  Silber,  kugelig,  untere  Hälfte  mit  feiner  Rippung,  obere  mit  Laub-  und  Bandelwerkdekor 
in  getriebener  Arbeit.  Johanneskopf  Typus  VII,  Stempelmeisterb.  B  negativ,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  dfr-  — 
Kloster  der  Barmherzigen  Brüder,  Breslau. 

Meissner,  Valten,  Goldschmied,  verreicht  am  Sonnabend  nach  Katharine  (26.  November)  1496  dem  Goldschmiede  Lucas 
Flässel  sein  Haus  am  Ringe  zunächst  dem  Erbe  des  Caspar  Wehpusch  (Tradb.  I.  22  b). 

Meister,  Elias,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  kurf.  sächs.  Zolleinnehmers  Ambrosius  Meister  in  Alten  -  Merbitz, 
heiratet  in  Breslau  am  19.  Juni  1645  Magdalena,  die  Tochter  des  Schönfärbers  Gerhard  Meyer  zu  Han  im 
Liegnitzschen  (MM). 

Menge,  Christoph,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Goldschmieds  Nicolaus  Menge  in  Tangermünde  a.  d.  E.,  heiratet  in 
Breslau  am  4.  August  1578  Anna,  die  Witwe  Barthel  Thiles  (MM). 

Menneller,  Hans,  Goldschmied,  wird  erwähnt  am  23.  August  1585  beim  Tode  seiner  Witwe  Justina. 

Mentzel,  Carl  Gottlieb  [Gottlob]  (Menzel),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Johann  Gottlieb  Heissig  vom 
21.  September  1757  bis  11.  März  1762.  Meldet  sich  am  26.  September  1767  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  George 
Emanuel  Scholtz  einen  mit  Rauten  besetzten  Plack,  wird  Meister  am  12.  (17.)  November  und  Bürger  am  8.  Dezember 
1767.    Ist  in  der  Meisterliste  von  1775  das  letzte  Mal  erwähnt. 

Mentzel,  Christian  (Menzel),  d.  ä.,  Goldschmied,  Sohn  des  Handelsmannes  Martin  Mentzel  in  Hirschberg,  wird  in 
Breslau  Anfang  1668  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  9.  April  1668  Susanna,  die  Tochter  des  Goldschmied- 
ältesten Hans  Jachman  d.  ä.  (Elis.).  Wohnt  am  Ringe  unter  den  Riemern.  Seine  Tochter  Anna  Magdalena 
heiratet  am  9.  Mai  1689  den  Goldschmied  Elias  Grische  (Elis.).  Mentzel  stirbt  als  Zunftältester  am  22.  (28.)  Januar 
1699,  alt  62  Jahre  weniger  4  Wochen  (Elis.).  Seine  Tochter  Maria  Elisabeth  heiratet  am  3.  Januar  1702  den  Part- 
krämerältesten Philipp  Kohlsdorff  (Elis.).  Seine  Witwe  f  22.  (begr.  d.  25.)  I.  1709  (Elis.).  Mentzel  zeichnet  CM  in 
ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  96. 

a.  Monstranz,  Silber  mit  Vergoldung,  Steinen  und  Email,  abgebildet  auf  Tafel  VI.  Ein  Hauptwerk  des 
Meisters.  Als  Motiv  liegt  die  Wurzel  Jesse  zu  Grunde.  Auf  dem  Fusse  drei  auf  die  Erfüllung  des  alten 
Testamentes  sich  beziehende  Darstellungen:  Johannes  der  Täufer  weist  auf  das  Lamm  Gottes  hin,  der 
schlafende  Adam  schaut  Christus,  zwei  Engel  mit  der  Bundeslade  vor  der  hl.  Maria  mit  dem  Kinde.  Aus 
dem  Fusse  erhebt  sich  die  Halbfigur  Jesses,  dessen  Haupte  ein  mächtiger  Weinstock,  auf  Vorder-  und  Rück- 
seite gleich  sorgfältig  gearbeitet,  mit  den  Halbfiguren  der  Stammväter  Christi  und  der  auf  Wolken  thronenden 
Gottesmutter  in  der  Mitte  entwächst.  Nach  der  Umschrift  um  das  Heinrichauer  Stiftswappen  im  Jahre  1671 
von  Abt  Melchior  bestellt.    H.  104,5  cm.    Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche,  Heinrichau. 

b.  Kelch,  Silber  vergoldet,  zeichnet  sich  vor  den  übrigen  Werken  des  Meisters  durch  reichen  farbigen  Relief- 
schmelz aus,  mit  dem  der  durchbrochene  Belag  des  sechspassigen,  profilierten  Fusses  und  der  Kuppa  sowie 
der  birnförmige  Nodus  bedeckt  sind.  Auf  dem  Fusse  Halbfiguren  von  Heiligen,  auf  der  Kuppa  Engel  mit 
Leidensattributen.  Laut  Umschrift  um  das  Heinrichauer  Stiftswappen  auf  der  Kelchunterseite  gestiftet  von 
Abt  Melchior  im  Jahre  1671.  H.  25  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche, 
Heinrichau. 


TAFEL  VI 


Christian  Mentzel  d.  ä.:  Monstranz  von  1671  in  der  kath.  Pfarrkirche  in  Heinrichau 


115 


c.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  in  Auflage  silbernes  Rankenwerk  und  sechs 
Medaillons  mit  dem  Gekreuzigten  zwischen  Maria  und  Johannes,  der  Auferstehung  und  den  vier  Evangelisten. 
Nodus  birnförmig.  Auf  dem  Kuppabelag  drei  silberne  Engel  mit  Leidensattributen  zwischen  Blumen-  und 
Rankenwerk  in  durchbrochener  Arbeit.  Auf  der  Unterseite  des  Fusses  ein  Wappen  (noch  nicht  bestimmt; 
Schild  mit  breitem  Balken,  belegt  mit  Kahn  auf  Wasser,  als  Helmzier  der  Kahn  wiederholt)  und  die  Inschrift: 
„A.  R.  G.  V.  Z.  W.  ANNO  1672".  H.  24,2  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  —  Maria 
Magdalenenkirche,  Breslau. 

d.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  silberne  Medaillonsmit  Szenen  des  alten 
Testamentes,  am  Fussrande  fein  gravierte  Beischriften,  die  die  Bibelstellen  angeben,  auf  die  sich  die  bildlichen 
Darstellungen  der  Medaillons  beziehen.  Aus  dem  mit  Fruchtbündeln  dekorierten,  birnförmigen  Nodus  wachsen 
drei  silberne  Kindergestalten  heraus,  die  in  emaillierten  Körbchen  je  einen  Smaragd  tragen.  Auf  dem  Kuppa- 
belag zwischen  feinem  silbernem  Blattwerk  drei  vergoldete  Medaillons  mit  Szenen  aus  dem  neuen  Testamente, 
darunter  Bänder  mit  erläuterndem  Texte.  Alle  Teile  des  Kelches  sind  mit  vereinzelten  Emailrosetten  sowie 
grünen  und  roten  Steinen  besetzt.  Datiert  1675.  H.  23,6  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst. 
Adlertypus.  —  Diözesanmuseum,  Breslau  (Stammt  aus  der  kath.  Pfarrkirche  in  Heinrichau). 

e.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  silberne  Medaillons  mit  heiligen  Königen, 
durch  Beischriften  bestimmt  als:  David,  Ludovicus,  Heinrich,  Eduard,  Wenceslaus  und  Stephanus.  Auf  der 
Kuppa  die  hl.  drei  Könige.  An  jeder  Figur  ein  Stein  zwischen  durchbrochenem  Laubwerk.  Nodus  birn- 
förmig. Nach  der  Wappenumschrift  auf  der  Kelchunterseite  gestiftet  von  Abt  Melchior  von  Heinrichau  im 
Jahre  1677.  H.  23,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Laurentii,  Schönwalde  Kr. 
Frankenstein. 

f.  Sargschilde  der  Breslauer  Seilermeister,  Silber  mit  wenig  Vergoldung,  oval,  mit  Emblemen  der  Seiler- 
Innung,  Teilen  des  Breslauer  Stadtwappens,  dem  böhmischen  Löwen,  schlesischen  Fürstenadler,  Engeln  und 
barockem  Blattrankenwerk  in  durchbrochener  Arbeit  auf  dunklem  Sammetgrunde.  Datiert  1678.  Dm.  48,2  X  38  cm. 
Johanneskopf  Typus  I  u.  Meisterz.  —  Seiler-Innung,  Breslau. 

g.  Altarleuchter,  Silber,  sechs  Stück.  Datiert  1681  und  1688.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Sand- 
kirche, Breslau. 

h.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  aufgelegte  herzförmige  Silbermedaillons 
mit  der  hl.  Familie  auf  Erden  und  Blumen,  auf  dem  silbernen  Kuppabelage  die  hl.  Familie  im  Himmel  und 
Blumen.  Auf  der  Kelchunterseite  das  Wappen  des  Stiftes  Leubus  nebst  den  Initialen  I.  A.  L.  (Johann  Abbas 
Lubensis)  und  Jahreszahl  1682.  H.  20,7  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz. —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Mariae 
Himmelfahrt,  Himmelwitz  Kr.  Gross-Strehlitz. 

i.  Grosser  Königsorden,  Silber  vergoldet,  in  Form  eines  heraldischen  Adlers  mit  172  Ösen  zum  Anhängen 
der  Königskleinodien.  Auf  dem  Kopfe  eine  kleine,  mit  Almandinen  und  Perlen  besetzte  Krone.  Auf  der 
Brust  ein  von  einem  älteren  (bei  G.  Hauer,  Breslische  Schützen  Kleinoth  [Breslau  1613],  auf  Tafel  I  ab- 
gebildeten) Vogel  aus  dem  Jahre  1491  stammendes,  goldenes,  rot  emailliertes  Schildchen  mit  dem  Brustbilde 
Johannes  des  Evangelisten  (abgeb.  Fig.  40).  Auf  der  Rückseite  des  hohlen  Vogelleibes  ein  Täfelchen  mit 
Inschrift  und  Datum  31. May  1685.  H.  38  cm.  Br.  35,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Sf^- 
—  Kleinodien  der  Zwingerschützen  in  Breslau.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer, 
Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  VII  S.  154  f.). 

k.  Königskranz,  Silber  vergoldet,  ein  bandförmiger  Reif  besetzt  mit  sieben  blattförmigen  Zacken,  die  durch 
Filigrandraht  zusammengehalten  werden.  Auf  der  Innenseite  des  Reifs  die  Inschrift:  „Der  Brüderschafft  im 
Schweidnitzschen  Zwinger  1685".  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Kleinodien  der  Zwingerschützen  in 
Breslau.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  VII 
S.  180  f.). 

1.  Sargschilde  der  Breslauer  Strumpfwirker,  Silber  mit  wenig  Vergoldung,  oval,  mit  Innungsemblemen,  Engeln 
und  Blattwerk  in  durchbrochener  Arbeit  auf  dunklem  Sammetgrunde.  Dm.  52,7  X  43  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI 
u.  Meisterz.  —  Färber-,  Wäscher-  und  Strumpfwirker-Innung,  Breslau, 
m.  Kronleuchter,  Silber,  aus  getriebenem  Blattwerk.    Datiert  1688.    Johanneskopf  Typus  II   u.  Meisterz.  — 
Elisabethkirche,  Breslau. 

n.  Sonnenmonstranz,  Silber  mit  Vergoldung.  Laut  Inschrift  im  Jahre  1691  von  Franciscus  Dominicus  Schöl 
gestiftet.   Johanneskopf  Typus  II  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Annae,  Frankenstein. 

o.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  ringsum  ein  Kranz  von  kleinen  Muscheln,  darüber 
sechs  Wappenschilde  mit  dem  Augustinerchorherrn-Monogramm,  zwei  Wappen  (Löwe  auf  Schrägbalken  und 

15* 


116 


zwei  Rosen,  auf  dem  anderen  eine  Traube)  nebst  zugehörigen  Buchstaben  PP  WKS  CP  und  SWG  EVR 
nebst  Jahreszahl  1693,  darüber  abwärts  gerichtete  Blattbündel  mit  Ähren  und  Trauben.  Der  auf  der  Ober- 
seite mit  silbernem  Weinlaub  belegte,  birnförmige  Nodus  wird  durch  eine  Weintraube  gebildet.  Kuppabelag 
silbern  mit  getriebenem  Weinlaub.  H.  24,5  cm.  Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus. 
-  Kath.  Pfarrkirche  St.  Nicolai,  Kunersdorf  Kr.  Öls. 
p.  Standkruzifix,  Silber.    Datiert  1694.    H.  150cm.  —  Elisabethkirche,  Breslau. 

q.  Schüssel  mit  Messkännchen,  Silber  vergoldet,  Schüssel  gerieft,  in  der  Mitte,  die  Standfläche  der 
Kännchen  umgebend,  Weinlaub,  Trauben  und  Ähren  in  reicher  Treibarbeit.  Dazwischen  ein  Abtswappen 
mit  den  Buchstaben  ICA.  Datiert  1695.  Dm.  der  Schüssel  35,5  X  29,8  cm.  Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz, 
u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Sandkirche,  Breslau. 

r.  Schüssel  mit  Messkännchen,  Nr.  q  fast  gleich,  doch  ohne  Wappen.  Datiert  1697.  Johanneskopf  Typus  II, 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Sandkirche,  Breslau. 

s.  Monstranz,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  ovalen,  vierpassig  gebogten,  profilierten  Fusse  Weintrauben, 
Blattranken  und  ein  Wappen  nebst  den  Buchstaben  C.  C.  V.  W.  P.  A.  T.  in  getriebener  Arbeit.  Auf  der 
blattförmigen  Scheibe  silberner  Belag  mit  den  Aposteln  Petrus  und  Paulus  zwischen  Blumen  und  Ranken- 
werk in  durchbrochener  Arbeit.  Auf  der  Blattspitze  der  Crucifixus.  Datiert  1697.  H.  61  cm.  Johanneskopf 
Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.    Adlertypus.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 

t.  Ciborium,  Silber  vergoldet,  mit  Deckel  in  Form  einer  Krone.  Johanneskopf  Typus  II  u.  Meisterz.  — 
Dorotheenkirche,  Breslau. 

u.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  sechs  herzförmige  silberne  Medaillons  mit  Heiligen. 
Auf  dem  silbernen  Kuppabelag  ein  Medaillon  mit  dem  hl.  Bartholomaeus  zwischen  Rankenwerk  in  durch- 
brochener Arbeit.  Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Kath.  Pfarrkirche 
St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 

v.  Kelch,  Silber  vergoldet,  mit  Früchten  und  Engelsköpfen  in  silberner  Auflage.  Beschauz.  W  Typus  VI  u. 
Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche,  Oppeln. 

w.  Weihrauchfass,  Silber,  mit  Blumen-  und  Blattwerk  in  getriebener  uud  durchbrochener  Arbeit.  Beschauz. 
W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  -  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 

x.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  sechs  silberne  Medaillons  mit  fünf  Passions- 
szenen und  dem  Wappen  des  Johannes  Caspar  Hauser.  Auf  dem  silbernen  Kuppabelag  Leidensattribute  und 
Rankenwerk.    Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Domschatz,  Breslau. 

y.  Schüssel  mit  Messkännchen,  Silber  vergoldet,  auf  der  gerieften  Schüssel  in  der  Mitte  das  Wappen  des 
Johannes  Caspar  Hauser  (wie  bei  Nr.  x)  in  hoch  getriebenen  Früchtebuketts.  Dm.  37,3  )<  29,3  cm.  Be- 
schauz. W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.        —  Domschatz,  Breslau. 

z.  Reliquienstandkreuz,  Silber  vergoldet,  auf  dem  ovalen,  vierpassig  gebogten  Fusse  silberne  Medaillons 
mit  den  HH.  Elisabeth,  Hedwig,  Augustinus,  Matthias.  In  der  mit  roten  Steinen  besetzten  Vorderseite  des 
Kreuzes  Reliquien  von  Heiligen  unter  Glas,  auf  der  Rückseite  in  Relief  das  Schweisstuch  Christi,  umgeben 
von  silbernen  ovalen  Medaillons  mit  den  Evangelisten.  H.  37  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u. 
Kriegssteuerst.         —  Matthiaskirche,  ehemalige  Jesuitenkirche,  Breslau. 

aa.  Sonnenmonstranz,  Silber  vergoldet,  auf  dem  ovalen  vierpassigen  Fusse  in  Rankenwerk  vier  silberne 
Medaillons  mit  dem  hl.  Joseph,  der  hl.  Barbara,  einem  das  Monogramm  Christi  haltenden  Engel  und  einer 
Heiligen  des  Franziskanerordens.  Auf  der  Sonnenscheibe  vorderseitig  fünf  silberne  Medaillons  mit  Dar- 
stellungen aus  dem  Leiden  Christi,  dazwischen  Blattwerk,  rückseitig  fünf  silberne  Akanthusrosetten.  H.  43,2  cm. 
Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Stfr.  —  Dorotheenkirche,  Breslau. 

bb.  Kanontafeln,  Silber  mit  Vergoldung,  zwei  Stück,  Hochrechteck,  in  der  M'tte  Schrift,  am  Rande  Barock- 
blumen und  auf  der  einen  die  Anbetung  des  Kindes  und  Johannes  auf  Patmos,  auf  der  anderen  die  Taufe  Christi 
und  die  Fusswaschung,  nach  Psalm  XXV  und  dem  Anfang  des  Johannes-Evangeliums  in  der  Vulgata. 
H.  32,7  cm.  Br.  25,8  cm.   Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Stfr.  —  Domschatz,  Breslau. 

cc.  Standkruzifix,  Silber,  sehr  gross.    Beschauz.  u.  Meisterz.  —  Sandkirche  (in  der  Sakristei),  Breslau. 

dd.  Standkruzifix,  Silber,  auf  Holzsockel.     H.  ohne  Sockel  77  cm.     Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  - 
Elisabethkirche,  Breslau. 

ee.  Beschlag  einer  Tabernakeltür,  Silber,  hochrechteckig,  oben  gerundet,  mit  Engeln  und  barockem  Blumen- 
werk in  getriebener  und  durchbrochener  Arbeit.  In  der  Mitte  auf  damasziertem  Grunde  ein  Kelch  mit 
Hostie  im  Strahlenkranze  mit  der  vergoldeten  Inschrift  „ECCE  PANIS  ANGELORVM."  H.  95,5  cm.  Br. 
55  cm.   Johanneskopf  Typus  II  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche,  Heinrichau. 


117 


ff.  Beschlag  einer  Tabernakeltür  (wie  Nr.  ee),  Silber,  mit  Darstellung  des  hl.  Abendmahls  in  getriebener 

Arbeit.   Johanneskopf  Typus  II  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche,  Heinrichau. 
gg.  Leuchter,  Silber  mit  Vergoldung,  ein  Paar,  als  Träger  der  Leuchterplatte  ein  römischer  Krieger,  auf  dem 

Leuchterfusse  grosse  Barockblumen  in  getriebener  Arbeit.    H.  29,8  cm.    Beschanz.  W  Typus  VI,  Meisterz. 

u.  Kriegssteuerst.         -  Domschatz,  Breslau, 
hh.  Sanduhr  mit  vier  Stundengläsern  in  reichem  Silbergehäuse.    Beschauz.  W    Typus  VI  u.  Meisterz.  — 

Elisabethkirche,  Breslau. 

ii.  Henkel kanne,  Silber  mit  Vergoldung,  in  Krugform,  mit  zwei  Jagdszenen  umrahmt  von  barockem  Blatt- 
werk in  getriebener  Arbeit.    Deckelknopf  fehlt.     H.  18,5  cm.    Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz. 
Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau, 
kk.  Deckelbecher,  Silber  mit  wenig  heller  Vergoldung,  konisch,  auf  dem  Mantel  in  feinster  Gravierung 
Medaillons  mit  TERRA  und  AQVA  zwischen  barocken  Blumen  und  Blattranken.    Auf  dem  Deckel  ein 
Zapfen.    H.  22,5  cm.    Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Frau  Dr.  Reichenheim,  Berlin. 
11.  Krug  von  Walrosszahn,  in  Silber  montiert,  mit  figürlichem  Henkel.   Johanneskopf  u.  Meisterz.  —  Eremitage, 
St.  Petersburg  (nach  Schlesiens  Vorzeit,  Neue  Folge,  Bd.  III  S.  161). 
Mentzel,  Christian  (Menzel),  d.  j.,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Christian  Mentzel  d.  ä., 
erwirbt  das  Bürgerrecht  am  4.  August  1700,  wird  in  demselben  Jahre  Meister.     Heiratet  am  26.  Oktober  1700 
Rosina,  die  Tochter  des  f  Bäckerältesten  Balthasar  Grass  (Elis.).    Stirbt  am  16.  (21.)  Februar  1715  (Elis.).  Seine 
Witwe  Rosina  f  21.  (begr.  d.  23.)  IX.  1719  (Elis.).    Mentzel  d.  j.  zeichnet  wie  sein  Vater  C  M  in  ovalem  Felde, 
vgl.  Taf.  IV  Nr.  122. 

a.  Beschlag,  Silber,  zu  einem  Messbuche  (Missale  Cisterciense)  von  1702,  mit  Heiligen,  in  den  Ecken  Engels- 
köpfe.  Johanneskopf  Typus  II  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 

b.  Königspatzen,  Silber  vergoldet,  in  Form  eines  Schildes  mit  aufgelegten  Stegen,  daran  Ösen  zum  Befestigen 
der  Schützenanhänger.  In  der  Mitte  der  sogenannte  Königsmann,  der  1571  von  Jorge  Schlefuss  gearbeitet 
wurde.  Datiert  1708.  H.  48  cm.  Br.  34  cm.  Johanneskopf  Typus  1II/IV,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Stf- 
—  Keinodien  der  Schiesswerderschützen  in  Breslau.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Alter- 
tümer, Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  V  S.  234  f.). 

c.  Aspergil,  Silber,  auf  der  unteren  Hälfte  der  Sprengkugel  Blattwerk  in  getriebener  Arbeit.  L.  35  cm. 
Johanneskopf  Typus  III  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Jacobi,  Zobten  am  Berge. 

d.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  aufgestiftete  derbe  Silberblumen.  Der 
birnförmige  Nodus  oben  und  unten  mit  silberner  Rippung,  Kuppabelag  radial  gerieft.  Auf  der  Unterseite  des 
Fusses  die  Inschrift:  „A.  R.  D.  Georgius  Adalbertus  Januschke  Can  :  Reg  :  Lat  :  ad  D.  V.  in  Arena  Prior  et 
Custos  F.  F.  Ao  1709."  H.  20,5  cm.  Johanneskopf  Typus  III /IV,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  — 
Sandkirche,  Breslau. 

Mentzel,  Christian  Friedrich  (Menzel),  Gold-  und  Silberarbeiter,  Sohn  des  Goldschmieds  Christian  Mentzel  d.  j., 
heiratet  am  23.  April  1742  Anna  Rosina,  die  Witwe  des  Schweidnitzer  Goldarbeiters  Gottfried  Krause  (Elis.). 
Arbeitet  von  1742—1749  als  zünftiger  Meister  in  Schweidnitz.  Siedelt  im  Juli  1749  nach  Breslau  über  und  wird 
hier  ohne  nochmalige  Verfertigung  eines  Meisterstückes  am  24.  September  1749  in  die  Innung  aufgenommen, 
nachdem  er  schon  am  24.  Juli  das  Breslauer  Bürgerrecht  erworben  hat.  Stirbt  am  7.  September  1787.  Mentzel 
zeichnet  CFM  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  160. 

a.  Taufschüssel,  Silber,  oval,  gerippt,  im  Spiegel  graviert  das  Wappen  des  E.  W.  S.  v.  Tschirschky  nebst 
Datum  1.  Februar  1769.  Dm.  34,8  X26,8  cm.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II  u. 
Meisterz.  —  Evang.  Pfarrkirche  in  Gross-Graben,  Kr.  Öls. 

b.  Kelch,  Silber,  Kuppa  vergoldet,  auf  dem  runden  Fusse,  dem  birnförmigen  Nodus  und  dem  silbernen 
Kuppabelag  Rokokodekor  in  getriebener  Arbeit.  H.  21,8  cm.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G 
Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Mariae  Magdalenae,  Gross-Carlowitz 
Kr.  Grottkau. 

Mentzel,  Christian  Gottfried  (Menzel),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Christian  Mentzel  d.  j. 
arbeitet  bei  Christian  Schlencker  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  6.  Oktober 
und  Bürger  am  7.  Oktober  1733.  Heiratet  am  20.  Oktober  1733  Anna  Rosina,  die  Tochter  des  f  Paul  Hahn 
(Elis.).  Seine  Frau  Anna  Rosina  f  1.  (begr.  d.  3.)  VIII.  1739  (Elis.).  Mentzel  heiratet  am  9.  November  1740 
Susanna  Eleonora,  die  Tochter  des  Zinngiesserältesten  Johann  Christoph  Korbsch  in  Schweidnitz  (Elis.).  Ist  in 
der  Meisterliste  von  1757  das  letzte  Mal  erwähnt.    Mentzel  zeichnet  C  G  M  in  einem  Dreipasse,  vgl.  Taf.  V  Nr.  150. 


118 


a.  Deckelbecher,  Silber,  mit  profiliertem  Standringe;  auf  der  konischen  Becherwandung  zwischen  Ornament 
im  Laub-  und  Bandelwerkstil  zwei  Reihen  von  je  sechs  Braunschweig-Lüneburgischen  Talern,  auf  dem 
Deckel  unter  dem  vierkantig  profilierten  Knopfe  ein  Braunschweig-Lüneburgischer  Taler,  am  Rande  drei 
Mariengroschen  von  Braunschweig-Lüneburg  und  einer  von  Stollberg,  im  Boden  eine  silberne  Medaille  auf 
die  200jährige  Wiederkehr  des  Tages  der  Augsburgischen  Konfession  von  1730.  H.  incl.  Deckel  22,3  cm. 
Jokanneskopf  Typus  X,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und 
Altertümer,  Breslau. 

Merling,  Christian  Friedrich,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Nachtwächters  Ernst  Friedrich  Merling, 
heiratet  am  26.  April  1763  Christiana  Renata,  die  Tochter  des  Chirurgen  Friedrich  Traugott  Stolze  in  Reichthal 
bei  Namslau  (MM). 

Mersch,  Hans,  siehe  Meesch. 

Merten,  George,  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Freitag  nach  Cineres  (20.  Februar)  1523,  wird  um  die- 
selbe Zeit  Meister.   Stirbt  oder  scheidet  aus  der  Innung  vor  1533. 
Mertz,  Carl  Friedrich,  siehe  März. 

Merzeburg,  Claus  de,  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am  Montag  nach  Invocavit  (7.  März)  1373;  Bürge  ist  Johannes 

[Hensil]  de  Glacz. 
Mesch,  Hans,  siehe  Meesch. 

Mesenberg,  Friedrich,  Gold-  und  Silberdrahtzieher,  erhält  1724  die  Erlaubnis,  seine  Profession  in  Breslau  zu  betreiben, 
für  den  Fall,  dass  der  Gold-  und  Silberfabrikant  Friedrich  Kriegelstein  es  gestattet  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  A  14  h, 
Stadt  Bresl.  fol.  39  b). 

Mesenhammer,  Hans  (Meisenhammer,  Meysenhammer,  Mösenhammer),  d.  ä.,  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht 
am  7.  Februar  1533,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Besitzt  am  Ringe  ein  Haus;  erwirbt  am  27.  Juni  1543  auch 
das  Erbrecht  für  das  Nachbargrundstück  (Tradb.  VII.  8b)  16  b).  Seine  Tochter  Martha  heiratet  am  18.  Mai  1557 
den  Schneider  Melchior  Göbel  (MM).  Seine  Tochter  Sara  heiratet  1561  den  Goldschmied  Balthasar  Scholtz  (Elis.). 
Mesenhammer  stirbt  um  1570. 

Mesenhammer,  Hans  (Meisenhammer,  Meysenhammer,  Mösenhammer),  d.  j.,  Goldschmied,  heiratet  am  28.  April  1562 
Margareta,  die  Tochter  des  Rotschmieds  Hans  Fuchs  (MM).  Wird  Meister  Ende  1562.  Erwirbt  das  Bürgerrecht 
am  26.  Februar  1563.  Stirbt  1563.  Seine  Witwe  Margareta  heiratet  am  25.  April  1564  den  Goldschmied  Hans 
Voyt  (MM). 

Mesenhammer,  Lazarus  (Meisenhammer,  Mösenhammer),  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  am  21.  Oktober  1578  Ursula 
die  Tochter  des  Goldschmieds  Wolffgang  Vitze  (MM).  Wird  Anfang  1579  Bürger  und  Meister.  Wohnt  am 
Ringe.    Stirbt  am  24.  September  1614,  alt  74  Jahre  (Elis.).    Seine  Witwe  Ursula  f  28.  V.  1621  (Elis.). 

Messig,  Hans,  siehe  Meesch. 

Mevius,  Johann  Ernst  (Mövius),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Zwirnhändlers  Johann  Ernst  Mevius,  lernt 

bei  Johann  Carl  Gottlob  Böttiger  vom  Dezember  1808 — 1813.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  9.  Oktober  1818,  alt 

26  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitghed. 
Meyer,  Andreas,  Goldschmied  von  Regensburg;  seine  nachgelassene  Tochter  heiratet  1699  bei  St.  Adalbert  einen 

Feldscher  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 
Meyer,  August  (Mayen,  Silberarbeiter  und  Medailleur;  am  14.  (begr.  d.  16.)  Oktober  1777  stirbt  sein  Sohn  Friedrich 

August,  3  Jahre  alt  (MM). 

Meyer,  Carl  Benjamin  (Maier,  Mayer,  Meier),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Garnison-Chirurgus  Albert 
Ludwig  Meyer,  lernt  bei  Johann  Gottlieb  Candisch  vom  18.  September  1783  bis  2.  August  1784,  dann  bei  Johann 
Gottlob  Tholuck  bis  2.  September  1789.  Arbeitet  bei  Samuel  Christoph  Thun  als  Meisterstück  ein  Paar  karmoisierte 
Ohrringe  mit  Rosetten,  wird  Meister  am  20.  Juni  1799.  Die  Wanderschaft  wird  ihm  durch  Dispensation  der  Kgl. 
Kammer  erlassen.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  6.  Mai  1800.  Heiratet  39  Jahre  alt  am  27.  Oktober  1807  Frau 
Barbara  Elisabeth,  geb.  Fehlingen,  aus  Neisse  (MM).  Lässt  sich  und  seine  Frau  im  Februar  und  März  1815  von 
Gottfried  August  Thilo  porträtieren.    Stirbt  1832. 

Meyer,  Franz  Joseph,  Goldschmied  aus  Schwäbisch-Gemünd,  meldet  sich  in  Breslau  am  3.  März  1774  als  Stück- 
meister und  verspricht,  auf  künftiges  Quartal  die  Zeichnung  zu  seinem  Meisterstücke  vorzulegen;  wird  seitdem 
nicht  mehr  erwähnt. 

Meyer,  Jacob  (Meier,  Mayer),  Silberarbeiter,  geb.  in  Berlin,  arbeitet  in  Breslau  bei  Ferdinand  Christian  Beyl  als  Meister- 
stück zwei  Tirenen,  wird  Meister  am  25.  Januar  und  Bürger  am  4.  Februar  1793.  Stirbt  am  10.  August  1801,  alt 
45  Jahre  3  Monate.  Seine  Witwe  Beata,  geb.  Beyer,  heiratet  am  3.  April  1807  den  Referendarius  Christian  Gottlieb 
Eckerkunst  (Elis.). 


119 


Meyer,  Tobias  (Meier,  Mayer),  Silberarbeiter,  geb.  1764  in  Wien,  meldet  sich  in  Breslau  am  4.  Juni  1790  als  Stück- 
meister, arbeitet  bei  Christian  Hoensch  eine  silberne  Kaffeekanne  nebst  Sahngiesser,  wird  Meister  am  13.  September 
1790  und  Bürger  am  24.  Februar  1791.  Heiratet  bei  St.  Vincenz  am  11.  März  1791.  Ist  1802  König  der  Schiess- 
werderschützen (Roland,  Schiesswerderbuch,  S.  27),  stiftet  als  Kleinod  einen  vergoldeten  Doppeltaler  des  Kaisers 
Franz,  rückseitig  mit  Widmung;  die  Innung  veranstaltet  eine  ehrenvolle  Vesper.  Stirbt  1824.  Meyer  zeichnet  in  der 
Regel  MEYER  positiv  eingeschlagen,  selten  cT§/C,  vgl.  Taf.  V  Nr.  175. 

a.  Suppenkelle,  Silber.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  J  u.  Meisterz.  e/YVc*.  Gräfin  Posadowsky- Wehner, 
Gross-Pluschnitz  OS. 

b.  Deckelterrine  auf  Fuss,  Silber,  oval,  mit  eckigen,  überragenden  Henkeln,  am  oberen  Rande  der  Terrine 
ein  Fries  von  Spiralranken.  Deckelknopf  eine  Artischocke.  H.  40,7  cm.  Johanneskopf  Typus  XV,  Stempel- 
meisterb. L,  Meisterz.  MEYER  u.  Kriegssteuerst.        —  Graf  v.  Reichenbach-Goschütz  auf  Goschütz. 

c.  Kronleuchter,  Silber,  gearbeitet  1805  mit  Benutzung  des  Silbers  des  im  Jahre  1670  von  Bischof  Sebastian 
v.  Rostock  gestifteten  Kronleuchters.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  N  u.  Meisterz.  MEYER.       Dom,  Breslau. 

d.  Rahmen  zu  drei  Kanontafeln,  Silber,  aus  vierkantigen  Leisten  mit  Stäbchen  von  Ölbaumblättern  und  Eck- 
quadern mit  Blattrosetten.  Gr.  54  X  34,2  cm.  und  28  X  25  cm.  Johanneskopf  Typus  XVI,  Stempelmeisterb.  N  u. 
Meisterz.  MEYER.  —  Matthiaskirche,  ehemalige  Jesuitenkirche,  Breslau. 

e.  Votivtäf eichen,  Silber,  rechteckig,  mit  Darstellung  der  Verehrung  des  Bildes  der  Verspottung  Christi,  das 
in  der  Kapelle  des  Geheimen  Leidens  in  der  St.  Adalbertkirche  hängt,  in  getriebener  Arbeit.  Gr.  26,5  <  21  cm. 
Johanneskopf  Typus  XVI,  Stempelmeisterb.  N,  Meisterz.  MEYER  u.  Kriegssteuerst.  -  Adalbertkirche,  ehe- 
maliges Dominikanerkloster,  Breslau. 

f.  Votivtäfelchen,  Silber,  mit  zwei  Händen  in  getriebener  Arbeit.  Gr.  8,5  X  7,4  cm.  Johanneskopf  Typus  XVII, 
Stempelmeisterb.  O  u.  Meisterz.  MEYER.  —  Adalbertkirche,  ehemaliges  Dominikanerkloster,  Breslau. 

g.  Kelch,  Silber  neu  vergoldet,  Fuss  rund,  an  der  Kuppa  Weintrauben  und  Ährenbündel.  Datiert  19.  Mai  1822. 
Johanneskopf  Typus  XVIII,  Stempelmeisterb.  P  u.  Meisterz.  MEYER.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Jacobi,  Neisse. 

h.  Deckelpokal,  Silber.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  Q  u.  Meisterz.  MEYER,  daneben  noch  LF  (=  Leberecht 
Fournier).  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Jacobi,  Neisse. 

Meyland,  Pancratius,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Kürschners  Pancratius  Meyland  in  Leutschau  in  Ungarn,  heiratet 

in  Breslau  am  7.  Oktober  1674  Rosina,  die  Witwe  des  Gastwirtes  Paul  Heinrich  (MM). 
Meysenhammer,  siehe  Mesenhammer. 

Michaelis,  Gottlieb  Wilhelm  Ferdinand,  Gold-  und  Silberarbeiter,  geb.  in  Schweidnitz,  Sohn  des  Strumpffabrikanten 
Gottlieb  Michaelis,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  6.  Juli  1841,  alt  26  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Michelmann,  Christian  Michael,  Goldschmied  am  Hinterdom,  wird  1742  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 

Miel,  Elias  (Mahl),  Goldschmied  auf  dem  Sande,  stammt  aus  Schweden,  wird  1662  in  der  Spezifikation  der  Pfuscher 
in  und  vor  Breslau  erwähnt  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  10  d  3).  Wohl  identisch  mit  Elias  Mahl, 
der  1687  auf  dem  Dom  vorkommt  (Schles.  Vorz.  VII.  487). 

Miller,  siehe  Müller. 

Willing,  Johann  Carl  Christoph,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Tischlers  Johann  Paul  Milling,  heiratet  25  Jahre 

alt  am  30.  Januar  1809  Johanna  Eleonora,  die  Tochter  des  Tischlers  Samuel  Gottlieb  Otto  (Elis.).    Erwirbt  das 

Bürgerrecht  am  26.  März  1813.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Minuth,  Ferdinand  Ludwig  Wilhelm,  Goldarbeiter,  Sohn  eines  Buchdruckers,  lernt  bei  Ernst  August  Büttner  von 

Michaelis  1847  bis  Ostern  1853.    Tritt  am  12.  April  1859  in  die  Innung  ein,  scheidet  durch  Beschluss  der  Innung 

am  13.  Januar  1869  wieder  aus. 
Misch,  Hans,  siehe  Meesch. 

Mislack,  Carl  Friedrich  Wilhelm,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schneiders  Friedrich  Mislack,  lernt  bei  Carl 
Philipp  Clauss  von  Qu.  Johannis  1804  bis  Ostern  1810.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  14.  Dezember  1821,  alt  30  Jahre. 
Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Misna,  Henricus  de,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  Augustini  ep.  (28.  August)  1424. 

Mittman,  Hans  [Johann]  (Mittmann),  Goldschmied,  Sohn  des  Bäckers  Christoph  Mittman,  wird  1672  Bürger  und 
Meister.  Heiratet  am  8.  November  1672  Katharina,  die  Tochter  des  Bäckerältesten  Martin  Buchs  (MM).  Wohnt 
auf  der  äussersten  Schweidnitzschen  Gasse,  später  auf  der  Ohlauischen  Gasse.  Am  11.  Dezember  1676  finden  mit 
Johann  Mittman  und  Konsorten  Verhandlungen  statt  wegen  des  Hauses  an  der  Ecke  der  Malergasse  (Schles. 
Vorz.  VII.  488).  Mittman  stirbt  in  Frankfurt  am  Main  am  23.  Mai  1687,  alt  42  Jahre  (abgekündigt  in  Breslau  bei 
Elis.).  Seine  Witwe  Katharina  heiratet  am  5.  August  1687  den  Schneider  Jacob  Gerhard  (MM).  Mittman  zeichnet 
HM  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  98. 


120 


a.  Sonnenmonstranz,  Silber  vergoldet,  auf  dem  achtpassig  gebogten  Fusse  Barockblumen  und  Früchtebuketts 
in  getriebener  Arbeit  und  ein  aufgesetztes  Oval  mit  dem  Wappen  des  Abtes  Arnold  Brückner  (1711—1717). 
Unter  diesem  versteckt  das  gravierte  Wappen  des  Abtes  Andreas  III,  Gebel  (1673—1686).  Nodus  des  Ständers 
birnförmig.  Die  ovale  Sonnenscheibe  ist  fast  ganz  verdeckt  durch  einen  reichen,  dekorativ  gearbeiteten 
Silberbelag  mit  Barockblumen  und  Steinen  in  Rosetten.  Das  ovale  Tabernakel  umgibt  ein  Kranz  von  farbigen 
Glassteinen.  Datiert  1675.  H.  70  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Stf.  —  Vincenz- 
kirche,  Breslau. 

Mittmann,  Carl  Ferdinand,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Christian  Gottlieb  Mittmann,  lernt 
bei  Johann  Carl  Wagner,  dann  bei  Johann  Gottlob  Tholuck  von  1813—1817.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  31.  August 
1821,  alt  26  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Mittmann,  Christian  Gottlieb  [Gottlob],  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Adam  Gottfried  Petzold  vom  Juni  1766 
bis  1771.  Meldet  sich  mit  Dispensation  der  Kgl.  Kammer  am  23.  Juni  1783  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann 
Christian  Schlencker  einen  goldenen  Plack  mit  Granaten,  wird  Meister  am  26.  November  1783.  Erwirbt  das  Bürger- 
recht am  14.  April  1785.    Ist  Innungsältester  seit  März  1810.    Stirbt  1821. 

Mittmann,  Christian  Wilhelm,  Goldarbeiter,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  6.  September  1S15.  Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Mittmann,  Johann  [Hans],  siehe  Mittman. 

Mittmann,  Johann  Christian  Gottlieb,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Christian  Gottlieb 
Mittmann,  lernt  bei  seinem  Vater  vom  Qu.  Crucis  1793—1798.  Arbeitet  bei  Daniel  August  Titze  als  Meisterstück 
ein  Halsband  mit  Rauten,  wird  Meister  am  1.  Oktober  1805  und  Bürger  am  11.  Juli  1806.    Stirbt  1837. 

Mittmann,  Johann  Samuel  Christian,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Christian  Gottlieb  Mitt- 
mann, lernt  bei  seinem  Vater  vom  Qu.  Crucis  1801  bis  Ostern  1806.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  24.  Februar 
1813.  Wird  nicht  Innungsmitglied.  Heiratet  29  Jahre  alt  am  6.  Juli  1813  Dorothea,  die  Tochter  des  Amtmannes 
Gottlieb  Heinrich  Kretschmer  in  Leuchten  bei  Öls  (MM). 

Mode,  Jacob,  Goldarbeiter,  wird  erwähnt  am  28.  Januar  1731  beim  Tode  seiner  6  Tage  alten  Tochter  Maria  Marjana. 

Mönczer,  Nickel,  siehe  Niclas  Monczer. 

Müsch,  Hans,  siehe  Meesch. 

Mösenhammer,  siehe  Mesenhammer. 

Mövius,  Johann  Ernst,  siehe  Mevius. 

Mohner,  Daniel  (Monner,  Muner,  Munner,  Munder),  Goldschmied,  Sohn  des  Zollbereiters  Balthasar  Mohner  [Munner], 
wird  1591  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  15.  Januar  1591  Barbara,  die  Tochter  des  f  Krämers  Valten  Kolmitz; 
aufgeboten  am  6.  Januar  (MM).  Wohnt  auf  der  Mäntlergasse.  Seine  Frau  Barbara  f  16.  IX.  1601  (Elis.).  Mohner 
heiratet  am  21.  April  1603  Katharina,  die  Tochter  des  f  Zuckermachers  Balzer  Lange  (MM).  Sein  Sohn  Daniel, 
ein  Goldschmiedlehrjunge  bei  Hans  Goppel  in  Lüben,  f  23.  VII.  1616  (Elis.).  Er  selbst  stirbt  am  7.  Oktober 
1616,  alt  63  Jahre  (Elis.).  Seine  Witwe  Katharina  heiratet  am  13.  November  1617  den  Zuckermacher  George 
Richter  (MM).  Mohner  zeichnet  DM  ligiert  in  einem  rechteckigen  Felde  (nach  Rosenberg  Nr.  459). 
a.  Kanne,  Silber  mit  Vergoldung,  am  Körper  Rippung,  Wappen  und  Besitzerinitialen.  H.  18  cm.  Beschauz. 
W  u.  Meisterz.  —  f  Baron  Carl  v.  Rothschild,  Frankfurt  a.  M. 

Moller,  Gregor,  kein  Goldschmied,  sondern  ein  Tuchmacher  in  der  Neustadt-Breslau,  wurde  durch  ein  Versehen 
des  Stadtschreibers  im  Catalogus  civium  von  1470  unter  die  Goldschmiede  geschrieben. 

Molner,  Albertus,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Sonnabend  vor  Purificatio  Marie  (31.  Januar)  1400. 

Monczer,  Niclas  (Munczer),  d.  ä.,  aurifaber,  wird  um  1485  (?)  Bürger.  Sein  Name  steht  im  Catalogus  civium  von 
1470  an  letzter  Stelle  und  muss  um  1485  eingetragen  worden  sein.  Erscheint  1494  in  dem  Görlitzer  Liber  act. 
von  1490—98,  fol.  133b  (Schles.  Vorz.  VII.  482).  Ist  in  den  Signaturbüchern  in  der  Geschworenenliste  von 
1494  als  Zunftsenior  genannt. 

Monczer,  Niclas  (Munczer,  Mönczer),  d.  j.,  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Freitag  nach  Cineres  (7.  Märzj  1511.  Reicht 
am  Mittwoch  nach  Pfingsten  (3.  Juni)  1517  in  Vollmacht  seiner  Frau  Walpurgis,  geb.  Einer,  zusammen  mit  seinem 
Schwager  Thomas  Einer  dem  Hospital  zu  11000  Jungfrauen  4  Mk.  jährl.  Zins  (Tradb.  III.  22b).  Frau  Walpurgis 
ist  1519  an  dem  Verkauf  des  Malzhauses  auf  der  Groschengasse  beteiligt;  sie  erhält  mit  ihren  Kindern  1  Mk.  jährl. 
Zins  auf  das  genannte  Haus  (Tradb.  III.  88b).  Nickel  Mönczer  verreicht  am  3.  Januar  1532  das  Haus  bei  St. 
Katharinae  bei  Hans  Seidels  Durchfahrt  (Tradb.  V.  118).    Stirbt  um  1540. 

Montibus,  Jacobus  de,  siehe  Jacobus  de  Montibus  Kuttenis. 

Moybanus,  Jonas  (Maibanus),  Goldschmied  in  Hirschberg,  gibt  sein  Handwerk  auf  und  siedelt  nach  Breslau  über, 
wo  er  am  St.  Elisabethkirchhofe  wohnt.  Stirbt  am  29.  Januar  1654,  alt  79  Jahre.  Seine  Witwe  Martha  f  27.(28.) 
IX.  1654  (Elis.). 


121 


Muche,  Christian  Gottlieb  [Gottlob],  Silberarbeiter,  verfertigt  bei  Stephan  Christian  Luttroth  als  Meisterstück  ein 
silbernes  Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  31.  Oktober  und  Bürger  am  15.  November  1746.     Stirbt  am  27. 

begr.  d.  29.)  August  1772,  alt  55  Jahre  8  Monate  (Elis.).  Seine  Tochter  Maria  Elisabeth  heiratet  am  6.  September 
1781  den  Handelsmann  Johann  Friedrich  Goltz  (MM  >.     Seine  Witwe  Johanna  Elisabeth,  geb.   Döring,   f  20. 

begr.  d.  24.)  I.  1800  (Elis.).    Muche  zeichnet  C-GM  in  einem  Dreipasse,  vgl.  Taf.  V  Nr.  158. 

a.  Chanukkaleuchter,  Silber,  mit  Darstellung  der  Judith  und  Rokokodekor  in  getriebener  Arbeit.  H.  26,5  cm. 
L.  27,3  cm.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II,  Meisterz.  u.  drei  österr.  Freistempel.  - 
Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

b.  Tortenheber,  Silber.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II  u.  Meisterz.  Antiquitäten- 
händler Meckauer,  Breslau. 

Muche,  Christian  Wilhelm  i Mache i,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Christian  Gottlieb  Muche, 
lernt  bei  Johann  Samuel  Grische  vom  22.  September  1762  bis  19.  Juni  1767.  Meldet  sich  am  10.  Juni  1774  als 
Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann  Christian  Schlencker  einen  mit  Rauten  besetzten  Patzel,  wird  Meister  am  18.  No- 
vember und  Bürger  am  28.  November  1774.  Heiratet  am  3.  Mai  1775  Johanna  Rosina,  die  Tochter  des  f  Gold- 
arbeiterältesten Benjamin  Kochmann  (Elis.).    Stirbt  am  30.  Mai  1808,  alt  60  Jahre. 

Muche,  Johann  Gottlob  [Gottlieb],  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Christian  Gottlieb  Muche, 
lernt  bei  seinem  Vater  vom  22.  September  1762  bis  19.  Juni  1767.  Meldet  sich  am  22.  Juni  1775  als  Stückmeister, 
arbeitet  bei  Christian  Beyl  ein  silbernes  Becken  nebst  Kanne,  wird  Bürger  am  6.  Oktober  und  Meister  am 
31.  Oktober  1775.  Heiratet  am  22.  November  1775  Eleonora  Philippina,  die  Tochter  des  Schneiders  Johann 
Victor  Liebau  (Elis.).    Stirbt  1782. 

Mühlau,  Tobias,  Goldschmied,  stirbt  in  Breslau  am  6.  (begr.  d.  8.)  März  1739,  alt  42  Jahre. 

Mühlsteffan,  Zacharias,  gewesener  Hofgoldschmied  in  Brieg;  seine  Witwe  Barbara  stirbt  in  Breslau  am  17.  (begr.  d.  20.) 
November  1621  (Elis.  u.  MM). 

Müllen,  Just  Melchior  zu,  Goldschmiedgeselle  von  Köln  a.  Rh.,  stirbt  in  Breslau  am  1.  Januar  1668,  alt  23  Jahre  (Elis.). 

Müller,  Arnold  (Miller),  Silberarbeiter,  Sohn  des  Wundarztes  Gustav  Müller  in  Bergen  in  Norwegen,  heiratet  in 
Breslau  als  Geselle  am  30.  November  1743  (Elis.).  Arbeitet  bei  Stephan  Christian  Luttroth  als  Meisterstück  ein 
silbernes  Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  3.  Juni  und  Bürger  am  29.  August  1744.  Seine  Frau  Maria 
Josepha  f  11.  (begr.  d.  13.)  IL  1752  (MM).  Müller  heiratet  am  9.  Januar  1753  Johanna  Elisabeth,  geb.  Stephan,  die 
Witwe  des  Kürschners  Daniel  Hirsch  (Elis.).  Lebt  später  in  dürftigen  Verhältnissen  und  wird  1768  in  das  Bern- 
hardin-Hospital aufgenommen.  Seine  Tochter  Johanna  Eleonora  heiratet  am  26.  November  1788  den  Goldschläger- 
ältesten Carl  Samuel  Nittel '  Elis.;.  Seine  Witwe  Johanna  Elisabeth  f  24.  (begr.  d.  26.)  I.  1797  (Elis.).  Müller  zeichnet 
AM  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  155. 

a.  Sonnenmonstranz,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  ovalen  Sockel  reiche  Treibarbeit,  auf  der  Sonnen- 
scheibe reicher  Silberbelag.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  F.  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche,  Oppeln. 

b.  Weinkanne,  Silber,  mit  Deckel  und  kräftigem  Henkel.  Fussring  profiliert.  Mantel  zylindrisch  mit  drei- 
kantigem Ausgusse,  sonst  ohne  Dekor.  Am  Henkel  die  Jahreszahl  1749.  H.  25,5  cm.  Johanneskopf  Typus  XII, 
Stempelmeisterb.  F  u.  Meisterz.  —  Evang.  Pfarrkirche  in  Rawitsch,  Prov.  Posen. 

Müller,  Caspar,  Goldschmied  und  Weinhändler,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Zuckermachers  George  Müller,  wird  Ende 

1615  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  8.  Februar  1616  Judith,  geb.  Winter,  die  Witwe  des  Goldschmieds  und 
Weinhändlers  Michael  Nitsch  [Sohn  des  Paul  Nitsch]  (Elis.).    Wohnt  auf  der  Schuhbrücke.    Seine  Frau  f  12.  V. 

1616  (Elis.).  Müller  heiratet  am  10.  Januar  1617  Regina,  die  Tochter  des  f  Krämers  Hans  Staniger  (Elis.).  Stirbt 
bald  darauf  am  4.  (7.)  Februar  1617,  alt  30  Jahre  (Elis.  u.  MM). 

Müller,  Christian,  Goldschmied  vor  dem  Ohlauer  Tore;  seine  Witwe  Rosina.  geb.  Hennig,  stirbt  im  April  1790,  alt 
66  Jahre  (Elis.). 

Müller,  Christoph,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Tuchmachers  Christoph  Müller  in  der  Neustadt,  wird  1689 
Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  15.  November  1689  Rosina,  die  Tochter  des  Kirchknechts  bei  St.  Maria  Magdalena, 
Johann  Grimm  (MM).  Wohnt  auf  der  Schmiedebrücke.  Stirbt  am  2.  Dezember  1735,  alt  80  Jahre  6  Wochen. 
Seine  Witwe  Rosina  f  22.  (begr.  d.  24.)  XII.  1736  (MM).  Müller  zeichnet  CM  ligiert  in  rundem  Felde,  vgl. Taf.  IV  Nr.l  14. 

a.  Trinkgerät  in  Form  eines  springenden  Pferdes,  Silber  vergoldet,  auf  ovalem,  durch  Vegetation  und  Tiere 
belebtem  Sockel.  H.  20  cm.  Dm.  des  Sockels  17  X  11,2  cm.  Johanneskopf  u.  Meisterz.  —  Ludwig  Cahn- 
Speyer,  Wien. 

b.  Sargschilde  der  Breslauer  Drechsler-Innung,  Silber,  oval,  in  der  Mitte  Zunftembleme  nebst  Jahreszahl  1693 
in  vergoldeter  Auflage,  am  Rande  Engelsfiguren  und  Früchtewerk  in  getriebener  Arbeit.  Dm.  46  X  39  cm. 
Johanneskopf  Typus  II  u.  Meisterz.       Drechsler-Innung,  Breslau. 

16 


122 


c.  Mittelstücke  zu  den  von  Hans  Felber  im  Jahre  1670  gearbeiteten  Sargschilden  der  Breslauer  Tuchmacher, 
mit  Löwen  und  Emblemen  der  Tuchmacher  in  vergoldeter  Auflage.  Datiert  1719.  Beschauz.  W  Typus  VI, 
Stempelmeisterb.  B  negativ  u.  Meisterz.  —  Tuchmacher-Innung,  Breslau. 

d.  Becher,  Silber  mit  Vergoldung,  konisch,  mit  Ranken  in  Treibarbeit.  H.  24  cm.  Johanneskopf,  Stempel- 
meisterb. B  negativ  u.  Meisterz.  —  1885  bei  Jacobsohn,  St.  Petersburg  (nach  Rosenberg  Nr.  473*1. 

e.  Becher,  Silber,  konisch,  mit  Gravierung  und  Inschriften.  H.  12,5  cm.  Johanneskopf  u.  Meisterz.  —  Aus- 
stellung Budapest  1884  (nach  Rosenberg  Nr.  473b). 

Müller,  Christoph  Gideon,  Galanteriewarenarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Johann  Christoph  Müller, 

heiratet  am  22.  November  1763  Maria  Eleonora,  geb.  Gatter,  verw.  Albrecht  (Elis.). 
Müller,  Ernestus  (Miller),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Korporals  George  Müller,  arbeitet  bei  Gottfried 

Ihme  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Bürger  am  10.  April  und  Meister  am  13.  April  1728. 

Heiratet  am  11.  Mai  1728  Eleonora  Magdalena,  die  Tochter  des  t  Goldschmiedältesten  Johann  Peter  Ziegler  (  MM). 

Zieht  1734  nach  Jauer. 

Müller,  Hans  [Johannes]  (Möller,  Millen,  Goldschmied,  wird  Anfang  1588  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Ist  am 
11.  VIII.  1592  und  25.  VII.  1595  Taufzeuge  am  Dom.  Seine  Frau  Martha  Salome  f  22./29.  X.  1599.  Müller  heiratet 
am  31 .  Oktober  1600  Sabina,  die  Tochter  des  f  Pfarrers  Joachim  Helman  zu  Hohenfriedeberg  (MM).  Stirbt  als 
Zunftältester  am  20.  Oktober  1606,  als  50  Jahre  (Elis.  u.  MM).  Seine  Witwe  Sabina  heiratet  am  12.  Mai  1608  den 
Goldschmied  Andreas  Assig  (MM).  Seine  Tochter  Anna  Maria  heiratet  am  11.  August  1614  den  Goldschmied- 
gesellen Joachim  Mumhardt  (MM).  Müller  zeichnet  HM  ligiert  in  rundem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  67. 
a.  Kokosnusspokal  mit  vergoldeter  Silberfassung  (beschädigt).  Beschauz.  W  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst.  Adlertypus.  —  Evang.  Pfarrkirche,  Rosen  bei  Kreuzburg  OS. 

Müller,  Heinrich,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Hans  Müller,  stirbt  an  der  Pest  am 
11.  Oktober  1633. 

Müller,  Johann  Christoph  (Miller),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Christoph  Müller,  meldet 
sich  Ende  1720  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Hans  Jachman  d.  j.  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister 
am  17.  März  und  Bürger  am  20.  Mai  1721.  Heiratet  am  26.  August  1721  Henrietta  Sophia,  die  Tochter  des  Gold- 
arbeiters Gottfried  Gideon  Eberlein  d.  ä.  (Elis.).  Stirbt  am  18.  (begr.  d.  20.)  Februar  1758,  alt  67  Jahre  1  Monat 
(MM  Christ.).  Seine  Witwe  Henrietta  Sophia  t  18.  (begr.  d.  20.)  VIII.  1765  (MM).  Müller  zeichnet  ICM  in  ovalem 
Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  138. 

a.  Deckelkanne,  Silber,  mit  Henkel,  auf  dem  zylindrischen  Mantel  in  Gravierung  zwischen  Laub-  und  Bandel- 
werk Brustbilder  der  zwölf  Apostel,  auf  dem  Deckel  die  vier  Evangelisten  und  zwei  gekreuzte  Bügel,  darauf 
eine  Frucht.  H.  22,8  cm.  Johanneskopf  Typus  X,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum 
für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

b.  Deckelbecher,  Silber,  auf  profiliertem  und  geripptem  Standringe.  An  dem  oberen  und  dem  unteren  Teile 
des  konischen  Mantels  Ornamente  im  späten  Laub-  und  Bandelwerkstil  auf  punziertem  Grunde.  Deckel  und 
Deckelknopf  gerippt  und  profiliert.  H.  19  cm.  Johanneskopf  ähnlich  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  C,  Meisterz, 
u.  Kriegssteuerst.  FW  (wie  Fig.  9b).  —  Baumeister  Frohne,  Kopenhagen. 

c.  Rokokobecher,  Silber,  innen  vergoldet,  sieben  Stück,  einer  mit  Deckel,  gerippt.  Johanneskopf,  Stempel- 
meisterb. C  u.  Meisterz.  —  Hofantiquar  Max  Altmann,  Breslau. 

d.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  Fusse  und  dem  Kuppabelag  Engel  mit  Leidensattributen  in  Bandelwerk. 
Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  C,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  3$"-  —  Adalbertkirche,  ehemaliges  Dominikaner- 
kloster, Breslau. 

e.  Schüssel  mit  Messkännchen,  Silber,  profiliert.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  C,  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst.       —  Adalbertkirche,  ehemaliges  Dominikanerkloster,  Breslau. 

f.  Sonnenmonstranz,  Silber  vergoldet,  mit  farbigen  Steinen,  abgebildet  Fig.  26.  H.  60  cm.  Johanneskopf 
Typus  X,  Stempelmeisterb.  C,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  Das  Kupferberger  Brüderschaftsbuch 
berichtet  von  ihr:  Sie  ist  zu  Breßlau  gemacht  vom  H.  Johann  Christoph  Müller,  goldtschmiden  daselbst,  sie 
wigt  10  marck  6  loth  oder  166  loth.,  sie  kostet  am  vermachten  silber  von  dem  tl.  Hrn.  JohannAnton  Kintzel, 
Pfarn  in  Rudelstadt  80  Thl.  10  sgr.  41/»  hl.,  an  vermachten  4  ducaten  13  Thl.  20  sgr.  Dan  an  zusatz  von 
silber,  goldt,  steinein,  macherlohn,  vergolden,  mahlen,  futeral,  bestellen  undt  abholen  etc.  98  thl.  20  sgr.  also 
in  allem  zusammen  193  thl.  2  sgr.  4^2  hl.  die  Schriften  so  darauf  sindt,  lauten  also:  Auf  der  Vorderseite: 
saCerriMo  CorDI  IesV  In  aVgVsta  hostla  offert  sVas  argentl  sVbstantlas  I.  A.  N.  K.  P.  R.  K.  S.  K.  (dem 
heiligsten  Herzen  Jesu  im  hochheiligen  Sacramente  verborgen  opfert  sein  Silbergeld  Johannes  Anton  Nicolaus 
Kintzel,  Pfarrer  von  Rudelstadt,  Kunzendorf,  Seitendorf  und  Ketschdorf  1731).    Auf  der  Rückseite:  has  Vero 


123 


Fig.  26.  Johann  Christoph  Müller:  Sonnenmonstranz  in  der  kath.  Pfarrkirche  in  Kupferberg 


124 


aVget  et  aptarl  feCIt  pro  ostensorlo  soDaLItatls  kVpferbergensIs  ioannes  MartlnVs  stVLpe  P.  K.  I.  S.  K.  R. 
(dieses  Geld  vermehrte  und  liess  daraus  eine  Monstranz  der  Kupferberger  Brüderschaft  machen  Johann 
Martin  Stulpe,  Pfarrer  von  Kupferberg,  Jannowitz,  Seiffersdorf,  Kauffung  und  Röhrsdorf,  1732).  Um  das 
Mittelstück  rückseitig:  eX  VIrtVte  tVa  popVLo  paneM  De  Caelo  praestltlstl  *  propterea  aDoraMVs  te 
Chrlste  JesV  eX  asse  In  haC  aVgVsta  hostla  (Brod  vom  Himmel  hast  Du  deinem  Volke  aus  Deiner  Kraft- 
fülle gegeben,  deshalb  verehren  wir  Dich,  Christe  Jesu  in  dieser  heiligen  Hostie  mit  allen  unseren  Kräften 
1734).  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Johannis  bapt.,  früher  zum  hl.  Kreuz,  Kupferberg  Kr.  Schönau, 
g.  Sonnenmonstranz,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  ovalem,  vierpassig  gebogtem  Sockel  mit  Dekor  in  ge- 
triebener Arbeit.  Auf  der  Sonnenscheibe  silberner  Belag.  Johanneskopf  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  D  u. 
Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Petri  et  Pauli,  Namslau. 
Müller,  Mathes,  Goldschmied  in  Breslau,  wird  erwähnt  in  den  Nürnberger  Ratsverlässen  am  23.  November  1601 

(160',  VIII.  46a.  —  Hampe,  Nürnberger  Ratsverlässe,  Bd.  II  S.  316  Nr.  1793). 
Müller,  Michael,  Goldschmiedgeselle  von  Augsburg,  stirbt  in  Breslau  am  5.  (begr.  d.  7.)  Mai  1695,  alt  25  (26)  Jahre  (Elis.). 
Müller,  Tobias  Wilhelm,  Goldschmiedgeselle,  gibt  1729  sein  Handwerk  auf  und  tritt  in  das  Partkrämer-Mittel  ein, 

wovon  die  Ratmannen  am  1.  November  1729  Kenntnis  nehmen  (Lib.  definit.  XII.  296a). 
Münch,  Carl  Christian,  Goldarbeitergeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmiedgesellen  Johann  Christian  Münch, 
heiratet  am  27.  November  1759  Barbara  Rosina,  geb  Materne,  die  Witwe  des  Goldschmiedgesellen  Johann  George 
Guttmann  iMM).    Seine  Frau  f  13.  (begr.  d.  17.)  II.  1772  (MM). 
Münch,  Johann  [Christian],  Goldschmiedgeselle,  stirbt  im  Juni  1746,  alt  45  Jahre. 
Münnich,  Hugo  (Miinich),  Goldarbeiter,  tritt  am  15.  Juli  1886  in  die  Innung  ein.    Stirbt  1888. 

Müntzer,  Gottfried,  Goldschmiedgeselle  von  Sagan,  Sohn  des  Amtsverwalters  Heinrich  Müntzer  in  Sorau,  stirbt  in 
Breslau  am  18.  (22.)  Oktober  1696  (MM),  hat  bei  Christoph  Schmidt  in  Arbeit  gestanden. 

Mumhardt,  Joachim,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  gräfl.  Maltzanschen  Rentschreibers  Johann  Mumhardt,  heiratet  in 
Breslau  am  11.  August  1614  Anna  Maria,  die  Tochter  des  f  Goldschmieds  Hans  Müller  (MM).  Wohnt  in  der 
Neustadt-Breslau. 

Mummer,  Baltzer,  Goldschmied;  seine  Witwe  Magdalena  stirbt  am  7./14.  Dezember  1601. 

Munczer,  Niclas,  siehe  Monczer. 

Muner  [Munner,  Munder],  Daniel,  siehe  Mohn  er. 

Namikowsky,  Carl  Friedrich  (Namikofski),  Goldarbeiter  geb.  in  Breslau  am  4.  Mai  1763,  Sohn  des  Steinsälzers  Gottfried 
Namikowsky,  lernt  bei  Christian  Gottlieb  Streubel  d.  j.  vom  26.  Dezember  1779  bis  15.  September  1785.  Meldet  sich  am 
17.  September  1790  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Ferdinand  Christian  Beyl  eine  Fliege  mit  ä  jour  gefassten  Brillanten, 
wird  Meister  am  10.  Dezember  1790.  Dafür,  dass  ihm  ein  halbes  Jahr  an  der  Zeit  der  Wanderschaft  fehlt,  muss 
er  2  Rtlr.  erlegen.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  24.  Februar  1791.  Heiratet  am  13.  Oktober  1791  Johanna  Eleonora, 
die  Tochter  des  Gastwirtes  und  Holzhändlers  Johann  Philipp  (Elis.).  Seine  Frau  f  22.  (begr.  d.  25.)  XI.  1813  (MM). 
Namikowsky  ist  seit  1821  Innungsältester.  Ist  1840  das  letzte  Mal  erwähnt.  Sein  Portrait,  in  Aquarell  gemalt 
von  Christian  Friedrich  Knoefvell,  im  Schlesischen  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer  in  Breslau. 

Nawarra,  George  (Navarre),  Silberarbeiter,  Sohn  des  Pächters  Paul  Nawarra  zu  Deutsch -Steine  im  Ohlauischen, 
arbeitet  in  Breslau  bei  Stephan  Christian  Luttroth  als  Meisterstück  ein  silbernes  Giessbecken  nebst  Kanne,  wird 
Meister  am  31.  Juni  und  Bürger  am  4.  September  1737.  Heiratet  am  24.  August  1744  Anna  Regina  (Rosina),  die 
Tochter  des  Schneiders  Siegmund  Janusch  in  Pitschen;  Trauzeuge  ist  der  Silberarbeiter  Samuel  Gottlieb  Thun 
(Elis.).  Stirbt  am  10.  (begr.  d.  12.)  Mai  1750,  alt  45  Jahre  16  Tage  (Elis.).  Seine  Witwe  heiratet  am  24.  Juli  1753 
den  Silberarbeiter  Martin  Kiesling  (Elis.).  Seine  Tochter  Anna  Eleonora  heiratet  am  19.  April  1768  den  Kürschner 
Christian  Friedrich  Krause  (MM).  Seine  Tochter  Johanna  Juliana  heiratet  am  6.  November  1771  den  Partkrämer 
Christian  Benjamin  Fischer  (MM).    Nawarra  zeichnet  GN  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  153. 

a.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  profilierten  Fusse  spätes  Laub-  und  Bandelwerkornament  in 
getriebener,  an  dem  Kuppabelage  in  durchbrochener  Arbeit.  Unter  dem  Fusse  die  Inschrift:  „Johann  Schlegel 
Reichenbach  Ao  1742".  H.  23,5  cm.  Johanneskopf  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  D,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst. 
Adlertypus.  —  Evang.  Pfarrkirche,  Reichenbach  i.  Schles. 

b.  Kelch,  Silber  vergoldet,  mit  profiliertem  Fusse,  sonst  ohne  Dekor.  Johanneskopf  Typus  XI,  Stempel- 
meisterb. D,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  $fif '.  —  Hofkirche,  Breslau. 

c.  Abendmahlskanne,  Silber  vergoldet,  ohne  Dekor.  Johanneskopf  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  D,  Meisterz, 
u.  Kriegssteuerst.  'jfr .  —  Hofkirche,  Breslau. 

d.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung.  Johanneskopf  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  D  u.  Meisterz.  Evang.  Pfarr- 
kirche St.  Mariae,  Striegau. 


125 


e.  Reliquienmonstranz,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  ovalen,  profilierten  Sockelfusse  Engelsköpfchen  und 
Blumengehänge  in  stark  reliefierter  Treibarbeit.  Um  den  Reliquienbehälter  Bandwerk,  Blumengirlanden  und 
Sonnenstrahlen.  H.  37  cm.  Johanneskopf  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  D,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adler- 
typus. —  Sandkirche,  Breslau. 

f.  Wei hrauchf ass,  Silber,  mit  Laub-  und  Bandelwerk  in  getriebener  und  durchbrochener  Arbeit.  H.  22,5  cm. 
Johanneskopf  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  D  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Jacobi,  Zobten  am  Berge. 

g.  Ampel,  Silber,  mit  Muschel-  und  üitterwerk  in  getriebener  und  durchbrochener  Arbeit,  darin  ein  vergoldetes 
Schildchen  mit  dem  Wappen  der  Sophia  Anna  Koryczinsky,  Abbatissa  Trebnicensis.  Die  Ketten  sitzen  an  drei 
vollrunden  Köpfen.  H.  53,5  cm.  Johanneskopf  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  D,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst. 
Adlertypus.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 

h.  Sonnenmonstranz,  Silber  vergoldet,  mit  Brillanten  besetzt,  in  reichen  Rokokoformen.  Prächtiges  Stück. 
Johanneskopf  Typus  XII,  Stempelmeisterb.  F  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Jacobi,  Neisse. 

i.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  runden  Fusse,  dem  Nodus  und  dem  Kuppabelag  Rokokokartuschen  in 
getriebener  und  zum  Teil  in  durchbrochener  Arbeit.  Johanneskopf  Typus  XII,  Stempelmeisterb.  F,  Meisterz, 
u.  Kriegssteuerst.    Adlertypus.   -  Evang.  Pfarrkirche  St.  Blasii  et  Sperati,  Ohlau. 

k.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  Fusse,  dem  Nodus  und  dem  Kuppabelag  Rokokodekor.  Johannes- 
kopf Typus  XII,  Stempelmeisterb.  F  u.  Meisterz.  —  Kloster  der  Barmherzigen  Brüder,  Breslau. 
Neisser,  siehe  Nysser. 

Neidner,  Gottlieb  Benjamin  (Nöldner;,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Johann  Qottlieb  Schmidt  vom  30.  Mai 
1758  bis  12.  Dezember  1763.  Meldet  sich  am  14.  März  1775  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Gottlob  Benjamin 
Werner  ein  silbernes  Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  4.  (5.)  Mai  und  Bürger  am  19.  September  1775. 
Stirbt  am  24.  (begr.  d.  26.)  August  1783,  alt  59  Jahre  9  Monate  (MM).  Neidner  zeichnet  GBN  in  einem  Dreipasse, 
a.  Sonnenmonstranz.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  H,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Kath. 
Pfarrkirche  St.  Bartholomaei,  Oberglogau  OS. 

Nembach,  Adolph  Gustav  Erdmann  (Nimbach),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Holzhändlers  Johann  Nembach, 
lernt  bei  Johann  Carl  Wagner  von  Ostern  1816  bis  Michaelis  1820.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  27.  Januar  1826, 
alt  24  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Neuberth,  Joseph,  Goldarbeiter  und  Graveur,  geb.  in  Grumbach,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  9.  November 
1840,  alt  28  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Neuman,  Hans  [Johannes],  Goldschmied,  geb.  in  Glogau,  Sohn  des  dortigen  Schusters  Balthasar  Neuman,  wird  in 
Breslau  Ende  1615  oder  Anfang  1616  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  15.  August  1616  Anna,  die  Tochter  des 
Goldschmieds  Hans  Haupt  (MM).  Wohnt  auf  dem  Hühnermarkte,  dann  im  Clemenshofe  am  Ringe.  Stirbt  am 
29.  (30.)  April  (begr.  d.  1.  Mai)  1633,  alt  ungefähr  50  Jahre  (Elis.  u.  MM).    Seine  Witwe  Anna  f  4.  VII.  1633  (Elis.). 

Neuman,  Hans,  Goldschmied  unter  den  Hundehäusern,  stirbt  1645  (Schles.  Vorz.  VII.  485). 

Neumeister,  Johannes  (Newmeister),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  Augustini  ep.  (28.  August  )  1424.  Er  und  Johannes 
Beyer  sind  1434  Zeugen  bei  einem  Vergleiche  zwischen  dem  Pfarrer  von  Oltaschin  und  dem  aurifaber  Cunzco 
[siehe  Kunzco]  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  D  24,  fol.  96 hj. 

Neumeyster,  Jacob,  siehe  Jacobus  de  Montibus  Kuttenis. 

Neuwaldt,  Adam,  Goldschmied  in  Canth;  seine  Witwe  stirbt  in  Breslau  am  21.  Dezember  1626. 

Neuwaldt,  Adam,  gewesener  Goldschmied   in  Strehlen,  lebt  später  in  Breslau  als   Mitbruder  im   Hospital  zum 

Heiligen  Geist,  stirbt  daselbst  am  4.  November  1676,  alt  66  Jahre. 
Neysser,  siehe  Nysser. 

Niclas,  George,  Goldschmied  auf  der  Schmiedebrücke;  am  15.  Januar  1634  stirbt  seine  Tochter  Elisabeth. 

Niclas,  Hans,  Goldschmied;  im  Februar  1595  stirbt  ihm  ein  Sohn. 

Nicolaus,  Daniel,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Montag  nach  Francisci  (5.  Oktober)  1422. 

Webling,  Johann  Caspar  (Nibeling,  Nüblingi,  Goldarbeiter,  Sohn  des  Feldwebels  Daniel  Niebling  in  Breslau,  arbeitet 
bei  Stephan  Christian  Luttroth  als  Meisterstück  einen  Uhrhaken  nebst  Ring,  wird  Meister  am  15.  August  und 
Bürger  am  17.  August  1746.  Heiratet  am  30.  August  1746  Anna  Elisabeth,  die  Witwe  des  Seidenstrickers 
Abraham  Mahler  (Elis.).    Stirbt  am  18.  (begr.  d.  21.)  August  1765,  alt  65  Jahre  (Elis.). 

Niesing,  Arnold  (Nising),  Goldschmied,  Sohn  des  Seidenstickers  Albert  Niesing  in  Hamburg,  wird  1675  in  Breslau 
Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  19.  Februar  1675  Rosina,  die  Tochter  des  f  Weinbrenners  Melchior  Unger 
(,Elis.).  Wohnt  in  seinem  eigenen  Hause  auf  der  Odergasse.  Stirbt  am  9.  (begr.  d.  11.)  September  1693,  alt 
54  Jahre  6  Monate  (Elis.). 

Niser,  siehe  Nysser. 


126 

Nitsch,  Andreas  (Nitsche,  Nietsch), 
des  Goldschmieds  Paul  Nitsch,  ar- 
Jachman  d.  ä.,  wird  1626  Meister, 
fehlt,  kann  er  keine  eigene  Werk- 
7.  Dezember  1626  Martha,  die 
Behrer  (MM).  Wohnt  auf  der 
Hause.  Stirbt  an  der  Pest  am 
47  Jahre  (Elis.  u.  MMi. 

Nitsch,  Fabian  i  Nitsche,  Nietsch, 
schmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des 
seinem  Vater.  Ist  auf  der  Wanderschaft 
einer  Rauferei  in  Bamberg  beteiligt  I  Hampe, 
u.  1434  ).  Erhält  am  16.  Juli  1596  durch  den 
weiteren  Studienreisen  einen  Geleits-  und 
dass  er  die  Goldschmiedekunst  beim  Vater 
habe,  nun  aber  den  heissen  Wunsch  hege, 
Edelmetallkunst  blühe,  kennen  zu  lernen, 
kommnen  und  als  Meister  heimzukehren 
erhält  Fabian  Nitsch  in  Breslau  von  dem 
lasse  des  Bischofs  Andreas  von  Jerin 
Nuntius  Spinelli  nach  Prag  zu  bringen,  wo- 
wird.  (Acta  capituli  v.  19.  Juli  u.  18.  August 
1602  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Wohnt 
ihm  fünf  Gesellen,  darunter  einige  aus  Nürn- 
Anna  heiratet  am  16.  Januar  1623  den  Gold- 
Nitsch  stirbt  am  9.  März  1630,  alt  56  Jahre 
das  Haubtt  am  allermeisten  berürtt  worden" 
ist  am  11.  I.  in  der  dortigen  Schlosskirche 
zeichnet  F  N  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  III 

a.  Armreliquiar  der  hl.  Hedwig,  Silber  mit 
der  Hand  ein  Kirchenmodell  haltend.  Laut 
Balthasar  Neander.  H.  81  cm.  Beschauz. 
Domschatz,  Breslau  (Abgebildet  und  ein- 
Folge, Bd.  I  S.  113-118). 

b.  Armreliquiar  des  hl.  Ceslaus,  Silber  mit 
ähnlich  Nr.  a,  doch  in  der  Hand  eine  flam- 
angebracht wurde.  Da  das  Armreliquiar 
zeichen  oder  eine  Meistermarke  trägt,  könnte 
Reliquiar  erst  am  Anfange  des  18.  Jahr- 
kopiert worden  ist,  obwohl  das  Reliquiar 
mit  dem  der  hl.^  Hedwig  überein- 
zeit  hinweist.  H.  79,5  cm.  Kriegs- 
(Literatur  wie  bei  Nr.  a). 

c.  Siegelkapsel  zu  dem  Majestäts- 
goldet,  rund,  auf  der  Vorderseite 
werk  umrahmtes  Wappenschild  mit 
der  Rückseite  ein  Schild  mit  dem 
Dm.  16  cm.  Beschauz.  W  Typus  III 
(Vgl.    Schlesiens   Vorzeit,  Neue 

d.  Deckel  zu  einem  Nürnberger 
einer  kleinen  Figur  des  hl.  Andreas. 
Beschauz.  W  u.  Meisterz.  —  Dr. 
Nr.  460.        Vgl.  Schlesiens  Vor- 

e.  Standkreuz,  Silber  vergoldet,  mit 


Fig.  27.  Fabian  Nitsch  :  Kleines  Kreuz 
im  Breslauer  Domschatze 


Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn 
beitet  1618  als  Geselle  bei  Mattheus 
Da  sein  Name  im  Catalogus  civium 
statt  gehabt  haben.  Heiratet  am 
Tochter  des  f  Parchnerältesten  Hans 
Schiniedebrücke  in  seinem  eigenen 
10.  (begr.  d.  12..  Oktober  1633,  alt 


Nietsche,  Nitzsch,  Nitschke),  Gold- 
Goldschmieds  Paul  Nitsch,  lernt  bei 
mit  zwei  anderen  Goldschmiedgesellen  1596  an 
Nürnberger  Ratsverlässe,  Bd.  II  S.  252  f.  Nr.  1433 
Breslauer  Bischof  Andreas  von  Jerin  für  seine 
Empfehlungsbrief.  Der  Bischof  sagt  von  ihm, 
gelernt  und  sehr  gute  Fortschritte  gemacht 
andere  Länder  und  vor  allem  Italien,  wo  die 
um  sich  in  fremden  Werkstätten  zu  vervoll- 
Schles.  Vorz.  N.  F.  III.  89  f).  Am  19.  Juli  1600 
Domkapitel  den  Auftrag,  einen  aus  dem  Nach- 
stammenden silbernen  Tisch  dem  päpstlichen 
für  ihm  am  18.  August  ein  Honorar  zuerkannt 
1600.  Schles.  Vorz.  N.  F.  I.  108  f.).  Wird 
am  Ringe  unter  den  Riemern.  1618  stehen  bei 
berg  und  Augsburg,  in  Arbeit.  Seine  Tochter 
schmied  Michael  Schleiffer  in  Wohlau  (Elis.). 
14  Wochen,  „ist  von  der  handt  Gottes  vmb 
Elis.).  Seine  Witwe  Anna  f  4.  I.  1650  in  Öls, 
beigesetzt  worden  (Elis.).  Fabian  Nitsch 
Nr.  72. 

Vergoldung,  reich  mit  Zierraten  besetzt,  in 
Inschrift  gestiftet  1607  von  dem  Domherrn 
W  Typus  III,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  - 
gehend  beschrieben  in  Schlesiens  Vorzeit,  Neue 

Vergoldung,  reich  mit  Zierraten  besetzt,  ganz 
mende  Kugel  haltend,  die  laut  Inschrift  1715 
weder  ein  früheres  Datum  noch  ein  Beschau- 
man  auf  die  Vermutung  kommen,  dass  das 
hunderts  nach  dem  Armreliquiar  der  hl.  Hedwig 
des  hl.  Ceslaus  stilistisch  und  technisch  ganz 
stimmt  und  auf  dieselbe  Entstehungs- 
steuerst.  Sifr-       Domschatz,  Breslau 


briefe  Kaiser  Rudolfs  II.,  Silber  ver- 
in  Gravierung  ein  von  Kartuschen- 
dem österreichischen  Doppeladler,  auf 
böhmischen  Löwen.  Datiert  1609. 
u.  Meisterz.  Stadtbibliothek,  Breslau 
Folge,  Bd.  I  S.  109  f.). 
Pokal,  Silber  vergoldet,  bekrönt  mit 
Im  Deckel  ein  Wappen  von  1618  (?). 
A.  Figdor,  Wien  (nach  Rosenberg 
zeit,  Neue  Folge,  Bd.  I  S.  109). 
Email  und  Steinen,  abgebildet  Fig. 27. 


127 


H.  58  cm.  Beschauz.  W  Tyus  III,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  'Sftf.  Domschatz,  Breslau.  (Eingehend 
beschrieben  in  Schlesiens  Vorzeit,  Neue  Folge,  Bd.  I  S.  110—113). 
f.  Altarkreuz,  Silber  vergoldet,  der  reich  profilierte  und  mit  Zierraten  besetzte  Schaft  und  das  Kreuz  ganz 
mit  emaillliertem  Silberfiligran  überzogen  und  mit  Steinen  besetzt.  H.  154  cm.  Beschauz.  W  Typus  III  u. 
Meisterz.  —  Domschatz,  Breslau  (Eingehend  beschrieben  in  Schlesiens  Vorzeit,  Neue  Folge,  Bd.  I  S.  118—121, 
abgeb.  Taf.  X ). 

Nitsch,  George  (Nitsche,  Nietsch,  Nitschkei,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schwertfegers  Abraham  Nitsch, 
wird  Ende  1623  Bürger  und  Meister.    Heiratet  am  23.  Januar  1624  Maria,  die  Tochter  des  Goldschmieds  George 
Sauerman  (Elis.j.    Wohnt  auf  der  Schmiedebrücke.    Seine  Frau  Maria  f  4.  X.  1633  (Elis.).    Nitsch  heiratet  am 
19.  Juni  1634  Anna,  die  Tochter  des  Schneiders  George  Heppner  (MM).     Stirbt  an  Steckfluss  am  21.  (begr.  d.  23. 
oder  24.  i  Februar  1645,  alt  53  Jahre  (Elis.  u.  MM  i.    Seine  Tochter  Anna  Maria  heiratet  am  10.  Oktober  1645  den  Gold- 
schmied Gottfried  Vogel  d.  m.  (MM).    Seine  Witwe  Anna  heiratet  am  25.  Februar  1648  den  Goldschmied  Balthasar 
Wittig  (MM).    Seine  Tochter  Rosina  heiratet  am  28.  April  1648  den  Goldschmied  Hans  Boy  (MMi.  George 
Nitsch  zeichnet  GN  ligiert  in  rundem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  79. 
a.  Sargschilde  der  Breslauer  Gelb-,  Glocken-  und  Zinngiesser,  Silber,  oval,  mit  Innüngsemblemen  und  Jahres- 
zahl 1643  in  vergoldeter  Auflage.    Dm.  38,8  X  35,8  cm.    Beschauz.  W  Typus  IV  u.  Meisterz.  —  Vereinigte 
Gelb-,  Glocken-  und  Zinngiesser-Innung,  Breslau. 

Nitsch,  Hans,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Paul  Nitsch,  stirbt  am  5.  Dezember  1616- 

Nitsch,  Jacob  (Nitsche >,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Paul  Nitsch,  stirbt  am  5. 
(begr.  d.  8.)  Dezember  1617,  alt  28  Jahre  (Elis.  u.  MM). 

Nitsch,  Kaspar,  Goldschmied,  wird  um  1640  auf  der  Schmiedebrücke  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  482  ). 

Nitsch,  Paul  (Nitsche,  Nietsch,  Nitschke,  Nusch,  Nüsche),  Goldschmied  und  Medailleur,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des 
Schwertfegers  Fabian  Nitsch  (?),  erwirbt  am  6.  Februar  1573  das  Bürgerrecht,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister. 
Wohnt  auf  der  Schmiedebrücke.  Ist  seit  1585  mehrfach  für  den  Bischof  Andreas  von  Jerin  und  den  Dom  tätig 
gewesen.  Über  seinen  Briefwechsel  von  1585/86  mit  dem  Bischof  siehe  Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen 
Vorzeit  1881,  Sp.  207  und  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  VII  S.  66  f.  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  F  Neisse  IX).  Am 
16.  Juli  1596  nennt  ihn  der  Bischof  einen  sehr  geschickten  Goldschmied,  der  durch  verschiedene  Werke,  besonders 
aber  durch  die  Herstellung  des  Silberaltares  in  der  Kathedrale  glänzende  Beweise  seiner  Kunstfertigkeit  gegeben 
und  sich  in  hohem  Grade  die  Anerkennung  seiner  Zunftgenossen  erworben  habe  (Schles.  Vorz.  N.  F.  III.  89). 
Arbeitet  1600  ein  kunstvolles  Reliquiarium  in  Kreuzform  für  den  Obersthofmeister  Christoph  Poppel  von  Lobkowitz 
in  Prag  (Acta  capituli  v.  4.  Mai  1600).  Seine  Tochter  Maria  heiratet  am  11.  Februar  1602  den  Goldschmied 
Mattheus  Jachman  d.  ä.  (MM).  Nitsch  stirbt  am  12.  Januar  1609,  alt  61  Jahre  (Elis.  u.  MM).  Sein  Sohn  Michael, 
Goldschmied  und  Weinhändler,  heiratet  am  19.  April  1610  Judith,  geb.  Winter,  die  Witwe  des  Matthes  Tschender, 
gewesenen  Bürgers  zu  St.  Georgen  in  Ungarn  (MM).  Seine  Tochter  Anna  heiratet  am  18.  Januar  1616  den 
Federschmücker  George  Lewe  (MM).  Seine  Witwe  Brigitta  (.Prisca)  stirbt  am  21.  (begr.  d.  24.)  August  1622 
(Elis.  11.  MM).    Paul  Nitsch  zeichnet  PN  ligiert  in  rundem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  59. 

a.  Hausaltärchen,  Silber  vergoldet,  mit  Steinen  besetzt,  in  Form  eines  Portikus  mit  zwei  Säulen,  zwischen 
denen  ein  eiförmiger  Bergkristall  angebracht  ist,  der  von  rückwärts  geschnitten  den  Crucifixus,  darunter  ein 
Schriftband  mit  A(ndreas  Jerin)  E(piscopus)  W(ratislaviensis)  1586  und  die  Wappenschilde  des  Bistums,  des 
Bischofs  und  von  Schlesien  zeigt.  H.  22,7  cm.  Beschauz.  W  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  '3$ '.  —  Dom- 
schatz, Breslau. 

b.  Hausaltärchen,  Silber  vergoldet,  Nr.  a  ähnlich,  nur  zierlicher  in  den  Details.  Der  Bergkristall  in  der  Mitte 
flach  mit  dem  Crucificus,  demselben  Schriftbande  und  den  gleichen  Wappen  wie  bei  Nr.  a.  H.  18,9  cm. 
Ohne  Beschauz.  u.  Meisterz.,  nur  Kriegssteuerst.  doch  sicher  eine  Arbeit  von  Paul  Nitsch.  Domschatz, 
Breslau. 

c.  Figuren  am  Hochaltar  des  Breslauer  Domes,  Silber  mit  Vergoldung,  gegossen.  In  der  Mitte  der  Gekreuzigte 
mit  Maria  und  Johannes;  auf  den  Flügeln  an  der  Evangelienseite  Johannes  der  Täufer  und  Vincentius  Levita, 
unten  in  einem  Rundmedaillon  das  Bildnis  des  Bischofs  Andreas  von  Jerin  (der  10000  Taler  zu  den  Unkosten 
des  Altares  gab),  an  der  Epistelseite  der  hl.  Andreas  und  die  hl.  Hedwig,  unten  das  Wappen  des  Bischofs 
Jerin.  Gearbeitet  1590,  eingeweiht  am  4.  Mai  1591  (vgl.  Gomolcky,  Merkwürdigkeiten  in  der  K.  u.  K.  Stadt 
Breßlau  [1733],  S.  20).  H.  der  einzelnen  Figuren  c.  90—100  cm.  Beschauz.  W  Typus  II  u.  Meisterz.  Dom, 
Breslau. 

d.  Hausaltar,  figurenreiche  Kreuzigung  mit  Maria,  Johannes,  Magdalena,  Engeln,  die  Leidenswerkzeuge  halten, 
und  Engelsköpfen;  jede  einzelne  Figur  aus  Silber  mit  Vergoldung  flach  getrieben  und  sehr  sorgfältig  ziseliert, 


128 


Fig.  28.  Paul  Nitsch:  Lavaboschüssel  von  1595  im  Breslauer  Domschatze 

auf  Sammet  aufgelegt.  In  einem  mit  Steinen  besetzten  Holzrahmen.  Als  Bekrönung  ein  Bogen  mit  einem  Pelikan  in 
seinem  Neste.  H.  100  cm.  Br.75cm.  Beschauz.W  Typus  II  u. Meisterz.     Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei, Trebnitz. 

e.  Lavaboschüssel  nebst  Kanne,  Silber  mit  Vergoldung,  abgebildet  Fig.  28  und  29.  In  der  Mitte  der  Schüssel 
das  Wappen  des  Kanonikus  Johann  Korn,  am  Rande  achtzehn  Wappen  des  Bischofs,  der  Kathedrale,  des 
Kapitels,  der  Prälaten  und  Kanoniker,  die  mit  Johann  Korn  im  Kapitel  gesessen  haben.  Laut  Inschrift  wurde 
Kanne  und  Schüssel  aus  einem  Legate  des  1593  verstorbenen  Johann  Korn  1595  angefertigt.  Dm.  der  Schüssel 
51,5  cm.  Fi.  der  Kanne  38,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Domschatz, 
Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Neue  Folge,  Bd.  II  S.  128  -  132.  —  Über  die  Wappen  der  Schiissel  vgl.  Der 
Deutsche  Herold,  Jahrgang  1906  Nr.  1). 

f.  Kelch,  Silber  vergoldet,  von  gotischem  Gepräge,  der  fünfpassige  (!)  Fuss,  der  fünfkantige  Ständer,  der  wulst- 
förmige  Nodus  und  teilweise  auch  der  Kuppabelag  zeigen  als  Dekor  architektonisches  Masswerk,  teils  vertieft. 


129 


L  .  :  | 

Fig.  29.   Paul  Nitsch:  Lavabokanne  von  1595  im  Breslauer  Domschatze 

teils  durchbrochen.  Am  Fusse  zwei  schräg  angelehnte  ovale  Medaillons  mit  den  Neisser  Bistumslilien  und 
dem  Wappen  des  Bischofs  Andreas  von  Jerin.    H.  20,8  cm.    Beschauz.  W  Typus  II,  Meisterz.  u.  ein  österr. 

17 


130 


Freistempel.  —  Diözesanmuseum,  Breslau.  Stammt  aus  der  Schlosskapelle  in  Johannisberg  |  Beschrieben  und 
abgebildet  in  Schlesiens  Vorzeit,  Neue  Folge,  Bd.  III  S.  89 — 92) 
g.  Tischglöckchen,  Silber,  graviert  mit  dem  Wappen  des  Bischofs  Johann  VII.  von  Sitsch  und  den  Bistums- 
lilien.   Um  1605.    Ohne  Beschauz.  u.  Meisterz.  —  Domkapitel,  Breslau  ( Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Neue  Folge, 
Bd.  III  S.  90;. 

Von  F.  Friedensburg,  Studien  zur  schlesischen  Medaillenkunde  (in  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  VII  S.  67),  werden 
dem  Paul  Nitsch  noch  folgende  fünf  Medaillen  zugeschrieben. 

h.  i.  Medaillen  mit  dem  Bildnisse  des  Bischofs  Andreas  von  Jerin,  zwei  Stück  zu  4  Dukaten,  Gold.  Eine  davon 
datiert  1596  (Vgl.  Friedensburg  u.  Seger,  Schlesiens  Münzen  und  Medaillen  der  neueren  Zeit  [Breslau  1901], 
S.  43  Nr.  2568  u.  2570,  abgeb.  Taf.  29,  zweite  Reihe  rechts), 
k.  1.  Medaillen  auf  den  Breslauer  Weihbischof  Adam  Weisskopf,  zwei  Stück.  Datiert  1590  i Vgl.  Schlesiens 
Vorzeit,  Bd.  VII  S.  297  f.  -  Friedensburg  u.  Seger,  I.e.,  S.  75  Nr.  4050  u.  4051,  abgeb.  Taf.  46,  zweite  Reihe 
rechts). 

m.  Medaille  auf  Johann  Queschwitz,  von  1586 — 1596  Abt  zu  St.  Vincenz  in  Breslau  (Vgl.  Friedensburg 
u.  Seger,  1.  c,  S.  73  Nr.  3966,  abgeb.  Taf.  46,  erste  Reihe  rechts). 

Nitsch,  Paul  (Nitschei,  Goldschmiedgeselle  und  Münzschreiber,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Fabian 
Nitsch,  heiratet  am  2.  Juli  1634  Martha,  die  Witwe  des  Gregor  Hoffman,  gewesenen  Verordneten  im  Streich- 
gaden (MM).    Kommt  1634  und  1635  in  den  Akten  des  Bresl.  Kgl.  Staatsarchivs  vor  (Schles.  Vorz.  VII.  67 1. 

Nitsch,  Tobias,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Breslauer  Goldschmieds  Paul  Nitsch  (?)  (Schles.  Vorz.  VII.  482). 

Nizarowitz,  Andreas  Adalbert  (Nizorowicz),  Goldschmied,  lernt  in  Warschau  bei  Antonio  Mietelsky  und  steht  nach 
Massgabe  der  dortigen  Mittelsprivilegien  die  Lehrzeit  aus,  wird  1736  losgesprochen.  Lässt  sich  am  1.  Oktober  1774 
von  den  Ältesten  der  Warschauer  Goldschmiede-Innung,  Wenceslaus  Karrer  und  Martinus  Paulowicz,  eine  Kopie 
seines  Lehrbriefes  ausstellen,  da  er  in  Breslau  Meister  werden  will.  Erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am 
19.  September  1775.    Ist  in  den  Breslauer  Meisterlisten  nirgends  genannt. 

Nodler,  Christoph,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Breslauer  Zuckermachers  Matthes  Nodler,  stirbt  auf  der  Wander- 
schaft in  Posen  am  2.  September  1605,  alt  19  Jahre  (Elis.  u.  MM». 

Nöldner,  Gottlieb  Benjamin,  siehe  Neidner. 

Noide,  Jacob,  Gold-  und  Silberarbeiter  in  Wien;  sein  Sohn  Heinrich  Paul  stirbt  in  Breslau  am  17.  März  1738,  alt 
28  Wochen. 

Nonhardt,  Anthonius,  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit  ( 19.  Februan  1518.   Ist  im  Catalogus  civium 

von  1525  nicht  mehr  genannt. 
Nonner,  Jeremias,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Kretschmers  Hans  Nonner  auf  dem  Neumarkte,  stirbt  am  11. 

(begr.  d.  13.)  Oktober  1676,  alt  24  Jahre  15  Wochen  2  Tage  lElis.  u.  MM,. 
Nordt,  Andreas  von  (Nohr;,  Goldschmied,  Sohn  des  Grossbinders  Michael  von  Nordt  in  Danzig,  wird  1698  in  Breslau 

Meister.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  3.  Dezember  1698.    Heiratet  am  13.  Januar  1699  Anna  Rosina,  die  Tochter 

des  Goldschmiedältesten  Gottfried  Heintze  (Elis.)-    Stirbt  oder  verzieht  von  Breslau  um  1710.     Nordt  zeichnet 

AVN  in  einem  Dreipasse,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  121. 

a.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  Rippung  und  abwechselnd  je  drei 
silberne  Felder  mit  geflügelten  Engelsköpfchen  und  mit  Akanthusranken.  Auf  dem  birnförmigen  Nodus  Akanthus- 
voluten.  Auf  der  Kuppa  von  einem  Strahlenkranze  umgeben  die  Inschrift  1ESUS  und  als  Gegenstück  dazu 
ein  Flammenoval  mit  hebräischer  Inschrift  in  Rankenwerk.  Auf  dem  Fussrande  in  Punktierung  die  Inschrift: 
„Zu  einen  Christ  mildesten  Andencken  Verehret  diesen  Kelch  der  Kirchen  zu  St.  Bernhardien  in  der  Neustadt 
Johann  Gottlieb  Neumann  Bürger  und  Handelsmann  in  Bresslau  ^  A"  1705."  H.  25,5  cm.  Johanneskopf 
Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  5iv-  —  Bernhardinkirche,  Breslau. 

b.  Münzbecher,  Silber,  konisch.  H.  24,5  cm.  Johanneskopf  u.  Meisterz.  —  Winterpalais,  St.  Petersburg  (nach 
Rosenberg  Nr.  470 a). 

c.  Nussbecher  in  Silberfassung.  H.  23  cm.  Johanneskopf  u.  Meisterz.  —  Eremitage,  St.  Petersburg  (nach 
Rosenberg  Nr.  470  bj. 

d.  Nussbecher  wie  Nr.  c  (nach  Rosenberg  Nr.  470c;. 

e.  Kanne,  Silber  mit  Vergoldung.   Johanneskopf  u.  Meisterz.       1883  bei  J.  &  S.  Goldschmidt,  Frankfurt  a.  M. 

(nach  Rosenberg  Nr.  470d). 

f.  Pokal,  Silber  mit  Vergoldung.  H.  19,8  cm.  Johanneskopf  u.  Meisterz.  1883  bei  J.  &  S.  Goldschmidt, 
Frankfurt  a.  M.  (nach  Rosenberg  Nr.  470?). 

Nübling,  Johann  Caspar,  siehe  Niebling. 


131 


Nüsche  [Nusch),  Paul,  siehe  Nitsch. 

Nymandis,  Georgius  de,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Sonnabend  nach  Kiliani  9.  Juli  i  1373;  Bürge  ist  Henkinus  aurifaber. 

Nysser,  Bartholomaeus  iNeyssen,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Dienstag  nach  Reminiscere  (10.  März)  1422. 

Nysser,  Hannos  (Nyser,  Nyszer,  Nysszer,  Niser,  Neysser,  Neisser),  aurifaber,  Bruder  des  Goldschmieds  Nicolaus 
Nysser  d.  ä.,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Mittwoch  nach  Vincula  Petri  (4.  August)  1372;  Bürge  ist  Niclos  Har- 
tusch. Wohnt  auf  der  Altbiissergasse  bei  den  Schulen.  Verreicht  1373  seiner  Frau  Margareta  allen  seinen  Besitz 
für  den  Fall  seines  Todes  (Schöppenb.  III.  259b).  Ist  im  Bürgerbuch  zwischen  1376 — 1409  häufig  als  Bürge 
genannt.  Erscheint  1386,  1391,  1396,  1400,  1402,  1404,  1406  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als 
Zunftsenior.  Verreicht  1400  dem  Mathis  Schultis  sein  Erbe  in  der  Hundegasse,  behält  sich  jedoch  den  Garten, 
die  Scheune  und  eine  freie  Durchfahrt  (Schöppenb.  IX.  12ab).  Erwirbt  in  demselben  Jahre  von  seinem  Bruder 
Nicolaus  die  Hälfte  des  Erbes  am  Brodmarkte  an  der  Ecke  gegenüber  Procop  Plathener  (Schöppenb.  IX.  37b). 
Stiftet  1401  eine  Mark  jährl.  Zins  zu  Händen  des  Altares  in  der  Goldschmiedekapelle  auf  sein  Erbe  bei  Matis 
Waldau  t Schöppenb.  IX.  67b  68b>.  Hat  1401  für  Stephan  v.  Alsnaw  wegen  Feuerausbruchs  Bürgschaft  zu  leisten 
(Signaturb.  XIII).  Erscheint  1404  und  1405  bei  Zinsverreichungen  (Schöppenb.  IX.  260,  X.  6,  57b).  Zahlt  1403/4  an 
Steuern:  de  hereditate  1  scot,  de  opere  Vi  fertonem,  de  re  1  scot  (Steuerb.  fol.  20b).    Stirbt  um  1410. 

Nysser,  Nicolaus  [Claus,  Nicze]  (Nyser,  Neysser,  Neissen,  d.  ä.,  aurifaber,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  Tage  Marcelli 
(Mittwoch  den  16.  Januan  1376  (Bürge  ist  sein  Bruder  Hannos  Nysser i.  Auf  ihn  oder  vielleicht  auch  auf  Nicolaus 
Nysser  d.  j.  beziehen  sich  nachstehende  Eintragungen  in  den  Schöppenbüchern.  Niclaus  Nysser  erscheint  1400 
mehrmals  als  Besitzer  eines  Grundstückes  unter  den  Huterlauben  (Schöppenb.  IX.  2b,  10b,  13t.  Erwirbt  und  ver- 
kauft 1400  ein  Grundstück  auf  der  Schmiedebriicke  an  der  Ecke  gegenüber  Johann  Richils  Erbe  (Schöppenb.  IX. 
26,  33b,  82b).  Kauft  1400  das  Erbe  des  Jocob  Schirmecher  auf  der  St.  Niclosgasse  (Schöppenb.  IX.  42b).  Verkauft 
1401  ein  Grundstück  (Schöppenb.  IX.  118b,  120).  Verkauft  1402  dem  Peter  Bergman  und  dessen  Kindern  sein 
Erbe  auf  der  Reuschen  Gasse  bei  Schoneweber  zunächst  (Schöppenb.  IX.  141»). 

Nysser,  Nicolaus  [Claus,  Nicze]  (Nyser,  Neysser),  d.  j.,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Sonnabend  vor  Misericordia  domini 
(16.  April)  1390.  Ein  Nicolaus  Nysser  leistet  1392  und  1407  Bürgschaft  (Signaturb.  V.  74b,  XVI).  Siehe  Nicolaus 
Nysser  d.  ä. 

Obermann,  Melchior  Ferdinand,  Goldarbeiter,  verfertigt  bei  Johann  David  Kriebel  als  Meisterstück  einen  Placker  und 
Ring,  wird  Meister  am  18.  März  1750.    Stirbt  am  5.  (begr.  d.  8.)  Oktober  1784,  alt70Jahre  15  Tage  (MM). 

Oeberdorffer,  Hans,  Goldschmiedgeselle,  heiratet  im  Mai  1550  Hester,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Frantz 
Bottner  (MM). 

Oehlert,  Johann  Carl,  Goldschmied  aus  Danzig,  wird  1726  am  Dom  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 
Ohle,  George,  Goldschmiedgeselle  und  Musketier  unter  der  Roten  Fahne,   stirbt  an   der  Pest  am  30.  Novem- 
ber 1633. 

Ohle,  Johann  (Hans  Ohl),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  getauft  am  23.  Januar  1629,  Sohn  des  Malers  Hans  Ohle  d.  j., 
wird  1662  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  27.  August  1662  Magdalena,  die  Tochter  des  f  Kretschmers  Caspar 
Müller  fElis.).  Wohnt  auf  der  äussersten  Ohlauischen  Gasse.  Seine  Frau  verkauft  mit  ihren  Geschwistern  am 
5.  Januar  1665  dem  Kretschmer  George  Priller  ihr  Kretschmerhaus  auf  der  inneren  Reuschegasse  an  der  Ecke 
der  Büttnergasse  für  2500  Rtlr.  Schles.  Ohle  erscheint  1671  u.  1681  als  Taufzeuge  am  Dom,  am  21.  VIII.  1675 
bei  St.  Matthias,  als  Trauzeuge  bei  St.  Matthias  am  18.  X.  1676,  24.  VI.  1686,  17.  X.  1690.  Stirbt  am  22.  (begr.  d. 
24.)  August  1698  (Matth.).    Zeichnet  J  O  in  zwei  Typen,  vgl.  Taf.  III  Nr.  91  u.  92. 

a.  Widmungsschildchen  an  einem  zinnernen  Willkomm  der  Breslauer  Korbmachergesellen,  Silber,  ein  Paar, 
achteckig,  ein  Engel  hält  einen  Blattkranz  mit  Emblemen  der  Korbmacher-Innung  in  getriebener  Arbeit. 
Datiert  1679.    Meisterz.  Typus  I.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

b.  Vortragekreuz,  Silber,  mit  dem  Liesch'schen  Wappen.  H.  85  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz. 
Typus  I  u.  Kriegssteuerst.      ' ■       Kreuzkirche,  Breslau. 

c.  Ampel,  Silber,  mit  grossen  Barockblumen  in  durchbrochener  Arbeit  und  vier  aufgelegten  Heiligenfiguren. 
Nach  unten  läuft  die  Ampel  in  eine  Hand  aus.  Als  oberer  Kettenhalter  ein  Kronreif,  graviert  mit  Inschrift 
und  Jahreszahl  1689.  H.  48,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  Kath.  Pfarrkirche  St.  Mariae 
Himmelfahrt,  Himmelwitz  Kr.  Gross-Strehlitz  OS. 

d.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  Barockblumen  und  in  plastischer 
Auflage  das  Haupt  Johannes  des  Täufers  auf  der  Schüssel.  Der  silberne  Kuppabelag  mit  Barockblumen 
in  durchbrochener  Arbeit  und  einem  aufgelegten  vergoldeten  Medaillon  mit  der  hl.  Hedwig.  Unter  dem 
Fusse  in  Gravierung  Widmungsinschrift  und  Jahreszahl  1692.  H.  21,7  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u. 
Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  in  Hermannsdorf,  Landkr.  Breslau. 

17* 


132 


e.  Ciborium,  Silber  vergoldet,  mit  farbigen  Steinen,  auf  dem  sechspassig  gebogten,  runden  Fusse  sechs  ovale 
silberne  Medaillons  mit  Heiligen.  Die  Kuppa  ist  fast  bis  zum  oberen  Rande  von  einem  silbernen  Belag  um- 
hüllt, auf  dem  zwischen  Blattrankcnwerk  drei  silberne  Medaillons  mit  Heiligen  sowie  ein  rundes  Perlmutter- 
täfelchen  mit  der  Krönung  Mariae  (letzteres  von  1330)  sitzen.  Deckel  in  Form  einer  Krone  mit  getriebenem 
Akanthuswerk,  darauf  ein  Herz  mit  ifts  in  einem  Strahlenkranze  von  zwei  Engeln  verehrt.  Auf  dem  Fusse 
die  Inschrift:  „Constantia  Ducissa  Cuiaviensis  Abbatissa  Trebnicensis  fieri  me  fecit  Anno  1330.  Me  auxit  et 
multo  plus  adornavit  Christina  Cath:  Pawloioska  de  Wrbna  Abb:  Trebn:  A:  1693."  H.  48,5  cm.  Beschauz.  W 
Typus  VI  u.  Meisterz.   Typus  II.       Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 

f.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  und  dem  birnförmigen  Nodus 
barockes  Blumenwerk  in  getriebener,  am  silbernen  Kuppabelag  in  durchbrochener  Arbeit.  H.  25,6  cm. 
Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  Typus  II  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  Kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei, 
Trebnitz. 

Okrusch,  Johann  (Ockrusch),  Goldschmied,  Sohn  des  Erbsassen  George  Okrusch  in  Baumgarten  bei  Ohlau,  getauft 
d.  17.  IV.  1687  (Tfb.  evang.  Kirche  Ohlau),  arbeitet  in  Breslau  bei  Johann  Peter  Ziegler  als  Meisterstück  ein 
Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  15.  Januar  und  Bürgeram  19.  Januar  1714.  Heiratet  am 
30.  Januar  1714  Rosina  Elisabeth,  die  Tochter  des  Goldschmiedältesten  Gottfried  Heyner  (MM).  Stirbt  am 
10.  (15.)  Mai  1721  (MM).  Seine  Witwe  Rosina  Elisabeth  heiratet  am  7.  September  1728  den  Stück-  und  Glocken- 
giesser  Gottfried  Schnellrad  (MM).    Okrusch  zeichnet  o?  ö  c7f  ligiert  in  einem  gezackten  Blatte,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  133. 

a.  Taufschüssel,  Silber,  rund,  graviert  mit  Stifterwappen  und  biblischer  Inschrift.  Gestiftet  von  Rosina 
Riemerin,  geb.  Krause,  am  17.  März  1715.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  B  negativ,  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst. 5nf.       Maria  Magdalenenkirche,  Breslau. 

b.  Tablett,  Silber,  rund,  auf  Fuss.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  B  negativ  u.  Meisterz.  —  Hofantiquar  Max 
Altmann,  Breslau. 

Okrusch,  Johann  Gottlieb  lOckrusch,  Okrosch,  Ockruss>,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds 
Johann  Okrusch,  arbeitet  bei  Stephan  Christian  Luttroth  als  Meisterstück  ein  silbernes  Giessbecken  nebst  Kanne, 
wird  Meister  am  23.  September  und  Bürger  am  30.  September  1748.  Heiratet  am  5.  November  1748  Justina 
Eleonora,  die  Tochter  des  f  Reichkrämers  Gottfried  Vogt  (Elis.).  Macht  1772  der  Regierung  Vorschläge  über 
die  Einrichtung  eines  Probir-  und  Taxiramtes  und  verbindet  damit  Denunziationen  gegen  das  Mittel  der  Gold- 
schmiede und  der  Zinngiesser;  diese  Verdächtigungen  haben  ausführliche  Untersuchungen  zur  Folge  (Bresl.Kgl. 
Staatsarchiv,  R.  14,  PA.  VIII.  245ei.  Okrusch  kommt  dadurch  zu  den  übrigen  Innungsmeistern  in  ein  missliches 
Verhältnis  und  fühlt  sich  veranlasst,  sein  Handwerk  aufzugeben.  Er  wird  fürstlich  Hatzfeldtscher  Agent  und  ist 
in  der  Meisterliste  von  1777  das  letzte  Mal  erwähnt.  Sein  Sohn  Johann  Gottlieb  (getauft  am  12.  Oktober  1751; 
MM),  Zeichenmeister  bei  dem  anatomischen  Collegium  und  Adjunkt  bei  der  Friedrich-Schule,  heiratet  am 
8.  September  1779  Johanna  Eleonora,  die  Tochter  des  f  Venditors  Gottfried  Lehmann  (MM).  Als  Witwer 
heiratet  der  Sohn  Johann  Gottlieb  am  5.  Oktober  1791  Johanna  Juliana,  die  einzige  Tochter  des  Tuchfabrikanten 
Benjamin  Schmidt  iMM).  Aus  dieser  Ehe  stammt  Charlotte  Emilie  Okrusch  (getauft  am  22.  November  1794;  Elis.), 
die  am  15.  September  1813  den  Schulinstitutsdirektor  Carl  (=  Christian)  Erdmann  Mentzel  (geb.  d.  24.  VIII.  1787), 
den  Sohn  des  Erb-  und  Wassermüllers  Johann  Heinrich  Mentzel  in  Städtel  bei  Namslau,  heiratet.  Dieser  Ehe 
entstammt  der  Maler  Adolf  von  Menzel  (geb.  am  8.,  getauft  am  26.  Dezember  1815;  MM). 

Ordelin,  David  Friedrich  (Ordolin),  Silberarbeiter,  geb.  in  Malchow  bei  Berlin,  wird  1769  in  Berlin  Bürger  und  Meister 
(Sarre,  Die  Berliner  Goldschmiedezunft  [Berlin  1895]  S.  67,  106,  125).  Siedelt  1786  nach  Breslau  über,  meldet  sich 
am  20.  Juni  1786  bei  dem  hiesigen  Mittel  als  Stückmeister,  und  wird,  da  er  in  Berlin  bereits  Meister  gewesen  ist, 
ohne  nochmalige  Arbeitung  eines  Meisterstückes  am  14.  September  rezipiert.  Erwirbt  am  10.  August  1786  das 
Breslauer  Bürgerrecht.  Stürzt  sich  aus  Verzweiflung  über  seine  zänkische  Frau  am  21.  Juli  aus  dem  Fenster  und 
stirbt  an  den  Folgen  des  Sturzes  am  22.  (begr.  d.  24.)  Juli  1789,  alt  48  Jahre  (Elis.).  Ordelin  zeichnet  D  FO  in 
ovalem  Felde. 

a.  Suppenkelle,  Silber,  der  Stiel  abgebildet  bei  Sarre,  1.  c,  S.  125  Fig.  5.  Berliner  Beschauz.  u.  Meisterz.  — 
SIg.  Dr.  G.  Reichenheini,  Berlin. 
Orth,  Jeronimus  iHieronimus  Ortt,  Ohrt),  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  1553  Dorothea,  die  Tochter  des 
Jeronimus  Kirsten  (Elis.).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  9.  Februar  1554,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Er- 
scheint 1562  in  Brieg,  heiratet  1563  zum  zweiten  Male  (Brieger  Urgichtbuch  fol.  127 a;  Rechnungsbuch 
fol.  8a).  Arbeitet  Ende  des  Jahres  1563  für  die  Herzogin  von  Brieg  eine  Kette,  „an  welcher  an  einem  jdern 
glide  perlen  gewesen."  Der  Geselle  des  Orth,  ein  Wahle,  veruntreut  in  Abwesenheit  des  Meisters  einige  Perlen  ; 
1564  finden  deswegen  Verhandlungen  statt  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  F.  Brieg  III.  18  E,  fol.  168,  169.  Schles. 


133 


Vorz.  VII.  288 f.  i.  Orth  er- 
hält   1569   Zahlung  für 

einen  Becher  „damit fürstl. 

Gnaden  Herzog  Joachim 

verehrt,"  desgleichen  für 

einen  vergoldeten  Becher, 

ein  Geschenk  an  Herzog 

Johann  Georg  von  Brieg 

(Brieger  Rechnungsb.  v. 

1563,  fol.  220K      Anz.  f. 

Kunde  d.  deutsch.  Vorz. 

1878,  Sp.  391).  Orth  stirbt 

in   Breslau    im  Frühjahr 

1584  oder  15S5.  Zeichnet 

IO  ligiert  in  rundem  Felde, 

vgl.  Taf.  III  Nr.  53. 
a.  Rauchfass,  Silber,  ab- 
gebildet Fig.  30.  Darauf 

die  Inschrift:    ECCE  * 

CHRISTE  *  CVLTOR  * 

HOS  *  OFFERT  *  TIBI 

*  THVREOS    *  ODO- 

RES    *  FRANCISCVS 

TWS  »  und  das  Wappen 

des  Augustiner  Chorher- 
renstifts nebst  den  Initia- 
len F.  A.S.  und  derjahres- 

zahl  1561.  H.  31  cm.  ße- 

schauz.  W    Typus  II  u. 

Meisterz.       Kath.  Pfarr- 
kirche St.  Mariae,  Sagan. 
Ossig,  Esaias,  Goldschmied 

ausserhalb  der  Innung,  er 

und  seine  Frau  Susanna, 

geb.  Gerhardt,  lassen  1668 

(Esaias),  1672,  1676  bei 

St.  Adalbert  taufen.  Ossig 

arbeitet  1672  im  St.  Katha- 
rinenstifte (Schles.  Vorz. 

VII.  488). 
Ostertag,  Abraham, Gold-und 

Silberarbeiter,  begräbt  am 

11.  Juli  1751  seine  Frau  auf  dem   Kirchhofe  St.  Agnetis  (Matth.). 
Oswald,  Gottfried,  Goldschmiedgeselle  von  Bautzen,  stirbt  in  Breslau  am  26.  (begr.  d.  28.)  August  1749,  alt  ungefähr 
20  Jahre  (MM). 

Oswald,  Niclaus  (Oswalt),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Dienstag  vor  Corpus  Christi  (8.  Juni)  1406;  Bürge  ist  Niclos 
Buckinschuch.  Erscheint  1414,  1416,  1418,  [1419],  1420,  1422,  1428,  1431,  1434,  1437  in  den  Geschworenenlisten 
der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.    Stirbt  um  1439. 

Othmuchaw,  Niclos,  d.  ä.,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Dienstag  vor  Petri  ad  cathedram  (16.  Februar)  1384;  Bürge  ist 
Hannos  Nysser. 

Othmuchaw,  Niclos,  d.  j.,  wird  Bürger  am  Sonnabend  vor  Invocavit  (22.  Februar)  1393;  Bürge  ist  Hannos  Nysser. 
Wohnt  in  Circulo.  Zahlt  1403/4  an  Steuern:  de  opere  */2  fertonem  (Steuerb.  fol.  10b).  Erscheint  1397  und  1410 
in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.  Hat  1404  eine  Bürgschaft  zu  leisten  (Signatur- 
buch XV). 


Fig.  30.  Jeronimus  Orth:  Weihrauchfass  von  1561  in  der  kath.  Pfarrkirche  in  Sagan 


134 


Otte,  George,  Goldschmied;  sein  hinterlassener  Sohn  stirbt  12  Jahre  alt  im  September  1604  im  Kinderhospital  zum 
heil.  Grabe. 

Oltong,  Friedrich  [Jean  Baptiste?],  siehe  Hotton. 

P  . .,  H  .  . ;  das  auf  Tafel  III  Nr.  85  abgebildete  Meisterzeichen  HP  in  ovalem  Felde,  das  sich  unerklärlicher  Weise 
bis  jetzt  noch  nicht  hat  deuten  lassen,  findet  sich  auf  der  schlichten  Silberfassung  eines  zylindrischen  Hedwigs- 
glases in  der  kath.  Pfarrkirche  St.  Bartholomaei  in  Trebnitz  mit  der  Inschrift  „VITRVM  BEATE  HEDWIGIS 
ANNO  DOMINI  1653  ARGENTO    OBDVCTVM"  nebst  dem  Breslauer  Beschauzeichen  W  Typus  V. 

Packepusch,  Paul,  Goldschmiedgeselle,  heiratet  1564  Rosina,  die  Tochter  des  f  Goldschmieds  Peter  vom  Baum- 
gart (Elis.). 

Pätzold  [Päzöldt],  siehe  Petzold. 

Pansa,  Johann  Jacob,  Gold-  und  Silberarbeitergeselle,  Sohn  des  Schulkollegen  Johann  Christian  Pansa  in  Magde- 
burg, heiratet  in  Breslau  am  1.  September  1761  Anna  Rosina,  geb.  Riedel,  die  Witwe  des  Torschreibers  Johann 
Christoph  Breich;  Trauzeuge  ist  der  Silberarbeiter  Johann  Gottlieb  Okrusch  (MM). 

Pappritz,  Friedrich,  Goldarbeiter,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  1.  November  1822,  alt  46  Jahre.  Wird  nicht 
Innungsmitglied. 

Parthol,  Johann  Friedrich  August,  siehe  Barthol. 

Paschke,  Friedrich  Wilhelm,  Goldarbeiter,  geb.  in  Mittel-Langenöls  bei  Lauban,  Sohn  des  Arendators  Carl  Wilhelm 

Paschke,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  19  Januar  1836,  alt  24  Jahre.    Tritt  am  26.  Oktober  1839  in  die 

Innung  ein.    Ist  in  der  Meisterliste  von  1842  nicht  mehr  erwähnt. 
Pauer,  Ernst  Daniel,  Gold-  und  Galanteriewarenarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Partkrämers  Ernst  Christian 

Pauer,  heiratet  am  11.  April  1747  Anna  Sophia,  die  Tochter  des  Peruquiers  Bernhard  Nehrkorn  (Elis.).  Seine  Frau 

t  16.  (begr.  d.  18.)  XI.  1754  (Elis.). 
Pauil  Goltsmed,  siehe  Pawil  Stille f oyt. 

Paule,  Hans,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Partieres  Hans  Paule,  ertrinkt  am  15.  Juni  1629,  alt  24  Jahre. 
Pechthold,  Carl  Wilhelm,  Goldarbeiter,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  18.  Dezember  1812.     Wird  nicht 
Innungsmitglied. 

Pecze  Goldsmed  wird  1345  erwähnt,  als  Katharina  Pecze  Goltsmidinne  und  Pawil  ihr  Sohn  das  Erbe  auf  der  St. 
Albrechtsgasse  bei  der  roten  Mauer  dem  Maurermeister  Nickil  verkaufen  (Schöppenb.  I.  1 b).  Katharina,  Gotkin 
Goltsmedis  Schwester  Tochter  verkauft  1349  Annen,  Peezin  Goltsmedis  Tochter  zu  Händen  Heinken  ihres  Mannes 
4%  Scot  jährl.  Zins,  die  sie  hat  auf  dem  Erbe,  das  Fricze  Becherer  bewohnt  (Schöppenb.  I.  115h).  Peczes 
Töchter  Elze,  Katharina  und  Agnit,  Nonnen  im  St.  Katharinenkloster  in  Breslau,  werden  1362  erwähnt;  siehe 
Lütke  Goltsmed. 

Peisker,  Augustin  [Gottlieb]  (Peissker,  Peitzger,  Beisker,  Beisgen,  Silberarbeiter,  Sohn  des  Schneiders  Johann  Caspar 
Peisker  in  Goldberg,  wird  in  Breslau  Meister  am  29.  Oktober  und  Bürger  am  31.  Oktober  1732.  Heiratet  am 
18.  November  1732  Anna  Rosina,  die  Tochter  des  f  Destillateurs  Augustin  Bräuer  (Elis.).  Wohnt  im  Bürger- 
werder. Seine  Frau  Anna  Rosina  t  23.  (begr.  d.  25. i  VI.  1742  (Elis.).  Peisker  heiratet  am  14.  Januar  1744  Anna 
Eleonora,  die  Tochter  des  f  Zirkelschmieds  und  Schlosserältesten  Burghardt  Mindner  [Mündner];  Trauzeuge  ist 
der  Goldarbeiter  Johann  David  Kriebel  MMi.  Seine  Frau  f  H.  (begr.  d.  13. i  VII.  1757  (Elis.).  Er  selbst  stirbt 
am  2.  (3.)  Januar  1758,  alt  57  Jahre  <MMi.  Seine  Tochter  Rosina  Dorothea  heiratet  am  18.  November  1760  den 
Silberpolierer  Johann  Heinrich  Müller  (Elis.).  Peisker  zeichnet  AP  ligiert,  vgl.  Taf.  V  Nr.  149. 
a.  Tischleuchter,  Silber,  ein  Paar,  mit  profiliertem  Kleeblattfusse.  H.  19,3  cm.  Johanneskopf  Typus  XII  u. 
Meisterz.      Schlesisches  Museuni  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

Peltz,  Johann  Christian,  Galanterie-  und  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Tafeldeckers  Johann  Peltz,  heiratet 
am  12.  Januar  1750  Anna  Rosina,  die  Tochter  des  f  Schlossers  Samuel  Kreideweiss  (Elis.).  Stirbt  am  20. 
(21.)  August  1767,  alt  50  Jahre  8  Monate  8  Tage  iMMi. 

Penzinger,  Christoph,  Goldschmiedgeselle  aus  München,  stirbt  in  Breslau  am  28.  Juni  1584  MM). 

Persohn,  Friedrich,  Hofgoldschmied  bei  dem  Grafen  Schaffgotsch,  geb.  in  Goldberg,  lernt  in  Breslau  bei  Daniel  Petzold 
d.  ä.,  wird  Geselle  im  September  1618.    Stirbt  auf  der  Messergasse  am  31.  Juli  1676,  alt  ungefähr  88  Jahre. 

Pesschel,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Montag  nach  Jeronymi  pb.  cf.  (1.  Oktober)  1403;  Bürge  ist  Niclos  Crommendorff. 

Peter,  Friedrich  Benjamin  (Petten,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schneidermeisters  Ernst  Friedrich  Peter, 
lernt  bei  Samuel  Christoph  Thun  von  1770  -1776.  Meldet  sich  am  7.  Juni  1787  als  Stückmeister,  arbeitet  bei 
Gottlob  Benjamin  Werner  ein  Paar  mundierte  Brillant-Ohrgehänge,  wird  Meister  am  5.  Oktober  1787  und  um 
dieselbe  Zeit  Bürger.  Heiratet  40  Jahre  alt  am  14.  Juli  1807  Johanna  Eleonora  Thielitz,  geb.  Pfaller  (MMi.  Lebt 
später  in  dürftigen  Verhältnissen,  erhält  seit  1820  von  der  Innung  Unterstützungen.    Stirbt  1827. 


135 


Petrus  aurifaber,  wird  erwähnt  1337  in  den  Literis  filiarnni  Petri  anrifabri  <  Antiquariiis  I.  fol.  17.      Codex  diplomaticus 

Silesiae,  Bd.  XI  S.  103). 
Petrus  Goltsmid,  siehe  Peter  von  Glacz. 

Petsch,  Andreas  Gottfried  (Petzsch,  Poetschi,  Silberarbeiter,  verfertigt  bei  Samuel  Christoph  Thun  als  Meisterstück 
eine  silberne  Kaffeekanne  nebst  Sahngiesser,  wird  Meister  am  6.  (7.  i  Oktober  und  Bürger  am  23.  Oktober  1800. 
Stirbt  am  9.  Januar  1860. 

Petzold,  Adam  Gottfried  iPaetzold),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Friedrich  Gottlob  Krebs  vom 
23.  September  1750  bis  16.  Juni  1756.  Meldet  sich  am  27.  September  1765  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  seinem 
ehemaligen  Lehrherrn  einen  Plack  mit  Rauten,  wird  Meister  am  23.  Januar  1766.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am 
S.Dezember  1767.  Stirbt  im  Allerheiligenhospital  in  geistiger  Umnachtung  am  28.(29.,  begr.  d.  31.  i  März  1779, 
alt  43  Jahre  (Elis.). 

Petzold,  Andreas  (Petzelt  i,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Andreas  Petzold,  gewesenen  Pfarrers  zu  Rothsürben,  heiratet 

in  Breslau  am  3.  Oktober  1634  Dorothea,  die  Tochter  des  Braumeisters  Martin  Behr  (  Elis.). 
Petzold,  Carl,  Goldarbeiter,  ist  am  17.  November  1789  Trauzeuge  bei  St.  Vincenz. 

Petzold,  Daniel  i  Pezeldt,  Petzeltt),  d.  ä.,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Bäckers  David  Petzold,  Bruder  der 
Goldschmiede  Jonas  und  Zacharias  Petzold,  wird  1610  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  31.  August  1610  Katharina, 
die  Tochter  des  Goldschmieds  Augustin  Heyne  d.  m.  (MM).  Wohnt  auf  der  Kupferschmiedegasse,  dann  auf 
der  Bäckergasse.  Seine  Frau  Katharina  f  13.  (begr.  d.  17. i  III.  1630  El  is.  u.  MM  i.  Er  selbst  stirbt  am  27.  (begr. 
d.  29.)  Januar  1633,  alt  54  Jahre  (Elis.  u.  MM). 

Petzold,  Daniel  (Pezelt,  Petzhold),  d.  j.,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Leinwandreissers  Daniel  Petzold, 
arbeitet  bei  Gottfried  Heyner  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  24.  April  und 
Bürger  am  25.  Oktober  1713.  Heiratet  am  28.  November  1713  Rosina,  die  Tochter  des  Wachsschlägers  Johann 
George  Lehman  iMMi.  Seine  Tochter  Christina  Magdalena  heiratet  am  11.  Februar  1744  den  Goldarbeiter  Jacob 
Andreas  Rottwitt  Elis.).  Petzold  stirbt  am  1.  (begr.  d.  3. i  Oktober  1752,  alt  72  Jahre  (Elis.i.  Seine  Witwe  Rosina 
t  4.  (begr.  d.  7.,  III.  1768  (MM). 

Petzold,  Heinrich  Wilhelm,  Juwelier,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  20.  September  1816.  Wird  am  17.  November  1824 
im  Bürgerbuche  gestrichen. 

Petzold,  Johann  [Hans]  i  Pezold,  Petzeidt,  Pätzold),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Weinbrennerältesten  Daniel 
Petzold,  wird  1682  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  6.  Oktober  1682  Anna  Maria,  die  Tochter  des  f  Johann 
Rieger  (MM).  Am  22.  Oktober  1683  tuen  die  Breslauer  Schoppen  kund,  dass  Maria  Wiesner,  die  Witwe  des 
Weinbrenners  Daniel  Petzold,  ihrem  Sohne,  dem  Bürger  und  Goldschmied  Johann  Petzold,  ihr  Haus  auf  der 
Schmiedebrücke  für  1800  Rtlr.  Schles.  aufgereicht  habe  (Bresl.  Stadtarchiv,  A3.  F.  Breslau  Nr.  288).  Petzold  ist  im 
Juli  1706  Trauzeuge  bei  St.  Adalbert.  Seine  Tochter  Maria  Magdalena  heiratet  am  11.  September  1708  den  Gold- 
schmied Christian  Schlencker  (Elis.).  Seine  Tochter  Anna  Rosina  heiratet  am  20.  Oktober  1716  den  Goldarbeiter 
Heinrich  August  Joel  Elis.).  Petzold  stirbt  am  28.  (begr.  d.  30.)  Mai  1717  (Elis.).  Seine  Tochter  Susanna  heiratet 
am  27.  November  1719  den  Schneider  Johann  Caspar  Hoffman  (Elis.i.  Seine  Witwe  Anna  Maria  f  1.  XI. 
1722  (Elis.i. 

Petzold,  Johann  Christian,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Daniel  Petzold,  Gefreiten  unter  der  Grünen  Kompagnie, 
stirbt  am  19.  April  1735,  alt  24  Jahre. 

Petzold,  Johann  Christian  (Päzoldi,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Ratsausreuters  Adam  Petzold,  lernt  bei 
Johann  Daniel  Albert  vom  4.  März  1749  bis  23.  Februar  1755.  Meldet  sich  am  22.  September  1762  als  Stückmeister, 
arbeitet  bei  Johann  Gottlieb  Schmidt  einen  mit  Rauten  besetzten  Plack,  wird  Bürger  am  3.  Mai  und  Meister  am 
30.  November  1763.  Heiratet  am  8.  April  1766  Johanna  Eleonora,  die  Witwe  des  Goldarbeiters  Johann  Ernst 
Roemer;  Trauzeuge  ist  der  Goldarbeiter  Adam  Gottfried  Petzold  (MMi.  Heiratet  als  Witwer  am  6.  September  1791 
Johanna  Christiana  Ebert,  geb.  Gasche  (MM).    Stirbt  am  24.  Juli  1794,  alt  61  Jahre. 

Petzold,  Johann  Daniel  (Päzoldti,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Daniel  Petzold  d.  j.,  arbeitet 
bei  Johann  David  Kriebel  als  Meisterstück  einen  Uhrhaken  nebst  Ring,  wird  Meister  am  15.  Juni  und  Bürger  am 
27.  Juni  1746.    Stirbt  1769. 

Petzold,  Jonas  l  Pezoldt,  Pezeldi,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Bäckers  David  Petzold,  Bruder  der  Gold- 
schmiede Daniel  (d.  ä.)  und  Zacharias  Petzold,  lernt  bei  Caspar  Pfister.  Heiratet  am  28.  November  1622  Martha, 
die  Tochter  des  Goldschmieds  Caspar  Pfister  (MM).  Wird  1623  Bürger  und  Meister.  Wohnt  am  Ringe  unter 
den  Riemern.  Stirbt  an  der  Pest  am  1.  (begr.  d.  4. '  November  1633  bei  Caspar  Pfister  auf  der  Albrechtsgasse, 
alt  42  Jahre  (Elis.i.  Seine  Witwe  Martha  setzt  die  Werkstatt  fort  (Urk.  21  u.  22V,  sie  stirbt  am  11.  (15.)  Dezember 
1666  (Elis.  u.  MM). 


136 


Petzold,  Zacharias  (Pezoldt,  Pezelt),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Bäckers  David  Petzold,  Bruder  der 
Goldschmiede  Daniel  (d.  ä.)  und  Jonas  Petzold,  wird  1615  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  17.  Februar  1615 
Eva,  die  Tochter  des  f  Adam  Brimmer  (Elis.).  Wohnt  am  Ringe  im  Clernenshofe.  Stirbt  am  Schlage  den  2.  (begr.  d.  4.) 
Januar  1628,  alt  44  Jahre  (Elis.  u.  MM).    Seine  Witwe  Eva  |  3.  (begr.  d.  5.)  V.  1652  (MM). 

Peuckert,  Johann  Carl  Benjamin  (Peukert,  Peucker),  Goldarbeiter,  geb.  1766  in  Breslau,  Sohn  des  Viehhändlers 
Gottfried  Peuckert,  lernt  bei  seinem  Vetter  Gottfried  Benjamin  Weigelt  vom  Qu.  Trinitatis  1781—1787.  Arbeitet 
bei  demselben  als  Meisterstück  einen  goldenen  Patzel  mit  Granaten,  wird  Meister  am  4.  (6.)  November  1794. 
Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  31.  Oktober  1796.  Heiratet  36  Jahre  alt  am  11.  November  1802  Johanna  Friederike 
Katharina,  die  Tochter  des  Nähnadelfabrikanten  Sebastian  Wiesner  (MM).  Seine  Frau  f  10.  (begr.  d.  12. i  VIII.  1807 
(Elis.).  Peuckert  heiratet  am  8.  Februar  1809  Johanna  Christiana,  die  Tochter  des  Tuchmacherältesten  George 
Gottlieb  Jungfer  (Elis.).    Ist  1830  Stadtverordneter.    Stirbt  am  7.  Februar  1840. 

Pfarrmann,  Carl  Elias  (Farrmann,  Fahrmann),  Silberarbeiter,  geb.  in  Cosel  OS.,  Sohn  des  Revisors  Andreas  Pfarrmann, 
lernt  in  Breslau  bei  Benjamin  Gottlieb  Sander  vom  Qu.  Trinitatis  1775—1781.    Meldet  sich  am  5.  März  1790  als 
Stückmeister,  arbeitet  bei  Ferdinand  Christian  Beyl  ein  silbernes  Mundbecken  nebst  Wasserbecher,  wird  Meister 
am  24.  Juni  1790.    Heiratet  30  Jahre  alt  am  8.  November  1790  Susanna  Christiana,  die  Tochter  des  f  Rats- 
ausreiters Johann  George  Langer  (Elis.).    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  24.  Februar  1791.    Ist  in  der  Meisterliste 
von  1806  das  letzte  Mal  erwähnt.    Pfarrmann  zeichnet  CEP  in  einem  herzförmigen  Schilde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  174. 
a.  Sargschilde  der  Breslauer  Bürstenmacher,  Silber,  oval,  mit  Innungsemblemen  und  Crucifixus  in  vergoldeter 
Auflage.    Datiert  1790.    Dm.  39,5  )<  34  cm.   Johanneskopf  Typus  XIV,  Stempelmeisterb.  H  u.  Meisterz.  - 
Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

Pfister,  Caspar  (Pfiester,  Pfizner),  Goldschmied  (und  Kupferstecher?),  geb.  in  Breslau,  getauft  am  17.  Januar  1571, 
Sohn  des  Bildhauers  und  Schnitzers  George  Pfister  (MM).  Sein  Vater  stammt  aus  Halbbronn  (?)  und  stand  zu 
Nürnberg  in  Beziehungen  (vgl.  Hampe,  Nürnberger  Ratsverlässe,  Bd.  I  S.  617  Nr.  4288).  Caspar  Pfister  wird  1598 
in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  nach  dem  am  18.  Oktober  erfolgten  Aufgebot  am  27.  Oktober  1598 
Christina,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Ludwig  Vicke  (MM).  Wohnt  in  seinem  eigenen  Hause  auf  der 
Albrechtsgasse.  Ist  1609  König  der  Schiesswerderschützen  (Roland,  Schiesswerderbuch,  S.  22).  Ist  1621/22  Münz- 
beamter der  Stände  (Acta  publica  V.  172.  —  Schles.  Vorz.  VII.  68).  Seine  Tochter  Martha  heiratet  am  28.  November 
1622  den  Goldschmied  Jonas  Petzold  (MM).  Pfister  ist  1624  und  1625  in  den  Akten  des  Breslauer  Domkapitels 
erwähnt;  arbeitet  1630  ein  silbernes  Reliquiarium  ( Ada  capituli  v.  4.  Oktober  1624,  27.  Juni  1625,  29.  November  1630). 
Seine  Frau  Christina  f  1.  (begr.  d.  4. i  XL  1633  (Elis.).  Seine  Tochter  Christina  heiratet  am  30.  Oktober  1634  den 
Bäcker  Michael  Schaff  (MM).  Pfister  stirbt  als  Zunftältester  nach  langwieriger  Krankheit  am  11.(12.)  November 
1635,  alt  64  Jahre  10  Monate  (Elis.  u.  MM).  Seine  Tochter  Ursula  heiratet  am  26.  September  1645  den  Bäcker 
Johann  Hoene  (  MM).  Sein  Sohn  Hans  heiratet  am  4.  Februar  1670  Martha  Dorothea,  die  Tochter  des  städtischen 
Kelleramteinnehmers  Baltzer  Herrman  MM;.  Pfister  zeichnet  CP  ligiert  in  rundem  Felde,  vgl.  Taf.  III 
Nr.  70. 

a.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  in  schöner  Treibarbeit  die  Evangelisten 
und  die  Wappen  des  Stifterpaares,  auf  der  unteren  Kuppahälfte  durchbrochener  Belag  mit  Buckelriefen.  An 
dem  flachwulstigen  Nodus  sechs  Zapfen  mit  den  Buchstuben  i  e  h  s  u  s.  In  der  Unterseite  des  Fusses  eine 
Inschrifttafel  aus  Silber  mit  der  Inschrift:  „CRISTOPH  OELHAFEN  IN  PROTSCH  ET  MARTHA  HESSIN 
A  STEIN  CONIVGES  GRATITVDINIS  ERGO  HOC  MONVMENTVM  F.  FECERVNT  ANNO  1604". 
H.  19,5  cm.    Beschauz.  W  Typus  III  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  in  Protsch,  Kr.  Breslau. 

b.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  runden  Fusse  drei  Medaillons,  1.  mit  der  Gottesmutter,  dem  Christuskinde 
und  Johannes,  2.  der  büssenden  Magdalena,  3.  einer  Heiligen  mit  Anker  (Martha?).  Auf  dem  birnförmigen 
Nodus  die  HH.  Hedwig,  Johannes  Evangelista  und  Vincentius  Levita.  Auf  dem  Kuppabelag  die  HH.  Maria, 
Petrus  und  Johannes  Baptista,  oben  ein  Kranz  von  farbigen  Steinen  und  Perlen.  Mit  dem  Wappen  des 
Domh  errn  P.  Koslowius.    Datiert  1607.    H.  28,6  cm.    Beschauz.  W  Typus  III,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst. 

—  Domschatz,  Breslau. 

c.  Schützenkleinod  Caspar  Pfisters  mit  dem  Selbstportrait  des  Meisters  vom  Jahre  1609;  abgebildet  Fig.  31, 
nach  Georg  Hauer  (Hayer):  Breslische  Schutzen-Kleinoth  .  .  .  (Breslau  1613],  Taf.  8.  Original  verloren. 

d.  Haupt  Johannes  des  Täufers,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  einer  runden  vergoldeten  Schüssel  mit  der 
Umschrift:  „Sancte  Johannes  Baptista  ora  pro  nobis  Deum".  Das  Haupt  dient  als  Reliquienbehälter  für  die 
Hirnschale  Johannes  des  Täufers.  Das  Blut  des  durchschnittenen  Halses  ist  durch  rote  Glassteinchen  in 
silberner  Fassung  dargestellt.  Auf  der  Rückseite  der  Schüssel  die  Inschriften:  „Agnosce  Effigiem  Natorum 
Maximus  Ecce  Praecursor  Domini  Sanctus  Baptista  Joannes"  und  „Ex  Voto  Quidam  fidelis  Christi  et  Baptistae 


137 


Fig.  31.  Caspar  Pfister 


f.  f.  Anno  Domini  mbcrj",  darunter  das  Wappen  des  Domherrn  P.  Koslowski 
mit  den  Initialen  R.P.K.  Dm.  59  cm.  Beschauz.  W  Typus  III,  Meisterz, 
u.  Kriegssteuerst.        —  Domschatz,  Breslau. 

e.  Becher,  Silber,  innen  vergoldet,  auf  der  konischen  Mantelfläche  in  Gra- 
vierung drei  exotische  Frauengestalten  in  Landschaften,  darüber  die  In- 
schriften: „Königs  Weib,  Gemein  Weib,  Vnzüchtig  Weib".  Auf  dem 
Boden  das  Wappen  der  Familie  Fürst  von  Kupferberg  nebst  den  Initialen 
D.  F.v.K.  und  Jahreszahl  1612.  H.  8,2  cm.  Beschauz.  W  Typus  III  u. 
Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer, 
Breslau  (wohl  identisch  mit  Rosenberg  Nr.  461). 

f.  Madonna  mit  dem  Jesuskinde,  Silber  vergoldet,  auf  sechsseitigem  pro- 
filiertem Sockel,  umgeben  von  einem  Strahlenkranze.  Der  reich  mit 
Früchte-  und  Rankenwerk,  zwei  Figuren  der  HH.  Hedwig  und  Johannes 
Evangelista  und  dem  Wappen  des  Prälaten  Balthasar  Neander  aus- 
gestattete Sockel  dient  als  Reliquienbehälter  und  zeigt  vorn  hinter  einem 
ovalen  Glase  einen  Zahn  der  hl.  Lucie.  Die  Inschrift  am  Sockel  lautet: 
„BALTHASAR  NEANDER  DE  OTMVCHOVIA  S.  T.  D.  ARCHI- 
DIACONVS  WRATISLAVIENSIS  DONVM  HOC  ECCLESI/E  WRATIS- 
LAVIENSI.  AN.  MDCXVI.   DIE  XVIII  SEPTEMBRIS  HILARITER  OB- 

TVLIT."    H.  40,5  cm.    Beschauz.  W  Typus  III,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.        —  Domschatz,  Breslau. 

g.  Straussenei  in  vergoldeter  Silberfassung,  mit  Bügelhenkel,  Kugelfüssen,  die  von  Adlerkrallen  gehalten 
werden,  und  drei  figürlichen  Vertikalbändern  mit  Köchen.  H.  15,4  cm.  Beschauz.  W  Typus  III  u.  Meisterz. 
—  Schles.  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Stammt  aus  der  Dorotheenkirche  in  Breslau). 

h.  Deckelhumpen,  Silber  mit  Vergoldung,  fazettiert,  umlaufend  auf  Silbergrund  zwei  Reihen  je  acht 
gravierter  Wappen  der  Ahnen  des  Sigismund  d.  ä.  von  Köckritz  und  der  Maria  von  Sauerma-Jeltsch,  die  im 
Jahre  1624  einander  ehelichten.  Bei  dieser  Gelegenheit  ist  höchstwahrscheinlich  der  Humpen  angefertigt 
worden.  Auf  dem  Deckel  das  Wappen  derer  von  Köckritz.  Die  Buchstaben  auf  dem  Boden  und  die  Jahres- 
zahl 1688  sind  spätere  Zutaten.  H.  incl.  Deckeldrücker  22,7  cm.  Beschauz.  W  Typus  IV  u.  Meisterz.  - 
Frau  Regierungsrat  Emma  von  Wrochem,  geb.  von  Köckritz,  Potsdam  (Beschrieben  und  abgebildet  bei 
Diepold  von  Köckritz,  Geschichte  des  Geschlechtes  von  Köckritz,  S.  286). 

i.  Johanneshaupt  auf  der  Schüssel,  das  Antlitz  Silber,  die  Haupt-  und  Barthaare  vergoldet,  der  Halsdurch- 
schnitt farbig  bemalt.  Die  ursprünglich  zu  profanen  Zwecken  bestimmt  gewesene  Schüssel  ist  Augsburger 
Arbeit  (Meisterz,  ein  V  mit  drei  Sternen?)  und  zeigt  in  reicher  Treibarbeit  zwischen  Karyatiden  die  vier 
Jahreszeiten.  Ein  auf  dem  Rande  der  Schüssel  unorganisch  aufgelegter  silberner  Reif  enthält  eine  Inschrift, 
die  besagt,  dass  die  Schüssel  von  dem  Domherrn  Gebauer  im  Jahre  1629  dem  Dome  seiner  Vaterstadt 
Glogau  geschenkt  wurde.  Gr.  des  Hauptes  etwas  unter  Lebensgrösse;  Dm.  der  Schüssel  57  cm.  Beschauz  W 
Typus  IV  u.  Meisterz.  -  Domkirche  St.  Mariae,  Glogau. 

k.  Reliquienmonstranz,  Silber  vergoldet,  die  mit  zwei  Heiligenfiguren  zwischen  Blattrankenwerk  belegte 
und  durch  eine  Figur  der  Gottesmutter  in  der  Mandorla  bekrönte  Scheibe  zeigt  Reliquien  hinter  einem 
Rundbogenfenster.  Laut  Inschrift  gestiftet  von  Maria  Raiff  1630.  Beschauz.  W  Typus  IV  u.  Meisterz. 
Der  ovale  Fuss  mit  barockem  Blumen-  und  Blattwerk,  eine  Arbeit  des  Gottfried  Schmidt  (1689—1708),  ist 
spätere  Zutat;  mit  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  H.  49,2  cm.  —  Adalbertkirche,  ehemaliges  Dominikaner- 
kloster, Breslau. 

I.  Auf erstehungsf igur,  Silber  mit  Vergoldung,  der  auferstandene  Christus  mit  Krone  und  goldenem  Mantel 
steht  auf  einem  Sockel,  der  die  Hölle  darstellt  und  den  überwundenen  Tod  und  Teufel  versinnbildlicht. 
H.  109  cm.    Beschauz.  W  Typus  IV,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Domschatz,  Breslau. 

Pfister,  Ludwig,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Caspar  Pfister,  lernt  bei  seinem  Vater, 
arbeitet  später  als  Geselle  bei  ihm,  scheint  nie  eine  eigene  Werkstatt  betrieben  zu  haben,  da  sein  Name  im 
Catalogus  civium  von  1617  nicht  vorkommt.  Stirbt  auf  der  Albrechtsgasse  am  4.  (5.)  Januar  1640  am  Schlag- 
anfall (MM). 

Pfnorre,  Christoff  (Phnorre),  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit  (26.  Februar)  1501.   Ist  im  Catalogus 

civium  von  1525  nicht  mehr  genannt. 
Pfnorre,   Hans  (Pfnörre,   Pfnurre),  Goldschmied,   wird  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit  (1.  März)  1476.  Stirbt 

nach  1490. 

18 


138 


Pfnorre,  Sebalt  (Pfnor,  Pfnoerre,  Pfnurre,  Pfnürre),  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit  (14.  Februar) 
1472.  Vergoldet  1482  den  Turmknopf  der  Elisabethkirche  (Script,  rer.  siles.  III.  258.  Pols  Jahrb.  II.  135). 
Stirbt  nach  1490.  Am  Freitag  nach  Vincula  Petri  (2.  August)  1510  wird  die  Frau  Meister  Sebalt  Pfnorrynne 
Goldschmidinne  als  Besitzerin  eines  Hauses  auf  der  Stockgasse  erwähnt  (Tradb.  II.  34). 

Philip,  Hans,  Goldschmied  und  Juwelier,  von  London,  gelobt  am  2.  April  1607  vor  den  Ratmannen,  „seine  Sachen 
zwüschen  dato  vnd  den  österlichen  feiertagen  izt  lauffenden  jahreß  in  entliche  richtigkeitt  zubringen,  der  erbaren 
zeche  der  goltschmide  alhie  an  irem  ehrlichen  handtwerg  die  zeitt  seineß  lebenß  keinen  einhält  zuthuen,  sondern 
alßbaldt  nach  dem  Osterfest  sich  von  hinnen  zubegeben  vnd  sein  nahrung  anderßwo  zusuchen"  (Lib.  definit.  IV. 
178 a).    Ist  wohl  identisch  mit  dem  Folgenden. 

Philippus,  Johannes,  Goldschmied  unter  der  Jurisdiktion  des  Kreuzstiftes,  wird  1689  am  Dom  erwähnt  (Schles. 
Vorz.  VII.  487).  Seinetwegen  wenden  sich  1608  die  Ratmannen  mit  einer  Bittschrift  von  drei  Breslauer  Gold- 
schmieden an  das  Domkapitel  (Acta  capituli  v.  4.  Juli  1608) 

Pietsch,  Andreas  Gottfried,  Goldarbeiter,  Sohn  des  Handelsmannes  Adam  Christoph  Pietsch  in  Frankenhausen  im 
Schwarzburgischen,  heiratet  am  11.  November  1800  Johanna  Eleonora,  die  Tochter  des  Kammerkanzlisten  Gottlieb 
Samuel  Thun  in  Gross-Glogau  (Elis.). 

Pile,  Melchior,  Goldschmiedgeselle  von  Köln  a.  Rh.,  stirbt  in  Breslau  am  17.  April  1588,  alt  29  Jahre  (MM). 

Pistorius,  Johann,  Goldschmied  auf  dem  Sande,  wird  1686  und  1688  am  Dom  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  487). 

Pitschman,  Christian  (Pietschman,  Pitscheman,  Pitzeman),  Goldschmied,  Sohn  des  Ziechners  Hans  George 
Pitschman  in  Juliusburg  bei  Öls,  arbeitet  in  Breslau  bei  Thomas  Kuntze  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst 
Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  2.  Mai  und  Bürger  am  7.  Mai  1718.  Heiratet  am  17.  Mai  1718  Helena,  die 
Witwe  des  Goldschmieds  Johann  Daniel  Heyner  (Elis.).  Seine  Frau  Helena  f  17.  (begr.  d.  19.)  VI.  1731  (Elis.). 
Pitschman  heiratet  am  24.  November  1734  Johanna  Christina,  die  Tochter  des  Barbiers  und  Wundarztes  Siegmund 
Brunschwitz  (Elis.).  Eine  Rechnung  Pitschmans  über  gelieferte  Ringe,  Kreuze,  eine  Münzkuffe,  einen  Becher  etc. 
vom  28.  Januar  1739  im  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv  unter  Stadt  Breslau  II  lOd  5.  Pitschman  stirbt  am  4.  Februar 
1744,  alt  60  Jahre  weniger  17  Tage  (Elis  ). 

Puschmann,  Johann  Adolph,  Silberstecher;  am  3  (begr.  d.  5.)  Februar  1775  stirbt  sein  Sohn  Christoph  Wilhelm,  alt 
3  Jahre  (MM). 

Plackwitz,  Christoph  (Blachwitz,  Blackwitz),  Goldschmied,  wird  1682  Bürger  und  Meister.  Stirbt  am  3.  September  1724. 
Seine  Witwe  Maria  heiratet  am  18.  September  1725  den  Goldschläger  Christoph  Gamme  (MM).  Plackwitz  zeichnet 
CP  ligiert  mit  einem  Sternchen  in  aufrecht  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  106. 

a.  Szepter  der  theologischen  Fakultät,  Silber  mit  Vergoldung,  ein  profilierter  Stab  mit  einer  symbolischen  Dar- 
stellung der  Theologie;  am  unteren  Stabende  ein  Köpfchen.    L.  148  cm.   Johanneskopf  Typus  I)  u.  Meisterz. 

Kgl.  Universität,  Breslau. 

b.  Szepter  der  philosophischen  Fakultät,  Silber  mit  Vergoldung,  ein  profilierter  Stab  mit  symbolischen  Dar- 
stellungen der  Astronomie  und  Medizin.  L.  149  cm.  Johanneskopf  Typus  II  u.  Meisterz.  Kgl.  Universität, 
Breslau. 

c.  Absolutionskelch,  Silber  mit  Vergoldung,  ohne  Dekor.  Johanneskopf  Typus  IV,  Stempelmeisterb.  A, 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Kreuzkirche,  Breslau. 

d.  Fuss  zu  einem  gotischen  Standkreuze,  Silber  vergoldet,  profiliert,  sonst  ohne  Dekor.  Beschauz.  W  Typus  VI, 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Kreuzkirche,  Breslau. 

Plackwitz,  Tobias  (Plachwitz,  Blachwitz,  Blackwitz),  Goldschmied,  Sohn  des  Ratsgeschössers  Christoph  Plackwitz, 
wird  1688  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  3.  Mai  1688  Regina,  die  Tochter  des  Tuchschererältesten  Johann 
Gottfried  Schmitzer  [Schmutzer]  (Elis.).  Wohnt  auf  der  Kupferschmiedegasse.  Zimmermann!  Beschr.d. St.  Breslau,  S.423) 
nennt  ihn  einen  sehr  berühmten  Silberarbeiter  und  Sammler  von  Gemälden  und  Kupferstichen;  seine  Sammlung 
besass  die  ehemalige  Frau  Oberforstmeisterin  Süssenbach.  Plackwitz  ist  seit  etwa  1702  Zunftältester  und  seit 
Juni  1712  mutmasslicher  Stempelmeister  mit  dem  Buchstaben  B.  Erscheint  im  Juli  1706  als  Trauzeuge  bei 
St.  Adalbert  und  am  18.  November  1708  und  16.  Februar  1713  als  Taufzeuge  bei  St.  Matthias.  Seine  Tochter 
Regina  heiratet  am  13.  September  1707  den  Reichkrämer  Johann  Christoph  Hoffman  (Elis.).  Seine  Tochter  Anna 
Susanna  heiratet  am  18.  Juli  1712  den  Handelsmann  Johann  Meutil  (Elis.).  Seine  Tochter  Anna  Sophia  heiratet 
am  10.  September  1715  den  Handelsmann  Christian  Seydel  (Elis.).  Seine  Tochter  Anna  Rosina  heiratet  am 
11.  Oktober  1718  den  Handelsmann  Johann  Leuterding  (Elis.).  Seine  Tochter  Johanna  Eleonora  heiratet  am  19.  Juni 
1726  den  Handelsmann  Gottfried  Burgstaller  (Elis.),  der  am  3.  Februar  1741  von  der  Goldschmiede-Innung  dem 
Magistrat  als  Mittelsbeisitzer  empfohlen  wird  (Innungsurkundenslg.  II).  Plackwitz  stirbt  am  16.  November  1727, 
alt  70  Jahre  4  Monate  3  Wochen  (Innungsurkundenslg.  v.  1737,  S.  324  f.).  Seine  Tochter  Maria  Dorothea  heiratet  am 


139 


20. Juli  1728  den  Handelsmann  Frantz  Carl  Lange  lElis.).  Seine  Witwe  Regina  f  5.  IX.  1729.  Plackwitz  scheint 
seinerzeit  einer  der  meistbeschäftigten  Goldschmiede  in  Breslau  gewesen  zu  sein.  Er  ist  mehrfach  für  den  Dom 
und  andere  Kirchen  tätig  gewesen.  1713  schuldet  er  dem  Dom  gegen  600  Gulden  für  „argento  restante"  (Acta 
capituli  v.  15.  Dezember  1713);  1717  hat  der  Domherr  Tenczin  bei  Plackwitz  Schulden  (Acta  capituli  v.  16.  No- 
vember 1717);  1718  hat  Plackwitz  Schuldforderungen  an  einen  Herrn  von  Berg  (Staatsarchiv).  Plackwitz  zeichnet 
T  P  ligiert  in  rundem  Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  110. 

a.  Kelch,  Silber  mit  wenig  heller  Vergoldung,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  geflügelte  Engelsköpfe 
und  Barockblumen  in  kräftigem  Relief.  Am  Kuppabelage  geflügelte  Engelsköpfe  und  Früchte  zwischen 
Barockblumen  in  getriebener  und  durchbrochener  Arbeit.  H.  22,7  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u. 
Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Evang.  Pfarrkirche  St.  Laurentii,  Grossburg  Kr.  Strehlen. 

b.  Abend mahlskanne,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  Fussringe,  dem  unteren  Teile  des  zylindrischen  Mantels 
und  auf  dem  Deckel  Rippung  und  Blattwerk  auf  goldenem  Grunde.  Datiert:  Anno  1708  den  10.  Juny.  H. 
incl.  Deckeldrücker  23,7  cm.  Johanneskopf  ähnlich  Typus  IV,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Bar- 
barakirche, Breslau. 

c.  Weinbüchse,  Silber  mit  wenig  Vergoldung,  vierseitig  mit  eingerundeten  Kanten.  In  dem  Schraubdeckel 
ein  Einsatz  für  Oblaten.  Auf  den  Seitenflächen  des  Büchschens  in  Gravierung  sinnbildliche  Darstellungen: 
Glaube,  Liebe,  Hoffnung  und  die  Inschrift:  „Gott  zu  Ehren  verehrte  dieses  Johann  Gottfrid  Schmutzer  Tuch- 
Scheer  Eltester  Alhier  Ao.  1709".  H.  10,5  cm.  Johanneskopf  ähnlich  Typus  IV,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst. 
Adlertypus.  —  Barbarakirche,  Breslau. 

d.  Sargschilde  der  Breslauer  Fleischhacker  unter  den  Alten  Bänken,  Silber  mit  Vergoldung,  in  der  Mitte  ein 
vergoldeter  Ochse,  am  Rande  Embleme  des  Todes  und  Ranken  in  durchbrochener  Arbeit.  Datiert  1710. 
H.  52,5  cm.  Br.  43  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI,  Stempelmeisterb.  A  u.  Meisterz.  -  Vereinigte  Fleischer- 
Innung,  Breslau. 

e.  Tafelgerät  in  Form  eines  Mörsers  mit  Lafette,  Silber  mit  Vergoldung,  im  Deckel  graviert  das  Wappen  des 
Stifters,  des  Pfalzgrafen  Franz  Ludwig,  Bischofs  von  Breslau  und  eine  lange  Inschrift.  Die  Lafette  mit  Holz- 
maserung und  Beschlägen.  Datiert  6.  Juli  1717.  Johanneskopf  Typus  VII,  Stempelmeisterb.  B  negativ, 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  -  Kleinodien  der  Schiesswerderschützen  in  Breslau.  Schlesisches  Museum 
für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  V  S.  253  Nr.  25  (5),  abgeb.  Taf.  XXXII 
(IV)  Nr.  1). 

f.  Altarleuchter,  Silber,  ein  Paar,  auf  dreiteiligem  Fusse  mit  plastisch  aufgesetzten  Engelsköpfchen.  Datiert 
1718.    H.  87  cm.   Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  B  negativ  u.  Meisterz.  —  Elisabethkirche,  Breslau. 

g.  Büste  des  hl.  Vincentius,  Silber,  überlebensgross,  mit  jugendlichem  Lockenkopfe  in  Diakonengewand  (Dal- 
matica)  mit  Quasten.  Den  Hals  umhüllt  das  Humerale,  das  Haupt  umgibt  ein  vergoldeter  Heiligenreif.  Auf 
einem  schwarzen  Holzsockel  mit  silbernen  Bandelwerkbeschlägen.  (Von  1721;  vgl.  Johann  Klinge.)  H.  incl. 
Sockel  100  cm.  H.  der  Büste  76  cm.  Johanneskopf  Stempelmeisterb.  B  positiv,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  'Sftf . 
Vortreffliche  Arbeit.  —  Donischatz,  Breslau. 

h.  Monstranz.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  ?  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  in  Schömberg,  Kr.  Landeshut. 
Plackwitz,  Tobias  (Blachwitz),  Juwelier,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Tobias  Plackwitz,  arbeitet  bei 

Christian  Schlencker  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  15.  Dezember  1727. 
Gibt  gleich  darauf  sein  Handwerk  auf  und  wird  Juwelenhändler.  Seine  Frau  Anna  Rosina  f  13.  XII.  1731.  Plack- 
witz kauft  1744  einen  Teil  des  silbernen  Tafelgeschirrs  des  Prälaten  von  Gellhorn,  bevor  dieser  als  Kriegs- 
gefangener nach  Magdeburg  geht  (v.  Gellh.  Nachlassakten,  Bresl.  Domkapitel  ). 
Pleschke  [Plesske],  George,  siehe  Blaschke. 

Plesefsky,  Jacob,  Goldschmiedgeselle  von  Thorn,  Sohn  des  Büttners  Gregor  Plesefsky,  heiratet  in  Breslau  nach  dem 

am  27.  Juli  erfolgten  Aufgebot  am  3.  August  1592  Eva,  die  Witwe  des  Benedict  Milde  (MM) 
Podian,  Hannos,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Montag  vor  Allerheiligen  (30.  Oktober)  1391;  Bürge  ist  Hannos  Nysser. 
Poetsch,  Andreas  Gottfried,  siehe  Petsch. 

Polak,  Lorencz  (Polack,  Polagk),  d.  ä.,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Hedwigis  ( 14.  Oktober)  1429.  Erscheint 
1442  und  1445  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.    Stirbt  um  1448. 

Polak,  Lorencz  (Polack,  Meister  Lorencz  der  Goltschmid),  d.  j.,  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Montag  vor  Simon  u. 
Judas  (27.  Oktober)  1460.  Bewohnt  1462  ein  Haus  am  Ringe,  das  vorher  Eigentum  des  Goldschmieds  Hannos 
Vicker  [Ficker]  war;  doch  kann  sich  die  Notiz  auch  auf  Lorencz  Cretsmer  beziehen.  Im  Neisser  Lagerbuch 
H  fol.  87  a  wird  1473  Ursula,  die  Tochter  des  |  Hans  Segersdorf,  als  Frau  des  Lorencz  Polak  genannt  (Schles. 
Vorz.  VII.  482).    Polak  stirbt  vor  1490. 

18* 


140 


Polak,  Nicolaus  (Polack,  Polag),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Dienstag  vor  Petri  ad  cathedram  (21.  Februar)  1430. 
Stirbt  1446.  Am  27.  September  1446  bestätigt  Bischof  Conrad  die  Fundation  des  f  Nicolaus  Polak  von  8  Mk. 
jährl.  Zins  zur  Errichtung  eines  sechsten  Dienstes  am  Altare  der  Goldschmiede  in  der  St.  Maria  Magdalenenkirche 
(vgl.  Urk.  8). 

Poloner,  Andres  (Andres  Goltsmed),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Mittwoch  vor  Elisabeth  1 16.  November)  1390;  Bürge 
ist  Heinrich  von  Erford.  Wohnt  in  Circulo.  Andres  Goltsmed  zahlt  1403/4  an  Steuern:  de  opere  1/2  fertonem 
(Steuerb.  fol.  10). 

Posch,  Gottfried  Daniel  [Friedrich?],  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Carl  Gottlieb  Freytag  vom  9.  Juni  1803 
bis  2.  März  1809.  Wird  Bürger  am  21.  Juni  1816  und  Innungsmeister  am  20.  Mai  1817.  Ist  1840  das  letzte  Mal 
erwähnt.    Zeichnet  POSCH  positiv  eingeschlagen  und  GDP  in  einem  herzförmigen  Schilde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  187. 

a.  Becher,  Silber,  innen  hell  vergoldet,  zylindrisch,  nach  oben  ausladend,  am  oberen  Rande  ein  Band  mit  Pal- 
mettendekor. Datiert  1818.  H.  8  cm.  Johanneskopf  Typus  XVIII,  Stempelmeisterb.  P  u.  Meisterz.  POSCH.  — 
Edgar  Graf  Henckel  von  Donnersmarck,  Grambschütz  bei  Namslau. 

b.  Zuckerkasten,  Silber,  rechteckig,  mit  abgestumpften  Kanten.  Auf  dem  Deckel  Apollo  mit  dem  Sonnenwagen 
in  aufgelegtem  Relief.  Auf  Füsschen.  H.  8  cm.  Johanneskopf  Typus  XVIII,  Stempelmeisterb.  P  u.  Meisterz. 
POSCH.  —  Arthur  von  Machui,  Breslau. 

c.  Lichtputzschere  nebst  zugehörigem  Teller,  Silber.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  Q  u.  Meisterz.  GDP.  - 
Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

Poschinsky,  Heinrich,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  am  25.  Juli  1625,  alt  27  Jahre  (Elis.). 
Poussert,  Johann  Carl  Gottlob,  siehe  Bossert. 

Powalsky,  Carl  Maximilian  (Powaltzky,  Puwalski,  Bowalsky,  Buwalsky,  Kowalsky),  Silberarbeiter,  Sohn  des  Revisions- 
kommissars Samuel  Matthias  Powalsky  in  Wien,  meldet  sich  in  Breslau  am  29.  März  1753  als  Stückmeister, 
arbeitet  bei  Christian  Beyl  ein  silbernes  Becken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  10.  (12.)  Juli  1753.    Heiratet  am 

20.  Mai  1754  Susanna  Elisabeth,  die  Tochter  des  f  Schneiders  Adam  Müller  (Elis.).  Seine  Frau  f  14-  (begr. 
d.  16.)  X.  1771  (Elis.).  Powalsky  heiratet  im  September  1774  Johanna  Christiana,  geb.  Gumpricht,  die  Witwe  des 
Kaufmannschaftsboten  Johann  Ferdinand  Stiegler  (Elis.).  Stirbt  am  29.  (begr.  d.  31.)  Dezember  1790,  alt  65  Jahre 
4  Monate  21  Tage  (Elis.).  Seine  Tochter  Amalia  Carolina  Elisabeth  heiratet  im  Mai  1791  den  Silberarbeiter 
Gottlieb  Benjamin  Vogtmann  (Elis.).    Powalsky  zeichnet  CMP  in  einem  blattförmigen  Felde. 

a.  Becherpokal,  Silber,  innen  hell  vergoldet,  mit  zwei  Rokokokartuschen  in  getriebener  Arbeit,  in  der  einen 
eine  allegorische  Figur  in  Treibarbeit,  in  der  anderen  lange  gravierte  Widmungsinschrift.  Datiert  30.  November 
1761.  H.  16,4  cm.  Johanneskopf  Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum 
für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 
Poy,  siehe  Boy. 

Prauschnitz,  Vicenz,  Goldschmiedgeselle  aus  Neisse,  Sohn  des  dortigen  Sporers  Vicenz  Prauschnitz,  heiratet  in  Breslau 

21.  Trinitatis  1591  Helena,  die  Tochter  des  f  Fleischers  Peter  Riesche  (Elis.). 

Preuss,  Johann  Christian  (Preiss),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schneiders  Friedrich  Wilhelm  Preuss, 
lernt  bei  Christian  Gottlieb  Streubel  d.  j.  vom  Qu.  Trinitatis  1789 — 1795.  Arbeitet  bei  Ferdinand  Christian  Krebs 
als  Meisterstück  eine  goldene  Erbsenkette  mit  Collier  in  Filigranarbeit,  wird  Meister  am  3.  März  und  Bürger  am 
29.  Juli  1803.  Heiratet  31  Jahre  alt  am  12.  Juni  1805  Wilhelmine  Henriette,  die  Tochter  des  f  Baders  und  Wund- 
arztes Christian  Friedrich  Rücke  (Elis.).    Stirbt  1830. 

Priester,  Joachim,  Goldschmiedgeselle,  heiratet  in  Breslau  am  19.  Juni  1565  Magdalena,  die  Tochter  des  t  Matthes 
Strauss  (MM). 

Proskauer,  Joseph  Meyer,  Goldarbeiter,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  10.  November  1817,  alt  45  Jahre.  Wird 

nicht  Innungsmitglied. 
Prübach,  Daniel  Heinrich,  siehe  Carl  Heinrich  Friebach. 

Pudler,  Friedrich  Gottfried  Wilhelm  August,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  29.  Januar  1838,  Sohn  des  Wild- 
händlers Pudler,  lernt  bei  Carl  August  Theodor  Lemor  von  Michaelis  1853—1858.  Tritt  am  11.  Februar  1885  in 
die  Innung  ein.    Stirbt  am  9.  Mai  1890. 

Pummer,  Joachim,  Silberarbeiter  ausserhalb  der  Innung,  wird  1662  in  der  Spezifikation  der  Pfuscher  in  und  vor 
Breslau  erwähnt  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  10d3). 

Puwalski,  Carl  Maximilian,  siehe  Powalsky. 

Rabe,  Carl  Gottlob,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Partkrämers  Gottlob  Rabe,  lernt  bei  Paul  Leonhard 
Schmidt  vom  Qu.  Johannis  1817  bis  Michaelis  1822.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  20.  Februar  1829,  alt  27  Jahre. 
Wird  nicht  Innungsmitglied. 


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Rättig,  Hans,  siehe  Rott  ig. 

Raffelt,  Johann  Christian  Gottlieb,  siehe  Reiffelt. 

Rahmstein,  Christian  Friedrich  (Rahnstein,  Ramstein,  Rabenstein),  Goldarbeiter,  Sohn  des  Goldarbeiters  Christian 
Gottlob  [Gottlieb]  Rahmstein  in  Sachsen,  verfertigt  in  Breslau  bei  Johann  Bernhard  Hönisch  als  Meisterstück 
einen  doppelt  karmoisierten  Brillantring  mit  einem  blauen  Glasstein  und  einem  Stern  darauf,  wird  Meister  am 

6.  August  und  Bürger  am  25.  September  1800.  Heiratet  27  Jahre  alt  am  21.  Oktober  1800  Johanne  Christiane,  die 
Tochter  des  Zitronenhändlers  Johann  Gottfried  Kessner  (MM).  Stirbt  1840.  Hat  der  Innung  ein  Legat  von 
300  Talern  vermacht. 

Rahmstein,  Johann  Wilhelm  (Rabenstein),  Goldarbeiter,  geb.  in  Plauen  im  Vogtlande,  Sohn  des  Goldarbeiters  Christian 
Gottlob  Rahmstein,  lernt  in  Breslau  bei  Christian  Friedrich  Rahmstein  vom  Qu.  Johannis  1804  bis  Ostern  1810. 
Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  12.  März  1819,  alt  29  Jahre.    Wird  nicht  lnnungsmitglied. 

Rakewicz,  Lorencz,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Mittwoch  nach  Assumptio  Marie  (16.  August)  1385;  Bürge  ist  Niclos 
Buckinschuch. 

Rammer,  Johann  Ernst,  siehe  Roemer. 

Rasch,  Johann  George,  Goldschmiedgeselle  von  Neustadt  in  Sachsen,  stirbt  in  Breslau  am  17.  August  1733,  alt 

26  Jahre. 
Rath,  Oswald,  siehe  Rothe. 

Raudner,  David  Gottlieb,  Silberarbeiter,  geb.  in  Schlichtingsheim,  Prov.  Posen,  Sohn  des  dortigen  Tuchmachers 
Samuel  Raudner,  lernt  in  Breslau  bei  seinem  Vetter  Carl  Gottfried  Haase  vom  Qu.  Lucie  1781  bis  Qu.  Crucis  1787. 
Arbeitet  bei  seinem  ehemaligen  Lehrherrn  eine  silberne  Kaffeekanne  nebst  Sahngiesser,  wird  Meister  am 
16.  Oktober  1793.  Erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  14.  Juli  1794.  Heiratet  am  18.  September  1798  Sophia 
Christiana,  die  Tochter  des  Kürschners  Baumgärtner  in  Konstadt  bei  Kreuzburg  OS.  (MM).  Feiert  1844  sein 
fünfzigjähriges  Geschäfts-  und  Bürgerjubiläum.  Stirbt  1845  (Ende  1844?).  Raudner  zeichnet  DGR  in  einem  ge- 
zackten Blatte  und  DGR  in  einem  rechteckigen  Felde,  doch  könnte  sich  das  zweite  Meisterzeichen  auch  auf 
Samuel  Gottlieb  Raudner  beziehen,  der  vielleicht  die  Initialen  seines  Vaters  als  Firmenstempel  benutzte;  vgl.  Taf.  V 
Nr.  176  u.  177. 

a.  Messkännchen,  Silber.    Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  M  u.  Meisterz.  -     Kath.  Pfarrkirche  St.  Annae, 
Frankenstein. 

b.  Schiffchen  für  Salz  und  Pfeffer,  Silber,  innen  vergoldet,  in  Empireformen.    Johanneskopf,  Meisterz.  u. 
Kriegssteuerst.  FW  (wie  Fig.  9b).  —  Dr.  Erwin  Hintze,  Breslau. 

c.  Teekessel  auf  Dreifuss,  Silber.   Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  Q  u.  Meisterz.  —  Stadtrat  H.  Milch,  Breslau. 

d.  Sahnlöffel,  Silber,  die  halbkugelförmige  Laffe  in  Form  einer  innen  vergoldeten  Muschel.  Johanneskopf 
mit  Jahreszahl  43  u.  Meisterz.  DGR  in  rechteckigem  Felde.  —  Frau  Dr.  Hintze,  Breslau. 

Raudner,  Samuel  Gottlieb  (Rautner),  Silberarbeiter  und  Ziseleur,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  David 
Gottlieb  Raudner,  lernt  bei  seinem  Vater  von  Weihnachten  1813—1818.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  19.  Oktober 
1832,  alt  33  Jahre.  Arbeitet  als  Meisterstück  eine  silberne  Teemaschine,  die  wegen  ihrer  sauberen  und  feinen 
Technik  den  allgemeinen  Beifall  der  Innungsmitglieder  findet,  wird  Meister  am  22.  Dezember  1832.  Stirbt  am 
5.  Juni  1860.    Wegen  des  Meisterzeichens  siehe  David  Gottlieb  Raudner. 

Rebenstock,  Johann  George  (Rennbeinstock),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Tafeldeckers  Johann  Ernst 
Rebenstock,  lernt  bei  Johann  George  Böttiger  vom  26.  September  1752  bis  21.  Februar  1758.  Meldet  sich  am 
22.  Juni  1764  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  George  Emanuel  Scholtz  einen  Plack  mit  Rauten  und  Smaragden, 
wird  Meister  am  12.  Oktober  und  Bürger  am  18.  Oktober  1764.  Heiratet  in  demselben  Jahre  Maria  Franziska, 
die  Tochter  des  Kochs  Ferdinand  Assmann  (MM).  Stirbt  am  15.  (begr.  d.  17.)  September  1774,  alt  38  Jahre 
7  Monate  (MM). 

Reher,  Eucharius,  siehe  Riher. 

Reich,  George,  Goldschmiedgeselle  aus  Ulbersdorf  in  der  Grafschaft  Glatz,  heiratet  in  Breslau  am  26.  April  1695 

Rosina,  die  Witwe  des  Musketiers  Michael  Schüller  (Elis.). 
Reiche  Pfuscher,  „so  Häuser  und  Gärten  hat",  wird  1662  in  der  Spezifikation  der  Pfuscher  in  und  vor  Breslau 

erwähnt  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  10  d  3). 
Reichel,  Ferdinand  Wilhelm  (Reichelt),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Seifensieders  Ernst  Gottlieb  Reichel, 

lernt  bei  Friedrich  Christian  Fischer  vom  Qu.  Johannis  1817  bis  Weihnachten  1821.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am 

7.  August  1829,  alt  27  Jahre.   Tritt  am  26.  Oktober  1839  in  die  Innung  ein.    Stirbt  1853. 

Reichenbach,  Johann  Ludwig,  Goldarbeiter  und  Hausbesitzer,  geb.  in  Breslau,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  1.  No- 
vember 1842,  alt  33  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied.    Ist  1847  im  Bürgerbuche  gestrichen  worden. 


142 


Reiffelt,  Johann  Christian  Gottlieb  (Raffelt),  Qoldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Hausknechts  Gottlieb  Reiffelt, 
lernt  bei  Johann  Christian  Preuss  von  Michaelis  1818  bis  Ostern  1824.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  29.  April 
1842,  alt  37  Jahre.  Tritt  am  15.  Juli  1842  in  die  Innung  ein.  Zieht  von  Breslau  weg,  ist  in  der  Meisterliste  von 
1844  nicht  mehr  genannt. 

Reinert,  Friedrich  Wilhelm,  siehe  Ruf f er. 

Reimann,  Robert  Herrmann,  Goldarbeiter,  Sohn  des  Gutsbesitzers  Benjamin  Reimann,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am 
28.  Juli  1846,  alt  25  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Reinhardt,  Johann  Gottlieb  (Reinertt,  Reichardt),  Goldschmied,  Sohn  des  Erbsassen  Andreas  Reinhardt  in  Breslau, 
arbeitet  bei  Hans  Jachman  d.  j.  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  21.  Februar 
und  Bürger  am  31.  März  1725.  Da  er  die  Zeichnung  zu  dem  Kelche  von  einem  fremden  Goldschmiede  hat 
anfertigen  lassen,  muss  er  6  Rtlr.  Strafe  erlegen,  und  der  Kelch  wird  zerschnitten.  Reinhardt  heiratet  am  9.  April 
1725  Anna  Eleonora,  die  Tochter  des  f  Erbsassen  Daniel  Kraussnitz  (Elis.).  Seine  Frau  Anna  Eleonora  f  8. 
(begr.  d.  10.)  XII.  1731  (MM).  Reinhardt  heiratet  XI.  Trinitatis  1740  Anna  Eleonora,  geb.  Gräbner,  die  Witwe  des 
Goldschmiedältesten  Friedrich  Tulcke  in  Strehlen  (MM).  Scheidet  am  24.  September  1749  aus  der  Innung,  um 
nach  Strehlen  überzusiedeln,  lässt  sich  aber  sein  Meisterrecht  für  den  Fall  seiner  Rückkehr  reservieren. 

Reinhardts,  Thomas  (Reynert),  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  16.  Februar  1532,  wird  um  dieselbe  Zeit 
Meister.  Stirbt  vor  1544.  Seine  Tochter  Anna  heiratet  am  6.  November  1564  den  Tischlergesellen  Michel 
Demes  (MM). 

Reiss,  Carl  Heinrich,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schuhmachers  Philipp  Reiss,  lernt  bei  Samuel  Jacob 

Somme  vom  Qu.  Johannis  1817  bis  Ostern  1822.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  20.  Februar  1829,  alt  26  Jahre. 

Wird  nicht  Innungsmitglied.    Ist  1832  König  der  Schiesswerderschützen  (Roland,  Schiesswerderbuch,  S.  28).  Sein 

Name  ist  am  26.  September  1835  im  Bürgerbuche  gestrichen  worden. 
Reiss,  Johann  Peter,  Gold-  und  Silberfabrikant,  Sohn  des  Gold-  und  Silberfabrikanten  Johann  George  Reiss  in  Erlangen, 

heiratet  in  Breslau  am  4.  November  1750  Susanna  Eleonora,  die  Witwe  des  Kaufmanns  Johann  Gottlieb  Rubineck 

(Elis.). 

Rennbeinstock,  Johann  George,  siehe  Rebenstock. 

Renner,  Friedrich  Wilhelm,  Silberarbeiter,  lässt  sich  erst  in  Jauer  als  Meister  nieder,  wirbt  später  bei  dem  Breslauer 
Mittel  ein  und  wird  am  21.  Juni  1745  als  Meister  aufgenommen.  Erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  30.  Juni 
1745.    Wohnt  im  Bürgerwerder.    Stirbt  am  19.  (begr.  d.  21.)  Januar  1758,  alt  58  Jahre  5  Tage  (Elis.). 

Reusse,  Hans  (Rewsse),  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit  (21.  Februar)  1477.  Ist  vor  1490  im 
Catalogus  civium  von  1470  gestrichen  worden. 

Reynert,  Thomas,  siehe  Reinhardts. 

Richter,  Johann  Christian,  Goldschmied,  ist  1695  in  Gross-Glogau  als  Geselle  tätig,  heiratet  daselbst  und  bittet  die 
Stadt  um  ihren  obrigkeitlichen  Schutz  (Stadtarchiv  Glogau,  Acta  der  Goldsch.,  Maler  u.  Bildh.  Vol.  I.  1695).  Meldet 
sich  1706  in  Breslau  als  Stückmeister,  wird  aber  von  der  Innung  mit  der  Begründung  zurückgewiesen,  dass  er 
1.  anderswo  verheiratet  gewesen  und  allda  einen  Meister  agieret,  2.  in  Breslau  bei  einem  unbezechten  Gold- 
schmiede gearbeitet,  3.  seine  sechs  Meisterjahre  nicht  nach  den  Breslauer  Mittels-Artikeln  gearbeitet  und  4.  bisher 
allhier  einen  Pfuscher  agieret.  Nach  langwierigen  Verhandlungen  und  Klagen  vor  den  Ratmannen  am  20.  No- 
vember 1706,  14.  März  1707  und  20.  Juni  1708  wird  Richter  angewiesen,  noch  vier  Jahre  bei  einem  hiesigen 
Meister  gesellenweise  zu  arbeiten.  Von  dieser  Zeit  wird  ihm  am  3.  Oktober  1711  ein  halbes  Jahr  erlassen  (Lib. 
definit.  XI.  76b— 77b  80b— 81b  H4b— 115  b  214»— 215  b.  Innungsurkundenslg.  v.  1737,  S.  250— 264).  Richter 
beginnt  Ende  1711  sein  Meisterstück,  arbeitet  bei  Gottfried  Heyner  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird 
Meister  Anfang  1712  und  Bürger  am  9.  Juni  1712.  Heiratet  als  Witwer  am  20.  Juni  1712  Anna  Martha,  die 
Tochter  des  f  Kochs  Jeremias  Henschman  (MM).    Stirbt  1718. 

Richter,  Johann  Franz  Lorenz,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schleifers  Anton  Richter,  lernt  bei  Christian 
Gottlieb  Streubel  d.  j.  vom  Qu.  Trinitatis  1802—1808.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  4.  Februar  1820,  alt  31  Jahre. 
Tritt  am  11.  Oktober  1820  in  die  Innung  ein.    Ist  in  der  Meisterliste  von  1830  das  letzte  Mal  genannt. 

Richter,  Johann  Friedrich,  Goldarbeiter,  geb.  in  Wien,  Sohn  des  dortigen  Goldarbeiters  Johann  Richter,  meldet  sich 
in  Breslau  am  17.  Juni  1754  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Stephan  Christian  Luttroth  einen  Plack  und  Ring,  wird 
Meister  am  23.  Oktober  und  Bürger  am  28.  Oktober  1754.  Stirbt  am  16.  (begr.  d.  19.-  Januar  1758,  alt  36  Jahre 
4  Monate  3  Tage  (Elis.). 

Ritter,  Friedrich  Wilhelm,  siehe  Rüffer. 

Riger,  Benedict  (Riegen,  Juwelier  von  Nürnberg,  heiratet  in  Breslau  am  28.  November  1623  Barbara,  die  Witwe  des 
Handelsmannes  George  Güntzel  I  MM).    Seine  Witwe  Barbara  j  13.11.1648  (Elis.). 


143 


Riger,  Jobs  (Rieger,  Rügen,  Kammer-  und  Hofjuwelier,  von  Nürnberg  gebürtig,  stirbt  in  Breslau  am  13.  März  1620, 
alt  ungefähr  44  Jahre  (Elis.). 

Riher,  Eucharius  [Acharius]  (Rieher,  Richer,  Riecher,  Reher,   Roehr,  Röher),  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  im 
Januar  1555  Hedwig,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Joachim  Goltschmidt  (MM).    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am 
5.  März  1557,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.    Wohnt  auf  der  Schuhbrücke.    Ist  1566  am  Dom  als  Eideszeuge 
aufgeführt  (Acta  capituli  v.  22.  März  1566).     Seine  Tochter  Katharina  heiratet  am  15.  Oktober  1576  den  Gold- 
schmied Lorentz  Steckel  (MM).    Seine  Tochter  Hedwig  heiratet  am  8.  Februar  1580  den  Goldschmied  Sebastian 
Fesch  d.  ä.  (MM).   Riher  stirbt  am  15.  März  1585,  alt  58  Jahre.  Seine  Tochter  Dorothea  heiratet  am  30.  September 
15S6  den  Hans  Eberlein  (MM).    Seine  Tochter  Magdalena  heiratet  am   13.  Oktober  1587  den  Goldschmied 
Hieronimus  von  Breen  (MM).    Seine  Tochter  Anna  (get.  d.  2.  VIII.  1571;  MM;  heiratet  am  21.  April  1592  den 
Kretschmer  George  Lomnit  (MM).    Seine  Tochter  Lucia  (get.  d.  8.  V.  1575;  MM)  heiratet  am  27.  April  1598  den 
Schulmeister  Oswald  Hager  (MM).   Riher  zeichnet  ER  ligiert  in  rundem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  56. 
a.  Fassung  eines  mittelalterlichen,  arabischen  Hedwigsglases  mit  zylindrischem,  oben  leicht  ausgebauchtem, 
dünnwandigem  Mantel  mit  rot  aufgemalten  arabischen  Schnörkeln.    Die  vergoldete  Silberfassung  des  oberen 
Randes  trägt   die  Inschrift:    IN      LAVDEM      ET      HONOREM      OMNIPOTENTIS      DEI      AC  • 
MEMORIAM      D     HEDVIGIS      DVCISSyE     SILESI^E     B(artholomaeus)     M(andel)  MAGISTER 
HOC  •  POCVLVM  •  ADORNARE      FECIT.     Der  Fuss  wird  durch  eine   vergoldete  Silberfassung  in 
Renaissanceformen  gebildet,  auf  welcher  vier  Rundmedaillons  mit  den  Evangelisten  in  Relief  und  zwischen 
diesen  vier  ovale  Schilde  mit  den  Wappen  der  Klöster  St.  Matthias  und  Vincenz  in  Breslau,  Leubus  und 
Heinrichau  nebst  Namensinitialen  der  damaligen  (1567)  Äbte  in  bunter  Emailmalerei  angebracht  sind.  Die 
am  unteren  Teile  des  Glases  mit  einem  Diamanten  eingeritzte  Inschrift  nebst  Jahreszahl  „Andreas  abbas 
Henrichouensis  Anno  1567"  dürfte  ziemlich  genau  die  Entstehungszeit  der  Fassung  angeben.    H.  23,4  cm. 
Beschauz.  W  Typus  II  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Aus- 
führlich beschrieben  und  abgebildet  bei  E.  v.  Czihak,  Schlesische  Gläser  [Breslau  1891],  S.  188  f.  Nr.  4,  abgeb. 
Taf.  VI). 

Ritter,  Gregor,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit  (17.  Februar)  1464.  Ist  im  Catalogus  civium  von  1470 
nicht  mehr  erwähnt. 

Ritter,  Johann  Gottfried,  Silber-  und  Galanteriewarenarbeiter,  Sohn  des  fürstl.  Hofrats  Johann  Ritter  in  Öls,  meldet 
sich  in  Breslau  am  17.  Juni  1751  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Christian  Beyl  ein  silbernes  Giessbecken  nebst 
Kanne,  wird  Meister  am  15.  November  1752  und  Bürger  am  13.  Juli  1753.  Heiratet  am  6.  November  1759 
Susanna  Rosina,  die  Tochter  des  f  Braumeisters  Johann  Hüsten  (Elis.).  Seine  Frau  f  27.  (begr.  d.  29.)  VII.  1761 
(Elis.).  Ritter  heiratet  am  30.  Mai  1764  Anna  Maria,  die  Tochter  des  f  Kaufmanns  Jacob  Järchen  in  Hirschberg 
(Elis.).    Stirbt  am  22.  November  1788,  alt  72  Jahre. 

Roemer,  Johann  Ernst  (Roemmer,  Röhmer,  Rammer),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Venditers  Peter  Roemer, 
meldet  sich  am  17.  Juni  1754  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann  David  Kriebel  einen  mit  Rauten  und  Rubinen 
besetzten  Patzel  und  einen  doppelt  karmoisierten  Brillantring,  wird  Meister  am  16.  Oktober  und  Bürger  am 
17.  Oktober  1754.  Heiratet  am  22.  Oktober  1754  Johanna  Eleonora,  die  Tochter  des  f  Destillateurs  Christian 
Künzel  (Elis.).  Stirbt  am  24.  (begr.  d.  26.)  April  1764,  alt  45  Jahre  15  Wochen  4  Tage  (MM).  Seine  Witwe  Johanna 
Eleonora  heiratet  am  8.  April  1766  den  Goldarbeiter  Johann  Christian  Petzold  (MM).  Seine  Tochter  Rosina 
Eleonora  heiratet  am  26.  Oktober  1786  den  Kauf-  und  Handelsmann  Christian  Mentzel  (MM). 

Rötche,  Gustav,  Goldarbeiter,  tritt  am  15.  Juli  1886  in  die  Innung  ein  und  bleibt  Mitglied  bis  zum  13.  Oktober  1893. 

Rötel,  Samuel  (Röthel),  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  f  Goldschmieds  Balthasar  Rötel  in  Beuthen  a.  d.  Oder,  stirbt 
in  Breslau  am  7.  Juli  1671,  alt  42  Jahre  (Elis.). 

Röttig,  Hans  (Rättig),  Goldschmiedgeselle,  stirbt  am  10.  (11.)  August  1633,  alt  21  Jahre  (Elis.),  hat  bei  George  Sauer- 
man  in  Arbeit  gestanden. 

Rogusch,  Lazarus,  siehe  Bogusch. 

Roland,  Johann  Gottlieb  (Rohlandt),  Goldschmied,  heiratet  als  Witwer  50  Jahre  alt  am  19.  Juli  1773  Magdalena,  die 

Tochter  des  f  Tuchmachers  Jeremias  Krannich  in  Festenberg  (MM). 
Roloff,  Johann  Wilhelm,  Silberarbeitergeselle  von  Danzig,  stirbt  in  Breslau  1792  (Elis.). 

Rorman,  Mertin  (Borman),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit  (9.  Februar)  1459.  Erscheint  1467,  1470, 
1473  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.    Stirbt  um  1492  (?). 

Rosche,  August,  Goldarbeiter,  geb.  in  Berlin,  Sohn  des  Uhrmachers  Georg  Carl  Rosche,  erwirbt  das  Breslauer 
Bürgerrecht  am  27.  Juli  1831,  alt  35  Jahre.  Wird  nicht  Innungsmitglied.  Sein  Name  ist  1851  im  Bürgerbuche 
getilgt  worden. 


144 


Rose,  Carl  Friedrich,  Silberarbeiter,  geb.  in  Berlin,  Sohn 
des  Lieferanten  Johann  Christoph  Rose,  lernt  in 
Berlin  bei  Carl  Qottlieb  Jungerwirth  vom  Qu.  Jo- 
hannis 1791—1797.  Heiratet  in  Breslau  im  Mai  1801 
Maria  Magdalena,  die  Tochter  des  Schneiders  Johann 
Wilhelm  Kiel  in  Ohlau  (Elis.).  Arbeitet  bei  Johann 
Bernhard  Hoensch  als  Meisterstück  einen  silbernen 
Aufsatz,  wird  Meister  am  11.  März  und  Breslauer 
Bürger  am  19.  März  1802.  Läuft  1805  davon. 
Rosenzweig,  Barthel,  Goldschmied ;  am  24.  September  1624 

stirbt  seine  Witwe  Margareta. 
Rotchen,  Niclas,  alias  Sachse,  aurifaber,  wird  Bürger 
am  Montag  nach  Hedwigis  (20.  Oktober)  1449.  Ist  im 
Catalogus  civium  von  1470  nicht  mehr  erwähnt. 
Roth,  George,  fürstl.  Goldarbeiter  in  Brieg,  Sohn  des 
Goldarbeiters  Joachim  Roth  in  Liegnitz,  heiratet  in 
Breslau  am  31.  August  1626  Christina,  die  Tochter  des 
Ratsherrn  George  Rüger  in  Schneeberg  in  Sachsen 
(MM). 

Rothe,  Oswald  (Roth,  Rote,  Rath),  Goldschmied,  erwirbt 
das  Bürgerrecht  am  Mittwoch  vor  Thome  (20.  De- 
zember) 1503,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Wohnt 
an  der  Ostseite  des  Ringes  in  seinem  eigenen  Hause 
(heute  etwa  das   Grundstück  Nr.  38).     Ist  häufig 
zwischen  1504—1522  als  Besitzer  dieses  Hauses  in 
den  Traditionsbüchern  I — IV  genannt.  Verreicht  1504 
dem  Sebald  Sauerman  3  Mk.  jährl.  Zins  auf  sein  Haus 
am  Ringe  bei  Philipp  Strol  und  Hans  Conrad  (Tradb. 
I.  61  b).  Seine  Frau  Magdalena,  geb.  Wolff,  reicht  mit 
ihren  Verwandten  am  2.  Mai  1505  ihr  Haus  am  Ringe 
zwischen  Hans  Crapff  und  der  alten  Dachsin  dem 
Lenhart  Fogel   (Tradb.  I.  70).    Rothe  reicht  1517 
zu  Händen  des  St.  Andreas-Altares  in  der  Elisabethkirche  4  Mk.  jährl.  Zins  auf  sein  Haus  und  Erbe  am 
Ringe,  gelegen  zwischen  des  Conrad  Sauerman  (später  Dorothea  Wienerin)  und  des  Kannegiessers  Niclos  Grwn- 
bowm  (später  Peter  Flemingk,  seit  1520  Michael  Schweinlein)  Grundstücken,  abzulösen  um  60  ungar.  Gulden 
(Tradb.  III.  14b).    Rothe  erscheint  1509,  1510,  1514  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior. 
Stirbt  1522.    In  demselben  Jahre  verkauft  seine  Witwe  Magdalena  mit  ihren  Angehörigen  und  den  Vormündern 
ihres  Sohnes  das  genannte  Haus  und  Erbe  des  Verstorbenen  an  Walter  Molhart  (Tradb.  IV.  21  b).   In  der  Kapelle 
der  Goldschmiede-Innung  in  der  St  Maria  Magdalenenkirche  hängt  an  dem  Mittelpfeiler  das  auf  Seite  14  erwähnte 
Epitaphium.    Die  linke  untere  Ecke  desselben  mit  dem  Bildnisse  Oswald  Rothes  nebst  seinem  Wappen  (das  1545 
und  1568  unter  den  Königsschildchen  der  Zwingerschützen  wiederkehrt)  und  seiner  Schutzpatronin,  der  hl.  Barbara, 
ist  Fig.  32  abgebildet.    In  der  Überschrift  des  Epitaphiums  heisst  es,  dass  die  Frau  Magdalena  Oswald  Rothin 
1515  gestorben  ist;  da  aber  in  den  Traditionsbüchern  1522  die  verwitwete  Frau  Magdalena  Rothe  vorkommt, 
muss  Rothe  entweder  als  Witwer  eine  zweite  Frau  mit  Namen  Magdalena  geehelicht  haben,  oder  das  Todesjahr 
der  Frau  wurde  auf  den  Epitaphium  bei  einer  späteren  Restaurierung  falsch  gelesen;  vielleicht  hiess  es  ur- 
sprünglich 1525  (siehe  Seite  14).    Obwohl  während  der  Tätigkeitsdauer  von  Oswald  Rothe  durch  die  Innungs- 
privilegien noch  keine  Beschau  und  Stempelung  eingeführt  war,  versah  doch  Rothe  seine  Arbeiten  mit  dem  auf 
Taf.  III  Nr.  50  abgebildeten  Meisterzeichen  R  in  einem  O. 
a.  Armreliquiar  Johannes  des  Täufers,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  sechskantigem  Sockel.    In  der  Mitte  des 
Armes  ein  Glaszylinder,  darin  ein  kleiner  vergoldeter  Arm.   Auf  der  Manschette  des  grossen  Armes  in  Niello 
die  Inschrift:   „DEO  •  OPTIMO  •  MAXIMO  •  INTEMERATEQVE  •  GENITRICI  •  EIVS  •  VIRGINI  •  MARIE  • 
AC  •  DIVO  •  IOANNI  •  BAPTISTE  •  ET  •  GLORIOSIS  •  WRATISLAVIENSIS  •  ECCLESIE  ■  PATRONIS  • 
IOANNES  •  SCHEWERLEIN  •  CANONICVS  •  ET  •  OFFICIALIS  •  WRATISLAVIENSIS  •  PRO  •  VITAE  ■ 
NOCENTER  •  ACTE  •  EXPIATIONE  •  SVORVMQVE  •  DILVCIONE  •  CRIMINVM  •  INDICEM  •  HVNC  • 


Fig.  32.  Oswald  Rothe,  sein  Wappen  und  seine  Schutzpatronin 


145 


SANCTI  •  IOANNIS  •  BAPTISTAE  •  ERE  • 
ET  •  IMPENSIS  •  SVIS  •  DECORATVM  • 
SACRVM  •  CVPIT  •  ANNO  •  CRISTIANE  • 
SALVTIS  •  MCCCCCXII-"  H.  48,5  cm. 
Meisterz.  —  Domschatz,  Breslau. 

b.  Kelch,  Silber  vergoldet,  abgebildet  auf 
Seite  3  Fig.  2.  Auf  dem  sechspassigen  Fusse 
in  Gravierung  Heilige,  darunter  die  Namens- 
patronin der  Stifterin  und  St.  Georg.  Am 
Fussrandedielnschrift:  „VRSVLA  •  IORG  ■ 
BER1N  ■  ME  •  COMPARAVIT  1518". 
Über  dem  hl.  Georg  ein  Schild  mit  Haus- 
zeichen, links  und  rechts  davon  die  Ini- 
tialen IP.  H.  19,5  cm.  Meisterz,  zweimal 
u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Elisabeth- 
kirche, Breslau. 

c.  Kelch,  Silber  vergoldet,  in  der  Form  Nr.  b 
ganz  gleich,  doch  auf  dem  Fusse  der  Auf- 
erstandene, der  hl.  Franciscus  und  ein  Wap- 
pen nebst  Astwerk  in  Gravierung  und  auf 
der  Kuppa  kein  plastischer,  sondern  ein 
gravierter  Fries  als  Abschluss  des  darunter 
gravierten  Masswerkes.  H. 20,1  cm.  Meisterz. 

-  Kath.  Pfarrkirche  St.  Katharinae,  Guhrau. 

d.  Monstranz,  Silber  mit  wenig  Vergoldung, 
abgebildet  Fig.  33.  Rechts  und  links  vom 
Tabernakel  die  HH.  Nicolaus,  Katharina, 
Johannes  der  Täufer  und  Hedwig,  darüber 
Christus  als  Schmerzensmann.  Am  Fusse 
die  nachträglich  eingravierte  Jahreszahl  1654. 
H.  81  cm.  Meisterz,  zweimal  u.  Kriegs- 
steuerst. Adlertypus.  —  Kath.  Stadtpfarrkirche 
St.  Nicolai,  Glogau.  Die  Kirche  bewahrt 
noch  zwei  kleine,  silbervergoldete  Heiligen- 
figürchen  auf  kurzen,  gewundenen  Säulchen 
(H.  9.7  u.  10  cm.),  die  ehedem  zu  der  Fig.  33 
abgebildeten  Monstranz  gehörten  aber  ge- 
legentlich einer  vor  einigen  Jahren  vorge- 
nommenen Restauration  weggelassen  wurden. 

Rottwitt,  Jacob  Andreas  (Rottwitz,  Rottwig, 
Rotwieck),  Goldarbeiter,  Sohn  des  Kgl.  däni- 
schen Mühleninspektors  Andreas  Rottwitt 
in  Kopenhagen,  arbeitet  in  Breslau  bei 
Michael  Wissmar  als  Meisterstück  einen  Uhr- 
haken und  Ring,  wird  Meister  am  2.  Dezem- 
ber und  Bürger  am  17.  Dezember  1743. 
Heiratet  am  1 1.  Februar  1744  Christina  Mag- 
dalena, die  Tochter  des  Goldschmieds  Daniel 
Petzold  d.  j.  (Elis.).  Stirbt  1775.  Seine  Toch- 
ter Christiana  Carolina  heiratet  im  Novem- 
ber 1779  den  Chirurgen  Christian  Gottfried 
Wetzig  (Elis.).  Sein  Sohn  Benjamin  Christ- 
lieb, Kgl.  Salzamts-Kontrolleur,  heiratet  im 
Juni  1780  Maria  Elisabeth,  die  Tochter  des 


Fig.  33.  Oswald  Rothe:  Monstranz  in  der  kath.  Stadtpfarrkirche 
in  Glogau 


19 


146 


Perückenmachers  Frantz  Hedlinger  (Elis.).  Seine  Tochter  Dorothea  Sophia  heiratet  im  Mai  1785  den  Coffetier 
Johann  Friedrich  Beede  (Elis.). 

Rubin,  George,  Goldschmied,  Sohn  des  Rademachers  Jacob  Rubin  in  Kertschen  (?)  bei  Öls,  wird  1683  in  Breslau 
Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  23.  November  1683  Anna  Maria,  die  Tochter  des  Johann  Balthasar  Karge, 
Kantors  an  der  St.  Elisabethkirche  (Elis.).  Wohnt  erst  auf  der  Schuhbrücke,  dann  auf  der  Schmiedebrücke  in 
dem  Hause  des  Uhrmachers  Johann  Wuttke.  Gibt  um  1708  sein  Handwerk  auf  und  zieht  auf  das  Land,  bleibt 
aber  Mitglied  der  Innung.  Seine  Frau  Anna  Maria  f  1.  (begr.  d.  3.)  VI.  1714  (Elis.).    Er  selbst  stirbt  im  August  1714. 

Rudell,  Merten,  kein  Goldschmied,  sondern  ein  Tuchmacher  in  der  Neustadt-Breslau,  wurde  durch  ein  Versehen  des 
Stadtschreibers  im  Catalogus  civium  von  1470  unter  die  Goldschmiede  geschrieben. 

Rudioff,  Hans,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Goldschmieds  Kilian  Rudioff  in  Sagan,  heiratet  in  Breslau  am  4.  Oktober 
1574  Magdalena,  die  Tochter  des  f  Merten  Konig  (MM). 

Rudolff,  Wincencius  [Veczens],  aurifaber,  wird  Bürger  am  Sonnabend  vor  Vocem  jocunditatis  (30.  April)  1440.  Er- 
scheint 1448  und  1451  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior. 

Rudolph,  Joachim,  von  Lüneburg,  Silberarbeiter  auf  dem  Sande,  wird  1662  in  der  Spezifikation  der  Pfuscher  in  und 
vor  Breslau  erwähnt  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  lOd  3). 

Rudolph,  Johann  August  Albert,  Goldarbeiter  und  Uhrgehäusemacher,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schuhmachers  Johann 
Rudolph,  lernt  bei  Johann  Carl  Siegmund  Grauer  von  Ostern  1816  bis  Weihnachten  1819,  dann  bei  Johann 
Christian  Wilhelm  Stuppe  bis  28.  März  1822.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  27.  April  1830,  alt  27  Jahre.  Tritt  am 
26.  Oktober  1839  in  die  Innung  ein.  Ist  vom  15.  Januar  1861  bis  1876  Stempelmeister  mit  dem  Buchstaben  U. 
Stirbt  am  12.  April  187S. 

Rüffer,  Friedrich  Wilhelm  (Riffer,  Ruffer,  Ruffert,  Reiffert),  Goldarbeiter,  geb.  in  Schweidnitz,  lernt  daselbst  bei  Johann 
Gottfried  Keil  von  1784—1789,  wird  losgesagt  am  23.  Februar  1789.  Arbeitet  in  Breslau  bei  Ferdinand  Christian 
Krebs  als  Meisterstück  ein  Halsband  in  Filigranarbeit  mit  Amethystfluss,  wird  Meister  am  15.  Dezember  1801  und 
Bürger  am  19.  März  1802.    Ist  in  der  Meisterliste  von  1824  das  letzte  Mal  genannt. 

Rüger,  siehe  Riger. 

Sachs,  George,  Goldschmied;  am  14.  April  1647  stirbt  seine  Witwe  Anna. 

Sachs,  Hans,  wohl  kein  Goldschmied,  sondern  ein  Innungsbeisitzer;  sein  Name  ist  im  Catalogus  civium  von  1525 

an  zweiter  Stelle  später  angefügt  worden. 
Sachs-Loüerman,  Hans,  siehe  Lotterman. 

Sachse,  Heinrich,  d.  ä.,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Montag  nach  Bartholomaei  (25.  August)  1421. 

Sachse,  Heinrich  (Heincz  Sachs,  Sachsse),  d.  j.,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Dienstag  vor  Petri  ad  vincula  (30.  Juli) 

1454     Ist  1460  Zunftsenior.    Stirbt  nach  1470. 
Sachse,  Jacobus,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Montag  vor  Egidii  (30.  August)  1417.    Erscheint  1422  und  1428  in  den 

Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.    Bürgt  1424  für  Gerhardus  Kelr.    Stirbt  nach  1430. 
Sachse,  Niclas,  siehe  Rotchen. 

Sachse,  Stephanus  (Steffan  Sachs),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Montag  vor  Simonis  et  Jude  ap.  (26.  Oktober)  1450. 

Erscheint  1457  und  1464  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.    Stirbt  nach  1470. 
Sack,  Petir,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Montag  vor  Michaelis  (27.  September)  1434. 

Saffran,  Johann  Benjamin,  Goldarbeiter  ausserhalb  der  Zunft,  wird  1746  am  Dom  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 
Sagmeister,  Leopold,  Goldschmied  am  Hinterdom,  wird  1741  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 
Sammerman,  Peter,  Goldschmied;  am  6.  April  1732  stirbt  sein  Sohn  Martin  Friedrich. 

Sander,  Benjamin  Gottlieb  (Sandner,  Sanner),  Silberarbeiter,  geb.  in  Beuthen  an  der  Oder,  lernt  daselbst  bei  dem  Silber- 
arbeiter Christoph  Schönpflug  vom  18.  August  1746—1752.  Meldet  sich  in  Breslau  am  12.  (27.)  Dezember  1763 
als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann  Gottlieb  Schmidt  ein  silbernes  Giessbecken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am 
16.  April  und  Bürger  am  18.  Oktober  1764.  Seine  Frau  Anna  Juliana,  geb.  Reyrnann,  f  4.  (begr.  d.  7.)  XII.  1776 
(MM).  Sander  verbringt  die  letzte  Zeit  seines  Lebens  im  Armenhause  und  stirbt,  von  Melancholie  befallen,  am 
10.  Mai  1794,  alt  63  Jahre.  Zeichnet  BGS  in  einem  Dreipasse,  bisweilen  auch  SANDER,  positiv  eingeschlagen, 
vgl.  Taf.  V  Nr.  165. 

a.  Altarleuchter,  Silber,  mit  Blumen  und  Rokokokartuschen  in  getriebener  Arbeit.  Datiert  1774.  Johannes- 
kopf Typus  XIII,  Stempelmeisterb.  G  Typus  II  u.  Meisterz.  —  Maria  Magdalenenkirche,  Breslau. 

b.  Silberfassung  eines  Krügeis  aus  Terra  sigillata,  auf  dem  glatten,  schildförmigen  Silberbelag  des  Krügeis 
vier  gravierte  Wappen  (das  erste  das  der  Freiherrn  Stein  von  Altenstein;  die  übrigen  noch  nicht  bestimmt). 
Auf  dem  Deckel  als  Knopf  ein  sitzender  Hund.  H.  16,6  cm.  Johanneskopf  Typus  XIV  (Stempelmeisterb. 
fehlt)  u.  Meisterz.  BGS,  letzteres  zweimal  eingeschlagen.  —  Staatsrat  O.  v.  Essen,  Breslau. 


147 


Fig.  34.  Matthias  Sbarasky:  Büste  der  Kaiserin  Helena  in  der  Kreuzkirche  in  Breslau 


Sandig,  Hugo  Gustav  Adolph,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  24.  Juni  1837,  Sohn  des  Schneidermeisters  Sandig, 
lernt  bei  Carl  Gottlieb  Schneider  vom  Qu.  Johannis  1851—1856.    Lässt  sich  in  Liegnitz  als  Meister  nieder,  sucht 

19* 


148 


am  9.  Juni  1873  seine  Aufnahme  bei  der  Breslauer  Innung  nach,  die  ihm  gewährt  wird.  Darauf  bleibt  Sandig  in 
Liegnitz  und  scheidet  1874  wieder  aus  dem  Mittelsverbande. 

Sandt,  Ivor  (Iver  Sant,  Jier  Sannt,  Ivor  Larsen  Sandt,  Ivorsandt),  Goldschmied,  Sohn  des  Schiffsbaumeisters  Lorentz 
Sandt  in  Bergen  in  Norwegen,  wird  in  Breslau  Meister  Anfang  Dezember  und  Bürger  am  30.  Dezember  1729. 
Heiratet  am  10.  Januar  1730  Susanna,  die  Tochter  des  Erbscholzen  Martin  Grünig  in  Dammer  bei  Bernstadt 
(Elis.).  Seine  Frau  Susanna  f  18.  (begr.  d.  20.)  III.  1734  (Elis.).  Sandt  heiratet  am  30.  Oktober  1736  Christina 
Elisabeth,  die  Tochter  des  f  Pfarrers  Gottfried  Kupfer  in  Zeithain  und  Röderau  in  Sachsen  (Elis.).  Seine  Frau 
Christina  Elisabeth  f  30.  XII.  1737  (begr.  d.  1.  I.  1738;  Elis.).   Er  selbst  stirbt  oder  verzieht  von  Breslau  um  1742. 

Sauerman,  George  (Saurman,  Sawerman),  Goldschmied,  geb.  zu  Dünckelpyell  (?)  in  Schwaben,  heiratet  in  Breslau 
als  Geselle  nach  dem  am  27.  September  erfolgten  Aufgebot  am  6.  Oktober  1598  Katharina,  die  Tochter  des 
Goldschmieds  Sebastian  Goldthoff  d.  ä.  (MM).  Wird  Ende  1598  Bürger  und  Meister.  Wohnt  auf  der  Schmiede- 
brücke, dann  auf  der  Stockgasse  in  seinem  eigenen  Hause.  Seine  Frau  Katharina  f  7.  IV.  1603  (Elis.).  Sauerman 
heiratet  am  31.  August  1604  Margareta,  die  Tochter  des  f  Fleischers  Adam  Ulrich  aus  Münsterberg  (MM). 
Kommt  1605  in  Görlitz  in  einer  für  ihn  persönlich  gleichgültigen  Angelegenheit  vor  (Schles.  Vorz.  VII.  483). 
Wird  1615  als  Hausbesitzer  im  Besichtigungsbuche  der  Breslauer  Kretschmer-Innung  (S.  371)  erwähnt.  Seine 
Tochter  Maria  heiratet  am  23.  Januar  1624  den  Goldschmied  George  Nitsch  (Elis.).  Seine  Frau  Margareta  f  18. 
(19.)  X.  1626  (Elis.).    Er  selbst  stirbt  am  23.  (begr.  d.  25.)  August  1633  an  der  Pest,  alt  etliche  60  Jahre  (Elis.). 

Sbarasky,  Matthias  (Sbaraschky,  Sparassky),  Goldschmied,  geb.  in  Lemberg  in  Polen,  wird  in  Breslau  Meister 
Anfang  Mai  und  Bürger  am  30.  Mai  1698.  Heiratet  bei  St.  Matthias  am  10.  Juni  1698  Rosina  Werner.  Stirbt 
am  1.  (2.)  August  1715;  ist  in  der  St.  Matthiaskirche  feierlich  beigesetzt  worden.  Sbarasky  zeichnet  MS  in  ovalem 
Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  120. 

a.  Schüssel  mit  Messkännchen,  Silber  mit  Vergoldung,  am  Rande  gerippt,  im  Spiegel  der  Schüssel 
Akanthusranken  auf  punziertem  Grunde.  Mit  Inschrift:  „Joannes  Franciscus  Beer  Colleg:  Ecclesiae  Ratti- 
boriae  Canonicus  S.  Crucis  Wratislaviae  Vice-Decanus  proprio  aere  F.  F.  A.  1703".  Dm.  37  X  28  cm. 
Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  3$.  —  Kreuzkirche,  Breslau. 

b.  Ciborium,  Silber  vergoldet,  auf  dem  Deckel  ein  kleines  Kreuz.  Am  Fusse  die  Inschrift:  „Sum  EccI:  S. 
yEgdij  Wratislaviae  1707".  H.  23  cm.  Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  StV'.  —  Kreuzkirche, 
Breslau. 

c.  Büste  der  Kaiserin  Helena,  Silber  mit  Vergoldung  und  farbigen  Steinen,  abgebildet  Fig.  34.  H.  45  cm. 
Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  5W^-  —  Kreuzkirche,  Breslau. 

d.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  profilierten,  sechspassigen  Fusse  und  dem  birnförmigen  Nodus  abwechselnd 
Fruchtbehänge  und  Akanthusrankenwerk  in  getriebener  Arbeit,  sowie  ein  Monogramm.  Kuppabelag  mit 
Laub-  und  Bandelwerk  in  durchbrochener  Arbeit.  H.  24  cm.  Johanneskopf  Typus  IV,  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst. Kreuzkirche,  Breslau. 

e.  Rahmen  zu  drei  Kanontafeln,  Silber,  aus  leicht  profilierten  Leisten  mit  Akanthusrankenwerk.  Gr.  56X45 
und  2S  X  36,5  cm.   Johanneskopf  u.  Meisterz.  —  Kreuzkirche,  Breslau. 

Schaffman,  Adolphus  Henricus  (Adolph  Heinrich  Schaffmann),  Galanteriewarenarbeiter,  meldet  sich  1735  als  Stück- 
arbeiter; da  ihm  jedoch  die  Innung  wegen  der  Rezeption  Schwierigkeiten  bereitet,  wendet  er  sich  nach  Wien 
an  Kaiser  Karl  VI.,  der  durch  ein  Schreiben  vom  21.  Oktober  1735  anordnet,  dass  dem  Schaffman,  „wann 
er  vorderist  alle  vermög  innungen  und  der  neuen  handwercksordnung  erforderliche  praestanda  geleistet  haben 
wird,  das  meisterrecht  von  dem  Breßlauer  goldschmiedmittel  ertheilet  werden  möge"  (Lib.  definit.  XIII. 
38a — 39a).  Ende  1735  wird  Schaffman  „auf  Kaiserlichen  Befehl"  in  das  Mittel  aufgenommen.  Liefert  1739 
eine  Monstranz  nach  Rothschloss  bei  Nimptsch,  die  ihm  nicht  bezahlt  wird;  er  verklagt  den  Pfarrer  bei  dem 
Breslauer  Vikariatsamte  (Prot.  Vic.  Gen.  v.  3.  Dez.  1739).    Ist  in  der  Meisterliste  von  1746  das  letzte  Mal  erwähnt. 

Schaffman,  Johann  Heinrich  [Andreas]  (Schafman),  Galanteriewarenarbeiter,  verfertigt  bei  Heinrich  August  Joel  als 
Meisterstück  eine  Dose  und  ein  Etui,  wird  Meister  im  Juni  und  Bürger  am  11.  September  1739.    Stirbt  1773. 

Schaller,  Lorencz,  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  28.  Februar  1528,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Stirbt 
vor  1544.    Seine  nachgelassene  Tochter  Judith  heiratet  im  Juni  1554  den  Schneidergesellen  Merten  Semler  (MM). 

Schaller,  Ulrich,  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  7.  Februar  1533,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Ist  im 
Catalogus  civium  von  1544  nicht  mehr  erwähnt. 

Schar,  Paul  (Schahr,  Scher),  Goldschmied  in  der  Neustadt-Breslau,  stirbt  am  4.  Oktober  1585. 

Schärft,  Johann  Heinrich  Wilhelm,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Rendanten  Wilhelm  Gottlieb  Scharff,  lernt 
bei  Johann  Carl  Böttiger  vom  Qu.  Trinitatis  1801—1806.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  2.  Februar  1819,  alt  33  Jahre. 
Wird  nicht  Innungsmitglied.    Zieht  später  nach  Schmarse  bei  Öls,  lässt  sich  aber  sein  Bürgerrecht  reservieren. 


149 


Schein,  Daniel,  Goldschmiedgeselle  von  Tyrnau  in  Ungarn,  Sohn  des  dortigen  Bürgers  und  Goldschmieds  Christoff 
Schein,  lässt  sich  vom  Rate  seiner  Vaterstadt  am  12.  Mai  1627  einen  Geburtsbrief  ausstellen,  um  in  Breslau  von 
den  Ältesten  und  Jüngsten  der  Goldschmiede  gleich  anderen  ehrlichen  Gesellen  geehrt  und  gefördert  zu  werden 
(üb.  definit.  V.  240 242b). 

Schelhase,  Johann  Benjamin  (Scheelhaase),  d.  ä.,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  arbeitet  zuerst  als  Pfuscher.  Heiratet 
als  Witwer  am  24.  November  1767  Anna  Barbara,  die  Tochter  des  f  Dreschgärtners  Heinrich  Winderlich  (Elis.). 
Meldet  sich  gezwungenermassen  am  28.  Juli  1774  als  Stückmeister,  arbeitet  eine  silberne  Zuckerschale,  wird 
Meister  am  16.  Juni  und  Bürger  am  19.  September  1775.  Da  er  bei  seiner  Aufnahme  in  die  Innung  bereits  ein 
Mann  von  52  Jahren  ist,  wird  ihm  das  Rezeptionsgeld  von  100  auf  50  Gulden  ermässigt.    Stirbt  am  9.  März  1794. 

Schelhase,  Johann  Benjamin  (Scheelhaase),  d.  j.,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Johann  Benjamin  Schel- 
hase d.  ä.,  lernt  bei  seinem  Vater  vom  Qu.  Lucie  1789  bis  Qu.  Crucis  1794.  Arbeitet  bei  Johann  Bernhard 
Hoensch  als  Meisterstück  eine  silberne  Zuckerschale  mit  Löffel,  wird  Meister  am  17.  Juli  und  Bürger  am 
16.  Oktober  1801.    Stirbt  1824.    Schelhase  d.  j.  zeichnet  BS  in  rundem  Felde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  180. 

a.  Kaffeelöffel,  Silber,  in  Empireform.   Johanneskopf  u.  Meisterz.  —  Frau  Prof.  Dr.  Hintze,  Breslau. 

b.  Buchschliesse,  Silber,  mit  geflügelten  Engelsköpfen  und  Bandwerk  in  durchbrochener  Arbeit.  Johanneskopf 
u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

Scherer,  Paul,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Hans  Scherer,  heiratet  Jubilate  1575  Regina,  die  Tochter  des  f  Christoph 
Klein  (Elis.). 

Scherff,  Hannos,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  Divisio  apostolorum  (15.  Juli)  1405;  Bürge  ist  Hannos  Nysser. 

Schewenpflug,  Georgius,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Misericordia  domini  (17.  April)  1439. 

Schiebler,  Johann  Lorenz  (Schübler,  Schubler),  d.  ä.,  Silberstecher,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  4.  September  1744. 

Stirbt  am  28.  (begr.  d.  30.)  Januar  1752,  alt  56  Jahre  6  Monate  28  Tage  (MM).    Seine  Witwe  Maria,  geb.  Wagner, 

t  8.  (begr.  d.  10.)  IX.  1753. 

Schiebler,  Johann  Lorenz  (Schübler),  d.  j.,  Silberstecher;  am  18.  (begr.  d.  20.)  Oktober  1758  stirbt  seine  Frau  Christina 
Eleonora.    Schiebler  heiratet  am  21.  August  1759  Rosina  Eleonora,  die  Tochter  des  Leinwandreissers  Gottlieb 
Freytag  (Elis.).    Seine  Tochter  Maria  Elisabeth  heiratet  am  13.  Oktober  1772  den  Kürschner  Johann  Siegemund 
Klose  (MM).   Schiebler  stirbt  am  30.  Juli  (begr.  d.  1.  August)  1773,  alt  47  Jahre  10  Monate  21  Tage  (MM).  Seine 
Witwe  f  23.  (begr.  d.  26.)  IV.  1778  (MM).  Seine  Tochter  Johanna  Rosina  heiratet  am  17.  April  1782  den  Destillateur 
Christian  Gottlob  Starosta  (Elis.). 
Schier,  Hans  [Johann],  Goldschmied,  Sohn  des  polnischen  Regiments-Fouriers  George  Schier,  wird  Ende  1667  in 
Breslau  Bürger  und  Meister.    Heiratet  am  31.  Januar  1668  Anna  Katharina,  die  Tochter  des  Goldschmiedältesten 
George  Volgnadt  (Elis.).  Wohnt  am  Ringe  unter  den  Riemern.  Stirbt  am  30.  Oktober  1683,  alt  41  Jahre  6  Monate 
(Elis.).   Seine  Witwe  Anna  Katharina  heiratet  am  18.  Juni  1686  den  Juwelier  Johann  Vogel  (Elis.).  Seine  Tochter 
Maria  Katharina  heiratet  am  31.  Juli  1703  den  Schulhalter  Johann  George  Kuntz  (Elis.).    Seine  Tochter  Maria 
Magdalena  heiratet  am  19.  Oktober  1706  den  Amtmann  Johann  Ernst  Breye  (Elis.). 
a.  Willkommschildchen,  Silber,  in  Kartuschenform,  mit  zwei  Engeln  und  einem  Engelsköpfchen  in  getriebener 
Arbeit.    In  der  Mitte  ein  vergoldetes  Oval  mit  der  Inschrift:  „Johannes  Schier  goldt  Schmiedt  in  Breslau 
VerEhrte  dieses  zum  Andencken  der  löblichen  Bruderschaft  der  Tuchknabben.    Ao  1676  den  22  Juny." 
H.  7,1  cm.    Br.  6,2  cm.  —  Reg.-Baumeister  Epstein,  Berlin. 
Schier,  Johann  George,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Hans  Schier,  wird  1707  Meister. 
Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  9.  September  1707.    Heiratet  am  17.  Oktober  1707  Susanna,  die  Witwe  des  Gold- 
schmieds Christian  Winckler  (MM).    Ist  am  5.  März  1719  Taufzeuge  bei  St.  Matthias.    Seine  Tochter  Johanna 
Katharina  heiratet  am  18.  April  1730  den  Goldschmied  Christian  Dietrich  (MM).    Schier  stirbt  am  9.  (begr.  d.  11.) 
April  1740,  alt  69  Jahre  8  Monate  2  Tage  (Elis.).    Seine  Witwe  Susanna  f  12.  (begr.  d.  14.)  XI.  1743  (Elis.). 
Schier  zeichnet  I  G  S  in  einem  dreipassigen  Blatte,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  129. 
a.  Frauengürtel,  Silber,  mit  Schlussrosette.    „Wiegt  542/8  loth."    Beschauz.  W  Typus  VII,  Stempelmeisterb.  C 
u,  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 
Schier,  Tobias,  Goldschmied,  wird  Meister  im  Januar  und  Bürger  am  7.  Februar  1702.    Seine  Frau  Dorothea,  geb. 
Teubner,  f  28.  (begr.  d.  30.)  V.  1733  (Elis.).    Er  selbst  stirbt  am  10.  (11.,  begr.  d.  12.)  August  1733,  alt  60  Jahre 
6  Wochen  (Elis.).    Seine  Tochter  Christina  Dorothea  heiratet  am  22.  November  1734  den  Seidenstricker  Christoph 
Krause  (Elis.).    Seine  Tochter  Beata  Juliana  heiratet  am  20.  Januar  1738  den  Schneider  Benjamin  Hille  (Elis.). 
Schier  zeichnet  TS  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  124. 
a.  Altarkreuz,  Silber  mit  wenig  Vergoldung,  auf  dreiteiligem  Fusse.    Datiert  1706.   Johanneskopf  Typus  II  u. 
Meisterz.  —  Bernhardinkirche,  Breslau. 


150 


b.  Kelch becher,  Silber,  auf  hohem  profiliertem  Ständerfusse.  Auf  dem  zwölfkantigen  vergoldeten  Becher  ein 
umgelegtes  silbernes  Band  mit  Inschrift  und  drei  angelehnte  grosse  Schildchen.  Stiftung  der  Kassierer  und 
Ältesten  der  Zwingerschützen.  Datiert  1706.  H.  23,4  cm.  Johanneskopf  (undeutlich),  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst.  '.  —  Kleinodien  der  Zwingerschützen  in  Breslau.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und 
Altertümer,  Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  VII  S.  183  Nr.  12). 

c.  Kelchbecher,  Silber,  Fuss,  Ständer,  Unterteil  des  Kelches  gerieft  und  leicht  vergoldet.  Auf  dem  Becher 
eine  Kartusche  mit  dem  Monogramm  des  Dr.  med.  Pauli  in  Gravierung.  Am  Fusse  die  Inschrift:  „Donavi 
Ao  1710.  Zum  andencken  wolle  dis  die  Zwinger  Brüderschafft  bey  den  Extra- Vorteln  brauchen."  H.  19,7  cm. 
Johanneskopf  Typus  IV,  Stempelmeisterb.  A,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  3$ '.  —  Kleinodien  der  Zwingerschützen 
in  Breslau.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd  VII 
S.  183  Nr.  13). 

d.  Monstranz,  Silber  mit  Vergoldung  und  vielen  Steinen,  auf  dem  ovalen,  achtpassig  gebogten,  profilierten 
Fusse  silberne  Medaillons  mit  Szenen  aus  dem  Leben  Jesu  und  der  Jungfrau  Maria  und  üppiges,  doch  wenig 
klares  Blumen-  und  Rankenwerk.  Über  der  Lunula  Gott  Vater  und  die  Taube  des  hl.  Geistes,  unten  knieen 
die  hl.  Ursula  und  der  hl.  Antonius,  die  Schutzpatrone  der  Ursulinerinnen.  Zu  beiden  Seiten  des  Tabernakels 
vorder-  und  rückseitig  je  drei  Medaillons  mit  Szenen  aus  dem  Leben  Jesu  und  der  Jungfrau  Maria.  Das  Ganze 
wird  durch  Laubwerk  umrankt.  Zu  beiden  Seiten  der  Scheibe  drei  umklappbare  Arme.  H.  69,3  cm.  Johannes- 
kopf Typus  IV,  Stempelmeisterb.  A,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.        —  Kloster  der  Ursulinerinnen,  Breslau. 

e.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  profilierten,  sechspassigen  Fusse  silberne  Medaillons  mit  Halbfiguren  von 
Heiligen,  darunter  der  hl.  Matthias  und  Johannes  Nepomuk,  der  1729  kanonisiert  wurde.  Auf  dem  birn- 
förmigen  Nodus  drei  geflügelte  Engelsköpfchen.  Auf  der  Kuppa  das  Kreuz  mit  Stern  der  Kreuzherrn.  H.  23  cm. 
Johanneskopf  Typus  IV,  Stempelmeisterb.  A,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  SW^"-  —  Matthiaskirche,  ehemalige 
Jesuitenkirche,  Breslau. 

f.  Standkruzifix,  Silber,  mit  Kleeblattenden,  auf  dreiteiligem  Volutenfusse  mit  plastisch  aufgesetzten  be- 
flügelten Engelsköpfchen.  Auf  den  nach  innen  gewölbten  Seitenflächen  des  Fusses  Blattranken,  Fruchtgehänge 
und  drei  ovale  Medaillons  mit  Inschriften.  Datiert  25.  Dezember  1718.  H.  90  cm.  Johanneskopf,  Stempel- 
meisterb. B  negativ  u.  Meisterz.  —  Barbarakirche,  Breslau. 

g.  Rauchfass,  Silber.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  B  negativ,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.^.  Der  obere 
Teil  später  ergänzt  durch  Johann  George  Donath.  —  Adalbertkirche,  ehemaliges  Dominikanerkloster,  Breslau. 

h.  Schüssel  mit  Messkännchen,  Silber  vergoldet,  oval,  mit  Laub-  und  Bandelwerkdekor,  am  Rande  gerippt. 
Dm.  39,5  X  30,8  cm.  Johanneskopf  ähnlich  Typus  IX,  Stempelmeisterb.  B  positiv,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Stfr- 
—  Kgl.  Matthiasgymnasium,  Breslau. 

i.  Bucheinband,  Silber,  mit  Laubwerk  in  durchbrochener  Arbeit.  H.  14,5  cm.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  B 
positiv  u.  Meisterz.  —  Baron  Horace  von  Günzburg,  St.  Petersburg  (nach  Rosenberg  Nr.  477). 

k.  Bucheinband,  Silber,  mit  Akanthusranken  und  Bandwerk  in  durchbrochener  Arbeit.  „WlSVJot."  H.  13,8  cm. 

Johanneskopf  Typus  IX,  Stempelmeisterb.  C,  Meisterz.  u.  ein  österr.  Freistempel.  —  Schlesisches  Museum  für 

Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 
1.  Votivtäfelchen,  Silber,  rechteckig,  mit  menschlichem  Unterkiefer  in  getriebener  Arbeit.    Gr.  1 1,9  X  6,6  cm. 

Johanneskopf  Typus  X,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  —  Adalbertkirche,  ehemaliges  Dominikanerkloster, 

Breslau. 

m.  Monstranz  in  der  kath.  Kirche  in  Köbnitz,  Prov.  Posen  (nach  J.  Kohte,  Kunstdenkmäler  d.  Prov.  Posen, 
Bd.  I  S.  131). 

n.  Monstranz  in  der  kath.  Pfarrkirche  in  Tirschtiegel,  Prov.  Posen  (nach  J.  Kohte,  1.  c,  S.  131). 
o.  Schüssel  in  der  evang.  Pfarrkirche  in  Schlichtingsheim,  Prov.  Posen  (nach  J.  Kohte,  1.  c,  S.  131). 
p.  Schüssel  in  der  evang.  Pfarrkirche  in  Rawitsch,  Prov.  Posen  (nach  J.  Kohte,  I.  c,  S.  131). 
Schilling,  Vicenz,  Goldschmied  (Gürtler),  Sohn  des  Rotgerbers  Anton  Schilling,  heiratet  10.  Trinitatis  1590  Maria,  die 
Tochter  des  f  Grundgräbers  Merten  Hase  (Elis.).    Muss  am  26.  März  1607  vor  den  Ratmannen  geloben,  „kein 
silber  noch  goltt  zu  arbeitten,  sondern  sich  allein  meßener  vnd  kupferner  arbeit  zugebrauchen,  dieselb  aber  nicht 
zuuorgulden  noch  zuuorsilbern  vndt  der  erbarn  zeche  der  goltschmide  an  ihrem  handtwerg  keinen  einhält  zu- 
thuen".  .  .    (Lib.  definit.  IV.  177t>— 178*). 
Schimunsky,  Christopherus,  siehe  Schromowsky. 

Schiperius,  M.,  Silberarbeiter,  wohnt  am  Sande  zwischen  den  Brücken,  ist  1662  in  der  Spezifikation  der  Pfuscher  in 

und  vor  Breslau  erwähnt,  arbeitet  mit  zwei  Gesellen  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  10  d  3). 
Schippe,  Johann,  Goldschmied  auf  dem  Sande,  wird  1684  am  Dom  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  487). 


151 


Schitthelm,  Johann  Friedrich,  Goldarbeiter,  geb.  in  Strehlen,  Sohn  eines  Kutschers,  lernt  in  Breslau  bei  Johann  Oottlieb 
Herrmann  vom  22.  Januar  1806  bis  9.  Oktober  1812.  Erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  22.  März  1822,  alt 
29  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Schlefuss,  Jorge  (Georg  Schiefiiis,  Schlefüs,  Schleefuss,  Schlifuss,  Schlyfuss),  Goldschmied,  geb.  in  Sorau,  heiratet  in 
Breslau  als  Geselle  im  November  1553  Rebecca,  die  Witwe  des  Kannegiessers  Lorentz  Stille  (MM).  Erwirbt  das 
Bürgerrecht  am  21.  Februar  1556,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Wohnt  auf  der  Schuhbrücke.  Heiratet  als 
Witwer  am  2.  Advent  1570  Anna,  die  Tochter  des  f  Bäckers  Nickel  Scharfenberg  (Elis.).  Seine  Tochter  Magdalena 
heiratet  am  13.  (15.)  Dezember  1573  den  Goldschmied  Christoff  Hoffman  (Elis.  u.  MM).  Schlefuss  stirbt  1574. 
Seine  Tochter  Martha  heiratet  am  14.  Februar  1575  den  Bäcker  Hans  Eberland  aus  Brieg  (MM).  Seine  Tochter 
Maria  heiratet  am  5.  März  1576  den  Rotgerber  Hans  Scholtz  (MM).  Seine  Tochter  Rebecca  heiratet  am  4.  De- 
zember 1580  den  Schuster  Caspar  Steinichen  (MM).  Seine  Tochter  Barbara  heiratet  am  6.  Oktober  1586  den  Ätz- 
maler Hans  Schmidt  (MM).    Schlefuss  zeichnet  I  S  in  zwei  verschiedenen  Typen,  vgl.  Taf.  III  Nr.  54  u.  55. 

a.  Haupt  Johannes  des  Täufers  auf  der  Schüssel,  Silber  mit  Vergoldung,  abgebildet  auf  Seite  33  Fig.  12.  Auf 
der  Schüssel  die  Inschrift:  „In  honorem  S.  Joannis  Baptistae  Capitulu  f.  fecit  MDLxxj."  Mehrereinschriften 
auf  der  Rückseite  der  Schüssel  beziehen  sich  auf  die  Geschichte  der  Reliquie.  Dm.  21  cm.  Beschauz.  W 
Typus  II,  Meisterz.  Typus  I  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Mariae,  Ratibor. 

b.  Königsmann,  Silber  vergoldet,  in  Hochrelief,  ein  schreitender  Schütze  mit  wallendem  Barte,  im  Eisenhute, 
geschlitztem  Wams  und  Pluderhosen,  die  Büchse  mit  der  rechten  Hand  schulternd,  unter  dem  linken  Arme 
ein  in  der  Scheide  steckendes,  nach  oben  gerichtetes  Schwert.  Zwischen  den  Beinen  eine  Landschaft  in 
Flachrelief.  H.  20  cm.  Beschauz.  W  Typus  II  u.  Meisterz.  Typus  II.  Nach  Angaben  von  Pol  (Jahrbücher  der 
Stadt  Breslau,  ed.  Büsching,  Bd.  IV  S.  65)  vom  Jahre  1571.  Siehe  Christian  Mentzel  d.  j.  -  -  Kleinodien  der 
Schiesswerderschiitzen  in  Breslau.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vgl. 
Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  V  S.  234  Nr.  1). 

Schleich,  Hans,  Goldschmied,  wird  Bürger  und  Meister  Ende  1616  oder  Anfang  1617.  Ist  in  der  im  Gesellenbuche 
1618  eingetragenen  Meisterliste  nicht  mehr  erwähnt. 

Schleiffer,  Michael,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Andreas  Schleiffer,  Hofsporers  in  Stuttgart,  heiratet  in  Breslau  am 
16.  Januar  1623  Anna,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Fabian  Nitsch  (Elis.).    Wird  in  Wohlau  Meister. 

Schlencker,  Carl  Wilhelm,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Christian  Schlencker,  Bruder  des 
Johann  Christian  Schlencker,  meldet  sich  am  29.  Dezember  1750  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Daniel  Klein  einen 
Placker  und  Ring,  wird  Meister  am  30.  Juni  (1.  Juli)  und  Bürger  am  30.  Angust  1751.  Stirbt  am  29.  Sep- 
tember 1791. 

Schlencker,  Christian  (Schlenker,  Schlenckert),  Goldschmied,  Sohn  des  Riemers  Christian  Schlencker  in  Liegnitz,  wird 
in  Breslau  Meister  im  August  und  Bürger  am  1.  September  1708.  Heiratet  am  11.  September  1708  Maria  Magdalena, 
die  Tochter  des  Goldschmieds  Johann  Petzold  (Elis.).  Am  16.  Oktober  1722  tun  die  Schoppen  kund,  dass  Anna 
Maria  Rieger,  die  Witwe  des  Goldschmieds  Johann  Petzold  ihrem  Eidam,  dem  Goldschmied  Christian  Schlencker 
ihr  Haus  auf  der  Schmiedebrücke  für  2300  Rtlr.  Schles.  aufgereicht  habe  (Schles.  Vorz.  VII.  486).  Schlencker  ist 
seit  1724  Ältester.  Seine  Frau  Maria  Magdalena  t  17-  (begr.  d.  19.)  IV.  1730  (Elis.).  Schlencker  heiratet  am  11.  Sep- 
tember 1731  Anna  Rosina,  geb.  Krause,  die  Witwe  des  Fleischhackers  Johann  Christoph  Krebs  (Elis.).  Stirbt  am 
10.  März  1745.  Seine  Witwe  Anna  Rosina  heiratet  am  3.  Februar  1750  den  Malerältesten  Johann  Friedrich 
Fechner  (Elis.).  Sein  Sohn  Gottlob  Benjamin,  ein  Riemer,  heiratet  am  11.  Juni  1754  Johanna  Susanna  Leh- 
mann (Elis.). 

Schlencker,  Johann  Christian,  Goldarbeiter  und  Pretiosentaxator  bei  dem  Kgl.  Oberamte,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des 
Goldschmieds  Christian  Schlencker,  Bruder  des  Carl  Wilhelm  Schlencker,  arbeitet  bei  seinem  Vater  als  Meister- 
stück einen  Uhrhaken  und  Ring,  wird  Meister  am  16.  September  1744  und  Bürger  am  10.  März  1745.  Heiratet 
am  20.  September  1746  Eleonora  Friederika,  die  Tochter  des  Christoph  von  Bäcker  (Elis.).  Ist  Ältester  seit  1771. 
Seine  Frau  f  25.  (begr.  d.  28.)  VIII.  1777  (MM).  Seine  Tochter  Carolina  Friederika  heiratet  am  13.  Februar  1781 
den  Kalkulator  Friedrich  Wilhelm  Poser  (MM).  Schlencker  stirbt  am  9.  (begr.  d.  12.)  Juni  1789,  alt  74  Jahre 
5  Monate  (MM). 

Schlencker,  Johann  Wilhelm  (Schlenker),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Johann  Christian 
Schlencker,  lernt  bei  seinem  Vater,  wird  losgesprochen  am  18.  September  1769.  Meldet  sich  am  26.  Dezember 
1779  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  seinem  Vater  ein  Paar  mit  Rauten  besetzte  Ohrgehänge  mit  drei  Pendeloques, 
wird  Meister  am  2.  August  1780  und  um  dieselbe  Zeit  Bürger.  Heiratet  am  20.  September  1781  Carolina  Elisabeth, 
die  Tochter  des  Schneiderältesten  Johann  Victor  Libau  (Elis.).  Gibt  1808  sein  Handwerk  auf.  Stirbt  am  1. 
(begr.  d.  4.)  August  1820,  alt  71  Jahre  (MM). 


152 


Schleupner,  Erasmus  [Asmus]  (Schlewpner,  Sleupner),  Goldschmied,  Sohn  des  Neisser  Goldschmieds  Nicolaus 
Schleupner,  arbeitet  1517  als  Geselle  in  Nürnberg  (A.  Kastners  Archiv  für  die  Geschichte  des  Bistums  Breslau, 
Bd.  I  S.  62  f.).  Erwirbt  am  Freitag  nach  Cineres  (12.  Februar)  1524  das  Breslauer  Bürgerrecht,  wird  um  dieselbe 
Zeit  Meister.  Stirbt  vor  1534.  Seine  Witwe  Katharina  heiratet  im  März  1543  den  Buchbinder  Hans  Ernst  (MM). 
Seine  Tochter  Sara  heiratet  im  April  1543  den  Tischler  Valten  Benhart  (MM).  Sein  Sohn  ist  der  Domherr 
Sebastian  Schleupner. 

Schlifuss  [Schlyfuss],  Georg,  siehe  Jorge  Schlefuss. 

Schlitten,  Christannus  (Schlite),  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  im  September  1544  Martha,  die  Tochter  des  Reich- 
krämers Johannes  Seyfrid  (MM).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  19.  Februar  1547,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister. 
Heiratet  als  Witwer  im  Dezember  1548  Christina,  die  Tochter  des  Jane  [Hans]  von  Holcz  (MM);  siehe  Hans 
Bartolme.  Seine  Tochter  Clara  heiratet  am  28.  April  1562  den  Bartholomaeus  Scholtz  (MM).  Schlitten  stirbt  um 
1570.  Seine  nachgelassene  Tochter  Martha  heiratet  am  5.  November  1571  den  Sonnenkrämer  Laurentius  Ross- 
wurm (MM). 

Schlossarek,  Carl  Isidor,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau  am  4.  November  1855,  lernt  bei  Bösing.  Arbeitet  als  Gehilfe 
in  Wien.  Lässt  sich  1882  in  Breslau  nieder.  Tritt  am  15.  Juli  1886  in  die  Innung  ein  und  bleibt  Mitglied  bis 
zum  13.  Oktober  1893.  Zeichnet  seit  etwa  1890  mit  einem  Kelche,  rechts  daneben  die  Buchstaben  J  S  mono- 
grammiert. 

Schmidel,  David,  siehe  Win  ekler. 

Schmidt,  Bartel,  Goldschmied  in  der  Graupengasse,  stirbt  am  12.  Januar  1612. 

Schmidt,  Carl  Eduard  Moritz,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Accisekontrolleurs  Carl  Benjamin  Schmidt, 
lernt  bei  Carl  Friedrich  Wully  von  Michaelis  1816—1821.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  3.  Dezember  1828,  alt 
27  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Schmidt,  Christian  Ludwig,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  eines  Posamentiers  in  Elbing,  stirbt  in  Breslau  am  14.  (begr. 
d.  17.)  Juli  1699,  alt  25  Jahre  (MM),  hat  bei  George  Scholtz  in  Arbeit  gestanden. 

Schmidt,  Christian  Maximilian  (Schmiedt),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Christoph  Schmidt, 
arbeitet  bei  Hans  Jachman  d.  j.  als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  1712  Meister.  Erwirbt 
das  Bürgerrecht  am  28.  August  1723  und  lässt  sich  dann  erst  als  selbständiger  Meister  nieder.  Heiratet  am 
12.  Oktober  1723  Susanna  Eleonora,  die  Tochter  des  f  Bäckers  Carl  Friedrich  Hentschel  (MM).  Seine  Frau 
t  22.  (begr.  d.  24.)  III.  1748  (MM).  Er  selbst  stirbt  1751.  Schmidt  zeichnet  C  M  S  in  herzförmigem  Felde,  vgl. 
Taf.  IV  Nr.  142. 

a.  Deckel  auf  einem  Becher  von  Gottfried  Ihme;  siehe  Seite  94  Nr.  b. 
Schmidt,  Christoph  (Schmied),  Goldschmied,  Sohn  des  Leinwandreissers  Johann  Schmidt  d.  ä.,  wird  1671  Bürger  und 

Meister.   Heiratet  am  23.  November  1671  Anna  Susanna,  die  Tochter  des  f  Handelsmannes  George  Heintke  (MM). 

Wohnt  auf  der  Schmiedebrücke,  später  auf  der  Albrechtsstrasse.    Seine  Frau  Anna  Susanna  f  12.  (begr.  d.  14.) 

V.  1698  (Elis.  u.  MM).    Schmidt  heiratet  am  5.  Oktober  1700  Christiana  Regina,  die  Tochter  des  Simon  Titius, 

Professors  am  Maria  Magdalenengymnasium  (MM).    Stirbt  am  18.  (24.)  Februar  1719  (MM).    Seine  Witwe 

Christiana  Regina  f  20.  (21.)  VIII.  1735  (Elis.). 
Schmidt,  Dittrich,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Hamburger  Goldschmieds  Jacob  Schmidt,  stirbt  in  Breslau  am 

28.  Februar  1619,  alt  27  Jahre  (Elis.). 
Schmidt,  Ernst  Christfried,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Christoph  Schmidt,  stirbt  am 

27.  (begr.  d.  29.)  April  1721  (MM). 
Schmidt,  Friedrich,  Goldschmied  ausserhalb  der  Innung,  wird  1592  am  Dom  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  487). 
Schmidt,  George,  Goldschmiedgeselle,  heiratet  in  Breslau  am  24.  April  1558  Martha,  die  Tochter  des  f  Schneiders 

Lorenz  Culman  (MM). 

Schmidt,  George  Wilhelm,  Goldarbeitergeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Christoph  Schmidt,  stirbt  am 

22.  (28.)  Juni  1708,  alt  30  Jahre  (MM). 
Schmidt,  Gottfried,  Goldschmied  in  Ohlau,  lebt  später  als  Mitwohner  in  Breslau,  heiratet  24.  Trinitatis  1617  Barbara, 

die  Tochter  des  f  Hans  Lehman  in  Droskau  bei  Sorau  (Elis.).    Seine  Frau  f  12.  (begr.  d.  14.)  I.  1642  (Elis.). 

Schmidt  heiratet  am  30.  November  1642  Ursula,  die  Tochter  des  Christoph  Conrad,  gewesenen  Fleischhackers  in 

Neumarkt  (Elis.).    Seine  Frau  Ursula  f  2.  (6.)  IV.  1658  (Elis.).    Er  selbst  stirbt  am  24.  (29.)  Dezember  1660,  alt 

83  Jahre  (Elis.).    Seine  Witwe  Katharina  f  10.  (begr.  d.  12.)  X.  1675  (Elis.). 
Schmidt,  Gottfried  (Schmid,  Schmied),  Goldschmied,  wird  auf  „bewegliches  Zureden"  der  Ratmannen  am  28.  März 

1689  für  kommendes  Johannis -Quartal  zu  den  Meisterstücken  zugelassen  (Lib.  definit.  IX.  269.  —  Innungs- 

urkundenslg.  v.  1737,  S.  194—196).    Wird  Ende  1689  Bürger  und  Meister.    Wohnt  auf  der  Kupferschmiedegasse. 


153 


Wird  1692  von  den  Innungsältesten  beschuldigt,  eine  goldene  Kette  gefälscht  zu  haben;  am  2.  Januar  1693 
schlichten  die  Ratmannen  den  Streit,  vermahnen  den  Schmidt  „zu  beßerem  respect  und  gehorsam  gegen  die 
ehesten  und  diese  hinwiederumb  zu  aller  friedlichen  bezeugung  gegen  ihn",  und  geben  ihr  Attestatum,  „daß 
der  Schmid  mit  dem  golde  an  der  ketten  nicht  fälschlich  oder  betrüglich  umbgegangen  und  gebahret  habe" 
(üb.  definit.  1X.3353).    Ende  Januar  1702  stirbt  Schmidts  Schwiegermutter  Regina  Jentsch  aus  Liegnitz.  Schmidt 
wird  1707  von  den  Meistern  trotz  seiner  zünftigen  Mitgliedschaft  „des  Mittels  Capitalfeind"  genannt  (Lib.  definit. 
XI.  80b— 8lb).    stirbt  am  16.  (begr.  d.  18.)  Dezember  1708,  alt  52  Jahre  weniger  6  Wochen  (Elis.).  Schmidt 
zeichnet  G  S  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  113. 
a.  Kelch,  Silber,  Kuppa  hell  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  drei  geflügelte  Engelsköpfe  und 
barocke  Früchtebuketts  in  kräftiger,  aber  fein  durchgeführter  Treibarbeit.    Auf  dem  verzierten,  flach  wulstigen 
Nodus  sechs  Zapfen  mit  den  Buchstaben  JHESUS.    Der  sechskantige  Schaft  über  und  unter  dem  Nodus  mit 
farbigem  Emaildekor.    Kuppabelag  mit  geflügelten  Engelsköpfchen  zwischen  Blattranken  in  durchbrochener 
Arbeit.    (Ein  Kelchtypus,  der  sich  bald  mit  wulstigem,  bald  mit  birnförmigem  Nodus  am  Ende  des  17.  Jahr- 
hunderts in  Breslau  häufiger  nachweisen  lässt,  z.  B.  bei  Tobias  Plackwitz,  bei  dem  Meister  mit  der  auf 
Taf.  IV  Nr.  109  abgebildeten  Marke  [Kelch  von  1685  in  der  evang.  Grenzkirche  Kriegheide,  Kr.  Lüben],  bei 
Johann  Peter  Ziegler,  u.  s.  w.)    H.  24  cm.    Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus. 
—  Evang.  Pfarrkirche,  Kotzenau  Kr.  Lüben. 
Schmidt,  Heinrich  August  (Schmied,  Schmiedt),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Johann  Carl  Wiedemeyer, 
dann  bei  Johann  Gottlieb  Candisch  vom  6.  Juni  1766  bis  28.  Februar  1771.    Meldet  sich  am  19.  September  1777 
als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann  Christoph  Jancke  d.  ä.  eine  karmoisierte,  mit  Rauten  besetzte  Rose,  wird 
Meister  am  17.  (18.)  Juni  1778  und  um  dieselbe  Zeit  Bürger.    Ist  in  der  Meisterliste  von  1785  das  letzte  Mal 
genannt. 

Schmidt,  Jeremias,  Goldschmied  hinter  der  kaiserl.  Burg;  am  20.  September  1633  stirbt  sein  Sohn  Gottfried,  am 
6.  Dezember  1633  seine  Frau  Anna. 

Schmidt,  Johann  (Schmied),  Gold-,  Silber-  und  Kupferstecher,  geb.  in  Augsburg,  Sohn  des  dortigen  Baders  und 
Chirurgus  Salomon  Schmidt,  heiratet  in  Breslau  am  14.  Januar  1721  Maria  Elisabeth,  die  Tochter  des  Mitwohners 
Wilhelm  Sebastian  Traut  (Elis.).  Stirbt  am  23.  (begr.  d.  25.)  Februar  1734,  alt  33  Jahre  (Elis.).  Seine  Witwe  Maria 
Elisabeth  f  12.  (begr.  d.  14.)  III.  1758  (MM,  Christ.). 

Schmidt,  Johann  Benjamin,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  tritt  am  Qu.  Reminiscere  1802  bei  Samuel  Friedrich  Burg- 
hardt in  die  Lehre.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  18.  November  1814.  Wird  nicht  Innungsmitglied.  Ist  am 
30.  Mai  1837  im  Bürgerbuch  gestrichen  worden. 

Schmidt,  Johann  Gottlieb  (Schmied,  Schmiedt),  Silberarbeiter,  Sohn  des  Gastwirts  Christoph  Schmidt  in  Fraustadt, 
arbeitet  in  Breslau  als  Meisterstück  einen  Pokal  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  23.  April  und  Bürger  am 
25.  April  1731.  Heiratet  am  7.  Mai  1731  Johanna  Eleonora,  die  Tochter  des  f  Goldschmiedältesten  Hans 
Jachman  d.  j.;  Trauzeugen  sind  die  Goldschmiede  Michael  Wissmar  und  Andreas  Giessman  (MM).  Schmidt 
ist  Ältester  seit  Februar  1759.  Seine  Frau  Johanna  Eleonora  f  17.  (begr.  d.  19.)  VI.  1767  (MM).  Er  selbst  stirbt 
am  6.  (begr.  d.  9.)  September  1769,  alt  71  Jahre  10  Monate  14  Tage  (MM).  Schmidt  zeichnet  IGS  in  einem 
Dreipasse,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  146. 

a.  Esslöffel,  Silber,  Laffe  oval,  am  Stielende  vorderseitig  Laub-  und  Bandelwerk,  rückseitig  ein  Rund  mit 
weiblichem  Kopfe.  L.  16,8  cm.  Johanneskopf  Typus  X,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  —  Schlesisches 
Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vermächtnis  Epstein). 

b.  Schüssel  mit  Messkännchen,  Silber,  gerippt.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  Kath. 
Pfarrkirche  St.  Crucis,  Koppitz  Kr.  Grottkau. 

c.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  mit  Laub-  und  Bandelwerkdekor  in  getriebener  Arbeit.  Johanneskopf, 
Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  in  Oppeln. 

d.  Schüssel  mit  Messkännchen,  Silber,  oval,  gerippt.  Dm.  der  Schüssel  22,5X17,5  cm.  Johanneskopf 
Typus  XII,  Stempelmeisterb.  F  u.  Meisterz.  Die  Kännchen  sind  Arbeiten  von  Christian  Hoensch.  -r-  Kath. 
Pfarrkirche  in  Rohnstock. 

e.  Kelch.  Datiert  1751.  Johanneskopf  Typus  XII,  Stempelmeisterb.  F  u.  Meisterz.  —  Evang.  Pfarrkirche  in 
Schlichtingsheim,  Prov.  Posen  (nach  J.  Kohte,  Kunstdenkmäler  d.  Prov.  Posen,  Bd.  I  S.  132). 

f.  Taufschüssel.  Datiert  1754.  Johanneskopf  Typus  XII,  Stempelmeisterb.  F  u.  Meisterz.  —  Evang.  Pfarr- 
kirche in  Zduny.  Prov.  Posen  (nach  J.  Kohte,  Kunstdenkmäler  d.  Prov.  Posen,  Bd.  I  S.  132). 

g.  Kelch,  Silber,  neu  vergoldet,  in  Vasenform  mit  Deckel,  mit  Rokoko-Kartuschen,  Weinlaub,  Trauben  und 
Widmung  in  Treibarbeit  und  Gravierung.  Als  Graveur  nennt  sich  der  Gold-  und  Silberstecher  Johann  Samuel 

20 


154 


Winckler.  Datiert  1758.  H.  27  cm.  Johanneskopf  Typus  XII,  Stempelmeisterb.  F,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  %f\f . 
—  Maria  Magdalenenkirche,  Breslau. 

h.  Abendmahlskanne,  Silber,  ohne  Dekor.    Datiert  1759.    Johanneskopf  Typus  XII,    Stempelmeisterb.  G 
Typus  I,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.        —  Maria  Magdalenenkirche,  Breslau. 

i.  Deckelbüchschen,  Silber,  oval,  mit  Rippung.    H.  6  cm.   Johanneskopf  Typus  XIII,    Stempelmeisterb.  Q 
Typus  II  u.  Meisterz.  —  Arthur  v.  Machui,  Breslau. 

Schmidt,  Lamprecht,  siehe  Smedt. 

Schmidt,  Paul  Leonhard,  Goldarbeiter,  verfertigt  bei  Johann  Bernhard  Hoensch  als  Meisterstück  einen  mit  Brillanten 
karmoisierten  Haarkamm,  wird  Meister  am  23.  Februar  1810.   Stirbt  1837. 

Schmidt,  Wilhelm  Heinrich,  Goldschmied  im  Mönchshofe,  wird  1662  in  der  Spezifikation  der  Pfuscher  in  und  vor 
Breslau  erwähnt  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  10  d  3). 

Schmidt,  Wilhelm  Heinrich,  fürstbischöfl.  Goldarbeiter  auf  der  Dominsel,  ist  am  9.  Oktober  1691  Trauzeuge  bei  St.  Mat- 
thias. Am  30.  Januar  1692  wünscht  der  Rat  die  Entfernung  des  Schmidt,  „welcher  das  Mittel  der  Goldschmiede 
allhier  bißher  heftig  beeinträchtiget"  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  10  d  3). 

Schmiedel,  David,  siehe  Winckler. 

Schmitz,  Tillmann,  Goldschmied  und  Ziseleur,  geb.  in  Köln  a.  Rh.,  Sohn  des  dortigen  Kunstschlossers  Johann  Schmitz, 
lernt  in  Köln  bei  dem  Hofgoldschmied  Gabriel  Hermeling  und  besucht  zugleich  die  Kunstgewerbeschule.  Ar- 
beitet als  Gehilfe  in  Bremen  bei  Koch  u.  Bergfeld,  in  Berlin,  in  Nürnberg,  in  Hannover  bei  Lameyer,  wo  er  auf 
Grund  seiner  Arbeiten  den  Berechtigungsschein  zum  Einjährig-Freiwilligen-Dienste  erhält,  in  Wien  bei  Klinkosch, 
seit  November  1892  bei  Schlossarek  in  Breslau.  Lässt  sich  im  März  1895  in  Breslau  als  selbständiger  Meister 
nieder.  Ist  1903  ein  Semester  Lehrer  für  Ziselierkunst  an  der  Breslauer  Handwerkerschule;  wird  1904  Werkmeister 
an  der  Kgl.  Kunst-  und  Kunstgewerbeschule  in  Breslau.  Zeichnet  SCHMITZ,  negativ  eingeschlagen.  Seine 
grösseren  Arbeiten  der  letzten  Jahre  sind  fast  alle  nach  Entwürfen  von  Siegfried  Härtel,  Ignatz  Taschner  (Pokal 
von  1905  für  das  Herrnstübel  im  Schweidnitzer  Keller  in  Breslau)  und  Hugo  Scheinert  ausgeführt,  ausserdem 
eine  Blumenschale  für  die  Prinzessin  Feodora  v.  Sachsen-Meiningen  nach  einem  Entwürfe  von  Prof.  Lessing  in 
Berlin. 

Schmotter,  Johann  Friedrich  Ferdinand,  Goldarbeiter,  geb.  in  Blaschowitz  OS.,  lernt  in  Breslau  bei  Johann  Gottfried 
Kiesling  vom  27.  Dezember  1805  bis  21.  September  1810.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  30.  November  1815.  Tritt 
am  14.  Juni  1817  in  die  Innung  ein.    Stirbt  1850. 

Schmydt,  Lamprecht,  siehe  Smedt. 

Schneider,  Bartel,  Goldschmied;  seine  Tochter  Eva  stirbt  am  31.  Oktober  1613. 

Schneider,  Carl  Gottlieb,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Christian  Gottlieb  Schneider,  lernt 
bei  seinem  Vater  vom  Qu.  Johannis  1810  bis  Qu.  Reminiscere  1815.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  30.  Juli  1833, 
alt  36  Jahre.  Arbeitet  als  Meisterstück  eine  silberne  Zuckerdose,  wird  am  18.  Dezember  1834  in  die  Innung  auf- 
genommen.   Gibt  1857  sein  Handwerk  auf  und  erklärt  am  15.  Januar  1858  seinen  Austritt  aus  der  Innung. 

Schneider,  Christian  Gottlieb,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Destillateurs  Johann  Gottfried  Schneider,  lernt 
bei  Johann  Christoph  Jancke  d.  j.  vom  Qu.  Lucie  1780—1786.  Arbeitet  bei  Gottfried  Benjamin  Weigelt  als 
Meisterstück  ein  silbernes  Giessbecken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  13.  Mai  und  Bürger  am  14.  Juli  1794. 
Heiratet  am  28.  Oktober  1795  Johanna  Dorothea,  die  Tochter  des  f  Tuchmachers  Samuel  Raudner  in  Schlichtingsheim 
[Vater  des  Breslauer  Silberarbeiters  David  Gottlieb  Raudner],  wohnhaft  bei  ihrem  Pflegevater,  dem  Silberarbeiter  Carl 
Gottfried  Haase  in  Breslau  (MM).  Ist  mutmasslicher  Stempelmeister  mit  dem  Buchstaben  O  seit  1813.  Stirbt  am  24. 
(begr.  d.  27.)  April  1816,  alt  51  Jahre  10  Monate  (MM).  Zeichnet  CGS  in  einem  gezackten  Blatte,  vgl.  Taf.  V  Nr.  178. 
a.  Tischleuchter,  Silber,  zehn  Stück,  in  der  auf  Seite  173  Fig.  38  abgebildeten  Form,  doch  auf  quadratischer 
Standfläche  und  ohne  Gitterwerk  um  die  Lichttülle.  Datiert  1799-1805.  Johanneskopf  Typus  XVI  u.  XVII, 
Stempelmeisterb.  M  u.  N,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  5&.  —  Verein  christlicher  Kaufleute,  Zwinger,  Breslau. 

Schneider,  Johann  Ernst  Benjamin,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Christian  Gottlieb  Schneider, 
lernt  bei  Carl  Wilhelm  Knebel  von  Ostern  1814-1819.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  9.  Juli  1833,  alt  34  Jahre. 
Arbeitet  als  Meisterstück  eine  silberne  Suppenkelle,  wird  am  20.  November  1834  in  die  Innung  aufgenommen. 
Ist  in  der  Meisterliste  von  1843  das  letzte  Mal  erwähnt. 

Schneider,  Martin  (Schneyder),  Goldschmied  von  Liegnitz,  stirbt  in  Breslau  in  der  Garküche  auf  dem  Neumarkte  am 
10./17.  April  1610.    Seine  Witwe  Ursula  f  25.  IL  1611  (Elis.). 

Schneider,  Michael,  Goldschmied,  Sohn  des  Tischlers  Jorge  Schneider  in  Crombach  in  Schwaben  (?),  wird  1596  in 
Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  Jubilate  1596  Susanna,  die  Tochter  des  städtischen  Zollamtsbuchhalters 
Simon  Lange  (Elis.).    Stirbt  Anfang  Juli  1598. 


155 


Schneider,  Otto,  Silberarbeiter,  tritt  am  25.  Oktober  1886  in  die  Innung  ein  und  bleibt  Mitglied  bis  zum  13.  Ok- 
tober 1893. 

Schnur,  Gottfried,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  am  30.  Dezember  1745  (begr.  d.  1.  Januar  1746),  alt  33  Jahre  30  Wochen 
(Elis.). 

Schober,  Johann  Jacob,  bischöflicher  Hofgoldarbeiter,  wendet  sich  am  17.  November  1693  wegen  seines  Gesellen 
Johann  Hoffer,  der  ihn  bestohlen  hat,  an  den  Rat  der  Stadt  Gross-Glogau  (Stadtarchiv  Glogau,  Acta  der  Goldsch 
Maler  u.  Bildh.,  Vol.  I.  1693).    Wird  1699  am  Dom  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  48S). 

Schön,  Adam,  Goldarbeiter  im  unteren  Kloster,  hält  sich  vier  bis  fünf  Gesellen,  wird  1662  in  der  Spezifikation  der  Pfuscher 
in  und  vor  Breslau  erwähnt  (Bresl.  Kgl- Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  10  d  3). 

Schoen,  Carl  Christian,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kassendieners  Carl  Wilhelm  Schoen,  lernt  bei  Johann 
Jacob  Ebert,  dann  bei  Johann  Christoph  Jancke  d.  j.  vom  Qu.  Trinitatis  1791  bis  Qu.  Crucis  1797.  Arbeitet  bei 
Daniel  August  Titze  als  Meisterstück  eine  silberne  Kaffeekanne  nebst  Milchgiesser,  wird  Meister  am  18.  November 
1803  und  Bürger  am  7.  Juni  1804.  Heiratet  29  Jahre  alt  am  22  August  1805  Christiana  Carolina,  die  Tochter  des 
|  Handelsmannes  Christian  Friedrich  Streckenbach  in  Landeshut  (Elis.).  Ist  in  der  Meisterliste  von  1806  das 
letzte  Mal  erwähnt. 

Schoenau,  Bartel  (Schönawer,  Schönau,  Schynaw),  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  10.  Februar  1539,  wird 
um  dieselbe  Zeit  Meister.  Ist  im  Catalogus  civium  von  1544  nicht  mehr  erwähnt.  Seine  nachgelassene  Tochter 
Sabina  heiratet  am  26.  September  1559  den  Bernhard  Haubitz  von  Tarnowitz  (MM).  Seine  nachgelassene  Tochter 
Sophie  heiratet  am  15.  Juli  1560  den  ehrbaren  wohlgelehrten  George  Winckler  (MM). 

Schoenau,  Friedrich  (Schönaw,  Schönau),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Hans  Schoenau, 
heiratet  als  Geselle  nach  dem  am  16.  November  erfolgten  Aufgebot  am  25.  November  1597  Barbara,  die  Tochter 
des  Scholzen  Hans  Kretschmer  in  Schlaupitz  (MM).  Wird  1598  Bürger  und  Meister.  Am  11.  Oktober  1604 
beklagt  sich  sein  Geselle  Hans  Kromig  über  ihn  „wegen  etlicher  vorlauffener  reden,  so  Kromig  vor  ehren  vor- 
letzlich  anzuziehen  vormeinet",  doch  die  Ratmannen  befinden,  „das  solche  reden  auß  eiferigem  hitzigen  gemütt 
vnnd  nicht  ehrnuorletzlicher  meinung  hergeflossen"  (Lib.  definit.  I V.  151).  Später  hat  Schoenau  mit  den  Ältesten 
der  Innung  einen  Streit  und  wird  am  1.  März  1619  von  den  Ratmannen  dahin  beschieden,  „das  er  ruhig  sein  vnd 
die  eltisten  der  zunfft  der  goldtschmiede  vnbeirret  bleiben  laßen  vnd  ihrer  mit  fernerer  Wiederwertigkeit  vor- 
schonen solle,  dargegen  soll  er  im  mittel  der  goldtschmide  vorbleiben  vnd  wie  ein  ander  ehrlicher  zechgenos 
seinn  handwerck  fördern  vndt  treiben,  daran  ihme  dan  :(wan  er  sich  der  gebur  vorhelt):  weder  die  eltisten  noch 
jüngsten  vorhinderlich  sein  werden"  (Lib.  definit.  V.  58a).  Schoenau  stirbt  am  2.  (3.)  Februar  1627,  alt  56  Jahre, 
unter  den  Weissgerbern  in  des  Lederhändlers  Lorenz  Hennich  Hause  (Elis.).  Seine  Witwe  Barbara  f  15.  (16.)  X. 
1633  (Elis.).    Schoenau  zeichnet  FS  ligiert  in  aufrecht  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  69. 

a.  Becher,  Silber  vergoldet,  mit  Diamantbuckeln  und  Inschrift  nebst  Jahreszahl  1616.  H.  24,5  cm.  Beschauz.  W 
Typus  III  u.  Meisterz.  —  Eremitage,  St.  Petersburg  (nach  Schlesiens  Vorzeit,  Neue  Folge,  Bd.  III  S.  161). 

b.  Porzellanschälchen  mit  vergoldeter  Silberfassung,  Standring  glatt,  die  beiden  Henkel  figürlich  behandelt. 
Beschauz.  W  Typus  III  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

c.  Trinkschale,  Silber  mit  Vergoldung,  rund,  der  Ständer  mit  gegossenen  Renaissancestützen  und  Silberfiligran. 
In  der  Mitte  der  Schale,  auf  eine  Sonne  aufgelegt,  das  gravierte  Wappen  des  Stifterpaares  Hans  Scholz  und 
seiner  Gattin  Susanna  Koye  nebst  Widmungsinschrift  und  Jahreszahl  1624.  H.  18,2  cm.  Beschauz.  W  Typus  IV, 
Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  .  —  Kleinodien  der  Schiesswerderschützen  in  Breslau.  Schlesisches  Museum  für 
Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  V  S.  250  f.  Nr.  15). 

d.  Kokosnussbecher  in  vergoldeter  Silberfassung,  auf  dem  Deckel  eine  silberne  Blumenstaude.  Auf  dem 
Becher  in  Relief  geschnitzt:  Esther  vor  Ahasver,  Fusswaschung  und  Abendmahl.  H.  33  cm.  Beschauz.  W 
Typus  IV  Ii.  Meisterz.  —  Herzogliches  Museum,  Gotha. 

e.  Hostienbüchse,  Silber,  zylindrisch,  mit  drei  vergoldeten  Reifen,  auf  dem  Deckel  ein  Osterlamm  in 
Gravierung.  „Wigt  7  lot".  H.  7,6  cm.  Dm.  9,3  cm.  Beschauz.  W  Typus  IV,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adler- 
typus. —  Elisabethkirche,  Breslau. 

f.  Becher,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  zylindrischen  Mantel  geätztes  Ornament.  H.  9  cm.  Beschauz.  W 
u.  Meisterz  —  Slg.  f  Lorenz  Gedon,  München.   Auktionskatalog  1884,  Nr.  143  (nach  Rosenberg  Nr.  464c). 

Schoenau,  Gottfried,  Goldschmied;  Anfang  Oktober  1633  stirbt  seine  Witwe  Martha. 

Schoenau,  Hans  (Schönaw,  Schönau),  Goldschmied,  heiratet  am  5.  November  1566  Anna,  die  Tochter  des  Nadlers 
Andres  Baldauff  (MM).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  13.  Februar  1567,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Wohnt 
auf  der  Albrechtsgasse.  Heiratet  als  Witwer  19.  Trinitatis  1595  Sara,  die  Witwe  des  Goldschmieds  Jacob  Jahn 
(Elis.).  Seine  Tochter  Barbara  heiratet  am  3.  November  1597  den  Kretschmerssohn  Hans  Gäsner  (MM).  Schoenau 

20* 


156 


scheint  um  1600  seine  Werkstatt  aufgegeben  zu  haben,  wenigstens  will  ihn  1601  der  Goldschmied  Valten  Hertwig 
„vor  keinen  eltisten  nit  paßiren  laßen",  da  „ehr  vormöge  der  algemeinen  zechenbrief  keinen  offendtlichen  laden 
hette";  am  29.  Januar  1602  erkennen  die  Ratmannen,  dass  sich  Hertwig  „solches  vnnöltigen  kommers  vndt  nach- 
reden souiel  möglichen  in  kunfftig  enthalten"  möge  (Lib.  definit.  IV.  125  b).  Schoenau  stirbt,  nachdem  er  ins 
neunzehnte  Jahr  Zunftältester  gewesen,  am  5.  August  1608,  alt  71  Jahre  (Elis.  u.  MM).  Seine  Witwe  Sara 
f  19.  X.  1613  (Elis.).  Wegen  des  Meisterzeichens  des  Hans  Schoenau  siehe  Hans  Strich  d.  ä. 
Schöne  man,  Peter,  siehe  Schoneman. 

Schönfeld,  Johann  Carl  Gustav,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Musketiers  Gottlob  Schönfeld,  erwirbt  das 

Bürgerrecht  am  29.  August  1851,  alt  44  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Schönfeld,  Johann  Martin,  Silberarbeiter,  geb.  in  der  ungarischen  Freistadt  Eperies,  wird  in  Breslau  Meister  im  Juni 

und  Bürger  am  28.  Dezember  1735.    Stirbt  am  24.  (begr.  d.  28.)  Juli  1769,  alt  69  Jahre  3  Wochen  (MM). 
Schoenknecht,  Johann  Franz  Constantin,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  2.  Juli,  getauft  am  6.  Juli  1796  bei  St.  Vincenz, 

Sohn  des  Musikus  Joseph  Schoenknecht  bei  der  Domkirche,  lernt  bei  Carl  Friedrich  Wully  vom  Qu.  Johannis 

1811  —  1817.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  10.  Januar  1823.    Tritt  am  26.  Oktober  1839  in  die  Innung  ein,  scheidet 

am  15.  Januar  1856  wieder  aus. 
Schoenschwan,   Domnig,  Goldschmiedgeselle,    heiratet  in   Breslau  am   17.  August   1557  Ursula  Wetschker  von 

Liegnitz  (MM). 

Schönzahl,  Johann,  Golddrahtarbeiter,  heiratet  am  26.  November  1686  Maria  Magdalena,  die  Tochter  des  f  Notars 

George  Titius  (MM).    Stirbt  auf  der  Reuschengasse  am  18.  April  1691,  alt  58  Jahre. 
Schöperus,  Johann,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Predigers  Heinrich  Schöperus  in  Reval,  heiratet  in  Breslau  am 

6.  Oktober  1676  Anna,  die  Tochter  des  f  Johann  Radler  (Elis.). 
Schohman,  Peter,  siehe  Schoneman. 

Scholim,  Lazarus,  Goldarbeiter,  geb.  in  Glogau,  Sohn  eines  Fuhrmanns,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am 

30.  Oktober  1835,  alt  27  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Scholl,  Daniel  Ephraim  (Scholtz),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Buchhalters  George  Scholl,  arbeitet  bei 

Stephan  Christian  Luttroth  als  Meisterstück  einen  Uhrhaken  und  Ring,  wird  Meister  am  28.  März  und  Bürger 

am  1.  April  1740.    Heiratet  am  15.  November  1740  Euphrosina,  die  Tochter  des  f  Kammachers  Melchior  Helm 

(MM).    Stirbt  1753. 

Scholtz,  Andreas  (Scholz,  Scholtze,  Schultze),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Gräupnerältesten  Hans  Scholtz, 
wird  1670  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  11.  November  1670  Rosina,  die  Tochter  des  f  Kretschmers  Johann 
Rieger  (Elis.).  Wohnt  auf  der  Kupferschmiedegasse.  Seine  Frau  ist  am  3.  IX.  1680  Taufzeuge  bei  St.  Adalbert. 
Scholtz  ist  Zunftältester  seit  1684.  Stirbt  am  1.  (begr.  d.  3.)  Juli  1705,  alt  62  Jahre  30  Wochen  1  Tag  (Elis.). 
Seine  Witwe  Rosina  f  4.  (begr.  d.  6.)  V.  1716  (MM).  Seine  Tochter  Rosina  heiratet  am  3.  Mai  1717  den  Hand- 
schuhmacher Michael  Mehlman  (MM).  Seine  Tochter  Anna  Susanna  d.  j.  heiratet  am  20.  September  1717  den 
Amtmann  Johann  Gutzman  (Elis.).  Seine  Tochter  Eleonora  heiratet  am  15.  Mai  1724  den  Goldschmied  Christian 
Hellwig  (MM).  Seine  Tochter  Maria  Elisabeth  heiratet  am  24.  Februar  1727  den  Barbier  Franz  Jacob  Gumprecht 
in  Jordansmühl  (MM). 

Scholtz,  Andreas  Wilhelm  (Schultz),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Heinrich  Benjamin  Scholtz, 
erwirbt  als  Geselle  am  9.  Juli  1734  das  Bürgerrecht.  Arbeitet  bei  Heinrich  August  Joel  als  Meisterstück  einen 
Uhrhaken  und  Ring,  wird  Meister  am  14.  April  1746.  Erneuert  am  20.  April  1746  sein  Bürgerrecht.  Stirbt  im 
Armenhause  am  1.  Februar  1784,  alt  73  Jahre. 

Scholtz,  Balthasar  (Scholz),  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  1561  Sara,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Hans  Mesen- 
hammer  d.  ä.  (MM).    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  13.  Februar  1562,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.    Stirbt  vor  1579. 

Scholtz,  Christian  Friedrich  (Schultz,  Schulze),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Gastwirts  Johann  Gottlieb 
Scholtz,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  30.  Oktober  1818,  alt  28  Jahre.   Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Scholtz,  Christoph  Ehrenfried  (Scholz,  Scholtze,  Schultz),  Goldarbeiter,  geb.  in  Schmiedeberg,  Sohn  des  dortigen 
Konditors  Samuel  Scholtz,  meldet  sich  in  Breslau  am  20.  Februar  1761  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Daniel 
Klein  einen  mit  Rauten  besetzten  Plack  (Patzel),  wird  Meister  am  15.  Juni  1761.  Erwirbt  das  Breslauer  Bürger- 
recht am  23.  September  1762.  Heiratet  am  24.  November  1762  Anna  Rosina,  die  Tochter  des  f  Konditors  Anton 
Vogel;  Trauzeuge  ist  der  Goldarbeiter  Melchior  Ferdinand  Obermann  (MMj.  Seine  Frau  f  3.  (begr.  d.  5.)  IX. 
1764  (MM).  Scholtz  heiratet  am  27.  November  1765  Rosina  Magdalena,  die  Tochter  des  f  Tuchbereiterältesten 
Johann  Gottlob  Hennig  (Elis.).  Stirbt  am  11.  (begr.  d.  14.)  Dezember  1784,  alt  54  Jahre  9  Monate  10  Tage  (MMj. 
Seine  Tochter  Johanna  Christiana  heiratet  am  30.  Juni  1796  den  Kalkulator  Johann  Ernst  Christian  Juncker  (Elis.) 
Seine  Witwe  Rosina  Magdalena  f  20.  (begr.  d.  23.)  V.  1801  (MM). 


157 


Scholtz,  Daniel  Ephraim,  siehe  Scholl. 

Scholtz,  Friedrich  Wilhelm,  Ooldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Holzhändlers  Gottlieb  Wilhelm  Scholtz,  lernt  bei 
August  Anton  Joseph  Gross  vom  Qu.  Johannis  1813 — 1817.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  2.  Februar  1821,  alt 
22  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Scholtz,  George  (Scholze,  Schultz),  Goldschmied,  Sohn  des  Rademachers  Tobias  Scholtz  in  Alzenau  bei  Haynau,  wird 
1698  in  Breslau  Meister.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  11.  April  1698.  Heiratet  am  22.  April  1698  Elisabeth,  die 
Tochter  des  Barettmacherältesten  Christoph  Seffner  (MM).  Stirbt  am  27.  Februar  (6.  März)  1729,  alt  66  Jahre 
7  Wochen  4  Tage  (Elis.).  Seine  Witwe  Elisabeth  setzt  die  Werkstatt  fort  und  stirbt  am  14.  (15.)  Februar  1734 
(Elis.). 

Scholtz,  George  Emanuel  [Gottfried  Samuel]  (Scholtze,  Schultz,  Schultze),  Goldarbeiter,  Sohn  des  Breslauer  Gold- 
schmieds George  Scholtz,  wird  Bürger  am  19.  August  und  Meister  am  29.  September  1732.  Heiratet  am 
9.  Februar  1733  Anna  Rosina,  die  Tochter  des  f  Mälzers  Johann  Gregor  (Elis.).  Ist  seit  dem  19.  Februar  1758 
Zunftältester.    Stirbt  am  7.  (begr.  d.  9.)  Juli  1771,  alt  72  Jahre  14  Wochen  5  Tage  (Elis.). 

Scholtz,  Gottfried  (Schultze),  Silberarbeiter,  beginnt  bei  Michael  Wissmar  sein  Meisterstück,  arbeitet  ein  silbernes 
Giessbecken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  18.  Juni  und  Bürger  am  27.  Juni  1746.  Stirbt  am  23.  (24.)  März  1747, 
alt  39  Jahre  6  Monate  (Elis.). 

Scholtz,  Gottlieb  (Scholz),  Goldschmiedgeselle;  am  25.  Juni  1744  stirbt  sein  Sohn  Carl  Gottlieb  Simon. 

Scholtz,  Heinrich  Benjamin  (Scholtze,  Schultz,  Schultze),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Tischlers  Heinrich 
Scholtz,  arbeitet  bei  Johann  Peter  Ziegler  als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am 
12.  Juli  1723.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  1.  November  1724.  Heiratet  am  14.  November  1724  Rosina,  die 
Tochter  des  f  Gassenschlächters  Johann  Opfergeld  (Elis.).  Stirbt  am  1.  (9.)  Januar  1736,  alt  49Jahre  (MM).  Seine 
Witwe  Rosina  heiratet  am  21.  August  1742  den  Fischhändler  Ernst  Christian  Spaniel  (Elis.).  Seine  Tochter  Jo- 
hanna Eleonora  heiratet  am  25.  Januar  1752  den  Leinwandreisser  Carl  Siegmund  Stiller  (Elis.). 

Scholtz,  Johann  Dietrich  [David]  Samuel  (Schultze),  Galanteriewarenarbeiter,  kommt  von  Wien  nach  Breslau,  meldet 
sich  am  22.  September  1751  als  Stückmeister  und  legt  den  Entwurf  zu  einer  Tabatiere  vor.  Die  Zeichnung  findet 
jedoch  nicht  den  Beifall  des  Mittels.  Obwohl  die  Kgl.  Kammer  im  November  1751  die  Rezeption  befürwortet, 
wird  Scholtz  wiederum  abgewiesen.  Er  wendet  sich  nochmals  an  die  Regierung,  die  vom  Breslauer  Magistrat 
einen  eingehenden  Bericht  fordert,  der  am  27.  Februar  1752  gegeben  wird  (langes  Aktenstück  im  Bresl.  Kgl. 
Staatsarchiv,  R.  199.  MR.  VI.  Nr.  69).  Am  8.  Juni  1752  wird  Scholtz  beschuldigt,  falsche  Ringe  gemacht  zu  haben. 
Am  23.  Februar  1755  wird  er  von  der  Innung  nochmals  abgewiesen,  indem  sein  Geburts-  und  Lehrbrief  für  un- 
gültig erklärt  wird.  Als  der  Mittelsbeisitzer  auf  Beschluss  des  Magistrats  am  30.  Mai  1755  die  Rezeption  des 
Scholtz  ohne  Widerrede  fordert,  weigert  sich  die  Innung  und  wird  bei  dem  Rate  vorstellig;  am  5.  Juli  1755  be- 
schliesst  das  Mittel,  noch  an  den  dirigierenden  Minister  von  Massow  eine  Eingabe  zu  machen.  Trotzdem  hat 
Scholtz  am  8.  April  1756  als  Meister  in  das  Mittel  „auf  gewaltsamen  Befehl"  aufgenommen  werden  müssen,  doch 
„kein  Meister  war  bei  seiner  Rezeption  zugegen  und  wurde  auch  kein  Glas  Wein  oder  Bier  von  ihm  angenommen, 
so  stand  er  in  schlechter  Achtung  bei  dem  Mittel"  (Meister-  und  Protokollbuch).  Scholtzes  Frau  Elisabeth 
Katharina,  geb.  Kahlin  aus  Wien,  f  16.  XI.  1756  im  Stockhause  (MM).  Scholtz  heiratet  1760  Anna  Sophia,  geb. 
Koch,  die  Witwe  des  Unteroffiziers  Johann  Michael  Meyer;  Trauzeuge  ist  der  Orgelbauer  Christoph  Scheithauer 
(MM).    Stirbt  1776. 

Scholtz,  Johann  Gottlob  (Scholtze,  Schultz,  Schulze),  Silberarbeiter,  geb.  in  Schweidnitz,  Sohn  des  Papiermachergesellen 
Johann  Gottlob  Scholtz,  lernt  in  Schweidnitz  bei  Johann  Matthias  Furche  von  1766 — 1772,  meldet  sich  in  Breslau 
am  10.  Juni  1784  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Gottlob  Benjamin  Werner  eine  Suppentirene  und  Tasse  mit  Perlen- 
dekor, wird  Meister  am  3.  September  1784  und  Bürger  am  14.  April  1785.  Heiratet  am  13.  November  1793  Maria 
Dorothea,  die  Tochter  des  f  Goldarbeiters  Johann  George  Gimmig  (Elis.).  Seine  Frau  t  10.  (begr.  d.  18.)  VII.  1804 
(Elis.).  Scholtz  heiratet  am  18.  September  1809  Anna  Maria  Magdalena,  die  Tochter  des  f  Parchners  Johann  Daniel 
Pietschke  (Elis.).  Ist  seit  1813  Ältester.  Stirbt  am  19.  (begr.  d.  23.)  Januar  1815,  alt  64  Jahre  8  Monate  3  Tage 
(Elis.). 

Scholtz,  Johann  Gustav  Adolph  (Scholz),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Friseurs  Carl  Scholtz,  erwirbt  das 

Bürgerrecht  am  14.  Juni  1844,  alt  25  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Scholtz,  Johann  Heinrich,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  im  Dezember  1740,  alt  26  Jahre. 
Scholtz,  Johann  Ignatz,  Goldschmiedgeselle,  ist  1729  Trauzeuge  bei  St.  Adalbert. 

Scholtz,  Nicolaus  (Schulze),  Goldarbeiter,  geb.  in  Berlin,  Sohn  des  Schneiders  George  Scholtz,  ist  zuerst  in  Berlin 
tätig,  siedelt  dann  nach  Breslau  über  und  erwirbt  am  7.  Februar  1817  das  Bürgerrecht,  alt  27  Jahre.  Wird  nicht 
Innungsmitglied. 


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Scholtz,  Paul,  Goldschmiedgeselle  von  Danzig,  heiratet  in  Breslau  am  26.  Mai  1557  Elisabeth,  Wilhelm  Pipels 
Dienerin  (MM). 

Scholtz,  Paul,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  in  Breslau  am  13.  Juni  1588,  alt  30  Jahre  (MM). 

Scholtz,  Samuel  Gotthard  (Schulze),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Daniel  August  Titze  und  George  Friedrich 
Eilfrath  vom  19.  September  1776  bis  13.  Juni  1781.  Arbeitet  bei  Carl  Gottfried  Haase  als  Meisterstück  ein  mit 
Rauten  besetztes  Kreuz,  wird  Meister  am  20.  (21.)  Mai  und  Bürger  am  14.  Juli  1794.    Stirbt  1822. 

Scholtz,  Simon  Gottlieb,  Goldarbeitergeselle;  sein  Sohn  Johann  Gottlieb  stirbt  Ende  Januar  1738. 

Scholtz,  Tobias  Benjamin,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Heinrich  Benjamin  [George?] 
Scholtz,  erwirbt  am  9.  Juli  1734  das  Bürgerrecht.  Stirbt  am  21.  (begr.  d.  23.)  September  1748,  alt  46  Jahre 
6  Tage  (Elis.). 

Scholtz,   Valten  (Schultz),  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Bräumeisters  Hans  Scholtz,  stirbt  am 

6.  Oktober  1606,  alt  22  Jahre  (Elis.  u.  MM). 
Schönau,  siehe  Schoenau. 

Schoneman,  Peter  (Schonman,  Schöneman,  Schohman,  Schoner,  Schuman),  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  1544 
Margareta,  die  Witwe  des  Goldschmieds  Hans  Westermehr  (Elis.).  Im  Juni  1544  verkaufen  die  unmündigen 
Kinder  des  f  Goldschmieds  Hans  Westermehr  ihrer  Mutter  Margareta,  verehelichte  Schoneman,  das  Haus  am 
Ringe  zwischen  den  Brotbänken  und  dem  Schoppenhause,  wie  es  ihr  Vater  besessen  hat  (Tradb.  VII.  32).  Schone- 
man hat  wegen  seiner  Rezeption  bei  dem  Mittel  Schwierigkeiten:  „So  als  sich  zwuschen  den  erbarn  eldsten  vnd 
jüngsten  der  goltschmidt  an  aynem  vnd  Peter  Schoner  ires  gewerckes  am  andern  irrung  zugetragen  der  drey- 
jarigen  arbayt  alhie  zu  Bresla  [sc.  wegen],  so  er  vermog  irer  von  vns  vorlichnen  priulegien  vnd  aussatzung  zuthun 
schuldig  sich  also  vorheyrat  vnd  ferner  in  ir  mittel  zukommen  begeret  hott  vnnd  aber  solches  aus  eynem  irthumb 
vnnd  nit  muthwilliger  weys  furgefallen,  er  auch  also  auff  der  eldsten  zulossen  sein  maysterstuck  gemacht  vnd 
volnbrocht,  haben  wir  rathmanne  obgedocht  zu  dem  mol  im  besten  vor  gut  angesechn  vnnd  erkant,  das  genant 
Peter  Schoner  von  den  goltschmiden  auff  obbeschrybnen  fall  also  soll  auffgenommen  vnd  gefordert  werden  .  .  . 
zu  vrkunt  die  XVIIII  Jtily  1544"  (Lib.  definit.  I.  208a).  Darauf  wird  Schoneman  Meister  und  erwirbt  am  20.  Februar 
1545  das  Bürgerrecht.  Schoneman  heiratet  als  Witwer  1566  Katharina,  die  Tochter  des  f  Heinrich  Mühlpfort 
(Elis.).    Stirbt  um  1569.   Seine  Witwe  Katharina  heiratet  am  22.  Mai  1570  den  ehrbaren  Adam  Kristeil  (MM). 

Schorgast,  Heinrich  (Henricus  Schurgast),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Dienstag  vor  Bartholomaei  (22.  August)  1391; 
Bürge  ist  Hannos  Nysser.  Wohnt  „in  circulo".  Kommt  häufig  als  Bürge  in  den  Bürgerbüchern  vor.  Erscheint 
1398,  1400,  1404,  1406,  1411,  1413,  1418  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.  Bürgt  1400 
für  Hennykyn  wegen  eines  Ofens  Ziegeln,  weil  derselbe  Stiefeln  verkauft  hat  (Signaturb.  Xlllj.  Zahlt  1403/4  an 
Steuern:  de  hereditate  5  Groschen,  de  opere  */b  fertonem  (Steuerb.  fol.  10).  Erledigt  1404  und  1405  als  Zunft- 
senior zusammen  mit  Hannos  Nysser  Geldangelegenheiten  der  Innung  (Schöppenb.  X.  6,  57b).  Hannos  Winkeler 
bekennt  1405,  dass  Heinrich  Schorgast  eine  hölzerne  Wand  zwischen  ihnen  beiden  gemacht  hat,  die  auf  beider 
Erbe  steht,  und  dass  er  diese  nur  aus  Gunst  hat  (Schöppenb.  X.  41).  Am  Sonnabend  vor  Trinitatis  (21.  Mai)  1407 
beschuldigt  Schorgast  mit  seiner  Bruderschaft  den  Herman  Bars  von  Thorn,  dass  er  ihn  wegen  zweier  Stücke 
Silbers  bei  der  Kaufmannschaft  ins  Gerede  gebracht  habe.  Man  habe  angeblich  in  einem  Stücke  „gancze  kegil 
groschen"  gefunden.  Bars  erwidert,  dass  man  ihm  von  den  zwei  Stücken  das  eine  in  Thorn  nicht  hätte  zeichnen 
wollen,  weil  es  nicht  ebenso  „dorre"  war  als  das  andere  und  dass  man  es  habe  „ufsetzen"  lassen;  er  habe  dabei 
W/2  Scot  Schaden  gehabt  und  lediglich  darüber  Klage  geführt  (Signaturb.  XVI).  Schorgast  ist  1408,  1410,  1417 
Konsul  (Ratmann)  und  1414  Scabinus  (Schöppe)  (Cod.  diplom.  Siles.  XI  S.  23,  24,  121).  Verklagt  1424  seinen  Ge- 
sellen Cuncze  Haffter  [Conradus  Heffter;  siehe  Seite  76],  dass  er  fremde  Arbeiten  ausgeführt  habe,  während  er 
bei  ihm  in  Lohn  war.  Die  Gesellen  nehmen  sich  des  Verklagten  an  und  Schorgast  ist  genötigt,  am  5.  Juni  1424 
die  Klage  vor  den  Schoppen  zurückzunehmen  (Signaturb.).    Stirbt  um  1430. 

Schorgast,  Johannes  (Hans  Schurgast),  aurifaber,  wird  Bürger  um  1430.  Erscheint  1435,  1438,  1442,  1445,  1448  in  den 
Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.  Hat  sich  als  solcher  am  23.  Juli  1445  mit  Niclos  Meissener 
wegen  Innungsgeldern  zu  einigen  (Signaturb.  —  Zeischr.  d.  Ver.  f.  Gesch.  u.  Altert.  Schles.  IX.  173). 

Schorsoch,  Niclos,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  vor  Simonis  et  Jude  (27.  Oktober)  1371;  Bürge  ist  Claus  Briger. 

Schott,  Hans  Diebalt,  Goldschmiedgeselle  von  Strassburg,  Sohn  des  Hans  Wigand  Schott,  heiratet  in  Breslau  19.  Trini- 
tatis 1583  Martha,  die  Tochter  des  f  Fuhrmanns  George  Müller  aus  Liegnitz  (Elis.). 

Schreiner,  Wenzel,  Goldschmied  am  Hinterdom,  wird  1761  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 

Schreyer,  Nicolaus  (Niclas  Schreier),  Goldschmiedgeselle,  hat  bei  Meister  Jacobus  Konczel  in  Arbeit  gestanden. 
Tut  am  Donnerstage  vor  Petri  ad  vincula  (30.  Juli)  1472  seinen  letzten  Willen  kund  und  stiftet  zugleich  10  Gulden 
für  den  Bau  des  grossen  Innungsaltares;  siehe  Seite  13  (Signaturb.  L.  90b). 


159 


Schröter,  Hans,  Goldschmied;  am  7.  März  1637  stirbt  seine  nachgelassene  Tochter  Maria. 

Schromowski,  Christoph  (Schrommofsky,  Schramowski,  Schrammoffsky,  Schimunsky),  Goldschmied,  Sohn  des  Johann 
Schromowski  zu  Kessmarktin  Ungarn,  behauptet  1608  als  Gesellein  Breslau,  „aus  vnbedacht  vndt  vbrigem  trunck", 
dass  er  dem  Tobias  Vogt  bei  der  Verfertigung  des  Meisterstückes  geholfen  habe,  wofür  er  am  17.  März  1608  von 
den  Ratmannen  „mit  gebührender  straffe  belegett"  wird  (Lib.  definit.  IV.  186).  Als  sich  Schromowski  im  Sommer 
1608  als  Stückmeister  meldet,  „wollen  die  eltisten  ihnen  zum  meisterstuck  wegen  eines  vordechtigen  stucklein 
goldeß,  drei  ortt  [—  8/4]  eines  ducaten  schwer,  nicht  kommen  laßen,  er  hette  dan  zuuor  erwiesen,  wie  er  gemelt 
stucklein  goldt  an  sich  bracht  hette."  Schromowski  beteuert,  „nachdeme  ehr  vmb  faßnacht  anno  1606  in 
Kesemargt  in  Vngern  seiner  Schwester  einen  silbern  gurttel  vorguldet,  daß  er  gemelt  stucklein  goldeß  daran 
erübrigett."  Am  19.  August  1608  wird  Schromowski  auf  Zureden  der  Ratmannen  als  Stückmeister  zugelassen 
(Lib.  definit.  IV.  191).  Wird  Anfang  1609  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  8.  September  1609  Martha,  die  Tochter 
des  f  Paul  Blumendorff  (MM).  Wohnt  neben  dem  Zeughause  am  Sandtor.  Seine  Frau  Martha  f  12.  VIII.  1616 
(Elis.).  Schromowski  heiratet  am  25.  Juli  1617  Anna,  die  Tochter  des  Kretschmers  Lorenz  Hoppe  (Elis.).  Nachdem 
er  bereits  „zue  zweyenmahlen  vnterschiedlich  silber,  so  der  hiesigen  Breßlischen  prob  bey  weitem  nicht  gemes, 
vorarbeitet"  und  „sich  auch  dessen  nunmehr  zum  dritten  mahl  vnterstanden",  will  ihn  die  Zeche  nicht  mehr  mit 
Gesinde  fördern.  Auf  sein  inständiges  Bitten  vermitteln  die  Ratmannen  am  16.  Januar  1619,  dass  er  „nach  für 
dißmahl  beim  handtwerck  vorbleiben  vndt  in  künfftig  mit  gesellen  vndt  lehriungen  gleich  andern  gefödert  werden 
solle  .  .  ."  (Lib.  definit.  V.  57).  Nach  dem  Tode  des  Kanonikus  Eder  wendet  sich  Schromowski  am  13.  September 
und  29.  November  1619  mit  Schuldforderungen  [wohl  für  gelieferte  Goldschmiedearbeiten]  an  die  Testaments- 
exekutoren  des  Verstorbenen,  diese  warten  jedoch  den  Verlauf  der  bei  dem  städtischen  Gerichte  angestrengten 
Klage  ab  (Acta  capituli).    Schromowski  stirbt  1620.    Zeichnet  CS  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  74. 

a.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  die  HH.  Petrus,  Johannes  Evangelista,  Maria  und  drei 
Engelsköpfchen  in  getriebener  Arbeit.  Auf  der  Kuppa  die  HH.  Johannes  der  Täufer,  Vincentius  Levita  und 
Hieronymus  in  durchbrochenem  Rollwerk.  Gestiftet  1612  von  Hieronymus  Seidel.  H.  26  cm.  Beschauz.  W 
Typus  III  u.  Meisterz.  —  Domschatz,  Breslau. 

b.  Tragaltärch en  in  Form  eines  Buches,  Vorderseite  bemalt,  Rückseite  mit  silbernen  Beschlägen,  in  der  Mitte 
ein  roter  Altarstein  mit  achteckigem  Rahmen  in  gotischer  Fassung.  Auf  der  bemalten  Seite  in  der  Mitte  das 
Schweisstuch  der  Veronica,  an  den  Ecken  symbolische  Darstellungen  der  Evangelisten  in  runden  Feldern 
mit  grünen  Rändern.  Auf  der  silberbeschlagenen  Rückseite  sechs  Kästchen  mit  grossen  farbigen  Glassteinen, 
in  der  Mitte  die  Gottesmutter  und  Christus  als  Welterlöser,  darunter  die  Kreuzigung  in  einem  Rund,  um- 
geben von  Renaissance-Rankenwerk,  Blumen  und  Vasen,  alles  in  Gravierung.  H.  39  cm.  Br.  29,2  cm. 
Beschauz.  W  Typus  III  u.  Meisterz.  —  Domschatz,  Breslau. 

Schnitter,  Joachim  (Schrötter),  Goldschmied  auf  dem  Sande,  wird  1689  am  Dom  erwähnt  (Schles.  Vorz.  VII.  488).  Am 

15.  (begr.  d.  17.)  VIII.  1706  stirbt  sein  nachgelassener  Sohn  Tobias  (Elis.). 
Schubert,  Carl  Friedrich,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Zinngiessers  Christian  Gottlieb  Schubert,  stirbt  in  Breslau 

am  7.  (begr.  d.  9.)  April  1766,  alt  23  Jahre  (MM). 
Schubert,  Gottfried  (Schubart),  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Görlitzer  Goldschmieds  Martin  Schubert,  stirbt  in 

Breslau  am  28.  September  1637,  hat  bei  Hans  Boxhammer  in  Arbeit  gestanden. 
Schubert,  Herrmann  Wilhelm  Julius,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  1.  Februar  1836,  Sohn  des  Maurerpoliers 

Wilhelm  Schubert,  lernt  bei  Johann  Carl  Moritz  Herrmann  vom  20.  August  1851  bis  14.  Oktober  1856.    Tritt  am 

14.  Oktober  1872  in  die  Innung  ein,  bleibt  Mitglied  bis  zum  13.  Oktober  1893. 
Schubert,  Theodor  Berthold  Benjamin,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Franz  Joseph  KnoII,  dann  bei  Julius 

August  Grosche  vom  Qu.  Michaelis  1851 — 1856.   Wird  nach  erfolgter  Meisterprüfung  am  3.  November  1864  in 

die  Innung  aufgenommen,  bleibt  Mitglied  bis  zum  13.  Oktober  1893. 
Schuch,  Carl,  Silberarbeiter  und  Ziseleur,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  1814  in  Frankreich  als  Bataillonschirurgus  ver- 
storbenen Joseph  Schuch,  lernt  bei  Johann  David  Klose  vom  Juni  1822  bis  Juli  1826.    Tritt  am  26.  Oktober  1839 

in  die  Innung  ein.    Stirbt  1864.    Zeichnet  SCHUCH  positiv  eingeschlagen, 
a.  Standkreuz,  Silber,  mit  vergoldetem  Crucifixus.   Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  T  u.  Meisterz,  des  Schuch 
u.  des  Carl  Julius  Gottlieb  Weiss.  —  Matthiaskirche,  Breslau. 
Schübler,  Johann  Lorenz,  siehe  Schiebler. 

Schütt,  Claus,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Handelsmannes  Dittrich  Schütt  in  Bergen  in  Norwegen,  stirbt  in  Breslau 

am  21.  (23.)  April  1720  (MM). 
Schütz,  Martin,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Weissgerbers  Simon  Schütz,  heiratet  am  21.  August  1616  Sara,  die 

Witwe  des  Senklers  Hans  Ehrenfried  (Elis.). 


160 


Schultis,  Johannes,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Dienstag  nach  Trinitatis  (13.  Juni)  1419. 

Schulz,  Carl  Friedrich  Wilhelm,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Carl  Friedrich  Korok  vom  Oktober  1849 

bis  1854.    Wird  am  1 .  Juli  1872  in  die  Innung  aufgenommen.    Ist  1884  das  letzte  Mal  erwähnt. 
Schulz,  Friedrich  Wilhelm,  Silberai  beiter,  geb.  in  Wohlau,  Sohn  des  Trompeters  Sigismund  Schulz,  arbeitet  in  Breslau 

als  Meisterstück  ein  Paar  silberne  Leuchter  und  wird  am  13.  September  1832  in  die  Innung  aufgenommen. 

Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  11.  Dezember  1832,  alt  28  Jahre.    Stirbt  1849.    Zeichnet  in  der  Regel  SCHULZ, 

positiv  eingeschlagen,  selten  FWS  in  rechteckigem  Felde. 

a.  Leuchter,  Silber,  ein  Paar,  mit  spätem  Empiredekor.  Datiert  1.  August  1835.  Johanneskopf,  Stempel- 
meisterb.  R  u.  Meisterz.  FWS.  —  Sandkirche,  Breslau. 

b.  Zuckerkästen,  Silber,  belegt  mit  gepressten  Weinlaubgirlanden,  auf  dem  Deckel  mit  Blumen  oder  figür- 
lichen Darstellungen  in  aufgelegtem  Relief,  mit  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  Q,  R,  S  u.  Meisterz.  SCHULZ, 
finden  sich  häufig  in  schlesischem  Besitze;  ein  Beispiel  im  Schlesischen  Museum  für  Kunstgewerbe  und 
Altertümer,  Breslau. 

Schuman,  Peter,  siehe  Schoneman. 
Schurgast,  siehe  S chorgast. 

Schuster,  Paul,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Schneiders  Johann  Schuster,  heiratet  am  12.  Juli  1632  Barbara,  die 
Witwe  Jacob  Leissners  (MM). 

Schwabe,  Johann  Christian  Wilhelm,  Goldarbeiter,  geb.  in  Ransern  bei  Breslau,  Sohn  des  Müllermeisters  Johann 
Gottfried  Schwabe,  lernt  bei  Ernst  Wilhelm  Werneck  vom  Qu.  Reminiscere  1786—1792.  Arbeitet  bei  Ferdinand 
Christian  Beyl  als  Meisterstück  eine  Haarnadel  in  Form  einer  Sternblume  mit  Brillanten  (von  der  auf 
Seite  10  Fig.  7  abgebildeten  Art),  wird  Meister  am  27.  September  1797.  Heiratet,  28  Jahre  alt,  am  8.  November 
1797  Christiana  Carolina  Dorothea,  die  Tochter  des  f  Inwohners  Johann  Michael  Lobe  (Elis.).  Erwirbt  das 
Bürgerrecht  am  23.  Januar  1798.  Lebt  später  in  dürftigen  Verhältnissen  und  erhält  am  22.  März  1827  den  Posten 
des  Mittelsboten.    Stirbt  1830. 

Schwalm,  Heinrich,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Friedrich  August  Zimmermann  von  Ostern  1840  bis 
Neujahr  1846.    Tritt  am  8.  (9.)  Oktober  1860  in  die  Innung  ein.    Stirbt  am  31.  Mai  1873. 

Schwartz,  Friedrich  Gustav  Adolf,  Goldarbeiter,  geb.  in  Potsdam,  Sohn  des  Kammerdieners  Friedrich  Schwartz, 
erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  17.  Juli  1840,  alt  29  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Schwartzer,  Esaias,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  fürstl.  Ölsschen  Hoftrometers  Esaias  Schwartzer,  stirbt  auf  der 
Wanderschaft  in  Regensburg  am  20.  September  1624,  alt  29  Jahre  (Elis.). 

Schwedler,  Lucas,  siehe  Sweideler. 

Schwöb,  Hans,  Goldschmied,  erscheint  1514  in  der  Geschworeuenliste  der  Signaturbücher  alsjuratus;  ist  identisch  mit? 
Schynaw,  Bartel,  siehe  Schoenau. 

Seeberg,  Carl  Ferdinand,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  getauft  am  3.  Mai  1778  (Elis.),  Sohn  des  Goldarbeiters  Johann 
Friedrich  Carl  Seeberg,  lernt  bei  seinem  Vater  vom  Qu.  Crucis  1793—1795,  dann  bei  Samuel  Jacob  Somme  bis 
Qu.  Crucis  1797.  Die  Wanderjahre  werden  ihm  wegen  seiner  Kränklichkeit  durch  Dispensation  der  Kgl.  Kammer 
erlassen.  Arbeitet  bei  Gottfried  Benjamin  Weigelt  als  Meisterstück  ein  Kreuz  mit  Rosetten,  wird  Meister  am 
20.  Februar  und  Bürger  am  6.  Mai  1800.    Scheidet  1807  aus  der  Innung  aus. 

Seeberg,  Johann  Augustin  Christian,  Goldarbeiter,  geb.  in  Denstedt  in  Sachsen-Weimar,  Sohn  des  dortigen  Pastors 
Johann  Augustin  Seeberg,  bittet  in  Breslau  am  20.  März  1772  um  Ermässigung  der  Rezeptionsgebühr,  die  ihm 
die  Innung  nicht  gewährt.  Meldet  sich  trotzdem  am  17.  Juli  1772  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann  Christian 
Schlencker  ein  Paar  Ohrrosen  mit  Rauten,  wird  Meister  am  7.  Juli  1773  und  Bürger  am  25.  Januar  1774.  Heiratet 
am  2.  Oktober  1776  Maria  Rosina,  die  Tochter  des  Bäckers  Johann  Aulich  (MM).  Stirbt  am  26.  (begr.  d.  29.)  Januar 
1802,  alt  64  Jahre  11  Monate  (MM). 

Seeberg,  Johann  Friedrich  Carl,  Goldarbeiter,  geb.  in  Denstedt  in  Sachsen-Weimar,  Sohn  des  dortigen  Pastors  Johann 
Augustin  Seeberg,  Bruder  des  Breslauer  Goldarbeiters  Johann  Augustin  Christian  Seeberg,  meldet  sich  in  Breslau 
am  29.  September  1775  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Gottlob  Benjamin  Werner  einen  mit  Rauten  besetzten  Patzel, 
wird  Meister  am  16.  November  1775  und  um  dieselbe  Zeit  Bürger.  Heiratet  am  28.  November  1775  Susanna  Juliana, 
die  Tochter  des  f  Partkrämers  Christian  Biedler  (Radler?;  Elis.).  Seine  Frau  f  1783  (Elis.).  Er  selbst  stirbt  am 
22.  (begr.  d.  25.)  März  1795  alt  49  Jahre  7  Wochen  etliche  Tage  (Elis.).  Im  April  1816  malt  Gottfried  August 
Thilo  eine  Kopie  nach  seinem  Portrait  (doch  kann  sich  diese  Angabe  auch  auf  Johann  Augustin  Christian  Seeberg 
beziehen). 

Seeliger,  Julius  Alexander,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kattundruckers  Gottfried  Seeliger,  erwirbt  das  Bürger- 
recht am  2.  Mai  1837,  alt  32  Jahre.    Tritt  am  26.  Oktober  1839  in  die  Innung  ein.    Gibt  1857  sein  Geschäft  auf. 


161 


Segirsdorf,  Heynrich,  Goltsmed,  wird  1346  im  Schöppenbucli  I  erwähnt. 
Segmund  Goltsmed,  siehe  Sigmund  Kesseler. 

Seidel,  Daniel,  Goldschmied;  sein  Sohn  Jeremias  stirbt  am  17.  (begr.  d.  19.)  März  1631  (MM). 

Seidel,  Friedrich  August  (Seydeh,  Goldarbeiter,  geb.  in  Gross-Glogau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Friedrich  Seidel,  erwirbt 

das  Breslauer  Bürgerrecht  am  24.  Mai  1844,  alt  30  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Seidel,  Wilhelm  August,  Goldarbeiter,  geb.  in  Fraustadt,  Prov.  Posen,  lernt  in  Breslau  bei  Ferdinand  Gottlieb  Giess- 

mann  vom  Juni  1806 — 1811.    Erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  15.  September  1820,  alt  29  Jahre.    Tritt  am 

26.  Oktober  1839  in  die  Innung  ein.    Gibt  1850  sein  Geschäft  auf. 
Seilich,  Johann  Friedrich,  Goldschmiedgeselle  von  Stettin,  heiratet  in  Breslau  am  19.  Februar  1691  Rosina,  die  Witwe 

des  Kretschmers  Tobias  Fischer  (MM). 
Seybot,  Hans,  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Freitag  nach  Cineres  (7.März)  151 1.  Stirbt  oder  verzieht  von  Breslau  vor  1525. 
Siezefrey,  Steffan,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  lnvocavit  (25.  Februar)  1474.    Stirbt  vor  1490. 
Siebenbürger,  Jeremias,  Goldschmied,  Sohn  des  Augsburger  Goldschmieds  Jeremias  Siebenbürger,  wird  1664  in 

Breslau  Bürger  und  Meister.    Heiratet  am  22.  April  1664  Elisabeth,  die  Tochter  des  f  Handelsmanns  Johann 

Lemberg  (MM).    Stirbt  am  17.  (begr.  d.  19.)  Dezember  1669  auf  der  Bischofsgasse  in  des  Kretschmers  Hans  Ficker 

Hinterhause,  alt  39  Jahre  (MM).    Seine  Witwe  Elisabeth  f  23.  (27.)  III.  1726. 
Sieber,  Johann  Jacob  (Siber),  Silber-  und  Kupferstecher  von  Augsburg,  lässt  am  17.  März  1700  und  18.  November 

1708  bei  St.  Matthias  taufen.    Stirbt  am  8.  Februar  1736,  alt  62  Jahre,  wird  am  10.  Februar  auf  dem  Kirchhofe 

St.  Agnetis  begraben  (Matth.). 
Siessenbecker,  Gottlieb  Benjamin,  siehe  Süssenbecker. 

Simon,  Elias  (Siemon),  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  stirbt  am  20.  August  1620,  alt  27  Jahre  (Elis.). 

Simon,  Johann  Christoph,  Silberstecher,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  4.  September  1744.    Stirbt  am  2.  (begr.  d.  5.) 

Januar  1779,  alt  63  Jahre  8  Monate  18  Tage  (Elis.). 
Sims,  Carl,  Goldarbeiter,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  29.  April  1814.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Slaher,  Bernhardus,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  vor  Purificatio  Marie  (1.  Februar)  1426. 
Sleupner,  Erasmus,  siehe  Schleupner. 

Sloche,  Niclas  (Sloch,  Slochow,  Slochaw,  Sluch),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  nach  Corpus  Christi  (21.  Juni) 
1443.  Erscheint  1454,  1456,  1458,  1460,  1462,  1464,  1466,  1470,  1474,  1476  in  den  Geschworenenlisten  der  Signatur- 
bücher als  Zunftsenior.  Stirbt  um  1478.  Seine  Frau  Katharina  ernennt  in  ihrem  Testament  am  17.  November 
1495  die  Ältesten  der  Goldschmiede  zu  ihren  Seelwärtern  (Script,  rer.  Silesiacarum,  III.  311). 

Smedt,  Lamprecht  (Smed,  Smydt,  Schmydt,  Schmid,  Schmidt),  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Tage  Dorothee 
(6.  Februar)  1478.  Wohnt  an  der  Nordseite  des  Ringes  in  seinem  eigenen  Hause,  das  in  den  Traditionsbüchern 
häufiger  erwähnt  wird.  Erscheint  [1499]  1508,  1510,  1512  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als 
Zunftältester.  Verkauft  1517  dem  Goldschmied  Wolffgang  Westermehr  d.  ä.  sein  Haus  und  Erbe  am  Ringe, 
gelegen  zwischen  den  Grundstücken  Hans  Krafftczobers  und  Hans  Segersdorffs  (Tradb.  III.  30b).  Stirbt  um  1520. 

Snorrepfeil,  Gregor,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Montag  nach  Laurentii  (11.  August)  1438. 

Soitius,  Erasmus,  Goldschmied  auf  dem  Dom,  wird  1670  erwähnt;  siehe  Seite  35. 

Somirfeld,  Nickil,  siehe  Sommerfeit. 

Somme,  Carl  Wilhelm  Friedrich  Julius,  erst  Apotheker  dann  Juwelier,  geb.  in  Breslau  am  4.  Januar  1813,  Sohn  des 
Goldarbeiters  Samuel  Jacob  Somme,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  26.  Juni  1849.  Wird  am  14.  (28.)  Juli  1849  in 
die  Innung  aufgenommen,  scheidet  1873  wieder  aus.    Stirbt  am  20.  Dezember  1888. 

Somme,  Christian  Friedrich  Wilhelm  Robert,  Juwelier,  geb.  in  Breslau  am  24.  Mai  1805,  Sohn  des  Goldarbeiters 
Samuel  Jacob  Somme,  wird  Gehilfe  zu  Weihnachten  1826.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  19.  März  1839.  Wird 
am  14.  (28.)  Juli  1849  in  die  Innung  aufgenommen,  scheidet  1859  wieder  aus. 

Somme,  Christian  Heinrich  Ludwig  Wilhelm,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Samuel  Jacob 
Somme,  lernt  bei  Johann  Peter  Theophilus  Leuttner  vom  Qu.  Johannis  1811—1816.  Tritt  am  28.  Dezember  1821 
in  die  Innung  ein.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  24.  Januar  1823.    Scheidet  1849  aus  der  Innung  aus. 

Somme,  Emil,  Juwelier,  geb.  in  Breslau  am  20.  Februar  1835,  Sohn  des  Christian  Friedrich  Wilhelm  Robert  Somme, 
wird  Innungsmitgliedram  12.  April  1859  und  bleibt  es  bis  zum  13.  Oktober  1893.    Stirbt  am  24.  Juni  1894. 

Somme,  Samuel  Jacob,  Goldarbeiter,  geb.  am  16.  April  1768,  Sohn  des  Generalinspektors  Jacob  Somme  in  Schweden, 
verfertigt  in  Breslau  bei  Ferdinand  Christian  Krebs  als  Meisterstück  ein  Paar  Ohrgehänge  mit  Rosetten,  wird 
Meister  am  3.  Juli  und  Bürger  am  14.  Juli  1794.  Heiratet  am  30.  September  1794  Ernestine  Charlotte,  die  Tochter 
des  t  Chirurgen  und  Kämmerers  Christian  Reichenbach  in  Cölleda  (?)  in  Sachsen,  wohnhaft  in  Breslau  bei  ihrem 
Pflegevater,  dem  Goldarbeiter  Johann  Friedrich  Carl  Seeberg  (Elis.).    Stirbt  am  1.  Januar  1823. 

21 


162 


Sommer,  Johann,  Goldschmiedgeselle  aus  Ungarn,  stirbt  in  Breslau  im  Mai  1737,  alt  36  Jahre. 
Sommer,  Johann  Gottlieb,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  am  31.  Mai  (begr.  d.  l.Juni)  1772  (MM). 

Sommerfeit,  Nickil  (Somirfeld),  Goltsmed;  am  Freitag  nach  Bartholomaei  (26.  August)  1345  „Gotke  Stilleuoyt  vnd  hat 
gelossin  Nickil  Somirfelde  deme  goltsmede  sin  erbe,  daz  do  lit  vf  der  altbussergassen  by  meister  Jürgen  czu 
nest,  jo  des  iars  czu  eyner  marke  czinss,  czen  iar  nach  der  stat  recht,  des  sal  her  im  gebin  vf  iczliche  quatuor- 
temp  eynen  virdung".  Brennt  das  Gebäude  ab,  so  darf  Nickil  es  wieder  aufbauen,  tut  er  es  nicht,  so  hat  er 
gleichwohl  den  Zins  die  zehn  Jahre  hindurch  weiterzuzahlen  (Schöppenb.  I.  13b).  1347  geht  die  Hälfte  des  Grund. 
Stückes,  auf  dem  Sommerfeit  wohnt,  in  den  Besitz  des  Hannos  Budessin  über  (Schöppenb.  1.  64b).  Siehe  Claus 
von  der  Stregen. 

Sonnenschein,  Hans,  Goldschmied  von  Neisse,  zieht  nach  Breslau  und  wohnt  in  des  Weinbrenners  George  Lange 
Hinterhause  auf  dem  Todtengässel ;  daselbst  stirbt  ihm  am  16.  Januar  1633  sein  Sohn  Hans  Carl. 

Späth,  Hans  [Johann]  (Spätt,  Speth,  Spette),  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmieds  Alexander  Späth,  der  1603  in  Brieg 
das  Bürgerrecht  erwirbt,  Enkel  des  Brieger  Goldschmieds  Nickel  Späth,  wird  1636  in  Breslau  Bürger  und  Meister. 
Heiratet  am  13.  Januar  1637  Rosina,  die  Tochter  des  Goldschmiedältesten  Sebastian  Fesch  d.  j.  (MM).  Wohnt 
erst  auf  der  Schmiedebrücke,  dann  auf  der  Brustgasse,  zuletzt  im  sogenannten  alten  Rathause  am  Ringe.  Stirbt 
als  Zunftältesteter  am  6.  (7.,  begr.  d.  9.)  Januar  1659,  alt  51  Jahre  (Elis.  u.  MM).  Seine  Witwe  Rosina  heiratet  am 
1.  März  1661  den  Goldschmied  Werner  Ludeman  (MM).  Späth  zeichnet  H  S  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  III 
Nr.  80. 

a.  Sargschilde  der  Breslauer  Gross-Schlächter,  Silber  mit  Vergoldung,  fast  rund,  mit  Wappen  der  Fleischer 
und  Geräten  des  Fleischergewerbes,  gehalten  von  zwei  Engeln,  darüber  wachsend  eine  Justitia  und  sechs 
Initialen,  alles  in  getriebener  Arbeit.    Datiert  1644.    Dm.  42,5  X  42  cm.    Beschauz.  W  Typus  IV  u.  Meisterz. 

-  Vereinigte  Fleischer-Innung,  Breslau. 

b.  Sargschilde  der  Breslauer  Tischler,  Silber  mit  Vergoldung,  oval,  in  der  Mitte  Innungsembleme,  am  Rande 
Johannes  der  Täufer,  Moses  und  eine  allegorische  Darstellung  des  Todes.  Datiert  1647.  Dm.  46,5  X  40  cm. 
Beschauz.  W  Typus  V  u.  Meisterz.  —  Tischler-Innung,  Breslau. 

c.  Sargschilde  der  Breslauer  Geisler-Fleischer,  Silber  mit  Vergoldung,  oval,  in  der  Mitte  ein  springendes 
Lamm  und  Geräte  des  Fleischergewerbes,  am  Rande  allegorische  Figuren,  Glaube,  Hoffnung  und  Tod  und 
ein  Schild  mit  gravierter  Inschrift  nebst  Jahreszahl  1648.  Beschauz.  W  Typus  V  u.  Meisterz.  —  Vereinigte 
Fleischer-Innung,  Breslau. 

d.  Sargschilde  der  Breslauer  Tuchknappen,  Silber  mit  Vergoldung,  oval,  in  der  Mitte  Zunftembleme  in  ver- 
goldeter Auflage,  am  Rande  allegorische  Figuren,  Glaube  und  Hoffnung,  Engel  und  Totenkopf  in  getriebener 
Arbeit.  Datiert  1656.  Dm.  43,5  X  35,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Tuchmacher-  und  Tuch- 
scherer-Innung,  Breslau. 

e.  Sargschilde  der  Breslauer  Schlosser,  Gross-Uhrmacher,  Büchsenmacher  und  Sporer,  Silber,  oval,  mit  ver- 
goldeten Zunftemblemen.  Datiert  1658.  Dm.  51  X  45  cm.  Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Schlosser- 
Innung,  Breslau. 

f.  Weihrauchschiffchen,  Silber,  Fuss  in  Form  eines  aus  den  Wellen  tauchenden  Delphins.  Auf  dem  Deckel 
zwei  Muscheln  in  getriebener  Arbeit.  L.  22,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  V  (undeutlich),  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst.  Matthiaskirche,  ehemalige  Jesuitenkirche,  Breslau. 

g.  Kelch,  Silber  vergoldet.    Datiert  1656.    Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Domschatz,  Breslau. 

h.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse,  Steine  und  Medaillons  in  emailliertem 
Silberrelief  mit  Blumen  und  Wappen  des  Dechanten  Jerin,  der  den  Kelch  1658  stiftete.  Die  untere  Kuppahälfte 
plastisch  geschuppt.    Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Kreuzkirche,  Breslau. 

Sparassky,  Matthias,  siehe  Sbarasky. 

Sperling,  August  Ferdinand,  Goldarbeiter,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  23.  Dezember  1815.  Wird  nicht  Innungs- 
mitglied.   Ist  laut  Dekret  vom  22.  September  1828  im  Bürgerbuche  gestrichen  worden. 

Sporleder,  Heinrich,  Goldarbeiter,  wird  am  15.  Juli  1886  Mitglied  der  Innung,  scheidet  am  26.  Januar  1891  Wiederaus. 

Springer,  Reinhold,  Goldschmiedgeselle  von  Königsberg  i.  Pr.,  stirbt  in  Breslau  am  3.  August  1683,  alt  26  Jahre,  hat 
bei  David  Kriebel  in  Arbeit  gestanden. 

Stadelmann,  Gottlieb  Lebrecht,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Ferdinand  Goltlieb  Giessmann  vom  Qu. 
Reminiscere  1803  bis  Michaelis  1808.  Arbeitet  bei  Johann  Bernhard  Hoensch  als  Meisterstück  eine  feingoldene 
Stückelkette  in  Filigranarbeit,  wird  Meister  am  22.  Mai  und  Bürger  am  19.  Juli  1811.    Stirbt  1827. 

Stadermann,  Carl  Julius,  Goldarbeiter,  geb.  in  Hanau  in  Hessen,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  3.  April  1850, 
alt  29  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 


163 


Stäblcr,  Johann,  siehe  Stuppe. 

Stainsky,  Friedrich  Adolf  (Steinsky),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,   Sohn  des  Silberarbeiters  Johann  Stainsky,  wird 

Gehilfe  am  Qu.  Johannis  1S38.    Meldet  sich  am  14.  Juli  1857  zur  Aufnahme  in  die  Innung,  wird  aber  seitdem  in 

den  Meisterverzeichnissen  nicht  erwähnt. 
Stainsky,  Johann  (Steinsky),  Silberarbeiter,   lernt  in  Breslau   bei  Johann  Bernhard  Hoensch  vom  Qu.  Lucie  1803  bis 

Johannis  1S09.   Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  29.  Oktober  1813.    Wird  am  15.  März  1815  in  die  Innung  aufgenommen. 

Scheidet  durch  Beschluss  vom  14.  April  1845  wieder  aus. 
Stange,   Adolf,   Ooldarbeiter,   wird  am   19.  November  1853  in    die    Innung  aufgenommen.     Wandert   1854  nach 

Amerika  aus. 

Stanke,  Mathis,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Sonnabend  vor  Invocavit  (22.  Februar)  1466.  Ist  1477  Juratus.  Stirbt  nach  1490. 

Starck,  Heinrich  Gottfried,  Goldschmied  von  Rudelstadt,  meldet  sich  in  Breslau  am  27.  Februar  1782  als  Stückmeister, 
wird  dann  nicht  mehr  erwähnt. 

Starcks,  Anton  Joseph  (Starks,  Starxi,  Goldarbeiter,  geb.  in  Wien,  lernt  in  Breslau  bei  Johann  Gottlieb  Wiedemeyer 
vom  2.  März  1764  bis  23.  September  1768  (2.  März  1769).  Meldet  sich  am  12.  März  1789  als  Stückmeister,  muss 
am  18.  Juni  seine  Meldung  wiederholen,  da  er  das  erste  Mal  seinen  Geburtsbrief  nicht  vorlegen  konnte,  arbeitet 
bei  Gottlob  Benjamin  Werner  eine  Prätension  in  Form  eines  mit  Rauten  eingefassten  Medaillons,  wird  Meister 
am  8.  Oktober  1789.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  21.  Januar  1790.  Ist  in  der  Meisterliste  von  1801  das  letzte 
Mal  erwähnt. 

Starkl,  Franz  Anton,  Goldarbeiter  ausserhalb  der  Innung,  heiratet  1714  bei  St.  Adalbert  (Schles.  Vorz.  VII.  488). 

Steckel,  Lorentz  (Steckhell,  Stecklini,  Goldschmied,  Sohn  eines  Augsburger  Tischlers,  heiratet  in  Breslau  am  15.  Ok- 
tober 1576  Katharina,  die  Tochter  des  Goldschmieds  Eucharius  Riher  (MM).  Wird  um  dieselbe  Zeit  Bürger  und 
Meister.    Stirbt  vor  1589. 

Steer,  Caspar,  siehe  Stcer. 

Steffan,  Meister  S.  der  Goltsmed,  siehe  Eriber  oder  Cringel. 

Steiner,  Christian  Wilhelm  (Steinert),  Goldschmiedgeselle  von  Königsberg,  stirbt  in  Breslau  am  13.  Juli  1693,  alt 
27  Jahre.    Sein  nachgelassener  Sohn  Martin,  ein  Buchdruckergeselle,  f  27.  X.  1739. 

Stephan,  Carl  Gottlieb  Tobias,  Gold-  und  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Gottfried  Wilhelm  Hoensch  vom 
März  1797 — 1803.  Arbeitet  bei  Christian  Gottlieb  Mittmann  als  Meisterstück  eine  feingoldene,  mit  Rauten  be- 
setzte Halskette  mit  durchbrochenen  Gliedern,  wird  Meister  am  16.  April  und  Bürger  am  24.  April  1812. 
Stirbt  1828. 

Stephan,  Gottfried  [Friedrich]  Wilhelm,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  sucht  am  4.  Januar  1822  seine  Aufnahme  bei 
der  Innung  nach,  wird  Bürger  am  15.  März  1822  und  Innungsmeister  am  26.  März  1824.  Ist  in  der  Meisterliste 
von  1827  das  letzte  Mal  erwähnt. 

Stephanus  Goltsmed,  siehe  Eriber. 

Stetin,  Hannos  (Stelin),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  Agnetis  (21.  Januar )  1433;  Bürge  ist  Petrus  Vicker. 

Stillefoyt,  Gotke  fStilleuoyt,  Stiluoyt,  Gotke  Goltsmit),  Goltsmed,  überlässt  1345  dem  Goldschmied  Nickil  Somirfeld 
[Sommerfeit]  sein  Erbe  auf  der  Altbüssergasse  gegen  1  Mk.  jährl.  Zins  (Schöppenb.  I.  13b).  Verkauft  1345  dem 
Heinrich  Kaie  zwei  Teile  der  halben  Kaufkammer,  in  der  der  genannte  Kaie  steht.  In  demselben  Jahre  verzichten 
die  Angehörigen  des  Gotke  auf  alle  Ansprüche  an  diese  Kaufkammer  Schöppenb.  I.  20b,  22b).  1346  ordnet 
Gotke  vor  den  Schoppen  seine  und  der  Kinder  seiner  Schwester  und  seines  verstorbenen  Bruders  Pawil  Besitz- 
verhältnisse (Schöppenb.  I.  45).  Zwischen  1346  bis  1349  schliesst  Gotke  Stillefoyt  mehrere  Kauf-  und  Zinsverträge 
ab  (Schöppenb.  I.  45,  64b,  77b,  115b,  118). 

Stillefoyt,  Pawil  (Pauil  Goltsmed),  Goltsmed,  Bruder  des  Goldschmieds  Gotke  Stillefoyt,  stirbt  1346.  Seine  Tochter 
Lucie  schliesst  1348  zwei  Zinsverträge  ab  (Schöppenb.  I.  74b,  88).  Dieselbe  versetzt  1349  um  8  Mk.  Groschen  der 
Anna,  Pecze  Cromers  Tochter,  zu  Händen  Heinczkin  Goltsmedes  ihres  Mannes  ein  Drittel  von  dem  Viertel  des 
Steinhauses  an  der  Ecke  bei  Niclos  von  Lemberg  und  ein  Drittel  von  einem  Drittel  des  dazu  gehörigen  Hofes 
(Schöppenb.  I.  104).  Dieselbe  verkauft  1351  dem  Gotke  Goltsmed  [Stillefoyt]  allen  ihren  Anteil  an  dem  Erbe,  auf 
dem  Meister  Jurge  wohnt  (Schöppenb.  I.  180). 

Stiller,  Christoph  Wilhelm,  Gold-  und  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Zwirnhändlers  Christoph  Stiller,  lernt 
bei  Johann  Bernhard  Hoensch,  später  bei  Johann  Friedrich  Wilhelm  Fuss  von  1799 — 1804.  Arbeitet  bei  Joseph 
Gottlieb  Lederhose  als  Meisterstück  einen  Kamm  mit  Brillanten,  wird  Meister  am  30.  Juni  und  Bürger  am  23.  No- 
vember 1808.    Stirbt  um  1840. 

Stimmet,  Andreas,  Goldschmied,  Sohn  des  Christoph  Stimmel  in  Liegnitz,  wird  1603  in  Breslau  Bürger  und  Meister. 
Heiratet  2.  Trinitatis  1603  Anna,  die  Tochter  des  f  Hans  Pfeiffer  ( Ff  Iis.  j.     Wohnt  am  Ringe  unter  den  Riemern. 

21* 


164 


Seine  Frau  Anna  f  22.  V.  1614  (Elis.  u.  MM).  Stimmel  heiratet  am  6.  Oktober  1615  Anna,  die  Tochter  des  f 
Handelsmannes  Heinrich  Mühlpfort  (Elis.).  Stirbt  am  22.  September  1622,  alt  53  Jahre  (Elis.).  Seine  Witwe  Anna 
t  15.  (begr.  d.  18.)  VI.  1671,  alt  79  Jahre  (  Elis.). 

Stimmel,  Caspar  (Stiemel,  Stümmel),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Christoph  Stimmel,  wird 
um  1619  Bürger  und  Meister.  Seine  Frau  Susanna,  geb.  Buschork  (?),  f  27.  VIII.  1633  (Elis.).  Er  selbst  stirbt  am 
8.  November  1633  an  der  Pest. 

Stimmel,  Christoph  (Stimmelt,  Stiemel,  Stummelt),  Goldschmied,  wird  1584  Meister  und  um  dieselbe  Zeit  Bürger. 
Wohnt  auf  der  Odergasse  in  seinem  eigenen  Hause.  Ist  seit  1596  Schützenältester,  seit  1602  Zunftältester.  Wird 
1606  durch  Valten  Hertwig  und  Hans  Strich  d.  ä.  beleidigt,  indem  diese  sein  vor  22  Jahren  gefertigtes  Meister- 
stück unbefugter  Weise  tadeln  (Lib.  definit.  IV.  161 b — 163 a).  Wird  1616  von  dem  Goldschmied  George  Beck 
mit  ehrenrührigen  Worten  angegriffen;  dieser  muss  am  31.  August  1616  vor  den  Ratmannen  um  Verzeihung 
bitten  (Lib.  definit.  V.  13a).  Seine  Frau  Sabina,  geb.  Buchpach  von  Dresden,  f  15.  II.  1618  (Elis.).  Stimmel  heiratet 
am  1.  Dezember  1620  Elisabeth,  die  Witwe  des  Kretschmers  George  Nergner  (Elis.).  Seine  Frau  Elisabeth  t 
17.  (24.,  29.)  IX.  1621  (Elis.).  Stimmeis  Tochter  Maria  heiratet  am  11.  Januar  1622  den  Goldschmied  Wentzel 
Fischer  (Elis.).  Er  selbst  heiratet  am  19.  Juli  1622  Rosina,  die  Witwe  des  Handelsmannes  Hans  Schimme  (Elis.). 
Stimmel  stirbt  am  13.  März  1627,  alt  71  Jahre  (Elis.).    Zeichnet  CS  ligiert  in  rundem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  65. 

a.  Becher,  Silber,  auf  dem  konischen  Mantel  durch  Vergoldung  hervorgehobene  eingravierte  Ornamente,  die 
Wappen  der  Stifter  Hans  Georg  von  Rechenberg  und  Sigmund  von  Berge  und  Inschriften.  Datiert  1596. 
H.  20,3  cm.  Beschauz.  W  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  3$".  —  Kleinodien  der  Schiesswerderschützen 
in  Breslau.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  AHertümer,  Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  V 
S.  248  Nr.  8). 

b.  Kelch,  Silber  vergoldet,  in  gotischem  Aufbau.  Auf  dem  sechspassigen  Fusse,  sowie  auf  der  unteren  Hälfte 
der  Kuppa  je  sechs  Rundmedaillons  mit  Apostelfiguren  in  Unterglasmalerei.  Nodus  gedrückt  wulstförmig 
mit  durchgesteckten  Zapfen,  darauf  die  Buchstaben  I  H  E  S  V  S.  Am  Rande  des  Fusses  die  Inschrift:  „ANNO 
1604.  DEN  15  APRILIS  VOREHRET.  FRAVW  MAGDALENA.  WEISKEGL1N.  MERTEN  NIEMSCHES. 
KRETZSMERS.  SELIGN.  NACH.  GELASSEN.  WITTIB.  DISEN  KELCH.  ZVM.  GEDECHNIS."  H.  22,7  cm. 
Beschauz.  W  Typus  III,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.   Adlertypus.  —  Elisabethkirche,  Breslau. 

c.  Deckel,  Silber  vergoldet,  zu  einem  Pokal  des  Nürnberger  Goldschmieds  Caspar  Widmann  (nach  Rosen- 
berg Nr.  1232),  in  getreuer  Anlehnung  an  den  Dekor  des  Pokals  reich  getrieben  und  mit  plastisch  auf- 
gesetzten Köpfchen.  Als  Deckelbekrönung  die  vollrunde  Figur  eines  Büchsenschützen  mit  zwei  gegen 
einander  gelehnten  Wappenschilden,  auf  dem  einen  die  Jahreszahl  1607,  die  Initialen  B.  S.  und  das  Wappen 
des  Breslauer  Bürgers  Benedikt  Scholz,  auf  dem  anderen  die  Initialen  H  V  A  und  das  Wappen  des  Hans 
Vater.  Am  Rande  des  Deckels  eine  dreireihige  Inschrift.  Beschauz.  W  Typus  III  u.  Meisterz.  —  Kleinodien 
der  Schiesswerderschützen  in  Breslau.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau 
(Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  V  S.  248f.  Nr.  9  (7),  abgeb.  Taf.  XXVIII  (I)  Nr.  3). 

Stimmel,  Daniel  (Stummelt),  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Christoph  Stimmel,  heiratet 
am  26.  November  1613  Sabina,  die  Tochter  des  t  Abraham  Jeger  (MM).  Wird  in  Jauer  Meister.  Seine  nach- 
gelassene Tochter  Sabina  stirbt  in  Breslau  am  18.  September  1633,  ebenso  seine  Witwe  Sabina  am  31.  Juli  1655. 

Stimmel,  Johannes,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Christoph  Stimmel,  hat  bei  seinem 
Vater  in  Arbeit  gestanden  (Schles.  Vorz.  VII.  483). 

Stocke,  Steffan,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  Lucie  (13.  Dezember)  1437. 

Stoer,   Balthasar  (Stöer),  Goldschmiedgeselle,    geb.   in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds   Caspar  Stoer,  heiratet 

16.  Trinitatis  1579  Ursula,  die  Tochter  des  f  Hans  Artzt  (Elis.). 
Stoer,  Caspar  (Stöer,  Stor,  Steer,  Stoher),  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  1547  Ester,  die  Tochter  Wolf  Egeners 

(Elis.).    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  8.  März  1549,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.    Wohnt  auf  der  Junkerngasse. 

Seine  Tochter  Anna  heiratet  am  13.  Januar  1568  den  Pfarrer  Antonius  Herfart.    Stoer  stirbt  am  7.  März  1584  (MM). 

Seine  Witwe  Ester  |  28.  III.  1613. 
Stoer,  Johann  August  Wilhelm  (Stöhr),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Johann  Benjamin  Klug,  später  bei 

Ernst  Benjamin  Ullmann  von  1816—1819.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  24.  Oktober  1823,  alt  24  Jahre.   Wird  nicht 

Innungsmitglied. 

Stoll,  Johann  Michael,  Goldarbeiter,  geb.  in  Strassburg,  verfertigt  in  Breslau  bei  Carl  Gottfried  Haase  als  Meister- 
stück ein  Paar  Ohrgehänge  mit  Rauten,  wird  Meister  am  25.  August  1796  und  Bürger  am  16.  Mai  1797.  Stirbt  am 
28.  (begr.  d.  30.)  Mai  1807,  alt  50  Jahre  (Elis.). 

Stoppe,  Stephanus,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Hedwigis  (14.  Oktober)  1429. 


165 


Strada,  Gregor  (Strader),  Goldschmied,  wird  Breslauer  Bürger  am  Mittwoch  nach  Georgii  (26.  April)  1475.  Ist  1483 
bis  1488  in  Schweidnitz  urkundlich  nachweisbar  (Anz.  f.  Kunde  d.  deutsch.  Vorzeit,  1875,  Sp.  148).  Klagt  1485 
gegen  seinen  Gesellen  Lorencz  Mauerer,  weil  dieser  von  der  ausbedungenen  sechsjährigen  Lehrzeit  nur  2/3  ab- 
solviert habe  und  verlangt  10  Mk.  Schadenersatz  (Schles.  Vorz.  VII.  482).  Ist  vor  1490  im  Catalogus  civium  von 
1470  gestrichen  worden,  wohl  weil  er  nach  Schweidnitz  übergesiedelt  ist. 

Strauchmann,  Gottlob  (Gottlieb  Strachmann),  Goldarbeiter,  Sohn  des  Brauers  Benjamin  Strauchmann,  lernt  in  Breslau 
bei  Samuel  Haenel,  dann  bei  Johann  Samuel  Grische  von  1746—1752.  Arbeitet  zuerst  als  Pfuscher.  Heiratet  am 
25.  April  1769  Rosina  Elisabeth,  die  Tochter  des  Heinrich  Bartholomaeus,  Altknechts  bei  der  grossen  Kunst  (Elis.). 
Meldet  sich  gezwungenermassen  am  3.  März  1774  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Christian  Hoensch  einen  Patzel 
mit  Topasen,  wird  Meister  am  13.  (20.)  Dezember  1774  und  Bürger  am  26.  September  1775.  Stirbt  am  24.  (begr. 
d.  27.)  Februar  1806,  alt  73  Jahre  (Elis.). 

Strauss,  Sebalt,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Apothekers  Merten  Steffan  Strauss,  reicht  am  8.  April  1530 
dem  Peter  Singer  sein  am  29.  Januar  1529  erworbenes  Erbe  samt  Apotheke  und  Materialien,  gelegen  an  der  Nord- 
seite des  Ringes  zwischen  Wenczel  Melczer  und  Wolf  Saurman  (Tradb.  III.  75b,  V.  31b,  93a).  Erwirbt  am 
24.  Januar  1534  das  Bürgerrecht,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.    Stirbt  vor  1544. 

Stregen,  Claus  von  der,  Goltsmit,  wird  Bürger  vor  1364.  Verreicht  1373  der  Margareta  Sommerveldynne  [es  ist 
vielleicht  die  Frau  des  Goldschmieds  Nickil  Sommerfeit]  1  Mk.  jährl.  Zins  auf  sein  Erbe  bei  der  Krummen- 
dorfynne,  wiederverkäuflich  um  10  Mk.,  und  1374  3  Mk.  jährl.  Zins  auf  sein  Erbe  am  Neumarkte,  wieder- 
verkäuflich um  30 Mk.  (Schöppenb.  III.  262b,  iv.  35b). 

Strehlitz,  George,  Gold-  und  Silberwarenfabrikant;  sein  Sohn  Johann  George  stirbt  am  25.  (27.)  September  1709. 

Streubel,  Christian  Gottlieb  (Streubier,  Sträubel,  Straubel,  Striebel,  Streibel),  d.  ä.,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn 
des  Erbsassen  George  Streubel,  arbeitet  als  Geselle  bei  Gottfried  Wilhelm  Jachman.  Meldet  sich  am  4.  März 
1749  als  Stückmeister,  verfertigt  bei  Johann  David  Kriebel  eine  mit  Diamanten  versetzte  Mache  [Patzel]  und  ein 
Galanterieringel  mit  Rubinen  und  Diamanten,  wird  Meister  am  22.  Mai  und  Bürger  am  24.  Juli  1749.  Heiratet  am 
4.  Januar  1752  Johanna  Elisabeth,  die  Tochter  des  Schneiders  Conrad  Schneider  (Elis.).  Seine  Frau  f  9.  (begr. 
d.  11.)  III.  1758  (Elis.).  Streubel  heiratet  am  18.  Oktober  1758  Marjana  Elisabeth,  die  Tochter  des  f  Tarnowitzer 
Bürgermeisters  Joachim  Duttke  (Dudeck?)  (MM).  Stirbt  am  11.  (begr.  d.  13.)  Juni  1775,  alt  62  Jahre  9  Monate 
11  Tage  (Elis.).  Seine  Witwe  Marjana  Elisabeth  f  1.  (begr.  d.  4.)  X.  1778  (Elis.). 
Seine  Tochter  Susanna  Eleonora  heiratet  am  1.  September  1779  den  Peruquier 
Johann  Gottlob  Müller  (MM). 

Streubel,  Christian  Gottlieb  (Sträubel,  Streibel),  d.  j.,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau, 
Sohn  des  Goldarbeiters  Christian  Gottlieb  Streubel  d.  ä.,  tritt  bei  Johann  Samuel 
Grische  1767  in  die  Lehre.  Meldet  sich  am  3.  Juni  1779  als  Stückmeister,  arbeitet 
bei  Gottlob  Benjamin  Werner  einen  mit  Rauten  und  Rubinen  besetzten  Plack, 
wird  Meister  am  15.  Dezember  1779  und  um  dieselbe  Zeit  Bürger.  Heiratet 
am  2.  Februar  1780  Christiana  Elisabeth,  die  Tochter  des  Posamentiers  und 
Seidenstrickers  Donatus  Mentzel  (MM).  Seine  Frau  f  18.  (begr.  d.  20.)  11.1789 
(MM).  Er  selbst  stirbt  am  31.  Januar  (begr.  d.  2.  Februar)  1820,  alt  67  Jahre 
3  Monate  7  Tage  (MM). 

Streubel,  Johann  Friedrich  (Sträubel),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des 
Goldarbeiters  Christian  Gottlieb  Streubel  d.  j.,  lernt  bei  seinem  Vater  vom  Qu. 
Reminiscere  1797  bis  Qu.  Luciel801.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  12.  März  1813. 
Wird  Innungsmitglied  am  24.  Februar  1815.  Stirbt  am  13.  (begr.  d.  15.)  August  1823, 
alt  40  Jahre  9  Monate  (MM). 

Strich,  George,  Goldschmied,  Bruder  des  Goldschmieds  Hans  Strich  d.  ä.,  stirbt  1602 
in  Reval  in  Livland,  alt  48  Jahre  (abgekündigt  in  Breslau  bei  MM). 

Strich,  Hans  [Johann],  d.  ä.,  Goldschmied,  wird  um  1582  Bürger  und  Meister. 
Wohnt  auf  dem  Hühnermarkte.  Ist  1594  König  der  Schiesswerderschützen  (Ro- 
land, Schiesswerderbuch,  S.  22).  Ist  1606  an  einem  Streite  zwischen  den  Gold- 
schmieden Christoph  Stimmel  und  Valten  Hertwig  beteiligt  (Lib.  definit.  IV. 
161b— 163a).  Seine  Frau  Barbara,  geb.  Buchholz,  f  8.  XII.  1611  (Elis.).  Strich 
heiratet  am  16.  Juli  1612  Katharina,  die  Tochter  des  f  Apothekers  Jacob  Brendel 
in  Goldberg  (MM).    Stirbt  am  7.  Oktober  1616,  alt  66  Jahre  (Elis.).  Seine 

Witwe  Katharina  heiratet  am  2.  Oktober  1618  den  Reichkrämer  Paul  Hoffman       Fig.  35.    Hans  Strich  d.  ä. 


166 


in  Liegnitz  (MM).  Seine  Tochter  Barbara  heiratet  am  30.  Januar  1622  den  Barbier  und  Wundarzt  Hans  Clauss  (MM). 
Strich  (oder  Hans  Schoenaui  zeichnet  HS  ligiert  mit  fünf  Sternchen  in  rundem  Felde,  vgl.  Taf.  III  Nr.  64. 

a.  Schützenkleinod  von  1594,  mit  dem  Selbstbildnis  des  Meisters,  abgebildet  Fig.  35  nach  G.  Hauer  (Hayer), 
Breslische  Schutzen-Kleinoth  .  .  .  [Breslau  1613],  Taf.  6.    Original  verloren. 

b.  Pokal,  Silber,  in  der  auf  Seite  87  Fig.  24  wiedergegebenen  Form,  mit  Bandwerk,  Fruchtgehängen  und 
Masken  in  getriebener  Arbeit.  Am  Kelchrande  gravierte  Darstellungen  eines  Kegelschiebens  und  Scheiben- 
schiessens  mit  dem  zweimal  angebrachten  Wappen  des  Stifters  Christoph  Sachse.  Deckel  fehlt.  H.  22,8  cm. 
Beschauz.  W  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  —  Kleinodien  der  Schiesswerderschützen  in  Breslau. 
Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  V  S.  247  f. 
Nr.  7  (14),  abgeb.  Taf.  XXXI  (III)  Nr.  3). 

c.  Muschelbecher  in  vergoldeter  Silberfassung.  Am  Lippenrande  geätztes  Ornament.  H.  30cm.  Beschauz. 
W  u.  Meisterz.  —  f  Baron  Carl  v.  Rothschild,  Frankfurt  a.  M.  (nach  Rosenberg  Nr.  457). 

d.  Nautiluspokal  in  vergoldeter  Silberfassung.  Beschauz.  W  u.  Meisterz.  —  Staatsmuseum,  Moskau  (nach 
Schlesiens  Vorzeit,  Neue  Folge,  Bd.  III  S.  161). 

Strich,  Hans  [Johann],  d.  j.,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Hans  Strich  d.  ä.,  heiratet  am 
20.  Oktober  1615  Barbara,  geb.  Schwartz,  die  Witwe  des  Diakonus  Bartholomaeus  Ruth  (MM).  Es  ist  fraglich, 
ob  er  in  Breslau  als  Meister  tätig  gewesen  ist. 

Strosberg,  Conrad  de,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Montag  vor  Elisabeth  (18.  November)  1381;  Bürge  ist  Claus  Briger. 

Stummelt,  siehe  Stimme). 

Stuppe,  Johann  (Stube,  Stäbler),  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  26.  April  1697,  wird  um  dieselbe  Zeit 
Meister.  Seine  Frau  Susanna  Maria,  geb.  Mentzel,  f  7.  (begr.  d.  10.)  IX.  1698  (Elis.  u.  MM).  Er  selbst  stirbt  am 
5.  (9.,  10.)  Juni  1700,  alt  36  Jahre  20  Wochen  (Elis.  u.  MM).    Zeichnet  I  S  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  118. 

a.  Taufschüssel,  Silber,  runde  Schale  auf  Fuss.  Datiert  1699.  Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst.   Adlertypus.  —  Elisabethkirche,  Breslau. 

b.  Kelch,  Silber  vergoldet,  reich  getrieben  mit  Blumen  und  Blattwerk.  Johanneskopf  u.  Meisterz.  —  Kath. 
Pfarrkirche  St.  Bartholomaei,  Trebnitz. 

Stuppe,  Johann  Christian  Wilhelm,  Goldarbeiter,  verfertigt  bei  Johann  Gottlob  Tholuck  als  Meisterstück  einen  Korb 
in  Silberdraht,  wird  Meister  am  6.  Oktober  und  Bürger  am  23.  November  1808.  Lebt  später  in  dürftigen  Ver- 
hältnissen und  erhält  1819  den  Posten  des  Mittelsboten.    Stirbt  1827. 

Süsse,  Johann  Gottfried,  Goldarbeitergeselle,  stirbt  in  Breslau  am  8.  Oktober  1757  (MM). 

Süssenbecker,  Gottlieb  Benjamin  (Siessenbecker,  Sissenbecker),  Goldschmied,  arbeitet  bei  Hans  Jachman  d.  j.  als 
Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  31.  Januar  und  Bürger  am  27.  Februar  1728. 
Ist  in  der  Meisterliste  von  1730  zum  letzten  Male  erwähnt,  hat  aber  noch  die  Petition  von  1732  (Urk.  56)  unter- 
schrieben.   Sein  Sohn  Johann  Gottlieb,  ein  Kaufmann,  heiratet  am  14.  November  1753  (MM). 

Sweideler,  Lucas  (Sweidler,  Sweydeler,  Schwedler;,  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Invocavit  (17.  Februar) 
1464.  Erscheint  1471  . . .  1491,  1493  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftältester.  Siehe  Seite  13. 
Stirbt  um  1496. 

Swob,  Hannos,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Montag  nach  Viti  (16.  Juni)  1393;  Bürge  ist  Waltherus  Ebirhart. 
Tackil,  Michel,  siehe  Tockel. 

Talcke,  Caspar  (Talke,  Talckel,  Tolick,  Tulcke),  Goldschmied,  Sohn  des  Melchior  Talcke  in  Kapsdorf  im  Schweidnitz- 
schen,  heiratet  in  Breslau  als  Geselle  23.  Trinitatis  1592  Dorothea,  die  Tochter  des  f  Schneiders  Hans  Lachman 
(Elis.).  Wird  1593  Bürger  und  Meister.  Stirbt  am  3./10.  Januar  1597.  Seine  Witwe  Dorothea  heiratet  13.  Trinitatis 
1601  den  Goldschmied  Hans  Bretsch  in  Strehlen  (Elis). 

Tanner,  Melchior,  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmieds  Caspar  Tanner  in  Liegnitz,  heiratet  in  Breslau  Rogate  1589 
Margareta,  die  Tochter  des  t  Diakonus  bei  St.  Elisabeth,  Michael  Francke  (Elis.). 

Tausendschön,  Marcus,  Goldschmiedgeselle  von  Dillingen  bei  Augsburg,  Sohn  des  Georg  Tausendschön,  Dieners  bei  dem 
Bischöfe  von  Augsburg,  heiratet  in  Breslau  nach  dem  am  27.  Juni  erfolgten  Aufgebot  am  6.  Juli  1593  Ursula,  die 
Tochter  des  f  George  Winckler,  Schulcollegen  bei  St.  Maria  Magdalena,  und  seiner  Frau  Sophie,  der  Tochter  des 
Goldschmieds  Bartel  Schoenau  (MM).  Gegen  seine  Niederlassung  in  Neisse  erheben  am  9.  Oktober  1601  die 
dortigen  Goldschmiede  bei  dem  Breslauer  Bischöfe  Einspruch,  da  er  sich  während  einer  Seuche  zu  Prag  auf- 
gehalten habe  (Schles.  Vorz.  VII.  492).  Wird  1604  in  Neisse  Meister.  Von  seinen  Meisterstücken  befindet  sich 
der  Kelch  im  Breslauer  Domschatze.    Vgl.  Jahresbericht  des  Neisser  Kunst-  und  Altertumsvereins,  1905,  S.  14  f. 

Teckel,  Michel,  siehe  Tockel. 

Teller,  Johann  Gottlieb  Christian,  sieher  Del ler. 


167 


Thamm,  George  Friedrich  (Triam,  Tahm,  Tamm),  Goldschmied,  Sohn  des  Gastwirts  Johann  Thamm  in  Borne,  Kr. 
Neumarkt,  arbeitet  in  Breslau  bei  Thomas  Kuntze  als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird 
Meister  am  20.  Mai  und  Bürger  am  6.  Juni  1721.  Heiratet  am  16.  Juni  1721  Maria  Elisabeth,  die  Tochter  des 
Buchbinders  Tobias  Wagner  (MM).  Seine  Frau  Maria  Elisabeth  t  12.  (begr.  d.  14.)  IV.  1728  (MM).  Thamm  heiratet 
am  26.  April  1729  Eva  Rosina,  die  Tochter  des  t  Riemerältesten  George  Jäckel  (Elis.).  Seine  Tochter  Maria 
Rosina  heiratet  am  2.  Januar  1748  den  Goldarbeiter  Johann  Gottlieb  Glimmich  (MM).  Seine  Frau  Eva  Rosina 
f  25.  (begr.  d.  27.)  V.  1757  (MM).  Er  selbst  stirbt  am  6.  (begr.  d.  8.)  November  1757,  alt  61  Jahre  7  Monate  (MM). 
Thamm  zeichnet  G  F  T  in  einem  herzförmigen  Schilde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  139. 

a.  Deckelbüchschen,  Silber,  oval,  gerippt.  Am  Boden  die  Initialen:  M.  E.  v.  K.  W.  H.  5,8  cm.  Johannes- 
kopf  Typus  IX,  Stempelmeisterb.  C  u.  Meisterz.  —  Evang.  Pfarrkirche  in  Ulbersdorf,  Prov.  Posen. 

b.  Schüssel,  Silber,  oval,  mit  gebogtem  Rande  und  frühem  Rokokodekor  in  getriebener  Arbeit.  Im  Spiegel 
graviert  das  Wappen  derer  v.  Trach.  Datiert  1732.  Dm.  35,6  X  27,3  cm.  Johanneskopf,  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst.  SW  ■  —  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  O. 

Thiel,  Antonius,  Goldschmiedgeselle  von  Danzig,  stirbt  in  Breslau  am  1 8.  i  begr.  d.  20.)  Mai  1674,  alt  52  ( 53  >  Jahre  i  Elis.u.MM). 
Thiel,  Carl  Eduard  Adolph,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiteis  Carl  Gottfried  Thiel,  erwirbt  das 

Bürgerrecht  am  2.  September  1842,  alt  28  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Thiel,  Carl  Gottfried,  Goldarbeiter,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  12.  November  1813.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Thiel,  Robert  Ferdinand,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Carl  Gottfried  Thiel,  erwirbt  das 

Bürgerrecht  am  25.  Juli  1845,  alt  25  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Thiem,  Johann  Wilhelm  (Thim),  Goldarbeiter,  geb.  in  Hanau,  arbeitet  in  Breslau  bei  Johann  Bernhard  Hoensch  als 

Meisterstück  ein  Paar  Ohrgehänge  mit  ä  jour  gefassten  Brillanten  und  ein  goldenes  Halsstück  in  Filigranarbeit, 

wird  Meister  am  7.  Januar  und  Bürger  am  10.  Januar  1806.    Läuft  1807  davon. 
Thim,  Hans,  Goldschmied;  im  Oktober  1597  stirbt  seine  Tochter  Anna. 

Thimo,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  vor  Simonis  et  Jude  (27.  Oktober)  1371;  Bürge  ist  Claus  Briger. 
Thittner,  George,  siehe  Dittmar. 

Tholuck,  Goldarbeiter,  meldet  sich  am  17.  Januar  1865  zur  Aufnahme  in  die  Innung,  die  ihm  verweigert  wird,  da  er 

keinen  selbständigen  Geschäftsbetrieb  nachweisen  kann.    Wird  später  als  Innungsbote  angenommen  und  bleibt 

es  bis  zur  Auflösung  der  Innung. 
Tholuck,  Johann  Gottfried  (Toluck),  Goldarbeiter,  wird  Innungsmeister  am  10.  April  und  Bürger  am  15.  April  1815. 

Gibt  1823  sein  Handwerk  auf  und  zieht  nach  Frankenstein.   Im  Mai  1830  wird  ihm  eine  von  der  Innung  erbetene 

Unterstützung  nicht  bewilligt. 

Tholuck,  Johann  Gottlob  (Toluck,  Toulock,  Tolick,  Delugg,  Dolucker),  Goldarbeiter,  geb.  1755  in  Schlichtingsheim, 
Prov.  Posen,  Sohn  des  dortigen  Kürschners  Johann  Christian  Tholuck,  lernt  in  Breslau  bei  der  Witwe  des 
Friedrich  Gottlob  Krebs  von  1771 — 1777,  wird  losgesagt  im  Namen  der  verw.  Frau  Krebs  durch  Carl  Gottfried 
Haase  am  19.  September  1777.  Meldet  sich  auf  Befehl  der  Kgl.  Kammer  am  27.  Dezember  1781  als  Stückmeister, 
arbeitet  bei  Gottlob  Benjamin  Werner  ein  Paar  Ohrgehänge  mit  Pendeloques,  wird  Meister  am  29.  Januar  1782. 
Heiratet  am  10.  April  1782  Johanna  Christiana,  die  Tochter  des  t  Partkrämers  Christian  Ludwig  Hanisch  (MM). 
Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  10.  März  1783.  Lässt  sich  im  Dezember  1797  von  Gottfried  August  Thilo  en  miniature 
malen.  Seine  Frau  f  5.  (begr.  d.  7.)  V.  1806  (Elis.).  Tholuck  heiratet  am  6.  Juli  1806  Dorothea  Albertine,  die 
Tochter  des  Ziegelstreichers  Johann  Franz  Piere  in  Öls  (Elis.).  Ist  seit  1809  Stadtverordneter.  Zieht  1820  nach 
Frankenstein  (?).    Stirbt  am  23.  September  1829.    Ist  der  Vater  des  Theologen  Tholuck  1 1799— 1877). 

Thomas,  Carl  Richard  Emil,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  18.  Juni  1836,  lernt  bei  Georg  Heinrich  Gumpert  vom 
12.  Mai  1851  bis  15.  Januar  1856.  Wird  am  9.  November  1878  in  die  Innung  aufgenommen.  Bleibt  Mitglied  bis 
zum  13.  Oktober  1893. 

Thun,  Ferdinand,  Besitzer  einer  Silberwarenfabrik,  betreibt  das  Geschäft  als  Kaufmann,  wird  nicht  Innungsmitglied. 
Stempelt  seine  Waren  ohne  Zuziehung  des  Innungsstempelmeisters.  Dagegen  erheben  am  5.  Oktober  1838  die 
Innungsmitglieder  Einspruch. 

Thun,  Johann,  Gold-  und  Silberarbeiter,  ist  am  Sil.  März  1791  Trauzeuge  bei  t.  Vincenz,  als  Tobias  Meyer  heiratet. 
Thun,  Johann  Gottlieb,  Goldarbeiter  und  Juwelier,  geb.  1780  in  Glogau,  arbeitet  in  Breslau  bei  Joseph  Gottlieb 

Lederhose  als  Meisterstück  einen  goldenen  Haarkamm  mit  Brillanten,  wird  Meister  am  14.  Mai  und  Bürger  am 

11.  Juli  1806.    Ist  seit  1828  Mitglied  der  Stadtverordnetenversammlung,  1831  stellvertretender  Vorsteher,  von  1832 

bis  1836  Vorsteher.    Stirbt  am  10.  Oktober  1843. 
Thun,  Samuel  Christoph  [Christian],  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Samuel  Gottlieb  Thun, 

lernt  bei  Johann  Carl  Wiedemeyer  vom  7.  Januar  1760  bis  15.  September  1761,  dann  bei  Christoph  Ehrenfried 


168 


Scholtz  bis  22.  März  1764.  Meldet  sich  am  21.  September  1770  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Friedrich  Gottlob 
Krebs  einen  mit  Rauten  besetzten  Patzel,  wird  Meister  am  12.  November  und  Bürger  am  19.  November  1770. 
Heiratet  am  l.Mai  1771  Johanna  Christiana,  die  Tochter  des  f  Hutmacherältesten  Jacob  Grunenthal  (MM).  Ist 
seit  Juli  1798  Ältester.  Stirbt  am  28.  Mai  1807,  alt  61  Jahre  10  Monate  6  Tage.  Seine  Tochter  Johanna  Carolina 
heiratet  am  27.  Dezember  1807  den  Fabrikanten  Anton  Friedrich  Carl  Kallmeyer  (Elis.).  Seine  Witwe  Johanna 
Christiana  f  23.  (begr.  d.  26.)  III.  1818. 

Thun,  Samuel  Ferdinand  (Tun,  Dhun,  Duhn\  Ooldarbeiter,  geb.  1771  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Samuel 
Christoph  Thun,  lernt  bei  Carl  Friedrich  Litzmann,  später  bei  Johann  Gottfried  Kiesling  vom  Qu.  Trinitatis  (1786) 
1787  bis  Qu.  Reminiscere  1792.  Arbeitet  bei  Ferdinand  Christian  Krebs  als  Meisterstück  eine  Sternblume  mit 
Brillanten  (etwa  von  der  auf  Seite  10  Fig.  7  wiedergegebenen  Form),  wird  Meister  am  9.  Mai  und  Bürger  am 
23.  August  1798.    Ist  von  1814—1816  Stadtverordneter.    Stirbt  am  8.  Oktober  1827. 

Thun,  Samuel  Gottlieb  (Thunn,  Tun,  Thümm),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kretschmers  Christoph  Thun, 
arbeitet  bei  Christian  Schlencker  als  Meisterstück  ein  silbernes  Giessbecken  nebst  Kanne,  wird  Meister  am  18.  Juni 
und  Bürger  am  21.  August  1737.  Heiratet  am  26.  Mai  1739  Johanna  Eleonora,  die  Tochter  des  Kürschners  Martin 
Winckler  (Elis.).  Stirbt  am  10.  November  1757.  Seine  Tochter  Johanna  Dorothea  heiratet  am  23  Mai  1758  den 
Goldarbeiter  Carl  Ferdinand  Weigelt  (Elis.).  Seine  Tochter  Susanna  Sophia  heiratet  am  27.  April  1760  den  Kauf- 
mann Ernst  Ephraim  Krumbholz  (Elis.).  Seine  Witwe  Johanna  Eleonora  heiratet  1766  den  Bäckerältesten  Johann 
Christoph  Stiller  (Elis.).  Thun  zeichnet  SGT  in  einem  herzförmigen  Schilde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  152. 
a.  Sargschilde  der  Breslauer  Kretschmer,  Silber  mit  Vergoldung,  mit  Innungsemblemen.  Datiert  1738. 
Johanneskopf  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  D  u.  Meisterz.       Kretschmer-Innung,  Breslau. 

Thuns,  Moritz  Rudolph  Alexander,  Goldarbeiter,  geb.  in  Neudorf  bei  Nimptsch  am  8.  April  1815,  Sohn  des  Guts- 
besitzers Gottlob  Thuns,  lernt  in  Breslau  bei  Johann  Gottlieb  Herrmann  vom  Qu.  Johannis  1830  bis  Ostern  1835. 
Erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  23.  August  1842.  Tritt  am  16.  Oktober  1852  in  die  Innung  ein,  scheidet  am 
28.  Januar  1879  wieder  aus.    Stirbt  am  18.  Mai  1880.    Thuns  zeichnet  MORITZ  THUNS,  negativ  eingeschlagen. 

Tiessler,  Emil  Adolph  [Arnos],  Goldarbeiter,  geb.  in  Fraustadt,  Sohn  des  Seifensieders  Gottlieb  Tiessler,  lernt  in 
Breslau  bei  Wilhelm  August  Seidel,  wird  freigesprochen  im  April  1840.  Erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am 
5.  November  1847,  alt  28  Jahre.  Tritt  am  26.  Januar  (15.  April)  1855  in  die  Innung  ein.  Ist  1884  das  letzte  Mal 
erwähnt. 

Tilkin  Goltsmed,  wird  1346  als  Besitzer  eines  Hauses  auf  der  Albrechtsgasse  erwähnt  (Schöppenb.  I.  36). 

Tilo  aurifaber,  Mitglied  einer  Goldschmiedfamilie,  die  1318  von  Herzog  Heinrich  VI.  den  Breslauer  Brenngaden 
erhält;  siehe  Bertoldus  aurifaber. 

Timmerman,  Claudius  Petrus  (Claus  Peter  Timmermann),  Galanteriewaren-  und  Goldarbeiter,  Sohn  des  kgl. 
dänischen  Zolleinnehmers  Friedrich  Timmerman  in  Drontheim  in  Norwegen,  wird  in  Breslau  Meister  im  Februar 
und  Bürger  am  1.  März  1730.  Heiratet  am  23.  Mai  1730  Eva  Maria,  die  Tochter  des  f  Chirurgen  Michael  Gott 
[Kott]  in  Steinau  a.  d.  Oder  (Elis.).  Stirbt  am  5.  (begr.  d.  7.)  Mai  1759,  alt  65  Jahre  (Elis.).  Sein  Sohn  Claudius 
Gottlob,  Dr.  med.  et  phil.  und  Practicus,  heiratet  am  26.  November  1767  Susanna  Eleonora,  geb.  Ehrlich, 
die  Witwe  des  Kaufmanns  Johann  Siegmund  Tschirschcky  (MM).  Seine  Witwe  Eva  Maria  f  22.  (begr.  d.  25.) 
X.  1768  (MM). 

Tüze,  Daniel  August  (Tietze,  Ditze,  Dietz),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Leinwandreisserältesten  Andreas 
Titze,  lernt  bei  Christoph  Ehrenfried  Scholtz  vom  14.  März  1765  bis  28.  Dezember  1769.  Meldet  sich  am  22.  Juni 
1775  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann  Christian  Schlencker  einen  mit  Rauten  und  Rubinen  besetzten  Patzel, 
wird  Meister  am  10.  Januar  1776  und  um  dieselbe  Zeit  Bürger.  Heiratet  am  25.  August  1779  Johanna  Dorothea, 
die  Tochter  des  Schneidermeisters  Christian  Gottlob  Binner  (MM).  Besitzt  ein  Haus  auf  dem  Ringe  an  der 
Riemerzeile.  Seine  Frau  Johanna  Dorothea  f  6.  (begr.  d.  9.)  X.  1791  (Elis.).  Titze  ist  Innungsältester  seit  Juni  1802. 
Seine  Tochter  Dorothea  Charlotte  heiratet  den  Schönfärber  George  Friedrich  Gumpert.  Titze  stirbt  am  5.  (begr. 
d.  8.)  November  1832  (MM);  stiftete  vier  wohltätige  Legate,  eines  davon  [300  Taler]  für  Arme  der  Breslauer 
Goldschmiede-Innung  (Bresl.  städt.  Reponenden-Registratur,  N.  38.  2.  T.  17.  Vol.  1).  Sein  Portrait,  abgebildet  Fig.  36, 
im  Besitze  von  Frl.  Marie  Gumpert  in  Breslau,  einer  Urenkelin  des  Dargestellten. 

Tockel,  Michel  (Tocke,  Tackil,  Töckel,  Teckel,  Tockener),  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Dienstag  nach  Quasimodo 
(20.  April)  1490.  Wohnt  auf  der  Nordseite  des  Ringes  in  seinem  eigenen  Hause,  das  in  den  Traditionsbüchern  I 
bis  III  häufiger  erwähnt  wird.  Tockel  reicht  dieses  Haus  am  Sonnabend  nach  Katharine  (27.  November)  1518 
dem  Andres  Cremsir  (Tradb.  III.  74).  Am  21.  August  1498  schliessen  die  Ältesten  der  Brüderschaft  der  Bürger  zu 
St.  Maria  Magdalena  mit  Tockel  einen  Vertrag,  dass  er  ein  silbernes  Marienbild  in  der  Sonnen  mit  einem 
Kindlein,  Engeln  und  Kronen  machen  sollte,  auf  das  werklichste  und  kunstreichste  er  könnte,  davon  sie  ihm  eine 


169 


Probe  an  einem  geschnittenen  holzenen  Bilde  ge- 
geben. Auch  sollte  er  dasselbe  übergolden,  alles 
von  der  Brüderschaft  Golde  und  Silber.  (Signaturb. 

Klose,  Darst.  d.  inneren  Verhältnisse  der  Stadt 
Breslau,  herausgegeben  v.  Stenzel  in  den  Script, 
rer.  Siles.  III.  136f.).  Tockel  ist  1522  als  Zunft- 
ältester an  einem  Hausverkaufe  beteiligt  (Tradb. 
IV.  6b).  Stirbt  um  1530.  Seine  Witwe  Barbara 
verreicht  am  15.  April  1531  ihr  Haus  auf  der 
Albrechtsgasse  dem  Goldschmied  Merten  Vitze 
d.  ä.  ^Tradb.  V.  93). 

Tolick,  Caspar,  siehe  Talcke. 

Toluck  [Tolick],  siehe  Tholuck. 

Tompke,  Laurentius,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag 
nach  Lucie  (16.  Dezember)  1412. 

Tonart,  Johann  George,  siehe  Donath. 

Tott,  Johann  Jacob  (Todt,  Tod),  Goldschmied,  Sohn 
des  Gastwirtes  Adam  Tott  in  Wedau  (?)  bei  Naum- 
burg, arbeitet  in  Breslau  bei  Gottfried  Ihme  als 
Meisterstück  einen  Pokal  nebst  Ring  und  Siegel, 
wird  Meister  am  5.  Mai  und  Bürger  am  7.  Sep- 
tember 1733.  Heiratet  am  27.  Oktober  1733  Jo- 
hanna Friderica,  die  Tochter  des  f  Vizewacht- 
meisters Johann  Ernst  Döring  in  Öls  (MM).  Stirbt 
am  12.  (13.)  August  1740,  alt  42  Jahre  3  Wochen 
(MM).  Seine  Witwe  heiratet  am  12.  Januar  1745 
den  Kammerdiener  Johann  Jeremias  Kriewitsch 
(MM). 

Trebnicz,  Michil  de,  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  Fig.  36.  Daniel  August  Titze 

am  Freitag  nach  Epiphania  (9.  Januar)  1372. 
Trewendt,  Gustav,  Goldarbeiter,  wird  am  25.  Oktober  1886  in  die  Innung  aufgenommen  und  bleibt  Mitglied  bis  zum 

13.  Oktober  1893. 

Trewendt,  Leopold  Ferdinand,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Johann  Gottlob  Tholuck  vom  Qu.  Reminiscere 
1802  bis  Weihnachten  1807.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  5.  Juli  1816.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Tribinger,  Samuel  Friedrich  (Triebiger),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Leinwandreissers  Samuel  Benjamin 
Tribinger,  tritt  am  Qu.  Reminiscere  1808  bei  Carl  Philipp  Gauss  in  die  Lehre,  kommt  Weihnachten  1810  zu  August 
Anton  Joseph  Gross,  wird  losgesagt  am  23.  Februar  1813.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  25.  Juni  1823,  alt  30  Jahre. 
Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Tripke,  Christian  Gottlieb,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Bäckers  Johann  Tripke  vor  dem  Ohlauer 

Tore,  heiratet  1764  Johanna  Dorothea,  die  Tochter  des  f  Schuhmachers  Johann  Waltz  (MM). 
Trogan,  Caspar,  siehe  Drogen. 

Tschöpe,  Wilhelm,  Goldarbeiter,  tritt  am  15.  Juli  1886  in  die  Innung  ein  und  bleibt  Mitglied  bis  zum  13.  Oktober  1893. 
Tulcke,  Caspar,  siehe  Talcke. 
Tun,  siehe  Th  u  n. 

Tunckel,  Johann  [Hans)  Christoph  (Tunkel,  Dunckel),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Kretschmers  Andreas 
Tunckel,  arbeitet  bei  Hans  Jachman  d.  j.  als  Meisterstück  einen  Kelch  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am 
31.  Mai  und  Bürger  am  30.  Oktober  1723.  Er  wird  beschuldigt,  den  Kelch  und  den  Ring  nicht  eigenhändig 
gemacht  zu  haben,  und  muss  6  Rtlr.  Strafe  zahlen.  Heiratet  am  9.  November  1723  Maria  Eleonora,  die  Tochter 
des  Posamentiers  und  Seidenstrickers  Christian  Friedrich  Rehn  (MM).    Stirbt  um  1742. 

Uberhupt,  Cyprianus,  Goldschmiedgeselle,  heiratet  am  19  Juli  1 568  Ursula,  die  Tochter  des  Goldschlägers  Hans  Bischof  (MM). 

Ullmann,  Ernst  Benjamin,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  eines  Schneiders,  lernt  bei  Johann  Augustin  Christian 
Seeberg  vom  Qu.  Lucie  1795  bis  Qu.  Crucis  1801.  Arbeitet  bei  Christian  Gottlieb  Mittmann  als  Meisterstück  eine 
goldene  Kette,  wird  Meister  am  18.  Januar  und  Bürger  am  15.  März  1811.  Verunglückt  1833,  wird  als  arbeits- 
unfähig von  der  Innung  bis  zu  seinem  Tode  unterstützt.    Stirbt  am  16.  Januar  1845. 

22 


170 


Ulmizer,  Goldschmied  auf  dem  Sande,  arbeitet  mit  zwei  bis  drei  Gesellen,  wird  1662  in  der  Spezifikation  der  Pfuscher 
in  und  vor  Breslau  genannt  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  10d3^. 

Unger,  Jocob,  Goltsmid;  am  Freitag  vor  Walpurgis  (29.  April)  1351  „Conrad  apotheker  vnd  hat  vfgereicht  Jocobe 
Unger  dem  goltsmide  das  gebude  halp,  daz  do  stet  an  der  ecke  vf  Heynkin  Rwssinnen  erbe,  czu  eyme  rechten 
koufe  in  sulchirwis,  daz  Conrad  den  vordirsten  crom  vnde  Jocob  den  hindirsten  crom  nuczen  sal"  (Schöppenb.  I.  183b). 

Värtmann,  Carl  Theodor,  siehe  Vörtmann. 

Väsch,  siehe  Fesch. 

Vehisch,  siehe  Fesch. 

Vendt,  Adam,  Goldschmied  auf  dem  Sande,  wird  1690  am  Dom  erwähnt.  Seine  Frau  ist  am  18.  September  1694 
Taufzeuge  bei  St.  Matthias. 

Venediger,  George,  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Montag  nach  Dorothee  (10.  Februar)  1522.  Stirbt  oder  verzieht 
von  Breslau  vor  1544. 

Venicher,  Marx,  Goldschmied;  seine  nachgelassene  Tochter  Eva  heiratet  am  6.  Mai   1586  den  Büttner  Andres 

Springsgutt  (MM). 
Vesch,  siehe  Fesch. 

Veston,  Eduard,  Juwelier,  aus  England,  lebt  in  Breslau,  sein  Prinzipal  ist  Catbertus  Martin  in  London,  wird  erwähnt 
in  einem  Berichte  des  Görlitzer  Rates  an  den  Kaiser  vom  11.  August  1607  (Lib.  missio.  1606/7,  fol.  126  ff.  — 
Schles.  Vorz.  VII.  489). 

Vetter,  Paul,  Goldschmiedgeselle,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Holzkrämers  Marcus  Vetter,  heiratet  am  16.  Januar  1617 
Martha,  die  Tochter  des  Jacob  Unger  in  Schweidnitz  (Elis.). 

Vicke,  David  (Ficke,  Fick),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmiedältesten  Friedrich  Vicke,  wird  1662 
Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  24.  Oktober  1662  Susanna,  die  Tochter  des  Ratsgeschössers  Christoph  Plackwitz 
(MM),  wird  dadurch  Schwager  der  Goldschmiede  Christoph  und  Tobias  Plackwitz.  Wohnt  auf  der  Niclasgasse 
in  seinem  eigenen  Hause.  Seine  Frau  Susanna  f  l-  VI.  1691  (Elis.).  Er  selbst  stirbt  als  Zunftältester  am 
4.  (10.)  August  1696,  alt  65  Jahre  weniger  10  Wochen  und  1  Tag  (Elis.).  Sein  Sohn  Ernst  Friedrich,  Bürger  und 
Handelsmann  im  Dorotheengässel,  f  9.  II.  1701.  Vicke  zeichnet  D  V  ligiert  in  einem  schildförmigen  Felde,  vgl. 
Taf.  III  Nr.  93. 

a.  Hostienbüchse,  Silber,   zylindrisch,  mit  drei  vergoldeten  Reifen,  auf  dem  Deckel   in  Gravierung  der 
Crucifixus  auf  goldenem  Grunde.    H.  9,5  cm.    Dm.  9,5  cm.    Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst.        —  Maria  Magdalenenkirche,  Breslau. 
Vicke,  Friedrich  (Viecke,  Ficke),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmiedältesten  Ludwig  Vicke,  wird 
Ende  1615  Meister,  wahrscheinlich  Anfang  1616  Bürger.    Heiratet  am  14.  November  1616  Maria,  die  Tochter  des 
Kretschmers  George  Thiel  (Elis.).    Wohnt  am  St.  Maria  Magdalenenkirchhofe,  später  im  sog.  alten  Rathause  am 
Ringe.    Ist  Zunftältester  seit  1646.    Seine  Tochter  Anna  heiratet  am  19.  Januar  1655  den  Goldschmied  Daniel 
Volgnadt  (MM).    Sein  Sohn  Joachim,  ein  Goldschmiedgeselle,  f  12.  (begr.  d.  14.  oder  15.)  IX.  1658,  alt  33  Jahre 
(Elis.  u.  MM).  Seine  Tochter  Susanna  heiratet  am  25.  Oktober  1661  den  Goldschmied  Paul  Hedelhofer  d.  j.  (MM). 
Seine  Frau  Maria  f  5.  (7.,  9.)  I.  1665  (Elis.  u.  MM).  Er  selbst  stirbt  am  4.  (8.)  März  1666,  alt  78  Jahre  (Elis.  u.  MM). 
Sein  Sohn  Friedrich,  Kirchen-  und  Schuleninspektor,  stirbt  1697.    Vicke  zeichnet  FV  ligiert  in  rundem  Felde,  vgl. 
Taf.  III  Nr.  76. 

a.  Kelch,  Silber,  Kuppa  innen  und  am  oberen  Aussenrande  hell  vergoldet,  der  sechspassige  Fuss  profiliert, 
Nodus  flach  wulstig,  sonst  ohne  Dekor.  Am  Fusse  das  gravierte  Wappen  derer  von  Cettritz  und  die  mit 
Punzen  eingeschlagene  Inschrift:  „ANNO  1620  HAT  DIE  EDLE  EHRN  TVGENTREICHE  FRAV  ANNA 
MARIA  GEBOHRNE  ZETRITZIN  AVS  DEM  HAVSE  ADELSBACH  FRAV  AVF  IHLNISCH  ZV  GOTTES 
EHRE  DIESEN  KELCH  MACHEN  LASSEN."  H.  17,5  cm.  Beschauz.  W  Typus  IV,  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst.    Adlertypus.  —  Diözesanmuseum,  Breslau  (Stammt  aus  Schmellwitz  bei  Canthi. 

b.  Deckelkanne,  Silber  vergoldet,  niedrig,  mit  Lederwerkornament  in  getriebener  Arbeit  und  Besitzerinitialen. 
H.  15  cm.    Beschauz.  W  u.  Meisterz.  —  P.  A.  Kotschubey,  St.  Petersburg  (nach  Rosenberg  Nr.  466j. 

Vicke,  Ludwig  (Vieck,  Ficke,  Fick,  Fickh),  Goldschmied,  Sohn  des  Reitschmieds  Laurentius  Vicke  in  Greiffenberg  in 
Pommern,  heiratet  in  Breslau  als  Geselle  am  30.  August  1574  Ursula,  die  Tochter  des  Tuchscherers  Sebastian 
Pol  (Elis.  u.  MM).  Wird  in  demselben  Jahre  oder  Anfang  1575  Bürger  und  Meister.  Wohnt  auf  der  Albrechts- 
gasse. Seine  Tochter  Christina  (getauft  d.  12.  IX.  1576)  heiratet  am  27.  Oktober  1598  den  Goldschmied  Caspar 
Pfister  (MM).  Seine  Tochter  Anna  heiratet  am  5.  Februar  1608  den  Ratsherrn  Sebastian  Krebitz  (MM).  Vicke 
stirbt  nach  langwieriger  Krankheit  als  Zunftältester  am  3.  April  1615,  alt  75  Jahre  (Elis.).  Seine  Witwe  Ursula 
t  21.  (begr.  d.  24.)  III.  1618  (Elis.  u.  MM). 


171 


Vicker,  Hannos  (Ficker),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Purificatio  Marie  (31.  Januar)  1438.  Besitzt  am  Ringe 
ein  Haus,  das  1462  durch  den  Goldschmied  Meister  Lorencz  [sc.  Polak  oder  Cretsmer]  bewohnt  wird.  Stirbt  um  1460- 

Vicker,  Petrus  (Ficker),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Tage  vor  Corpus  Christi  (l.Juni)  1412.  Niclos  Stelin  gelobt  1415 
für  Petrus  Vicker  den  Goltsmed  wegen  eines  Ofens  Ziegeln,  weil  derselbe  gegen  die  Schoppen  unbescheidene 
Reden  geführt  hat  (Signaturb.  XX).  Vicker  wird  1424  u.  1433  als  Bürge  erwähnt.  Erscheint  1426  u.  1432  in  den 
Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior. 

Vincentius,  Goltsmed,  wird  erwähnt,  als  am  Freitag  nach  Margarete  (16.  Juli)  1361  Cläre  Plobenerinne  dem  Cuncze 
Lwyrlin  das  „Gebilde  by  Vincentium  Goltsmede  czunest"  verkauft  (Schöppenb.  II.  136). 

Vincentius,  Martin,  siehe  Merten  Vitze  d.  j. 

Vitze,  Merten  (Vicze,  Vitcze),  d.  ä.,  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Freitag  nach  Cineres  (3.  März)  1514.  Kauft  am 
15.  April  1531  von  der  Witwe  des  Goldschmieds  Michel  Tockel  ein  Haus  auf  der  Albrechtsgasse  (Tradb.  V.  93). 
Stirbt  vor  1544.    Siehe  Merten  Vitze  d.  m. 

Vitze,  Merten  (Vicz,  Vicze),  d.  m.,  Goldschmied,  wird  Bürger  am  13.  Januar  1535  „vnd  hott  mit  den  reychkromern 
zech  gewonnen".  Stirbt  vor  Ostern  1544.  Seine  Witwe  Katharina  heiratet  im  Januar  1546  den  Schneidergesellen 
Merten  Arfuerer  (MM),  doch  könnte  auch  die  Witwe  Merten  Vitzes  d.  ä.  gemeint  sein. 

Vitze,  Merten  (Vietz,  Vice,  Vincentz,  Martin  Vincentius,  Fitz,  Fitze),  d.  j.,  Goldschmied,  Sohn  des  Breslauer  Gold- 
schmieds Merten  Vitze  d.  m.,  heiratet  1.  Advent  1571  Dorothea,  die  Tochter  des  Eisenschneiders  Jacob  Wintzer 
(Elis.).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  22.  Februar  1572,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Stirbt  am  9.  Februar  1614, 
alt  78  Jahre  (Elis.).  Seine  Witwe  Dorothea  f  17-  V.  1615  (Elis.).  Sein  Sohn  Martin,  ein  Goldschmiedgeselle, 
getauft  am  15.  August  1578  (MM),  stirbt  am  11.  Mai  1617  (Elis.). 

Vitze,  Wolffgang  (Vicze,  Vitz,  Vicentz,  Vincentius,  Fitze,  Fitz),  Goldschmied,  heiratet  im  September  1554  Magdalena, 
die  Tochter  des  f  Hans  Buckisch  (MM).  Wird  1555  Bürger  und  Meister.  Wohnt  auf  der  Ohlischen  Gasse. 
Seine  Tochter  Martha  heiratet  am  22.  Januar  1572  den  Schulmeister  Fabianus  Closius  in  Liegnitz  (MM).  Seine 
Tochter  Ursula  heiratet  am  21.  Oktober  1578  den  Goldschmied  Lazarus  Mesenhammer  (MM).  Seine  Frau 
Magdalena  f  9.  XI.  1585  (1586).  Seine  Tochter  Susanna  wird  am  29.  Oktober  1595  mit  dem  Handelsmann  Jacob 
Stadelhoffer  aufgeboten  (MM).  Vitze  stirbt  am  19./26.  Januar  1596.  Sein  Sohn  Martinus,  ein  Studiosus,  f  28.  XII. 
1601.    Siehe  Meister  Wolff. 

Vlassche,  Cuncze,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Sonnabend  vor  Matthei  (17.  September)  1373;  Bürge  ist  Claus  Briger. 

Vörtmann,  Carl  Theodor  (Värtmann),  Silberarbeiter,  geb.  zu  Achim  in  Hannover,  Sohn  des  Kaufmanns  Friedrich 
Vörtmann,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  8.  August  1843,  alt  31  Jahre.  Meldet  sich  am  2.  Oktober  1843 
bei  der  Innung  und  wird  am  12.  Januar  1844  als  Mitglied  aufgenommen.  Stirbt  1849.  Zeichnet  VÖRTMAN 
positiv  eingeschlagen. 

Vogel,  Gottfried  (Vogell),  d.  ä.,  Goldschmied,  Sohn  des  Handelsmannes  Michael  Vogel  in  Freiberg  in  Sachsen,  wird 
1617  in  Breslau  Bürger  und  Meister.  Heiratet  24.  Trinitatis  1617  Barbara,  die  Tochter  des  f  Handelsmannes 
Balthasar  Wümmer  (Elis.).  Wohnt  am  Hühnermarkte.  Meldet  1631  seinen  Sohn  als  Schüler  beim  Elisabeth- 
gymnasium an  (Schles.  Vorz.  VII.  485).  Seine  Frau  Barbara  f  2.  IX.  1633  (Elis.).  Vogel  heiratet  am  28.  November 
1634  Rosina,  die  Tochter  des  f  Handelsmannes  Christoph  Tieme  (Elis.).  Stirbt  am  20.  (21.)  Dezember  1657,  alt 
74  Jahre  27  Wochen  (Elis.).  Seine  Witwe  Rosina  verkauft  am  21.  Mai  1663  dem  Apotheker  Jeremias  Schöps 
ihren  Garten  auf  dem  Elbing  am  Ochsenplatz  für  750  Rtlr.  mit  einem  Zuschlag  von  25  Rtlr.  als  Verehrung  an 
Michael  Vogel,  den  Sohn  der  Verkäuferin.  Sein  Sohn  Michael,  ein  Handelsmann,  heiratet  am  11.  Mai  1677 
Maria,  die  Tochter  des  t  Notars  Johann  Baudeman  (Elis.  u.  MM).    Seine  Witwe  Rosina  f  31.  V.  1684. 

Vogel,  Gottfried,  d.  m.,  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Gottfried  Vogel  d.  ä.,  wird  1645  Bürger 
und  Meister.  Heiratet  am  10.  Oktober  1645  Anna  Maria,  die  Tochter  des  Goldschmieds  George  Nitsch  (MM). 
Seine  Frau  Anna  Maria  f  2.  (begr.  d.  5.)  X.  1672  (Elis.).  Er  selbst  stirbt  als  Zunftältester  am  14.  (begr.  d.  17.) 
Januar  1680  in  seinem  Hause  auf  der  Schmiedebrücke,  alt  60  Jahre  weniger  3  Tage  (Elis.).  Seine  Witwe  Rosina 
f  28.  V.  1684  (Elis.). 

Vogel,  Gottfried,  d.  j.,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Gottfried  Vogel  d.  m.,  wird  1688  Bürger  und  Meister. 
Heiratet  am  13.  Juli  1688  Susanna,  die  Tochter  des  Seifensiederältesten  Caspar  Gloger  (MM).  Wohnt  auf  der 
Schmiedebrücke.  Ist  am  24.  III.  1700,  11.  IV.  1703,  9.  XII.  1704  Taufzeuge  bei  St.  Matthias.  Seine  Tochter  Maria 
Magdalena  heiratet  am  25.  Oktober  1707  den  Reichkrämer  George  Neuman  (Elis.).  Vogel  stirbt  als  Zunftältester 
am  14.  (19.)  September  1709,  alt  47  Jahre  6  Monate  2  Tage  (Elis.).  Seine  Tochter  Anna  Rosina  heiratet  am 
15.  Oktober  1710  den  Dr.  phil.  et  med.  George  Friedrich  Jäschke  (Elis.).  Seine  Tochter  Anna  Eleonora  heiratet 
am  1.  Oktober  1721  den  Diakonus  Gottlieb  Jachman  (Elis.).  Vogel  d.  j.  zeichnet  G  V  in  ovalem  Felde,  vgl. 
Taf.  IV  Nr.  111. 

22* 


172 


a.  Vexierbecher,  Silber  mit  Vergoldung,  auf  dem  Fusse  Blumen  werk  in  getriebener  Arbeit.    Den  Schaft 
bildet  die  Vollfigur  eines  Amors  mit  Pfeil  und  Bogen.    Auf  dem  weitausladenden  Kelche  getriebenes  barockes 
Blumenwerk  und  ein  glatter  vergoldeter  Rand.    Das  Innere  des  Bechers  wird  durch  einen  angenieteten,  mit 
drei  getriebenen  Schwänen  verzierten  Deckel  abgeschlossen,  aus  dessen  Öffnung  beim  Füllen  des  Bechers 
eine  Kugel  mit  einem  Stehaufmännchen  auftaucht.    Auf  der  Innenseite  des  Fusses  in  Gravierung  das  Wappen 
des  Stifters  Zacharias  Rampusch  v.  Rommenstein.    H.  19,9  cm.    Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegs- 
steuerst.^".  —  Kleinodien  der  Schiesswerderschützen  in  Breslau.    Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe 
und  Altertümer,  Breslau  (Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  V  S.  253  Nr.  23). 
Vogel,  Johann.  Juwelier,  Sohn  des  Organisten  Georg  Vogel  in  Waldau  bei  Liegnitz,  heiratet  in  Breslau  am  18.  Juni 
1686  Anna  Katharina,  geb.  Volgnadt,  die  Witwe  des  Goldschmieds  Hans  Schier  (Elis.).    Wohnt  am  Ringe  unter 
den  Riemern.    Über  seinen  Streit  mit  den  zünftigen  Goldschmieden  und  die  Ratsentscheidung  vom  12.  Januar 
1693  siehe  Urkunde  40.    Seine  Frau  Anna  Katharina  f  30.  VIII.  1704  (Elis.). 
Vogel,  Johann  Christoph  [Christian],  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Drechslers  Johann  Vogel,  arbeitet  bei 
Hans  Jachman  d.  j.  als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am  15.  Juni  und  Bürger  am 
11.  Oktober  1722.    Heiratet  am  20.  Oktober  1722  Anna  Katharina,  die  Tochter  des  Venditers  Daniel  Hoseman 
MMi.    Stirbt  um   1742.    Seine  Tochter  Anna  Elisabeth   heiratet  am  13.  Februar  1764  den  Schuhmacher  Ludwig 
Wilhelm  Söder  (Elis.).    Vogel  zeichnet  I  C  V  in  einem  Dreipasse,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  141. 

a.  Deckelbecher,  Silber,  in  der  auf  Seite  63  Fig.  17  abgebildeten  Form.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  B 
positiv  u.  Meisterz.  —  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

b.  Ehrenbecher  für  den  Prediger  Johann  Hoffmann,  Silber  mit  wenig  Vergoldung,  auf  dem  konischen  Mantel 
zwischen  Laub-  und  Bandelwerk  das  Breslauer  Stadtwappen  und  lange  lateinische  Inschrift  in  Gravierung. 
Datiert  1726.  Johanneskopf  Typus  IX,  Stempelmeisterb.  B  positiv  u.  Meisterz.,  letzteres  verdrückt.  Schle- 
sisches Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 

c.  Schüssel  mit  Messkännchen,  Silber  mit  Vergoldung.  Auf  der  Unterseite  der  Schüssel  die  Inschrift: 
„Nicolaus  Anton  Malder  Vicedecan:  S  j  W  1726".  Johanneskopf  Typus  IX,  Stempelmeisterb.  B  positiv  u. 
Meisterz.  —  Kreuzkirche,  Breslau. 

d.  Lichtputzschere,  Silber.   Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  C,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  FW  (wie  Fig.  9bi. 

Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau. 
Vogt,  Bernhard,  Goldarbeiter;  am  27.  Oktober  1734  stirbt  seine  Frau  Isabella,  alt  50  Jahre. 

Vogt,  Daniel,  Goldschmied,  Medailleur,  Petschierer,  Stein-  und  Eisenschneider,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Wein- 
händlers Daniel  Vogt,  ist  seit  etwa  1640  Geselle,  wird  Meister  Anfang  1665  und  Bürger  Anfang  1666;  vgl.  die 
interessanten  Urkunden  Nr.  25  u.  26.  Wird  schon  1666  Zunftältester.  Heiratet  am  25.  Mai  1666  Rosina,  die 
Tochter  des  Kretschmers  Balthasar  Weber  (Elis.  .  Wohnt  auf  der  Albrechtsgasse.  Ist  Mitglied  einer  Gesandt- 
schaft, die  Ende  1669  nach  Wien  reist  und  Anfang  1670  nach  Breslau  zurückkehrt.  Stirbt  am  11.  15.,  17.i  März 
1674,  alt  49  Jahre  4  Monate  (Elis.  u.  MM).  Seine  Witwe  Rosina  f  27.  VI.  (begr.  d.  1.  VII.)  1672  (Elis.  u.  MM); 
Sein  Sohn  Angelus  Albertus  [seit  1689  in  Görlitz  tätig],  wird  durch  Ratsentscheidung  vom  26.  März  1686  vor 
Beendigung  seiner  Lehrzeit  gegen  Erlegung  von  30  Rtlr.  freigesprochen  ( Lib.  definit.  IX.  221  h  222h.  Innungs- 
urkundenslg.  v.  1737,  S.  142f.).  Über  die  Tätigkeit  Daniel  Vogts  als  Medailleur  siehe  Schlesiens  Vorzeit  in  Bild  und 
Schrift,  Bd.  VII  S.  494—496. 

a.  Medaille  auf  Herzog  Sylvins  Nimrod  von  Württemberg-Öls.  Bezeichnet:  D  V.  (Von  1659.)  Angeblich 
Guss  in  Gold.  Kgl.  Münzkabinett,  Stuttgart.  (Vgl.  Dewerdeck,  Silesia  Numismatica  [Jauer  1711],  Taf.  XVI 
Nr.  26.  —  Friedensburg  u.  Seger,  Schlesiens  Münzen  und  Medaillen  der  neueren  Zeit  [Breslau  1901],  S.  38 
Nr.  2282,  abgeb.  Taf.  21.) 

b.  Medaille  auf  Herzog  Georg  III.  von  Brieg.  Bezeichnet  D  VOGT.  Von  1663.  Vermutlich  Guss.  (Vgl. 
Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  VI  S.  251.  i 

c.  Medaille  auf  die  Vermählung  Heinrichs  von  Nassau  mit  Dorothea  Elisabeth  von  Brieg.  Bezeichnet  DVF. 
Von  1663.    Gold,  vermutlich  Guss.    ( Vgl.  Dewerdeck,  Silesia  Numismatica,  Taf.  X  Nr.  73.) 

d.  Medaille  auf  Herzog  Christian  von  Liegnitz.  Bezeichnet:  DVF.  il663.i  Guss  in  Gold  und  in  Blei.  —  Kgl. 
Münzkabinett,  Berlin.  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau,  i  Vgl.  Schlesiens 
Vorzeit,  Bd.  VI  S.  251.       Friedensburg  u.  Seger,  1.  c,  S.  31  Nr.  1890,  abgeb.  Taf.  16.) 

e.  Medaille  mit  dem  Bildnis  des  Breslauer  Bürgers  und  Weinhändlers  Christian  Walther.  Unbezeichnet.  Von 
1669.  Silber,  geprägt.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau.  (Vgl.  Kundmann, 
Silesii  in  nummis,  S.  189,  abgeb.  Taf.  XVI  Nr.  50.       Friedensburg  u.  Seger,  1.  c,  S.  75  Nr.  4046,  abgeb.  Taf.  46.) 


173 


Fig.  37. 


f  Medaille  mit  den  Bildnissen  des  Daniel  Vogt  (abgeb.  Fig.  37,  nach  Kundmann) 
und  des  Christian  Jaudnitz.  Unbezeichnet.    Von  1669.    Silber,  wohl  geprägt.  (Vgl. 
Kundmann,  Silesii  in  nummis,  S.  379,  abgeb.  Taf.  XXVII  Nr.  84.) 
Vogt,  Hans,  siehe  Voyt. 

Vogt,  Theodor,  Gold-  und  Silberarbeiter,  meldet  sich  am  14.  April  1863  zur  Aufnahme  in 
die  Innung,  die  am  13.  Juli  1863  erfolgt.    Ist  188S"das  letzte  Mal  erwähnt. 

Vogt,  Tobias  (Voigt,  Voygt,  Voyt),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schneiders 
Urban  Vogt,  wird  1608  Bürger  und  Meister.  Christoph  Schromowski  behauptet  „aus 
vnbedacht  vndt  vbrigem  trunck",  dass  er  dem  Vogt  bei  der  Anfertigung  des  Meister- 
stückes geholfen  habe  (Lib.  definit.  IV.  186;.  Vogt  heiratet  am  29.  September  1608 
Anna,  die  Witwe  des  Kretschmers  Bernhard  Weiss  (MMi.  Wohnt  in  seinem  eigenen 
Hause  auf  der  Mäntlergasse.  Wird  um  1617  Zunftältester.  Sein  Lehrjunge  Heinrich  Gadegast  t  19.  XII.  1618 
(Elis.).  Sein  Sohn  Tobias,  ein  Goldschmiedgeselle,  f  26.  X.  1633  (Elis.i.  Seine  Tochter  Anna  heiratet  am 
13.  Februar  1635  den  Maler  Martin  Fest  (MM).  Seine  Tochter  Katharina  heiratet  am  12.  Januar  1643  den  Gold- 
schmied George  Volgnadt  (MM).  Seine  Frau  Anna  f  24.  (25.,  29.)  XI.  1654  (Elis.  u.  MM).  Er  selbst  stirbt  als 
Zunftältesteram  26.  (29.,  30.)  Dezember  1654,  alt  78  Jahre  (Elis.  u.  MM).  Zählt  zu  den  geschätztesten  Breslauer  Gold- 
schmieden seiner  Zeit,  bei  ihm  haben  Gesellen  aus  Nürnberg  und  Augsburg  gearbeitet. 

Vogtmann,  Gottlieb  Benjamin,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Schneiders  Carl 
Friedrich  Vogtmann,  lernt  bei  Johann  Gottlieb  Schmidt  vom  22.  September  1763  bis 
2.  März  1769.  Meldet  sich  am  10.  Juni  1784  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Carl  Hein- 
rich Friebach  zwei  silberne  Tirenen  (Meremitten)  mit  Perlenmuster,  wird  Meister  am 
7.  Oktober  1784  und  Bürger  am  14.  April  1785.  Heiratet,  29  Jahre  alt,  im  Mai  1791 
Amalia  Carolina  Elisabeth,  die  Tochter  des  f  Silberarbeiters  Carl  Maximilian  Powalsky 
(Elis.i.  Findet  durch  Ertrinken  seinen  Tod  am  22.  Mai  1810.  Seine  Witwe  t  12. 
(begr.  d.  15.)  XII.  1810  (Elis.).  Vogtmann  zeichnet  GBV  in  einem  herzförmigen  Schilde, 
vgl.  Taf.  V  Nr.  173. 

a.  Tischleuchter,  Silber,  abgebildet  Fig.  38;  vier  Stück.  H.  28  cm.  Johanneskopf 
Typus  XVI,   Stempelmeisterb.  M,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Sifr-  —  Frau  Prof. 
Dr.  Hintze,  Breslau. 
Voigt  [Voit],  Hans,  siehe  Voyt. 
Voigt,  Tobias,  siehe  Vogt. 

Volgnadt,  Daniel  (Volgenadt,  Vollgnad),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Gold- 
schmieds Hans  Volgnadt,  wird  1654  Bürger  und  Meister.    Heiratet  am  19.  Januar  1655 
Anna,  die  Tochter  des  Goldschmiedältesten  Friedrich  Vicke  (MM).    Wohnt  am  St. 
Maria  Magdalenenkirchhofe.    Seine  Tochter  Maria  heiratet  am  4.  Februar  1676  den 
Handelsmann  Christian  Vogt.    Seine  Frau  Anna  f  22.  (begr.  d.  24.)  X.  1680  (Elis.  u.  MM). 
Seine  Tochter  Anna  Susanna  heiratet  am  17.  August  1683  den  Goldschmied  Thomas 
Kuntze  (MM).    Volgnadt  stirbt  am  9.  (13.,  17.)  Juni  1686,  alt  64  Jahre  4  Monate  (Elis. 
u.  MM).    Zeichnet  DV  ligiert,  mit  einem  kleinen  o  über  dem  V,  vgl.  Taf.  III  Nr.  86. 
a.  Sargschilde  der  Breslauer  Bäckermeister,  Silber,  mit  reich  getriebener  und  durch- 
brochener Arbeit.    Datiert  1666.    Beschauz.  W  Typus  VI  u.  Meisterz.  —  Bäcker- 
Innung,  Breslau. 

Volgnadt,  George  (Vollgnad),  Goldschmied,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldschmieds  Hans 
Volgnadt,  wird  1642  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  12.  Januar  1643 
Katharina,  die  Tochter  des  Goldschmiedältesten  Tobias  Vogt  (MM). 
Wohnt  am  Ringe  unter  den  Riemern.  Seine  Frau  Katharina  f  13.  IX.  1665 
(Elis.).  Seine  Tochter  Anna  Katharina  heiratet  am  31.  Januar  1668  den 
Goldschmied  Hans  Schier  (Elis.).  Volgnadt  stirbt  am  1.  (begr.  d.  4.)  Mai  1675, 
alt  63  Jahre  37  Wochen  (Elis.),  nachdem  er  dreiundzwanzig  Jahre  lang 
Zunftältester  gewesen.  Sein  Sohn  George  d.  j.,  ein  Kretschmer,  heiratet 
am  5.  September  1679  Rosina,  die  Tochter  des  Kretschmerältesten  Andreas 
Pohl  (MM). 

Volgnadt,  Hans  (Johann  Vollgenadt,  Volgnade),  Goldschmied  und  Juwelier, 
wird  Bürger  und  Meister  um  1605.  Wohnt  am  Ringe  unter  den  Riemern. 


Fig.  38.  Gottlieb  Benjamin  Vogtmann: 
Tischleuchter,  um  1802 


174 


Stirbt  am  2.  Januar  1622,  alt  47  Jahre  (Elis.).  Seine  Witwe  Susanna,  geb.  Flegel,  heiratet  am  2.  Oktober  1623  den 
Goldschmied  Hans  Boxhammer  (Elis.).  Seine  Tochter  Susanna  heiratet  am  14.  Juli  1626  den  Goldschmied  Paul 
Hedelhofer  d.  ä.  (Elis.).  Sein  Sohn  Hans  (Johann),  ein  Goldschmiedgeselle,  f  23.  (24.)  V.  1634,  alt  25  Jahre  (Elis.). 
Volgnadt  zählt  zu  den  besten  Breslauer  Goldschmieden  seiner  Zeit,  bei  ihm  haben  Gesellen  aus  Nürnberg  und 
Augsburg  in  Arbeit  gestanden.    Zeichnet  H  V  ligiert  mit  einem  Punkte  über  dem  V,  vgl.  Taf.  III  Nr.  73 

a.  Kelch,  Silber,  am  unteren  Fussrande,  an  den  Noduszapfen  und  an  der  Kuppa  neu  vergoldet,  aufdemsechs- 
passigen  Fusse  Engelsköpfe,  Früchte  und  Renaissance-Rollwerk  in  getriebener  Arbeit.  Am  Nodus  sechs 
Plättchen  mit  den  Buchstaben  t  £  Ij  s  u  e.  Auf  dem  silbernen  Kuppabelag  Engelsköpfe  zwischen  Arabesken- 
werk in  durchbrochener  Arbeit.  Auf  dem  Fusse  lange  Inschrift  und  Jahreszahl  1606.  H.  20,3  cm.  Beschauz. 
W  Typus  III  u.  Meisterz.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Katharinae,  Lomnitz  Kr.  Rosenberg. 

b.  Ciborium,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen  Fusse  Fruchtbündel  und  Engelsköpfchen  in  Rollwerk. 
Nodus  wulstförmig.  Beschauz.  W  Typus  III,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  5$"-  Der  Deckel  in  Form  einer 
vierbügeligen  Krone  mit  Reichsapfel  und  Kreuz,  reich  besetzt  mit  Glassteinen  und  Chrysoprasen,  ist  eine 
Arbeit  des  Christoph  Müller  von  etwa  1700;  Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Stfr-  — 
Adalbertkirche,  ehemaliges  Dominikanerkloster,  Breslau. 

c.  Deckelkanne,  Silber  mit  Vergoldung,  in  der  auf  Seite  81  Fig.  20  abgebildeten  Form,  doch  etwas  schlanker; 
auf  dem  Mantel  zwischen  Arabeskenwerk  drei  ovale  Medaillons  mit  Pfau,  Strauss  und  Hahn  in  getriebener 
Arbeit.  Auf  dem  Boden  in  Gravierung  ein  Wappen  nebst  den  Initialen  W  R  Z  R.  H.  16,5  cm.  Beschauz.  W 
Typus  III  u.  Meisterz.  —  Schlesisches  Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Stammt  aus  der 
Slg.  C.  Thewalt  in  Köln). 

d.  Deckelkanne,  Silber  mit  Vergoldung,  mit  getriebener  Arbeit.    H.  18  cm.     Beschauz.  W  u.  Meisterz. 
Slg.  t  George  Agath,  Breslau. 

Voyt,  Hans  (Voit,  Foit,  Foith,  Foitchyn,  Fotichen,  Fotchen,  Fetichen),  d.  ä.,  Goldschmied,  wird  Bürger  am  Freitag 
vor  Invocavit  (2.  März)  1498.  Ein  Hans  Voitchyn  wird  1503  in  Schweidnitz  erwähnt  (Anz.  f.  Kunde  d.  deutsch. 
Vorz.,  1875,  Sp.  148).  Erscheint  1507,  1509,  1511,  1513,  1515,  1517  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher 
als  Zunftsenior.  Kauft  am  Dienstag  nach  Blasii  ep.  (5.  Februar)  1510  das  Haus  zwischen  Jacob  Einer  und  dem 
Kannegiesser  Niclas  Unger  an  der  Ostseite  des  Ringes  (Tradb.  II.  19b).  Wird  in  den  Traditionsbüchern  häufig  als 
Besitzer  dieses  Hauses  genannt.  Reicht  1516  seiner  Frau  Elisabeth  die  Hälfte  seines  Besitzes,  und  um- 
gekehrt (Tradb.  III.  7b).  Ist  1522  als  Vormund  und  Zunftältester  an  Hausverkäufen  beteiligt  (Tradb.  IV.  3&,  6t>). 
Am  13.  Oktober  1531  werden  auf  sein  Haus  4  Mk.  jährl.  Zins  verreicht  (Tradb.  V.  111).    Voyt  stirbt  um  1535. 

Voyt,  Hans  (Voytt,  Voit,  Voigt,  Vogt),  d.  j.,  Goldschmied,  heiratet  als  Geselle  am  25.  April  1564  Margareta,  die 
Witwe  des  Goldschmieds  Hans  Mesenhammer  d.  j.  (MM).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  9.  März  1565,  wird  um 
dieselbe  Zeit  Meister.  Stirbt  um  1571.  Seine  Witwe  Margareta  heiratet  am  9.  Dezember  1572  den  Rechenmeister 
Nicolaus  Zweichlein  (MM).  Sein  Sohn  Hans  heiratet  am  6.  Juni  1595  Katharina,  die  Tochter  des  Kretschmers 
Hans  Fuchsberg  (MM). 

Voyt,  Tobias,  siehe  Vogt. 

Wagner,  Bruno  i  Wagener),  Goldarbeiter,  tritt  am  15.  Juli  1886  in  die  Innung  ein.    Stirbt  am  27.  April  1890. 
Wagner,  Gustav  (Wagener),  Juwelier,  tritt  am  9.  November  1878  in  die  Innung  ein,  scheidet  am  15.  Juli  1886  Wiederaus. 
Wagner,   Gustav  Adolph,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Silberarbeiters  Nicolaus  Wagner,  erwirbt  das 

Bürgerrecht  am  10.  November  1846,  alt  32  Jahre. 
Wagner,  Johann  Carl  (Wagenen,  Goldarbeiter,  verfertigt  bei  Gottfried  Benjamin  Weigelt  als  Meisterstück  einen 

Halsschluss  mit  Brillanten,  wird  Meister  am  3.  Juni  und  Bürger  am  5.  Oktober  1802.    Lässt  sich  im  Juni  1805 

von  Gottfried  August  Thilo  en  miniature  malen.     Heiratet,  31  Jahre  alt,  am  20.  April  1806  Johanna  Dorothea,  die 

Tochter  des  Fleischhauers  Carl  Friedrich  Junge  in  Albrechtsdorf  (MM).    Stirbt  1819. 
Wagner,  Nicolaus  (Wagener),  Silberarbeiter,  Sohn  des  Goldschmieds  Johann  Wagner  in  Bremen,  arbeitet  in  Breslau 

bei  Samuel  Christoph  Thun  als  Meisterstück  eine  silberne  Teemaschine,  wird  Meister  am  19.  Juli  1804.  Heiratet, 

24  Jahre  alt,  am  2.  August  1804  Juliana  Carolina,  die  Tochter  des  f  Huf-  und  Waffenschmiedältesten  Christian 

Gottfried  Schleiffer  (Elis.).    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  10.  Mai  1805.    Seine  Frau  f  2.  (begr.  d.  5.)  XI.  1807  (MM). 

Wagner  zieht  1820  nach  Namslau,  bleibt  aber  Mitglied  der  Breslauer  Innung.    Stirbt  1850.    Wagner  zeichnet  31 

auf  schraffiertem  Grunde  in  einem  rechteckigen  Felde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  183. 
a.  Teekessel  auf  Dreifuss,  Silber,  der  Ausguss  in   Form  eines  Tierkopfes;    am   Dreifuss   drei  Schwäne. 
Johanneskopf  Typus  XVIII,  Stempelmeisterb.  P  u.  Meisterz.        Dr.  Moriz-Eichborn,   Pischkowitz  Kr.  Glatz. 
Waldenburg,  Niclas,  aurifaber,  wird  Breslauer  Bürger  am  Montag  vor  Purificatio  Marie  (31.  Januar)  1452.    Ist  im 

Catalogus  civium  von  1470  nicht  mehr  erwähnt. 


175 


Walenta,  George,  Goldschmiedgeselle  aus  Märzdorf  in  Mähren,  stirbt  in  Breslau  am  2.  (begr.  d.  4.)  Juli  1678,  alt 
48  Jahre  (Elis.),  hat  bei  Barbara,  der  Witwe  des  Goldschmieds  Hans  Hartig  in  Arbeit  gestanden. 

Walther,  Johann  Carl  Gottlob,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Samuel  Ferdinand  Thun  vom  Qu.  Lucie  1801 
bis  1S07.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  21.  Februar  1812.  Arbeitet  bei  Johann  Bernhard  Hoensch  als  Meisterstück 
ein  Paar  Ohrringe  mit  ä  jour  gefassten  Brillanten,  wird  Meister  am  28.  Mai  1812.    Stirbt  1825. 

Waltherus  aurifaber  [Waltyr  Goltsmed],  siehe  Ebirhart. 

Wanderpohl,  Johann  Detlef,  Kaiserl.  Kammer-Juwelier  aus  Wien,  und  seine  Frau  Maria  Katharina,  geb.  von  Berch, 

sind  1720  Taufzeugen  bei  St.  Matthias. 
Wandrey,   Paul,  Goldarbeiter,  tritt  am  15.  Oktober  (9.  November)  1878  in  die  Innung  ein.   Bleibt  Mitglied  bis  1893. 
Warkus,  Julius,  Goldarbeiter,  tritt  am  15.  Juli  1886  in  die  Innung  ein.    Bleibt  Mitglied  bis  zum  13.  Oktober  1893. 
Wartig,  Thomas  George  (Wartich,  Wartiger,  Warting,  Wartinger,  Wardt,  Wortig),  Goldschmied,  Sohn  des  Schneiders 

George  Wartig;  1675  haben  seinetwegen  die  Meister  einen  Streit  mit  den  Gesellen  (vgl.  Urk.  30).    Wird  1676 

Bürger  und  Meister.   Heiratet  am  12.  Oktober  1676  Rosina,  die  Witwe  des  Gewandschneiders  George  Klein  (Elis.  . 

Wohnt  auf  der  Niclasgasse.    Stirbt  am  15.  (begr.  d.  19.)  August  1708,  alt  60  Jahre  (Elis.).    Seine  Witwe  Rosina  f  25. 

(begr.  d.  27.)  XII.  1712  (Elis.). 

Wasinger,  Veit,  Goldschmied,  Sohn  des  Nürnberger  Goldschmieds  Conrad  Wasinger,  heiratet  in  Breslau  am  8.  De- 
zember 1598  Katharina,  die  Witwe  des  Flachsteinschneiders  Hans  Becker  (MM). 

Wassergraf,  Christoff,  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  4.  März  1552,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Stirbt 
1554.    Seine  Witwe  Anna  heiratet  am  29.  September  1555  den  Goldschmiedgesellen  Hans  von  Delffen  (MM). 

Waymutt,  Jacob  (Weeymut),  Goldschmiedgeselle,  heiratet  1542  Katharina,  die  Dienerin  des  Goldschmieds  Wolffgang 
Westermehr  d.  ä.  (Elis.). 

Weber,  Carl  Gustav,  Silberarbeiter,  tritt  bei  Carl  Julius  Gottlieb  Weiss  am  Qu.  Michaelis  1841  in  die  Lehre,  arbeitet 
eine  Suppenkelle  als  Gesellenstück,  wird  freigesprochen  am  30.  März  1847.  Wird  Innungsmitglied  am  14.  Oktober 
1872,  scheidet  am  22.  April  1879  wieder  aus. 

Weber,  Daniel  Gottlob  [Gottlieb],  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  jüngster  Sohn  des  Zinngiesserältesten  Carl  Wilhelm 
Weber,  lernt  bei  Gottlob  Benjamin  Werner  vom  Dezember  1765 — 1770.  Meldet  sich  am  6.  März  1777  als  Stück- 
meister, arbeitet  bei  Gottlob  Benjamin  Werner  eine  Haarnadel  mit  Rauten,  wird  Meister  am  5.  Februar  1778  und 
um  dieselbe  Zeit  Bürger.    Heiratet  bei  St.  Vincenz  am  1.  September  1778  Maria  Josepha  Rottstock.    Stirbt  1816. 

Wedel,  Johann  Albrecht,  Goldarbeiter,  geb.  in  Anspach,  Sohn  des  Grenadiers  Martin  Wedel,  meldet  sich  in  Breslau 
am  17.  März  1760  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  George  Emanuel  Scholtz  einen  mit  Diamanten  und  Rubinen  be- 
setzten Placker,  wird  Meister  am  6.  Juni  und  Bürger  am  17.  Juli  1760.  Heiratet  am  28.  Juli  1760  Christiana 
Magdalena,  die  Tochter  des  Mitwohners  Caspar  Rössler  (Elis.).  Stirbt  am  24.  (begr.  d.  27.)  Juni  1791,  alt  64  Jahre 
2  Monate  (Elis.).    Seine  Witwe  Christiana  Magdalena  f  28.  IV.  (begr.  d.  1.  V.)  1815  (Elis.). 

Wehpusch,  Caspar  (Wepiisch,  Hennig),  aurifaber,  wird  um  1473  Bürger.  Erscheint  1490,  1492,  1494  in  den  Ge- 
schworenenlisten der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.    Stirbt  um  1500. 

Wehpusch,  Henningus  (Wepusch,  Hennyng),  aurifaber,  wird  Bürger  am  Dienstag  nach  Exaltatio  crucis  (16.  September; 
1427.  Erscheint  1437,  1440,  1443,  1447,  1450,  1454  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior. 
Am  Montag  nach  Invocavit  (12.  Februar)  1448  Niclas  Lockaw  hot  vfgereicht  Hennynge  dem  goltschmede  fier 
marg  jarigen  czinss  off  seynen  cromen  vnder  den  reichen  cromen,  gelegen  czwischen  meister  Pauls  vnd  Margarethen 
Stelenynne  cromen,  vnd  vff  seyn  gebewde  vnd  hindirgemach,  um  davon  1  Mk.  Zinsen  an  den  Altar  des  Stanislaus 
Slotnyk  am  Dome  zu  entrichten  (Copialbuch  der  Mansionarien,  I.  129.  Zeitschr.  d.  Ver.  f.  Gesch.  u.  Altert. 
Schles.  X.  490).    Ist  1451  neben  Martinus  Kalbisowge  Testamentar  des  f  Georg  Heyne  (4nkorporatb.  II.  56). 

Weidner,  Carl,  Silberarbeiter,  lernt  bei  Carl  Friedrich  Korok  vom  Januar  1847—1852.  Tritt  am  12.  Oktober  1869  in 
die  Innung  ein,  scheidet  am  25.  April  1887  wieder  aus. 

Weigelt,  Carl  Ferdinand  (Weigel),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Fleischhauerältesten  Albinus  Weigelt,  lernt 
bei  Friedrich  Gottlob  Krebs  von  1743 — 1748.  Meldet  sich  am  7.  Juni  1757  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Stephan 
Christian  Luttroth  einen  Placker  und  Ring,  wird  Meister  am  5.  September  und  Bürger  am  6.  September  1757. 
Heiratet  am  23.  Mai  1758  Johanna  Dorothea,  die  Tochter  des  f  Silberarbeiters  Samuel  Gottlieb  Thun  (Elis.i.  Ist 
in  der  Meisterliste  von  1763  das  letzte  Mal  genannt. 

Weigelt,  [Johann]  Gottfried  Benjamin  [Johann  Gottlieb]  (Weygelt),  Goldarbeiter,  lernt  bei  Daniel  Feist  vom  September 
1744  1750.  Meldet  sich  am  21.  März  1763  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Christian  Beyl  einen  Plack  mit  Granaten, 
wird  Meister  am  27.  Mai  1763  und  Bürger  am  17.  Januar  1764.  Seine  Frau  Johanna  Christiana,  geb.  Trübiger, 
t  28.  II.  (begr.  d.  3.  III.)  1773  (Elis.;.    Weigelt  heiratet  am  29.  Juli  1779  Johanna   Charlotte,  die   Tochter  des 


176 


Kassierers  Johann  Caspar  Wirth  [Worth?]  (Elis.)-  Seine  Frau  f  19.  (begr.  d.  22.)  VIII.  1791  (Elis.).  Weigelt  ist 
Ältester  seit  Juni  1792.    Stirbt  am  14.  (begr.  d.  16.)  Juni  1802,  alt  73  Jahre  (Elis.). 

Weigelt,  Johann  Christian,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Erbsassen  und  Bäckers  Gottfried  Weigelt,  heiratet,  40  Jahre 
alt,  am  27.  September  1773  Johanna  Eleonora,  die  Tochter  des  Kutschers  Christoph  Plautz  (Elis.).  Seine  Witwe 
f  11.  (begr.  d.  14.)  II.  1803  (Elis.). 

Weinbrich,  Carl  Gottlieb,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Destillateurs  Johann  Gottlieb  Weinbrich,  lernt  bei 
Christian  Gottlob  Kayser  vom  Qu.  Trinitatis  1797 — 1802.  Lässt  sich  im  Mai  1805  von  Gottfried  August  Thilo 
malen.  Arbeitet  bei  Johann  Bernhard  Hoensch  als  Meisterstück  einen  Ring  mit  ä  jour  gefassten  Brillanten,  wird 
Meister  am  16.  Juni  und  Bürger  am  11.  Juli  1806.  Heiratet,  26  Jahre  alt,  am  4.  Mai  1808  Johanna  Christiane,  die 
Tochter  des  f  chirurg.  Instrumentenmachers  Johann  Gottfried  Knöfel  (MM).    Stirbt  am  30.  Oktober  (begr.  d. 

1.  November)  1812  (MM). 

Weiss,  Carl  Adolph  Julius,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  3.  Februar  1846,  Sohn  des  Silberarbeiters  Carl  Julius 
Gottlieb  Weiss,  lernt  bei  seinem  Vater  vom  Qu.  Johannis  1860  bis  Ostern  1864.  Wird  am  15.  Januar  1872  in  die 
Innung  aufgenommen.    Stirbt  am  15.  Februar  1878. 

Weiss,  Carl  Julius  Gottlieb,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Unteroffiziers  Christian  Weiss,  lernt  bei  Johann 
David  Klose,  später  bei  Carl  Gottlieb  Freytag  von  1819—1826.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  27.  April  1841,  alt 
35  Jahre.  Meldet  sich  am  S.April  1841  als  Stückmeister,  wird  am  16.  Juli  1841  in  die  Innung  aufgenommen. 
Stirbt  am  1.  Mai  1873.  Seine  Witwe  setzt  das  Geschäft  fort.  Weiss  zeichnet  J  W  in  zwei  verschiedenen  Typen, 
vgl.  Taf.  V  Nr.  193  u.  194. 

a.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  Form  und  Dekor  im  Rokokostile  des  19.  Jahrhunderts,  auf  dem  Fusse  drei 
Gruppen  von  vergoldeten  Leidensattributen.    H.  22,7  cm.   Johanneskopf  mit  Jahreszahl  54,  Stempelmeisterb.  T 
u.  Meisterz.  Typus  I.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Michaelis,  Grottkau. 
Weissei,  Michael,  Goldschmiedgeselle  von  Königsberg,  stirbt  in  Breslau  am  12.  September  1616. 
Weissenborn,  Herrmann,  Gold-  und  Silberarbeiter,  geb.  in  Greifswald  in  Pommern,  Sohn  des  Kaufmanns  Michael 
Christoph  Weissenborn,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  14.  September  1827,  alt  25  Jahre.    Meldet  sich  am 
27.  September  1827  als  Stückmeister,  wird  am  1.  Oktober  1829  in  die  Innung  aufgenommen.    Siedelt  1835  nach 
Warschau  über,  wird  am  5.  Oktober  1838  aus  der  Liste  der  Innungsmitglieder  gestrichen.    Weissenborn  zeichnet 
H  W  in  rechteckigem  Felde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  190. 
a.  Thorahörner,  Silber.  H.29  cm.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb. Q  u. Meisterz.  —  Geheimrat  Pinkus.NeustadtOS. 
Weisskaeppel,  Friedrich  Samuel  (Weisskappel,  Weisskeppel i,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Ferdinand 
Christian  Krebs  vom  Juni  1778—1784.    Arbeitet  als  Meisterstück  eine  silberne  Kaffeekanne  nebst  Milchkännchen, 
wird  Meister  am  31.  Mai  und  Bürger  am  31.  Oktober  1796.    Stirbt  1819.    Weisskaeppel  zeichnet  FSWK  in 
quadratischem  Felde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  179. 

a.  Salzfässchen,  Silber,  oval,  auf  vier  Füsschen.  Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  M  u.  Meisterz.  -  Schlesisches 
Museum  für  Kunstgewerbe  und  Altertümer,  Breslau  (Vermächtnis  Epstein). 

b.  Willkommschildchen,  Silber,  mit  spätem  Rokokodekor,  in  der  Mitte  in  vergoldeter  Auflage  ein  Oster- 
lamm  in  einem  Kranze  (kopiert  nach  einem  älteren  Vorbilde).  Gestiftet  1799.  Dm.  14  )<  H  cm.  Johannes- 
kopf Typus  XVI  u.  Meisterz.  —  Vereinigte  Fleischer-Innung,  Breslau. 

Weissmehler,  Hans  (Weissmel,  Weissenheler),  Goldschmied,  geb.  in  Eisenach,  heiratet  in  Breslau  am  8.  September 
1566  Justina,  die  Tochter  des  f  Goldschmieds  Hans  Westermehr  (MM).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  5.  März 
1568,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.   Stirbt  am  16.  März  1584,  alt  50  Jahre  (  MM).  Seine  Tochter  Barbara  heiratet 

2.  Trinitatis  1588  den  Buchführer  Johann  Eyring  (Elis.). 

Wende,  Hans,  ein  alter  Goldschmied  aus  Görlitz,  stirbt  in  Breslau  am  27.  Oktober  1605  (Elis.). 

Wende,  Johann  Christian,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Leinwandreissers  George  Friedrich  Wende,  lernt 
bei  Heinrich  Gottfried  Kopisch  vom  September  1765 —1770.  Meldet  sich  am  3.  März  1780  als  Stückmeister, 
arbeitet  bei  Gottlob  Benjamin  Werner  ein  Paar  Ohrringe  und  einen  kannoisierten  Ring  mit  Rauten,  wird  Meister 
am  14.  Juli  1780.  Erwirbt  um  dieselbe  Zeit  das  Bürgerrecht.  Heiratet  am  13.  Oktober  1784  Johanna  Christiana, 
die  Tochter  des  f  Kürschners  Johann  Gottfried  Renner  iMM.i.  Seine  Frau  f  5.  (begr.  d.  8.)  VII.  1804  (Elis.).  Er 
selbst  stirbt  am  9.  (begr.  d.  12.)  April  1806,  alt  56  Jahre  5  Monate  (Elis.). 

Wendel,  Simon,  Goldschmied  auf  dem  Elbing,  stirbt  am  23.  Januar  1602,  alt  58  Jahre  (Elis.  u.  MM). 

Wendrich,  George  Gottlieb,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Gastwirts  George  Adam  Wendrich  in  Jauer,  stirbt  in 
Breslau  am  15.  (begr.  d.  17.)  Juni  1720  (MM). 

Wenczel  Gultsmed  wird  1432  im  Schöppenbuch  XIII  erwähnt.  Eine  Anna  Wenczl  Goltsmedynne  erwirbt  am  Montag 
nach  Quasimodo  (24.  April)  1441  das  Breslauer  Bürgerrecht. 


177 


Wepusch,  siehe  Wehpusch. 

Werdermann,  Friedrich  Christoph  Ferdinand,  Goldarbeiter,  geb.  in  Berlin,  lernt  daselbst  bei  Carl  Wilhelm  ßerning 
vom  Qu.  Michaelis  1798  1803,  arbeitet  in  Breslau  bei  Joseph  Gottlieb  Lederhose  als  Meisterstück  einen  karmoisierten 
Haarkamm,  wird  Meister  am  23.  Oktober  und  Bürger  am  7.  Dezember  1810.    Ist  1820  das  letzte  Mal  genannt. 

Werneck,  Ernst  Wilhelm  (Wernicke),  Goldarbeiter,  geb.  in  Perleberg,  Sohn  des  Goldarbeiters  Joachim  Werneck  in 
Dresden,  meldet  sich  in  Breslau  am  16.  September  1779  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Johann  Christoph  Jancke  d.  ä. 
ein  Paar  Ohrrosen  mit  Pendeloques,  wird  Meister  am  25.  Oktober  1779  und  um  dieselbe  Zeit  Bürger.  Heiratet 
am  23.  November  1789  Eva  Rosina  Elisabeth,  die  Tochter  des  Müllers  Johann  Gottfried  Schwabe  (Elis.).  Stirbt  1818. 

Werner,  Gottlob  [Gottlieb]  Benjamin,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  lernt  bei  Daniel  Klein,  meldet  sich  am  30.  De- 
zember 1748  als  Stückmeister,  arbeitet  einen  mit  Diamanten  versetzten  Patzel  und  einen  Ring,  wird  Meister  am 
24.  (25.)  Februar  und  Bürger  am  28.  Februar  1749.  Ist  Ältester  seit  Juni  1772.  Räumt  1774/75  unter  den  Pfuschern 
gründlich  auf  (Meisterbuch  1774).    Stirbt  am  16.  (begr.  d.  19.)  Juli  1792,  alt  72  Jahre  6  Monate  (Elis.). 

Werner,  Johann  George,  Silberarbeiter,  stirbt  in  Breslau  am  2.  März  1739,  alt  35  Jahre. 

Werner,  Niclas  [Nickel],  Goldschmied,  wird  Bürgeram  Tagejeronymi  (30.Septbr.)  1468.  Über  die  Ausstattung,  die  Werner 
1470  seinen  beiden  Stieftöchtern  im  Falle  einer  Heirat  verspricht,  und  über  die  Kleidungsstücke  und  Geräte,  die 
seine  Frau  Barbara  1470  in  ihrem  Testamente  ihren  Kindern  vermacht  hat,  siehe  Scriptores  rerum  Silesiacarum  III 
S.  223  u.  240.  Werner  erscheint  1473,  1476,  1478  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior. 
Stirbt  vor  1517.  Seine  zweite  Frau  Margareta,  Weyssnickelinne  genannt,  reicht  1517  dem  Goldschmiede  Hans 
Lotterman  ihr  Haus  auf  der  Albrechtsgasse  an  der  Ecke  neben  ihrem  anderen  Hause.  Dieselbe  reicht  1518 
[zusammen  mit  ihrem  Vormunde,  dem  Goldschmied  Oswald  Rothe]  dem  Michel  Steyerer  ihr  Haus  auf  der 
Albrechtsgasse  zwischen  den  Grundstücken  des  Goldschmieds  Hans  Lotterman  und  des  Kannegiessers  Merten 
von  der  Heyde  (Tradb.  III.  27b,  50b).    Werner  hat  auch  ein  Haus  beim  „Heiligen  Geist"  besessen  (Tradb.  III.  58fa). 

Westermehr,  Hans  (Westermeyer,  Westermayer,  Wustermaihr,  Wustermeher),  Goldschmied,  erwirbt  das  Bürgerrecht 
am  Freitag  vor  Invocavit  (6.  März)  1500,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Reicht  dem  Hans  Becherer  sein  Haus 
auf  der  äussersten  Schweidnitzschen  Gasse  (Tradb.  II.  27).  Besitzt  an  der  Nordseite  des  Ringes  ein  Haus.  Er- 
scheint 1507  und  1508  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior.  Reicht  am  14.  März  1531 
seiner  Frau  Margareta  die  Hälfte  seines  Besitzes  für  den  Todesfall,  und  umgekehrt  (Tradb.  V.  89).  Stirbt  1543 
(oder  Anfang  1544).  Seine  Witwe  Margareta  heiratet  1544  den  Goldschmied  Peter  Schoneman  (Elis.).  Diese 
kauft  im  Juni  1544  das  Haus  am  Ringe  zwischen  den  Brotbänken  und  dem  Schoppenhause,  wie  es  der  f 
Westermehr  besessen  hat  (Tradb.  VII.  32).  Westermehrs  Tochter  Justina  heiratet  am  8.  September  1566  den 
Goldschmied  Hans  Weissmehler  (MM). 

Westermehr,  Lorentz  1  Westermayer,  Wustermeher),  Goldschmied  und  kaiserlicher  Münzmeister,  wird  Bürger  am 
7.  Februar  1533.  Wird  1543  vom  Bischof  Balthasar  auf  ein  Jahr  als  Goldmünzer  und  Probierer  angenommen 
und  setzt  1546  die  K.  Münze  in  Breslau  in  Betrieb;  er  soll  zeitweise  auch  den  Breslauer  Brenngaden  gehabt 
haben  (Schles.  Vorz.  VII.  76).  Westermehr  stirbt  1554  (nach  Schles.  Vorz.  Bd.  VII,  S.  76  Anfang  1555.  —  Bresl.  Stadt- 
archiv, Albr.  v.  Reichels  Manuskript,  R  928»,  S.  77 1.    Seine  Witwe  Anna  f  17.  IX.  1578. 

Westermehr,  Wolffgang  (Westermeyer,  Westermeuer,  Wistermehr,  Wustermeher),  d.  ä.,  Goldschmied,  erwirbt  das 
Bürgerrecht  am  Freitag  nach  Cineres  (7.  März)  1511,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Kauft  1517  von  dem  Gold- 
schmied Lamprecht  Smed  dessen  Haus  und  Erbe  am  Ringe  zwischen  den  Grundstücken  Hans  Krafftczobers  und 
Hans  Segersdorffs  (Tradb.  III.  30b).  Ist  häufig  in  den  Traditionsbüchern  als  Besitzer  dieses  Hauses  genannt. 
Erwirbt  am  5.  November  1530  ein  Haus  auf  der  Schmiedebrücke  (Tradb.  V.  76).    Stirbt  um  1548. 

Westermehr,  Wolffgang  (Westermeyer,  Westermeuer),  d.  j.,  Goldschmied,  heiratet  1562  Barbara,  die  Tochter  Peter 
Neidorffers  (Elis.).  Wird  Ende  1562  oder  Anfang  1563  Meister.  Erwirbt  am  26.  Februar  1563  das  Breslauer 
Bürgerrecht.  Scheint  hauptsächlich  in  Trebnitz  tätig  gewesen  zu  sein.  Daselbst  stirbt  seine  Frau  Barbara  am 
28.  Juli  1587  (MM).  Ist  wohl  identisch  mit  Wolf  Westermeuer,  Goldschmied  zu  Trebnitz,  der  am  24.  Juni  1600 
den  Hauptmann  zu  Gross-Glogau  bittet,  dass  er  ihm  zu  seines  Weibes  Erbschaft  und  zu  dem  bei  Benedix  luden 
verdienten  Lohne  von  60  Rtlr.  verhelfen  möge  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  F.  Öls,  X.  29  g). 

Wetschker,  Michel,  Goldschmiedgeselle  und  Archeleymeister,  Sohn  des  Organisten  Michel  Wetschker  in  Elbing, 
heiratet  in  Breslau  am  25.  November  1614  Magdalena,  die  Tochter  des  Mitwohners  Blasian  Nöckisch  (Elis.  u.  MM). 

Widder,  Anton  August,  Goldarbeiter,  geb.  in  St.  Petersburg,  Sohn  eines  Glasfabrikanten,  erwirbt  das  Breslauer 
Bürgerrecht  am  9.  Februar  1847,  alt  32  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Wiedemann,  Rochus  [Robert]  Carl  (Widemann),  Goldarbeiter,  geb.  in  Kawallen  bei  Breslau,  Sohn  des  Schuhmachers 
Jacob  Wiedemann,  lernt  bei  Jacob  Gottlieb  Ferdinand  Büttner  vom  April  1835—1840.  Erwirbt  das  Bürgerrecht 
am  20.  Juli  1847,  alt  38  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

23 


178 


Wiedemeyer,  Gottlieb  Traugott  (^Wiedemayerj,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Johann  Gottlieb 
Wiedemeyer,  lernt  bei  Ernst  Wilhelm  Werneck,  dann  bei  Johann  Bernhard  Hoensch  vom  Qu.  Trinitatis  1792  bis 
Qu.  Lucie  1797.  Arbeitet  bei  Samuel  Christoph  Thun  als  Meisterstück  eine  silberne  Kaffeekanne  nebst  Sahn- 
giesser,  wird  Meister  am  9.  November  und  Bürger  am  11.  November  1803.  Heiratet,  28  Jahre  alt,  am  24.  Januar  1804 
Friederike  Louise,  die  Tochter  des  gewesenen  Büchsenmachers  Johann  Adam  Fuhrmann  in  Gross-Glogau  (MM). 
Ist  Ältester  und  mutmasslicher  Stempelmeister  mit  dem  Buchstaben  R  seit  1834.  Stirbt  1839.  Wiedemeyer 
zeichnet  GTW  in  einem  herzförmigen  Schilde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  182. 

Wiedemeyer,  Johann  Carl  (Wiedemayer\  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Zimmerergesellen  Johann  Michael 
Wiedemeyer,  heiratet  am  2.  Juni  1749  Anna  Barbara,  die  Tochter  des  f  Mitwohners  Franz  Anton  Starcke  (Elis.). 
Meldet  sich  am  22.  September  1751  als  Stückmeister,  arbeitet  bei  Daniel  Klein  ein  Paar  Ohrgehänge  und  einen 
Placker,  wird  Meister  am  20.  April  (15.  Mai)  und  Bürger  am  5.  Mai  1752.  Stirbt  am  5.  (begr.  d.  7.)  Juli  1769,  alt 
48  Jahre  6  Monate  26  Tage  (Elis.). 

Wiedemeyer,  Johann  Gottlieb  (Wiedermayer),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  herrschaftlichen  Hausmeisters 
Johann  George  Wiedemeyer,  lernt  bei  Johann  Daniel  Albert  vom  September  1751  —  1753,  dann  bei  Johann  Samuel 
Grische  bis  7.  Juni  1757.  Meldet  sich  am  29.  Dezember  1762  als  Stückmeister,  wird  aber  abgewiesen,  da  er  die 
vorgeschriebene  Zeit  der  Wanderschaft  nicht  innegehalten  hat.  Nach  Erteilung  einer  Dispensation  durch  die 
Kgl.  Kammer  arbeitet  Wiedemeyer  bei  Daniel  Klein  einen  mit  Diamanten  besetzten  Plack,  wird  Meister  am 
19.  April  und  Bürger  am  3.  Mai  1763.  Heiratet  am  31.  Oktober  1764  Anna  Dorothea,  die  Tochter  des  f  Destillateurs 
Christian  Künzel  (Elis.),  wird  dadurch  Schwager  des  Goldarbeiters  Johann  Ernst  Roemer.  Stirbt  am  8.  März  1789, 
alt  51  Jahre  5  Monate  8  Tage. 

Wiener,  Salomon,  Juwelier,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  15.  Februar  1813.    Zieht  1835  nach  Berlin. 

Wilcke,  Augustin  Eligius  [Elias],  Gold- und  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  getauft  am  25.  September  1761  (Matth.),  Sohn 
des  Goldarbeiters  Johann  Samuel  Wilcke,  lernt  bei  seinem  Vater  vom  28.  Dezember  1774  bis  16.  September  1779. 
Arbeitet  bei  Gottlob  Benjamin  Werner  als  Meisterstück  die  silberne  Fassung  zu  einem  gläsernen  Zuckerbehälter 
(oben  auf  dem  Deckel  eine  Vase,  aus  der  nach  zwei  Seiten  Girlanden  hängen),  wird  Meister  am  15.  Dezember 
1791  und  Bürger  am  17.  Juli  1792.    Stirbt  am  27.  Mai  1808,  alt  47  Jahre  6  Monate. 

Wilcke,  Christian  Anton  (Wilke),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Goldarbeiters  Johann  Samuel  Wilcke, 
lernt  bei  Johann  Christoph  Jancke  d.  ä.  bis  4.  März  1779.    Meldet  sich  am  13.  September  1787  als  Stückmeister, 
arbeitet  bei  Johann  Ernst  Braungart  eine  silberne  Kaffeekanne  nebst  Sahngiesser,  wird  Meister  am  24.  Januar 
1788.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  12.  Februar  1789.    Stirbt  1818.    Zeichnet  C  A  W  in  rechteckigem  Felde, 
a.  Bowlenkelle,  Silber  vergoldet.   Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  L,  Meisterz,  und  Kriegssteuerst.  FW  (wie 
Fig.  9b).  —  Geheimrat  Pinkus,  Neustadt  OS. 

Wilcke,  Johann  Samuel  (Wilke),  Goldarbeiter,  verfertigt  bei  Stephan  Christian  Luttroth  als  Meisterstück  einen  Uhr- 
haken und  Ring,  wird  Meister  am  18.  April  und  Bürger  am  20.  April  1746.    Stirbt  am  13.  März  1798,  alt  78  Jahre. 

Wildmeister,  Christoph,  Goldarbeiter  auf  dem  Sande  hart  an  der  Dombrücke,  arbeitet  mit  zwei  Gesellen,  wird  1662 
in  der  Spezifikation  der  Pfuscher  in  und  vor  Breslau  genannt  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  10  d  3). 

Wildmeister,  Christoph,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Obermarktvogtes  Hans  Wildmeister  in  Leipzig,  heiratet  in 
Breslau  am  7.  April  1682  Anna  Katharina,  die  Tochter  des  f  Handelsmannes  Johann  Tschernich  (MM). 

Wilhelm,  George  [Jorge],  Goldschmied,  heiratet  im  Oktober  1546  Elisabeth,  die  Tochter  des  Mathis  Eberhart  (MM). 
Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  21.  Februar  1550,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Stirbt  um  1570  (?).  Seine  Witwe 
heiratet  am  2.  Juli  1571  den  Studiosus  Adam  Calencius  (MM). 

Willgohs,  Gottlieb,  Goldarbeiter,  geb.  in  Schwaan  bei  Rostock  in  Mecklenburg,  Sohn  des  Kaufmanns  Joachim 
Andreas  Willgohs,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  30.  März  1821,  alt  34  Jahre.  Tritt  am  26.  Oktober  1839 
in  die  Innung  ein.    Stirbt  im  Oktober  1862.    Zeichnet  G.W.  in  einem  rechteckigen  Felde,  vgl.  Taf.  V  Nr.  191. 

Willisch,  Heinrich,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Sonnabend  vor  Invocavit  (14.  Februar)  1467.    Stirbt  vor  1490. 

Winckler,  Christian,  Goldschmied,  Sohn  des  Gastwirts  George  Winckler  in  Öls,  wird  1690  in  Breslau  Bürger  und 
Meister.    Heiratet  am  3.  April  1690  Susanna,  die  Tochter  des  f  Barettmacherältesten  Daniel  Ditrich  (MM).  Stirbt 
am  31.  Juli  (1.  August)  1706,  alt  47  Jahre  (MM).    Seine  Witwe  Susanna  heiratet  am  17.  Oktober  1707  den  Gold- 
schmied Johann  George  Schier  iMM).    Seine  Tochter  Rosina  Eleonora  heiratet  am  14.  Juli  1711  den  Goldschmied 
Samuel  Hammer  (MM).    Winckler  zeichnet  C  W  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  115. 
a.  Oblatenbüchse,  Silber,  oval,  auf  der  Seitenwandung  Barockblumen,  auf  dem  Deckel  ein  Osterlamm  in 
getriebener  Arbeit.    Auf  dem  Boden  in  Gravierung  biblische  Inschrift  nebst  Datum  21.  Januari  Ao.  1693. 
H.  4,5  cm.    Dm.  10,2  >(  8,3  cm.    Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.      .    -  Bernhardinkirche, 
Breslau. 


179 


Fig.  39.   Christian  Winckler:   Sargschild  der  Breslauer  Stell-  und  Rademacher 


b.  Sargschilde  der  Breslauer  Stell-  und  Rademacher,  Silber  mit  vergoldeten  Auflagen  auf  dunklem  Sammet- 
grunde,  abgebildet  Fig.  39.    Datiert  1.  Januar  1694.    Dm.  48  ;<  45,5  cm.   Johanneskopf  Typus  II  u.  Meisterz. 
—  Stell-  und  Rademacher-Innung,  Breslau. 
Winckler,  David,  genannt  Schmidel  [Schmiedel]  (Wingleij,  Goldschmied,  heiratet  am  2.  August  1568  Anna,  die 
Tochter  des  Marcus  Kreussig  (MM).    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  25.  Februar  1569,  wird  um  dieselbe  Zeit 
Meister.    Wohnt  am  Ringe  unter  den  Riemern.    Heiratet  als  Witwer  am  9.  Juli  1576  Ursula,  die  Tochter  des 
Kannegiessers  Valten  Baumgarten  (MM).    Seine  Frau  Ursula  f  22.  IV.  1585.   Er  selbst  stirbt  am  1.  Oktober  1585. 
Winckler,  Johann  Samuel,  Gold-  und  Silberstecher,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Messerschmieds  Johann  Winckler, 
heiratet  am  15.  Januar  1742  Anna  Rosina,  die  Tochter  des  f  Christoph  Teich  in  Quickendorf  bei  Franken- 
stein i.  Schles.  'Elis.i.    Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  25.  April  1744.    Nennt  sich  1758  als  Graveur  auf  einem 
Rokokokelche  des  Johann  Gottlieb  Schmidt  in  der  St.  Maria  Magdalenenkirche  in  Breslau.     Vgl.  Schles.  Vorz.  VII.  77. 
Winder,  Gottfried,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  am  18.  Juli  1703,  alt  24  Jahre. 

Windisch,  Ernst  Wilhelm  Ferdinand,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau  am  23.  September  1841,  Sohn  eines  Exekutors, 
lernt  bei  Jacob  Gottlieb  Ferdinand  Büttner,  dann  bei  Herrmann  Büttner  (letzterer  ist  nicht  Innungsmitglied;  von 
Michaelis  1859  bis  1862.  Meldet  sich  am  15.  Oktober  1878  zur  Aufnahme  in  die  Innung,  wird  am  9.  November 
rezipiert.    Scheidet  am  25.  Januar  1881  wieder  aus. 

23* 


180 


Wingasser,  Jacobus,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Montag  vor  Agnetis  (18.  Januar)  1406.  Ist  am  Freitag  nach  Jacobi 
(29.  Juli)  1407  im  Schöppenbuch  IX  erwähnt. 

Wirster,  Daniel  (Würsten,  Goldschmiedgeselle  und  Steinschneider,  Sohn  des  Steinschneiders  Zacharias  Wirster 
(Worster,  vgl.  Schles.  Vorz.  VII.  78),  heiratet  am  26.  Juli  1621  Anna,  die  Tochter  des  Handelsmannes  Lorenz 
Leschnig  (MM).  Lässt  sich  in  Steinau  als  Goldschmied  nieder,  zieht  bald  nach  Breslau  zurück.  Wohnt  auf  der 
Mäntlergasse.  Stirbt  am  20.  (begr.  d.  23.)  Mai  1672,  alt  82  Jahre  weniger  14  Wochen  (Elis.  u.  MM). 

Wissmar,  Joachim  (Wiessmar,  Witzmar),  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmiedältesten  Michael  Wissmar  in  Greifs- 
wald in  Pommern,  erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  3.  Juli  1711,  wird  um  dieselbe  Zeit  Meister.  Heiratet 
am  12.  Oktober  1711  Susanna,  die  Tochter  des  f  Schuhmachers  Christian  Andreas  (MM)  Stirbt  am  15.  (begr. 
d.  18.)  April  1742,  alt  67  Jahre  (MM).    Seine  Witwe  Susanna  f  12.  (begr.  d.  14.)  X.  1751  (MM>. 

Wissmar,  Michael  (Wissner),  Goldschmied,  Sohn  des  Goldschmiedältesten  Michael  Wissmar  in  Greifswald  in  Pommern, 
arbeitet  in  Breslau  bei  Hans  Jachman  d.  j.  als  Meisterstück  ein  Geschirr  nebst  Ring  und  Siegel,  wird  Meister  am 
28.  Oktober  und  Bürger  am  2.  November  1715.  Heiratet  am  12.  November  1715  Susanna  Elisabeth,  die  Tochter 
des  Goldschmieds  Mattheus  Jachman  d.  j.  (MMV  Ist  Ältester  seit  1737  und  mutmasslicher  Stempelmeister  mit 
dem  Buchstaben  E  seit  März  1745.  Stirbt  am  20.  April  (1.  Mai)  1746,  alt  65  Jahre,  ist  in  der  Innungskapelle 
begraben  worden  (MM).  Seine  Witwe  Susanna  Elisabeth  f  4.  (begr.  d.  6.)  VIII.  1762  (MM).  Wissmar  zeichnet 
M  W  in  einem  herzförmigen  Schilde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  134. 

a.  Henkelkanne,  Silber  mit  Vergoldung,  Standring  und  Deckel  profiliert,  auf  dem  zylindrischen  Mantel,  dem 
Boden  und  Deckel  sächsische  Taler.  Auf  dem  Deckel  eine  von  drei  Bügeln  getragene  Kugel.  H.  20,7  cm. 
Johanneskopf  Typus  XI,  Stempelmeisterb.  D  u.  Meisterz.  —  Slg.  f  Max  Pringsheim,  Breslau. 

b.  Kelch,  Silber,  Kuppa  innen  und  am  oberen  Aussenrande  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten 
Fusse  sechs  aufgelegte  vergoldete  Ovale  mit  Heiligen  und  Stifterwappen  in  Gravierung.  Untere  Hälfte  der 
silbernen  Kuppa  mit  graviertem  Laub-  und  Bandelwerk.  Laut  Inschrift  gestiftet  1726  von  den  Brüdern  Johann 
Baptist  Franz  Xaver  und  Johann  Evangelist  David  Leopold,  Freiherren  von  Zedlitz.  H.  20,3  cm.  Johannes- 
kopf, Stempelmeisterb.  B  positiv,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Johannis  bapt.,  früher 
zum  hl.  Kreuz,  Kupferberg  Kr.  Schönau. 

c.  Ampel,  Silber,  mit  Blumen-,  Laub-  und  Bandelwerk  in  durchbrochener  und  getriebener  Arbeit.  H.  13,5  cm. 
Johanneskopf  Typus  X/XI,  Stempelmeisterb.  C,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Kath.  Pfarrkirche 
St.  Petri  et  Pauli,  Ohlau. 

d.  Kelch,  Silber  mit  Vergoldung,  mit  getriebener  und  durchbrochener  Arbeit.  Gestiftet  von  „D.  Wimmer 
S.  W.  Sen.  et  Organ".    Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  D  u.  Meisterz.  —  Evang.  Pfarrkirche,  Reichenstein. 

Wistermehr,  siehe  Westermehr. 

Wittig,  Balthasar  (Wittich,  Wiettig,  Wüttig),  Goldschmied,  Sohn  des  Breslauer  Bürgers  Balthasar  Wittig,  wird  1648 
Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  25.  Februar  1648  Anna,  geb.  Heppner,  die  Witwe  des  Goldschmieds  George 
Nitsch  (MM).  Wohnt  auf  der  Schmiedebrücke  in  dem  seiner  Frau  gehörigen  Hause.  Ist  Zunftältester  seit  1655. 
Stirbt  am  3.  (7.)  September  1666,  alt  47  Jahre  15  Wochen  2  Tage  (Elis.  u.  MM).  Seine  Tochter  Maria  heiratet  am 
18.  Februar  1670  den  Goldschmied  Tobias  Fest  (MM).  Seine  Witwe  Anna  f  23.  (27.)  III.  1674  (Elis.).  Sein 
Sohn  Balthasar,  Aufwärter  bei  dem  Grafen  Colonna,  heiratet  am  3.  November  1693  Barbara  Rosina  Kaschube  (MM). 

Wolff,  Meister  W.  der  Goldschmied  in  Breslau  steht  mit  Herzog  Georg  von  Brieg  in  Verbindung  und  wird  in  einem 
Schreiben  an  den  Herzog  vom  2.  August  1561  erwähnt  (Zeitsch.  d.  Ver.  f.  Gesch.  u.  Altert.  Schles.  V.  24).  Ist 
vielleicht  identisch  mit  Wolffgang  Vitze. 

Wolff,  Carl  Wilhelm,  Silberarbeiter,  lernt  bei  Carl  Gottlieb  Gröger,  dann  bei  Carl  Gottlieb  Bernt  vom  Qu.  Crucis 
1793  bis  Weihnachten  1799.  Arbeitet  bei  Daniel  August  Titze  als  Meisterstück  eine  silberne  Kaffeekanne  nebst 
Sahnkännchen,  wird  Meister  am  25.  September  1804  und  Bürger  am  21.  Juni  1805.    Ist  1806  das  letzte  Mal  erwähnt. 

Wolff,  Daniel,  Goldschmied,  Sohn  des  Bäckers  George  Wolff,  wird  1676  Bürger  und  Meister.  Heiratet  am  28.  April 
1676  Maria  Magdalena,  die  Tochter  des  |  Malers  Gottfried  Scholtz  (Elis.).  Wohnt  am  Ringe  unter  den  Riemern. 
Seine  Tochter  Anna  Rosina  heiratet  am  10.  November  1706  den  Advokat  Samuel  Willich  (Elis.).  Wolff  stirbt  als 
Zunftältester  am  23.  (30.)  Juni  1712,  alt  65  Jahre  9  Monate  (Elis.).  Seine  Witwe  Maria  Magdalena  t  22.  (begr. 
d.  24.)  VIII.  1719  (MM).    Wolff  zeichnet  D  W  in  ovalem  Felde,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  102. 

a.  Altarleuchter,  Silber,  ein  Paar,  in  der  auf  Seite  75  Fig.  18  abgebildeten  Form.  Datiert  1698.  Johannes- 
kopf Typus  II  u.  Meisterz.  —  Bernhardinkirche,  Breslau. 

b.  Kelch,  Silber  vergoldet,  mit  Silberbelag.   Johanneskopf  Typus  II  u.  Meisterz.      Kath.  Pfarrkirche  in  Namslau. 

c.  Sanduhrgehäuse,  Silber,  mit  vier  Stundengläsern  zwischen  zehn  gedrehten  Säulen.  H.  23,2  cm.  L.  23,5  cm. 
Johanneskopf  Typus  II,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.      .  —  Maria  Magdalenenkirche,  Breslau. 


181 


d.  Kokosnusspokal  mit  silberner  Fassung,  darauf  graviertes  Ornament  und  Inschriften.  Im  Deckel  das 
Wappen  des  Stifters  Johann  Kommorsky.  Datiert  1710.  H.  23,2  cm.  Johanneskopf  Typus  III,  Meisterz.  u. 
Kriegssteuerst.  5$ '.  —  Kleinodien  der  Schiesswerderschützen  in  Breslau.  Schlesisches  Museum  für  Kunst- 
gewerbe und  Altertümer,  Breslau  (  Vgl.  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  V  S.  253  Nr.  24). 

Wolff,  Daniel  Gottlieb,  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Tuchmachers  Daniel  Wolff,  lernt  bei  Samuel  Christoph 
Thun  vom  14.  März  1775  bis  19.  September  1776,  dann  bei  Gottlieb  Benjamin  Neidner.  Arbeitet  bei  Johann  Ernst 
Braungart  als  Meisterstück  zwei  silberne  Leuchter,  wird  Meister  am  2.  März  und  Bürger  am  12.  Juli  1791.  Heiratet 
Anfang  Juli  1796  Christiana  Beata,  die  Tochter  des  Bäckers  George  Ernst  Seidel  in  Zduny,  Prov.  Posen  (Elis.). 
Stirbt  am  1.  (begr.  d.  4.)  März  1798,  alt  37  Jahre  3  Monate  (Elis.). 

Wolff,  George,  Goldschmied;  am  9.  November  1693  stirbt  seine  hinterlassene  Tochter  Elisabeth,  alt  63 Jahre  (Elis.). 

Wolff,  Johann  George,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Ziergärtners  Johann  Jacob  Wolff,  stirbt  auf  der  Bäckergasse 
am  5.  (begr.  d.  7.)  Mai  1713,  alt  32  Jahre  (MM,. 

Wolff,  Johann  Gottlob  [Gottlieb]  Joseph  (Wolf),  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Soldaten  Adam  Wolff,  lernt 
bei  Carl  Wilhelm  Knebel  von  Ostern  1809  bis  Weihnachten  1813.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  3.  Juli  1835,  alt 
39  Jahre.    Wird  Innungsmitglied  am  28.  September  1835.    Ist  in  der  Meisterliste  von  1842  nicht  mehr  erwähnt. 

Wolff,  Tobias,  Goldschmied  und  Medailleur,  ist  in  Breslau  mit  Unterbrechungen  etwa  zwischen  1560  -1580  nicht  als 
Goldschmied,  sondern  als  Medailleur  tätig  gewesen  und  hat  deshalb  ausserhalb  des  Zunftzwanges  gestanden. 
Sein  Name  fehlt  auch  im  Catalogus  civium  von  1544/78.  Über  seine  Tätigkeit  als  Medailleur  und  seine  Beziehungen 
zu  dem  Brieger  und  dem  Dresdner  Hofe  u.  s.  w.,  vgl.  Zeitschrift  des  Vereins  für  Geschichte  und  Altertum 
Schlesiens,  Bd.  V  S.  24,  Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit,  1880,  Sp.  188,  281,  —  Schlesiens  Vorzeit 
in  Bild  und  Schrift,  Bd.  III  S.  436,  Bd.  VII  S.  77  f.,  —  Friedensburg  u.  Seger,  Schlesiens  Münzen  und  Medaillen 
der  neueren  Zeit  [Breslau  1901],  S.  101. 

Wolff,  Valten,  Goldschmied  und  Steinschneider,  aus  München,  scheint  ausschliesslich  als  Steinschneider  oder  Gold- 
schmiedgeselle in  Breslau  tätig  gewesen  zu  sein.  Wird  erwähnt  am  7.  Juli  1572  (Anz.  f.  Kunde  d.  deutsch.  Vorz. 
1881,  Sp.  103).    Er  und  seine  Frau  Benigna  lassen  am  18.  Dezember  1576  ihren  Sohn  Valentinus  taufen  (MM). 

Wortig,  Thomas  George,  siehe  Wartig. 

Würster  [Wurster,  Worster],  siehe  Wirster. 

Wully,  Carl  Friedrich  (Wulli,  Wolly),  Goldarbeiter,  geb.  1774,  Sohn  des  Posamentiers  Johann  Carl  Wully  in 
Beuthen  a.  d.  O.,  arbeitet  in  Breslau  bei  Gottfried  Benjamin  Weigelt  als  Meisterstück  eine  Haarnadel  mit  ä  jour 
gefassten  Brillanten,  wird  Meister  am  28.  September  und  Bürger  am  19.  Oktober  1798.  Heiratet  im  August  1799 
Maria  Helena,  die  Tochter  des  f  Sattlers  Johann  Bentzel  in  Schweidnitz  (Elis.).  Seine  Frau  f  5.  (begr.  d.  7.)  X. 
1804  (MM).    Wully  ist  von  1815—1820  und  1824—1829  Stadtverordneter.    Stirbt  am  21.  Juni  1849. 

Wunschiiburg,  Concze,  aurifaber,  reicht  am  Freitag  nach  Viti  (18.  Juni)  1367  seiner  Frau  Agnes  20  Mk.  auf  allen 
seinen  Besitz  für  den  Fall  seines  Todes  (Schöppenb.  II.  380a). 

Wurst,  Ludwig  Wilhelm,  Goldarbeitergeselle,  stirbt  Anfang  Dezember  1738,  alt  27  Jahre. 

Wustermaihr  [Wustermeher],  siehe  Westermehr. 

Wutke,  Carl  Wilhelm,  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Faktors  Gottlieb  Wutke,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am 

14.  November  1837,  alt  30  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 
Wymmer,  Bartusch,  aurifaber,  wird  Bürger  am  Freitag  vor  Vocem  jocunditatis  (5.  Mail  1469.   Ist  im  Catalogus  civium 

von  1470  nicht  erwähnt. 

Wyner,  Andreas,  aurifaber,  erscheint  1407  in  den  Geschworenenlisten  der  Signaturbücher  als  Zunftsenior;  ist  identisch  mit  ? 
Yzingraber,  Jacobus,  siehe  Luczk. 

Zacharias,  Goldschmied  auf  dem  Dom,  ist  mehrfach  im  Dienste  des  Breslauer  Kanonikus  Peter  Koslowski  tätig  ge- 
wesen, von  dem  sich  urkundlich  mehrere  Stiftungen  von  Goldschmiedearbeiten  nachweisen  lassen.  Nach  dem 
Tode  des  Domherrn  bewirbt  sich  1617  Zacharias  bei  den  Testamentsexekutoren  des  Verstorbenen  um  ein  Trauer- 
gewand (pallium  lugubre),  gemäss  der  damaligen  Sitte,  nach  der  die  zur  „Familia"  eines  höheren  Geistlichen  Ge- 
hörigen mit  Trauerkleidern  beschenkt  wurden  (Acta  capituli  v.  1.  September  1617). 

Zachman,  siehe  Jach  man. 

Zachmeister,  George,  Goldarbeiter  vor  dem  Niclastore,  stammt  aus  Sachsen,  wird  1662  in  der  Spezifikation  der 
Pfuscher  in  und  vor  Breslau  genannt,  arbeitet  mit  einem  Gesellen  (Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  lOd 3). 
Zälfel  [Zellfel],  Benjamin  Ephraim,  siehe  Zölffel. 

Zander,  Carl  Wilhelm  (Zaender),  Goldarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Handschuhmachers  Christian  Zander,  lernt 
bei  Johann  Jacob  Hacker  von  Weihnachten  1824  1829.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  28.  Februar  1837,  alt  27  Jahre. 
Wird  Innungsmitglied  am  26.  Oktober  1839.    Stirbt  1845. 


182 


Zedelakowicz,  Jano  de,  siehe  Czedelakowicz. 
Zeitzmann,  Johann  Christian,  siehe  Zitzmann. 

Zeller,  Michael,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  in  Breslau  am  7.  Juni  1588,  alt  30  Jahre  (MM). 

Zendler,  Carl  Gottlieb,  Goldarbeiter,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  29.  Dezember  1819.  Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Ziegenhagen,  Caspar  Gottlieb,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Goldschmieds  Caspar  Ziegenhagen  in  Danzig,  stirbt  in 
Breslau  am  15.  (16.)  August  1724,  alt  32  Jahre  6  Monate  iMMl 

Ziegler,  Hans  George,  Goldschmiedgeselle,  Sohn  des  Hofjuweliers  Peter  Ziegler  in  Zerbst,  Bruder  des  Breslauer 
Goldschmieds  Johann  Peter  Ziegler,  stirbt  in  Breslau  am  29.  November  ibegr.  d.  2.  Dezember;  1692,  alt  19  Jahre 
40  Wochen  (Elis.j,  hat  bei  Tobias  Plackwitz  in  Arbeit  gestanden. 

Ziegler,  Johann  Peter,  Goldschmied,  Sohn  des  Hofjuweliers  Peter  Ziegler  in  Zerbst,  wird  1697  in  Breslau  Meister. 
Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  18.  Mai  1697.  Heiratet  am  3.  September  1697  Anna  Christina,  die  Tochter  des 
Schneiderältesten  Christoph  Tierold  (MM).  Seine  Tochter  Anna  Rosina  heiratet  am  2.  November  1717  den  Gold- 
schmied Andreas  Giessman  (Elis.).  Ziegler  stirbt  am  11.  (13.,  15.)  März  1724,  alt  66  Jahre  26  Wochen  (Elis.).  Seine 
Tochter  Eleonora  Magdalena  heiratet  am  11.  Mai  1728  den  Goldschmied  Ernestus  Müller  (MM).  Seine  Witwe 
Anna  Christina  f  22.  (begr. d. 25.)  III.  1741  (MM).  Sein  Sohn  Johann  Sigismund,  ein  Krämer,  heiratet  am  18.  August  1745 
Maria  Rosina  Thomas  (Elis.j.  Ziegler  zeichnet  i  P  Z,  die  beiden  ersten  Buchstaben  ligiert,  vgl.  Taf.  IV  Nr.  119. 
a.  Kelch,  Silber  vergoldet,  auf  dem  sechspassigen,  profilierten  Fusse  Engelsköpfchen  und  Früchtebuketts  in 
kräftig  herausgetriebener  Arbeit.  Auf  dem  flach  wulstigen  Nodus  sechs  Plättchen  mit  den  Buchstaben 
2  $  OBS  Ii  S.  Kuppabelag  mit  geflügelten  Engelsköpfen  und  Akanthuswerk  in  durchbrochener  Arbeit. 
Beschauz.  W  Typus  VI,  Meisterz.  u.  Kriegssteuerst.  Adlertypus.  —  Kath.  Pfarrkirche  St.  Jacobi,  Neisse. 

Zieseck,  Carl,  Goldarbeiter,  geb.  in  Borzenzin,  Kr.  Militsch,  Sohn  des  Kutschers  Franz  Zieseck,  erwirbt  das  Breslauer 
Bürgerrecht  am  21.  Juli  1838,  alt  31  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Ziessler,  Johann  Jacob,  Goldschmied,  wird  in  Breslau  um  1675  Bürger  und  Meister  (?).  Sein  nachgelassener  Sohn 
Jacob,  ein  Schönfärber,  heiratet  am  29.  Januar  1703  Anna  Elisabeth,  die  Tochter  des  f  Tuchmachers  Andreas 
Milisch  aus  Polnisch-Lissa  (Elis.). 

Zimmerman,  George,  Goldschmiedgeselle,  stirbt  in  Breslau  am  10.  (16.)  Februar  1621  (Elis.). 

Zimmermann,  Friedrich  August,  Silberarbeiter,  geb.  in  Grottkau,  Sohn  des  Drechslers  Friedrich  Zimmermann,  lernt 
in  Breslau  von  Ostern  1821  bis  Johannis  1826.  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  16.  April  1839,  alt  32  Jahre.  Meldet 
sich  am  13.  April  1839  als  Stückmeister,  wird  am  11.  Januar  1840  in  die  Innung  aufgenommen.  Ist  Stempelmeister 
mit  dem  Buchstaben  T  vom  August  1849  bis  15.  Januar  1861.  Stirbt  am  10.  August  1878.  Zeichnet  F  A  Z,  erst 
positiv,  später  negativ  eingeschlagen,  vgl.  Taf.  V  Nr.  192.  Neben  seinem  Stempel  erscheinen  häufig  Firmenstempel 
von  Breslauer  Goldarbeitern  und  Juwelieren,  die  den  Verkauf  seiner  Silberarbeiten  besorgten. 

Zimmermann,  Julius  Albert,  Gold-  und  Silberarbeiter,  geb.  in  Breslau,  Sohn  des  Handschuhmachers  Christian 
Zimmermann,  erwirbt  das  Bürgerrecht  am  15.  Dezember  1840,  alt  29  Jahre.    Wird  nicht  Innungsmitglied. 

Zipser,  Nicolaus,  siehe  Czipser. 

Zitzmann,  Johann  Christian  (Zeitzmann),  Goldarbeiter,  Sohn  des  Kupferschmiedältesten  George  Paul  Zitzmann  in 
Regensburg,  arbeitet  in  Breslau  bei  Joseph  Gottlieb  Lederhose  als  Meisterstück  ein  Paar  Ohrgehänge  mit  ä  jour 
gefassten  Brillanten,  wird  Meister  am  22.  November  1805.  Heiratet,  29  Jahre  alt,  am  24.  November  1805  Christiana 
Dorothea,  die  Tochter  des  Seilerältesten  Christian  Pratzel  (Elis.).  Erwirbt  das  Bürgerrecht  am  10.  Januar  1806. 
Ist  in  der  Meisterliste  von  1818  das  letzte  Mal  erwähnt. 

Zölffel,  Benjamin  Ephraim  (Zelffel,  Zellfel,  Zälfel),  Goldarbeiter,  geb.  in  Friedeberg  am  Queis,  lernt  in  Hirschberg 
bei  Christian  Lincke  von  Neujahr  1760—1766.  Meldet  sich  in  Breslau  am  7.  Oktober  1784  als  Stückmeister, 
arbeitet  bei  Christian  Hoensch  ein  Paar  mundierte  Ohrgehänge  mit  Rauten  und  Pendeloques,  wird  Meister  am 
17.  Dezember  1784  und  Bürger  am  14.  April  1785.  Stirbt  am  9.  (begr.  d.  11.)  Januar  1819,  alt  75  Jahre  3  Monate 
11  Tage  (MM). 

Zwiener,  Johann  Christian  [im  Bürgerbuche  fälschlich  Johann  Ehrenfried  genannt],  Silberarbeiter,  geb.  in  Ober- 
Rudolphswaldau,  Kr.  Waldenburg,  Sohn  des  dortigen  Schulzen  Johann  Ehrenfried  Zwiener,  lernt  in  Breslau  bei 
Leberecht  Fournier  von  Ostern  1821  bis  Michaelis  1826.  Erwirbt  das  Breslauer  Bürgerrecht  am  5.  Juni  1832,  alt 
26  Jahre.  Arbeitet  als  Meisterstück  einen  silbernen  Teekessel,  wird  am  17.  September  1833  in  die  Innung  auf- 
genommen. Ist  1840  das  letzte  Mal  erwähnt.  Zeichnet  CZ  negativ  eingeschlagen, 
a.  Mehlspeisenring,  Silber.   Johanneskopf,  Stempelmeisterb.  R  u.  Meisterz.  —  Stadtrat  Frey,  Breslau. 


183 


VIII.  URKUNDEN 

1.  Herzog  Heinrich  V.  von  Breslau  und  Liegnitz  bestätigt  der  Stadt  Breslau  das  Meilenrecht 
am  22.  Juli  1290. 

In  nomine  domini  amen.  Immana  gesta  simul  transeunt  cum  tempore,  nisi  scripturis  et  testibus  peren- 
nentur.  liinc  est,  quod  nos  Henricus,  dei  gracia  dux  Siesie  dominus  Wratizlauie  et  Legnicz,  tarn  presentibus  quam 
futuris  volumus  esse  notum,  quod  post  solum  deum  per  fideles  et  karissimos  nostros  ciues  Wratizlauieuses  pariter 
et  per  terrigenas  Wratizlauienses  sumus  ducatum  Wratizlauiensem  et  dominium  consecuti.  vnde  dignam  fore 
dinoscitur,  vt  beneficia  beneficiis  recompensemus,  quod  ipsis  sub  prestito  iuramento  omnes  donaciones,  concessiones, 
iura  et  priuilegia  ipsorum,  que  a  nostris  patruis  et  progenitoribus  pie  recordaciouis  et  communia  iura  prime 
locacionis  et  precipue,  ut  nulle  camere  mercatorum,  nulli  crami,  nulli  pistores,  nulli  sutores,  nulli  carnifices,  nulle 
thaberne  sint,  nulli  mechanici,  volumus,  vt  non  infra  vnius  spacium  miliaris  in  preiudicium  nostre  Wratizlauiensis 
ciuitatis,  indulta  ipsis  et  concessa  emendaremus  et  confirmaremus,  beniuole  ad  ipsorum  peticionem  iustam  et 
honestam  inclinati  omnia  et  singula  innouamus,  ratiftcamus  et  inuiolabiliter  prestito  iuramento  perpetue  confir- 
mamus.  ne  autem  nostri  heredes  seu  successores  in  posterum  hanc  nostram  donacionem  et  confirmacionem  in 
aliquod  preiudicium  prefate  nostre  ciuitatis  infringere  ualeant,  ipsos  sub  eodem  per stringimus  iuramento.  si  que 
vero,  quod  absit,  a  nobis  vel  a  nostris  heredibus  aut  successoribus  siue  donaciones  aut  priuilegia  in  preiudicium 
iam  dicte  ciuitatis  per  ignoranciam  vel  obliuionem  emanauerint  ex  nunc  prout  ex  tunc,  eas  vel  ea  decernimus 
nil  valere  et  in  irritum  reuocamus  propter  prestitum  iuramentum.  super  huius  confinnacione  hanc  paginam  nostro 
sigillo  duximus  roborandam.  actum  et  datum  Wratizlauie  anno  domini  m°  cc°  nonagesimo  xj°  Kalendas  Augusti 
presentibus  dominis  Gunthero  de  Bebirsteyn,  Heijnschone  de  Wesinburc,  domino  Pakoslao,  magistro  Lodoyco, 
Thymone  de  Poserno,  Bertholdo  et  Cunado  de  Borow  et  aliis  pluribus  fide  dignis. 

Bresl.  Stadtarchiv,  D  26  (Wiederholung  von  1327).  —  Schon  veröffentlicht  durch  Lünig,  Reichsarchiv, 
Bd.  XIV  S.  238,  und  Georg  Korn,  Breslauer  Urkundenbuch,  Bd.  1  S.  54  f.  Nr.  56. 

2.  Verordnungen  für  die  Goldschmiede  in  den  Breslauer  Handwerkerstatuten  aus  den  ersten 
Jahren  des  14.  Jahrhunderts. 

Blee  sunt  iura  omnium  mechanicorum  et  operariorum  ciuitatis  Wratizlauie,  qualiter  quodlibet  opus  debeai 
perfrui  et  gaudere  suis  iuribus  et  proprietatibus. 

(12)  Item  de  aur ifabris. 

1.  Aurifabri  debent  temptare  de  falsariis  annulorum,  fibularum  et  cunterfei  et  debent  eos  occupare. 

2.  Item  aurifabri  aduene  debent  ponere  fideiussores  per  annum,  quia  nescitur,  vnde  veniunt,  et  nichil  iuris 
faciunt  ciuitati:  ad  hoc  duo  eliguntur. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Hs.  O  2.  —  Abgedruckt  im  Codex  diplomaticus  Silesiae,  Bd.  VIII  S.  109  ff.  Nr.  74,  und  bei 
Georg  Korn,  Breslauer  Urkundenbuch,  Bd.  I  S.  64  ff.  Nr.  68. 

3.  Der  Rat  zu  Brüssel  beantwortet  eine  Anfrage  des  Breslauer  Rates  betreffend  den  Fein- 
gehalt der  dortigen  Gold-  und  Silberarbeiten  und  den  für  dieselben  üblichen  Arbeitslohn.  Den 
17.  Juli  1372. 

Amici  sincere  dilecti.  amicabili  premissa  salutacione  literas  amicabiles  vestre  prudeneie  reeepimus,  ex 
quibus  perpendimus  vestras  velle  informari  discreciones  de  statu  aurifabrorum  nostrorum  et  qualiter  ipsi  opus 
suum  teuere  solent  videlicet  in  vasis,  tassiis  et  aliis  cleuodiis  argenteis  faciendis,  vtrum  ipsi  talia  et  similia  de 
puro  argento  confiriunt  uel  cuprum  addant  et  quantum,  et  eciam  quantum  pro  sallario  suo  de  marca  argenti 
deaurati  uel  absque  auro  confectis  habere  debeant,  prout  hec  in  vestris  amicabüibus  literis  vidimus  contineri. 
quibus  per  nos  reeeptis  rectores  et  magistros  officii  aurifabrorum  nostrorum  euocauimus  coram  nobis,  a  quibus 
statum  et  Seriem  negocii  predicti  nobis  penitus  ignotos  inuestigauimus  seriöse,  ex  quorum  relatu  fidedigno  vestris 
discrecionibus  certitudinaliter  intimamus,  quod  ipsi  aurifabri  uille  nostre  predicte  operantur  <le  tali  auro,  prout 
operantur  communiter  aurifabri  in  ciuitate  Parisiensi,  videlicet  ad  probam  Parisiensem.  de  argento  autem  in 
vasis  et  aliis  cleuodiis  argenteis  conficiendis  operantur  dicti  aurifabri  nostri  videlicet  de  tali  substancia  seu  argento 
itabono,  sicut  sunt  grossi  antiqui  Turouensis  monete  regis  Francie  boni  et  legales,  et  ad  maiorem  Jtuiusmodi  decla- 
racionem  dixerunt,  quod  dicta  substancia  argenti,  de  quo  ipsi  operantur,  est  talis,  videlicet  quod  in  vna  manu 
purissimi  et  fini  argenti  apponunt  de  alia  materia  eris  seu  cupri  quatuor  sterlingos  antiquos  dumtaxat,  et  si 
repirirentur  vasa  per  operarios  nostros  confecta  de  peiori  materia.  quam  predictum  est,  operarü  äefectum  huius- 
modi  supplerent  et  cum  hoc  dampna  ex  parte  suorum  rectorum  iude  sustiuereut. 


184 


De  sallario  vero  eorum  nobis  retulerunt,  quod  de  potis  seu  ollis  argenteis  ponäeris  quatuor  marcarum 
habere  solent  pro  eorum  sallario  videlicet  de  quälibet  marca  vnum  mutonem  simplicem  monete  Brabantini,  de 
paruis  ollulis  seu  potis  pro  aqua  ponenda  ad  mensam  et  aliis  pariiis  vasis  consimilibus  bene  operatis  et  arti- 
ficialiter  ponäeris  marce  cum  dimidia  recipiunt  communiter  pro  sallario  tres  mutones  simplices  de  quolibet  vase 
dil  ti  ponäeris,  et  si  forti  (!)  essent  ponäeris  äuarum  marcarum,  non  haberent  inde  maius  sallarium,  et  si  essent 
minoris  ponäeris,  non  haberent  inde  minus,  item  de  peluibus  argenteis  et  de  scultellis  de  qualibet  marca  argenti 
talium  vasorum  recipiunt  9  grossos  Flandrenses  videlicet  de  tribus  marcis  argenti  vnum  simplicem  mutonem 
Brabantinum.  de  tassiis  vero  argenteis  simplicibus  consueti  sunt  recipere  pro  suo  sallario  videlicet  de  tribus 
tassiis  vnum  simplicem  mutonem.  preterea  dicunt,  quod  de  zonis  et  corrigiis  seu  cincturis  argenteis,  pro  quibus 
ipsi  operarii  omnem  substanciam  tradunt,  apponunt  et  äeliberant,  dum  illa  bene  operata  exepediunt,  inde  recipiunt 
duplex  pondus  videlicet  tantum  de  sallario  quantum  illa  clenoäia  ponderant.  dixerunt  eciam  nobis  äicti  rectores 
preäicti  officii  aurifabrorum,  quod  ipsi  habent  vnum  certum  et  commune  Signum,  quod  seruant  et  custodiunt  äuo 
de  consociis  operariis  äicti  officii,  et  illo  signant  omnia  et  singula  opera  argentea  infra  villam  nostram  confecta, 
quanäo  illa  perfecta  sunt  et  consummata  et  vna  cum  hoc  quilibet  aurifaber  ipsius  ville  habet  suum  proprium 
signum.  quod  inprimit  operi  suo  ad  finem,  quod  tcmporibus  perpetuis  sciatur,  si  in  opere  uel  substancia  defectus 
reperiretur,  qui  fuerit  operarius  huiusmodi  operis,  et  ille  uel  sui  heredes  defectum  huiusmodi  supplerent  et 
emendarent  de  suis  bonis.  vnde,  dilecfi  amici,  amplius  de  vestris  desideriis  nequientes  iuxta  vestrarum  literarum 
tenorem  iuformari  premissa,  que  veridico  relatu  nostrorum  fidel i um  coopidanorum  aurifabrorum  didicimus,  vestris 
discrecionibus  p>resentibus  literis  duximus  referenda,  quibus  ad  presens  velitis  beniuole  contentari  nobis  Semper 
queque  grata  confidenter  scribentes  in  äomino,  qui  vos  conseruet  per  tempora  longiora.  scriptum  Bruxcellis  die 
xvij  mensis  Julij  [1372]. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Hs.  G4;  eine  alte  Abschrift  des  verlorenen  Originals  im  Stadtbuche  des  Nudus  Laurentius, 
fol.  154 — 155.  —  Abgedruckt  im  Codex  diplomaticus  Silesiae,  Bd.  VIII  S.  69  f.  Nr.  46,  und  bei  Georg  Korn,  Breslauer 
Urkundenbuch,  Bd.  I  S.  229  f.  Nr.  274. 

4.  Antwort  der  Stadt  Köln  auf  eine  Anfrage  des  Breslauer  Rates  betreffend  den  Feingehalt 
und  den  Preis  der  Kölner  Goldschmiedearbeiten.    Den  22.  Juli  1372. 

Juäices,  .  .  scabini,  consules  cetcrique  ciues  ciuitatis  Coloniensis  sinceri  fauoris  et  omnis  boni  salu- 
tacione  Semper  premissa.  amici  predilecti,  recepimus  Hieras  vestras  nobis  missas  de  et  super  statu  aurifabrorum 
nostrorum  vobis  rescribendo,  super  quo  amiciciam  vestram  scire  desideramus  super  primo  videlicet  qualiter  ipsi 
opus  artificii  eorum  obseruent  in  vasis,  tassiis  et  aliis  clenodiis  argenteis  in  artificio  eorum  f actis  et  facieudis, 
an  ipsi  in  opere  eorum  huiusmodi  addant  aliquid  de  cupro  uel  alterius  metalli  specie.  super  quo  vobis  res- 
ponäemus,  quod  in  omni  opere  argenteo  nichil  alicuius  alterius  metalli  communicacio  adiungitur,  sed  dumtaxat 
de  puro  et  fino  argento  omnia  et  singula.  que  operari  occurrunt,  per  eos  fabricautur  et  fiunt  hoc  excepto,  quod 
in  coniunccionibus  peciarum  argenti  quaäam  (re)  vocabuli  nostri  wlgariter  slaleit  [—  slaloit  =  slalotj,  quanto 
minus  possunt,  admiscent  quacunque  (diu  admixtura  semota.  determiuacionem  vero  salarii  certam  non  habent, 
siue  fuerit  operis  deaurati  siue  non  deaurati,  sed  illud  adtendunt  et  ponderant  circa  difficultatem  et  laboris 
quantitatem.  et  sie  ad  puneta  litere  vestre  petita  seriatim  duximus  respondendum,  et  si  qua  alia  a  nobis 
petissetis,  possibilitati  aäiuta  lihenti  animo  simüiter  fecissemus  desiderantes  conciues  nostros  pro  tempore  apud 
vos  conuersaturos  beniuole  et  graciose  reeipi  et  tractari  eosque  defensari  et  antiquis  priuilegiis  et  libertatibus 
permitU  gaudere  in.  eo  nobis  complacenciam  singulariter  ostensuri.  datum  ipso  die  beate  Marie  Magdalene 
[1372]. 

Kölner  Stadtarchiv,  Briefcopieenbuch  v.  1367-  1379,  Nr.  1  fol.  28.  —  Bresl.  Stadtarchiv,  Hs.  G  4,  eine  alte 
Abschrift  des  Originals  im  Stadtbuche  des  Nudus  Laurentius,  fol.  154.  —  Abgedruckt  im  Codex  diplomaticus  Silesiae, 
Bd.  VIII  S.  70  f.  Nr.  47,  und  bei  Georg  Korn,  Breslauer  Urkundenbuch,  Bd.  I  S.  231  Nr.  275. 

5.  Sämtliche  Breslauer  Innungen,  darunter  die  Goldschmiede,  versprechen  in  Zukunft  dem 

Könige  Wentzel  und  dem  Rate  der  Stadt  gehorsam  zu  sein.    Den  27.  September  1389. 

Bresl.  Stadtarchiv,  eine  Abschrift  des  16.  Jahrhunderts  im  Liber  magnus,  Bd.  I  fol.  12b.  Abgedruckt  im  Codex 
diplomaticus  Silesiae,  Bd.  VIII  S.  84  f.  Nr.  59. 

6.  Älteste  Privilegien  der  Breslauer  Goldschmiedezunft,  verliehen  durch  Kaiser  Sigismund 
in  der  grossen  Handwerkerordnung  vom  23.  März  1420. 

.  .  .  Item  das  sich  die  goldsmid  also  holden  sollen,  czum  ersten,  wer  sich  setzen  wil  zu  meister  vnder 
den  goldsmiden,  der  sol  zuuor  haben  eyn  elich  wip  vnd  wer  von  andern  steten  darkumpt,  der  sol  brengen  eynen 
brieff  von  der  stat  von  dann  er  gebornen  ist,  vnd  wo  er  gesessen  hat,  das  er  sich  erlich  vnd  redlich  gehalden 
habe,  vnd  sol  dornach  burgerrecht  gewynnen  nach  der  stat  höre,  so  das  er  der  stat  czweliff  scot  gebe  zu  tjnnunge. 
derselb  sol  ouch  bürgen  setzen,  iar  vnd  tag  recht  zutun  mit  der  stat,  vnd  sol  haben  eyn  offembar  gadym.  gebe 
ouch  eyn  meister  sin  tochter  eynem  knechte  vnder  den  goltsmiden,  der  keyns  meisters  sun  ist,  der  sol  burger- 
recht gewynnen.  wer  ouch  meister  ist  oder  wirt,  der  sol  von  gutem  silber  erbeiten,  oder  er  verluset  das  silber. 


185 


ist  01  ich  das  rff  den  markt  newe  werk  kumpt  in  dem  iare  zuuerkoufen,  das  sollen  die  goldsmyde  nennen  vnd  das 
antworten  uff  das  rathuse,  dasselb  sol  die  stat  nemen  vnd  sol  verloren  sin,  ort  in  den  iarmarkten,  is  teere 
dann  von  den  gqldsmiden  zu  Breßlaw  gemacht,  ist  onch  das  uff  den  iarmarkten  neu)  werk  kumpt  zuuerkouffen,  das 
nit  als  gut  ist  als  das  werk,  das  die  goldsmide  in  der  stat  pflegen  zumachen,  das  sol  man  in  nemen  vnd  der 
stat  antworten  vnd  dorezu  verloren  sin.  wer  do  wider  tut,  den  mag  der  rat  dorumb  bussen.  wer  den  meistern 
antwort  lotig  silber  ychtz  dauon  zumachen,  dem  sollen  sy  ouch  lotig  werk  antwurten.  ouch  mag  eyn  itzlich  gold- 
smid  sin  eygen  silber  offembar  biirnen  in  sinem  huse  zuuererbeiten  vnd  nyemand  vmb  kein  Ion.  wurde  darüber 
eyn  goldsmid  begriffen,  das  er  nicht  gut  silber  brente  zuuerkoufen  vnd  zuuererbeiten,  der  sol  dasselbe  silber  verloren 
hau  vnd  sol  sten  der  stat  zugnaden.  was  sy  aber  zuuerkoufen  biirnen  wollen,  des  sollen  sy  nicht  me  dann  acht 
mark  biirnen.   wer  do  wider  tele,  die  kore  stet  zu  den  ratmannen. 

.  .  .  Geben  zu  Breßlaw  nach  Crists  gebart  vierezenhundert  iar  vnd  dornach  in  dem  ezweinezigisten  iare 
des  nechsten  sampßtags  vor  vnser  lieben  frowentag  annuneciationis.  . 

Bresl.  Stadtarchiv,  Originalurkunde,  Priv.  132.  -  -  Eine  späte  Abschrift  in  der  Innungsurkundensammlung 
von  1737,  S.  2 — 10.  -  Die  oben  nicht  wiedergegebene  Einleitung  ist  abgedruckt  im  Codex  diplomaticus  Silesiae, 
Bd.  XI  S.  182  Nr.  40. 

7.  Verordnung  betreffend  den  Feingehalt  der  Silberarbeiten.    Vom  25.  November  1421. 

Wir  n.  raimanne  bekennen  etc.,  das  wir  mitsampt  vnsern  scheppen,  eldesten  vnd  geswornen  obirtragen 
vnd  vns  genczlichen  geeynet  halten  als  von  der  goldsmede  wegen  in  sulchermosse,  das  von  alle  dem,  das  die 
goldsmede  mit  dem  hammer  machen,  eyn  scot  vnd  von  gorteln  vnd  keten  eyn  lot  y  von  der  marke  abegehn  sal. 
actum  feria  tertia  post  Katherine  (anno  domini  M°  cccc0  xxj°). 

Bresl.  Stadtarchiv,  Uber  magnus,  Bd.  I  fol.  49b.  Eine  späte  Abschrift  in  der  Innungsurkundensammlung  von 
1737,  S.  1.  —  Im  Datum  liegt  ein  Fehler,  da  1421  der  Tag  Katharinae  auf  einen  Dienstag  fällt.  —  Abgedruckt  in  der 
Zeitschrift  des  Vereins  für  Geschichte  und  Alterthum  Schlesiens,  Bd.  V  S.  344  f. 

8.  Bischof  Conrad  bestätigt  die  Fundation  des  Nikolaus  Polak  zur  Errichtung  eines  sechsten 
Dienstes  am  Altare  der  Goldschmiede  in  der  St.  Maria  Magdalenenkirche.  Den  27.  September  1446. 

Bischof  Conrad  bestätigt  auf  Bitten  der  Breslauer  Goldschmiede  Nicolaus  Czipser  und  Paulus  Juncker  als 
der  Testamentsvollstrecker  ihres  Berufsgenossen  Nicolaus  Polak  (Polag)  des  letzteren  Fundation  von  8  Mk.  jährl.  Zins 
zur  Errichtung  eines  sechsten  Dienstes  am  Altare  der  HH.  Jungfrau  Maria,  Eligius,  Bartholomaeus,  Margaretha  und 
Dorethea  in  der  Goldschmiedekapelle  in  der  St.  Maria  Magdalenenkirche,  wie  enthalten  in  einer  Urkunde  des  Notars 
Paulus  qtiondam  Nicolai  de  Hotczinplotcz,  mit  Zustimmung  des  Pfarrers  Henricus  Roraw.  Das  Patronat  wird  den 
Ältesten  der  Goldschmiedezunft  übertragen  und  als  erster  Altarist  Paulus  Hotczinplotcz  investiert.  Von  dem  Altaristen 
sind  wöchentlich  drei  Messen  zu  lesen.    Zeugen  weggelassen. 

Bresl.  Diözesanarchiv,  Incorporationsbuch  des  Bischofs  Conrad,  II. b.  1,  fol.  1 12 b — 113b  (lateinische  Abschrift 
mit  Korrekturen).  —  Bresl.  Stadtarchiv,  Kloses  Repertorium  FF  46.  tt. 

9.  Ein  Schatzverzeichnis  der  Goldschmiedekapelle  aus  der  Mitte  des  15.  Jahrhunderts. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Originalurkunde  FF46.lt. —  Abgedruckt  in  den  Abhandlungen  der  Schlesischen  Gesell- 
schaft für  vaterländische  Cultur,  Philosophisch-historische  Abteilung,  Jahrgang  1867,  S.  5. 

10.  Artikel  betreffend  die  Meisterstücke.    Vom  21.  Mai  1451. 

Wir  n.  ratmanne  etc.  bekennen  etc.  allen  die  in  sehen  adir  hören  lesen,  das  vor  vns  komen  sein  die  golt- 
smede des  ganezen  hantwerkis  alhie  zu  Breslau1  vnd  haben  vns  vorgelegit  vnd  mit  gemeynerstymeercza.lt,  wie  sie 
ttliche  gebrechen  in  irem  hantwercke  hetten,  domite  sie  nicht  vorsorget  weren,  als  das  in  andern  namhafftigen 
steten  rff  ihrem  hantwercke  gehalden  worde.  nemelichen  wer  mit  in  alhie  meisler  sein  weide,  der  solle  macheu 
können  drey  stucke,  czum  irsten  eynen  kellich,  der  do  vnstreffelichen  were,  das  ander  eyn  ingsigil  zugraben  mit 
hclme  vnd  Schilde  vnd  helmdecke,  das  dritte  eynen  dyamand  adir  eynen  sapltir  in  golde  zuuorsetezen,  dasvierde, 
das  keyn  goltsmedgeselle  alhie  nicht  meister  werden  solle,  her  habe  denne  alhie  bey  eyme  adir  bey  czwen  meistern 
drey  iar  nochenander  gedynet  gesellenweyze  vnd  das  hantwerg  gelart,  vnd  haben  vns  dobey  eyntrechtiglichen  gebeten, 
sie  hirynne  zuuorsurgen,  zugonnen  vnd  zudirloben,  das  sie  die  vier  obgenanten,  stucke  irem  hanticercke  zu  eren 
vnd  zum  besten  also  gehalden  mochten,  haben  wir  obgenanten  ratmanne  die  Sachen  an  vnser  eldisten  vnd  scheppen 
brocht,  die  mit  in  gehandelt  vnd  gewegen,  das  doraws  der  stat  vnd  dem  genanten  hantwercke  nicht  andirs  wenne 
ere,  nuez  vnd  fronten  bekomen  mag,  vnd  dorumb  haben  wir  dem  genanten  hantwercke  die  vier  obgenanten  stucke 
vnd  artickel  von  vnsir  vnd,  vnser  nochkomen  ratmanne  wegen  gegunst  vnd  erlobit  zuhalden  in  allirmosse  als  die 
obengeschreben,  berurt  vnd  benant  sein,  idach  also  ap  irkeyn  goltsmed  von  andern  landen  adir  steten  alhieher 
qireme  vnd  meister  des  hantwerckis  were  vnd  beweisen  worde,  das  her  sich  erberlich  vnd  redlich  gehalden  hette 
vnd  beweyste,  das  her  machen  künde  die  drey  obgenanten  stucke,  den  siillen  die  goltsmede  alhie  vffnemen  vnd  das 
hantwerk  zutreiben  nicht  vorsagen,  vnd  das  halden  noch  der  stat  rechte  vnd  geuonheit.  vnd  diese  ordenunge 
obgenant  sal  vnschedlich  sein  dem  priiiilegio,  das  die  goltsmede  vormols  von  vnserm  herren  kunige  alhie  haben, 
vnd  auch  besundern  behalden  wir  ratmanne  von  vnsir  vnd  vnserer  nochkomen  ratmanne  wegen  volle  macht,  ap 

24 


186 


man  dirkemen  wurde,  das  irkeyn  stucke  obgenant  dem  hantwercke  adir  der  stat  nicht  beqweme  were,  das  die 
ratmanne  das  wandeln  adir  abetun  mögen  noch  irem  besten  dirkentnis  ungehindert,  und  des  zu  geczugnis  haben 
wir  vnsir  stat  ingsigel  an  diesen  brieff  lossen  hengen.  geben  am  freitage  vor  dem.  sontage  Cantate  noch  Cristi 
gehurt  virczenhundirt  vnd  dornoch  in  dem  eyn  vnd  funffczigsten  iaren. 

Bresl.  Stadtarchiv,  über  magnus,  Bd.  I  fol.  37 b.  —  Eine  späte  Abschrift  in  der  Innungsurkundensammlnng 
von  1737,  S.  10—14. 

11.  Bischof  Rudolph  bestätigt  einen  von  dem  Goldschmied  Georg  Heyne  fundierten  Dienst 
am  Altare  der  Goldschmiede  in  der  St.  Maria  Magdalenenkirche.    Den  24.  Oktober  1468. 

Auf  Antrag  des  Caspar  Arnolt  und  des  Niclas  Kynast  als  der  Testamentsvollstrecker  ihres  Berufsgenossen 
Georg  Heyne  zu  Breslau  und  seiner  Ehefrau  Barbara  bestätigt  Bischof  Rudolph  am  24.  Oktober  1468  des  im  Jahre 
1451  verstorbenen  Georg  Heyne  Fundation  von  zehn  Mark  auf  seinem  Hause  und  Erbe  am  Ringe  zwischen  Gerischer 
und  Paulus  Weygandt  zur  Errichtung  eines  sechsten  (muss  heissen  „siebenten";  vgl.  Urk.  8)  Altar- Dienstes  am 
Altare  der  HH.  Jungfrau  Maria,  Bartholomaeus,  Eligius,  Katharina  und  Barbara  in  der  Goldschmiedekapelle  in  der 
St.  Maria  Magdalenenkirche,  wie  enthalten  in  einem  Instrument  des  Notars  Paulus  quondam  Nicolai  de  Hotczinplotcz. 
Da  aber  die  verarmte  Stifterswitwe,  um  ihr  Leben  zu  fristen,  von  obigen  zehn  Mark  zwei  Mark  verkauft  hat,  so 
werden  dem  Dienste  mit  Zustimmung  des  Vizepfarrers  nur  acht  Mark  inkorporiert.  Der  vom  Stifter  zum  Altaristen 
präsentierte  Kaplan  Nicolaus  Hermanni  hat  seine  Ansprüche  an  den  Diözesanpriester  Johann  Stercze  abgetreten, 
welcher  hiermit  investiert  wird.  Ihm  und  seinen  Nachfolgern  werden  wöchentlich  zwei  Messen  auferlegt.  Das 
Patronat  wird  den  Ältesten  der  Goldschmiede  übertragen.  Zeugen  sind  die  bischöflichen  Kämmerer  Johannes 
de  Monte  und  Andreas  Berolt;  Kanzleinotar  ist  Michael  Blorogk. 

Bresl.  Diözesanarchiv,  eine  lateinische  Abschrift  im  Incorporationsbuche  des  Bischofs  Rudolph,  II.  b.  3, 
fol.  15ab.  Über  die  ursprüngliche  Stiftungsurkunde  vom  16.  Juli  1451  vgl.  Incorporationsbuch  der  Bischöfe  Peter 
und  Jodocus,  II.  b.  2,  fol.  56ab. 

12.  Vermerk  über  einen  Briefwechsel  zwischen  den  Breslauer  und  Nürnberger  Goldschmieden 
vom  2.  Oktober  1475. 

Item  die  vnderrichtung  der  geswornen  meister  der  goldschmid  vff  der  von  Presslaw  briefe  von  ine 
Zuempfahen  vnd  den  von  Presslaw  zuschicken  [Feria  II  post  Michahelis  1475]. 

Kgl.  bayer.  Kreisarchiv  in  Nürnberg,  Nürnberger  Ratsverlässe  von  1475,  fol.  170 a.  Hampe,  Nürnberger 
Ratsverlässe,  Bd.  I  S.  16  Nr.  III. 

13.  Vertrag  der  Stadt  mit  dem  Bischöfe  und  dem  Kapitel,  keine  Pfuscher  auf  den  geist- 
lichen Gebieten  dulden  zu  wollen,  abgeschlossen  am  6.  Februar  und  bestätigt  durch  König  Wladis- 
laus  am  1.  März  1504.    Sog.  Kolowratscher  Vertrag. 

.  .  .  Item  artifices  et  mechanicos  pro  usu  ipsorum  priuato  et  proprio  prefaü  capitulum  et  clerus  intra 
insulam  teuere  poterunt,  sed  ut  alijs  pro  pretio  nequaquam  laborent,  mechanici  nero,  qui  modo  et  de  facto 
insulam  inhabitant,  et  ex  artificijs  ipsorum  opcreque  mau/ml  i  um  mit.  artifitia  ipsorum  ad  duos  dumtaxat  annos 
a  data  presetdium  et  non  ultra  illic  in  insula  exercere  ualebunt.  deinceps  autem  clerus  mechanicos  in  ea  nec 
idia  loca  iuducere  et  reponere  poterit  contra  libertates  et  priuilegia  ciuitatis  Vratislauiensis  .  .  .  quum  igitur  arti- 
culis  Iiis  in  omnibus  et  per  omnia  (prout  exprcssi  sunt)  ab  utraque  parte  assensum  fuerit,  utque  in  futurum 
perpetuis  temporibus  integre  ac  inuiolabiliter  seruentur,  utrimque  compromissum.  cgo  Albertus,  qui  supra  tanquam 
specialis  ad  hoc  per  maiestatem  regiam  missus  ac  deputatus  commissarius,  vt  ea  omnia  ueluti  per  predictos 
articulos  de  uerbo  ad  uerbum  expressa  sunt,  robur  suum  ac  perpetuam  firmitafem  obtineant,  sigillum  meum  pro~ 
prium  presenübus  Iiis  litteris  inprimis  apposui,  vtque  ceteri  etiam  contcstentur  articulis  Ms  omnibus  se  per 
expressum  consensisse,  auctoritate  eiusdem  maiestatis  regie,  domini  mei  gratiosissimi  fretus,  reuerendissimo 
domino  Joanni  episcopo  Vratislauiensi,  reuerendo  domino  Joanni  Thurzo  coadiutori  venerabilique  eclesie  sancti 
Joannis  capitulo,  ac  circumspcctis  et  prouidis  ciuibus  et  eonsulatui  ciuitatis  Vratislauiensis,  vt  sigilla  etiam 
ipsorum  Ms  ipsis  litteris  apponerent  preeepi  atque  iniunxi  in  fidem,  testimonium  et  robur  omnium  premissorum. 
daium  et  actum  Vratislauie  die  sanetc  Dorothee  uirginis  et  martiris  anno  Christi  millesimo  quingentesimo 
quarto. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Originalurkunde,  Pergament  mit  4  anhängenden  Siegeln,  Priv.  145. 

14.  Antwort  der  Stadt  Nürnberg  auf  eine  Anfrage  des  Breslauer  Rates  betreffend  den  Fein- 
gehalt und  die  Beschau  der  Nürnberger  Goldschmiedearbeiten.  Den  28.  Juni  1516. 

Vnnser  willig  fruntlich  dinst  ewr  vorsichtigkaytt  mit  vleis  voran  beraytt,  vorsichtigenti  ersamenn  rund 
weysenn  besunder  üben  vnd  gultenn  frundt,  euer  weißhaytt  schreybenn  vnnd  begerenn  vmb  vnnderricht,  wie  eß 
diu  ethehenu  stuekheuu  vnnd  artickeln  durch  ewr  weyshaytt  angezeeigt  hiebey  vns  vff  dem  goltschmydt  handwergk 
gehaltenu  werd,  haben  wir  alles  innehalts  horenn  leßenn  vnnd  dieselbenn  angezcaigtenn  artickel  vnsern  burgernn, 
den  geschworenn  maisternn  des  goltschmithandtwergks  furgehaltenn,  die  habenn  vnns  doruf  vnderricht  gethonn,  wie 


187 


ewr  weyßhaitt  ab  hier  inuerwartter  zceitel  haben»  zunoruemeuu,  die  Indien,  wir  ewr  weishayt,  der  wir  zw  dinst- 
lichem  willen  getätigt  sein,  vff  ir  legeren  zw  zuschickenn  nit  vnderlassenu  iroth-mi.  dal  um  sabato  posl  Joantris 
Baptista  anno  etc.  decimo  sexto  [1516]. 

burgermeistere  wind 
rathe  zw  Nurmberg 

Den  vorsichtigenn  ersannen  rnd  weisen  burgcrmaisternn  vnd  rathe  der  stat  l'reslair  vnsem  besouudern 
liebenn  vnnd  guttenn  frundenn. 

Scedula  inclusa 

Item  von  dem  sylber,  das  sol  durch  den  stielt  weyß  aus  dem  fewer  geen,  nemlich  das  die  marck  vier- 
zeehn  lot  fein  halt. 

Item  das  werck-golt  sol  sein  an  der  guten  bey  einer  nodel  achtzcehen  karat  vngeuerlich. 

Item  in  der  arbeitt  hat  es  kein  gesetz,  ivie  tewer  einer  die  marck  silber  gebe  vergalt,  wann  die  arbeit 
ist  vnngleich,  sonder  das  silber  schlecht  man  einem  vmb  gelt  an,  deßgleichenn  das  golt,  damit  er  vorgalt. 

Item  ivo  obgeschribenn  orbeytt  gemacht,  wirt  es  bestochet,n  rnd  geschantt  durch  die  geschwornnen  vnd 
darnach  bezcaichennt  mit  dem  N  der  Stadt  zcaichenn. 

Item  sonnder  abzug  des  schlaglots  ist  nicht  gewonhaytt,  es  möchte  es  einer  so  geuerlich  pr auch enn,  daran//' 
mochten  dy  maister  dorzw  geordennt  aufsehenn. 

Item  auch  alle  arbeytt,  die  gemacht,  wirt  bey  vnns  gezcaichennt,  was  vier  vier  lott  ist  am  gewichte. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Liber  definitionum,  Bd.  I  fol.  85 b — 86a.  Hampe,  Nürnberger  Ratsverlässe,  Bd.  I  S.  166  f. 
Nr.  1075.  —  E.  v.  Czihak,  Bayerische  Gewerbezeitung,  I.  96.  S.  121  ff. 

15.  Satzungen  betreffend  den  Feingehalt  und  die  Beschau  der  Breslauer  Gold  Schmiede- 
arbeiten.   Vom  8.  Februar  1539. 

Wir  rathmanne  etc.  bekennen  etc.,  die  erbaren  eldsten  der  goltschmid  vor  sich  vnd  das  gantze  handtwerck 
alhie  vnsere  mittburger  vnnd  haben  vns  einmuttig  angezaygt  vnd  vorgelegt,  wie  sie  ettlich  gebrechen  in  irem 
handtwerck  heften,  damit  sie  nicht  vorsorget  weren,  als  das  in  andern  namhafftigen  reyehs-  vnnd  handelstetfeu 
gehabten  wurd  au/f  irem  handtwerck,  vns  dorauff  gebettn,  sie  hierynn  zuuorsorgen,  also  haben  wir  ire  bitt  nicht 
vor  vnzymlieh  geacht  vnnd  folgend  artickel  mit  den  ersamen  vnsem  eldsten  vnnd  scheppen  geratschlagt,  sie  der- 
selben zymlichett  bitt  erhört  vnnd  lauften  dieselben  artickel  vnd  aussatzuvgen  auff  ire  bitt  vnd  unser  erkentnus 
wie  folget. 

Zum  ersten  soll  ein  ider  goltschmid,  der  mayster  ist,  in  seynem  freyen  offnen  laden  arbaytten  vnnd 
dieselb  arbayt  tvie  die  ist,  keyne  ausgenomen  von  den  verordneten  beschawem,  so  wir  hierzu  gesetzt,  beseehn  vnd 
erkennet  werden,  das  das  sylber  vierzechn  lott  fein  haldt  durchaus,  vnnd  das  auch  ider  mayster  neben  dem  W  der 
Stadt  zayehen  auch  sein  gemerck  vnd  zayehenn  daneben  schlagen  soll,  wo  aber  solch  arbayt  von  aynem  mayster, 
gemacht  alhie  oder  andersivo,  zuschmeltzt  vnnd  nicht  vierzechn  lot  fein  befonden  ward,  vnd  er  mit  der  stadt,  zayehen 
vnnd  des  maysters  gemerck  gemereket  furbrocht  vnd  dorauff  befonden,  soll  derselbig  mayster,  der  die  arbayt 
gemacht  vnd.  bey  deme  solch  voruarlosung  geseheen,  den  schaden  vnd  abgang  zuerstatten  schuldig  sein,  es  soll 
auch  kein  goltschmid  aynicher  tvegs  oder  gestählt  geringer  golt  arbayten,  dann  reynisch  von  achtzechen  Chorälen, 
vnnd  ivo  jemand,  fremder  oder  einhaymischer,  eynen  goltschmidt  golt  in  segnen  laden  oder  sonst  zuuorarbaytten 
gibt,  soll  demselben  allwegen  von  angezaygtm  goldt  ein  prob  heraus  gegeben  werden,  also  das  in  diesem  vnnd 
anderm  aller  vordacht  vnd  arckwan  vormyden  pleyb. 

Was  auch  belanget  die  schawmayster,  so  von  vns  hierzu  bestaldt  vnnd  vorordnet  sein,  welche  wir  mit 
aydes  pflichten  vorbynden  wollen,  dieselben  sollen  auff  ire  gethane  pflicht  den  stich  von  idem  sylber  recht  vnd 
vnuordechtig  nemen,  denselben  im  feur  probiren,  also  das  er  recht  tveys  vnnd  eynem  vierzechn  lottigem  sylber 
gleych  sey.  damit  auch  dieselben,  weyl  sy  solch  burd  vnd  sorgen  auff  ine  tragen,  vorgeblich  nicht  gemuhet  vnd 
dagegen  pillicher  belonung  zugewarten ,  sollen  sie  dieselben  beschawer  vonn  ider  marck  vom  schawen  vnd  stechen 
zwen  denar  oder  heller  haben,  welche  allwege  derselb  goltschmid,  so  die  arbayt  gemacht  vnd  bey  dem  sy  besichtigt, 
geben  vnd  zalen  soll,  idoch  das  alle  arbayt,  so  vier  lot  wyget,  mit  obberurtem  der  stadt  vnnd  des  maysters  zayehen 
gezayehnet  vnd  dorunder  aber  nicht,  vnnd  ob  sie  dieselben  schawmayster  also  irem  aufferlegten  beuel  nach  was  falsches 
vnnd  schädliches  befynden,  sollen  sie  fug  vnd  macht  haben,  dasselb  in  ein  clos  zusehlagen  oder  zuschneyden,  domii  in 
allem  rechtfertigkayt  vnd  yleychayt  gehabten  wird,  vnnd  wo  ein  mayster  zum  ersten  diese  obbemelte  aussatzung 
in  dem  wenigsten  vberthrette,  das  der  gestrafft  vnd  gebusset  icerd  vmb  eynen  halben  vngerisehen  gülden,  zum 
andern  mol,  wo  er  hierynn  strefflich  begriffen,  vmb  ein  hungeryschen  gülden,  vnnd  zum  dritten,  das  die  straff  stee 
zu  aynem  ersamen  rath.  vnnd  diese  Ordnung  obgenant  soll  vnschedlich  sein  dem  priuilegion,  so  die  goltschmid 
zuuor  von  loblicher  gedechtnus  kayser  Sygmund,  dergleychen  von  vnsem  vorfurn  rathmannen  (des  datum  freytag 
vor  Cantate  im  1451)  aufbrocht  vnnd  bekommen  haben,  vnnd  auch  besondern  behaldten  wir  rathmanne  von  vnser 
vnd  vnser  nachkommen  wegen  volle  macht  vnd  gewalt,  ob  wir  oder  sie  erkennen  vnnd  nach  gelegenhayt  vnd  lauff 
der  zeyt,  das  ir  kein  stuck  obgedocht  der  stadt  oder  dem  handtwerck  vnbequem,  das  die  rathmanne  das  wandln 
oder  abthun  mögen  nach  zue  besten  erkentnus.    zu  vrkunt  octaua  February  1539. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Liber  definitionum,  Bd.  I  fol.  184  a  185».  —  Eine  späte  Abschrift  in  der  lnnungsurkunden- 
sammlung  von  1737,  S.  14—20. 

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16.  Der  Goldschmiede  neue  Ordnung  vom  5.  Dezember  1565. 

[Wir  rathmanne  bekennen  etc.,]  das  vns  die  ehlisten  vnd  jüngsten  der  ganczen  zech  der  golüschmide 
alliier  gehorsamlich  furbrochtt,  das  inen  niclrft  allein  von  etlichen  leuttenn  einhaltt  vndt  vnpilliehe  eingriff  in  Ire 
zechordnung  beschee,  sondern  das  mich  bein  inen  selbst  vnordnuug  etlicher  müssen  furfallen  vnd  erwaxem  vnd  also 
gebarendes  einsehen  vnd  bestatiguug  auch  besserungk  irer  alten  Ordnung  vonuotten  sein  wolle,  vns  derwegen  sie 
disfals  gonstig  zubedencken  gebettenn,  wan  wir  nun  dieser  vnd  anderer  zechen  bestes  wolfartt  vnd  aufnehmen 
zupefodern  wall  geneigtt,  vns  desselben  auch  tragenden  aiuhts  halber  sehohligh  erkennen,  als  haben  wir  ghr 
beschwer  vnd  auligen  angehortt,  betrogen  vnd  nottdorfftig  beratschlagen  vndt  volgende  noch  zeittigen  furgehabtem 
rathe  vnserer  ehlisten  vnd  schippen»  inen  nochuolgende,  Ordnung  wissentlich  vorlihen  vnd  gegeben. 

Nentlich  vnd  erstlich,  demnoch  bisher  ein  brauch  bej  der  zechen  eingerissenn,  also  das  yhr  vyll,  wan 
sie  kaum  recht  ausgeleruett  haben»,  sich  vorchl ichcti  vnd  nochmoln  das  meisterrechtt  suchen  vnd  begeren,  welche 
doch  dofern  man  vyhnals  nichtt  mitt  inen  aus  erbermbde  dispensirett  mitt  dem  geordneten  meisterstuck  nicht 
vorfaren  oder  dasselbe,  wie  sichs  erheischett,  vorfertigen  vnd  machen  können,  darauf  sich  dann  andere  vorlassen 
vnd  sich  auf  gleiche  wege  gelegett,  doraus  aber,  do  nichtt  in  zeitten  geburendes  einsehen  beschege,  ditz  erfolgen 
wurde,  das  die  zech  mitt  vnerfarnen  vngeubten  meistern  erfullett  vnd  die  zech,  so  zuuor  in  vnd  ausser  landes 
eynen  besondern  namen  vnd  beruf  gehabtt,  in  rorachtt  vnd  vorkleinerungk  geratten  vnd  kommen  wurde,  solchem 
furzukomen  vnd  abzuhelffeun,  ordnen  rnd  wollen  wir,  das  hinfuro  kein  gesell  zum  meisterrechtt  gelassen)!  vnd  ins 
mittel  angenomen  werden  soll,  er  hab  dann  ehr  vnd  zuuor  drej  jarlang  aneinander  continue  bej  eynem  oder  zwaien 
meistern  in  arbeitt  gestanden,  sich  erbar  vnd  woll  vorhaltenn.  do  er  nun  noch  vorftissung  solcher  zeitt  bej  den 
geordneten  eldisten  ansuchen  rnd  volgends  das  meisterstuck  vorfertigen  irirdtt,  soll  er  alsdan  sich  ehlich  einlassen 
vnd  eher  den  laden  nichtt  aufmachen,  er  hab  dan  das  meisterstuck  richtig  vorfertigett  rnd  sich  vorehlichett. 
bestünde  er  aber  mit  dem  meisterstuck  nichtt,  so  soll  er  entweder  wandern  oder  ia  bej  einem  meister  alliier 
wider  einsielzen  vnd  */2  jar  arbeitten»,  alsdan  mag  er  widerumb  des  meisterstncks  halber  bein  denn  eldistenn 
anhalten»  vnnd  dasselb  aufs  new  vorfertigenn. 

Vnnd  demnoch  bishero  der  kelch,  welche»»  man  vnder  anderem  zum  meisterstuck  machet,  wie  vleisig  vnnd 
kunstlich  der  gemacht  irirdtt,  vbel  zugelosenn  oder  auzuireiidenn  ist,  deshalbenn  ein  jumger  meister  offters  schadenn 
vnd  beschwar  gedoldenn  neues,  disemnoch  wollenn  wir  zu  eines  idenu  gefallen»  gestalt  habenn,  ob  eijuer  austadt 
des  kelchs  ein  sauber  reinliches  vnnd  zirliches  trinckgeschir  machenn  wolle,  Weichs  ime  neben  den  andern  stucken 
soll  passiret  werdenn. 

So  auch  vielfaltig  beschicht,  das  einer  dem  andern  sein  gsinde  entfrembdet  vnnd  abhelt,  Weichs  dan 
wieder  die  liebe  des  negstenn  vnnd  furnemlich  gottes  gebot  zuwider  gehandlet  ist,  als  wollen  wir  hiemit  in  ernst 
geschafft  vnnd  befolenn  habenn,  das  sich  menniglich  dessenn  enthalte  bei  ernster  vnser  straff,  dofern  auch  ein 
gsel  vonn  seinem  meister  wegzuige  vnnd  einem  andern  meister  alliier  arbeiten))  wolte,  sol  der  nicht  angenommen)) 
werdenn  one  allein  mit  vorwissenn  seines  meisters,  deine  er  zuuor  gearbeitet,  item  so  ein  lehrjunger  mutwilliger 
weise  aus  denn  lehrjarenn  entliffe  vnnd  seine  burgenn  steckenn  lisse,  sol  er  nochmoln  auf  dye  zeche  nicht  wider 
angenommen  oder  ausgelertt  werdenn. 

Vnnd  demnoch  sich  auch  etlich  goltschmide  bishero  vnterfangen,  vonn  inessing  vnnd  kujtffer  auf  güldene 
rund  silberne  artt  becher,  schalen»,  wetschkerschlosser,  messerscheidenn,  leffel  rnd  anders  zunuichenii,  dasselbe 
vorsilbern  vnnd  vorgulden,  doraus  dan  grosse)'  betruegk  vnnd  ander  vnrath  vnnd  nachteil  erfolgett,  n-elchs  alles 
nicht  allein  zuwider  erbarkait,  christlicher  lieb  auch  der  zech  zuuor  habende  priuilegion,  sonder  auch  a»  anderini 
orttenn  dermossenn  betruigliche  schedliche  arbeit  nicht  vorstatet  vnnd  zugelossenn  wirdt,  disemnoch  vnd  zu  vor- 
huitung  fernem  vnraths,  betrugs  vnnd  nachteils  ordnen  vnd  wollen  wir,  das  hinfuro  kein  goltschmiedt  weder 
öffentlich  noch  heimlich  sich  dermossenn  arbeit,  welche  zum  schein  zue  beföderung  der  hochschedlichenn  hoffart 
rund  zu  soliderem  vorterb  vnnd  betrueg  des  negstenn  gerichtet  vnnd  erdacht,  gebrauchenn  soll,  sonder  der  sich 
hinfuro  golttschmide-arbeit  alhier  gebrauchenn  will,  der  sol  sich  der  zeche  habendenn  altenn  vnnd  itzo  vonn  vnns 
auf's  new  vorliehe nen  Ordnungen,  Statuten  vnnd  gewonhaitenn  genieß  endlich  vorhaltenn  vnnd  dawider  weder  mit 
der  arbeit  noch  sonstenn  mit  dem  wenigistenn  nichts  thun  noch  hanndln.  idoch  schmuck  auf  roß,  vhrenn  vnnd 
anders,  so  bey  inen  zuuorguldenn  vonn  alders  breuchlich,  sol  inen  zugelossenn  sein,  wurde  aber  ymandt  sich 
hiruber  vorgreiffenn,  deme  sol  durch  die  eldisten  mit  hulf  vnser  Stadt  diener  die  vorbotene  arbeit  genommen»,  er 
für  vnns  gestellet  werdenn,  fernem  beschaides  zugewarttenn. 

Letzlich  vnnd  beschlieslich  als  wir  vornemen,  das  sich  etlich  persoueu  rudersteheun  frembde  arbeit  vonn 
silber  vnnd  galt  anhero  zufuren,  die  hin  vnnd  wieder  in  die  heUsern  zu  feilem  kauf  rmbtragenn  zulossen  auch  auf 
der  vendeten  zuuorkauffenn  durch  alte  weiber  rorpartiren  rund  die  silbern  arbeit  alliier  (doch  ausser  den  zecheun) 
vorgulden  zulossen.  do  aber  oftermaln  befunden,  das  sich  diselb  arbeit  der  hiegenn prob  nicht  vor glai cht,  trelchs 
denn  alles  der  zech  habendenn  priuilegiouen  vnnd  beguaduugenn  zuwider,  disemnoch  ordnen  vnnd  wollenn  wir,  das 
sich  die  eldistenn  der  goltschmide  hinfuro  dessenn,  so  iueuu  Ire  priuilegia  disfals  gebenn  rund  zulossenn,  gebrauchenn 
vnnd  das  new  gemachte  silber,  so  von»  frembdenn  zwuschen  denn  mergtenn  alhero  gebracht  vnnd  vorkaufft  wirdt, 
uemen  vnnd  vnns  aufs  rathaus  antwortenn  sollen»,  wissenn  »vir  als  dann  fernem,  wie  mit  demselben  zuuorfarenn 
sey.  kqireme  aber  auf  denn  öffentlichem!  jarmargtenn  wes  zue  feilem  kauff  für,  das  sich  mit  der  hiegenn  prob 
nicht  vorgliche,  das  soll  durch  die  eldisten  der  zeche  mit  hulf  der  Stadtdiener  geuomeu,  vnns  aufs  rathaus  geant- 
wortet werdenn  vnnd  vormöge  der  aldenn  brife  vorlorenn  sein. 


189 


Diser  itzo  aufs  new  vorliehenen  vnnd  vornewertenn.  alten  Ordnung  sollenn  sich  die  erbare  zeche  der  gott- 
schmiedt  endlich  vnnd  gehorsamblich  vorhaltenn,  bissolang  wir  oder  vnsere  nachkommende  rathmanne  ein  anders 
vnnd  bessers  noch  erfoderung  vnnd  gelegenhait  der  zeit  anordnen  vnnd  vorfitigen  möchteun,  dozne  wir  vnns  dann 
für  vnns  vnnd  vnsere  nachkommen  volkommene  macht  vnnd  gewalt  wollenn  zuuorbehaltenn  habenn  vnnd  damit  sich 
anch  niemandes  vnter  inen  der  vnwissenheit  zuentsi  huldigen,  s  dl  dise  so  wol  die  alte  Ordnung  alle  jar  jerlich  zum 
wenigisten  zwger  in  denn  gemeinen  zusamenkonfftenn  öffentlich  zur  uaehrichtuug  vorlesenn  wirdenn.  zu  vrkhuudt  etc. 
5.  Decembris  anno  etc.  1565. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Uber  definitiomtm,  Bd.  II  fol.  126'»  — 129».  Eine  späte  Abschrift  in  der  Innungs- 
urkundensammlung  von  1737,  S.  21 — 32. 

17.  Artikel  betreffend  die  Mittelseinwerbung  der  Gesellen  und  die  Anfertigung  der  Meister- 
stücke.   Vom  6.  August  1580. 

Wir  etc.  bekhennen  etc.,  demnach  vnns  die  eltisten  vnnd  jüngsten  meister  der  erbaren  zechen  der  golt- 
sihmiede  etliche  beschwärungen  vnnd  mengell  icegeu  der  gesellen,  so  das  meisterrecht  suchen  vnnd  pieteu,  vnnd  wie 
es  mit  Vorfertigung  deßelben  so  ivoll  anderm  mehr  in  khüuftigen  Zeiten  gehalten  vnnd  zue  welcher  zeit  ein  gesell 
darczue  khommeu  vnnd  gelaßen  werden  solle,  fürbracht  vnnd  vmb  vorbeßerung  der  zuuorn  ausgangeuen  Ordnung, 
darnach  sich  ein  jeder  zurichten  haben  möge,  angeflohen  vnnd  gebeten  haben,  weil  wir  dann  neben  vnnsern  vor- 
ordneten  stadtscheppen  vnns  in  den  vbergebeneu  artickheln  ersehen  rund  befunden,  das  dieselben  zue  gutler  Ordnung 
dinsttich,  auch,  die  gesellen  desto  mehr  lust  vnnd  liebe  zue  dem  hanndticergkh  gewinnen  rund  künstreicher  werden, 
das  ihnen  zue  mehrer  befürderung  gelangen,  auch  gemeine  Stadt  ehr  vnnd  rühm  dauon  haben  möge,  als  haben  wir 
nach  gehaltenem  rathe  ihnen  volgeude  artigkhell  mitgeteilet  rund  verliehen,  auch  crafft  vnd  inhalt  dieses  briefes 
confirmiret  vnd  bestätiget. 

Erstlich  ordnen  vnnd  wollen  wir.  das  khein  fremder  gesell  zum  meisterrecht  khommen  oder  zuegelaßen 
werden  soll,  er  habe  dann  beg  einem  oder  mehr  meistern  alliier  vier  jähr  lanng  aneinander  vnuorruckht  gesellen- 
weise gearbeitet,  die  gesellenn  aber,  so  das  hanndticergkh  alliier  gelernet,  sollen  nach  den  ausgestandenen  lehr- 
jahren  dreg  jähr  lanng,  als  alliier  eins  vnnd  anderswo  zweg  jähr  geselleniceise  arbeiten  vnnd  deßelben  zue  irer 
Wiederkunft,  wann  sie  zum  meisterrecht  greiffen  wollen,  gnugsamen  schein  bringen  vnnd  fürlegen. 

Zum  anndern  ordnen  vnnd  setzen  wir,  das  zwene  gesellen  die  meisterstügkh  auf  eine  zeit  zugleich  nicht 
vorfertigen  sollen,  vnnd  alle  mal  der,  so  zum  ersten  darnmb  geworben  oder  alreit  dar  lieber  gearbeitet  hatt,  für- 
gezogen vnnd  der  annder,  so  lannge  bis  der  erste  damit  fertig  ist,  nachwarten  soll,  vnnd  man  also  wißen  möge, 
ob  er  mit  dem  meister  stügkhe  bestanden  oder  vorfallen  sej,  dann  es  den  eltisten,  in  dero  laden  allein  die  meister- 
stügkh mäßen  gemacht  vnd  gefertiget  werden,  beschwerlich  ist.  da  aber  der  erste  nach  ersuchtem  meisterrecht 
durch  krauckheit  oder  andere  ehrhaffte  noth  in  Vorfertigung  des  meisterstügkh  s  zue  bestimmter  vnnd  angesetzter 
zeit  vorhindert  würde,  sol  nichts  weniger  dem  andern  das  meisterstügkh  zumachen  vnuorschrenckt  vnnd  zue- 
gelaßen sein. 

Zum  dritten,  weil  auch  die  jungen  meister  vorgehender  zeit  in  den  laden  der  eltisten  mitt  Vorfertigung 
der  meisterstügkh  langsam  vmbgangen  segn  vnnd  doch  solches  leiden  vnnd  duldenn  müssenn,  auch  daneben  alles 
iverckhzeüges  vnnd  was  zum  hanndticergkh  gehörig  ist  gebrauchen,  dadurch  der  eltisten  gesinde  an  der  arbeit  vor- 
saumet  vnnd  gehindert  wirdt,  auch  vor  die  vncostenn  kein  erstattung  noch  ergeczlickeit  haben,  als  ordnen  wir,  das 
ein  jeder  sein  meisterstügkh  in  vier  monaten  ausmachen  vnnd  vorfertigen,  er  würde  dann  durch  fürfallende  krauek- 
heitt  oder  anndere  ehrhafte  noth  vorhindert,  auch  sich  mit  dem  eltisten,  bei  dem  er  es  gemacht,  wegen  der  stellen, 
zeügk,  kolen  vnnd  was  dorauf  gehet,  nach  gebuer  vortragen  vnnd  vorgnüegen  soll,  jedoch  wollen  wir  vnns  vnnd 
vnnsern  nachkhommenden  rathmannen  vollen  gewalt,  obberurte  artigkhell  nach  erforderung  der  zeit  vnnd  gelegenheit 
zuendern,  zuemindern,  gar  oder  zum  teyl  abzueschaffen,  vorbehalten  haben,    actum  6.  Augusti  anno  158U. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Liber  definitionum,  Bd.  III  fol.  69b — 71a.  —  Eine  späte  Abschrift  in  der  Innungsurkunden- 
sammlung von  1737,  S.  33— 38. 

18.  Die  Goldschmiede-Innung  erhält  die  Schlüssel  zu  der  Almosenkapelle  in  der  St.  Maria 
Magdalenenkirche.    Am  2.  Mai  1603. 

Demnach  die  edlen  ernuesten  vnd  wolbenampten  herrn  n.  n.  Vorsteher  des  gemainen  allmosen  auf  begeren 
der  erbaren  zeche  der  goldschmi.de  durch  ihre  verordnete  eltisten  ihnen  mit  voricißen  eines  erbaren  raths  die 
schließet  zue  des  gemainen  almoßen  cappelle  mitgeteilet,  das  wortt  gottes  darinnen  zuhören,  als  haben  sie  solches 
nicht  allein  zue  danck  auf  vnd  angenommen,  sondern  auch  zugesaget,  das  gemeine  allmoßen  in  anderem  des  almoßen 
wegen  der  cappellen  gerechtigkeiten  vnd  einkommen  vngeirret  zuelaßen.  actum  2.  Mag  anno  1603. 
Bresl.  Stadtarchiv,  Liber  magnus,  Bd.  II  fol.  382 a. 

19.  Zweiter  Vertrag  mit  der  Geistlichkeit  wegen  der  Pfuscher,  abgeschlossen  am  28.  April 

und  bestätigt  durch  Kaiser  Matthias  am  12.  August  1616. 

Der  Vertrag  betrifft  ganz  im  allgemeinen  sämtliche  Zünfte  Breslaus.  Die  Goldschmiede  sind  eingangs  an 
erster  Stelle  genannt.    Später  aber,  als  die  Handwerker  aufgezählt  werden,  die  unter  bestimmten  Bedingungen  auf 


190 


den  geistlichen  Gütern  weiter  arbeiten  dürfen,  wird  ihrer  nicht  gedacht,  sodass  in  der  Stadt  oder  vor  der  Stadt 
innerhalb  einer  Meile  im  Umkreis  (intra  unius  spatium  milliaris)  rechtmässig  kein  unbezechter  Goldschmied  gegen 
Lohn  und  Bezahlung  arbeiten  darf.  Der  Vertrag  ist  am  28.  April  1616  in  Breslau  durch  die  kaiserlichen  Kommissare 
Herzog  Karl  von  Münsterberg  und  Freiherr  Weighardt  von  Promnitz  abgeschlossen,  am  12.  August  vom  Kaiser 
Matthias  in  Prag  bestätigt  und  am  17.  Dezember  1616  von  den  Ratmannen  der  Stadt  Breslau  ein  Exentplar  desselben 
den  Goldschmieden  zugestellt  worden. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Originalurkunde,  die  vom  Rat  am  17.  Dezember  1616  der  Goldschmiede-Innung  aus- 
gefertigt wurde,  liegt  unter  den  Handwerkerstatuten  vom  30.  Juli  1670.  —  Eine  alte  Abschrift  im  über  magnus, 
Bd.  III  fol.  19b— 24a.  Ejne  späte  Abschrift  in  der  Innungsurkundensammlung  von  1737,  S.  155 — 189.  —  Bresl. 
Diözesanarchiv,  Nr.  D  54. 

20.  Statuten  einer  Krankenkasse  für  Gesellen  des  Goldschmiedehandwerks.    Von  1618. 

Orts-Krankenkasse  der  Juweliere,  Gold-  und  Silber-Arbeiter,  Graveure  und  Ciseleure  zu  Breslau,  Gesellen- 
buch von  1618. 

21.  Erste  Verordnung  betreffend  die  Weiterführung  der  Werkstatt  durch  die  Witwe  des 
Meisters.    Vom  6.  Juni  1636. 

Wier  rathmanne  etc.  bekennen  etc.,  daß  wier  in  suchen  die  eltiesie  vnd  jüngste  der  erbaren  goldtschmiedt- 
zeche  an  einem,  dann  die  thugendtsamben  Marthen  Pfisterin,  Jonae  Pezolts  vnd  Susannen  Vollgnadin,  Faid  Hedel- 
hofers  beyder  goldschmiede  alhier  seel.  nachgelaßene  ivittiben,  mit  vnd  nebenst  denen  ehrenuesten  vnd  erbaren 
Ludevig  Pftstern  vnd  Hannß  Bussinßky  ihren  hierzue  erbetenen  Vormunden  am  andern  theil  belangend,  vff  unter- 
schiedliche gepflogene  verhör  vnd  der  partheyen  hegen  einander  sehriefft-  vnd  mündtlich  eingebrachte  notturfft  nach 
genügsamer  erwägung  deroselben,  nicht  befinden  können,  wie  die  wittiben  der  verstorbenen  goldtschmiede  von  dem 
handtwerg,  wann  vnd  so  fang  sie  bey  demselben  sich  ehrlich  vnd  der  zechordnung  gemes  verhalten,  durch  nichts 
anders  alß  nur  Mos  den  todt  ihrer  ehemänner  wieder  ihren  willen  verstoßen  vnd  entsezet  werden  sollen,  sondern 
sie  werden  gleich  andern  wittiben  bey  andern  zunfften  vnd  zechen  darbey  billich  gelaßen  vnd  befürdert,  iedoch 
daß  dieselben  gleichwohl  mit  taugliehen  gesellen  versehen  vnud  alles  möglichen  vleißes  dorob  sein,  damit  in  ihren 
laden  vnd  werckstädten  von  dero  gesellen  vnd  sonsten  bey  ernster  vnnachläßlicher  straff'  allerhaudt  uugebürende 
rud  uerbotteue  vorthel,  unter schlieff  vnd  Unrichtigkeit  vnd  was  sonsten  wieder  die  zechordnung  vnd  handtwergks- 
gewohnheit  lauffeu  mag,  vermieden  vnd  abgestellet  werde. 

Was  aber  die  lehrjungen  betriefft,  do  in  dero  nochwehrenden  lehrjahren  die  meistcr  mit  tode  abgehen, 
erachten  wier  vor  billich  vnd  schicklich,  das  ein  solcher  lehrjunge  nicht  bey  des  verstorbenen  gotdtschmiedts 
wittiben  sondern  hei/  einem  andern  meister  die  noch  hintersteilige  zeit,  so  an  den  lehrjahren  ermangelt,  ualleuts 
continuiren  vnd  außlernen  müge,  vielweniger  aber  sollen  die  ivittiben  vor  sich  lehrjungen  von  neuen  auffzue- 
uehiueu  vnd  durch  dero  gesellen  das  handtivergk  zuelehren  befugt,  sondern  sich  deßen  gentzlich  zu  enthalten 
schuldig  sein. 

Vnd  weil  sich  clagende  beyde  ivittiben  höchlich  beschiveret,  das  ihnen  die  in  ihren  werckstädten  vorfertigte 
arbeit  derer  unterschiedlich  beseheeuen  crinueruug  ingeachtet  nichts  weniger s  seidthero  von  den  elliesten  mit  dem 
gewöhnlichen  zechsignet  zuezeichnen  verweigert  worden  wehre,  so  werden  sie  die  elliesten  sich  nunmehr  dieser 
unserer  Weisung  gemes  zucverhalteu  vnd  gleich  wie  in  allem  andern  also  mich  mit  dem  bernrten  zeichnen  sie  die 
wittiben  gebührend  vnd  also  zuebefiirderu  ivießeu,  damit  sie  in  ihrer  uahrung  ferner  nicht  gehiendert  werden  mügen, 
wornach  sie  sich  beyderseits  zueachten.    signatum  6.  Jung  anno  etc.  1636. 

Bresl.  Stadtarchiv,  über  definitionuni,  Bd.  VI  fol.  151  ab.  —  Eine  späte  Abschrift  in  der  Innungsurkunden- 
sammlung von  1737,  S.  38 — 42. 

22.  Zweite  Verordnung  betreffend  die  Weiterführung  der  Werkstatt  durch  die  Witwe  des 
Meisters.    Vom  14.  Juli  1637. 

Wier  rathmanne  der  Stadt  Breßlaw  bekennen  etc.,  das  wier  denienigen  bescheid  und  aussatz,  so  zwischen 
den  eltesten  und  jüngsten  der  goldschmiede  alliier  au,  einem  und  z wegen  goldschmiedischen  wittiben,  benautlich 
Martha  Pezoldinn  und  Susannen  Hedelhoffer,  den  Ii.  Jung  vorigen  1636.  jahres  ergangen,  nutmehr  vnd  vff  der 
goldtschmiede  dowieder  intra  decendium  eingebrachte  beschwer  auch  dorauff  augeordeute  fernere  uerhör  dohien 
erleüttert  und  erkläret  haben,  wie  folget: 

Erstlich,  weil  bey  ieziger  erarmeter  zeit  an  gold-  vnd  silberarbeit  sehr  wenig  verrichtet  wirdt,  also  gar 
daß  auch  mancher  meister  selbst  in  seiner  wergkstadt  kaum  einen  jungen,  vielweniger  einen  gesellen  zuebef ädern 
hat,  so  soll  auch  ein  iegliche  wittib  noch  zur  zeit  vnd  bieß  vff  unnsere  fernere  zuelaßung  uff  einmahl  nicht  mehr 
alß  zum  meisten  zwey  gesellen,  er  sey  gleich  ein  gold-  oder  Silberarbeiter,  antzuenehmen  vnd  zueunterh alten 
befugt  sein. 

Andern,  wann  ein  gesell  die  jähr  zue  Verfertigung  des  meisterstücks  alhier  zuearbeiten  Vorhabens,  der- 
selbe soll  solche  jähr  nicht  bey  der  wittben  einer  sondern  bey  einem  meister  in  seiner  arbeit  zuebringen. 

Vors  driette  sollen  die  wittib  laut  vorigen  bescheids  nochmals  alles  mensch-  vnd  möglichen  fleißes  daran 
vnd  darob  sein,  domit  in  ihren  laden  vnd  werckstädten  von  dero  gesellen  und  sonsten  allerhand  ungebühren,  ver- 
botteue vorteil,  unterschleiff  und  Unrichtigkeit,   'wie   die  immer   benant  und  der  zechordnung  zuewiederlauffend 


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erfunden  werden  könte,  vorhiiettet,  vormieden  vnd  abbestellet  werden  mögen,  wie  sie  die  witHben  dann  vors  vierdte 
vnd  insonderheit  ihren  gesellen  keines  weges  nachsehen,  verstatten  noch  zuetassen  sollen,  das  sie  selbst  vor  sich 
gold,  silber  oder  edelgestciue  eiukauffen,  viel  weniger,  das  sie  solch  gold,  silber  oder  edelgestein  vor  sich  vnd  zue 
ihren  eigenen  nutz  vnd  vorteil  vororbeilten  vnd  nachmals  verhandeln  oder  verportiereu  mochten. 

Was  aber  vors  fünffte  die  wittben  selbst  ihnen  zum  besten  vnd  in  ihren  werckstädten  ausfertigen  laßen 
oder  von  ehrlichen  leütten  ihnen  an  golde,  weil  sonderlich  daßelbe  nicht  bezeichnet  zuewerdeu  pfleget,  oder  edel- 
gesteinen  vortrauet  wirdt,  do  sollen  die  Wittiben  guette  genaue  obacht  vnd  auffsicht  haben,  das  treulich  vnd  erbarlich 
damit  gebahret,  keine  außwechßelung  geschehe,  sondern  einem  iedeu  das  seinige  so  guett  es  gewesen  wiederumb 
erstattet  vnd  aller  argwöhn  vnd  betrug  abgewendet  werden  möge. 

Die  silberarbeit  soll  vors  sechste  in  der  wittben  ijetrelben  vnd  werckstädten  arider  gestählt  nicht  alß  der 
hiesigen,  prob  durchauß  gemäß  verarbeitet  vnd  dahero,  so  baldt  etwas  gefertiget,  zum  probiren  vnd  zeichnen 
geschickt  werden. 

Demnach  auch  vors  siebende  die  wittib,  jungen  antzuenehnten  oder  außzulehren,  vermöge  vorigen  receßus 
gantz  vnd  gar  nicht  befugt,  so  soll  ihnen  auch  zue  verhüettung  vnter schlief s  vnd,  pfuscherey  sonsten  andere  jungen, 
obgleich  dieselbe  nicht  angenommen  noch  eingeschrieben  wehren,  zuehalten  vnd  zue  dem  haudtwergk  zuegebrauchen, 
nicht  nachgesehen  noch  verstattet  werden. 

Endtlich  sollen  die  wittib  den  eltesten  allen  respect,  ehr  vnd  gehorsamb  leisten  vnd  solches  bey  Vermeidung 
ernstlicher  straffe,  die  wier  nach  gelegenheil  des  Verbrechens  auch  wohl,  so  fern  anderes  einsehen  nicht  helffen 
solle,  mit  gentzlicher  Sperrung  vnd  Verlust  des  haudtwergs  anzueordnen  wießen  wollen,  zue  vrkuudt  etc.  geben 
den  14.  July  anno  etc.  1637. 

Bresl.  Stadtarchiv,  über  definitionum,  Bd.  VI  fol.  213 a — 214b.  Eine  späte  Abschrift  in  der  Innnngs- 
urkundensammlung  von  1737,  S.  42—48. 

23.  Acht  Ergänzungen  zu  den  früher  verliehenen  Artikeln.    Vom  30.  Mai  1642. 

Wier  rathmanne  der  Stadt  Breßlaw  bekennen  vnd  Urnen  khuudt  öffentlich  hiermit  vor  jedermaeuniglich, 
daß  vnns  die  erbare  zech  der  goldschmied  etzliche  gewieße  articul,  derer  sie  sich  vntereinander  verglichen,  vor- 
getragen vnd  vmb  bestetigung  derselben  gebeten,  welche  wier  nach  bescheener  erwegung  vnd  verbeßerung  ihnen 
bestätiget,  vnd  lauten  dieselben  wie  hernach  folget. 

Zum  ersten  soll  kein  meister  nicht  mehr  dann  zwey  gesellen  vnnd  zwey  lehrjungen  auff  einmahl  anzu- 
nehmen vnnd  zuebefödern  berechtiget  sein,  den  eltesten  aber  soll  frey  stehen,  wegen  ihrer  vielfältigen  versäumnüß 
nach  ihrem  belieben  vnnd  gefallen  einen  gesellen  oder  einen  lehrjungen  mehr  zuebefödern. 

Zum  andern,  wann  aber  einer  von  den  eltesten  oder  jüngsten  einen  söhn  heile,  der  dieß  haudtwergk 
zuelernen  begehrete,  soll  ihm  frey  stehen,  seinen  söhn  nebens  den  zwey  lehrjungen  zuelernen.  solte  aber  des  sohnes 
vater  mit  tode  abgehen,  also  daß  er  bey  seinem  vater  die  lehrzeit  nicht  erreichet  helfe,  wie  er  wehre  verschrieben 
worden,  so  soll  alßdann  einem  jedwedem  meister  frey  stehen,  solchen  söhn  nebenst  albereit  zweyen  lehrjungen 
anzuenehmen  vnnd,  die  vbriege  zeit  völlig  außzuelehren. 

Zum  drietten,  eß  soll  auch  kein  meister  seinen  lehrjungen  länger  dann  ein  vierttel  jähr  versuchen  laßen, 
also  daß,  wann  ein  viertel  jähr  verstrichen,  entweder  der  lehrjunge  von  dem  meister  bey  gehaltenem  quartal  zue 
verhüettung  allerhand  vngelegenheit,  eingeschrieben  oder  loß  gelaßen  werde. 

Vierdtens,  wann  ein  frembder  geselle  bey  dem  mittel  die  zeit  zuearbeitten  sich  anmeldet,  so  soll  er  sich 
zuevor  bey  den  obereltesteu  angeben,  seinen  nahmen  vnnd  ehrliche  ankunfft  im  quartal  vorzeichnen  laßen,  darauff 
soll  er  bey  einem  oder  zwey  meistern  vier  jähr  nacheinander  trewlich  vnnd  vleißig  arbeiten,  wie  einem  ehrliebenden 
gesellen  gebühret,  im  wiedrigen  fall  soll  ihm  seine  zeit  vor  ungültig  geachtet  werden. 

Fünfftens,  wann  ein  geselle  das  meisterstück  zuemacheu  begehret,  sollen  ihm  die  eltiesten  andentten,  was 
er  zum  meisterstücke  machen  soll  vnd  zwar  mit  genügsamer  erkundiguug,  ob  er  zue  dem  meisterstück  länglich 
sein  möge,  damit  der  stadt  vnnd  Ihme  ins  küufftig  nicht  vnglimpff  oder  vbel  nachreden  darauß  erfolgen  möchte, 
solle  er  aber  das  meisterstück  nicht  mit  genungsarner  wießenschafft  außferttigen  können,  so  sollen  ihn  die  eltiesten 
davon  abmahnen  vnnd  ihm  daßelbte  beßer  zuelernen  anbefehlen. 

Sechstens,  eß  soll  auch  keiner  lenger  den  vier  monat  an  den  meister  stücken  machen  laut  der  alten  brieffe. 
wann  aber  einer  wieder  verhoffen  darüeber  arbeiten  solte,  so  soll  er  alle  wachen,  so  lange  er  darüeber  arbeittet, 
seine  gewieße  straffe  ablegen. 

Zum  siebenden,  wann  einer  von  der  goldtschmieden  söhne  alhier  vorhanden  wehre  vnnd  seine  zeit  er- 
wandert hette,  so  soll  derselbte  vor  einem  frembden  zue  dem  meisterstück,  wann  er  es  begehret  zuemacheu,  ge- 
laßen werden. 

Zum  achten,  dieiveil  auch  frembde  goldt,  silber  oder  edelgestein  zuekauffen  gefehrUch,  auch  offtermahlen 
dannenhero  große  striettigkeiten  erwachßen,  so  soll  ein  jedweder  vmb  so  viel  destomehr  sich  in  acht  nehmen 
vnnd  für  schaden  hüetten,  insonderheit  aber  nicht  allein  wenn  etwas  dergleichen  vmbgesagt  oder  angeküudiget 
würde,  sondern  auch  wenn  etwas  zuevorkauffen  möchte  gebracht  werden  vnnd  daßelbe  vmb  einen  schlechten  werth 
außgeboten  würde,  auch  vermuttung  an  der  person  sich  ereügete,  das  dieselbte  nicht  das  recht  zuevorkauffen  hette, 
solches  alßbaldt  anhalten,  den  obereltiesten  anmelden  vnd  zueslellen.    dann  sollen  die  obereltiesten  solches  in  die 


192 


zechlade  in  gnette  vortvahrung  nemben  vnnd  so  lang  in  vortvahrung  behalten,  hieß  dir  eigenthumbsherr  mit 
gewießem  gründe  sich  anmelden  vnd  das  euheendte  stück  wieder  fordern  würde,  dehne  es  dann  auch  ohne  eintzige 
vorzügerung  soll  außgefolget  loerden.  doch  behalten  wier  vnns  vnnd  nachkommenden  rathmannen  alliier  vor,  solche 
artieul  nach  befiendung,  künfffiger  zeit  zuemindern,  zuemehren  oder  gar  abzuethun.  zue  vrkundt  haben  icicr  vnnser 
der  stadt  insiegel  hieran  hangen  laßen,  geben  den  dreyßigisten  tag  des  monats  May  nach  Christi  vnnsers  einigen 
erlösers  vnnd  seeligmachers  geburth  im  sechtzehenhundert  zwey  vnnd  vierzigisten  jähre. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Original-Pergamenturkunde,  liegt  unter  den  Handwerkerstatuten  vom  30.  Juli  1670. 
Eine  gleichzeitige  Abschrift  im  Uber  definitionum,  Bd.  VI  fol.  293b— 295 a.  —  Eine  späte  Abschrift  in  der  Innungs- 
urkundensammlung von  1737,  S.  48—54. 

24.  Bescheid  zwischen  den  Goldschmieden  und  Kaufleuten  betreffend  den  Händel  mit  Gold- 
und  Silberarbeiten.    Vom  4.  August  1651. 

Wier  rathmanne  etc.  bekennen  etc.,  daß  wier  in  strietiegen  suchen  zuneschen  dem  erbarn  mittel  der  goldt- 
schmiede  alliier  als  Magern  an  einem,  dann  weilandt  Gotfried  Göbels,  gewesenen  handelßman  seel.,  nunmehr  aber 
deßen  liinterlaßener  kiuder  geordtneten  Vormunden,  dem  chreuuesten  Johann  Geldnern  cor  sich  vnd  inn  stethhaltung 
seines  milvormunden  Johann  Anthoni  servant  am  andern  vnd  dann  denen  edlen  ehrenuesteu  Christoff  Albrechten 
vnd  Pavl  Kewman  verordneten  khauffmanseltiesteu  im  nahmt n  der  gesambten  kauffmanschafft  alliier  alß  inter- 
uenienten  am  dritten  fheil  sich  dannenhero  erhallend,  daß  besagter  Wobei  vnter  andern  seinen  handelßwahren  auch 
eine  silberne,  doch  anderßwo  gemachte  monstrantz  gt  führet  rnd  zue  offendtlichen  khauff  gesetzet,  auff  der  partheyen 
sowohl  mündtliches  vor-  vnd  anbringen  alß  mich  insonderheit  deßwegen  schriefftlich  eingebrachte  informationes 
nach  reiffer  derselben  erwegung  sie  allerseits  dohinn  gewiesen  vnd  beschieden,  demnach  der  cardo  controuersiae 
äigendtlich  nicht  hierinnen  versiret,  ob  den  khauffleutcn  alliier  inn  gemein  rnd  in  Sonderheit  mit  gold  vnd  Silber 
zuehandeln  befuget  sein,  sondern  vielmehr  dorauff  bestehet,  ob  ermelte  khauff-  rnd  handelßleuthe  eine  solche  freye 
goldt-  vnd  silberliaudlung  habenn,  daß  sie  derer  von  klagenden  goldtschmiedeu  angezogenen  priuilegien,  die  sie  von 
weilandt  kayser  Sigmunden  rnd  kayser  Albrechten  lobseeliegster  ged  echt  miß  erlanget  haben,  vngeachtet  nicht  allein, 
in  den  offendtlichen  jahrmärckten  sondern  auch  zicieschen  denselben  so  wohl  frembde  als  von  hiesiegenu  goldt- 
schmieden  gefcrliegte  wercke,  sie  sein  auch  hiesieger  prob  gemeß  oder  nicht,  eiuzueführen  rnd  zueverkhauffen  be- 
rechtieget  vnd  nun  abgedachte  khauffmanns-eltieste  nicht  allein  sich  gleicher  gestaldt  mit  kayser-  vnd  königlichen 
priuilegien  besonders  aber  Caroli  rnd  Wenceslai  hochlölilichsten  angedeuckeus  (:  icc/che  aber  noch  aniezo  so  wohl 
als  des  gegentheils  an  seinen  ortt  gestellet  werden:)  geschützet,  sondern  auch  nebenst  einführung  anderer  vnter- 
schiedtlicher  motiven  sich  besonders  auff  die  von  vndencklicher  zeidt  vnd  jähren  hero  gepfogene  obseruantz  auch 
allzeit  gehabter  vbung  vnd  dardurch  also  erlangte  poßeßion  vel  quasi  bernffen,  daß  demnach  vnd  bey  so  gestalten 
sacheu  beklagte  vnd  interuenienten  die  ger'ümbte  obseruantz  vbung  rnd  poßeßion  vel  quasi  als  einen  furnemben 
tjrund  ihrer  exception  binnen  der  mindern  sächsischen  friest  wie  recht  zueerweisen  schultlieg,  iedoch  klagendem 
theil  an  seinem  kegenbeweiß  vnschedtlich,  icorauff  alßdanu  ferner  ergehen  soll,  was  rechtens  vnd  deme  an  vnß 
hiebeuor  ergangenen  kayser-  vnd  königlichen  rescript  genieß  ist.  womach  sie  sich  also  zueachten.  zue  vhrk.  etc. 
actum  4.  Auyusti  1651. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Uber  definitionum,  Bd.  VII  fol.  71  h  72b.  —  Eine  späte  Abschrift  in  der  Innungsurkunden- 
sammlung von  1737,  S.  54—58. 

25.  Ratsentscheidung  betreffend  die  Mittels-Rezeption  des  Daniel  Vogt.  Vom  25.  November  1664. 

Wir  rathmanne  etc.  bekennen  etc.,  demnach  der  erbahrc  kunstreiche  Daniel  Vogt,  so  die  goldtschmiede- 
kunst  alliier  hiebevor  richtig  erlernet,  nachmahls  vier  jähr  alß  ein  geselle  alliier  gearbeitet,  folgendts  aber  in 
unterschiedenen  k'önigr eichen  und  landen  hierüber  daß  petschir-  und  stein-,  icappen-  und  eisenschneiden,  possiren 
und  andere  dergleichen  küuste  erlernet,  mit  rühm  geübet,  auch  deßen  alliier  genug  Same  proben  vorgew'esen  und 
dargethan,  sich  nunmehr  in  daß  mittel  der  goldtschmiede  zubegeben  gesonnen,  daß  meisterstück  zufertigen  sich  bey 
den  erbahren  eltisten  angegeben  und,  ohne  deß  gewöhnlichen  meisterjahres  arbeitung  zu  den  Meisterstücken  in  er- 
wegung der  hiebevor  alliier  bekantlich  gearbeiteten  vier  gesellenjahre  gelaßen  zmccrdeu,  ansuchung  gethau,  daß 
erbahre  mittel  aber  solches,  und  ob  es  auf  ein  stücklin  getdt  in  die  lade  gerichtet  werden  möchte,  zu  vnser  lie- 
ßndtnuß  gestellet,  daß  wier  in  erwegung  deß  Vogtes  gutten  wiessenschafft,  erfahr enheit  und  wohlerlerneten  kunst 
auch  hiebevor  bey  arbeitung  der  vier  gesellenjahre,  indem  er  auch  auitzo  dbermahls  in  die  vier  jähr  alliier 
gewohnet  bekaudten  wohl  Verhaltens,  den  eltisten  der  goldtschmiede  und  dem  gantzen  mittel  mitgegeben,  ihn  ohne 
erlegung  einiges  geldes  zu  fertigung  der  meisterstücke  zuzulaßeu,  nach  derer  Vorzeigung  sie  alsodann  wegen  deßen, 
icaß  wegen  seiner  verheuratuug  erinnert  worden,  auch  beschieden  werden  sollen;  auch  waß  bey  diesem  deß  Vogts 
exempel  wegen  seiner  gutten  wießenschafft,  wolverhaltens  und  erfahrenheit  von  vnß  verwilliget  worden,  künftig  bey 
anderen  zu  keiner  nachfolge  angezogen  noch  der  erbahren  zunfft  an  ihren  articuln  und  ertheilten  Ordnungen  vor- 
fänglich  oder  nachtheilig  sein  soll.  d.  25.  Novembr:  anno  1664. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Uber  definitionum,  Bd.  VII  fol.  346b— 347a.  .  .  Eine  späte  Abschrift  in  der  Innungs- 
urkundensammlung von  1737,  S.  59—61. 


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26.  Ratsentscheidung  betreffend  die  Meisterrechts -Ausübung  des  Daniel  Vogt.  Vom 
28.  Januar  1666. 

Wir  rathmanne  etc.  bekennen  etc.,  demnach  wier  den  25.  Novembr:  im  abgewiechenen  1665.  [muss  Meissen 
1664]  jähre  avß  erheblichen  uhrsachen  decretiret,  daß  der  erbahre  kunstreiche  Daniel  Vogt  zur  außfertigung  deß 
meisterstücks  ohne  die  sonst  gewöhnliche  meisterjahrsarbeit  bey  dem  löblichen  mittel  der  goldschmiede  zugelassen 
werden  solte,  er  auch  hiernach  daß  meisterstiick  dermassen  gefertiget  und  aufgewiesen,  daß  er  dadurch  seine  in 
angerügtem  decrete  enthaltene  ruhmwürdige  Qualitäten  und  kunst  umb  so  viel  mehr  bewehret,  diese  zeit  her  aber 
sich  zuverhcurathen  oder  ehelich  zuvergloben  nicht  gelegenheit  für  sich  gefunden  und  aber  ihm  deßwegen  daß  würck- 
liche  exercitium  deß  meisterreehts  von  der  zunfft  verweigert  worden,  daß  nach  gepflogener  verhör  und  in  er- 
wegung  dessen,  waß  an-  und  fürbracht,  wier  diese  anverweysimg  gethan,  daß  der  zunfft  bedenckens  unerachtet  dem 
Vogt,  nicht  allein  daß  bür  gerrecht  von  vnß  verliehen  iverden,  sondern  ihm  auch  frey  sein  solle,  daß  erlangte 
meisterrecht  bey  der  goldschmiedezunfft  und  zugleich  dasjenige,  waß  er  an  petschier-,  stein-,  wappen-  und  eisen- 
schneiden, possiren  und  andern  künsten  mehr  erlehrnet,  ohne  alle  Milderung  und  eintrug  zuexerciren,  jedoch  mit 
dem  anhange,  daß  er  der  zunfft  Ordnungen  sonst  sich  gemäß  verhalten,  dieser  befundt  auch  dem  erbahren  mittel 
an  habenden  rechte  und  gewohnheiten  ohne  nachtheil  sein  und  zur  sequel  nicht  außgedeutet  oder  angezogen  werden 
solle,    worüber  diese  recognition  ertheilet.  d.  28.  Januarii  anno  1666. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Liber  definitionum,  Bd.  VIII  fol.  21a  22a.  .  .  Eine  späte  Abschrift  in  der  Innungs- 
urkundensammlung  von  1737,  S.  62—64. 

27.  Bestätigung  der  Privilegien  der  Breslauer  Goldschmiede-Innung  durch  Kaiser  Leopold. 
Vom  3.  Juli  1670. 

Wir  Leopold  von  gottes  gnaden,  erwählter  Römischer  kaiser,  zu  allen  Zeiten  mehrer  des  reichs,  in  Ger- 
manien, zu  Hungarn,  Böheimb,  Dalmatien,  Croatien  vnd  Sclauonien  könig,  ertzhertzog  zu  Osterreich,  Marggraff 
zu  Mähren,  Hertzog  zue  Lutzemburg  vnd  in  Schlesien  vnd  Marggraff  zu  Laußnitz, 

bekhenuen  öffentlich  mit  dießem  brieff  vnd  thuen  kundt  aller männi glich,  daß  vnß  die  eltist-  vndt  jüngste 
deß  sambtlichen  mittels  der  goldtschmide  in  vnserer  königlichen  haubtstadt  Breßlau  vnterthänigst  zueuernehmen 
gegeben,  was  maßen  bereith  von  etlich  iahren  hero  in  für-  vnd  auffkauffung  goldes  vndt  Silbers,  besonders  au 
ketten,  geschirren,  bruch-,  brandt-  vnd  fadensilber,  alten  abgewürdigten  müntzen,  pagamenten  vnd  dergleichen, 
vnterschidliche  vuordnwngen  eingerissen  vnd  sich  daselbst  viel  aigennutzige  leuthe  vnterfangen,  vnßereu  vnd  vnßerer 
vorfahrer  am  reiche  glorwürdigster  gedächtnus  hierwider  ergangenen  gnädigsten  Verordnungen  zuegegen,  derley 
fürzukauffen,  einzuewechßlen  vnd  durch  pfuscher  vndt  stöhrer  in  aigenen  öfen  heimblich  zueschmeltzen,  zuescheiden, 
zuetreiben  vnd  ohne  beobachtung  der  prob  außarbeiten,  wie  nicht  weniger  hernach  heimblich  vnd  öffentlichen  kauff 
aussetzen  zuelassen  vndt  anbey  obbemellten  sambtlichen  mittel  mit  gewählt  einzuespihlen,  dannenhero  vndt  weilen 
denenselben  hierinnfalls  allzu  grosser  abbruch  widerfahren  vnd  sie  an  ihrer  bürgerlichen  nahrung  zuesehr  be- 
kräncket  wurden,  an  vnß  sich  gehorsambst  supplicando  beschwehret  vndt  gebetten  haben,  wir  geruheten  diesemnach 
gnädigst  nit  allein,  die  von  vnßereu  vorfahrern  denen  Römischen  kaisern  vnd  königen  zu  Böheimb  christmildesten 
andenckens,  auch  alten  hertzogen  in  Schlesien  ihnen  verlihene  privilegia  in  kaiser-  vndt  königlichen  gnaden  zue- 
confirmiren  vnd  zubestättigen,  sondern  auch  vber  dieß  denenselben  dieße  Specialverfügung  gnädigst  beyzuesetzen, 
womit  künfftig  die  btshero  so  heuffig  getriebene  pfuschereyen  (:  iedoch  vnbeirret  des  mit  der  geistlickeit  anno 
funffzehenhunäert  vier  vnd  anno  sechzehenhundert  sechzehen  getroffenen  Vergleichs  :)  gäntzlicheu  abgeschaffet,  die 
pfuscher  aber  vnd  besonders  dieienige,  welche  geführter  pfuscherey  ivegen  vberführet  wurden,  riebst  denen,  so  sich 
wider  daß  sechste  gebott  gottes  vergriffen,  ohne  allen  vnterschidt  vndt  außnahm  aus  ihrem  mittel  ausgeschlossen 
vnd  darein  zuegelangen  nicht  fähig  sein  noch  werden  mögen,  wann  wir  dann  gnädigst  angesehen,  wahrgenommen 
vnd  betrachtet  haben,  daß  hierdurch  nit  allein  vnter  denen  zunfftsverwandten  gutte  Ordnung,  zucht  vnd  ehrbarkeit 
erhalten,  sondern  auch  anbey  vnserm  oberhertzoglichen  miintz-regali  besser  vorgesehen  werde,  vnd  dem  gemainen 
stattweesen  zu  erhaltung  gutter  policey  ohne  dem  obgelegen,  dergleichen  leuthe,  so  weder  onera  civilia  mit  dem 
handtwerck  noch  publica  tragen,  abzueschaffen, 

Als  haben  wir  in  solche  ihre  vnterthänigste  zinibliche  bitte  aus  landesfürstlicher  macht  vnd  Vollkommen- 
heit als  regir ender  könig  zu  Böheimb  vnd,  oberhertzog  in  Schlesien  in  gnaden  gewilliget  vnd  diesemnach  mit 
wohlbedachten  muth,  glitten  vorgehabten  zeitigen  rath  vnd  rechtem  wissen  obangezogene,  von  vußeren  vorfahrern 
vnd  denen  alten  hertzogen  in  Schlesien  erwähntem  sambtlichen  mittel  der  goldtschmide  in  vnserer  königlichen  haubt- 
stadt Breßlau  ertheülte  privilegia,  deren  innhalt  von  icorth  zu  worth  allso  lautet: 

Wirratmanne  der  statt  zu  Breßlau  bekennen  vndt  tun  kundt  öffentlichen  mit  diesem  kegenwortigeu  briefe 
allen  denen,  die  ihn  sehen  oder  hören  lesen,  das  der  aller äurchleuchtigister  fürste  vndt  herre,  her  Sigmund  von 
gottes  gnaden  Romischer  kunig,  zu  allen  Zeiten  merer  deß  reichs  und  zu  Hungern,  Behemen,  Dalmacien, 
Croacien  etc.  kunig,  vnser  gnediger  lieber  herre,  durch  rechter  erbahrer  ordenunge  willen  der  stat  Breßlau,  und 
vnwillen,  stosse  vnd  mischelunge,  die  vnder  den  handwerken  erstehen  mochten,  zueuermeiden,  alle  vnd  igliche  Statuten 
vnd  geseeze  der  handwerker,  als  wie  sich  eyn  iglich  handwerk  holden  sal,  vnder  seyner  kuniglich  maiestat  ingesigel 
gnedicliche  ms  beschreben  geben  hat  vnd  sunderlichen  der  goldsmede  Statuten  vnd  geseeze  von  worte  zu  worte 
in  allermosse,  als  hemoch  geschrieben  stet. 

Es  folgen  jetzt  die  Urkunden  Nr.  6,  16,  17,  23. 

25 


194 


Wir  rathmanne  der  Stadt  Breßlau  bekennen  vndt  thuen  Jcundt  öffentlich  hiermit  vor  iedermämiglich,  daß 
in  deme  von  dem  weylandt  wohlgebohrenen  Herrn,  Herrn  Alberto  de  Colowrat,  domino  in  Lybstein,  supremo  can- 
cellario  regni  Bohemiae  etc.,  inter  reverendissimum  patrem  ac  dominum,  dominum  Joannem  episcopum  Wratis- 
laviensem  capitulumqve  et  clerum  insulae  sancti  Joannis  ex  una,  et  cives  civitatis  Wratislauiensis  totamqve  com- 
munitatem  parte  ex  altera,  Wratislaviae  die  sanctae  Dorotheae  virginis  et  martyris  anno  Christi  mülesimo 
qvingentesimo  qvarto  aufgerichteten  vndt  von  dem  durchleuchtigsten  großmächtigsten  fürsten  vndt  herrn,  herrn 
Wladislao,  Hungariae,  Bohemiae,  Dalmatiae,  Croatiae,  Ramae,  Serviae,  Oalliciae,  Lodomiriae,  Cumanae  Bul- 
gariaeqve  rege,  marchione  Moraviae,  duce  Silesiae  et  Lucemburgensi  ac  marchione  Lusatiae  etc.,  Budae  prima 
die  mensis  Marty  anno  Christi  mülesimo  qvingentesimo  qvarto  durch  dero  maiestätbrieff  allergnädigst  confirmirten 
vertrage  hernach  geschriebene  worte  gantz  tüchtig  vndt  vnuersöhret  zuebefinden,  lautende  wie  folget. 

Es  folgt  jetzt  Urkunde  Nr.  13. 

Weill  vnß  dann  eine  erbahre  zeche  der  goldtschmiede  alliier  dessen  vmb  glaubwürdigen  schein  gebetteu, 
als  haben  wir  ihnen  denselben  hiemit  ertheillet.  zue  vrkuudt  haben  wir  vnser  der  Stadt  insigel  hieran  hangen 
lassen,    geben  den  dreyzehenden  tag  des  monaths  January  im  sechzehenhundert  vndt  zwölfften  jähre. 

Wir  rathmanne  der  stadt  Breßlau  bekennen  vndt  thuen  kundt  öffentlich  hiemit  vor  iedermänuiglich,  daß 
der  weylandt  durchleuchtige  liochgebohrne  fürst  vndt  herr,  herr  Heinrich  der  fünffte,  hertzog  in  Schlesien,  herr  zue 
Breßlau  vndt  Lignitz  etc.  christmilder  gedächtnüs  vnseren  vorfahren,  vnß,  vnßerer  burgerschafft  vndt  innwohnern 
ein  Privilegium  in  gnaden  ertheillet,  welches  von  dem  allerdurchleuchtigsteu  großmächtigsten  fürsten  vndt  herrn, 
herrn  Joanne,  könige  in  Böhmen,  herrn  Carolo  dem  vierdten,  Römischen  kaiser  vndt  könige  zue  Böheimb,  auch 
könige  Wenceslao,  kaiser  Sigismundo,  herrn  Alberto,  Ladislao,  Matthia  prinio,  Vladislao,  Ludovico,  köuigeu 
zue  Böheimb,  herrn  Ferdinando,  Maximiliano  2do  vnd  Rudolpho  secundo,  Römischen  kaisern  vndt  königen  zue 
Böheimb,  so  wohl  von  der  zue  Hungarn  vnd  Böheimb  ietztregirendcn  königV.n  mayt:  Matthia  secundo  etc.  aller- 
gnädigst coufirmiret  vndt  bestätiget  worden,  vndt  lauthet  solch  Privilegium  von  wort  zu  worte,  wie  folget. 

Es  folgt  jetzt  Urkunde  Nr.  1. 

Weill  vnß  denn  eine  erbahre  zeche  der  goldtschmide  alliier  dessen  vmb  glaubwürdigen  schein  gebetteu, 
als  haben  wir  ihnen  denselben  hiemit  ertheillet.  zu  vrkundt  haben  wir  vnser  der  stadt  insigel  hieran  hangen 
lassen,    geben  den  dreyzehenden  January  im  sechzehenhundert  vndt  zwölfften  jähre. 

Nit  allein  in  genere  gnädigst  confirmiret,  beliebet  vndt  bestätiget,  sondern  auch  obgebettene  puncta  in 
kaiser-  vndt  königlichen  gnaden  verliehen  vndt  mitgetheilet.  thuen  daß  coufirmiren,  belieben,  bestätigen  vndt  ver- 
leihen ihnen  solche  auch  hiemit  wissentlich  vnd  in  krafft  dieß  brieffs  also  vnd  dergcstaldt,  daß  ausser  derer  keine 
andere,  weniger  pfuscher,  stöhrer  vnd  dergleichen  leuthe  von  obeiugeführten  Sorten,  so  wohl  goldes  als  silber  auff- 
vndt  fürzuekauffeu,  heimblich  oder  öffentlich  zuarbeite)!,  noch  außer  landes  zueuerschwärtzeu  sich  anmassen,  weder 
gelitten  vndt  verstattet,  wie  auch  dieienigen,  welche  den  ehestandt  nit  gebührendt  angetreten,  von  solchen  mehr- 
gedachter zunfft  der  goldtschmide  verliehenen  vndt  von  vnß  ebenfalls  gnädigst  confirmirten  privilegiis  gäutzlicheu 
abgeschlossen  wahr  darzu  admittirt  werden  noch  derer  fähig  sein  sollen,  können  oder  mögen. 

Mainen,  setzen,  ordnen  vndt  wollen,  daß  sie  offtberührter  solcher  ihrer  von  altershero  wohlerhaltener 
priuilegien  vnd  derer  anietzo  von  vnß  hierüber  erfolgten  gnädigsten  confirmation  ruhiglich  vnd  ohne  männigliches 
Hinderung  gebrauchen,  gemessen  vnd  erfreuen,  auch  darwider  von  niemandt  in  keinerley  weiß  oder  iveege  beunruhiget 
vnd  bekümmert  weiden  sollen  oder  mögen,  iedoch  anderer  etwa  habenden  älteren  priuilegijs  oder  wohlhergebrachten 
gerechtsambkeiten  ohne  praeiuäiz  vndt  nachtheil. 

Vnd  gebieten  hierauff  allen  vnd  ieden  vnseres  hertzoglhumbs  Ober-  vnd  Nider-Schlesien  inwohncru  vnd 
vnterthanen,  waß  würden,  Stands,  ambts  oder  Weesens  die  seiudt,  insonderheit  aber  vnserm  königlichen  oberambt  ivie 
auch  dem  magistrat  zu  Breßlau  hiemit  ernst-  vnd  vestiglich,  das  sie  offtermelltes  sambtlichc  mittel  der  goldt- 
schmide vnd  alle  ihre  nachkommen  bey  obbedeuten  Privilegien  vnd  von  vnß  beigefügten  puneten  gebührendt  schützen, 
Handthaben  vnd  dabey  ruhiglich  verbleiben  lasßen,  sie  in  keinerley  iveiß  noch  weege  darwider  nit  irren  noch  bc- 
schwehren,  viel  weniger  iemand  andern  solches  zuethuen  verstatten,  als  lieb  einem  ieden  seye,  vnßere  schwehre 
straff  vnd  vngnad  zueuermaiden,  daß  mainen  wir  ernstlich. 

Zue  vrkhundt  dieß  brieffs  besiegelt  mit  vußerm  kaißer-  vndt  königlichen  anhangenden  grösßeru  insigl,  der 
geben  ist  in  vnßerer  statt  Wien  den  dritten  monathstag  Julij  nach  Christi  vnßercs  lieben  Herrn  vndt  seeliginachers 
gnadenreichen  geburth  im  sechzehen  hundert  siebeuzigsten,  vnßerer  reiche  deß  Römischen  im  zwölfften,  deß  Hm- 
garischen  im  sechzehenden  vnd  deß  Böheimbischen  im  vierzehenden  jähr. 

Leopoldt  Jo:  Hartwigius  comes  de  Nostiz 

regis  Bohemiae  supremus  cancellarius. 
Ad  mandatum  sacrae  caesareae  regiaeqve  maiestatis  proprium 
Adolff  Wratislaw  graff  von  Sternberg  nipp. 
Viktoryn  Pekelsky  mpp.  J.  v.  Tarn  mpp. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Original-Pergamenturkunde  in  dunkelrotem  Sammeteinband,  mit  grossem  anhängendem 
Siegel.  —  Eine  gleichzeitige  Abschrift  mit  einem  Begleitschreiben  an  den  Rat  im  Liber  definitionum,  Bd.  VIII 
fol.  151» — 162a.  —  Ejne  spätere  Abschrift  ebenfalls  mit  Begleitschreiben  in  der  Innungsurkundensammlung  von  1737, 
S.  65— 113.  —  Zwei  weitere  Abschriften  unter  den  Innungsurkunden  0  200,2  Nr.  I  und  0  200,3  Nr.  I.  —  Im  Bresl. 
Kgl.  Staatsarchiv  unter  Stadt  Breslau,  II.  lOd  la,  zwei  Anschreiben  sowie  ein  Auszug  aus  der  Urkunde. 


195 


28.  Erste  Ratsentscheidung  in  einem  Streite  zwischen  den  Goldschmieden  und  Schwertfegern 
wegen  der  Verfertigung  von  silbernen  Degengefässen.    Vom  27.  November  1671. 

Wier  rathmanne  etc.  bekennen  etc.,  demnach  die  erbaren  vnd  kunstreichen  n.  n.  eltesten  und  jüngsten  deß 
mittels  der  goldschmiede  sich  wieder  daß  erbare  mittel  der  schwerdfeger  alliier  klagende  beschweret,  daß  diese 
sie  durch  verferttigung  silberner  degengefäße  in  ihrer  possession  turbirten,  mit  biette,  wier  möchten  solche  beein- 
trächtigung  beklagten  abstellen,  sie  zu  praestirung  gewießer  caution  de  von  amplius  turbando  und  refusion 
veruhrsachter  schaden  und  Unkosten  anhalten,  hiengegen  beklagte  die  angegebene  turbationem  widersprochen  und, 
daß  sie  in  notoria  possessione  solcher  degengefäßferttigung  wären,  vorgeschützt,  sie  allso  vielmehr  hierbey  zuschützen 
vnd  klägern  ins  petitorium  zuverweisen  ansuchung  gethan,  und  hierauf  beyde  theile  gegeneinander  mit  replic  und 
duplic  verfahren,  alß  haben  ivier  nach  vergebens  zwischen  denen  partheyen  gesuchter  vermittelung  und  darüber 
gehaltenem  reiffen  rathe  die  partheyen  derogestalt  zu  bescheiden  befunden,  daß,  nachdem  beklagte  notorie  sieh  in 
possessione  vel  qvasi  der  silbernen,  degengefäßferttigung  befinden,  sie  darbey  so  lange  znlaßai  sindt,  biß  klägern 
in  petitorio  ein  ins  prohibendi  ausführen  werden,  wornach  sie  sich  zu  achten,  zu  uhrkundt  etc.  den  27.  Novembr: 
anno  1671. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Uber  definitioinim,  Bd.  VIII  fol.  195b— 196a.  -  -  Eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungs- 
urkundensaniinlung  von  1737,  S.  114—115.  Eine  Inhaltsangabe  bei  Christian  Anton  Kretschmer,  Liber  operum 
omnium  continens  Bresl.  scriptae,  S.  144.  —  Vgl.  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Rep.  199,  MR.  VI.  68,  Vol.  1  fol.  331  ff. 

29.  Zweite  Ratsentscheidung  in  einem  Streite  zwischen  den  Goldschmieden  und  Schwertfegern 

wegen  der  Verfertigung  von  silbernen  Degengefässen.    Vom  5.  Februar  1672. 

Wier  rathmanne  etc.  bekennen  etc.,  demnach  daß  ehrbare  mittel  der  goldschmiede  entgegen  den  zwieschen 
ihnen  und  dem  auch  ehrbaren  mittel  der  schwerdfeger  alliier  den  27.  November  abgeiciechenen  jahres  publicirten 
abschiedt  leuterung  eingewendet,  auch  bey  der  heutigen  tages  gepflogenen  verhör  angeführet,  waßmaßen  ihnen 
ohnschwer  fallen  würde,  ihre  angegebene  ältere  possession  und,  daß  der  schwerdfeger  jiossessio  claudestina  auf 
inquieta  wehre,  zuerweisen,  jedoch  aber  der  leuterung  sich  begeben  und  unnß  ersuchet,  daß  wier  eine  erklährung 
publiciren  weiten,  in  icaß  prob  diejenigen  degengefäß,  so  die  schwerdfeger  alliier  von  silber  außzufertigen  und  zu- 
verkauffen  befugt  wehren,  bestehen,  und  dann,  daß  ihnen  von  pfuschern  und  stöhrern  kern  nachtheil  möchte  zu- 
wachsen, sie  durch  reversales  zuversichern,  gebethen,  die  schiverdfeger  aber  der  goldschmiede  gerühmter  possess 
nichts  enträumt  sondern  sich  auf  den  sententz  alß  numehr  rem  iudieatam  bezogen,  den  verlangten  aussatz  wegen 
der  Silberprobe  aber  auf  vnsere  einrichtung  und  Verordnung  gestellef,  daß  wier  hierauf  beyde  theil  anverwiesen 
und  beschieden  haben,  daß  es  bey  vorhin  angezogenem  vnserm  den  27.  Novembr:  publicirten  abschiede  sein 
bewenden  behalten,  sonsten  aber  die  schwerdfeger  schuldig  sein  sollen,  die  degengefäß,  so  sie  von  silber  auß- 
fertigen  oder  alliier  verkauffen  würden,  allein  von  silber  so  der  hiesigen  Stadt  prob  allerdings  gleich  abzu- 
arbeiten und  keine,  so  geringhaltiger  wehren,  anher  einzuführen  oder  zuverkauffen,  mit  angeheugter  dieser  er- 
klährung: aufn  fall  iergends  jemand  zu  den  schwerdfegern  ein  degengefäß  von  silber,  so  anderwerts  gefertiget  und 
erkauft,  an  der  prob  aber  geringer  alß  der  stadt  silber  probe  sein  würde,  zu  dem  ende  bringen  und  begehren 
solte,  daß  ihm  daran  eine  degenklinge  solle  eingestossen  werden,  solches  den  schwerdfegern  unverwehret,  dabey 
aber  jedoch  kein  unterschlief  gebraucht  werden,  sonst  aber  der  goldschmiedezunfft  ihre  habende  Privilegien. 
Ordnungen  und  andere  rechte,  insonderheit  wieder  pfuscher  und  stöhrer  in  unverrucktem  valor  verbleibin  und. 
gelaßen  werden  sollen,  icornach  sich  die  parten  zurichten,  zu  uhrkundt  etc.  publicatum  d.  5.  Februarii 
anno  1672. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Liber  definitionum,  Bd.  VIII  fol.  209b  210b  .  Eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungs- 
nrkundensammlung  von  1737,  S.  116—119. 

30.  Der  Rat  schlichtet  einen  Streit  zwischen  den  Meistern  und  den  Gesellen  der  Goldschmiede. 
Den  20.  März  1675. 

Wier  rathmanne  etc.  bekennen  etc.,  demnach  die  erbahre  und  kunstreiche  eltisten  der  goldschmiede  ivieder 
etliche  gesellen  beschwer  geführet,  daß  sie  den  quartalgroschen  nicht  erlegen  wollen,  auch  sich  von  hier  wegzu- 
begeben gesonnen,  darumb  daß  sie  eltisten  einen  erst  allhier  angekommenen  einheimischen  gesellen  nahmens 
Thomas  George  Wardt  [Wartig]  zum  alt-gesellen  erivehlet  und  solchem  den  schlüßel  zustellen  laßen,  die  gesellen 
aber  hierwieder  eingewendet,  daß  besagter  Thomas  George  Wardt  den  Zeitarbeitern,  so  hierzu  ebenfals  tüchtig 
gewesen,  vorgezogen  worden  wehre,  da  doch  seliter  noch  nichts  in  die  gesellenlade  beygetragen  hette,  deßwegen 
sie  diesfalls  eine  enderung  verlanget:  worzu  von  beyden  theilen  ferner  eines  und  das  ander  angebracht  worden, 
alß  haben  nur  nach  genungsamer  der  suche  erwegung  dieselbige  dahin  zubescheiden  und  anzuverweisen  befunden, 
daß  erstlich  der  Thomas  George  Wardt  bey  der  alt-geselleuschafft  und  dem  schlüßel  zulaßen  sey  und  die 
sämbtliche  gesellen  bey  Vermeidung  schwerer  straffe  wiederumb  in  ihre  arbeit  treten,  sowohl  den  quartalgroschen 
abtragen  sollen;  anderns  aber  die  eltisten  forthin  zu  alt-gesellen  einen  einheimischen  wie  auch  einen  frembden 
gesellen,  so  beyderseits  tüchtige  personen  hierzu  verhanden,  zuerwehlen  und  selbigen  die  schlüßel  anvertrauen 
sollen,    wornach  sie  sich  zu  achten  haben,    zu  uhrkund  etc.  gegeben  den  20.  Martii  etc.  1675. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Urkunde  mit  dem  Breslauer  Stadtsiegel  unter  Hs.  O  200, 2  Nr.  V.  —  Eine  Abschrift  im  Liber 
definitionum,  Bd.  IX  fol.  1  b— 2  a.  —  Eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungsurkundensammlung  von  1737,  S.  119—121. 

25* 


196 


31.  Der  Rat  gestattet  den  Goldschmieden  die  Verarbeitung  von  unter  vierzehn  lötigem  Silber 

auf  ein  Jahr.   Den  4.  Januar  1677. 

Wier  rathmanne  etc.  bekennen  etc.,  waß  maßen  auf  daßienige,  waß  etliche  jüngste  meister  der  goldschmiede 
wegen  unser  zulaßung,  daß  nebenst  hiesiger  virzehenlötigen  stadtprobe  deß  Silbers  auch  ander  schlechtes  und 
geringer-lötiges  nach  dem  exempel  und  der  gewohnheit  bey  ihrem  mittel  in  der  kay serlichen  residentz-stadt  Wien 
sowohl  zu  Berlin  und  an  anderen  orthen  gearbeitet  werden  möge,  beweglich  gebeten,  und  waß  dabey  die  ver- 
ordnete eltisten  nebenst  den  andern  meistern  besonders  wegen  der  hiesigem  mittel  auß  denen  allergnädigst  ver- 
liehenen kayser-  und  königlichen  Privilegien  sowohl  confirmirten  articuln  zustehenden  virzehenlötigen  probe  er- 
innert, dann  waß  auch  zuletzt  die  eldisien  wegen  der  einricht-  und  Haltung  mit  dem  arbeitenden  geringem  und 
schlechterem  silber  vorgeschlagen  haben,  in  gehaltenem  rathe  geschloßen  worden,  daß,  weill  hirvon  einiger  verdinst 
und  aufnehmen  deß  tnittels  gehoffet  wird,  zwar  einem  iedwedem  meister  sol  zugelaßen  sein,  nebenst  dem  hiesigen 
virzehenlötigen  silber  auch  weniger  lötiges  zuarbeiten,  sowohl  demselbteu,  welcher  solch  silber  nicht  selbst  hat, 
davon  aber  einige  arbeit  begehret,  daß  silber  hirzu  in  billichem  werth  zuüberlaßen.  eß  sollen  aber  hirbey  nach- 
gesetzte conditiones  bey  Vermeidung  schwerer  animadversion  und  strafe  genau  observiret  und  in  acht  genommen 
werden,  allß: 

1.  Sol  kein  geringers  alß  zwölflötiges  silber  gearbeitet  werden,  es  wehre  dann,  daß  iemand  eine  große 
summe  geringeren  silbers  verarbeiten  laßen  wolle  und  solches  alßdenn  auf  gebührende  anzeigung  deßen 
von  unß  verstattet  werden  möchte. 

2.  Sol  alßbald  in  gegenwarth  deßen,  welcher  dergleichen  silber  zu  einiger  arbeit  geben  wird,  selbiges 
gebührend,  zusammen  geschmeltzet  und  ihme  hernach  von  einem  zertheilten  stücklein  deßen  eine  gleiche 
probe  zugestellet  werden. 

3.  Sol  nichts  von  solchem  silber  in  die  crahme  oder  zum  verkauft'  sondern  alleine,  waß  angedungen  oder 
begehret  werden  wird,  gemacht  werden. 

4.  Sol  auch  nichts  von  dergleichen  silber  verfertiget  werden,  so  nicht  gezeichnet  werden  kan. 

5.  Sol  die  arbeit  von  diesem  silber  zu  einem  kenn-  und  mercklichen  unterscheide  deß  virzehenlötigen 
nebenst  dem  probirstiche  mit  einem  absonderlichen  puntzen  ohne  daß  hiesige  stadt-W  und  zwar 
ohne  unterscheid,  ob  selbte  gleich  mehr  alß  zwölflötig,  auf  einerlei/  art  und  weise  gezeichnet  werden. 

6.  Sol  ein  ieder,  so  etwas  zum  zeichnen  schicken  wird,  in  daß  darzu  gehörige  büchleiu  darbey  setzen, 
für  icieviel  lötig  er  es  angebe,  damit  der  Zeichenmeister  hernach  sehen  könne,  ob  selbtes  sich  also 
befinde. 

7.  Sol  die  arbeit  von  dergleichen  schlechten  silber  der  andern  von  guttem  silber  gleich  bey  dem  mittel 
vergeben  und  dieses  geld  in  eine  absonderliche  büehse  verwahret  werden. 

8.  Sol  auch  dem  zeichen-meister  für  daß  probiren  und  einschreiben  gleich  wie  von  dem  virzehenlötigen 
silber  für  die  marck  sechs  heller  entrichtet  werden. 

Schlüßlich  sol  dieses  ohne  einiges  praeiuditz  und  nachtheil  derer  einem  ehrbaren  mittel  von  kayser-  und 
königlichen  mayestäten  allergnädigst  ertheilten  Privilegien  und  confirmirten  articuln  also  auf  ein  jähr  versuchet 
werden,  umb  zuerfahren,  wie  es  sich  wird  practiciren  laßen  und  waß  für  effectea  davon  zuverspüren  sein  werden ; 
hiruach  erfolget  alßdenn  resolution,  ob  solche  zulaßung,  geringer  alß  virzehenlötiges  silber  biß  auf  zwölflötiges 
zuarbeiten,  weiter  coutiuuiren  oder  wieder  aufgehoben  sein  solle,   zu  uhrkundt  etc.  den  4den  Januarii,  anno  1677. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Uber  definitionum  Bd.  IX  fol.  45a— 46b.  Eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungs- 
urkundensammlung von  1737,  S.  121—127. 

32.  Ratsentscheidung  betreffend  die  versilberte  Gürtlerarbeit.    Vom  24.  Juli  1677. 

Wier  rathmane  etc.  bekennen  etc.,  demnach  das  erbare  mittel  der  giirtler  alliier  zwar  zeither  an  ihre  auß 
meßing  gefertigte  und  versilberte  gürtet  gute  silberne  schlößer  gemacht,  sich  aber  ereignet,  daß  derogleicheu  gürtel 
wegen  des  auf  dem  schloße  befindlichen  goldschmied-  und  hiesigen  stadt-zeichens  für  gantz  silbern  betrüglich  ver- 
kaufft  worden,  als  verordnen  wier  hiermit,  daß  sie  zwar  hinßiro  derogleicheu  gürtel  fertigen,  iedoch  keine  silberne  schlößer, 
welche  derogestalt  gezeichnet  sind  und  die  kaufer  verleiten  können,  darein  machen  sollen,  gleicher  gestalt  solleit 
auch  die  goldschmiede  au  meßene  gürtel  kein  silbernes  mit  der  stadt  und  ihrem  zeichen  vermercktes  schloß  oder 
rose  fertigen,    wornach  sie  sich  zuachten.    decretum  den  24.  Julii  anno  1677. 

Bresl.  Stadtarchiv,  über  definitionum,  Bd.  IX  fol.  69 b— 70a.  —  Eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungs- 
urkundensammlung von  1737,  S.  127—128. 

33.  Die  Goldschmiede  bitten  den  Rat  um  die  Erlaubnis,  ferner  auf  ein  Jahr  12-  und  13-lötiges 
Silber  verarbeiten  zu  dürfen;  der  Rat  willigt  ein  am  26.  Januar  1678. 

Hoch-  und  tvohledelgebohrne,  gestrenge,  hoch-  und  wohlbenambte,  hochgeehrteste  herren. 
Euer  gestr:  sollen  ivir  eltesten  der  goldtschmiede  alliier  hierdurch  gehorsambst  eindenck  machen,  wie 
daß  den  4.  Januarij  hinterlegten  1677sten  jahres  auß  allerhand  sich   ereignenden   motivis   euer  gestr:  bewogen 
worden,  unter  geivißen  bedingungen  unserm  UM:  mittel  nachzusehen,  womit  unß  nebst  dem  14-löthigen  alß  Breßl: 
ordinar-proba  auch  zugleich  12-  und  lS-löthiges  silber,   iedoch   daß   bey  ablauff  bedeuteten  jahrs  wir  disfallß 


197 


gehorsambsten  bericht,  wie  viel  etwa  von  dem  12-  und  13 -löthigen  Silber  verfertiget  worden,  berichten  sollen, 
zu  verarbeiten  frey  gelaßen  worden,  demnach  nun  sich  befunden,  daß  bey  genauerer  Untersuchung  aller  dieses 
jähr  über  verfertigter  arbeith  an  sothanen  12-  und  18 -  löthigen  silber  in  die  ■sechshundert  marck,  unter  /reichem 
ihr  durchl:  hertzog  Julius  fürst  zu  Öelß  cum  plen:  tit:  zu  dero  taffei  ad  300  marck  verfertigen  laßen,  begriffen, 
und  also  zuverspüren  ist,  daß  bey  fernerer  dieser  arbeit  continuation,  ob  wohin  nicht  allemahl  so  große  summen, 
dennoch  von  zeit  zu  zeit  sich  mehrere  frembde  arbeith  herein  finden,  hergegen  aber  dehnen  unserm  mittel  über 
dieses  so  ihn  alß  außer  der  Stadt  höchst  schädlich  fallenden,  pfuschern  einiger  abbrach  geschehen  dörfte, 

Allß  haben  euer  gestr:  wir  zufolge  bedeuteter  Verfügung  hierdurch  gehorsambsten  bericht  abstatten  und 
zugleich  zu  dehro  obrigkeitlichen  Verordnung  stellen  trollen,  ob  bey  so  bewandtem  zustande  dieselbte  fernerweil, 
iedoch  besage  Inhalts  des  unserm  mittel  hierüber  den  4.  Januar ij  an-  1677  ertheileten  recessus,  thulich  und  zugleich 
zuläßig  zu  sein  befinden  werden,  mit  fertiguug  der  12-  und  13 -löthigen.  arbeith,  besonders  da  nebst  unß  das 
gantze  mittel  hierzu  incliniret,  hinfuhr o  zu  continuiren,  worüber  euer  gestr:  Verfügung  wir  erwartende  bleiben 
euer  gestr:  gehorsambste 

n.  n.  eltesten  der  goldlschmiede. 

Decretum. 

Bey  angeführter  beschaffe nheit  hat  ein  gestrenger  rath  in  derer  supplicanten  petitum  noch  ferner  uff  ein 
jähr  gewilliget;  den  26.  Januarij  ao.  1678. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Uber  definitionum,  Bd.  IX  fol.  92a— 93a.  Eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungs- 
urkundensammlung von  1737,  S.  129  —132. 

34.  Mittelseingabe  und  Ratsdekret  betreffend  die  fernere  Verarbeitung  des  12-  und  13-lötigen 
Silbers.    Vom  3.  Februar  1679. 

Hoch-  und  woledelgebohrne,  gestrenge  und  hochbeuahmbte,  hochgeehrteste  herreu. 

Demnach  eur:  gestr:  auf  vnsern  zuvorhero  abgelegten  schrifftlicheu  bericht  unterm  26.  January  abgelauffenen 
1678.  jähre  per  decretum  verwilligt,  daß,  ob  wol  vnserm  mittel  innhalts  des  den  4.  January  a°- 1677  zwischen 
vnß  eltisten  und  den  jüngsten  eröfneten  recessus  mit  gewißeu  in  demselben  enthaltenen  bedingungen  nachgelaßen 
worden,  nebst  dem  14 -löthigen  auch  12-  und  13-löthiges  silber,  iedoch  nur  an  bestellter  arbeit,  auf  ein  jähr  lang 
zuverferttigen,  eur:  gestr:  auß  damals  angeführten  uhrsachen  sothane  arbeit  annoch  auf  ein  jähr  lang  nehmlich 
von  anno  1678  biß  January  anno  1679  zu  continuiren. 

Indem  nun  wier  gewahr  worden,  daß  von  zeit  zu  zeit  das  12-  und  13-löthige  silber  fast  von  vielen 
leuthen  zur  arbeit  befördert  und  bestellet  wird,  vnser  gantzes  löbl.  mittel  auch  zugleich  deren  arbeit  continuation 
eines  theils  ihnen  nützlich  andern  theils  auch  zu  supprimirung  derer  vnserm  mittel  höchstbeschwerlich  fallenden 
pfuscher  dienlichen  zusein  vermeinen,  haben  dahero  zu  eur:  gestr:  Verfügung  stellen  wollen,  ob  nicht  thulich  sey, 
mit  sothaner  arbeit  nicht  nur  auch  auf  dieses  jähr  sondern  auch  auf  folgende  jähre,  ohne  daß  wier  eur:  gestr: 
mit  außbiettung  eines  decreti  jährlich  beschwerlich  fallen  müßen,  wiewol  unter  denen  in  dem  recess  bedungenen 
und  vnserm  mittel  freygelaßenen  couditionen  hiermit,  biß  etwa  eines  oder  das  andere  gehorsamst  zuerinneru  vor- 
fallen möchte,  fortzuführen,  gestalt  wier  denn  über  diese  verlangte  continuation  obrigkeitliches  decretum  hiermit 
erhielten,  die  ivier  sein 

eur:  gestr:  gehorsame 

n.  n.  eltisten  und  jüngsten  des  mittels 
der  goldschmiede  allhier. 

Decretum. 

Weil  die  bißherige  einricht-  und  Verarbeitung  des  12-  und  13 -löthigen  silber s  dem  mittel  der  gold- 
schmiede nützlich  zusein  berichtet  wird,  so  hat  ein  gestrenger  rath  nach  reiffer  erwegung  der  angeführten  umb- 
stännde  geschloßen  und  bewilligt,  daß  mit  solcher  verfaßung  annoch  auf  drey  jähr  iedoch  dergestalt  continuiret 
werden  möge,  daß  die  in  dem  den  4.  January  des  1677.  jahres  publicirten  reeeßu  enthaltene  conditiones  genau 
beobachtet  werden  sollen,    decretum  in  consilio  senatüs  Wratisl:  die  3.  Febr:  anno  1679. 

Bresl.  Stadtarchiv,  über  definitionum,  Bd.  IX  fol.  108t>— 109^.  Eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungs- 
urkundensammlung  von  1737,  S.  133 — 136. 

35.  Mittelseingabe  und  Ratsdekret  betreffend  die  fernere  Verarbeitung  des  12- und  13-lötigen 

Silbers.    Vom  22.  April  1682. 

Hoch-  und  woledlgebohrne,  gestrenge,  hochgeehrteste  herren. 
Eur:  gestr:  sollen  wier  hierdurch  gehorsambst  indenck  machen,  wie  daß  dieselbte  den  3.  Febr:  anno  1679, 
auf  vnsern  unterthänigen  bericht,  daß  angesehen  wier  vnserm  mittel  nützlich  zuseyn  befunden,  nebst  dem  14 -löthigen 
auch  das  12-  und  13-löthige  silber  iedoch  nur  an  bestellter  arbeit  zuverferttigen,  ein  gestrenger  rath  auch  in  die 
continuation  des  12-  vnd  13 -löthigen  Silbers  auf  drey  nach  einander  folgende  jähre,  iedoch  daß  die  in  dem  den 
4.  January  anno  1677  publicirten  receß  enthaltene  conditiones  genau  beobachtet  werden  sollen,  besage  litt.  A. 
(vid.  in  h.  I.  fol.  109.),  bewilliget,  nun  dann  sothanes  triennium  zu  ende  gelauffeu  vnd  unß  ohne  eur:  gestr: 
erlaubnüß  ferner  mit  sothaner  arbeit,  ob  wol  wier  sehen,  daß  fast  dergleichen  viel  bestellet  wird,  und  hierdurch 


198 


denen  hänffig  hin  vnd  her  versteckten  pfuschern  abbruch  geschehet,  fortzufahren  nicht  anstänndig,  hierbei/  aber 
auch  eur:  gestr:  vorzutragen  vor  nöthig  befunden,  daß,  da  unß  erlaubet  werden  solte,  nicht  nur  das  12-  und 
13-löthige  silber ,  wenn  solches  zuarbeiten  bestellet  wird,  sondern  auch  selbtes  zu  feilem  kauff  iedoch  unter 
bisherigen  bedingungen  und  angehefftetem  zeichen  zuverferttigen,  vielleicht  wie  die  völlige  außrottung  der  pfuscher 
erfolgen  alß  auch  die  bißhero  verfführte  große  zuführe  von  Oldau  und  andern  orthen  gehemmet  werden  dörfte, 
ersuchen  also  eur:  gestr:  wier  gehorsambst,  so  wol  zuerlauben,  daß  wier  inskünftige  so  wol  dergleichen  12-  und 
13-löthiges  silber  zu  feilem  kauff  verferttigen  mögen,  alß  auch  in  dergleichen  bestelleten  arbeit  continuiren  und 
also  unß  vnd  die  unsrigen  desto  füglicher  auß-  und  durchbringen  mögen,  wier  bleiben  hievor 
eur:  gestr: 

gehorsame 
eltisten  und  jüngsten  der  goldschmiede 

allliier. 

Decretum. 

Ein  gestrenger  rath  hat  nach  beschaff enheit  der  Sache  geschloßen  und  beicilliget,  daß  weil  die  bißherige  ein- 
richtnng  mit  des  12-  und  13-löthichten  Silbers  Verarbeitung  dem  mittel  der  goldschmiede  vorträglich  zuseyn  be- 
richtet wird,  so  möge  auch  gedachtes  mittel  in  solcher  verfaßung  annoch  auf  drey  jähr  iedoch  dergestalt  con- 
tinuiren, daß  die  in  dem  den  4.  Januarij  des  verfloßenen  1677.  jahres  publicirten  receßu  enthaltene  conditiones 
genau  beobachtet  werden  sollen,  wie  wier  dann  hiemit  den  dritten  articul  solcher  Ordnung  nochmals  deutlich 
dahin  declariret  und  erkläret  haben  wollen,  daß  nicht  allein  solch  geringes  silber  zum  verkauff  keinestveges  ver- 
ferttigt  sondern  auch  indistincte  vnd  ohne  unterschied  von  niemanden,  wer  der  auch  sey,  weder  im  laden  noch 
gewölben  verkaufft  werden  solle,    decretum  in  consilio  senatüs  Wratislav:  d:  22.  April:  anno  1682. 

Bresl.  Stadtarchiv,  über  definitionum,  Bd.  IX  fol.  174b — 1 75 b.  -  Eine  spätere  Abschrift  in  der  lnnungs- 
urkundensammlung  von  1737,  S.  136 — 140. 

36.  Der  Rat  verbietet  die  Einfuhr  von  geringhaltigen  Silberarbeiten.    Den  14.  Mai  1687. 

Wir  rathmanne  der  Stadt  Breßlau  bekennen  und  thun  kundt  öffentlich  hiermit  vor  jedermänni glich, 
demnach  wir  in  erfahrung  kommen,  es  auch  der  augenschein  zeiget,  daß  von  zeit  zu  zeit  von  der  frembden  gold- 
schmied-arbeit  allerhand  geringhaltiges  silber  iemehr  und  mein-  in  die  Stadt  eingeführet  wird,  dardurch  nicht  allein 
denen  hiesigen  goldschmieden  großer  eintrug  geschiehet,  also  daß  sie  dabey  in  ihrer  nahrung  fast  gäntzlich  erliegen 
müßeu,  sondern  auch  die  genteinen  leute,  welche  der  proben  nicht  kundig  sein,  vornemlich  aber  auch  durch  das 
mit  einem  frembden  W  bezeichnete  silber,  so  doch  die  hiesige  W- probe  gar  nicht  hat,  allzusehr  vervortheilet  und 
betrogen  werden,  als  wollen  wir  hiermit  und  in  krafft  deßen  die  einführe  edler  und  jeder  unter  12 -lötigem  silber 
gefertigten  goldschmiede-arbeit  so  wohl  von  denen  benachbarten  als  auch  entfernten  ohrten,  wie  nicht  minder  des- 
jenigen Silbers,  so  mit  dem  frembden  W  bezeichnet  ist  und  die  hiesige  W -probe  von  14  -  lötigen  silber  nicht  hat, 
gäntzlich  verboten  und  abgeschaffet  haben,  und  soll  sich  niemand  unterstehen,  weder  in  leiden  oder  gewölben 
weder  heimlich  noch  öffentlich  dergleichen  zuverkauffen.  do  aber  jemand  darwieder  zuthun  sich  unterstehen  würde,  der 
oder  dieselbige  sol  nicht  allein  mit  wegnehmung  des  Silbers  oder,  do  ers  bereits  jemandem  verkaufft  und  nicht 
mehr  in  seiner  gewalt  hette,  umb  den  werth  deßelbeu  sondern  nach  befund  des  hanndels  und  unter schlieffs  auch 
noch  darzu  mit  gefängnüs  oder  einer  andern  empfindlichen  straffe  beleget  werden,  wornach  sich,  männiglich 
zuachten  wie  auch  für  schimpf  und  straffe  zu  hatten  wißen  wird,    zu  uhrkund  etc.  den  14.  Maji  ao.  etc.  1687. 

Bresl.  Stadtarchiv,  über  definitionum,  Bd.  IX  fol.  239 b— 240 a.  —  Eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungs- 
urkundensammlung  von  1737,  S.  144—147.  —  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  10  d2. 

37.  Der  Rat  gestattet  den  Goldschmieden,  fortan  zum  Verkaufe  12-lötiges  und  auf  Bestellung 
13-lötiges  Silber  neben  dem  14-lötigen  zu  verarbeiten.    Den  30.  Mai  1687. 

Wier  rathmanne  etc.  bekennen  etc.,  daß  wier  auf  gehorsames  anhalten  der  eltesten  und  jüngsten  des  mittels 
der  goldschmiede  allhier  bewilliget,  daß  gedachtes  mittel  solange,  als  hierinn  keine  Veränderung  erfolget,  nebenst 
dem  14-löthigen  silber  als  Breßlauischen  ordinar-proba  auch  auf  begehren  und  bestellen  13-löthiges  wie  nicht 
weniger  zum  verkauf  12 -löthiges  silber  unter  dem  bißherigen  zeichen  des  johanneshaubts  verferttigen :  und  arbeiten 
möge,  worbey  aber  die  in  dem  den  4.  Januar:  des  1677sten  jahres  publicirten  recess  enthaltene  conditiones  genau 
beobachtet  werden  sollen,  jedoch  behalten  wir  unß  und  folgenden  rathmannen  hiermit  außdrücklich  bevor,  diesen 
aussatz  nach  gelegenheit  und  Veränderung  der  zeit  zu  ändern,  zu  mindern,  zu  mehren  oder  gar  abzuthun.  decretum 
in  consilio  senatus  civitat:  Wratislav:  und  zu  uhrkund  etc.  d.  30.  Maji  a»-  1687. 

Bresl.  Stadtarchiv,  über  definitionum,  Bd.  IX  fol.  239 a.  —  Eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungsurkunden- 
sammlung von  1737,  S.  140—141.  —  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  10  d2. 

38.  Bericht  des  Mittels  an  den  Kaiser  betreffend  die  Pfuscher  auf  den  geistlichen  Gütern. 
Vom  26.  Oktober  1688. 

Unter  Berufung  auf  den  Vertrag  vom  Jahre  1616  (Urkunde  19)  bittet  das  Mittel  den  Kaiser,  gegen  die 
Pfuscher  und  Silberverfälscher  einzuschreiten,  die  auf  den  geistlichen  Gütern  —  zehn  allein  auf  dem  Sande  — 


199 


wohnen  und  sich  unterstehen,  daß  W  alß  das  alhiesige  stadtzeichen  und  der  goldschmiede  gewöhnliche  probe  auf  ihr 
liederliches  und  verfälschtes  silberwerck  zu  schlagen  oder  ihre  liederliche  arbeit  ohne  zewlien  und  puntzen  eigenem  belieben 
nach  verferttigen.    Den  26.  Oktober  1688. 

Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  10  d5.  —  Bresl.  Stadtarchiv,  eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungs- 
urkundensaminlung  von  1737,  S.  147—151. 

39.  Berichte  des  Mittels  an  das  Kgl.  Oberamt  betreffend  die  Pfuscher  auf  den  geistlichen 
Gütern.    Vom  16.  Juli  und  2.  Dezember  1689. 

Da  der  Bericht,  den  die  Goldschmiede  wegen  der  Pfuscher  am  26.  Oktober  1688  an  den  Kaiser  gesandt 
haben,  ohne  Erfolg  geblieben  ist,  wendet  sich  die  Innung  am  16.  Juli  und  am  2.  Dezember  1689  an  das  Kgl. 
Oberamt  in  Schlesien  mit  der  Bitte,  die  Pfuscher  und  Störer  „unfehlbar"  abzuschaffen. 

Bresl.  Stadtarchiv,  eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungsurkundensammlung  von  1737,  S.  151  —155  u.  189 — 194. 

40.  Ratsentscheidung  zwischen  den  Goldschmieden  und  Jubelierern.    Vom  12.  Januar  1693. 

Wir  rathmanne  etc.  bekennen  etc.,  demnach  die  ehrbaren  und  kunstreichen  n.  n.  ältesten  und  jüngsten  der 
goldschmiede  allhier  an  einem  sich  über  den  ehrenfesten  Johann  Vogel  bürgern  und  jubelirern  allhier  am  andern 
theil  occasione  dreyer  von  ihm  einer  fr.  von  adel  gegen  gegebenes  gold,  verkauffteu  goldenen  ketten  und  etwas 
silberwercks  wegen  unbefugter  beeinträchtigung  ihres  mittels  mit  durchgießung  des  goldes  und  schmeltzung  des 
silbers  auch  Verarbeitung  deßelben  und  sonsten  beschweret  und  deßhalb  ein  gewißes  attestatum  eingebracht  und 
andere  beweißgründe  angeführet  auch  Ihme  solches  abzustellen,  insonderheit  das  bey  ihm  befindliche  und  dem 
angeben  nach  seinen  Stiefkindern  gehörige  werckzeug  von  ihm  abzufodern  gebeten,  der  Vogel  aber  die  beschuldigte 
beeinträchtigung  zwar  negiret  iedoch  eventualiter,  daß  ihm  ein  und  anders  erlaubet  teere  und  das  einige  von  den 
goldschmieden  frembd  gearbeit  silber  einführeten  und  ihn  in  seiner  bestellten  arbeit  verhinderten,  vorgeschützet 
tiud  insonderheit  wieder  außfolgung  des  werckzeugs  protestiref,  worüber  die  partheyen  beiderseits  ferner  mit 
re-  lind  duplic,  pro-  et  reprotestation  schrifftlich  verfahren,  alß  haben  wir  sie  nach  reiffer  erwegung  alles 
ihres  gethanen  vor-  und  anbringens  dahin  zubescheiden  befunden,  daß  der  Vogel  sich  des  golddurchgießens 
und  silberschmeltzens  vornehmlich  aber  der  Verarbeitung  deßelben  und  aller  andern  beeinträchtigung  des  mittels 
enthalten,  ingleichen  bey  den  pfuschern  nicht  arbeiten  laßen  wie  auch  kein  frembdes  silberwerck,  so 
nicht  zum  wenigsten  zwelfßötig  ist,  einführen  und  verkauffen  und,  weil  ihm  der  goldschmiede  werckzeug  nichts 
nütze  und  er  denselben,  seinem  eigenen  zugeständnüs  nach,  den  Stiefkindern  bereits  selbst  destiniret,  solchen  werck- 
zeug zu  Verhüttung  alles  fernem  Verdachts  und  mehrer  weitläufftigkeit  derer  Stiefkinder  Vormündern  extradiren 
solle,  hingegen  soll  sich  auch  das  mittel  der  goldschmiede  von  einführ-  und  verkauffung  des  augspurger  und 
andern  frembden  gemachten  silberwercks  enthalten  und  den  Vogel  mit  der  arbeit,  so  er  bey  denen  hiesigen  gold- 
schmieden bestellen,  möchte,  nicht  verhindern  noch  übersetzen.  Schäden  und  Unkosten  werden  gegeneinander  com- 
pensiret  und  aufgehoben,    wornach  sich  die  partheyen  zu  achten. 

publicat.  den  12.  Januar.  1693. 

Bresl.  Stadtarchiv,  über  definitionum,  Bd.  IX  fol.  345 ab.  —  Eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungsurkunden- 
sammlung von  1737,  S.  196  -200. 

41.  Einwände  gegen  ein  Projekt  betreffend  die  Abänderung  der  für  die  Goldschmiede  geltenden 
Bestimmungen  wegen  der  Beschau  und  des  Ein-  und  Verkaufs  von  Gold  und  Silber.  Vom  19.  März  1703. 

Bresl.  Stadtarchiv,  eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungsurkundensammlung  von  1737,  S.  200  f,  218—231. 

42.  Innungs- Artikel  vom  25.  August  1703. 

Wier  rathmanne  der  stadt  Breßlau  bekennen  und  thun  kundt  öffentlich  hiermit  vor  jedermänniglich, 
demnach  unß  die  erbahr en  und  kunstreichen  n.  n.  eltesten  undt  jüngsten  deß  mittels  der  goldschmiede  alliier  gehor- 
samblich zu  vernehmen  gegeben,  daß  sie  sich  zu  ihres  mittels  bestem  und  nach  dem  exempel  anderer  berühmbten 
Städte,  ivorinnen  ihre  profession  und  kunst  floriret,  über  einige  puneta  vereiniget  undt  dieselbe  in  gewiße  articulos 
verfaßet  hätten,  und  unß  umb  deren  obrigkeitliche  confirmation  innständig  und  mit  anführung  verschiedener  erheb- 
licher Ursachen  gebeten,  wier  auch  sothane  articulos  wol  erwogen  undt  darinnen  nichts,  so  ungewöhnlich  oder  dem 
gemeinen  ivesen  nachtheilig  wäre,  gefunden,  alß  haben  wier  sie  hiemit  von  obrigkeits  wegen  confirmiret  und  be- 
stättiget,  undt  lauten  dieselben,  wie  hernach  folget: 

1. 

Erstlich,  ein  jeder,  der  alliier  meister  werden  wiel,  sol  sich  zuvorhero  in  ordentlichem  quartal  angeben 
und  die  jähre  schreiben  laßen,  auch  sich  zeit  währender  jahres-arbeit,  wie  einem  ehrlichen  gesellen  sonsten  zu- 
kombt,  denen  mittels-articuln  und  Privilegien  gemäß  verhalten. 

2. 

Andertens,  ein  frembder  oder  der  keines  meisters  söhn  ist,  auch  alliier  nicht  gelernet  hat,  sol,  nachdem 
er  sich  besagter  maßen  angemeldet,  nur  in  einer  oder  zum  meisten  zwey  werckstätten  alliier  sechs  jähr  nach- 
einander unverruckt  arbeiten. 


200 


3. 

Drittens,  eines  hiesigen  meisters  söhn  sol,  nachdem  er  die  außgesetzten  drey  jähre  verreyset,  noch  ein 
jähr,  einer  aber,  der  alliier  gelernet  hat,  ob  er  gleich  keines  hiesigen  meisters  söhn  ist,  wenn  er  auff  seiner 
wanderschafft  vier  jähr  richtig  undt  völlig  zugebracht,  zwey  jähr  auch  nur  in  einer  oder  ziveyen  werckstätten 
allhier  continuo  arbeiten;  wenn  er  aber  eines  meisters  wittib  oder  tochter  hegrathet,  sol  ihme  ein  jähr  zu  arbeiten 
erlaßen  werden. 

4. 

Vierdtens,  deßgleicheu  sol  auch  ein  frembder,  wenn  er  eines  meisters  wittib  oder  tochter  heurathet,  dieses 
zum  besten  haben,  daß  er  anstatt  der  im  andern  punet  außgesetzten  sechs  jähr  nur  drey  jähr,  iedoch  wie  vor- 
gedacht nur  in  einer  oder  nur  in  zwey  werckstätten,  arbeiten  dürffe ;  er  sol  aber  solches  denen  ehesten  bey  Zeiten 

andeuten.  „ 

5. 

Fünfftens,  bey  einer  wittib  sollen  zwar  keinem  die  meisterjahre  anzufangen  verschrieben  werden,  wenn 
aber  der  meister,  bey  welchem  er  seine  zeit  einschreiben  laßen,  vor  außgang  der  zeit  stürbe,  so  sol  ihme  unver- 
wehret  sein,  dieselbigen  bey  deßen  nachgclaßenen  wittib  zu  continuiren,  auch  gar  zu  ende  zu  bringen. 

6. 

Sechstens,  ebener  maßen  sol  auch  einer  wittwe  frey  stehen,  einem  jahr-arbeiter,  wenn  ihm  der  meister 
(:  bey  welchem  er  sich  anfangs  die  jähre  hat  schreiben  laßen  :)  abschied  gegebe»,  arbeit  zu  geben,  daß  er  die 
übrige  zeit  in  ihrer  werckstat  vollends  zubringe,  jedoch  daß  sie  zuvorhero  seinen  meister  darumb  bespreche,  ob 
er  ihn  selbst  loß  gelaßen  oder  ob  der  jahr-arbeiter  auß  leichtsinnigkeit  undt  von  freyen  stücken  auß  der  jahres- 
arbeit  gegangen,  wormit  alle  Unordnung  und  mißverständnüß  verhüttet  und  auch  in  diesem  punete  denen  Privilegien 
kein  eintrag  gethan  werde, 

Siebendens  sol  weder  meister  noch  wittib  einen,  der  entweder  dem  mittel  zu  schaden  selbst  pfuscherey 
getrieben  oder  bey  hiesigen  stöhrern  undt  pfuschern  gearbeitet  und  vor  kurtz  oder  lang  beh'ülfflich  gewesen,  fördern, 
sondern,  so  bald  solches  wißend  wirdt,  denselben  wiederumb  weg  und  von  sich  schaffen. 

8. 

Achtens,  es  sol  auch  hinführo  kein  meister  keinen  jungen  auf  weniger  alß  fünff  jähr  zu  lernen  an- 
nehmen, es  wäre  denn  eines  hiesigen  meisters  söhn,  welcher  mit  vier  jähren  seine  lehre  endigen  kau. 

9. 

Neundtens,  »rann  ein  meister  stirbt,  der  einen  lehrjungen  schon  aufgenommen  hat,  so  sol  deßen  wittib 
wohl  befuget  sein,  daß  dieser  junge  bey  ihr  die  lehrjahre  vollführen  möge,  nach  derselbigen  endigung  aber  sol 
sie  einen  meister  ersuchen,  welcher  Hin  vor  offener  lade  loß  sage  und  sein  verhalten  vorbringe,  jedoch  behalten 
wier  miß  undt  unsern  nachkommenden  rathmannen  bevor,  solche  artieul  nach  beschaff enheit  der  läufften  und  Zeiten 
wiederumb  zu  ändern,  zu  mehren  undt  zu  verbessern,  wie  auch  gar  oder  zum  theil  abzuthuu  vor  jedermänniglich 
ungehindert. 

Zu  uhrkundt  haben  wier  unser  der  stadt  innsiegel  hieran  hangen  laßen,  geschehen  den  fünff  undt 
zwanzigsten  monathstag  Augusti  nach  Christi  nnsers  einigen  erlösers  und  seeligmachers  genadem -eichen  geburth 
im  siebenzehenh undert  undt  dritten  jähre. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Abschriften  und  Konzepte  unter  Hs.  O  200,  2  Nr.  VI  und  O  200,  3  Nr.  II.  —  Eine  spätere 
Abschrift  in  der  Innungsurkundensammlung  von  1737,  S.  234— 241. 

43.  Ratsentscheidung  betreffend  den  Gold-  und  Silberwaren-Verkauf  durch  die  Venditer. 
Vom  7.  September  1703. 

Die  Breslauer  Ratmannen  bestimmen  am  7.  September  1703,  dass  die  Venditer  und  Venditerinnen  bei 
Verlust  der  Ware  und  anderen  empfindlichen  Strafen  weder  Gold-  noch  Silberwaren  oder  Juwelen  zum  Wiederverkauf 
einkaufen  oder  verfertigen  lassen  dürfen;  sie  sollen  sich  vielmehr  auf  alte  Sachen  beschränken,  die  ihnen,  um  Lohn 
zu  verkaufen,  von  Privatleuten  übergeben  werden. 

Bresl.  Stadtarchiv,  eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungsurkundensammlung  von  1737,  S.  231 — 233. 

44.  Ratsentscheidung  betreffend  die  Verwaltung  der  Innungskasse.    Vom  6.  März  1706. 

Wier  rathmanne  etc.  bekennen  etc.,  demnach  in  verwiesenem  JTOoten  jähre  die  ehrbaren  und  kunstreichen 
n.  n.  jüngsten  meister  des  mittels  der  goldschmiede  allhier  wieder  die  auch  ehrbare  und  kunstreiche  Andreas 
Scholtzen,  Daniel  Wolffen,  Tobias  Plackwitzen  und  Johann  Jachmann  als  damahligc  alltesten  mehrmals  klagende 
sich  beschwehret,  daß  einige  von  den  gegenwärtigen  und  vorigen  alltesten  sich  unterstanden,  von  denen  ihnen  zur 
administration  anvertrauten  mitfelsgeldern  ohne  ihr  der  jüngsten  vortrißen  gegen  schlechte  bescheinigung  einander 
vorzuleihen,  wie  denn  der  Gottfried  Heintzc  saldier  gestalt  164.  thl.,  der  inzwischen  verstorbene  Andreas  Scholtze 
auch  400  thl.  schles.  zu  sich  genommen,  und  deßwegen  die  alltesten  zu  dißfalliger  Vertretung  und  herbeyschaffung 
dieses  abyangs,  auch  zur  revision  und  iustification  derer  von  20  jähren  her  im  mittel  abgelesenen  rechnungen, 
extradirung  des  einen  schlüßels  zu  des  mittels  laade  und  abschaffung  anderer  angegebenen  mißbräuche  von  obrig- 
keits  wegen  ernstlich  anzuhalten  gebethen. 


201 


Nachdem  wir  nun  leicht  abnehmen  können,  wie  durch  einen  langwierigen  process  das  mittel  in  viele 
Unkosten  und  daneben  in  große  Uneinigkeit  gerathen  würde,  alß  haben  wier  aller  schädlichen  uritläu/ftigkeit  vor- 
zukommen, zicey  persohnen  unsers  rathscollegü  zu  untersuch-  und  beylegung  aller  bisherigen  strittigkeiten  depu- 
tiret,  welche  durch  ihre  mühsame  interpositiou  alle  differeutieu  gehoben  und  dahin  verglichen,  daß 

1.  Weil  des  Gottfried  Heintzes  debitum  von  einhundert  vierunds echtzig  thl.  schles.  capital  und  des  in- 
zwischen verstorbenen  Andreae  Scholtzes  von  400  thl.  schles.  von  dem  sämbtlichen  mittel  seiner  wittib,  der  tugend- 
samen Rosina  Riegerin,  bis  auf  ein  drittheil  nehmlich  einhundert  dreyunddreyßig  thl.  erlaßeue  quantum  zusammen 
mit  zweihundert  siebenunduenutzig  thl.  schl.  ä  36  gr:  w:  nunmehro  würcklich  wieder  in  die  mittels-caßam  geleget 
worden,  als  erklähreu  sich  die  jüngsten  sambt  und,  sonders  wohlbedächtig,  daß  weder  itzt  gemeldter  Schuldposten 
noch  auch  wegen  der  andern  biß  dato  administrirter  caßae-gclder  (:als  von  welchen  sie  bey  der  von  dem  mittel 
letzthin  gehaltenen  revision  richtige  rechnung  gethan  und  am  caßae -bestände  gar  kein  abgang  sich  ereignet:)  sie 
die  itzige  noch  künftige  älltesten  noch  deren  erben  auf  keinerlei/  arth  und  weise  weiter  belangen,  sondern  sie 
hiemit  kräfftigst  quif,  loß  und  leedig  gesprochen  haben  wollen. 

2.  Womit  auch  hiuführo  die  älltesten  weder  von  ihren  neben-alltesten  noch  iemand  anderen  wegen  einigen 
darlehns  auß  der  laade  mögen  angelauffen  werden,  hat  ein  gaut.:rs  mitte!  einhellig  geschloßen,  daß,  wann  allenfalls 
gutte  gelegenheit  sich  zeigte,  etwas  von  mittelsgelderu  sicher  und  nutzbar  anzulegen,  es  dennoch  nicht  anders  als 
mit  einwilligung  und  genehmhabung  des  sämbtlichen  mittels  geschehen  solle,  wiedrigen  falls  sie  älltesten,  daferne 
auf  diese  oder  andere  tveise  dem  mittel  einiger  schade  zustoßen  sollte,  so  wohl  alle  vor  einen  alß  einer  vor  alle 
zu  zahlen  auch  alle  und  iede  Unkosten  völlig  zu  ersetzen  bey  Verpfändung  alles  ihres  Vermögens,  worinnen  das 
immer  bestehe,  ohne  einige  wiederrede  haßten  und  verbunden  seyn  sollen,    wie  nun 

3.  Die  jüngsten  zu  denen  älltesten  das  gewiße  vertrauen  haben,  daß  sie  ferner  hin  der  caßae  gewissen- 
haft und  treüest  vorstehen  icerden,  so  überlaßen  sie  ihnen  zwar  wie  vormahls  dieselbe  nebens  denen  schlüßeln,  zu 
Verhüttung  aber,  daß  nicht  einer  von  dem  andern  gefähret  werden  möge,  so  sollen  alle  und  iede  von  dem  mittel 
zusammen  gebrachte  gellder  in  einer  laade  bey  dem  ober-älltesten,  der  das  ambt  hat,  verwahret,  von  denen  dazu 
gehörigen  drey  schlüßeln  aber  diesem  keiner,  sondern  iedwedem  seiner  drey  neben-alltesten  einer  und  keinem  alle 
drey  schlüßel  zugleich  iveder  auf  kurtze  noch  lange  zeit  in  den  hiindeu  gelaßen  werden. 

4.  Die  von  bey  den  theilen  des  numehro  beygelegten  unvernehmens  wegen  verwendete  Unkosten  sollen  auß 
der  commun-caßä  entrichtet  und  gutt  gethan,  und  endlichen 

5.  Alles  deßeu,  was  etwa  zwischen  ihnen  allerseits  bißher  unglimpfliches  paßiret,  vergeßen  noch  das 
mindeste  bey  Vermeidung  obrigkeitl.  bestraffung  weider  gedacht  werden,  vielmehr  die  jüngsten  denen  eltesten  mit 
gebührendem  respect  begegnen  und  ein  jeder  möglichsten  fleißes  zu  des  mittels  auffnehmen,  mit  denen  andern  in 
gott  wohlgefälliger  einbracht  und  freundtschaft  zu  leben,  sich  angelegen  seyn  laßen. 

Wie  nun  sämbtliche  ällteste  und  jüngste  vorstehendes  alles  freywillig  eingegangen  und,  unwiederruffiieh 
diesem  vergleich  in  allen  puneten  und  clausuln  nachzuleben,  einander  mit  hand  und  mund  versprochen,  unß  auch 
umb  obrigkeitl.  bestätigung  dieses  ihres  vor  unsern  deputirten  getroffnen  und  vor  unß  gerichtl.  wiederholten  ab- 
kommens  gebührends  ersuchet,  alß  haben  wier  solches  alles  hiermit  ratihabiren  auch  die  confirmation  dieses 
reeeßus  unter  unserem  der  Stadt  innsiegel  wohlwißentlich  ertheilen  wollen,  geschehen  und  gegeben  den  sechsten 
monatstag  Martii  nach  Christi  unsers  einigen  erlösers  und  seeligmachers  genadeur  eichen  geburth  im  siebenzehen- 
hundert  und  sechsten  jähre  etc. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Liber  definitionum,  Bd.  XI  fol.  35b— 37a.  Eine  spätere  Abschrift  in  der  Innungs- 
urktindensammlung  von  1737,  S.  241— 249. 

45.  Vergleich  des  Mittels  der  Goldschmiede  wegen  Haltung  eines  dritten  Geseilens.  Geschlossen 
am  Quartal  Trinitatis  1709. 

Nachdehme  laut  unser  alten  allerguädigsten  ertheilten  kayserl.  königl.  auch  hochfürstl.  Privilegien  eß 
allemahl  bey  unserm  löbl.  mittel  der  goldtschmieäe  alliier  in  Breßlau  etc.  etc.  sein  bewenden  gehabt,  daß  ein 
incorporirter  mittelßgenoß  sich  enthalten  solte,  mehr  nicht  alß  zicey  gesellen  auff  einmahl  zufödern  oder  in  arbeit 
zuhalten,  so  hat  sichß  doch  einige  zeit  hero  zugetragen,  daß  diese  sehr  nützliche  Ordnung  gantz  ausser  äugen 
gesetzt  worden  undt  ihrer  etliche  auß  unserm  mittel  zu  3  oder  4  gesellen  ohne  einige  außbittung  oder  erlaubuüß 
deß  verordneten  obereisten  gehalten,  äahero  den  viele  klagen  undt  beschwerden  von  einem  oder  dem  andern  ein- 
gelauffen. 

Solcher  Unordnung  nun  zu  steureu,  so  haben  sich  die  sämbtlichen  eisten  undt  jüngsten  vereinbahret  undt 
diesen  Schluß  gemacht:  alß  pro  Imo,  eß  solte  sich  kein  jüngster  forthin  mehr  unterstehen,  mehr  alß  obgedachte 
zwey  gesellen  laut  unsern  alten  Privilegien  auff  einmahl  in  arbeit  zunehmen,  bey  gelegenheit  aber,  daß  einem 
oder  dem  andern  einige  viele  arbeit  angediengt  würde  undt  er  solche  mit  denen  ordentlichen  zwey  gesellen  nicht 
bestreitten  könte,  so  solte  demselbigeu  denn  frey  stehen,  noch  einen  dritten  zu  den  zweyen  anzunehmen,  jedoch 
mit  der  bedingung  undt  außnahme,  daß  er  selbst  zu  dehme  der  zeit  vorgesetzten  obereltesten  gehen  solte,  den- 
selben darum  ansprechen  undt  den  dritten  gesellen  notiren  lassen,  davor  aber  dem  mittel  zum  besten  wöchentlich 
einen  halben  reichsthaler  oder  15  silbergroschen  gerechnet,  so  lang  alß  er  solchen  in  arbeit  hält,  erlegen,  so  fern 
er  ihn  aber  nicht  mehr  von  nöthen  hätte,  sohl  er  solcheß  gleichfalß  dem  obereisten  anmelden,   damit  er  wieder 

26 


202 


abgeschrieben  werden  könne  undt  also  vor  die  versessene  wochen  bey  nachfolgendem  quartal  allemahl  mit  so  viel 
halben  reichsthalern,  alß  er  den  gesellen  Wochen  in  arbeit  gehabt,  entrichtet  werden  könne,  damit  alle  Unordnung 
tmdt  mißgunst  bey  unserm  löblichen  mittel  vermieden  auch  die  schweren  aufgelegten  Soldaten-  undt  classen-gelder 
dadurch  erleichtert  werden  können,  so  fern  einer  aber  den  dritten  gesellen  verschweigen  solte,  sohlen  vor  eine 
woche  ein  reichsthaler  undt,  wo  mehrere  verschwigen,  6  reichsthaler  zur  straffe  erlegt  werden;  denen  eltesten  aber 
sohl  laut  alten  Privilegien  ein  dritter  geselle  zuhalten  erlaubt  sein. 

2do  sohl  auch  ein  außgelernter  gesell,  ob  er  gleich  eineß  hiesigen  goldtsclnnidts  söhn  wäre,  nicht  frey 
gerechnet  werden  neben  zwey  andern  gesellen  zu  arbeiten,  eß  sey  denn,  daß  eß  bey  seinem  leiblichen  vater  sey, 
sonsten  aber  sohl  er  eben  wie  ein  fremder  wöchentlich  mit  einem  halben  reichsthaler  vergeben  werden;  ein  auß- 
gelehrnter  aber  sohl  frey  sein  1ji  jähr  bey  seinem  lehrherrn  zuarbeiten. 

3tio  sohl  auch  keiner,  der  daß  hiesige  meisterstück  gemacht  hat,  vor  keinen  meister  gelten,  wofern  er 
nicht  seine  wohnung  undt  laden  hat,  ob  er  gleich  sein  bärgerrecht  erlanget  hätte,  undt  also  demselben  nicht  frey 
stehen,  in  stelle  eineß  meisterß  sondern  wie  ein  ander  geselle  arbeiten  undt,  dafem  er  nebst  zwey  andern  gesellen 
in  einem  laden  arbeiten  thäte,  gleichsam  mit  einem  halben  reichsthaler  wöchentlich  vergeben  werden  muß. 

Daß  dieseß  alleß  von  denen  verordneten  eisten  undt  sämbtlichen  jüngsten  irürcklich  abgeredt  undt  be- 
schlossen toorden,  auch  da)  über  festzuhalten  sich  vereinbahret,  bezeuget  eineß  jeden  hirunter  gestelte  eigene  handt- 
undt  unter schrifft.    geschehen  in  Breßlau  im  quartal  Trinitatis  anno  1709. 

Dann  folgt  eine  Liste  sämtlicher  Innungsmeister  von  1709 — 1738;  abgedruckt  (mit  einigen  Fehlern)  in 
Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  VII  S.  142  f. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Innungsurkundensammlung,  Hs.  O  200,2  (Nr.  XIII a).  Original  des  Vertrages  mit  den 
eigenhändigen  Unterschriften  der  Innungsmeister. 

46.  Schreiben  der  Innung  an  den  Rat  betreffend  die  von  den  Kaufmannsältesten  geführte 
Beschwerde,  dass  die  Breslauer  Gold-  und  Silberarbeiter  auswärtige  Goldschmiedearbeiten  beziehen. 
Von  1709. 

Die  Goldschmiede  wehren  sich  auf  das  energischste  gegen  die  Zumutung,  auswärts  bei  ihren  Handwerks- 
genossen nicht  arbeiten  lassen  zu  dürfen. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Innungsurkundensammlung,  Hs.  O  200,2  (Nr.  VII). 

47.  Bericht  des  Rates  an  das  Kgl.  Oberamt  betreffend  die  Silberprobe  der  Breslauer  Gold- 
schmiedearbeiten.   Vom  31.  Oktober  1716. 

Das  Kgl.  Oberamt  fordert  auf  Befehl  des  Kaisers  von  dem  Breslauer  Rat  einen  Bericht  über  die  Probe, 
Beschau  und  Zeichnung  der  hiesigen  Goldschmiedearbeiten.  Die  Ratmannen  lassen  sich  daraufhin  einen  Bericht 
von  den  hiesigen  Goldschmieden  anfertigen,  der  angibt, 

daß  von  alters  her  allhier  kein  anders  alß  vierzehen  -  löthiges  Silber  gearbeitet,  nachgehendts  aber  von  einiger  zeit 
her,  weil  viel  geringhaltiges  silber  anhero  gebracht  worden,  so  die  allhiesigen  goldschmiede  nicht  in  arbeit  nehmen 
dörffen,  auf  derselben  beschwerführen,  daß  solches  silber  denen  pfuschern  zu  verarbeiten  gegeben,  dadurch  aber  sie 
an  ihrer  nahrung  gar  sehr  geschwächet  würden,  auch  dreyzehen- löthiges  und  zum  verkauf  zwölf -löthiges  silber  zu 
arbeiten  denenselben  verstattet  worden,  da  denn,  was  die  besichtigung,  approbir  und  zeiclnmng  anbetrifft,  bey  dem 
mittel  ein  gewißer  sogenannter  zeichen-meister  bestellet,  dem  die  verfertigte  arbeit  überbracht,  von  demselben  aber 
nach  geschehener  Untersuchung  nebst  des  meisters  nahmen  und  zwar  das  vierzehen-löthige  mit  dem  Buchstaben  W, 
das  zwölff-löthige  aber  mit  dem  johannis-haubte  signiret  und  gezeichnet,  itzo  auch  zu  noch  mehrer  Verhüttung  alles 
unterschleifs  annoch  ein  besonderer  buchstaben  dazu  geschlagen  wirdt. 

Dann  folgt  eine  Rechtfertigung  und  Befürwortung  dieser  Silberproben  von  Seiten  des  Rates.  Am  Schlüsse 
wird  der  Bericht  benutzt,  wiederum  Klagen  wegen  der  Pfuscher  dem  Kgl.  Oberamt  zu  unterbreiten.   Den  31.  Oktober 

(3.  November)  1716. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Innungsurkundensammlung  von  1737,  S.  270— 279.  —  Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv  (Rep.  13, 
AA.  VIII.  10k),  Acta  der  Kgl.  Commercien-Collegii-Registratur,  fol.  2b— 3a. 

48.  Die  Goldschmiede  klagen  gegen  die  Kaufmannschaft,  weil  diese  bei  fremden  Goldschmieden 
arbeiten  lässt  und  solche  Arbeiten  öffentlich  in  der  Stadt  verkauft.    Den  22.  April  1720. 

Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  lOd.  4. 

49.  Antwort  der  Kaufmannschaft  auf  die  von  den  Goldschmieden  gegen  sie  eingereichte 
Klageschrift.   Vom  11.  Oktober  1720  und  Gegenantwort  der  Goldschmiede  vom  11.  Dezember  1720. 

Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  lOd.  4. 

50.  Ratsentscheidung  in  einem  Streite  zwischen  den  Goldschmieden  und  Kaufleuten  wegen 
des  Handels  mit  Gold-  und  Silberwaren.    Vom  21.  Juli  1721. 

Die  Breslauer  Ratmannen  entscheiden  am  21.  Juli  1721  in  betreff  des  Handels  mit  Gold-  und  Silberwaren, 


203 


daß  klaffendes  mittel  der  goldschmiede  zwar  bey  der  eingeführten  Verfertigung  der  goldt-  und  silberivaare  heg 
denen  allhiesigen  mittelsverwandten  und  deren  verkaujfung  zu  laßen,  iedoch  sich  der  einführe  frembder  gold-  und 
silbencaare  und  der  Handlung  mit  derselben  zum  nachtheil  der  hiesigen  handelschafft  und  juwelierer  gäntzlich  zu 
enthalten  schuldig. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Iniiungsurkundensamnilung  von  1737,  S.  279— 283. 

51.  Schreiben  des  Kgl.  Commercien-Collegiums  an  den  Rat  der  Stadt  Breslau  betreffend  den 

Mindergehalt  der  dortigen  Goldschmiedearbeiten.    Vom  4.  Juli  1727. 

Das  Kgl.  Cominercien-Collegium  erachtet  es  für  notwendig,  das  Breslauer  Goldschmiedemittel  zur  Rede 
zu  stellen, 

da  das  silber  unter  dem  probzeichen  des  johannishauptes  und  des  W  verarbeitet  und  das  erstere  12,  das  letztere 
aber  14  loth  fein  an  der  marck  halten  solle,  auch  davor  verkauffet  werde,  warumb  das  johannishaupt  nicht 
einmal  ll1^  und  das  W  13x\2  loth  an  der  marck,  sondern  meistens  nur  4,  5  bis  6  Pfennige  über  11  und 
respective  13  loth  halte,  und  wann  sie  ihre  legirung  nicht  nach  der  Capelle,  sondern  dem  nadelstrich  machen, 
warumb  sie  solche  nicht  nach  der  12-löthigen  nadel  regidiren,  sondern  nur  eine  lllj^-löthige  nadel  in  bereit- 
schafft halten,  dergestalt  aber,  da  die  legirung  nach  dem  usitirten  lli/2-löthigen  nadelstich  so  accurat  nicht  zu- 
treffen kan,  sondern  der  silberstrich  niemahls  beßer,  wohl  aber  geringer  als  besagte  nadel  zu  seyn  pfleget,  das 
publicum  bey  jeder  marck  mehr  denn  umb  ein  halb  loth  verkvrtzen.  .  .  Breßlau  d.  4.  Julii  anno  1727  (praes. 
d.  15.  Jul:  1727). 

Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Acta  der  Kgl.  Commercien-Collegii-Registratur  (Rep.  13,  AA.  VIII.  10k),  fol.  26—28; 
vgl.  auch  die  vorhergehenden  Korrespondenzen  fol.  14 — 25.  Bresl.  Stadtarchiv,  Innungsurkundensammlung, 
Hs.  O  200,2  (Nr.  VIII). 

52.  Bericht  des  Mittels  an  den  Rat,  veranlasst  durch  die  von  dem  Kgl.  Commercien-Collegium 
am  4.  Juli  1727  geführte  Beschwerde  wegen  des  Mindergehaltes  der  hiesigen  Silberwaren.  Vom 
23,  24.  Juli  1727. 

Wir  haben  aus  dem  uns  hoch  geneigtest  communicirtem  schreiben  eines  hochlobl:  kagser  und,  königl:  Com- 
merden collegii  nicht  sonder  große  bekümmerniiß  ersehen,  welcher  gestalt  unß  von  einer  hochlobl:  kagser  und  königl. 
hoffeammer  imputiret  werden  ivollen,  samt  würde  von  unß  das  silber  in  gehörigem  halt  nicht  verarbeitet,  die 
pagamenten  auffyekauffet  und  in  anderem  mehr  excediret,  weßhalb  denn  unser  allkiesiges  mittel  darüber  ver- 
nommen werden  und  so  wohl  wegen  der  allhiesigen  probe-zeichen  des  Johannis  -hauptes  und  des  W,  als  auch 
der  streichnadel  bericht  abstatten  solle,  wie  wir  nun  auff  die  deßhalb  an  unß  von  eur  hoch  edel  gestr:  ergangene 
Verordnung  nicht  unterlaßen  wollen,  den  dießfahls  verlangten  bericht  hiermit  unterthänig  gehorsamst  abzu- 
statten, allso  haben  wir  einem  hoch  edlen  gestr:  rathe,  was  zuförderst  die  allhiesige  Silberproben  anbelanget, 
gehorsamst  vorstellig  machen  sollen,  daß,  da  die  14-löthige  probe  ohne  macherlohn  vor  16  sgr:  und  die  12-löthige 
vor  14  sgr:  im  kauffe  ist,  wir  ohnmöglich  vor  diesen  preiß,  wo  wir  unß  nicht  gäntzlich  ruiniren  wollen,  die 
proben  gantz  vollkommen  12-  oder  14-löthig  machen  und  legiren  können,  wie  denn  auch  in  allen  reichs-  und 
anderen  städten  die  proben  niemahlen  gantz  vollkommen  gearbeitet  werden,  allermaßen  sich  der  hohe  preiß  des 
fein  silbers  der  marck  nach  auff  10  f.  belauffet  und  dieses  zwahr  wegen  des  erhöhten  geldes,  da  der  reichs- 
thaler  40  silbergroschen  gilt,  wie  wir  denn  auch  in  continenti  eine  probe  machen  und  darthun  können,  daß,  du 
wir  der  ietzigen  legirung  nach  die  marck  12-löthigen  silbers  vor  7  f.  (rthl.)  14  sgr.  verkauffen,  dennoch  an  ieglicher 
marck  4  bis  5  sgr.  schaden  leiden  mäßen,  allermaßen  12  loth  fein  silber  ä  10  f.  die  marck  f.  7.15  sgr.  gilt, 
die  4  loth  kupffer-zusatz  f:  —  :  2  sgr.  und  wegen  des  fein  silbers  abzug  und  schmeltzer-lohn  f:  —  :  2  sgr.,  allso 
die  marck  zusammen  f.  7,19  sgr.  zu  stehen,  unser  Verlust  aber  dabey,  wie  oben  gedacht  worden,  dem  ietzigen  ver- 
kauffe  und  ptreiße  nach  auff  5  sgr.  kommet;  woraus  denn  eur  hoch  edel  gestr:  ohnschiver  ermeßen  können,  wie 
hoch  sich  unser  schade  belauffen  würde,  wann  wir  vollkommen  12-  und  14-löthige  proben  machen  sollen,  da  icir 
albereits  der  ietzigen  probe  nach  schon  etliche  silbergroschen  an  jeder  marck  schaden  leiden  müßen  .  .  . 

Hieran  reihen  sich  auf  Grund  obiger  Auseinandersetzung  noch  weitere  Erörterungen,  die  den  von  dem 
Mittel  zugelassenen  Feingehalt  des  Silbers  rechtfertigen  sollen,  so  z.  B.  der  Handel  mit  Polen.  Das  Schreiben  ist 
von  sämtlichen  Meistern  der  Goldschmiede-Innung  eigenhändig  unterzeichnet.  Ausgefertigt  am  23. /24.  Juli,  praes. 
am  27.  August  1727.  Der  Breslauer  Rat  stimmt  am  30.  August  1727  in  seiner  Antwort  an  das  Kgl.  Commercien- 
Collegium  obigem  Berichte  bei  und  hebt  hervor,  „daß  es  bey  der  zeitherigen  einrichtung  mit  den  hiesigen  proben 
und  deren  Verarbeitung  propter  immines  periculum  cessationis  commercii  cum  Polonis  sein  bewenden  haben  könne". 

Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Acta  der  Kgl.  Commercien-Collegii-Registratur  (Rep.  13,  AA.  VIII.  10k),  fol.  31— 42; 
vgl.  auch  fol.  44 — 59.  -  Bresl.  Stadtarchiv,  Innungsurkundensammlung  von  1737,  S.  321 — 324;  desgl.  Heft  II  Nr.  IX 
und  Heft  III  Nr.  III. 

53.  Den  Goldschmiede-Ältesten  wird  vom  Breslauer  Rate  das  kirchliche  Geläute  bei  ihrem 
und  ihrer  Angehörigen  Begräbnis  „de  casu  in  casum"  gestattet.    Den  17.  November  1727. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Innungsurkundensammlung  von  1737,  S.  324 — 328. 

26* 


204 


54.  „Ohnmaßgebliche  Combinir  und  Gegeneinanderhaltung  derer  allergnädigsten  Kayser 
und  Königl:  Innungs-Articuln  [gedrucktes  Generalhandwerks-Patent  vom  16.  Oktober  1731]  und  derer 
allhiesigen  Gold-  und  Sillber- Arbeiter  ihrer  Kayser  und  Königl:  Privilegien".    Von  1731. 

Articulus  I. 

Dieses  alles  stimmet  mitt  ihren  privilegiis  überein,  wird  auch  bey 
einem  lobl:  mittel  iederzeit  allso  gehalten. 


Wegen  der  beysitzer  und  daß  keine 
mittels  zusammenkimffte  ohne  denselben 
veranstalltet  werden  sollen. 
Articulus  II. 

lmo.  Wegen  des  aufftreibens  und 
austretens  der  gesellen. 

2do.  Wegen  des  geburthsbrieffes 
derer  lehrjungen. 

3tio.  Wegen  annehm  und  ausfertti- 
gung  der  kundschafft  vor  die  gesellen. 


Articulus  III. 

Wegen  des  lehrorths,  wann  einer 
sein  handwerck  bey  einem  ehrlichen 
meister  erlernet. 
Articulus  IV. 

Welche  personen  ein  handiverck 
zu  erlernen  fähig  oder  davon  aus- 
geschloßen  seyn  sollen. 
Articulus  V. 

Wegen  bezüchtigung  eines  meisters 
und  gesellens,  weme  die  iudicatur  zu- 
stehe. 


Dieses  verboth  kommet  mitt  unsern  privilegiis  auch  überein  und  zwahr 
articul. 

Dieses  tvird  bey  unserem  mittel  ebenfahls  so  gehalten. 

Wird  ohumaßgeblich  hierbey  zu  errinnern  seyn,  daß,  was  das  allhiesige 
mittel  derer  gold-  und  sillber-arbeiier  und,  derer  mittels-genoßen  anbetrifft, 
dieser  passus  wegen  der  kundschafft  nicht  füglich  auff  dieselbigen  zu  exten- 
diren  ist,  tveilen 

lmo.  wie  bekamt  die  gold-  und  sillber-arbeiter  sowohl  hier  als  in  andern 
königreichen  und  hindern  nicht  proprie  unter  die  gemeinen  handwercker  ge- 
zogen sondern  vielmehr  unter  die  künstler  gerechnet  iverden,  daher  es  dann 
auch  kommet,  daß  pro 

2do  ihre  leute  und  gesellen  keine  so  ordentliche  wanderszeit  oder 
Wanderung  von  einem  orthe  zum  andern  haben,  als  wie  andere  handwercks- 
purschen.  anerworgen,  ob  ihre  gesellen  zwahr  wohl  auch  auff  ihre  pro- 
fession reisen,  so  können  sie  doch  nicht  in  ieder  provincial-  oder  land-stadt 
gleich  andern  handwerckern  auff  ihre  profession,  als  welche  in  dergleichen 
orthen  wenig  oder  wohl  gar  nicht  getrieben  wird,  einwanden,  sondern  weil 
diese  profession  und  die  größten  künstler  von  derselben  nur  allein  in  denen 
großen  und  vornehmen  reichs-  und  residenz-städten,  besonders  aber  in  Holl- 
und  Engeland,  Franckreich  und  Italien  angetroffen  werden,  so  müßen  auch 
unsere  professions-verwandten  leediglich  ihre  reise  nach  solchen  örthern 
einrichten,  weilen  nun  aber  in  allen  diesen  ausländischen  örthern  und 
weit  entlegenen  königreichen  und  ländern  dergleichen  kund  schafft  gar  nicht 
üblich  auch  wohl  schwerlich  gebräuchlich  oder  introduciret  iverden  wird, 
so  kan  auch  das  so  gutte  absehen,  worauff  sich  die  ertheilung  der  kund- 
schafften fundiret,  bey  unsern  professions-verwandten  nicht  appliciret 
werden,  weder  daß  die  von  hierweg  und  ettwa  nach  Holl-  und  Engeland 
oder  in  andere  auswärtige  provincien  und  länder  gehende  gesellen  eine  der- 
gleichen kundschafft  mittnehmen,  noch  auch  wann  aus  dergleichen  örthern 
andere  anhero  kommen,  solche  kundschafften,  weilen  alldorten  keine  ertheilet 
werden,  mittbringen  können,  und  weilen  es  auch  sehr  öffters  geschiehet,  daß, 
wann  allhier  mangel  an  gesellen  ist,  mancher  von  unsern  mittgenoßen  einen 
auch  wohl  mehrere  gesellen  aus  Holl-  und  Eugeland  oder  andern  dergleichen 
orthen,  wo  keine  kundschafften  ertheilet  werden,  mitt  großen  Unkosten  ver- 
schreiben muß,  so  würde  es  alsdann  vor  unser  mittel  ein  sehr  großer  an- 
stoß  und  vor  denjenigen,  welcher  einen  gesellen  verschrieben,  ein  unüber- 
windlicher schade  seyn,  wann  ein  dergleichen  expresse  verschriebener  und 
anhero  kommender  geselle  wegen  ermangelnder  kundschafft  allhier  nicht  in 
arbeit  genommen  werden  sollte  oder  dürffte. 

Darwieder  hat  unser  mittel,  es  mag  der  geselle  hier  oder  anderswerts 
gelernet  haben,  nichts  einzuwenden. 


Die  Innung  erklärt  sich  gegen  die  Zulassung  von  unfähigen  Leuten. 


Die  Innung  meint,  dass  bei  grossem  Ungehorsam  die  Obrigkeit,  bei 
geringen  Bezüchtigungen  das  Mittel  selbst  richterlich  eingreifen  soll. 


205 


Articulus  VI. 

Wegen  dbschaffung  der  haupt- 
laden. 


Articulus  VII. 

Wegen  der  geschenckten  und  un- 
geschenckten  handwercken. 
Articulus  VIII. 

\»io.  I)i  mas  Vorfällen,  von  wem. 
und  wie  die  hestraffung  vorzunehmen. 

2do.  Wohin  die  geldstraffen  zu  ver- 
wenden. 
Articulus  IX. 

Wegen  loßlaßung  der  lehrjungen, 
item  wegen  deren  dabey  vorfallenden 
ungebührlichen  gebraucht :u . 

2do,  Wegen  einiger  und  anderer 
clausuln  in  den  geburthsbrieffeu. 

3tio.  Wegen  mtersagung  des  degen* 
tragens,  ratione  derer  gesellen. 


4t°.  Daß  das  dienen  eines  gesellen 
außer  dem  handwercke  demselben 
unschädlich  seyn  solle. 

5to.  Daß  denen  obrigkeiten  frey 
stehen  solle,  ihre  uuterthaneu  ein 
handwerck  lernen  zu  laßen  ohne 
nachtheil  ihres  unterthüuigkeit- 
rechtens. 
Articulus  X. 

lmo.  Daß  die  gesellen  die  meister 
nicht  vorfordern  sollen. 

2do.  Die  denen  angehenden  meistern 
auffb'ürdeude  Verschwiegenheit  deren 
zunfftsgeheimnüßen. 
Articulus  XI. 

Wegen  der  unehelich  erzeugten 
kinder  und  legitimirteu  personen, 
und  daß  dieselbteu  ohne  unterscheid 
zu  denen  handwercken  zugelaßen  und 
denen  ehelichen  gleich  geachtet  werden 
sollen. 

Articulus  XII. 

Wegen  verferttigung  der  meister- 
stucke. 


Articulus  XIII. 


Gehet  die  allhiesigen  gold-  und  sillbcr-arbeiter,  weil  kein  auswärtiges 
mittel  bey  ihnen  incorporirt  ist,  nichts  an.  was  aber  die  correspondenz 
anbelangt,  wann  ettwa  von  einem  andern  orthe  ein  schreiben  an  unser 
allhiesiges  mittel  einlaufft,  so  ist  es  vorhero  schon  so  bräuchlich  gewesen, 
daß  selbtes  durch  einen  von  denen  raths-secretariis  praesentiret  und  ge- 
öffnet wird. 

Hierbey  hat  das  mittel  der  goldschmiede  als  künstler  garnichts  zu 
errinnem. 

Die  Innung  wünscht,  dass  die  bisherigen  Gewohnheiten  bestehen 
bleiben. 

Sie  sollen  der  Zunftlade  zu  Gute  kommen. 


Was  diesen  articulum  anlangt,  so  tvird  es  bey  unserm  mittel  wegen 
loß  sagung  der  lehr  jungen  nicht  so  gar  stricte  genommen,  und  kommet  dabey 
ettica  auff  eine  so  wenige  zeit  nicht  an.  desgleichen  hat  auch  unser  mittel 
bey  dem  gesellenmachen  garkeine  dergleichen  lächerliche,  ärgerliche  oder 
unerbahre  gebrauche. 

Man  verlanget  auch  in  denen  geburthsbrieffeu  keine  außerordentliche, 
clausuln  sondern  nur  die  gewöhnlichen. 

Was  nun  aber  diesen  passum  anbetrifft,  so  ist  schon  oben  errinnert 
worden,  daß  der  gold-  und  sillber-arbeiter  ihre  professions-verwandten  und 
gesellen  nicht  unter  die  andern  handwercks-pursche  zu  mengen,  folglich  aber 
auch  denenselbten  nicht  alles  das  zu  verbitten  ist,  ivas  jenen,  untersaget 
wird,  und  allso  würde  wegen  erlaubnüß  des  degentragens  als  künstlern 
bey  hinkünfftiger  coufirmation  derer  privilegiorum  innständigst  anzuhalten 
seyn. 

Dieses  concemiret  unsere  profession  wenig  oder  garnicht,  denn  weilen 
unser  nahrung  schwerlich  ohne  eine  werckstadt  getrieben  werden  kan,  .  .  . 

Die  Innung  erklärt  sich  durchaus  gegen  die  Zulassung  von  Leuten,  die 
im  Abhängigkeitsverhältnis  zu  einer  Grund-  oder  Erbherrschaft  stehen. 


Dieses  ist  bey  unserm  mittel  niemahlen  bräuchlich  gewesen,  .  .  . 

Ist  bey  uns  auch  niemahlen  so  genau  anbefohlen  oder  beobachtet 
worden,  auser  dem  verboth,  daß  sich  meister  und  gesellen  nicht  zu  denen 
pfuschern  halten,  .  .  . 

Weil  dieser  articulus  allen  alten  mittels-privilegiis  contrair  ist,  so 
wird  zu  erwarten  seyn,  was  generaliter  von  denen  zünfften  und  zechen 
dabey  vorgetragen  werden  wird. 


Dieser  articulus  ist  sowohl  denen  alten  privilegiis,  als  worinnen 
selbsten  wegen  tauglicher  und  zum  verkauff  dienlicher  meister  stücke  ge- 
handelt worden,  gautz  conform  und  dabey  meines  erachtens  nichts  zu  be- 
obachten. 

Dieser  gantze  weittläufftige  articulus  gehet  unsere  profession  in  den 
wenigsten  stücken  au,  ausgenommen  was  die  praeferenz  derer  meisters- 
söhne  anbetrifft. 


Bresl.  Stadtarchiv,  Innungsurkundensammlung,  Hs.  O  200,2  (Nr.  X). 


206 


55.  Der  Kaiser  verlangt  eine  Spezifikation  aller  schlesischen  Goldschmiede  und  untersagt 
„ad  interim"  die  Rezeption  neuer  Meister.    Den  20.  Dezember  1731. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Innungsurkundensammlung  von  1737,  S.  329—331. 

56.  Petition  um  Erlaubnis  einer  ferneren  freien  Rezeption  von  Mittelsmeistern.  Vom 
13.  Februar  1732. 

Am  Schluss  der  Petition  die  Unterschriften  der  Innungsmeister  von  1732;  abgedruckt  in  Schlesiens  Vor- 
zeit, Bd.  VII  S.  143  f. 

Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Stadt  Breslau,  II.  lOd. 

57.  Bericht  des  Magistrats  an  das  Kgl.  Oberamt  betreffend  die  Spezifikation  der  schlesischen 
Goldschmiede  und  das  Verbot  der  Rezeption  von  neuen  Meistern.    Den  15.  Februar  1732. 

Der  Rat  berichtet,  dass  alle  Goldschmiede,  die  unter  der  Jurisdiktion  der  Stadt  Breslau  leben  und  selbst- 
ständig arbeiten,  der  Innung  angehören,  klagt  ferner  über  die  Pfuscher  auf  den  geistlichen  Gütern  und  über  die 
Juden,  die  Gold-  und  Silberhandel  treiben,  und  bittet  schliesslich  im  Interesse  der  Goldschmiedezunft,  dass  das  „ad 
interim"  gegebene  Verbot  der  Meisterrezeption  wieder  aufgehoben  werden  möchte.    Den  15.  Februar  1732. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Innungsurkundensammlung  von  1737,  S.  332 — 336. 

58.  Schreiben  der  Innung  an  den  Rat  betreffend  das  General-Handwerks-Patent  von  1731 
und  die  Bestätigung  von  zwei  neuen  Privilegien.    Vom  10.  November  1732. 

Die  Innung  überreicht  dem  Rate  ein  Exemplar  der  Mittelsprivilegien  mit  dem  Bemerken,  dass  in  ihnen 
nichts  enthalten  ist,  so  dem  General-Handwerks-Patent  zuwider  ist.  Ferner,  da  der  Kaiser  gewillt  sei,  den  Zünften 
ihre  Privilegien  zu  confirmieren  bittet  die  Innung  den  Rat,  dem  Kaiser  noch,  zwei  weitere  Artikel  zur  Bestätigung 
vorzulegen  und  zwar, 

1.  dass  kein  einziger,  er  sei  wer  er  wolle,  die  Schwertfeger  inbegriffen,  der  nicht  ihrer  Profession  zugethan 
ist,  Gold  und  Silber  verarbeiten  darf, 

2.  dass  ihren  Gesellen  das  Degentragen  gestattet  werde,  da  die  Gold-  und  Silberatbeiter  jederzeit  und 
allerorten  unter  die  Künstler  gerechnet  werden  und  ihnen  in  Holland  und  England  sowie  in  allen 
Residenzstädten  Deutschlands,  besonders  in  Wien  das  Tragen  eines  Degens  erlaubt  ist. 

Am  Schlüsse  ist  dem  Schreiben  noch  ein  Bericht  über  das  Honorar  des  Innungsbeisitzers  sowie  vorher 
eine  Spezifikation  der  gebräuchlichen  Meisterstücke  beigefügt,  in  der  es  heisst,  dass  ein  Goldarbeiter 

1.  einen  wohl  und  fein  gearbeiteten  kirchenkelch, 

2.  einen  durchbrochenen  amulirten  ring, 

3.  ein  Siegel  oder  pettschafft  machen  und  verfertigen  muß. 

Ein  sillberarbeiter  aber  verfertiget  an  statt  des  kelches  einen  sillbernen  pocal  nebst  obberühmten  andern 
beyden  stücken,  iedoch  wird  bey  dem  sillberarbeiter  das  meiste  auff  die  Verfertigung  des  pocals  gesehen. 
Den  10.  November  1732. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Konzept  des  Schreibens  in  der  Innnungsurkundensammlung,  Hs.  O  200,2  (Nr.  XI). 

59.  Neue  Innungs-Artikel  der  Breslauer  Gold-  und  Silberarbeiter,  aufgesetzt  im  Mai  und 
vom  Rate  bestätigt  am  13.  Dezember  1735. 

Caput  I. 
Von  den  lehrjungen. 
Articel  1. 

Wann  ein  kndbe  verhanden,  so  die  kunst  eines  gold-  oder  silber-arbeiters  zuerlernen  entschloßen  und 
mit  den  erforderlichen  uhrkunden  seines  ehrlichen  herkommens  und  gutten  Verhaltens  der  gebühr  nach  versehen 
ist,  soll  derselbe  es  zuförderst  bey  einem  meister  eine  zeit  lang  versuchen,  jedoch  die  zeit  dieser  probe  zu  ver- 
meidung  aller  sonst  daher  zu  besorgenden  inconvenientien  sich  über  drey  monath '  lang  nicht  erstrecken,  sondern  nach 
verlauf  derselben  der  meister  diesen  seinen  lehrling  entweder  gäntzlich  wiederumb  zu  dimittiren  oder  auf  sechs 
nach  einander  folgende  jähre  in  die  lehre  ordentlich  aufzunehmen  und  solches  nebst  producirnng  des  geburthsbriefes 
bey  gehaltenem  quartal  vor  dem  sämbtlichen  mittel  einschreiben  zu  laßen  schädig  und  verbunden  seyn. 

Articel  2. 

Jedoch  stehet  einem  jeden  meister  frey,  seinem  lehrling,  auf  den  fall  er  sich  eines  gewißen  lehrgeldes 
wegen  mit  ihm  annehmlich  vergleichen,  eines  von  diesen  6  jähren  nach  gefallen  zuerlaßen,  und  erleget  der  lehr- 
Kng  sowohl  in  diesem  als  auch  im  ersteren  falle  überhaupt  vom  einschreiben  drey  floren  rheinländisch,  bestellet 
auch  durch  taugliche  bürgen  caution  auf  dreyßig  floren  rheinisch,  daß  er  die  ihm  verschriebene  lehrjahre  redlich 
aushalten  und  wehrender  solcher  zeit  sich  gegen  männiglich,  vornehmlich  aber  gegen  seinen  lehrmeister  getreu  und 
(/ehorsani  erzeigen  wolle. 

Articel  3. 

Würde  aber  ein  dergleichen  lehrling  vor  ausgang  dieser  zeit  ohne  erhebliche  Ursachen  aus  der  lehre 
treten,  soll  er  nach  innhalt  der  alten  kayserl.  confirmirten  Privilegien  seines  handwercks  dadurch  gäntzlich  ver- 
lustig seyn  und  iveiter  bey  der  zeche  nicht  angenommen  werden,  auch  da  er  über  dieses  noch  seinem  meister  ein 


207 


und  das  andere  veruntreutet  hätte,  diesem  sich  seines  erlittenen  Schadens  halben  nach  obrigkeitlicher  erkänntniß  an 
denen  bürgen  zu  erholen,  unbenommen  seyn. 

Articel  4. 

Übrigens  soll  kein  meister  mehr  als  zwey  jungen  auf  einmahl  in  die  lehre  zu  haben  berechtiget  seyn, 
sondern  mit  der  aufnehmung  eines  neuen  sich  in  so  lange  gedulden,  biß  einer  von  diesen  ziveyen  wiederum  loß- 
yesprochen  worden,  und  bloß  allein  denen  verordneten  vier  zunffts-eltesten  zu  etwelcher  consolation  wegen  ihrer 
in  des  mittels  angele genheiten  vielfältig  habenden  versäumniße  das  beneficium  angedeyhen,  daß  sie  nach  belieben 
neben  bey  noch  den  dritten  jungen  halten  mögen. 

Articel  5. 

Wie  dann  auch  eines  meisters  söhn,  der  bey  seinem  vatter  das  handwerck  erlernet,  unter  diesen  zahlen 
keinesweges  zurechnen  ist,  und  wenn  auch  schon  deßen  vatter  vor  ablauf  der  lehr  zeit  mit  tode  abgienge,  bey 
einem  andern  meister  dem  unerachtet,  daß  solcher  schon  mit  zwey  andern  lehrjungen  versehen  wäre,  neben  bey 
ungehindert  vollends  auslernen  kan. 

Articel  6. 

Hat  nun  ein  lehrjunge  die  ihm  verschriebene  lehrzeit  richtig  ausgehalten  und  binnen  derselben  sich  der 
gebühr  nach  aufgeführet,  soll  deßen  freysprechung  gegen  erlegung  f'ünff  floren  rheinisch  'wiederum  vor  den  gantzen 
mittel  an  gehaltenen  quartal  geschehen  und  nach  deßen  erfolg  diesem  neuen  gesellen  frey  stehen,  entireder  bey 
seinem  bisherigen  lehrmeister  mit  deßen  glitten  willen  noch  ferner  in  arbeit  zuverbleiben  oder  bey  einem  andern 
allhiesigen  meister  dergleichen  zu  suchen  oder  auch  nach  gefallen  seine  wanderschafft  allsogleich  anzutreten. 

Caput  II. 
Von  den  gesellen. 
Articel  1. 

Und  ob  zwar  die  gesellen  dieses  geicerckes  weder  an  eine  ordentliche  brüderschafft  noch  gewieße  bey 
andern  zünfften  übliche  reguln  gebunden  sind  noch  auch  bey  deren  einwanderung  respectu  des  umschauens  eine  besondere 
Ordnung  gehalten  wird,  sondern  einem  jeden  frey  stehet,  bey  seiner  anherokunfft  arbeit  zu  suchen,  wo  und  in 
welcher  werckstädte  er  die  erlangen  kan,  so  soll  dennoch  keinem  von  frembdes  anhero  kommenden  gesellen,  er 
sey  denn  mit  einer  richtigen  kundschafft  und  anderen  vermöge  der  kayserl.  handwercks-generalieu  erforderlichen 
uhrkunden  versehen,  arbeit  verstattet,  derjenige  aber,  so  aus  einer  allhiesigen  werckstadt  in  die  andere  tretteu 
will,  anderer  gestalt  nicht  als  mit  vorwißen  seines  meisters,   bey  dem  er  zuvor  gearbeitet,  angenommen  werden. 

Articel  2. 

Desgleichen  soll  kein  meister  ('.außerhalb  denen  vier  eltesten,  als  denen  oben  ad  cap.  \mo  art.  4tum  an- 
geführeten  Ursachen  auch  der  dritte  zu  halten  erlaubet  ist:)  neben  denen  ztvey  lehrjungen  mehr  als  zwey  gesellen 
zu  fördern  berechtiget  seyn,  umb  womit  nicht  einem  allein  die  arbeit  zufallen,  sondern  der  arme  zugleich  neben 
dem  reichen  seinen  unterhalt  finden  und  zum  beytrag  derer  kayserl.  anlagen  und  anderer  onerum  publicorum  fähig 
gemachet  werden  möge. 

Articel  3. 

Wäre  aber  die  arbeit  zu  überhäuffet,  daß  einer  solche  mit  seinen  ihme  zugelaßenen  vier  gesinden  nicht 
bestreiten  könnte,  stehet  ihme  frey,  sich  des  beystandes  seiner  mittmeister,  keinesiceges  aber  der  arbeit  eines 
stöhrers  und  pfuschers  darinnen  zu  bedienen  und  durch  deren  beyhülffe  seine  kundleuthe  der  gebühr  nach 
zu  fördern. 

Caput  III. 

Von  denen  meistern  und  ihren  Schuldigkeiten. 
Articel  1. 

Es  soll  aber  ein  jeder,  der  bey  dieser  profession  in  allhiesiger  stadt  zum  meister-recht  gelangen  will, 
sich  deshalb  bey  dem  sämbtlichen  mittel  am  gehaltenen  quartal  gebühr ends  anmelden,  seinen  geburths-  und  lehr- 
brief  in  orginali  vorzeigen  und,  daß  er  6  nach  einander  folgende  jähr  vor  yeselle  gearbeitet,  auch  unter  dieser 
zeit  wenigstens  vier  jähr  lang  seine  provession  in  der  frembde  exeotiret,  gebührends  bescheinigen  und,  da  es  mit 
allem  diesem  seine  richtigkeit  hätte,  gegen  erlegung  drey  floren  rheinisch  einschreibegebühr  zu  Verfertigung  der 
meister-stücke  unweigerlich  admittiret  teer  den. 

Articel  2. 

Jedoch  soll  mittler  zeit  und  so  lange  dieser  darüber  arbeitet  kein  anderer  darzu  gelaßen  werden,  somit  i  n 
einer  auf  den  andern  zu  warten  verpflichtet  seyn,  eines  allhiesigen  meisters  söhne  aber,  der  sich  mit  einem 
frembden  zu  gleicher  zeit  darum  angemeldet,  der  Vorzug  vor  diesem  billich  verbleiben. 

Articel  3. 

Belangende  die  meister-stücke  selbst: 
Ein  goldarbeiter 

1.   einen  ring  nach  der  neuesten  facon  mit  einem,  drey  oder  mehr  diamanten  oder  mit  einem  petschier.  mit 
zierathen  wohl  ausgearbeitet,  verschnitten  und  emailliret, 


208 


2.   einen  uhrhacken  von  gold,  ungegoßen,  nach  der  neuesten  facon  von  zusammengesetzter  arbeit  mit  oder  ohne 
figuren,  jedoch  sauber  von  laub-  und  bändelwerck,  verschnitten  und  emailliret, 
Ein  galanterie-arbeiter,  so  nichts  anders  gelernet, 

1.  eine  dose  auf  eine  besondere  arth  nach  der  neuesten  facon,  verkrüpfft  und  mit  einem  feinen  gewerbe  ver- 
sehen, 

2.  ein  etuy  oder  besteck  sambt  zugehörungen  und  ein  zahnstöcher-büchsel  mit  verschnittener  arbeit  oder-,  wo 
selbiger  mit  dem  verschneiden  nicht  umzugehen  wüste,  wenigstens  sauber  aus  gemachet  und  poliret, 

Ein  silber-arbeiter  auf  dem  hatnmer 
ein  gißbecken  und  kanne  nach  der  neuesten  facon  und  ihme  vorgezeigten  visirung,   verkripft  und 
sauber  ausgearbeitet, 

Ein  silber-arbeiter  von  getriebener  arbeit 
hingegen  einen  silbernen  kelch,  wie  solcher  in  den  kirchen  gebrauchet  wird,  nach  der  neuesten,  facon, 
sauber  mit  figuren,  laub-  und  bändelwerck  ausgearbeitet,  die  kappe  gleichfalls  getrieben  und  durchbrochen, 
verfertigen  muß.  Articel  4 

Und  soll  einem  jeden  stück-meister,  sich  eine  eigene  Zeichnung  zu  inventiren  und  denen  eltesten  zu  ihrer 
beurtheilung ,  ob  es  vor  ein  meister-stücke  passiren  könne,  vorzuzeigen,  frey  gelaßen,  allsodann  aber  auch  derselbe 
das  meister-stücke  nach  diesem  von  ihm  selbst  inventirten  riß  accurat,  sauber  und  ohne  tadel  mit  eigener  haud 
und  ohne  sich  jemanden  helffen  zulaßen,  zuverfertigen  obligiret  seyn. 

Articel  5. 

Gleichwie  nun  die  Verfertigung  zu  vorher-  beschriebener  meister-stücke  nirgend  anders  als  in  der  werck- 
städte  eines  von  denen  mittel s-cltesten  geschehen  kan  und  dieser  seinen  werckzeug  nebst  kohlen  und  anderem  zu- 
gehör  darzu  hergeben  muß,  also  ist  auch  der  stiiek-arbeiter  schuldig,  sich  deshalb  mit  ihm  ins  besondere  an- 
nehmlich zu/vergleichen,  auch  binnen  einer  zeit  von  3  (4)  monathen  die  meister-stücke  vollkommen  fertig  zumachen 
oder  in  entstehung  deßen  vor  jede  ivoehe,  so  er  über  die  ausgesetzte  zeit  darüber  zubringet,  zwey  fioren  strafe  zu 
erlegen,  es  wäre  dann,  daß  er  durch  kranckheit  oder  andere  ehrhafte  noth  daran  verhindert  würde. 

Articel  6. 

Allermaßen  denn  auch  auf  solchen  letztem  fall  die  andern,  so  sich  nach  diesem  erst  angegeben,  inzwischen 

zu  Verfertigung  der  stücke  zu  admittiren  seyn,  und  wann  dieser  damit  fertig,  dem  erstem  nach  ivieder  erlangter 

gesundheit  oder  hinweg  Schaffung  anderer  hinderniße  von  neuem  seine  stück-arbeit  vor  die  hand  zunehmen  unver- 

schrenckt  bleiben  würde.  .  ,.   .  _ 

Articel  /. 

Nach  Verfertigung  dieser  meister-stücke  soll  er  solche  in  gehaltenem  quartal  dem  sämbtlichen  mittel  vor- 
zeigen und,  wann  er  damit  bestehet,  ihm  das  meister-recht  unweigerlich  verstattet  auch  darauf  dem  magistrat  zu 
erlangung  des  bürgerrechts  gebührends  vorgestellet,  im  fall  aber  die  meisterstücke  nicht  tauglich  erfunden  würden, 
damit  abgewiesen  und  noch  ein  jähr  lang,  um  sich  mittler  zeit  in  seiner  kunst  beßer  üben  zu  können,  vor  geselle 

zu  arbeiten  anqehalten  werden.  ,  ,.  ,  _ 

y  Articel  8. 

Sonst  erleget  derselbe  vors  einwerben  und  das  gewöhnliche  meister-eßen  zusammen  überhaupt  einhundert 

fioren  rheinisch,  eines  meisters  söhn  aber  und   der  eines  meisters  tochter  oder  wittib  heurathet,   nur  die  helffte 

80  vieL  Articel  9. 

Hiernechst  muß  er  angeloben,  daß  er  sich  sowohl  denen  kayserl.  handwercks-generalien  als  auch  denen 
allhiesiegen  mittels-verfaßungen  in  allem  gemäß  verhalten,  den  gewöhnlichen  quartal-groschen  nebst  der  zu  bestreitung 
derer  Soldaten-  und  monath-qelder  von  jeden  stück  verarbeiteten  gold  oder  Silbers  bißheriger  observantz  nach  zu 
entrichten  kommenden  taxa  jederzeit  willig  beytragen,  wie  nicht  weniger  alle  übrige  einem  jungen  bürger  obliegende 
praestanda  der  gebühr  nach  verrichten  und  denen  vorgesetzten  eltesten  jederzeit  mit  gehörigem  respect  entgegen 
gehen,  auch  in  allen  billichen  dingen  gehorsam  leisten  wolle  und  werde. 

Articel  10. 

Insonderheit  soll  er  vermöge  der  alten  Privilegien  kein  anders  als  allein  12-  oder  14-löthiges  silber 
arbeiten  und  dahero  zu  Verhüttung  alles  besorglichen  unterschleifs  auf  alle  seine  gefertigte  arbeit,  ehe  und  bevor 
er  solche  verkanfft  oder  versendet,  beydes,  seinen  nahmen  als  auch  durch  den  ambtshabenden  eltesten  die  probe 
nebst  dem  gewöhnlichen  zeichen,  schlagen  zu  laßen  schuldig  und  verbunden  seyn  bey  obrigkeitlicher  strafe,  würde 
aber  ein  oder  die  andere  frembde  herrschafft,  wie  öfters  zugeschehen  pfleget,  von  ei)iem  allhiesigen  meister  13-löfhige 
arbeit,  dergleichen  in  denen  reichs-städten  gemachet  wird,  ausdrücklich  begehren,  stehet  ihm  zwar  frey,  solche  zu 
verfertigen,  jedoch  daß  er  auch  das  darzu  ins  besondere  verordnete  zeichen  darauf  schlagen  laße. 

Articel  11. 

Hingegen  von  meßing  und  kupffer  auf  gold-  und  silber-art  becher,  schaalen,  wetschker-schlößer,  meßer- 
scheiden,  löffei  und  anderes  dergleichen  zuverfertigen,  solches  zu  versilbern  oder  zu  vergolden,  ist  vermöge  der 
alten  kayserl.  confirmirten  artieul  bey  vertust  der  arbeit  und  andern  obrigkeitlichen  strafe  einem  jeden  meister 
schlechter  dinges  untersaget,  weil  dergleichen  nicht  allein  zu  allerhand  betrug  gelegenheit  geben,  sondern  auch  das 
allhiesige  mittel  in  üblen  credit  setzen  kan. 


209 


Articel  12. 

Jedoch  bleibet  einem  jeden,  schmuck  auf  roß-zeug  und  uhren  nebst  anderen  Sachen,  bey  denen  kein  betrug 
zu  besorgen,  zu  vergolden,  gleich  wie  von  alters  herr  also  auch  noch  ferner  hin  frey  gelaßen. 

Articel  13. 

Dieweil  auch  frembde  gold,  silber  oder  edelgesteine  zukauffen  gefährlich,  auch  öftermahlen  große  streitüg- 
keiten  dahero  erirachsen,  so  soll  ein  jeder  sich  um  so  viel  desto  mehr  in  acht  nehmen  und  für  schaden  hatten; 
insonderheit  aber  nicht  allein  wann  etwas  dergleichen  angesaget  worden,  sondern  auch  wenn  es  zum  verkauf  ge- 
bracht und  um  einen  schlechten  werth  ausgebothen  würde,  auch  vermuthung  an  der  per  söhn  sich  ereignete,  daß 
dieselbe  nicht  das  recht  zum  verkauffen  hätte,  solches  allsobald  anhalten,  dem  ambts-eltesten  anmelden  und  zu- 
stellen, dieser  aber  solches  in  der  zechlade  so  lange  in  gutter  Verwahrung  aufbehalten,  biß  der  eigenthumbsherr 
mit  geivießem  gründe  sich  anmelden  und  das  entwendete  stück  wieder  fordern  würde,  dem  es  denn  ohne  eintzige 
Verzögerung  soll  ausgefolget  iverden. 

Caput  IV. 

Von  den  gerechtsam  des  mittels  der  goldschmiede. 
Articel,  1. 

Sintemahlen  aber  nach  innhalt  der  alten  kayser  und  königlichen  Privilegien  das  recht,  in  silber  und  gold 
zu  arbeiten,  bloß  allein  denjenigen  zustehet,  so  bey  dem  mittel  der  goldschmiede  Innung  haben,  als  hat  es  auch 
dabey  sein  nochmaliges  bewenden,  und  sollen  vornehmlich  die  gürtler  sich  fernerweit  nicht  unterstehen,  durch 
Verfertigung  silberner  knöpfe  dem  mittel  der  goldschmiede  an  ihrer  nahrung  eintrag  zuthun,  wie  nicht  weniger 
der  Verfertigung  allerhand  arth  vergoldeter  ketten,  als  wodurch  zu  vielfältigen  betrügereyen  anlaß  gegeben  wird, 
sich  gäntzlich  enthalten  bey  Vermeidung  obrigkeitlicher  strafe. 

Articel  2. 

Desgleichen  bleibet  die  aufkauffung  alles  gold  und  Silbers,  besonders  an  ketten,  geschirren,  bruch-,  band- 
und  fadensilber,  vermöge  der  allergnädigsten  kayserlichen  confirmation  divi  Leopoldi  lmi  glorwürdigster  gedächtniß 
de  dato  Wienn  den  3ten  Julij  1670,  außerhalb  der  zeche  der  goldschmiede  männiglich  verbothen. 

Articel  3. 

Insonderheit  sollen  die  allhiesigen  so  genannten  venäiter  edles  handels  mit  gold  und  silberwerck  sich 
schlechter  dinges  enthalten,  zumahleu  die  erfahrung  gelehret,  daß  eines  theils  hierbey  oftermahlen  gestohlene  Sachen 
mit  unter  gelauffen  und  andern  theils  der  consument  durch  die  eingesehlepte  pfuscher-waaren  mit  liederlichen  silber 
schändlich  hintergangen  worden. 

Articel  4. 

Wie  denn  auch  niemanden  freystehet,  außerhalb  jahrmarcktszeit  frembde  arbeit  von  silber  oder  golde  in 
die  stadt  herein  zubringen  oder  zuverkauffen,  noch  auch  deßelbe  hin  und  wieder  in  die  häuser  zu  feijlem  kauf 
herum  zutragen  oder  durch  alte  weiber  verpartieren  zulaßen;  wer  darüber  betroffen  wird,  dem  soll  die  waaren 
hinweg  genommen  und  aufs  rathhauß  gebracht  werden. 

Articel  5. 

Ingleichen  soll  diejenige  frembde  arbeit  an  gold  und  silber,  so  an  ofentlichen  jahrmarckten  zu  feilen  kauf 
anhero  gebracht  wird,  mit  dem  allhier  gearbeiten  durchgehends  gleiche  probe  halten  oder  in  entstehung  deßen  nach 
außmeßung  der  alten  Privilegien  an  sich  selbst  verlohren  seyn. 

Articel  6. 

Alldieweilen  aber  auch  die  erfahrung  gelehret,  daß  bißanhero  unter  dem  nahmen  Augspurger  probe  aller- 
hand galanterien,  als  tobacs-dosen,  schwamm-  und  ■nadel-büchsel,  ungeachtet  das  silber  daran  kaum  sieben-  oder  acht- 
löthig  ist,  in  großer  menge  sowohl  auf  öffentlichen  marckt  in  denen  banden  verkaufft  als  auch  von  denen  juden 
herum  getragen  und  die  abnehmer  dadurch  unverantwortlich  betrogen  worden,  so  soll  solches  weiter  nichts  gestattet, 
sondern  wer  darüber  betreten  würde ,  nicht  allein  seiner  waare  verlustig  seyn,  sondern  aucli  über  dieses  von  der 
obrigkeit  ins  besondere  gestrafft  werden;  und  zu  dem  ende  denen  eltesten  der  goldschmiede  in  denen  banden  und 
(jewölbern  oder  an  was  orth  sonst  dergleichen  verdächtige  waaren  anzutreffen  seyn  dürfften,  toties  qvoties  sich  ein 
verdacht  hervorthun  wird,  in  gegenwart  einer  von  dem  magistrat  darzu  abgeordneten  persohn  eine  revision  und 
ächtung  vor  die  hand  zunehmen  in  allewege  unbenommen  bleiben,     lectum  et  approbatum  d.  13.  Decembr.  1735. 

Bresl.  Stadtarchiv,  drei  Abschriften  in  der  Urkundensammlung,  Hs.  O  200,2,  Nr.  XII  und  O  200,3, 
Nr.  IV.  u.  V. 

60.  Bericht  des  Rates  an  das  Kgl.  Oberamt,  wie  es  mit  der  Silberarbeit  und  der  Zeichen- 
probe unter  den  Goldschmieden,  Schwertfegern  und  Gürtlern  gehalten  wird.    Vom  9.  März  1736. 

Euer  excell:  excell:  gn:  gn:  und  unsere  hochgeehrteste  herren  haben  unß  unterm  dato  30.  Jan:  et  praes: 
10.  Febr:  c.  a.  eine  an  selbte  unterm  dato  Wien  den  13.  Januar  et  praes.  20.  ejusdem  allergnädigst  ergangene 
rescript,  vermöge  deßen  ihro  kagserl.  und  königl.  maytt:  unser  allergnädigster  herr  allermüdest  zu  reißen  ver- 
langen, was  für  eine  Ordnung  bey  denen  allhiesigen  goldschmieden,  dann  denen  gürtlern,  schrerdfegern,  und  andern 

27 


210 


dergleichen  in  silber  arbeitenden  handwerkern,  respectu  derer  von  ihnen  verfertigenden  silber-waaren,  als  degen, 
hirschfänger,  Meßerscheide»,  knöpfen,  schuschnallen  und  mehr  andere  derleg  suchen,  bey  hiesiger  stadt  eingefiihret 
und  auf  was  weise  und  arth  der  hiervon  besorglichen  beeinträchtigung  der  goldschmiede  profeßion  vorgebogen 
n-orden,  mit  der  ober-ambtlichen  Verordnung  gnädig  und  hoch  geneigt  insinuiret,  daß  wir  darüber  die  nachricht 
und  außkunft,  jedoch  ohne  etwas  zu  rügen,  fördersambst  abstatten  sollten. 

Diesem  zu  gehorsam  und  unterdienstschuldigen  folge  haben  wir  in  denen  gedachter  professionisten  biß- 
herigen  handwercks-verfaßuugen  nachsehen  laßen  und  befunden,  daß  vermöge  alter  Observanz  die  allhiesigen  goldt- 
schmiede  allein  vorgedachte  species  in  silber  arbeiten  und  fertigen,  und  zwar  alles  nach  der  vierzehn-  und  zwölf- 
lotigen  probe,  allermaßen  zu  Verhüttung  alles  besorglichen  unterschleiffs  selbige  gehalten  sind,  ihre  arbeit  vor  dem 
verkauff  durch  die  ambtshabenden  eltesten  probiren,  ihre  nahmen  nach  der  probe  und  das  zeichen,  so  bey  dem  vier- 
zehnlöthigen  mit  dem  buchstaben  W,  bey  dem  ztcölflöthigen  aber  mit  dem  johannis-haupt  geschiehet,  daraufschlagen 
zu  laßen. 

Und  ob  zwar  die  schwerdtfeger  vermöge  entgegen  die  goldschmiede  in  anno  1671  den  27.  November  und 
1672  den  5.  Februar  erhaltener  verum  judicatarum  die  degen-gefäße  zu  fertigen  berechtiget  sind,  und  dahero 
auch  unter  andern  ihrer  meisterstücke  ein  silbernes  degen-gefäße  zu  machen  angewiesen  sind,  so  ist  doch  dieses 
dabey  mit  dieser  restriction  geschehen,  daß  sie  solches  anders  nicht  alß  nach  der  stadt -probe  machen  und  ver- 
kaufen sollen. 

Die  Gürtler  aber  arbeiten  bloß  in  meßing  und  kupfer,  entweder  roh  oder  höchstens  im  feuer  versilbert 
oder  vergoldet,  und  thun  denen  goldschmiedeu  keinen  eintrug,  nach  welchen  alten  verfaßungen  denn  auch  vor- 
gedachter dreyer  professionisten  ihre  neue  aufgerichtete  innungs-articuli  rectificiret  und  allbereits  an  euer  exc: 
excc:  gn:  gn:  und  unsere  hochgeehrteste  herren  zu  allergnädigster  kayserl.  confirmation  respective  in  annis  1733 
d:  12.  Januar,  1734  d:  29.  Novembr.  und  1735  d:  23.  August  gehorsam  und  unterdienstschuldig  übersendet, 
und  allen  besorglichen  beeinträchtigungen ,  so  viel  als  wir  zu  thun  vermögend  gewesen,  vorgebogen  worden,  wie 
nun  übrigens  uns  von  keinen  mehreren  jyrofessionisteu,  so  in  silber  arbeiten,  bey  hiesigem  systemate  opificiario 
civico  etwas  bekannt,  alß  daß  der  kayserl:  privilegirte  hoffbefreyte  Hildebrandt,  der  zwar  nur  auf  die  galanterie- 
n-aaren  privilegiret  worden,  aber  doch  vieles  aus  silber  arbeitet,  dabey  jedoch  seine  manufactur  bloß  nach  der 
hand  ohne  die  stadt-probe  und  Zeichnung  verkauffet,  alß  haben  eur:  exc:  exc:  gn:  gn:  und  unseren  hochgeehrtesten 
herren  wir  dieses  alles  zu  dero  von  unß  oberamtlich  abgeforderten  nachricht  und  außkunfft  gehorsam  und  unter- 
dienstschuldig hinterbringen,  anbeg  aber  auch  zugleich  eur:  exc:  exc:  gn:  gn:  und  unserer  hochgeehrtester  herren 
hohen  arbitrio  und  einrathen  anheim  stellen  wollen,  ob  nicht  auch  der  Hildebrandt  zu  praeeavirung  aller  beein- 
trächtigung des  hiesigen  goldschmiede-mittels  und  evitirung  alles  besorglichen  und  dem  publica  schädlichen  unter- 
schleifs  seine  silber-arbeit,  wie  auch  die  schwerdtfeger  ihre  silberne  degen-gefäße,  gleich  denen  goldschmieden  und 
zwar  beg  ihnen  goldschmied-eltesten  probiren  und  hiesige  stadt-probe  und  zeichen  darauf  schlagen  zu  laßen,  an- 
zuweisen und  dadurch  allen  beeintrachtigungen  vollends  und  gäntzlich  vorgebeuget  werden  möchte,  die  wir  allstets 
verharren,    datum  9.  Martii  1736. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Abschrift  in  der  Innungsurkundensammlung  von  1737,  S.  337—342.  —  Bresl.  Kgl.  Staats- 
archiv, Abschrift  in  den  Acta  Generalia  von  Privilegiis  der  Handwerker  und  Innungen  in  denen  Städten  (Rep.  199, 
MR.  VI.  68),  Vol.  I  Jahrg.  1782. 

61.  Bericht  des  Rates  an  das  Kgl.  Oberamt  betreffend  den  Rang  der  Goldschmiede  und 

Peruquiers.    Vom  10.  April  1737. 

In  dem  Streite  zwischen  den  Goldschmieden  und  dem  1703  aufgerichteten  Perückenmacher-Mittel  wegen 
der  Rangordnung  bei  den  jährlichen  Huldigungen  schlägt  der  Rat  dem  Kgl.  Oberamte  vor,  die  Goldschmiede  anzu- 
weisen, dass  sie  den  Peruquiers  den  Vorrang  lassen  müssen.    Breslau  den  10.  April  1737. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Abschrift  in  der  Innungsurkundensammlung  von  1737,  S.  343—349. 

62.  Erneuerung  des  Vergleichs  der  zünftigen  Breslauer  Gold-  und  Silberarbeiter  wegen 

Haltung  eines  dritten  Geseilens.    Am  Quartal  Crucis  1738. 

Der  Inhalt  entspricht  dem  ersten  Vergleiche  von  1709  (Urk.  45).  Neben  den  vier  Innungsältesten  von  1738 
haben  noch  elf  Meister  den  neuen  Vertrag  unterschrieben,  während  für  die  übrigen  Mittelsgenossen  die  Unterschrift 
unter  dem  ersten  Vertrage  zugleich  für  die  Erneuerung  von  1738  gilt. 

Bresl.  Stadtarchiv,  Hs.  O  200.2,  Nr.  XIII  b.    Original  des  Vertrages  mit  eigenhändigen  Unterschriften. 

63.  Rescript  König  Friedrichs  des  Grossen  betreffend  die  Goldschmiede  und  Schwertfeger. 
Vom  28.  März  1742. 

Von  gottes  gnaden  Friedrich  könig  in  Preußen,  marggraf  zu  Brandenburg  etc.  etc.  unsern  gnädigen 
grüß  zuvor,  vester,  ehrenveste,  liebe  getreue,  auf  eurem  an  unß  abgestatteten  bericht  wegen  der  von  dem  mittel 
derer  goldschmiede  denen  schwerdtfegern  strittig  gemachten  verferttiguug  silberner  degen-gefäße,  hacken  und  ort- 
bänder  befehlen  wir  auch  hierdurch  allerg nädigst,  die  schwerdfeger  bey  ihrem  iure  quaesito  zu  schützen  und  die 


211 


Verfügung  zu  machen,  daß  die  goldschmiede  solche  arbeit  gegen  die  gewöhnliche  gebühr  mit  dem  probe-zeichen 
stempeln  sollen,  hieran  geschiehet  unser  aller  gnädigster  wille  und  seynd  auch  mit  gnaden  geivogen.  gegeben 
Breßlau  den  28.  Mart:  1742. 

Bresl.  Stadtarchiv,  über  definitionum,  Bd.  XIII  fol.  114b— 115a. 

64.  Bericht  des  Mittels  an  den  Rat  betreffend  die  Breslauer  Silberprobe  sowie  den  An- 
kauf von  Silber,  veranlasst  durch  eine  Kgl.  Verordnung  vom  26.  April  1744.    Vom  18.  Mai  1744. 

Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Acta  Oeneralia  der  Kgl.  Kriegs-  und  Domainenkammer  etc.  (Rep.  14,  PA.  VIII,  245  e  i, 
Vol.  I  fol.  1-12. 

65.  Bericht  des  Breslauer  Magistrats  an  die  Kgl.  Kriegs-  und  Domainenkammer  betreffend 

die  Breslauer  Silberprobe,  insbesondere  das  13-lötige  Silber.    Vom  20.  September  1748. 

Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Acta  Generalia  der  Kgl.  Kriegs-  und  Domainenkammer  etc.  (Rep.  14,  PA.  VIII,  245 ej, 
Vol.  I  fol.  50—51. 

66—69.  Vier  Berichte  des  Breslauer  Magistrats  an  die  Kgl.  Kriegs-  und  Domainenkammer 

betreffend  die  Breslauer  Silberprobe  und  ihre  Regulierung  etc.    Vom  1.  Juli  u.  26.  September  1752 

und  14.  Januar  u.  22.  Februar  1753. 

Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Acta  Generalia  der  Kgl.  Kriegs-  und  Domainenkammer  etc.  (Rep.  14,  PA.  VIII,  245ei, 
Vol.  I  fol.  74—79,  84—96,  98—106,  108—111. 

70.  Vorschläge  des  Breslauer  Silberarbeiters  Johann  Gottlieb  Okrusch  an  die  Kgl.  Kriegs- 
und Domainenkammer  betreffend  die  Einführung  eines  Probier-  und  Taxieramtes  für  Gold-  und 
Silberwaren,  Juwelen  und  Zinngeräte;  mehrere  Berichte  von  1772. 

Bresl.  Kgl.  Staatsarchiv,  Acta  Generalia  der  Kgl.  Kriegs-  und  Domainenkammer  etc.  (Rep.  14,  PA.  VIII,  245 ei, 
Vol.  I  fol.  171  ff. 

71.  Circulare  wegen  der  im  Lande  zu  dem  gesetzmäßigen  Gehalte  zu  verarbeitenden  Gold- 
Waaren.   Gegeben  in  Breslau  den  24.  Juli  1784. 

Der  wesentliche  Inhalt  ist  wiedergegeben  auf  Seite  17  f. 

Sammlung  aller  in  dem  souverainen  Herzogthum  Schlesien  und  der  demselben  incorporirten  Grafschaft 
Glatz  in  Finanz-Policey-Sachen  etc.  ergangenen  und  publicirten  Ordnungen,  Edicte,  Mandate,  Rescripte  etc.,  welche 
währender  Zeit  der  glorwürdigsten  Regierung  Friedrichs  II.  Königs  von  Preußen  als  souverainen  Obristen  Herzogs 
von  Schlesien  herausgekommen  sind.  Bd.  XVIII  (Breslau,  W.  G.  Korn,  1788),  S.  202  f.,  No.  LXXXVI.  Sog.  Kornsche 
Ediktensammlung. 


Fig.  40. 

Brustschild  des  alten  Schützenvogels  der 
Breslauer  Zwingerschützen  von  1491 


27* 


212 


IX.  VERZEICHNIS  DER  QUELLENSCHRIFTEN 

I.  Handschriften 

A.  Innungsarchivalien 

Originalpergamenturkunden  aus  älterer  Zeit  sind,  abgesehen  von  einem  Schöppenbriefe  für  den  Goldschmied  Hans 
[Johannes]  Crommendorff  von  1431,  nur  fünf  erhalten,  die  im  Urkundenverzeichnis  unter  Nr.  6,  13,  19,  23  und  27 
abgedruckt  sind.  —  Breslauer  Stadtarchiv,  unter  Handwerkerstatuten  vom  30.  Juli  1670. 

Innungsurkundensammlung  von  1737,  enthält  Abschriften  von  alten  Privilegien,  Statuten,  Ordnungen,  Ratsentscheidungen 
und  Innungskorrespondenzen  der  Goldschmiede-Innung  aus  der  Zeit  von  1420 — 1737.  An  diese  Sammlung  schliessen 
sich  noch  zwei  Hefte  mit  Abschriften  von  Urkunden  und  Innungseingaben  aus  dem  17.  und  18.  Jahrhundert. 
Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  O  200,  1—3. 

Meisterbuch,  beginnt  1712,  reicht  bis  1813,  es  fehlen  die  Jahre  1740—1742.  Alljährlich  wurden  am  Quartal  Reminiscere 
die  Ältesten  und  Jüngsten,  die  zur  Aufrechnung  des  Jahres  geforderten  Meister,  die  im  abgelaufenen  Amtsjahre 
Verstorbenen,  die  Vormünder  der  nachgelassenen  Kinder,  die  Witfrauen,  die  Stückmeister  und  gelegentlich  auch 
Ereignisse  aus  dem  Innungsleben  eingetragen.  Das  Vorwort  zu  dem  Meisterbuche  lautet:  „«:  to.  Weil  eine 
gute  Ordnung  von  unsern  Vorfahren  gehalten  worden,  wie  in  dem  alten  Buche  [das  leider  nicht  mehr  vorhanden 
ist]  zu  sehen,  wie  die  verordneten  Ältisten  von  Jahr  zu  jähr  das  Amt  gehabt,  sowohl  auch  wie  ein  jeder  Meister 
worden,  desgleichen  wenn  einer  mit  Tode  abgegangen  und  wer  seinen  hinterlaßenen  Kindern  zu  Vormündern 
geordnet  worden,  und  was  sonst  bey  einem  löbl.  Mittel  zu  mercken  ist,  alß  ist,  da  das  alte  Buch  voll  worden, 
in  diesem  neuen  Buche  vorgedachte  gute  Ordnung  fortzusetzen  beliebet  und  der  Anfang  darein  zu  schreiben  von 
Johann  Jachmann  Anno  1712  gemacht  worden.  Gott  gebe  ferner  seinen  Seegen."  —  Breslauer  Stadtarchiv, 
Hs.  O  202,  3. 

Protokollbücher,  3  Bände,  beginnen  am  30.  Dezember  1748  und  reichen  bis  13.  Oktober  1893  mit  einer  Lücke  von 
Anfang  1791  bis  Ende  1821  (Bd.  I:  1748—1762,  II:  1762—1790,  III:  1822—1893),  enthalten  Berichte  über  die  in 
den  Quartalssitzungen  vorgenommene  Rechnungslegung  und  Neuwahl  der  Ältesten,  Aufnahme  und  Lossprechung 
der  Lehrlinge,  ferner  die  Meldungen  und  Rezeptionen  der  Stückmeister  und  die  Angelegenheiten  des  Innungs- 
assessors. —  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  O  201,  1 — 3. 

Gesellenbuch,  beginnt  1618  mit  den  Statuten  einer  Krankenkasse,  daran  schliesst  sich  eine  Liste  der  Mittelsmeister 
von  1618,  dann  folgt  ein  Verzeichnis  der  Goldschmiedgesellen,  die  vom  17.  Juni  1618  bis  13.  Juni  1621  in  Breslau 
gearbeitet  haben.  Das  Buch  enthält  ferner  lückenhafte  Protokolle  über  Kassenrevisionen  von  1650 — 1797,  Ein- 
tragungen über  Einnahmen  und  Ausgaben,  einige  Berichte  über  Trinkgelage  und  am  Schluss  ein  Namenregister. 
-  Im  Besitze  der  Ortskrankenkasse  der  Juweliere,  Gold-  und  Silberarbeiter,  Graveure  und  Ciseleure  zu  Breslau. 

Lehrlingsmatrikel,  „Ein-  und  Ausschreibebuch  der  Lehrlinge",  in  2  Bänden,  beginnt  1775,  reicht  bis  1880  (Bd.  I: 
1775 — 1819  [1824],  II:  1819—1880),  enthält  die  Lehrverträge  und  Freisprechungen  der  Lehrlinge  in  chronologischer 
Anordnung;   1887/91  wurde  noch  eine  vereinzelte   Eintragung  vorgenommen.  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs. 

O  202,  1—2. 

Kassenbücher,  3  Bände,  beginnen  1789,  reichen  bis  1895  (Bd.  I:  1789—1820,  II:  1820-1847,  III:  1847-  1895),  ent- 
halten die  Jahresrechnungen  der  Innung,  sowie  Verzeichnisse  über  den  Besitz  an  Geld,  Wertpapieren,  Dokumenten, 
Urkunden,  Büchern  und  Ausstattungsgegenständen  der  Innungsstube.  —  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  O  203,  1—3. 

Kassenbuch  des  „Begräbniss-Cassen-Vereins  der  Mitglieder  des  Breslauer  Gold-  und  Silber-Arbeiter-Mittels",  beginnt 
1842,  schliesst  1851,  enthält  in  tabellarischer  Anlage  die  Buchung  der  monatlichen  Beiträge  der  Vereinsmitglieder. 
—  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  O  204. 

Lose  Akten,  enthaltend  Taufzeugnisse,  Geburts-,  Lehr-  und  Gesellenbriefe,  Dispensationen  der  Kgl.  Kammer,  Lehr- 
verträge, Prüfungsakten,  Entwürfe  zu  späten  Innungsstatuten  u.  s.  w.,  meist  vom  Ende  des  18.  und  Anfange  des 
19.  Jahrhunderts.  —  Breslauer  Stadtarchiv,  Lose  Akten  N. 

B.  Stadt-  und  Gerichtsbücher 

Antiquarius,  2  Bände,  beginnt  1354  mit  einigen  Eintragungen  aus  früherer  Zeit,  schliesst  1425  (Bd.  I:  1354—1381 
II:  1381 — 1425),  enthält  Verzeichnisse  der  auf  die  Stadtkasse  lautenden  wiederverkäuflichen  Zins-  und  Leibrenten- 
briefe. —  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  K  115,  1—2. 


213 


Bürgerbücher,  Libri  notacionum  civium,  11  Bände  sind  erhalten,  4  verloren,  der  erste  erhaltene  Band  beginnt  1361, 
der  letzte  Band  schliesst  1851  (Bd.  I:  fehlt,  II:  1361—1375,  III:  1376—1399,  IV:  1400—1449,  V:  1450—1517,  VI: 
1517-1573,  VII:  fehlt,  VIII:  fehlt,  IX:  1695  1775,  X:  fehlt,  XI:  1783—1816,  XII:  1816—1829,  XIII:  1830—1845, 
XIV  u.  XV:  1846 — 1851),  enthalten  in  chronologischer  Anordnung  die  Namen  aller  derjenigen,  die  in  Breslau  das 
Bürgerrecht  erworben  haben.  Zu  Band  II  und  III  gibt  es  ein  von  A.  Heyer  gefertigtes  alphabetisches  Register. 
—  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  H  40,  1—6.  Die  letzten  5  Bände  (XI— XV)  bewahrt  die  Breslauer  städtische 
Reponenden-Registratur,  Sect.  46  Cap.  1  Nr.  10  Bd.  1—5. 

Catalogi  civium,  9  Bände,  beginnen  1470,  reichen  bis  1671,  doch  fehlen  die  von  1491 — 1524  und  von  1534 — 1543  ge- 
führten Listen  (Bd.  I:  1470—1490,  II:  1525—1533,  III :  1544—1578,  IV:  1579—1588,  V:  1589—1595,  VI:  1596  bis 
1599,  VII:  1600—1616,  VIII:  1617—1639,  IX:  1640—1671),  enthalten  fast  durchweg  in  strenger  chronologischer 
Reihenfolge  in  gesonderten  Rubriken  die  allosterlich  eingetragenen  Namen  der  zünftigen  Meister.  Die  Listen 
wurden  nicht  jedes  Jahr  neu  ausgeschrieben,  sondern  durch  Nachtragung  ergänzt,  die  Namen  der  durch  Tod  oder 
Wegzug  Ausgeschiedenen  wurden  gestrichen  und  in  der  Regel  mit  einem  o,  a  oder  ab  (obiit,  abiit)  versehen. 
Bei  einigen  Meistern  ist  das  Jahr  der  Meistersetzung  hinzugefügt.  Am  Eingange  der  Listen  sind  ausserdem  meist 
die  Namen  der  Innungsbeisitzer  des  Magistrats  vermerkt.  Der  Catalogus  civium  bildet  eine  der  wichtigsten 
Quellen  für  die  Kenntnis  der  Breslauer  Handwerker  während  der  Renaissance.  In  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  VII 
S.  138—142  sind  die  Listen,  soweit  sie  sich  auf  die  Goldschmiede  beziehen,  abgedruckt,  allerdings  teilweise  miss- 
verstanden. —  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  H  41,  1—9. 

Libri  definitionum,  13  Bände,  beginnen  1513,  reichen  bis  1765  mit  einer  Lücke  von  1694—1704  (Bd.  I:  1513—1560,11: 
1560—1577,  III:  1577—1592,  IV:  1592—1616,  V:  1616-1620,  VI:  1620—1646,  VII:  1647—1664,  VIII:  1665—1674, 
IX:  1675—1693,  X:  fehlt,  XI:  1705—1717,  XII:  1717—1732,  XIII:  1732  1765),  enthalten  die  Entscheidungen  des 
Rates  in  Innungssachen.  —  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  O  144,  1 — 13. 

Libri  Magni,  10  Bände,  beginnen  nach  1394,  reichen  bis  an  das  Ende  des  19.  Jahrhunderts,  sind  bestimmt  gewesen  zur 
Aufnahme  der  für  den  Rat  wissenswerten  Dinge,  namentlich  der  Gewohnheiten,  Rechte  und  Statuten  Breslaus. 
Für  die  Goldschmiede  kommen  nur  folgende  Stellen  in  Betracht:  Bd.  I  fol.  12b,  37b  49b,  n  fGl.  382a,  m  f0].  19b, 
30a.  _  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  E  1,  1—10. 

Nudus  Laurentius,  Breslauer  Stadtbuch,  beginnt  1361,  schliesst  1380;  die  Eintragungen  behandeln  vorzugsweise  Geld- 
geschäfte, Vermächtnisse,  Verträge  zwischen  Ehegatten,  Erbvergleiche,  u.  s.  w.,  die  vor  dem  Rate  abgemacht 
wurden.  —  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  G  4. 

Schöppenbücher,  25  Bände,  beginnen  1345,  reichen  mit  geringen  Lücken  bis  1556  (Bd.  I:  1345—1356,  II:  1357—1369, 
III:  1369  1374,  IV:  1374—1381,  V:  1381  1387,  VI:  1387—1390,  VII:  1390—1394,  VIII:  1395—1400,  IX:  1400  bis 
1404,  X:  1404—1410,  XI:  fehlt,  XII:  1416—1425,  XIII:  1425—1433,  XIV:  1433—1443,  XV:  1444—1452,  XVI:  1452 
bis  1460,  XVII:  1460  1474,  XVIII:  fehlt,  XIX:  1486—1496,  XX:  1497—1506,  XXI,  XXII:  1517,  1529  [unvoll- 
ständig], XXIII:  1531—1537,  XXIV:  1537—1550,  XXV:  1550-1556),  enthalten  Eintragungen  über  Käufe,  Verkäufe, 
Gelöbnisse,  Bürgschaften,  Erbvergleiche,  Streitsachen,  die  vor  dem  Rate  abgemacht  und  verhandelt  wurden.  Für 
die  vorliegende  Publikation  wurden  die  ersten  zehn  Bände  durchgesehen.  —  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  G  1,  1 — 25. 

Signaturbücher,  Libri  excessuum  et  signaturarum,  336  Bände,  beginnen  1385,  reichen  bis  1805,  enthalten  kurze  An- 
gaben über  Strafen  wegen  Polizeivergehen,  Gelöbnisse,  Aufzeichnungen  über  Notariatsakte  im  weitesten  Umfange; 
erst  überwiegen  die  Strafnotizen,  später  die  Notariatsakte,  seit  1564  scheiden  die  Angaben  über  Polizeistrafen 
ganz  aus.  Die  Jahrgänge  von  1386 — 1517  enthalten  mit  Lücken  Geschworenenlisten  der  Goldschmiede,  die  bei 
A.  Schultz,  Zur  Geschichte  der  Breslauer  Goldschmiede-Innung  (Zeitschrift  des  Vereins  für  Geschichte  und 
Alterthum  Schlesiens,  Bd.  V  S.  343f.),  abgedruckt  sind.  Für  die  vorliegende  Publikation  wurden  die  Signatur- 
bücher nur  mit  Auswahl  durchgesehen.  —  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  G  5,  1 — 336. 

Steuerbuch  von  1403/4,  Registrum  exaccionis  in  anno  natiuitatis  dni  MCCCCIII.  Item  anno  natiuitatis  MCCCCIIII. 
Die  Benutzung  des  Steuerbuches  von  1403  für  1404  wurde  durch  Streichung  der  alten  Namen  in  den  Listen  und 
Überschreibung  neuer  Namen  bewirkt.  —  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  K  8. 

Totenbücher,  69  Bände,  wurden  1584  auf  Befehl  des  Rates  angelegt  und  bis  1759  fortgeführt,  in  letzter  Zeit  allerdings 
sehr  lückenhaft;  sie  sind  auch  insofern  von  Anfang  an  nicht  vollständig,  als  sie  nur  die  Verstorbenen,  die  auf 
städtischen  Friedhöfen  begraben  sind,  enthalten.  Teilweise  wiederholen  sie  sich  in  ihrem  Inhalt.  Die  letzten 
zehn  Bände  enthalten  Register  und  eine  statistische  Tabelle.  —  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  P  40,  1 — 69. 

Traditionsbücher,  Libri  traditionum,  31  Bände,  beginnen  1483,  reichen  bis  1815  (Bd.  I:  1483—1508,  II:  1509—1516, 
III:  1516  1521,  IV:  1522—1528,  V:  1528—1534,  VI:  1534—1543,  VII:  1543—1552,  VIII:  1552—1565,  IX:  1565  bis 
1578,  X:  1579—1593,  XI:  1593—1606,  XII:  1607—1620,  XIII:  1620—1634,  XIV:  1634—1649,  XV:  1650—1665, 
XVI:  1666-1678,  XVII:  1678-1692,  XVIII:  1692-1704,  XIX:  1705-1713,  XX:  1714—1721,  XXI:  1722—1729, 


214 


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XXII:  1729—1741,  XXIII:  1741—1750,  XXIV:  1751-1759,  XXV:  1760—1769,  XXVI:  1770—1779,  XXVII:  1779  bis 
1788,  XXVIII:  1788—1795,  XXIX:  1795—1800,  XXX:  1800—1807,  XXXI:  1807—1815),  enthalten  Verreichungen 
(Kauf-  und  Erbverträge),  die  vor  dem  Rate  abgeschlossen  wurden.  Nur  die  ersten  Bände  wurden  durchgesehen. 
—  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  G  9,  1—31. 

C.  Akten  und  Korrespondenzen  der  Regierungsbehörden 
Acta  der  Kgl.  Commerden  Collegii-Rcgistratur,   enthalten  Verhandlungen,   betreffend  die  Einführung  einer  gleich- 
mässigen  Gold-  und  Silberprobe  bei  den  Goldschmieden  und  Goldspinnern  in  sämtlichen  schlesischen  Städten. 
1716—1728.  —  Breslauer  Kgl.  Staatsarchiv,  Rep.  13.  AA.  VIII.  10  K. 
Acta  Generalia  der  Kgl.  Kriegs-  und  Domainenkammer,  betreffend  1.  die  Vorschriften  bei  Verarbeitung  von  Juwelen, 
Gold,  Silber  und  Zinn,  2.  die  Regulierung  des  Gold-  und  Silbergewichtes.    2  Volumina  (I:  1744—1772,  II:  1792 
bis  1815).  —  Breslauer  Kgl.  Staatsarchiv,  Rep.  14.    PA.  VIII.  245e. 
Acta  der  Kgl.  Kriegs-  und  Domainenkammer,  betreffend  die  Massregeln  bei  Verarbeitung  des  Goldes  durch  die  Gold- 
schmiede zur  Sicherstellung  des  Publici.    Von  1784.  —  Breslauer  Kgl.  Staatsarchiv,  Rep.  14.    PA.  VIII.  245d. 

D.  Kirchenbücher 

Ein  Verzeichnis  der  in  den  Breslauer  Kirchen  vorhandenen  Matrikelbücher  enthält  die  vom  Verein  für 
Geschichte  und  Altertum  Schlesiens  (Breslau  1902)  herausgegebene  Zusammenstellung  der  „Kirchenbücher  Schlesiens 
beider  Confessionen." 

Es  wurden  durchgesehen  von: 
St.  Maria  Magdalena,  Taufbücher  von  1570 — 1580  \ 

Traubücher  von  1542—1813  (    Citiert:  MM. 

Abkündigungs-  und  Begräbnisbücher  von  1584—1834  ) 
St.  Elisabeth,  Traubücher  von  1542—1810  / 

Abkündigungs-  und  Begräbnisbücher  von  1600—1818  \    Cltiert:  Ells- 
St.  Matthias,  Taufbücher  von  1665 — 1718  \ 

Traubücher  von  1665  -1718  >    Citiert:  Matth. 

Begräbnisbücher  von  1665    1718,  1722—1766  ) 
St.  Vincenz,  Traubücher  von  1777 — 1817. 

Für  den  Dom,  die  St.  Adalbertkiche  und  die  nicht  vom  Verfasser  durchgesehenen  Bücher  von  St.  Matthias 
wurden  die  Exzerpte  von  E.  Wernicke  in  Schlesiens  Vorzeit,  Bd.  VII  S.  481  ff.,  benutzt.  Von  einer  Durchsicht  der 
übrigen  Kirchenbücher  wurde  Abstand  genommen,  da  die  darauf  zu  verwendende  Mühe  in  keinem  Verhältnis  zu  dem 
voraussichtlichen  Ertrage  gestanden  hätte. 

E.  Akten  der  Bischöfe,  des  Domkapitels  und  der  Klöster 
Inkorporationsbücher  der  Breslauer  Bischöfe  Conrad  von  Öls,  Peter  II.  von  Nowak,  Jodocus  von  Rosenberg,  Rudolph 
von  Rüdesheim,  Johannes  Thurzo,  Balthasar  von  Promnitz  und  Caspar  von  Logau,  5  Bände,  beginnen  1431, 
reichen  mit  Lücken  bis  1570  (Bd.  I:  1431—1447,  II:  1448—1467,  III:  1468—1482,  IV:  1506—1520,  V:  1540—1570), 
enthalten  hauptsächlich  Entwürfe  zu  Fundationen  und  Konzepte  aus  der  bischöflichen  Kanzlei.  —  Breslauer 
Diözesanarchiv,  IIb,  1 — 5. 

Acta  capituli,  Akten  des  Breslauer  Domkapitels,  57  Bände,  beginnen  1500  und  reichen  mit  Lücken  bis  zur  Jetztzeit, 
enthalten  die  Protokolle  der  Kapitelssitzungen,  Dazu  gehören  auch  die  Konzeptbücher  der  Briefe  und  Schrift- 
stücke, die  auf  Grund  der  in  den  Kapitelssitzungen  gefassten  Beschlüsse  angefertigt  wurden.  —  Citiert:  Acta 
capituli,  mit  Angabe  des  Datums.  —  Breslauer  Diözesanarchiv,  Illb,  1—48.  —  Weitere  Bände  befinden  sich  im 
Breslauer  Kgl.  Staatsarchiv. 

Akten  der  Breslauer  Klöster,  enthalten  gelegentlich  Mitteilungen  über  Goldschmiede,  besonders  über  solche,  die  auf 
den  geistlichen  Gütern  oder  für  die  Geistlichkeit  arbeiteten.  —  Breslauer  Kgl.  Staatsarchiv,  Rep.  18. 

F.  Varia 

Klose,  Samuel  Benjamin:  Repertorium  der  Urkunden  und  Briefe  des  Stadtarchivs,  6  Bände  mit  zahlreichen  Nach- 
trägen, dazu  2  alphabetische  Namenregister.  —  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  D  35,  1—6  u.  D  36,  1—2. 

Kretschmer,  Christian  Anton:  Tomus  I  operum  omnium  continens  Librum  I  Breslographiae  scriptae,  enthält  eine 
Sammlung  von  Notizen  über  den  Rat,  die  Bürgerschaft,  die  Kaufleute,  Zünfte,  die  Landgüter,  Einnahmen, 
Religionsangelegenheiten,  Jurisdiction  u.  s.  w.  der  Stadt  Breslau.  Abschrift  des  Kretschmerschen  Originals  von 
1759/60.  —  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  R  595. 


215 


Roppan,  Johann  Carl:  Repertorium  der  nach  Vollendung  des  Kloseschen  Repertori  ums  im  Jahre  1796  zum  Stadt- 
archiv hinzugekommenen  Urkunden,  dazu  ein  alphabetisches  Namenregister.  —  Breslauer  Stadtarchiv,  Hs.  D  37, 
3S  u.  39,  1-2. 

II.  Druckschriften 

A.  Druckschriften  der  Innung 

Neujahrswünsche  des  Boten  der  Breslauer  Goldschmiede-Innung,  beginnen  um  1750  und  reichen  bis  1893,  enthalten 
ausser  einem  längeren  Glückwunsche  in  Versform  alljährlich  ein  Verzeichnis  der  Innungsmitglieder  und  zwar 
seit  1761  oder  1762  mit  genauen  —  bisweilen  allerdings  falschen  —  Angaben  über  den  Zeitpunkt  der  Rezeption. 
An  die  Meisterliste  schliesst  sich  häufig  ein  Verzeichnis  der  Witwen,  hin  und  wieder  auch  noch  eine  Zusammen- 
stellung der  im  abgelaufenen  Jahre  Verstorbenen  oder  infolge  eines  anderen  Grundes  aus  dem  Meisterkreise 
Geschiedenen.  In  späterer  Zeit,  etwa  seit  1865,  ist  an  die  Liste  der  Innungsmitglieder  noch  eine  Zusammen- 
stellung der  Namen  der  in  Breslau  tätigen  aber  ausserhalb  der  Innung  stehenden  Juweliere,  Gold-  und  Silber- 
arbeiter angeschlossen.  —  Eine  grössere  Anzahl  solcher  Neujahrswünsche  für  die  Jahre  1758,  1760,  1762,  1774, 
1776,  1780—1838,  1855,  1878,  1880,  1882,  1883,  1886  bewahrt  die  Breslauer  Stadtbibliothek  (Yn  753),  andere  Jahr- 
gänge wurden  dem  Verfasser  durch  Herrn  Goldarbeiter  Carl  Kühne  und  Fräulein  Marie  Gumpert  in  Breslau 
freundlichst  zur  Verfügung  gestellt. 

Statut  für  den  Begräbniss-Cassen-Verein  der  Mitglieder  des  Gold-  und  Silber-Arbeiter-Mittels  in  Breslau  vom 
5.  November  1841. 

Statut  für  die  Gold-  und  Silberarbeiter-Innung  in  Breslau  vom  7.  März  1853. 
Statut  der  Gold-  und  Silberarbeiter-Gehülfen-Kasse  vom  15.  Juli  1856. 

Statut  der  Gold-  und  Silberarbeiter-Innung  in  Breslau  vom  30.  Mai  1884.    Dazu  ein  Nachtrag  von  1887. 
Statut  der  Sterbekasse  der  Juwelier-,  Gold-  und  Silberarbeiter-Innung  vom  3.  Februar  1888. 

B.  Druckschriften  der  Regierung  für  die  Innung 

General-Handwercks-  und  Gewerbs-Patent  de  dato  16.  November  1731.  Gegeben  von  Kaiser  Karl  VI.  in  Wien  am 
16.  November  1731. 

General- Zunffts-Articuln  für  die  Zunfften  deren  Königl.  Böheimbischen  Erb- Landen.  De  Anno  1739.  Gegeben  von 
Kaiser  Karl  VI.  in  Wien  am  5.  Januar  1739. 

Edict,  daß  in  Schlesien  und  der  Grafschafft  Glatz  die  bishero  noch  beybehaltene  alte,  unnütze  und  kostbare  Meister- 
Stücke  abgeschafft,  und  statt  deren  brauchbare  und  bald  wieder  los  zu  werdende  Meister-Stücke  verfertiget,  auch 
keine  übermäßige  Receptions-Gelder  gefodert  werden  sollen.  Gegeben  durch  König  Friedrich  den  Grossen  in 
Berlin  am  18.  April  1747.    Gedruckt  in  Breslau  in  der  Baumannischen  Erben  Buchdruckerey. 

Erneuertes  und  geschärftes  Edict  wegen  verbothener  Ausfuhre  des  Goldes  und  Silbers,  wie  auch  der  reducirten  neuen 
August  d'or  u.s.w.  Gegeben  von  König  Friedrich  dem  Grossen  in  Berlin  am  11.  Januar  1764.  Gedruckt  in 
Breslau  mit  Graßischen  Schriften. 

Abdruck  des  General-Handwerks-Patents  vom  16.  Oktober  1731,  der  General-Zunfts-Articul  von  1739  und  des  König- 
lichen Edicti  von  Meister-Stücken  und  Receptions-Geldern  vom  18.  April  1747  zum  Gebrauche  sämtlicher  Innungen, 
Zunft-  und  Zechen  in  Schlesien  und  der  Grafschaft  Glatz.    Breslau  1782. 


Druck  von  Grass,  Barth  &  Comp.  (W.  Friedrich)  in  Breslau